Frankreich und Spanien 2018 ein Fazit

Es war schwer sich für ein Beitragsbild zu diesem Blog zu entscheiden. Soll es doch repräsentativ für unsere Reise nach Frankreich und Spanien sein, für die wir uns im Mai 2018 einen Monat Zeit nahmen. Ich habe mich dann für dieses kleine Motiv entschieden. Es kam uns am Abend des ersten Mai vor die Linse. Einem der stimmungsvollsten Abende auf unsere Reise. 

Die Reiseroute

Jetzt, über 3 Monate nach der Rückkehr, ist es an der Zeit einen kleines Fazit unserer Reise nach Frankreich und Spanien im Mai diesen Jahres zu ziehen. Wir waren einen Monat unterwegs und haben mit einem geliehenen Wohnmobil über 7.800 Kilometer zurückgelegt.

Die Route führe uns nach Südwestdeutschland. Vor hier aus ging es quer durch die Auvergne und in das Périgueux. Anschließend fuhren wir über Bordeaux an die Französische Atlantikküste. Von dort folgten wir der Küste der Biscaya an in die spanische Grenze. Weiter ging es durch Kanatabrien, Asturien und Galicien bis wir am Cabo Finistrerra auf den offenen Atlantik stießen. Dann ging es ein kleines Stück zurück nach Osten um Santiago de Compostella und Lugo zu besuchen.

Nun hielten wir und nach Südosten und überquerten die westlichen Ausläufer des Kantabrischen Gebirges. Dann ging es nach Süden durch die Extremadura. Zamora, Salamanca, Cáseres, Médrida und natürlich Sevilla waren die Höhepunkte auf unserem Weg durch diese karge Landschaft.

Vorbei an Ronda erreichten wir das Mittelmeer. Von der Costa de Sol bis zur Costa Blanca folgten wir vorwiegend dem Küstenverlauf. Hier und da unternahmen wir aber auch einen Abstecher ins Landesinnere, z.B. zum Kloster Montserrat bei Barcelona. 

Weiter ging es dann an der Französischen Mittelmeerküste bis an der Rand der Camargue. Dann zog es uns nach Norden. Dem breiten Tal der Rhone folgend unternahmen wir Abstecher an den Mont Ventoux, an die Ardéche und in das Vercors. Über Lyon und Muhlhouse ging es zum Abschluss wieder zurück nach Deutschland.

Im Rückblick eine gewaltige Strecke die uns unendliche viele Entdeckungen, Eindrücke und Erlebnisse bescherte. Lange werden wir noch von dem Erlebten zehren und die Reise hat Lust auf mehr gemacht. 

Die Highlights

Natur und Landschaft

Das die Auvergne zu den schönsten Landschaften Frankreichs gehört, konnten wir schon im letzen Jahr erfahren. Begeistert waren wir aber auch vom Périgueux mit seinen alten Städten an der Dordogne und ihren Nebenflüssen. Das Bordolais fanden wir hingegen weniger schön. Es mag an den endlosen „Weinäckern“ gelegen haben, die die Landschaft bis an den Horizont prägen.

Fantastisch hingegen war die Küste im Norden Spaniens. Die Autovía del Cantábrico führte uns zwischen der Küste und dem Kantabrischen Gebirge entlang. Immer wieder gab es tolle Aussichten. Weiter draußen am Meer war sicher die Sierra de la Campeleda einer der landschaftlichen Höhepunkte. Schroff erhebt sich hier das Gebirge aus der Biscaya. Mit über 600 Metern Höhe gibt es hier die höchsten Klippen Europas. Gleich nebenan fanden wir den verwunschen wirkenden Wallfahrtsort San Andres de Teixido.

Herausragend war sicher auch unserer Besuch am Cabo Finisterra. Von ganz eigener Art war die Extremadura, eine gewaltige trockene Hochfläche, von der wir in der Ferne immer wieder schneebedeckte Gipfel sehen konnte. An der Küste des Mittelmeeres fuhren wir immer wieder auf spektakulären Küstenstraßen mit tollen Aussichten und romantischen Buchten. 

Zurück in Frankreich durften wir die Canyons der Adrèche und das Vercors als landschaftliche Höhepunkte auf unsere Reise besuchen.

Städte und Architektur

Große Städte und Kleinode in der Provinz begleiteten uns genauso wie jahrhundertealte Architektur mit christlichen und maurischen Wurzeln. Hin und wieder gab es aber auch Spuren der Moderne wie in Bilbao oder Aviles. Wirklich herausragend für uns waren die Städte Bordeaux, Saralat, Bilbao, Santiago des Compostella, Salamanca (OMG wie schön), Càceres, und Sevilla natürlich. Es muss aber nicht immer ein Superlativ wie Sevilla sein. Im Französischen Pellegrue oder im Spanischen San Vicente de la Barguera und Tossa de Mar fanden wir liebenswerte Städtchen mit beeindruckender Architektur und Geschichte. 

Aber auch die Römischen Spuren in Lugo, Mérida und Arles sowie die grandiose Pont du Grande haben uns schwer beeindruckt. Ungewöhliche Details machten die Reise in ihrer ganz eigenen Art interessant. Da war diese Mikwe in Montignac, die einmalige Felsenburg Roque Sait-Christophe, das malerische La Roque-Gageac und die Burg in Zahara de la Sierra. 

Als absolute Höhepunkte müssen wir den Real Alcázar und die Kathedrale in Sevilla herausheben.

Kathedrale Sevilla, Hauptaltar Retable

Kunst und Krempel

Es mag seltsam klingen, aber die Friedhöfe in Frankreich und Spanien scheinen uns ein Geheimtipp sein zu. In Pellegreue und San Andres des Texico lernten wir eine so ganz andere Art kennen, mit dem Tod umzugehen, als in unsere Heimat üblich. 
Großartig an der Reise war die Entdeckung von Kunst aus so vielen unterschiedlichen Epochen. Von den über 20.000 Jahre alten Höhlenmalereien in Lascoux, über römische Artefakte in Mérida oder Arles, den maurischen Spuren in Sevilla und Mérida, den großartigen mittelalterlichen in Kunstwerken in den vielen Kirchen und Kathedralen auf dem Weg, bis hin zur Werken der Moderne im Kunstmuseum von Montserrat reichte dabei die Spanne. 

Neben den Kirchenausstattungen in Santiago de Compostella, Lugo, Zamora, Cáceres und Sevilla war der Gobelinsaal in Zamora einer von vielen Höhepunkten. 

Gobelinsaal
Zamora, Kathedrale, Gobelinsaal

Die Sache mit dem Glauben

Religiösität und Spiritualität begleiteten uns auf dieser Reise in unbekannter Intensität. Das lag sicher daran. dass wir teilweise den berühmten Pilgerwegen nach Santiago de Compostella und weiter nach Finsterra folgten. Am Camino del Noorte, dem Camino Francés, der Via de la Plata und dem Camino Fisterra sahen wir so viele Pilger mit gequälten Körpern und lächelnden Gesichtern. Die Stimmung unter den Pilgern an den Zielen ihres Weges am Cabo de Finisterra und auf dem Praza do Obradorio in Santiago beeindruckten uns sehr. 

Alle Kirchen an unserem Weg, ob kleine Kapelle wie in San Andres de Teixido oder riesig wie die Kathedrale in Sevilla waren immer auch lebendige Heimstadt des Glaubens. Wir trafen dabei nicht nur ältere Menschen. Gerade in Spanien waren auch viele jüngere Menschen in den Gotteshäusern ständige Gäste. In Erinnerung blieben uns „Carlos“ an dern Büste des heiligen Jakobs in Santiago den Compostela, das junge Paar in der großartigen Kathedrale in Sevilla oder die Betenden im Himmelfahrtstag in der Kathedrale Santa Maria in Lugo, die uns zu Tränen rührten. 

Parroquia de Santiago de los Caballeros, Cáceres

7.838 Kilometer und 30 Tage waren eine gute Investition

Ohne Frage, wir würden es wieder tun. Diese Reise brachte so viele neue Perspektiven, Erfahrungen und Entdeckungen, dass wir Lust auf eine andere Form des Lebens bekamen. Wir hätten gerne um viele Wochen verlängern wollen. Andererseits gab die Reise aber auch Kraft für das, was uns im Alltag der nächsten Monaten fordern wird.

30 Tage, 7.838 Kilometer
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