Zugvogel – ein Reiseblog https://www.mit-uns-entdecken.de/ Tue, 17 Mar 2026 19:42:47 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 https://www.mit-uns-entdecken.de/wp-content/uploads/2018/09/cropped-favicon_-Zugvogel-1-32x32.png Zugvogel – ein Reiseblog https://www.mit-uns-entdecken.de/ 32 32 125620668 Puerto de Vega – Mirador del Fitu – Ribadesella https://www.mit-uns-entdecken.de/puerto-de-vega-ribadesella/ Sat, 17 Jun 2023 23:16:00 +0000 https://www.mit-uns-entdecken.de/?p=29827 17.6.2023 Von Puerto de Vega über den Mirador del Fitu bis nach Ribadesella führt uns dieser Reisetag entlang der wilden Costa Verde durch Berge, Nebel und Küstenlandschaften. Zwischen spektakulären Ausblicken, […]

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17.6.2023

Von Puerto de Vega über den Mirador del Fitu bis nach Ribadesella führt uns dieser Reisetag entlang der wilden Costa Verde durch Berge, Nebel und Küstenlandschaften. Zwischen spektakulären Ausblicken, asturischer Kultur und entspanntem Camperleben entdecken wir eine der schönsten Regionen Nordspaniens.
Ribadesella lernen wir als eine wahres Kleinod an der Costa Verde kennen.

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Schwere Wolken hängen über den Bergen des Kantabrischen Gebirges, als wir am 17.06.2023 in Puerto de Vega aufbrechen wollen.

Start in Puerto de Vega und Tipp zur Ausfahrt

Bevor wir starten, gibt uns der nette Rheinländer von nebenan einen wichtigen Tipp, vorgetragen in seinem einzigartigen Dialekt. Auf keinen Fall sollen wir die offizielle Ausfahrt entlang der Straße Acceso a Parking nutzen. Die hätte einen üblen Absatz, an dem selbst wir mit unserem Kastenwagen aufsetzen könnten.

  • Stellplatz - Puerto da Vega
  • An der Mole - Puerto da Vega
  • Weg zum Hafen - Puerto da Vega

Wir nehmen uns den Rat zu Herzen und müssen so notgedrungen die Calle del Muelle, die schmale Zufahrt entlang des Hafenbeckens, nehmen. Allerdings ist dort die Durchfahrt in unsere Richtung verboten. Egal, Augen zu und durch – jetzt am späten Samstagvormittag ist dort ohnehin kaum jemand unterwegs.
Und tatsächlich begegnet uns niemand bis zum Ende des Hafens, ab dort haben wir dann wieder freie Fahrt.

Fahrt über die A-8 Richtung Mirador d’el Fitu

Wir wollen heute ein gutes Stück nach Osten vorankommen und dabei einen Abstecher in die Berge wagen. Hierzu haben wir uns den Mirador d’el Fitu ausgesucht.

Laut Reiseführer soll dort auf 590 Metern über dem Meer ein Rundblick von der Küste bis zu den Picos de Europa möglich sein.

Über die N-634 erreichen wir schnell die A-8, die Autovía del Cantábrico.
Wir nehmen die Auffahrt beim Autobahnkilometer 465.

Die Autobahnanschlussstellen sind in Spanien übrigens nicht nach ihrer Reihenfolge wie in Deutschland nummeriert, sondern nach dem laufenden Autobahnkilometer, an dem sie sich befinden.

Die nächsten 128 Kilometer werden kurzweilig. Die interessante Strecke windet sich meist zwischen 100 und 200 Höhenmetern entlang der Ausläufer des Kantabrischen Gebirges. Oft kreuzen Gebirgsflüsse wie der Río Esva, Río Gabo oder Río España die Autobahn. Dort gilt es, auf kühnen Brücken steile Schluchten zu überwinden.

Hier und da stellen sich Berge in den Weg, die in Tunneln unterquert werden. Die sind meist nicht sehr lang, außer der Doppeltunnel bei Niévares und Brañaviella.
Beide Teile zusammen sind 3.618 Meter lang.

Wir kommen vorbei an den großen Städten Avilés und Gijón. Bei Avilés steht das große Stahlwerk von ArcelorMittal direkt an der Autobahn, ebenso wie die Schwesterhütte im nicht weit entfernten Gijón.

So gibt es an der Strecke immer ausreichend zu sehen, und die Fahrt bis zur Ausfahrt nach Conceña am Autobahnkilometer 337 vergeht wie im Flug.
Da wir diese Strecke auf einer Autovía und nicht auf einer Autopista zurückgelegt haben, war dieser Abschnitt zudem mautfrei.

Aufstieg über die AS-260 und traditionelle Hórreos

Weiter geht es für uns auf der AS-260 elf Kilometer bergauf. Zunächst noch sachte durch die drei Dörfer Goceña, Gobiendes und Lloroñi. Von Gobiendes aus haben wir kurz einen schönen Blick auf die Küstenlandschaft und das Meer.

Auch dort gibt es Hórreos in den Dörfern. Die traditionellen Kornspeicher, die wir schon in Galicien kennengelernt haben, unterscheiden sich jedoch von ihren Pendants weiter westlich.
Diese hier stehen ebenfalls erhöht auf steinernen Stelzen, die oben mit einer Steinplatte abschließen. Das schützt vor Feuchtigkeit, und Ratten, Mäuse und andere Nager haben keine Chance, an das wertvolle Lagergut zu gelangen.
Allerdings sind die Hórreos hier offenbar ausschließlich aus Holz mit einem Ziegeldach errichtet. Außerdem haben sie hier in Asturien meist einen quadratischen Grundriss.

Traditioneller Hórreo in Lloroñi
Traditioneller Hórreo in Lloroñi

Wir lassen die Siedlungen hinter uns und fahren weiter bergauf. Hier und da können wir noch einmal bis hinunter aufs Meer schauen, das sich jedoch beginnt, in einem Dunstschleier zu verbergen. Noch können wir die Küstenlinie aber gut erkennen.

Von den kühnen Pedalrittern, die sich den Berg hinaufquälen, halten wir uns möglichst fern. Keinesfalls wollen wir sie aus ihrem Rhythmus bringen.

Ankunft am Mirador d’el Fitu

Dann umgibt uns Wald, und wir erreichen wenig später die Passhöhe auf rund 600 Metern Meereshöhe.

Wir ergattern mit Mühe einen der wenigen Parkplätze und machen uns auf den nicht weiten und gut ausgebauten Weg hinauf zum Mirador d’el Fitu.
Der Aussichtspunkt ist in fünf Minuten erreicht und erweist sich als kühne Betonkonstruktion, die in einer kreisrunden Aussichtskanzel gipfelt.

Oben angekommen, sind wir zunächst enttäuscht. In den letzten Minuten sind die vom Meer kommenden Dunstschwaden bis hier hinaufgezogen und vermiesen uns die Aussicht auf das Meer im Norden und die Picos de Europa im Osten und Süden.
Trotzdem machen wir ein paar Fotos und versuchen, die Aussicht, soweit möglich, zu genießen.

  •  Aussichtsplattform - Mirador del Fitu
  •  - Mirador del Fitu
  • Blick auf das Meer - Mirador del Fitu
  • La Fourquita  - Mirador del Fitu
  •  - Mirador del Fitu
  •  - Mirador del Fitu
  •  - Mirador del Fitu
  • Zurück zum Auto - Mirador del Fitu

Dann machen wir uns auf den Rückweg. Am Parkplatz angekommen stellen wir fest, dass mehr Gäste mit ihren Autos dort angekommen sind, und wir ein wenig zugeparkt wurden.

So wird unser Start zu einer kleinen Herausforderung. Steffi weist mich ein, wir rangieren ein wenig hin und her und erreichen so wieder die Straße.

Kuh auf der Straße und Tal des Río Sella

Bevor wir bergab wieder richtig Fahrt aufnehmen können, stoppen wir schon wieder. „Da steht eine Kuh in der Flur!“ Eine Mutterkuh stillt in aller Ruhe ihr Kalb mitten auf der Straße. Wir finden das völlig in Ordnung und verharren erst einmal an Ort und Stelle.

Gefühlt zehn Minuten nehmen sich die beiden Zeit. Dann ziehen sie sich an die Leitplanke zurück, und wir können langsam vorbeirollen.
Danach geht es auf kurvenreicher Strecke hinunter nach Arriondas, wo sich der Río Sella und der Río Piloña treffen.


Wir nutzen die Gelegenheit, uns in der kleinen Stadt ein wenig mit Lebensmitteln einzudecken. Diesmal wird der Einkauf etwas größer, und wir werden wohl ein paar Tage damit hinkommen. In Spanien finden wir es immer wieder imposant, wie in jedem einigermaßen gut sortierten Markt die iberischen Schinken in verschiedenen Qualitäten im ganzen Stück den Kunden präsentiert werden.

Schinken verschiedener Qualität
Schinken verschiedener Qualität

Von Arriondas aus fahren wir das Tal des Río Sella hinab. Das Tal ist hier schon recht breit und hat mit den engen Schluchten oberhalb von Cangas de Onís, die wir vor einigen Jahren bereisten, wenig zu tun. Dort rücken Gipfel von weit über 1.000 Metern Höhe dicht an das Tal heran.
Noch aber befinden wir uns im Gebirge, wie die meist pyramidenförmigen Gipfel links und rechts des Tals beweisen. Die sind allerdings kaum höher als etwa 500 Meter.

Spätestens als wir die Autovía del Cantábrico unterqueren, wissen wir, dass das Gebirge hinter uns liegt. Der Río Sella ist breiter geworden, und es ist nicht mehr weit, bis er bei Ribadesella in die Biskaya mündet. Und genau dort wollen wir hin.

Stellplatz in Ribadesella und Mittagessen im Wohnmobil

Am westlichen Ortsrand gibt es, leicht erhöht auf einer Terrasse liegend, einen großen Wohnmobilstellplatz.
Wir kommen dort gegen 13:00 Uhr an – die perfekte Zeit für ein Mittagessen.
Kartoffeln vom vorletzten Abend am Praia Arnela wandern in die Pfanne und rösten mit Speck, Eiern, Zwiebeln, Salz, Paprikapulver, Kümmel und Majoran zu leckeren Bratkartoffeln.

Dazu gönnen wir uns als Beilage die leckeren roten Paprika vom Markt in León, die wir am Cabo de Silleiro grillten und in Olivenöl eingelegt hatten.
Als wir satt sind, sind die Kartoffeln alle, aber vom Paprika ist immer noch etwas da.
Kurzerhand kommen dessen Reste zusammen mit Oliven, Schafskäse in unsere „Küchenmoped“. Ein paar mal an der Leine gezogen, und ruck, zuck haben wir noch einen leckeren Brotaufstrich für den Abend.

Für die nächsten Stunden entspannen wir ein wenig.

Mit dem Rad nach Ribadesella und an den Playa Santa Marina

Gegen 18:00 Uhr machen wir uns mit den Rädern auf, um Ribadesella zu erkunden.
Zunächst geht es durch ein Viertel mit modernen Einfamilienhäusern und Wohnanlagen.
Ob dort Menschen dauerhaft leben oder die Quartiere eher als Ferienanlagen dienen, ist schwer auszumachen.

Nach fünf Minuten erreichen wir den Strand von Santa Marina.
Mit seiner Lage in einer geschützten Bucht gilt er als einer der schönsten Strände an der Costa Verde.

Neben dem markanten Bergsporn auf der anderen Seite der Bucht, dem Monte Corberu, mit der Kapelle Ermita de Guía auf seiner Spitze, fällt die lange Paseo de Playa, die Strandpromenade, ins Auge. Sie begleitet den gesamten Playa Santa Marina, vom La Punta’l Pozu bis zum Hafen von Ribadesella.

Direkt an der Promenade fallen uns einige prächtige Villen auf. Wir überlegen, was das für ein Baustil ist, und tippen auf den Beginn des 20. Jahrhunderts.
Es geht so in Richtung Art déco oder Belle Époque – auf jeden Fall sehr beeindruckend.

Geschichte der Villen und der „Indianos“

Wir erfahren später, dass dieser Teil von Ribadesella noch Ende des 19. Jahrhunderts nichts als ein unberührter Strand und ein Feuchtgebiet an der Mündung des Río Sella war.

Mit dem Aufkommen des Badewesens an Europas Stränden wurde man auch bei Ribadesella aktiv und gründete dort ein Meeresbad. Angeboten wurden Bade-, Jod- und Algenkuren.

Das kam bei der zahlungskräftigen spanischen Oberschicht so gut an, dass mancher sich entschloss, sich dort eine Sommerresidenz zu errichten.
Unter den Reichen und Schönen, die da kamen, hatten nicht wenige ihr Vermögen in den spanischen Überseekolonien gemacht. Diese zurückgekehrten „Indianos“ steuerten einige der prächtigsten Bauten bei.

Ganz nebenbei erhielt Ribadesella so einen zweiten Ortsteil. Bis dahin war Ribadesella ein kleiner Fischerort am rechten Ufer des Río Sella – und dorthin fahren wir jetzt. Hierzu müssen wir über die vielbefahrene Puente de Sella.

Altstadt, Hafen und Promenade bis zum Faro

Von der Brücke aus ist der alte Teil von Ribadesella schnell erreicht.
Ein ursprünglicher Fischerort ist er allerdings schon lange nicht mehr.
Gerade an der „Waterkant“ ist auch hier alles auf den Tourismus zugeschnitten.

Statt romantischer Fischerhütten mit Netzen und Reusen davor stoßen wir auf mehrgeschossige Ferienanlagen mit Restaurants und Läden im Erdgeschoss.
Nur die Kutter am Kai zeugen noch vom ursprünglichen Zweck dieses Ortes.

Fischkutter
Fischkutter

Vom Hafen aus setzt sich die Uferpromenade, die Paseo de la Grúa, bis zum Leuchtturm, dem Faro del paseo de la Guía, fort.
Es ist noch einmal ein schönes Stück Weg bis nach da vorne. Links liegt die Bucht mit dem Playa de Santa Marina, rechts erheben sich die grünen Hänge des Monte Corberu.

Vorne am Leuchtturm angekommen, finden wir eine großzügige Aussichtsterrasse.
Wir bleiben dort ein wenig, denn es gibt einiges zu sehen.

Abendstimmung: Yachten, Surfbrett mit Foil und Ausblick

Denn jetzt wo der Tag beginnt sich zu Ende zu neigen, steuert manche Segelyacht den Hafen von Ribadesella an. Die Besucher sind durchaus international.
Wir erkennen am Heck der Boote britische, französische und portugiesische Flaggen.

Auch ein ganz anderes Wasserfahrzeug dreht dort draußen seine Runden.
Eines der neuen elektrisch angetriebenen Surfboards mit einem Foil, einer Art Tragfläche unter Wasser, ist unterwegs. Der Fahrer hält sich tapfer und geschickt auf der wackligen Konstruktion. Es ist schon erstaunlich, was der Mensch an Kreativität aufbringt, um vermeintliche Grenzen der Physik zu überwinden.

Während ich dem Geschehen auf dem Wasser gebannt folge, nimmt Steffi noch den Weg hinauf zur Mirador de la Grūa auf sich. Auf einem gut ausgebauten Fußweg geht es in Serpentinen gute 50 Höhenmeter nach oben.
Sie wird mit einer wunderbaren Aussicht auf die Bucht von Ribadesella und das Meer belohnt – und mit der Legende der Guía von Ribadesella.

Legende der Guía und Bedeutung der Kapellen

„Guía“ – „Wegweisende“ – gibt es vielfach an der spanischen Biskayaküste.
Gut sichtbar vom Meer stehen die meist kleinen Kapellen an exponierten Orten, meist über dem Meer. So können sie den Fischern und Handelsreisenden den Weg weisen.

Sakral aufgeladen wurden diese Orte mit Legenden von Einsiedlern und Eremiten.
Das machte sie zu potenziellen Wallfahrtsorten, was in der Regel auch einen wirtschaftlichen Nutzen hatte. Historisch nachgewiesene Eremiten gibt es an diesen Orten allerdings nur selten. So ist es auch in Ribadesella.

Aber die Lage passt, und einen sicheren Hafen, zu dem die Guía den Weg weist, gibt es hier schon sehr lange.

  • Paseo de La Grúa - Ribaesella
  • Mirador de la Grūa - Ribadesella
  • Mirador de la Grūa - Ribadesella

Zurück durch Ribadesella und Abend in der Bar

Als Steffi wieder unten angekommen ist, machen wir uns auf den Rückweg.
Vorbei am Hafen geht es noch durch die Gassen von Ribadesella am rechten Flussufer. Der Stadtteil besteht aus bunt gemischten neuzeitlichen Bauten mit zwei bis vier Geschossen.

Bunt gemischt sind nicht nur Fassaden und Baustile, sondern auch das Angebot der Geschäfte im Erdgeschoss der Häuser: Bars, Restaurants, Juweliere, Fahrradverleih, Bäckereien, eine Apotheke, Klamottenläden und vieles mehr haben ihr Angebot in erster Linie auf Touristen ausgerichtet. Das Straßenbild ist nicht mehr ganz frisch, eher ein wenig schmuddelig.

Dann erreichen wir wieder den Fluss und die Puente de Sella. Auf der anderen Seite nehmen wir den Weg, über den wir auch gekommen waren.
Hier hat sich das Bild ein wenig verändert: Die Flut drückt in die Bucht und hat den Strand an einige Stellen verschwinden lassen. Dort plätschern jetzt sachte die Meereswellen an die Flutmauer

Die Flut kommt - Ribadesella
Die Flut kommt

Wir meinen, dass wir uns einen kleinen Feierabenddrink verdient haben, und lassen uns vor der kleinen Bar Chiringuito nieder. Wir werden schnell und freundlich bedient, genießen die kühlen Getränke, resümieren den Tag und lassen die Seele baumeln. Die Urlaubskasse müssen wir auch nicht allzu sehr belasten – die vier Getränke sind für unter 20 € zu haben.

Letzter Stopp am Punta Pozu und Abendstimmung

Bevor wir zum Wohnmobil zurückkehren, machen wir noch einen Abstecher zum Punta’l Pozu am westlichen Ende der Bucht von Ribadesella. Die Landspitze ist das Pendant zum Faro del paseo de la Guía, den wir vorhin besuchten.
Von dort haben wir nun noch eine ganz andere Perspektive auf die Bucht von Ribadesella.

Am Punta’l Pozu - Ribadesella
Am Punta’l Pozu

Die schweren Wolken, die nun über dem Küstengebirge hängen, stimmen uns ein wenig nachdenklich, was das Wetter in den kommenden Tagen angeht.
So kehren wir zum Wohnmobil zurück.

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Bis zum Einbruch der Dunkelheit sitzen wir noch draußen, gönnen uns eine Rotwein aus dem Rioja und nehmen ein spätes Abendmal mit frischen Baguette und Brotaufstrich den wir heute Mittag kreiert hatten.

Als es Dunkel ist und wir schon im Wohnmobil sitzen stellt sich trotz des großen noch freien Platzangebotes ein Wohnmobil keine zwei Meter neben uns.
Ich kann diese Art von „Kuschelcampern“ und deren Verhalten bis heute nicht verstehen.

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Praja Arnela – Serra da Capelada- Puerto de Vega https://www.mit-uns-entdecken.de/von-der-costa-da-morte-ueber-die-serra-da-capelada-nach-puerto-de-vega-ein-reisetag-entlang-galiciens-wilder-nordkueste/ Fri, 16 Jun 2023 23:12:13 +0000 https://www.mit-uns-entdecken.de/?p=29822 16.6.2023 Nach einem Ruhetag am Playa de Arnela starten wir bei bestem Wetter zu unserer Fahrt Richtung Serra da Capelada. Über grüne Hügellandschaften, vorbei an galicischen Hórreos und mit immer […]

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16.6.2023

Nach einem Ruhetag am Playa de Arnela starten wir bei bestem Wetter zu unserer Fahrt Richtung Serra da Capelada. Über grüne Hügellandschaften, vorbei an galicischen Hórreos und mit immer neuen Blicken aufs Meer geht es über Valdoviño und Cedeira bis zu den spektakulären Steilklippen der Nordküste – ein eindrucksvoller Reisetag entlang Galiciens wilder Atlantiklandschaft.

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Start am Playa de Arnela bei Pedra de Sal

Nach unserem Ruhetag, den wir gestern am Playa de Arnela bei Pedra de Sal verbrachten, brechen wir heute bei bestem Wetter gegen 12:00 Uhr auf. Als Ziel haben wir uns gesetzt, auf jeden Fall die Steilküsten der Serra de Capelada zu erreichen.

Bevor wir dorthin gelangen können, müssen wir jedoch zunächst den Inhalt unserer Kassettentoiletten entleeren und Trinkwasser tanken. Wir hoffen, auf der Strecke eine entsprechende Gelegenheit zu finden.

Um möglichst schnell voranzukommen, fahren wir zunächst einige Kilometer ins Landesinnere. Die hügelige Landschaft mit ihren Bauernhöfen und Dörfern steht in sattem Grün und ist durchaus schön anzusehen.

Hórreos – Typische Vorratsspeicher Galiciens

Auffällig sind die Hórreos, die auf vielen der Höfe stehen, an denen wir vorbeikommen. Diese Vorratsspeicher aus Granit oder Holz dienen der Aufbewahrung von Mais oder anderem Getreide. Oft stehen sie auf Stelzen ein gutes Stück über dem Boden oder sind anderweitig erhöht. Das dient dem Schutz vor Ratten und Mäusen, die unbedingt von dem wertvollen Lagergut ferngehalten werden müssen.

Die Firstspitzen der Giebel zieren häufig Kreuze oder andere Zierstücke. An die 30.000 Hórreos soll es in Galicien geben, und so sind sie durchaus ein typisches Symbol für diesen Landstrich.

AI-generierte Darstellung eines Hórreos
AI-generierte Darstellung eines Hórreos

Über A Coruña Richtung Ferrol

Nach knappen zehn Kilometern erreichen wir die Autostrada da Costa da Morte. Die mautpflichtige Autobahn bringt uns über zwei Mautstationen nach A Coruña. Dort verheddern wir uns ein wenig im Gewirr der Schnell- und Hochstraßen sowie der Über- und Unterführungen. Schließlich finden wir aber den Weg auf die AP-9, die Autoestrada do Atlántico, auf der es weiter in Richtung Ferrol geht.

Auf den Besuch des berühmten Torre de Hércules in A Coruña verzichten wir. Den hatten wir bereits bei unserer ersten Spanienreise auf dem Programm.

Die Fahrt in Richtung Ferrol gestaltet sich kurzweilig, führt die Trasse doch in weiten Schwüngen durch die interessante Küstenlandschaft und überquert dabei mehrere Meeresbuchten, die hier weit ins Land hineinreichen.

Entsorgungsstation in Valdoviño

Hinter Ferrol nehmen wir die AC-566, die uns auf schnurgerader Strecke nach Norden bringt.

In Valdoviño entdecken wir einen Hinweis auf eine Entsorgungsstation, die wir nicht auf dem Schirm hatten. Daher biegen wir im Ort am Kreisverkehr rechts ab. Dann geht es etwa 700 Meter die Straße bergan – und tatsächlich: oben am Hang finden wir einen kleinen neuen Stellplatz.

Um dort hinaufzugelangen, müssen wir eine recht steile Rampe bewältigen. Oben angekommen stehen bereits zwei Vans auf dem Vorplatz mit der Entsorgungsstation. Einer setzt zurück und macht uns den Platz vor der Schranke frei. Der andere steht direkt an der Entsorgungsstation, was uns jedoch nicht stört. Wir kommen problemlos an den Ausguss für die Toilettenkassette und können auch den Wasserschlauch nutzen.

Alles ist sauber und modern eingerichtet, inklusive Videoüberwachung und Toiletten. Vom Betreiber ist weit und breit nichts zu sehen. Die Ver- und Entsorgung kostet drei Euro, die wir in einem gelben Briefkasten am Nebengebäude hinterlegen.

Auf zwei Terrassen finden hinter den Schranken bis zu 30 Wohnmobile Platz. Die Fahrzeuge in der ersten Reihe genießen einen sensationellen Blick über Valdoviño bis weit hinaus aufs Meer.

Nachdem wir alles erledigt haben, geht es dank eingeschaltetem Hill-Holder problemlos die steile Rampe wieder hinunter.

Entlang der Küste nach Cedeira

Von Valdoviño bleiben wir auf der AC-556, die sich nun nicht mehr schnurgerade durch die Landschaft zieht. Ging es von Ferrol bis Valdoviño durch eine weite Ebene, wird die Landschaft nun wieder interessanter: Nahe dem Meer treffen wir erneut auf das galicische Küstengebirge, dessen Berge hier bis 260 Meter aufragen. Die Straße passt sich dieser lebendigen Topografie an und schlängelt sich um die Berge.

Wir umfahren den südlichen Teil der Ría de Cedeira und überqueren an deren Südseite den Río do Porto do Cabo, der bei Ebbe kaum mehr als ein Rinnsal in einer graubraunen Wattfläche ist. Dann ist Cedeira erreicht.

Die Serra da Capelada – Galiciens spektakuläre Steilküste

Hinter der Stadt beginnt eine der aufregendsten Landschaften an der Nordküste Spaniens. Rund 20 Kilometer lang und bis über 600 Meter hoch erstreckt sich die Serra da Capelada bis hinüber nach Cariño. Teile dieser Halbinsel zwischen der Ría de Cedeira und der Ría de Ortigueira kennen wir bereits und wissen, dass die höchsten Erhebungen dieses Gebirges direkt draußen an der Küste liegen.

Die Gesteine sind selten und uralt. Sie stammen aus dem Erdmantel in etwa 70 Kilometern Tiefe und wurden durch die Kollision tektonischer Platten vor rund 100 Millionen Jahren an die Oberfläche gedrückt. Eiszeiten sowie die Erosion von Wind und Wasser überformten die Landschaft später – ein Prozess, der bis heute anhält.

Punta da Candieira und erste Ausblicke

Von Cedeira fahren wir zunächst hinauf in die Berge. Unser Ziel ist die Punta da Candieira. Noch in Cedeira geht es steil bergan. Dann erreichen wir den für diese Gegend typischen Eukalyptuswald. Ab dort schlängelt sich die schmale Straße an der 240-Meter-Höhenlinie entlang.

Schließlich bricht der Wald auf, und wir haben die erwartete Aussicht über das Meer vor uns. In mehreren Serpentinen geht es nun etwa 150 Höhenmeter nach unten. Dort befindet sich eigentlich die Punta da Candieira. Da der Weg bis dorthin asphaltiert ist, hätte ich keine Bedenken weiterzufahren. Steffi ist angesichts der Erfahrungen auf dem Weg zum Praia de Vasca vor zwei Tagen jedoch strikt dagegen.

Also bleiben wir oben. Auf dem Gelände eines alten Steinbruchs, den sich längst die Natur zurückgeholt hat, gibt es eine ebene Terrasse, auf der wir gut parken können. Gleich daneben liegt der Miradoiro Punta Candieira, ein Aussichtspunkt mit beeindruckendem Panorama. Neben dem Blick über das Meer sehen wir weiter unten am Hang einen Verschlag aus Betonplatten, in dem die freilaufenden Pferde, die hier zur Landschaft gehören, Schutz vor Wind, Kälte und Regen finden. Zu unseren Füßen stehen Wilde Malve, Tausengüldenkraut und Glockenheide in voller Blüte.

  • Miradoiro Punta Candieira - Serra de Capelada
  • Miradoiro Punta Candieira - Serra de Capelada
  • Miradoiro Punta Candieira - Serra de Capelada
  • Miradoiro Punta Candieira - Serra de Capelada
  • Wilde Malve- Miradoiro Punta Candieira - Serra de Capelada
  • Wilde Malve- Miradoiro Punta Candieira - Serra de Capelada
  • Glockenheide - Miradoiro Punta Candieira - Serra de Capelada
  • Tausendgüldenkraut - Miradoiro Punta Candieira - Serra de Capelada

Auf dem Rückweg nach Cedeira entdecken wir an einer Lichtung noch einen besonders beeindruckenden Blick über die Costa de Morte nach Südwesten, der uns am Miradoiro Punta Candieira so nicht möglich war.

Costa de Morte
Costa de Morte

In Cedeira ist die Abfahrt hinunter in den Ort eine kleine Herausforderung, da uns auf der engen Straße mehrfach Gegenverkehr begegnet.

Miradoiro Santo André de Teixido

Von Cedeira halten wir uns nach Nordosten und erreichen bald den nächsten mit dem Auto erreichbaren Aussichtspunkt in der Serra da Capelada: den Miradoiro Santo André de Teixido. Wir befinden uns jetzt auf etwa 350 Metern Meereshöhe.

Rechts unter uns erkennen wir gut den alten Wallfahrtsort Santo André de Teixido mit seiner Wallfahrtskirche, dem wir 2018 bereits einen Besuch abgestattet haben. In Richtung Nordosten eröffnet sich der Blick auf eine grandiose Küstenlandschaft, über der mit 611 Metern Höhe der höchste Gipfel der Serra da Capelada mit dem berühmten Aussichtspunkt Vixía de Herbeira thront.

Das Meer ist heute recht ruhig, dennoch vermitteln die Wirbel rund um die Felsen unten im Wasser einen Eindruck davon, mit welcher Gewalt der Atlantik seit Jahrmillionen an dieser Küste nagt.

  • Miradoiro Santo André de Teixido - Serra de Capelada
  • Miradoiro Santo André de Teixido - Serra de Capelada
  • Santo André de Teixido - Serra de Capelada
  • Monte de Herbeia - Serra de Capelada

Vixía de Herbeira – An den höchsten Klippen Europas

Nach einem kurzen Aufenthalt verlassen wir den Miradoiro Santo André de Teixido um 15:15 Uhr und fahren weiter zur Vixía de Herbeira. Der Weg ist nicht weit, aber der Höhenunterschied beachtlich: Noch einmal geht es rund 250 Höhenmeter nach oben.

An der Straße unterhalb der Vixía de Herbeira befindet sich ein großzügiger Parkplatz. Von dort geht es ein Stück zu Fuß bergan, und wir stehen an einer der höchsten Klippen Europas.

Über 600 Meter geht es hier hinab. Die solitäre Lage der Vixía de Herbeira müsste eigentlich einen 360-Grad-Panoramablick ermöglichen – doch so ganz klappt das nicht. Denn oben auf dem Gipfel steht ein altes Haus, errichtet aus dem uralten Gestein, das das Gebirge hier hergibt.

Die Gratia de Herbeira

Es handelt sich um die „Garita da Herbeira“, eine kleine steinerne Wachhütte. Sie war Teil einer Kette von Wachposten entlang der galicischen Küste. Von diesem strategisch wichtigen Ort aus ließen sich weit draußen auf dem Meer Schiffe erkennen. So konnten Schmuggel oder mögliche Angriffe frühzeitig entdeckt werden. Außerdem ließen sich von hier oben Signale geben, die von den Häfen an der Ría de Ortigueira gesehen werden konnten.

Egal, wo man an der Vixía de Herbeira steht: Will man ein 360-Grad-Panorama aufnehmen, steht der alte Wachposten immer irgendwie im Weg.

Das tut dem Besuch dort oben jedoch keinen Abbruch. Beeindruckend sind die Ausblicke hinaus auf das Meer und entlang der über 600 Meter hohen Klippen allemal. Im Osten liegt unter uns Cariño, im Südwesten sehen wir Cedeira und dahinter weitere Abschnitte der zerklüfteten Küste.

Landeinwärts dominiert im Vordergrund ein Windpark mit 44 Windturbinen. Dahinter erheben sich am Horizont die Ausläufer des Kantabrischen Gebirges.

Die nachhaltige Energieproduktion erfolgt hier übrigens im Einklang mit einer extensiven landwirtschaftlichen Nutzung. Davon zeugen frische Hinterlassenschaften von Milchvieh auf den Grasmatten des Monte de Herbeira. Die Tiere selbst sind zunächst nicht zu sehen. Erst ein Blick über die Steinmauer am Aussichtspunkt offenbart, dass sie tagsüber die Ungestörtheit am steilen Abhang bevorzugen.

Wir verbringen etwa eine halbe Stunde an der Vixía de Herbeira, dann machen wir uns auf den Weg zum nordöstlichen Ende der Serra da Capelada, dem Cabo de Ortegal.

  • Vixia de Herbeira - Serra de Capelada
  • Auf den Klippen von Herbeira - Vixia de Herbeira - Serra de Capelada
  • Auf den Klippen von Herbeira - Vixia de Herbeira - Serra de
  • Gratia de Herbaira - Vixia de Herbeira - Serra de Capelada
  • Blick nach Cedeira - Vixia de Herbeira - Serra de Capelada
  • Blick nach Cariño - Vixia de Herbeira - Serra de Capelada
  • Das Meer nagt - Vixia de Herbeira - Serra de Capelada
  • Scheues Milchvieh - Vixia de Herbeira - Serra de Capelada
  • Milchvieh II - Vixia de Herbeira - Serra de Capelada
  • Windkraft - Vixia de Herbeira - Serra de Capelada
  • Windkraft - Vixia de Herbeira - Serra de Capelada

Über Weideland zum Cabo de Ortegal

Hierzu biegen wir von der DP-2205 auf die Estrada do Limo á Vacariza ab. Wenige Meter nach dem Abzweig warnt ein Straßenschild vor freilaufendem Vieh, und ein in die Straße eingelassener Eisenrost ist ein weiteres Zeichen dafür, dass das Land links und rechts als Weide genutzt wird.

Mehr Landwirtschaft wird hier auch nicht funktionieren: Das Gelände ist uneben, hier und da bricht Felsgestein hervor. Der Boden ist von einer Gras- und Strauchmatte bedeckt. Die vereinzelt stehenden Kiefern sind kaum größer als Gebüsch – zu rau sind die Bedingungen dort oben wohl.

Nach ein bis zwei Kilometern treffen wir auf eine Gruppe offenbar wild lebender Pferde. Ob es wirklich Wildpferde sind oder Nutztiere, die dort oben frei weiden dürfen, erschließt sich uns nicht. Wie dem auch sei: prächtig anzuschauen sind sie auf jeden Fall – vor allem, weil sich gerade zwei Hengste kabbeln, eine Szene, die wir leider nicht fotografieren konnten.

Ein Stück weiter erreichen wir an der Estrada do Limo á Vacariza den Miradoiro do Limo, von dem man einen guten Blick hinunter nach Cariño hat. Auch dort bleiben wir kurz und gönnen uns einen verspäteten Mittagsimbiss.

  • Blick auf Cariño - Miradorio de Limo - Serra de Capalada
  • Pferde an der Estrada do Limo á Vacariza - Serra de Capelada
  • Pferde an der Estrada do Limo á Vacariza

Dann führt die Straße durch einen lichten Mischwald in einigen Kehren hinunter, bis wir auf die gut ausgebaute Straße zum Cabo de Ortegal stoßen. Von dort aus ist die wichtige Landmarke mit dem bekannten Leuchtturm schnell erreicht.

Cabo de Ortegal – Wo die Biskaya beginnt

Geografisch ist das Cabo de Ortegal bedeutend, weil hier die Biskaya beginnt. Diese wegen ihrer Stürme berüchtigte riesige Meeresbucht endet an der bretonischen Pointe Penmarc’h im Nordwesten Frankreichs. Noch wissen wir nicht, dass die Küste der Biskaya bis weit in die Bretagne hinein zum Kompass unserer nächsten Reisetage werden wird.

Darüber hinaus ist das Cabo de Ortegal mit dem Faro de Cabo de Ortegal und der großen Aussichtsterrasse in 117 Metern Höhe über dem Meer einfach ein genialer Ort, wenn man die Rauheit von Meer und Küste erleben will – gerade auch, wenn man wie wir heute Glück mit dem Wetter hat. Denn als wir 2018 schon einmal hier waren, verschwand das Cabo de Ortegal mitsamt Umgebung in weißem, zähem Nebel.

So holen wir heute nach, was uns damals verwehrt blieb: Nachmittagssonne, Blick auf das Meer, hinunter auf die Klippen und die steil aufragenden Berge der Serra da Capelada hinter uns. Nur das Rauschen der Brandung ist das gleiche wie vor fünf Jahren.

  • Am Cabo de Ortegal - Serrra de Capalada
  • Am Cabo de Ortegal - Serrra de Capalada
  • Am Cabo de Ortegal - Serrra de Capalada
  • Am Cabo de Ortegal - Serrra de Capalada
  • Am Cabo de Ortegal - Serrra de Capalada
  • Am Cabo de Ortegal - Serrra de Capalada
  • Am Cabo de Ortegal - Serrra de Capalada
  • Am Cabo de Ortegal - Serrra de Capalada
  • Am Cabo de Ortegal - Serrra de Capalada

Es ist kurz nach 17:00 Uhr, als wir uns anschicken, dem Cabo de Ortegal Ade zu sagen. Wir überlegen, wie es für heute weitergehen soll.

Weiterfahrt nach Asturien

Wir entscheiden uns, heute noch ein längeres Stück zu fahren und uns mit einem Sonnenuntergang am Faro de antiguo San Augustín bei Navia zu belohnen. Auch diesen Platz kennen wir von unserer Reise 2018 – damals stand er in unserem Ranking der schönsten Stellplätze ganz oben.

Bis dorthin sind es rund 150 Kilometer, sodass wir gegen 19:30 Uhr ankommen sollten. Also fahren wir hinunter nach Cariño und durchqueren die kleine Hafenstadt an der Ría de Ortigueira, ohne sie näher in Augenschein zu nehmen. Hinter Cariño reicht die Bucht weit ins Land hinein, und wir müssen sie westlich und südlich umfahren. Auf den kleinen Straßen kommen wir nur langsam voran.

Südlich der Stadt Ortigueira stoßen wir auf die deutlich besser ausgebaute CG-1.3. Dort geht es flotter voran. Die teilweise dreispurig ausgebaute Strecke führt an zeitaufwendigen Ortsdurchfahrten vorbei bis nach Espasante, wo sich die AC-862 anschließt. Diese erspart uns zwar nicht alle Ortsdurchfahrten, dennoch kommen wir gut voran.

Nach weiteren 30 Kilometern erreichen wir Viveiro. Für einen Abstecher zum herrlich gelegenen Praia Xilloi, den wir 2018 besucht hatten, fehlt uns heute die Zeit. In Viveiro denken wir an die damalige Protestaktion der Einwohner und Hoteliers gegen Baumaßnahmen an der Fahrrinne des Hafens, die die Existenz des Playa de Covas gefährdeten. Was mag aus dieser Geschichte geworden sein?

Von Viveiro geht es nochmals rund 40 Kilometer über Land- und Nationalstraße, bis wir kurz vor 19:00 Uhr endlich die A-8, die Autopista del Cantábrico, erreichen. Diese bringt uns nun deutlich schneller in Richtung Osten.

Bei Ribadeo überqueren wir die Ría de Ribadeo o del Eo, die trichterförmige Mündung des Flusses Eo, lassen damit Galicien hinter uns und erreichen Asturien.

Enttäuschung am Cabo San Augustín und Ankunft in Puerto de Vega

Bei Navia verlassen wir die Autobahn und fahren hinaus zum Cabo San Augustín – nur um dort die Enttäuschung dieses langen Tages zu erleben. Ein Verbotsschild weist unmissverständlich darauf hin, dass das Übernachten mit dem Wohnmobil dort nicht mehr gestattet ist. Wir können es kaum glauben, aber es lässt sich nicht ändern.

Wir befragen Park4Night nach der nächstgelegenen Alternative, die uns im etwa 15 Kilometer entfernten Puerto de Vega angezeigt wird. Also nehmen wir auch noch diese – für heute hoffentlich letzte – Etappe in Angriff.

Wir fahren hinunter nach Navia. Von dort führt uns die NV-2 durch die hügelige Küstenlandschaft in die kleine Hafenstadt Puerto de Vega. Die Beschilderung im Ort leitet uns über die Calle del Muelle direkt am kleinen Hafenbecken entlang zu einem Parkplatz neben einer mächtigen Mole, die die Hafeneinfahrt gegen die Stürme der Biskaya schützt. Um 20:04 Uhr stellen wir den Motor ab.

Hier stehen bereits sechs Wohnmobile. Wir werden freundlich von einem Nachbarn im rheinischen Dialekt begrüßt. Für längere Konversation fehlt uns jedoch die Energie – nach den vielen Stunden Fahrt haben wir nun wirklich Hunger.

Abend in Puerto de Vega

Also machen wir schnell die Räder fertig. Wir wollen den kleinen Hafen erkunden und dabei im besten Fall auf ein gutes Restaurant stoßen.

Wir nehmen den Weg entlang des Hafenbeckens, über den wir gekommen sind. Es ist gerade Ebbe, und im vorderen Teil des Hafens liegen kleine Sportboote ohne Kabinen oder Kajüten.

Ein Stück weiter kommen wir an der Bar Chicote vorbei. Davor sitzt an einfachen Tischen eine Gruppe wetter- und arbeitsgegerbter Männer – vermutlich Fischer, deren Boote gleich nebenan liegen. Sie lassen den Tag wohl bei ein paar Bieren und einem kleinen Palaver ausklingen.

Gegenüber steht mit strahlend weißer Fassade und marineblauen Akzenten die alte Fischhalle von Puerto de Vega. Authentischer könnte dieser Ort kaum sein.

Am Ende des Hafenbeckens finden wir schließlich das Restaurante La Marina. Die Speisekarte im Aushang verspricht so manche maritime Leckerei – genau das Richtige für uns. Gerne hätten wir draußen gesessen, doch die drei Tische unter der Markise sind bereits besetzt. Also nehmen wir drinnen Platz und sind zunächst die einzigen Gäste.

Da wir heute Abend das Bergfest unserer Tour feiern, gönnen wir uns etwas Besonderes: Bier und Wasser gegen den Durst, Calamares mit Pommes als Vorspeise, Steinbutt und Entrecôte als Hauptgang, für Steffi zum Nachtisch ein Stück Mandel-Heidelbeer-Tarte mit Kaffee und für den weiteren Abend eine Flasche wunderbar fruchtigen Weißwein von den Rías Baixas, die wir erst vor wenigen Tagen besucht hatten.

Es ist ein wunderbarer Abend. Wir lassen den ersten Teil unserer Reise Revue passieren und sind uns sicher, dass wir für diese erste große Tour mit dem eigenen Wohnmobil die richtige Richtung eingeschlagen haben.

  • Puerto de Vega
  • Puerto de Vega
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Tagesausklang am Hafen

Gegen 22:30 Uhr verlassen wir das Restaurant und sind froh, wieder an der frischen Luft zu sein. Das Lokal hatte sich inzwischen bis auf den letzten Platz gefüllt, was nicht nur mit einem stetig wachsenden Geräuschpegel verbunden war – auch der Sauerstoffgehalt im Gastraum schien mit der Zeit deutlich abzunehmen.

Trotzdem können wir das Restaurante La Marina in Puerto de Vega uneingeschränkt weiterempfehlen.

Wir sind mit dem Tag und dem Abend zufrieden. Vorbei am Hafen, wo nun alles still zu sein scheint, fahren wir zurück zum Wohnmobil. Auf die Mole klettern wir nicht mehr – die Sonne dürfte vor etwa 20 Minuten in den Wellen der Biskaya untergegangen sein.

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Muxia – Praja Arnela https://www.mit-uns-entdecken.de/muxia-praja-arnela/ Wed, 14 Jun 2023 23:44:13 +0000 https://www.mit-uns-entdecken.de/?p=29819 14.06.2023Wohnmobilreise Galicien Atlantikküste: Auf dieser Etappe unserer Spanienreise geht es von Muxía über Laxe bis zum Playa Arenal bei Pedra do Sal. Wir berichten von der Fahrt entlang der galicischen […]

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14.06.2023
Wohnmobilreise Galicien Atlantikküste: Auf dieser Etappe unserer Spanienreise geht es von Muxía über Laxe bis zum Playa Arenal bei Pedra do Sal. Wir berichten von der Fahrt entlang der galicischen Küste, von Einkaufsmöglichkeiten unterwegs, abgelegenen Stränden, anspruchsvollen Zufahrten und einem traumhaften Stellplatz mit Blick auf den Atlantik. Der Reisebericht liefert praktische Eindrücke für Camper, zeigt Highlights der Costa da Morte und gibt Einblicke in das Reisen mit dem Wohnmobil durch Nordwestspanien.

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Begegnung am Morgen in Muxía: Dankeschön von Schweizer Campern

Nach dem Frühstück bekommen wir heute Besuch. Das Paar aus der Schweiz, dessen Wohnmobil von einem fahrerflüchtigen Spanier ein wenig demoliert wurde, klopft an unsere Tür. Sie bedanken sich mit einer Flasche Rotwein für unsere Aufmerksamkeit von gestern Nachmittag.

Wir hatten beobachtet, wie ihr Wohnmobil von einem ausparkenden Fahrzeug beschädigt wurde. Anschließend beging der Verursacher Fahrerflucht. Wir hatten das Kennzeichen des Übeltäters notiert und die beiden auf den Schaden aufmerksam gemacht.

Wir reden ein wenig über das Woher und Wohin und wünschen den beiden dann eine gute Weiterreise.

Abschied von Muxía und erste Etappe entlang der galicischen Küste

Auch für uns muss es weitergehen. Um 10:33 Uhr fahren wir ab. Zunächst müssen wir einkaufen. Wir müssen dringend unsere Vorräte an Mineralwasser und Brot ergänzen. Vorn in Muxía finden wir leider kein Lebensmittelgeschäft, bei dem wir parken könnten. Also geht es weiter in Richtung Ortsausgang.

Dort gibt es an einem Parkplatz eine Versorgungsstation für Wohnmobile. Wir nutzen die Gelegenheit und tanken Trinkwasser. Dann geht es auf die Strecke und wir verlassen das sympathische Muxía um 10:50 Uhr.

Auf der AC-440 wollen wir uns in Richtung Osten möglichst nah an der Küste halten. Zunächst geht es gut hundert Höhenmeter hinauf in das Küstengebirge, das die Landschaft hier prägt. Wir kommen durch Orte wie Os Muiños, Villar de Sobremonte oder Quintàns. Die Landschaft ist kurzweilig, die Orte beschaulich – nur ein Lebensmittelgeschäft ist nicht auszumachen.

Die Straße biegt nach Norden ab und führt uns hinunter nach Porto de Cereixo an der Ría do Porto, die als schmale Trichterbucht tief ins Land reicht. Doch auch hier können wir keine Einkaufsmöglichkeit finden.

Auf der Suche nach Lebensmitteln: von Camelle bis Laxe

Wir versuchen unser Glück in Richtung O Espírito Santo de Camelle. In dem kleinen, malerisch gelegenen Fischerort gibt es aber nur enge Straßen, einen Hafen und eine Bar – keine Einkaufsmöglichkeit. Also zurück nach Ponte do Porto.

Auf dem Weg dorthin gibt unser Fahrzeug das Zeichen, dass es nach AdBlue verlangt. Nun wollen wir nicht weiter umherirren und befragen unser Navi. Die Auskunft unserer elektronischen Helferlein lautet, dass es im 15 Kilometer entfernten Küstenort Laxe zwei Eroski-Märkte geben soll.

Der Weg dorthin führt weiter durch meist bewaldete Hügel des Küstengebirges, dann in einem weiten Bogen durch das Tal von Traba, einer breiten Flussniederung, die intensiv landwirtschaftlich genutzt wird und zum Meer hin mit der Lagune und dem Strand von Traba abschließt.

Kurze Zeit später erreichen wir Laxe. In der Avenida Cesáreo Pondal finden wir den kleinen Citymarkt, in dem wir alles finden, was wir für die nächsten Tage benötigen. Neben Wasser und Brot nehmen wir noch etwas Käse, eine dunkle Melone, ein paar frische Champignons und eine Packung Cerveza Estrella Galicia mit. Letzteres ist ein durchaus respektables Bier aus der Region.

Tanken, AdBlue und weiter Richtung Süden

Als wir Laxe gegen 12:20 Uhr verlassen, kommen wir an einer kleineren Tankstelle vorbei. Wunderbar – da können wir gleich das Problem mit dem AdBlue lösen. Außerdem lassen wir 75 Liter Diesel in unseren Tank fließen und sind mit den Verbrauchswerten der letzten Tage ganz zufrieden.

Seit León haben wir 780 Kilometer auf dem Tacho, sodass wir bei knapp unter 10 Litern auf 100 Kilometer liegen.

Um 12:30 Uhr geht es weiter. Die Sonne steht hoch und die Temperatur liegt bei etwa 20 °C. Wir beschließen, uns ein ruhiges Plätzchen an einem einsamen Strand zu suchen.

Abenteuerliche Anfahrt zum vermeindlichen Praia de Rebordelo

Mit einem Blick auf die Karte entscheiden wir uns für den Praia de Rebordelo bei Taboído. Das ist nicht allzu weit, doch der Weg dorthin ist mit einigen Hindernissen verbunden. Zunächst finden wir die Abfahrt zum Strand Taboído nicht und fahren weiter auf der Küstenstraße in der Hoffnung, eine Alternative zu finden. Auf den nächsten Kilometern bis A Traba ist dies jedoch ein hoffnungsloses Unterfangen. Die Küste ist hier dicht bebaut, lauschige Plätzchen am Wasser sind nicht auszumachen.

Wir entscheiden uns umzudrehen und nutzen für das Wendemanöver die Repsol-Tankstelle in der Calle Bergantiños in Traba. Vielleicht können wir die Abfahrt zum Praia de Rebordelo doch noch finden.

Wieder in Taboído angekommen, entdecken wir den Abzweig noch immer nicht. Von einer Kreuzung in der Ortsmitte zweigt jedoch eine Straße ab, die eigentlich in Richtung Strand führen müsste. Wir biegen rechts ab.

Die Straße führt hinauf in den am Hang gelegenen Teil von Taboído. Vorbei an den letzten Häusern schlängelt sich die Gasse, Mauern und Zäune begrenzen den Weg. Mehr als ein Kastenwagen sollte dort nicht entlangfahren.

Aus der Gasse wird ein schmaler asphaltierter Waldweg, der durch einen Forst mit Seekiefern und Papyrus führt. Noch immer geht es bergan bis auf 83 Meter über NN. Der Weg ist nun so eng, dass eine Begegnung mit Gegenverkehr nur schwer zu meistern wäre. Dann geht es tendenziell wieder bergab.

Die letzten 500 Meter vor dem Ziel werden jedoch zur Herausforderung: Auf dieser kurzen Strecke geht es noch einmal 55 Höhenmeter nach unten – sicher an die 15 % Gefälle. Der schmale Weg und die Erwartung eines eventuell entgegenkommenden Autos lassen uns recht unruhig werden. Der Parkplatz unten soll klein sein, und wenn er besetzt ist, kann man wohl nicht wenden. Dann müssten wir rückwärts den Berg wieder hinauf. Allein die Aussicht darauf, später wieder hinaufzukommen, finden wir noch schlimmer.

Praia das Vasca: Einsame Bucht statt geplantem Ziel

Unten angekommen müssen wir noch einigen Schlaglöchern ausweichen, stellen aber fest, dass sich der Weg auf jeden Fall gelohnt hat. Zwar ist dies nicht der Praia de Rebordelo, sondern der Praia das Vasca – aber das ist uns egal.

Die kleine Bucht mit feinem Sandstrand ist traumhaft gelegen, und wir sind ganz allein. Wir bleiben dort eine Weile, baden, liegen in der Sonne und genießen den Blick hinaus in die Bucht, auf die Berge und auf den Praia de Blarés gegenüber.

Zu lange wollen wir jedoch nicht bleiben. Dieser Ort ist auch in der von uns genutzten App Park4Night verzeichnet. Andere Camper berichten davon, dass dieser Platz gern von Einheimischen genutzt wird und später am Tag ein reges Kommen und Gehen angesagt ist.

Angesichts des steilen Anstiegs, der uns auf dem Rückweg auf schmalem Weg bevorsteht, wollen wir den „Kommenden“ lieber nicht begegnen. So brechen wir eine halbe Stunde später wieder auf.

  • Praia das Vasca
  • Praia das Vasca
  • Praia das Vasca

Ein wenig gespannt sind wir, wie sich unsere Effi am steilen Hang schlagen wird. Doch sie zieht uns ungerührt im zweiten Gang den Berg wieder hinauf. Wir sind froh, als wir oben angekommen sind.

Weiterfahrt nach Malpica de Bergantiños

Unten in Taboído wieder angekommen, biegen wir nach links ab und fahren die uns schon bekannte Strecke bis Ponteceso. Dort biegen wir falsch ab und landen erneut in Traba, wo wir wieder an der Repsol-Tankstelle in der Calle Bergantiños stehen. Sollte uns jemand vor einer Stunde hier schon bemerkt haben, wird er uns wohl als verhaltensauffällig einstufen.

Wir nehmen in Ponteceso nun die Straße nach Malpica de Bergantiños, das wir gegen 14:20 Uhr erreichen. Die Stadt draußen am Meer ist keine Schönheit und damit auch keine Adresse für uns, wenn es um einen Stellplatz für die nächsten zwei Nächte geht.

Morgen wollen wir einen Tag Pause einlegen – möglichst an einem schönen Platz am Meer. Also befragen wir Park4Night und finden dort den Platz am Praia de Arnela bei Pedra do Sal. „Sehr schöne Aussicht auf das Meer, Ruhe, kleiner Strand“ ist dort vermerkt.

Was wollen wir mehr? Und das Ganze liegt keine 50 Kilometer Fahrtstrecke von uns entfernt.

Über die AG-55 zum Praia de Arenal bei Pedra do Sal

Um möglichst schnell dorthin zu kommen, empfiehlt unser Navi, weiter ins Landesinnere zu fahren und dort ein Stück die mautpflichtige AG-55 zu nehmen.

Gesagt, getan. Also geht es auf der gut ausgebauten AC-418 flott voran. Bei Carballo fahren wir auf die AG-55, und die folgenden 44 Kilometer kosten uns 0,85 € Mautgebühr.

Um 15:00 Uhr erreichen wir A Imende und biegen kurz vor Pedra do Sal rechts in Richtung Strand ab. Die asphaltierte Strecke reicht nicht ganz bis an den Stellplatz, aber mit vorsichtiger Fahrweise kommt man auch auf den letzten 300 Metern gut ans Ziel.

Dieser Ort ist ganz wunderbar und genauso, wie in der Stellplatz-App beschrieben: „Sehr schöne Aussicht auf das Meer, Ruhe, kleiner Strand“.

Ankommen am Atlantik: Urlaub vom Urlaub

Wir sind glücklich und noch die einzigen Camper hier. Wir beziehen einen Platz am Wegesrand mit einmaliger Aussicht auf das Meer. Genau vor uns ragt ein felsiges Riff ins Wasser, das von den Wellen heute nur leicht gestreichelt wird. Davor eine Gras- und Staudenmatte, die bei näherem Hinsehen eine verblüffende Farbenpracht entfaltet – und dahinter das weite, weite Meer.

In unserem Fall der offene Atlantik, denn die Biscaya beginnt erst am Cabo Ortegal, etwa 80 Kilometer Luftlinie von uns in Richtung Ostnordost.

Wir läuten so etwas wie einen Urlaub vom Urlaub ein. Seit unserem Zwischenstopp in Montalivet vor 9 Tagen sind wir jeden Tag gefahren – an die 1.800 Kilometer insgesamt. Unterwegs gab es unzählige Erlebnisse, und es wird Zeit, dass wir uns einen Tag Ruhe gönnen.

Wir beginnen mit einem verspäteten Mittagessen mit Bratkartoffeln, die Steffi wie immer wohlschmeckend in der Pfanne zaubert. Steffi erkundet das Riff vor uns und geht später am Playa Arenal gleich nebenan baden. Ich halte die Stellung, schaue hinaus aufs Meer, lese einen Krimi aus der Reihe des dänischen Erfolgsautors Jussi Adler-Olsen rund um Kommissar Carl Mørck und sein schräges Team und treibe ein paar Fotostudien.

Später gesellt sich ein zweiter Camper zu uns, ein dritter – ein VW T4 mit Allradantrieb – hat das Privileg, sich weit oben in die Klippen zu stellen, ohne auf dem unwegsamen Terrain einen Achsbruch zu riskieren.

Den Abend mit einem sensationellen Sonnenuntergang genießen wir mit Käse, Oliven und der Flasche Rotwein, die uns die beiden Schweizer Camper heute Morgen überreicht hatten.

Übrigens können wir von unserem Standort beobachten, wie das Kreuzfahrtschiff Amarza Journey A Coruña verlässt – dasselbe Schiff, das wir vor drei Tagen vom Cabo Silleiro aus beobachten konnten, wie es in die Ría de Vigo einfuhr.

  • Am Playa Arenal
  • Am Playa Arenal
  • Am Playa Arenal
  • Am Playa Arenal
  • Am Playa Arenal
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  • Am Playa Arenal
  • Am Playa Arenal

Den nächsten Tag, den 16.06.2023 sind wir mal nicht auf Achse. Wir verbummeln den Tag einfach bei bestem Wetter an diesem genialen Ort.

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Cabo Silleiro – Muxia https://www.mit-uns-entdecken.de/cabo-silleiro-muxia/ Tue, 13 Jun 2023 23:44:13 +0000 https://www.mit-uns-entdecken.de/?p=29816 Eine unruhige Nacht am Faro de Cabo Silleiro, geprägt von Mücken, Meerblick und Morgendunst, bildet den Auftakt zu einem ereignisreichen Reisetag entlang der galicischen Küste. Zwischen Abschied von der Ría […]

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Eine unruhige Nacht am Faro de Cabo Silleiro, geprägt von Mücken, Meerblick und Morgendunst, bildet den Auftakt zu einem ereignisreichen Reisetag entlang der galicischen Küste. Zwischen Abschied von der Ría de Vigo, spontanen Routenentscheidungen und ersten Eindrücken von Baiona führt die Fahrt schließlich weiter nach Norden – vorbei an eindrucksvollen Landschaften, historischen Orten und hin zu einem Ziel voller Geschichte, Magie und Nachdenklichkeit: Muxía an der Costa da Morte.

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Unruhige Nacht am Faro de Cabo Silleiro

Die Nacht auf dem kleinen Parkplatz gleich neben dem Faro de Cabo Silleiro mit seiner tollen Aussicht hoch über dem Meer war alles andere als geruhsam. Die Mücken, die es gestern Abend ins Auto geschafft hatten und nicht unserem heldenhaften Abwehrkampf zum Opfer gefallen waren, haben uns in der Nacht tüchtig zugesetzt. Die Blutflecken an den Wänden und in den als Streitkeulen genutzten Handtüchern zeugen davon, dass die letzten überlebenden Exemplare vor ihrem Tod noch eine leckere Mahlzeit genossen hatten.

Diese Anstrengungen rechtfertigen ein etwas späteres Aufstehen als sonst. Beim Frühstück draußen genießen wir einen späten Morgen unter heiterem Himmel, der vom Meer bis zu uns hinüberreicht. Ein Blick landeinwärts den Berg hinauf zeigt jedoch dichte Wolken, die das Küstengebirge verhüllen.

Morgenstimmung über der Ría de Vigo

Draußen in der Bucht hat sich das Kreuzfahrtschiff Azamara Journey auf den Weg nach Vigo gemacht. Fischkutter und erste Segler scheinen über die noch recht kappelige See der Ría de Vigo zu hüpfen.

Um 11:00 Uhr brechen wir auf. Zuvor führen wir jedoch noch eine kleine Diskussion darüber, wie es mit unserer Reise weitergehen soll. Meine Priorität wäre es eigentlich, weiter nach Portugal zu fahren. Bis zur Grenze sind es nur noch wenige Kilometer. Steffi ist dagegen. Portugal stand nicht auf unserer ursprünglichen Planung, und sie fühlt sich so gar nicht vorbereitet auf dieses für uns neue Land.

Also entschließen wir uns, entlang der nordspanischen Küste den Rückweg anzutreten.

  • Aufbruchsstimmung am Cabo Silleiro
  • Meeresblick vom Faro de Cabo Silleiro
  • Ort des alten Faro de Cabo Silleiro

An der Miradorio de Carral

So verlassen wir den Faro de Cabo Silleiro mit dem Ziel Finisterre. Bevor wir diesen schönen Flecken Erde jedoch endgültig verlassen, biegen wir noch auf die Zufahrt zum eigentlichen Cabo de Silleiro ein. Unten am Wasser gibt es die Miradorio de Carral und einen Parkplatz und ein verlassenes Gebäude, der einst der Sockel für den früheren Leuchtturm, dem Faro Pequeno war. Dessen Nachfolger, 85 Höhenmeter über dieser Stelle, hat in der letzten Nacht über uns gewacht.

Aber auch ohne Turm hat man dort eine ganz wundervolle Aussicht auf den offenen Atlantik, die vorgelagerten Inseln Illa do Faro und Illa de San Martiño sowie auf die Ría de Vigo. Dort schiebt sich gerade ein Containerriese in Richtung Vigo, und in der Bucht haben sich einige Dutzend Segler zu einer Regatta formiert. Sie haben heute offenbar beste Bedingungen.

Mit diesen Bildern verlassen wir das Cabo de Silleiro und treten nach nun xx Reisetagen praktisch die Rückreise an.

  • Faro de Cabo Silleiro
  • Faro de Cabo Silleiro
  • Miradorio de Carral - Cabo Silleiro
  • Miradorio de Carral - Cabo Silleiro
  • Container auf dem Weg nach Vigo

An der Miradorio Rompeolas und die Jungfrau vom Felsen

Doch damit haben wir keine Eile. Nach nur drei Kilometern leisten wir uns erst einmal einen Abstecher in Richtung Baiona, der westlichsten Stadt am südlichen Ufer der Ría de Vigo. Noch bevor wir die Stadt erreichen, finden wir die Miradorio Rompeolas direkt am Wasser. Noch einmal genießen wir den Blick auf die Ría de Vigo. Die Boote der Segelregatta wenden um eine Boje und nehmen nun den Vorwindkurs in Angriff.

Über uns ragt ein markanter Berg auf: der Monte San Roque, rund 100 Meter hoch. Auf seinem Gipfel steht die Virxe da Rocha, die Jungfrau vom Felsen – eine 15 Meter hohe Steinstatue aus dem Jahr 1930. Sie stellt die Jungfrau Maria dar, die in der rechten Hand ein Boot hält. Das ist nicht nur ein Zeichen der Verbundenheit der Menschen hier mit dem Meer, sondern zugleich auch eine Aussichtsplattform, die man über eine Wendeltreppe im Inneren der Statue erreichen kann.

Die Idee zu dieser Statue geht auf Laureano Salgado Rodríguez zurück, der sein erstes Geld als Vertreter von Schiffsagenturen verdiente, die sich auf den Transport von Auswanderern nach Amerika spezialisiert hatten. Vielleicht inspirierten ihn die Statue of Liberty in New York oder er hatte bereits von der großen Christusstatue in Rio de Janeiro gehört, die ein Jahr später als die Virxe da Rocha fertiggestellt wurde.

Rechts von uns auf einer Landzunge die mächtige Fortaleza de Monte do Boi. Die unnahbare Festung ist heute ein Urlaubsparadies. Einige der Gebäude hinter der Mauer scheinen aus neuerer Zeit zu stammen. Sie gehören zu Parador Nacional de Baiona. Einem nationalen Touristenhotel aus der staatlich betriebene Hotelkette Paradores Nacionales Turismo, die für ihren Standorte historische Stätten in Spanien wählt um diese und die dort befindlichen Kunst- und Kulturgüter internationalen Gästen bekannt besser bekannt zu machen. Ein tolles Konzept wie ich finde.

Einst die Festung strategisch sehr bedeutend, da von dort aus die Verteidigung der gesamten Rias Baxias koordiniert wurde. Wie wehrhaft dieser Ort einst war, zeigt eine Episode aus dem Jahr 1589 als es dem sonst so erfolgsverwöhnten und berühmten englische Freibeuter Sir Francise Drake nich gelang diesen Ort zu erobern.

  • Fortaleza de Monte do Boi
  • Virxe da Rocha, die Jungfrau vom Felsen

Über die Ponte de Rande nach Norden

Wir verabschieden uns nun von der Ría de Vigo und machen uns auf den Weg vorbei an Vigo und dann weiter nach Norden. Um 11:50 Uhr geht es über die Ponte de Rande, die uns mit ihrer kühnen Konstruktion schon gestern in ihren Bann gezogen hatte.

Ponte de Rande
Ponte de Rande

Die Ría de Vigo mit ihrer fjordähnlichen Landschaft, auf der sich im satten Grün über der Küste Städtchen wie bunte Tupfer abheben, scheint uns eine sehr lebenswerte Gegend zu sein. Für uns aber geht es weiter nach Norden, zunächst über die Montes do Morrazo, die weit auf die westlich von uns gelegene Halbinsel Morrazo hinausreichen. Dazu gehört auch der Monte Castrove, den wir gestern als markante Landmarke von Illa de Ons bzw. A Illa de Arousa ausmachen konnten.

Pontevedra
Pontevedra

Hinter Pontevedra wird es flacher, aber die Strecke bleibt kurzweilig und abwechslungsreich. Zudem gilt es wieder, einen kleinen Wegezoll zu zahlen. An den zwei Mautstationen bei Figueirido und der Ausfahrt in Padrón werden insgesamt 8,50 € fällig. Zuvor mussten wir schon für die Nutzung der AG-57 bis nach Vigo 1,70 € von unserer Kreditkarte abbuchen lassen.

Kursänderung: Ziel Muxía an der Costa da Morte

Hinter Padrón kommen wir mangels Autobahn deutlich langsamer voran. Wir haben uns zwischenzeitlich überlegt, doch nicht nach Finisterre, dem heimlichen Endpunkt des Jakobsweges, zu fahren. Irgendwie fürchten wir dort einen Ort zu finden, der nicht mehr den Zauber hat, den wir bei unserem ersten Besuch erlebt haben.

Als alternatives Reiseziel für heute haben wir nun Muxía an der Costa da Morte auserkoren. Um dorthin zu gelangen, geht es auf der AC-646 nach Nordwesten hinaus an Spaniens Todesküste.

Ankunft in Muxía und Stellplatz am Santuario

Gegen 13:50 Uhr kommen wir dort an und drehen erst einmal eine Runde durch den Ort, die uns wieder an den Ortseingang zurückführt. Dort gibt es eine kleine, einfache Entsorgungsstation, die wir gerne nutzen. Dabei treffen wir auf ein junges Paar aus Worms, das mit einem selbst ausgebauten Caddy unterwegs ist. Wir wechseln ein paar Worte über das Woher und Wohin.

Danach geht es hinunter zum Stellplatz gleich neben dem Cruceiro do Santuario da Virxe da Barca, dem Wallfahrtsort des Heiligtums Unserer Lieben Frau vom Boot.

Magischer Ort am Atlantik

Am Faro da Barca
Am Faro da Barca

Dieser Ort hat ein wenig Magie, wie wir finden. Vor uns ein paar Felsen, die von der See umspült werden. Darauf der Faro da Barca. Wenn man seine geringe Höhe betrachtet, scheint er eher ein Leuchtfeuer als ein klassischer Leuchtturm zu sein.

Dennoch ist er nicht unwichtig. Bei Dunkelheit sendet er alle 15 Sekunden drei Lichtblitze bis zu 24 Seemeilen hinaus auf die gefährliche See. Nicht umsonst trägt dieser Küstenabschnitt zwischen Finisterre und Malpica den Namen Costa da Morte, die Todesküste. Unzählige Schiffe und Boote gingen hier im Laufe der Jahrhunderte verloren.

Hinter uns auf dem felsigen Hügel steht die Wallfahrtskirche Santuario de Nosa Señora da Barca. Insgesamt ist dies offenbar ein beliebter Ort. Der Wohnmobilstellplatz sowie der kleine Parkplatz nebenan sind gut besucht. Der Imbiss und die kleinen Souvenirbuden scheinen gute Geschäfte zu machen.

Begegnungen, Mittagessen und ein Vorfall

Wir genießen eine Weile die Szenerie. Steffi erklimmt für ein paar Bilder den Hügel und bringt schöne Ergebnisse mit zurück. Dann machen wir uns an ein verspätetes Mittagessen. Vor dem Auto haben wir Campingstühle und einen Tisch aufgestellt und genießen Kartoffelsalat und Buletten aus der Produktion von gestern Abend.

  • Faro da Barca
  • Santuario de Nosa Señora da Barca
  • Santuario de Nosa Señora da Barca - Glockenturm
  • Ohne Titel

Während wir essen, vernehmen wir ein hässliches Knirschen gleich hinter uns. Ein einheimischer Opel Movano kratzt beim Ausparken an einem Schweizer Wohnmobil entlang. Noch scheint der Schaden nicht groß zu sein, und wir gestikulieren heftig, dass er stoppen soll. Doch er bemerkt nicht, was gerade geschieht. Auch seine Mitfahrerin reagiert nicht. Als der Schaden angerichtet ist und er endlich aussteigt, beschimpft sie ihn ordentlich. Er betrachtet ungerührt den Schaden am Wohnmobil und tut so, als wäre nichts geschehen. Dann steigen beide ein und fahren davon. Eiskalte Fahrerflucht!

Mangels Stift und Zettel kratzen wir das Kennzeichen in den Sand neben unserem Tisch und notieren es zusätzlich im Handy. Von der Besatzung des Wohnmobils ist weit und breit nichts zu sehen.

Nach dem Essen ziehen wir uns für eine Ruhestunde ins Wohnmobil zurück.

Abend in Muxía und Camino del Norte

Gegen Abend machen wir die Räder fertig, um den Ort hinter uns mit seinen Gassen, Plätzen und dem Hafen zu erkunden. Bevor es losgeht, treffen wir auf die Besatzung des Wohnmobils, das der flüchtige Fahrer beschädigt hatte. Den beiden Schweizern war der Schaden noch gar nicht aufgefallen. Sie sind dankbar für den Hinweis und das Kennzeichen des Übeltäters. Auch wenn die Kratzer und die Delle nicht dramatisch aussehen, ist schnell ein Schaden von sicher über tausend Euro entstanden, auf dem sie sonst sitzen geblieben wären.

Dann geht es für uns auf den Rädern gute 500 Meter auf der Küstenstraße zurück nach Muxía. Dort angekommen biegen wir nach rechts in die engen Straßen der kleinen Stadt ein und erkunden die Rúa Real, in der es neben einigen Bars, einer Apotheke, einem Angelladen und einer Bankfiliale nichts Besonderes zu entdecken gibt.

Am Ende der Straße erreichen wir die Punta da Cruz, an der sich die südliche Hafenmole anschließt. Wir fahren hinaus auf die Molenspitze. Von dort hat man einen guten Blick auf die Uferfront von Muxía und hinaus auf die große Meeresbucht der Ría de Camariñas.

  • Porto de Muxia
  • Wegmarke am Camino de Norte
  • Avenida da Mariña - Muxia

Wegmarken, Portos de Galicia und Abendessen

Auf dem Weg zurück in die Stadt kommen wir an einer Wegmarke des Camino del Norte vorbei, der entlang der spanischen Nordküste nach Santiago de Compostela führt. Neben der Jakobsmuschel in den zwölf Europasternen, die für Vollkommenheit, Einheit, Harmonie und Ganzheit stehen, ist auf der kleinen Granitstele die Marke PK 1+090 vermerkt. Wir wissen nicht genau, was sie bedeutet – vielleicht die Entfernung zur nächsten Wegstation. Bis zum Cruceiro do Santuario da Virxe da Barca sollten es rund zwei Kilometer sein.

Interessant ist auch das wellenförmige, in weißen Beton gegossene Gebilde gleich hinter der Wegmarke. Es zeigt an, dass der Hafen von Muxía zu den Portos de Galicia gehört, einer staatlichen spanischen Behörde, die 128 Häfen in Galicien betreibt und unterhält.

Von dort sind es nur wenige hundert Meter bis zum zentralen Platz von Muxía. Hier kann man zwischen drei Restaurants und einer Bar wählen. Wir entscheiden uns für das Pedra d’Abalar. Der größte Vorzug scheinen die moderaten Preise zu sein. Das Menü kostet 14,50 €, ein Glas Bier oder Weißwein 2,50 € und ein Espresso 1,50 €. Allzu hohe kulinarische Erwartungen darf man dafür nicht haben, doch das Fischmenü mit gebackener Makrele und ein paar Gambas hat uns satt gemacht.

Wir essen draußen vor dem Restaurant und haben einen aufdringlichen Nachbarn: Eine große Möwe zeigt sich sehr interessiert an unseren Tellern und lässt sich nicht so leicht vertreiben. Im Gegenteil, als sie den Moment für günstig hält, startet sie sogar einen kleinen Luftangriff.

Erst als die Teller immer leerer werden, sinkt auch ihr Interesse und sie fliegt davon.

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Goldene Stunde am Santuario da Virxe da Barca

Nach dem Essen geht es zurück zum Wohnmobil und hinaus zum Leuchtturm und zur Kirche am Meer. Dort erleben wir im warmen Licht der untergehenden Sommersonne einen wundervollen Abend. Wir schauen hinaus aufs Meer, genießen die Sonne und den warmen Abendwind und informieren uns online noch ein wenig über diesen zauberhaften Ort.

  • Stellplatz am Faro da Barca - Muxia
  • Westportal - Santuario de Nosa Señora da Barca - Muxia
  • Santuario de Nosa Señora da Barca - Muxia
  • Blick über die Punta de Pel - Muxia
  • Santuario de Nosa Señora da Barca - Muxia

Oben auf dem Hügel steht ein recht modernes Denkmal: eine grob aus hellem Granit geschlagene Stele, die von einem gezackten Riss durchzogen ist und wie gespalten wirkt. Der Künstler Alberto Bañuelos schuf dieses Monument und gab ihm den Titel A Ferida (Die Wunde).

Es erinnert an eine der großen Umweltkatastrophen der jüngeren Vergangenheit. Am 13. November 2002 geriet der 243 Meter lange Tanker Prestige vor der Küste in Seenot, begann Öl zu verlieren und drohte zu kentern. In den folgenden Tagen unternahm man vieles, um das Schiff zu retten, verweigerte ihm jedoch das Einlaufen in einen sicheren Hafen, um Umweltschäden zu vermeiden. Stattdessen schleppte man den Havaristen hinaus aufs offene Meer.

Der bereits angeschlagene Schiffsrumpf konnte der tosenden See nicht standhalten. Das Schiff zerbrach auf offener See. Zwar konnte die Besatzung per Hubschrauber gerettet werden, doch rund 64.000 Tonnen Schweröl ergossen sich ins Meer und verschmutzten in den folgenden Wochen etwa 2.900 Kilometer spanischer und französischer Küste. Besonders schlimm traf es die Costa da Morte, an der auch Muxía liegt.

Man geht davon aus, dass etwa 115.000 Seevögel umkamen. Erst zehn Jahre später hatte sich die Natur weitgehend erholt. Langzeitfolgen, etwa geringere Bruterfolge bei Vogelarten wie der Krähenscharbe, hielten jedoch deutlich länger an. Der wirtschaftliche Gesamtschaden wurde von der spanischen Staatsanwaltschaft auf rund 4,3 Milliarden Euro geschätzt.

A Ferida - Muxia
A Ferida

Santuario de Nosa Señora da Barca und Tagesausklang

Die andere Sehenswürdigkeit hier ist deutlich älter: das Santuario de Nosa Señora da Barca, die Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau vom Boot. Der Legende nach kam der Apostel Jakobus mit seinen Missionsbemühungen in Galicien kaum voran und dachte daran, aufzugeben. In diesem Moment erschien ihm an der Küste ein steinernes Boot – mit der Jungfrau Maria als einziger Passagierin. Sie tröstete ihn und ermutigte ihn, sein Werk fortzusetzen. Aus diesem steinernen Boot sollen die Felsen entstanden sein, die heute nahe der Kirche aus dem Meer ragen.

Der Bau im weitgehend romanischen Stil aus dem frühen 18. Jahrhundert ist schlicht, aber schön anzusehen. Der Blick von der Terrasse vor der Westfassade hinaus auf das Meer ist einfach traumhaft – besonders jetzt, da sich die Sonne langsam dem Horizont nähert.

Wir gehen zurück zum Wohnmobil und erleben gemeinsam mit vielen anderen Besuchern das Finale dieser Goldenen Stunde.

  • Faro da Barca - Muxia
  • Faro da Barca - Muxia
  • Sonnenuntergang am Punta de Pel - Muxia
  • Sonnenuntergang am Punta de Pel - Muxia

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An den Rias de Baixas von Punta do Castro nach Cabo Silleiro https://www.mit-uns-entdecken.de/punta-do-castro-cabo-silleiro/ Mon, 12 Jun 2023 22:44:13 +0000 https://www.mit-uns-entdecken.de/?p=29808 12.6.2023 Heute geht des entlang den Rias de Baixas von von Punta do Castro nach Cabo Silleiro. Die wilde und teilweise dicht besiedelte Fjordlandschaft erinnert uns ein wenig an unsere […]

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12.6.2023 Heute geht des entlang den Rias de Baixas von von Punta do Castro nach Cabo Silleiro. Die wilde und teilweise dicht besiedelte Fjordlandschaft erinnert uns ein wenig an unsere Reisen nach Norwegen vor vielen Jahren.

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Eine kühle Nacht und ein unerwartetes Erwachen

Die Kühle des gestrigen Abends wurde wohl von einer Regenfront herangeschoben. Diese erreicht uns mitten in der Nacht. Ein leiser Regen streichelt zart unsere Ohren und unterbricht die Nachtruhe im Wohnmobil hin und wieder. Auch einige ruppige Böen pfeifen ums Auto. Gegen fünf Uhr kehrt wieder Ruhe ein, und wir können den Schlaf wieder in vollen Zügen genießen.

Gegen 7:30 Uhr weckt uns dann erneut Regen, der ans Auto prasselt – allerdings nur an den Hecktüren. Kurz darauf verstummt das Geräusch, nur um etwa 30 Sekunden später wieder aufzuflammen. Dieser Vorgang wiederholt sich ständig. Seltsam – was ist das nur? Nach zehn Minuten müssen wir der Sache auf den Grund gehen. Ich quäle mich aus dem Bett und schaue draußen nach. Das Rätsel ist schnell gelöst.

Das Rätsel der Rasensprenger

Bei der Umwandlung der alten Konservenfabrik in die heutige kleine Freizeitanlage mit Parkplatz hat man offenbar keine Kosten gescheut. Wie aus dem Nichts haben sich Rasensprenger aus ihren Versenkungen im Boden erhoben und verrichten ihr lebensspendendes Werk für den Rasen, die noch jungen Bäume und Hecken ringsum. Sinnvollerweise nutzt man hierzu die kühlen Morgenstunden, anstatt das teure Nass später am Tag den Strahlen der südeuropäischen Sonne preiszugeben.

Um den Geräuschpegel im Auto zu senken und den Wasserfontänen ihren vorbestimmten Weg freizugeben, parken wir kurz um und wählen einen Platz, der von den Wasserstrahlen nicht betroffen ist. Da das Rätsel nun gelöst ist und wir wissen, dass weder Gefahr noch Ungemach drohen, dösen wir noch ein wenig dem Vormittag entgegen. Ich nutze die Zeit, um die Ereignisse der letzten Tage zu notieren und die Tracks mit den zurückgelegten Strecken zu sichern.

Dann folgen Morgentoilette und Frühstück. Auch die allgemeine Wettersituation verbessert sich in dieser Zeit. Die Wolkendecke löst sich ein wenig und gibt einige Stücke azurblauen Himmel frei. Das ermutigt uns, diesen Ort noch ein wenig zu erkunden.

Mit dem Fahrrad durch die Dünen zur Illa Insua Primeira

Also machen wir die Räder fertig. Direkt durch die flachen Dünen führt ein Holzdamm nach Westen. Der ist auch mit den Rädern gut zu bewältigen. Kaum ein Mensch ist jetzt schon unterwegs. Die Bucht wird westlich von uns durch einen Damm und zwei Brücken geteilt, die hinaus zu einer kleinen Insel führen. Diese soll unser erstes Ziel sein.

Auf der Insua Primeira angekommen, finden wir uns gegen 10:30 Uhr auf einem Eiland wieder, das eigentlich nur eine Ansammlung von Felsen ist, die das Meer in Jahrtausenden rundgeschliffen hat. Weiter draußen im Meer liegen weitere Inseln dieser Art. Von unserem Standort aus haben wir einen wunderbaren Blick über den südlichen Teil der Baxía Arousa, der zweiten tief ins Land reichenden Trichterbucht dieser Gegend.

  • Insua Primeira
  • Insua Primeira
  • Insua Primeira
  • Monte Gaiás In der Ferne

Draußen im Wasser schwimmen große Körbe, in denen Miesmuscheln heranwachsen. Weiter hinten, im Dunst, liegt die gegenüberliegende Küste der Baxía Arousa mit vorgelagerten kleinen Inseln wie der Illa de Rúa, auf der wir mit dem Fernglas den gleichnamigen Leuchtturm ausmachen können. Manche Teile der Gewässer der Baxía Arousa sind als Meeresschutzgebiete ausgewiesen. Davon profitieren auch Meeressäuger wie Schweinswale und Delfine.

Die Illa de Cortegada und ihre vorgelagerten Gewässer gehören sogar zum Parque Nacional Marítimo-Terrestre das Illas Atlánticas de Galicia. Ganz hinten ragt der Monte Gaiás 613 Meter hoch über dem Meer auf. Seine Silhouette mit den gleichmäßig und sanft abfallenden Hängen lässt uns vermuten, dass dies wohl ein erloschener Schichtvulkan ist.

Neben der schönen Aussicht lädt ein kleiner Strand zwischen den Felsen der Insua Primeira zum Baden ein. Dazu ist es uns heute aber noch zu kühl. So brechen wir wieder auf, um den Hafen von Aguiño zu erkunden. Der liegt nur wenige Minuten mit dem Rad entfernt. Entlang des Praia do Robalo gelangen wir dorthin.

Praia do Robalo

Der Hafen von Aguiño – kein Schmuckstück, aber authentisch

Dort angekommen, erkennen wir, dass er kein Schmuckstück an Galiciens Küste ist. Geschützt vom Damm zur Insua Primeira, von dem wir gerade kommen, und zwei Molen, die weiter innen liegen, ist er vielmehr ein zweckmäßiger Hafen für die hiesigen Fischer. Nebenan befindet sich eine kleine Werft, deren ganzer Stolz ein alter Turmdrehkran ist, der den gesamten Ort überragt.

Es gibt nur wenige Liegeplätze für kleine Boote an zwei Stegen. Daher dümpelt eine ganze Menge Boote der Freizeitskipper, festgemacht an Bojen, draußen im Hafenbecken. Die wenigen Liegeplätze für größere Kutter an der Westmole sind offenbar den Fischern vorbehalten.

Auch die in vielen Küstenorten so belebte Hafenstraße führt hier eher ein bescheidenes Dasein. Eine Bar, ein Restaurant und ein kleiner Lebensmittelmarkt – das war’s. Auch ein Fischladen ist nicht auszumachen, auf den wir dort an der Küste ein wenig gehofft hatten. Immerhin hat man sich bemüht, mit ordentlich gestalteten Rasenflächen, Palmen und Gehwegen links und rechts der Straße dem Ort ein freundlicheres Erscheinungsbild zu geben.

Dazu gehört auch das Monumento O Mariñeiro. Es zeigt zwei Fischer, die in einer Nussschale von Boot ihrer schweren und gefährlichen Arbeit nachgehen. Gekleidet mit schwerem Ölzeug und einem Südwester auf dem Kopf hieven sie ein schweres Netz aus der rauen See.

Eine verfallene Muschelreinigungsfabrik und der Rückweg

Wir fahren noch ein Stück weiter, soweit es der Weg direkt an der Küste zulässt. Viel kommt allerdings nicht mehr – nur die Ruine der alten Muschelreinigungsfabrik von Aguiño. Sie erfüllte ihre Funktion, bis zu 7,2 Tonnen Muscheln am Tag von Sedimenten zu befreien, bis 1993. Damit war sie seinerzeit die größte Anlage dieser Art in Europa. Danach setzte der Verfall ein.

Teilen des Daches beraubt, siecht die Halle vor sich hin. Die gitterförmigen Fenster entbehren des Großteils ihrer Glasscheiben. Nur ein Street-Art-Künstler hat sich bemüht, mit einem Graffito ein wenig Leben an die traurige Fassade zu zaubern.

  • Ruine der alten Muschelreinigungsfabrik von Aguiño
  • Ruine der alten Muschelreinigungsfabrik von Aguiño
  • Ruine der alten Muschelreinigungsfabrik von Aguiño

Es geht nun auf 11:30 Uhr zu, und wir treten den Rückweg an. Außer der tollen Lage an der Baxía Arousa hat Aguiño nichts zu bieten, was uns hier noch einen Tag halten würde. Also treten wir den Rückweg zum Wohnmobil an. In der Hafenstraße statten wir dem kleinen Lebensmittelmarkt einen kurzen Besuch ab und nehmen Baguette, Brötchen, eine schwarze Wassermelone und ein paar Paprika mit.

Eine erfrischende Dusche an der Baxía Arousa

Kurz vor dem Wohnmobil entdecken wir eine Süßwasserdusche. Sie gehört zum Inventar des Badestrandes gleich nebenan. Die Gelegenheit lassen wir uns nicht entgehen. Wir vermeiden es nach Möglichkeit, die Dusche im Wohnmobil zu benutzen. Zwar ist sie für einen Kastenwagen überraschend groß, aber es ist immer ein wenig Räumerei erforderlich, um sie in Betrieb zu nehmen.

Außerdem wollen wir mit unserem neuen Schätzchen pfleglich umgehen. Dazu gehört auch, allzu hohe Luftfeuchtigkeit im Wohnmobil zu vermeiden. So springen wir kurz in die Fluten der Baxía Arousa, um uns danach unter die Dusche zu stellen und abzuseifen. Lange halten wir uns dabei nicht auf – die Wassertemperatur in der Bucht und die unter der Dusche laden keineswegs zu längerem Verweilen ein.

Anschließend nehmen wir uns noch ein wenig Zeit, auf der Bank nebenan Platz zu nehmen und das Panorama draußen in der Bucht zu genießen.

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Weiterfahrt entlang der Rías Baixas

Zurück am Auto verladen wir die Fahrräder und machen alles für die Weiterfahrt bereit. Gegen 12:50 Uhr starten wir schwungvoll, nur um ein paar Hundert Meter wieder zu halten. Mal wieder sind die Hecktüren nicht geschlossen. Und während Steffi nach hinten geht um das Malheur zu beseitigen entdecke ich schräg gegenüber die Bar de Praia. Die hat sicher schon bessere Zeiten gesehen. Diesen Eindruck macht zumindest die Fassade und das eingefallene Gebäude nebenan. 
Ich kann mit vorstellen, dass zu den Zeiten als die nun abgerissen alte Fischfabrik noch blühte, die Geschäfte dort noch besser gingen. Vielleicht kehrten dort die Angestellten ein, nachdem sie die Schicht hinter sich gebracht hatten. 

Zunächst nehmen wir nun die AC-305 und damit die Route entlang der nördlichen Küste der Baxía Arousa. Die Orte dort tragen klangvolle Namen wie Santa Uxía de Ribeira, Palmeira, A Pobra do Caramiñal, Escarabote und Boiro.

Die Gegend ist dicht besiedelt, und die Küstenorte scheinen ineinander überzugehen. Alle sind durchaus sehenswerter als Aguiño und auch deutlich mehr auf Tourismus eingestellt. Die Straße verläuft abwechslungsreich – mal direkt an der Küste, mal über kleine Hügel und vorbei an kleinen Häfen, die offenbar eher den Sportbooten eine sichere Bleibe bieten.

Kurz vor A Proba do Cramiñal macht der Himmel was wir schon seit unserer Abfahrt erwartet hatten. Die dicken Wolken senden einen Schauer von dem sich die Leute in A Proba do Cramiñal kaum beeindrucken lassen. Denn Sie wissen wie wechselhaft hier das Wetter ist. Und siehe da, so schnell wie der Regen kam, geht er auch wieder.

Am Praia Xardín in Boiro legen wir eine kleine Rast ein. Eine Plattform über dem Strand bietet eine sehenswerte Aussicht über die kleine Bucht von Boiro mit dem Cabo de Cruz und Aldea de Arriba gegenüber. Rechts von und die Waterkant von Perlato. Gegen 13:45 Uhr geht es weiter. Hinter Boiro führt unsere Route kaum noch am Wasser entlang. Wir wechseln auf die Autovía Barbanza, die auf einer flachen Brücke die breite Mündung der Ría de Arousa überquert.

  • Bar de Praia
  • Regen in A Proba do Cramiñal
  • A Angustoia an der Ria de Arousa
  • Ria de Arousa
  • Ria de Arousa
  • Zitronen hinter Gittern
  • Perlato
  • Altea de Arriba

Es geht vorbei an Rianxo und hinauf in die Wälder und Hügel hinter der Küste, wo Seekiefern und besonders Eukalyptusbäume dominieren. Bei Catoira verlassen wir die Autobahn wieder, um möglichst nah an der Küste der Baxía Arousa zu bleiben. Auf der AC-553 geht es hinunter zur Mündung des Río Ulla. Die Ponte de Catoira bringt uns auf die andere Seite. Rechts neben der Fahrbahn gibt es einen Steg für Fußgänger und Radfahrer, die dank eines durchgehenden Daches kühlen Schatten genießen.

Über Catoira und O Carril

Auf der anderen Seite erwartet uns die Stadt Catoira und dann ein Streckenabschnitt bis nach O Carril, den wir weniger attraktiv finden. Nur die hohe Brücke der Schnellbahnstrecke von Santiago nach Vigo, die Punta do Prado, die den nördlichsten Arm der Baxía Arousa überquert, ist ein gewisser Hingucker.

Gegen 14:30 Uhr erreichen wir O Carril. Wir halten am Ortseingang an der Alto de Rosa. Von der Wendeschleife aus hat man einen guten Blick hinüber auf die Illa de Cortegada. Sie ist unbewohnt und gehört, wie oben schon erwähnt, zum Nationalpark Islas Atlánticas de Galicia. Bei Ebbe kann man das Eiland übrigens über einen Gezeitendamm auch zu Fuß erreichen.

Wir überlegen, wie es für heute weitergehen soll. Angesichts der langen Etappen der letzten Tage beschließen wir, nicht weiter die Küsten der Rías Baixas abzufahren. Bis zu deren Ende am Cabo Silleiro liegen noch rund 140 Kilometer vor uns. Große Abschnitte davon führen durch dicht besiedelte und bergige Gegenden. Da wir heute aber nicht wieder den ganzen Tag im Auto sitzen wollen, beschließen wir, die Strecke möglichst stark abzukürzen.

Fahrt zum Cabo Silleiro

Wir fahren zur nächsten Anschlussstelle der Autoestrada do Atlántico, die wir um 14:40 Uhr erreichen. Damit sind wir nun auf der mautpflichtigen AP-9 nach Süden in Richtung Vigo unterwegs. Die Strecke ist interessant und kurzweilig, führt sie doch durch das schöne Hinterland der galicischen Küste.

Gegen 14:50 Uhr erreichen wir Pontevedra und damit auch das nordöstliche Ende der Ría de Pontevedra, der dritten der Trichterbuchten der Rías Baixas. Keine 15 Minuten später geht es dann über die beeindruckende Ponte de Rande über den Estreito de Rande, den letzten Ausläufer der Ría de Vigo, der letzten großen Trichterbucht hier an der Küste.

Auf der anderen Seite angekommen haben wir einen schönen Blick auf Palmás. Der malerisch gelegene Küstenort erstreckt sich vom Ufer der Ria de Vigo bis hoch in den Hügel über der Stadt. Vor dem Hafen liegen wieder viele künstliche Insel in denen leckere Meeresfrüchte heranreifen.

  • Ponte de Rande
  • Palmás

Damit haben wir auch den Großraum Vigo erreicht. Dort ist alles eng bebaut, und die Autobahn schlängelt sich in einem östlichen Bogen um die Stadt. Um die Anwohner nicht zu stören und dem Gelände gerecht zu werden, verschwindet die Autobahn an zwei Stellen in Tunneln unter der Erde. Wir wechseln auf die VG-20 und kurz danach auf die AG-57 und kommen so auf flotten Autobahnen bis kurz vor Baiona.

Dann verlassen wir die Autobahn, die uns übrigens an drei Stationen einen Wegezoll abverlangte – 12,40 Euro insgesamt. Für etwa 70 Kilometer auf der Autobahn ein stolzer Preis, wie wir finden.

Am Ziel: Der Faro und die Batería Militar de Cabo Silleiro

Nun ist es nicht mehr weit bis zu unserem Tagesziel, dem Cabo Silleiro. Als Platz für die Nacht haben wir uns den Parkplatz hoch oben am Faro de Cabo Silleiro ausgesucht. Natürlich verpassen wir, warum auch immer, die eigentlich gut ausgeschilderte Auffahrt am Kreisverkehr. Also fahren wir noch anderthalb Kilometer an der Küste entlang, bis wir eine Möglichkeit zum Wenden finden. Dann die gleiche Strecke zurück – diesmal machen wir es richtig.

Im Kreisverkehr geht es an der ersten Ausfahrt scharf rechts ab. Von dort führt eine Asphaltstrecke, mehr Pfad als Straße, hinauf zum Leuchtturm. Nach etwa 600 Metern bergauf haben wir den Leuchtturm und eine Höhe von 68 Metern über dem Meer erreicht. Was für ein wundervoller Ort. Es ist 15:42 Uhr.

Den Nachmittag verbringen wir bei toller Aussicht über das Meer und hinunter zum Cabo Silleiro mit Kochgeschäften. Zunächst kommen leckere Paprika vom Markt in León auf den Grill. Wir wollen die Haut abbrennen und die Pimientos dann in Olivenöl einlegen. Unser neuer Gasgrill, den wir erst zum zweiten Mal im Einsatz haben, meistert die Aufgabe bravourös. Die von der verbannte schwarzen Haut befreiten Paprikas marinieren wir mir feinsten Olivenöl. Das Ganze wird einer einer unseren bewähren Tupper-Dosen verstaut.

Auch die Süßkartoffeln, die wir ebenfalls auf dem Markt in León erstanden hatten, sollen verarbeitet werden. Die steckt Steffi kurzerhand in den Schnellkochtopf, den wir eigens für das Wohnmobil gekauft haben. Das Modell aus polnischer Produktion haben wir gewählt, weil es keine der üblichen Stielgriffe besitzt und so besser in die große Geschirrschublade passt. Grill und Topf sind eine ideale Kombination, um die Knollen schnell zu garen. Nach dem „Druck auf dem Kessel“ ist, drehen wir den Grill auf kleinste Flamme, und nach zehn Minuten ist die Sache erledigt – wohl auch, weil wir einen kleinen Windschutz gebastelt haben.

Nach dem Garen auf dem Grill gilt es in unserer Freiluftküche noch manches für heute Abend und die nächsten Tage zuzubereiten. So entstehen noch ein Kartoffelsalat und Buletten auf Vorrat aus dem dem Hackfleisch das in dem Aldi in Léon in unseren Einkaufskorb wanderte. Damit verbringen wir zwei weitere Stunden.

  • Faro de Cabo Silleiro
  • Aussicht am Faro de Cabo Silleiro
  • Aussicht am Faro de Cabo Silleiro
  • Grundmauern des alten Faro de Cabo Silleiro
  • Grundmauern des alten Faro de Cabo Silleiro
  • Illa de san Martiño und Illa de Monteagodo

Abendstimmung am Kap

Unser Standplatz, der am frühen Nachmittag noch recht einsam war, bekommt nun mehr und mehr Besucher. Meist sind es Einheimische, die mit ihren Autos hier hinaufkommen, um den herannahenden Abend über dem Meer zu genießen. Manche sind nach fünf Minuten wieder verschwunden, andere verweilen deutlich länger. Vielleicht ist auch eine Agave mit ihrer absurd hoch aufragenden Blüte direkt vor uns ein Grund, hier heraufzukommen.

Andere fahren noch weiter hinauf. Direkt über uns macht die Straße eine scharfe Kehre und führt hinauf zur Batería Militar de Cabo Silleiro. Die alte Artilleriestellung aus den 1940er-Jahren mit ihren fünf Geschützbunkern und den verfallenen Unterkünften ist heute ein Lost Place. Sie wurde Ende des letzten Jahrhunderts endgültig aufgegeben, ist aber heute ein Anziehungspunkt für Schaulustige und Geschichtsinteressierte.

Wir aber schauen weniger hinauf, sondern lieber hinaus aufs Meer. Aus Richtung Vigo kommend verlässt gerade das Kreuzfahrtschiff Silver Moon die Ría de Vigo. Bald wird sie nach Norden abdrehen, um entlang der spanischen Küste Kurs auf Bilbao zu nehmen – das können wir jedenfalls der Internetseite vesselfinder.com entnehmen.

Andere Schiffe liegen im Schutz der der Ría de Vigo vorgelagerten Inseln Illa de San Martiño mit dem Faro de Cíes und Illa de Monteagudo mit dem Faro do Caba de Bicos auf Reede und warten auf ihre Einfahrt nach Vigo.

Von unserem Standort aus wirken die beiden Inseln wie eine. Mit einem Blick durch den Feldstecher wird aber deutlich, dass es sich um zwei Eilande handelt, die aus unsere Blickrichtung hintereinander liegen. Davon wie gefährlich diese Gewässer für die Schifffahrt sind, zeugt der Farol da Agoeira auf einer Felsenkuppel die vor der Illa de San Martiño nur wenige Meter aus dem Wasser ragt.

So gibt es da draußen heute Abend manches zu beobachten. Dazu gehört auch das Spiel der Wolken am Himmel. Diese verdichten sich jedoch mehr und mehr und lassen leider keinen ungestörten Blick auf den Sonnenuntergang zu. Schade – vielleicht beim nächsten Mal.

Abendstimmung am Cabo Silleiro
Abendstimmung am Cabo Silleiro

Eine Nacht voller Summen

Als die Dämmerung einbricht beginnt der Leuchtturm seine Lichtblitze hinaus auf’s Meer zu schicken. In Rhythmus von 15 Sekunden sind es hier drei Blitze in weißem Licht. Zwei erfolgen kurz hintereinander und nach einer kurzen Pause kommt der Dritte. Und während wir beginnen diesem Takt zu folgen, starten Schwärme von Mücken eine erbarmungslose Angriffswelle auf uns. Wir flüchten ins Auto und müssen feststellen, dass die Invasion dieser unangenehmen Insekten schon weit in das Innere des Autos vorgedrungen ist. Also erst einmal alle Schotten dicht!

Denn wir lernen: Die Insektengitter an Türen und Fenstern bieten keinen verlässlichen Schutz vor den kleinen Quälgeistern. Während uns einige Exemplare piesacken, beginnen wir das Abwehrgefecht, das in einem kleinen Massaker ausartet. Alle erwischen wir jedoch nicht. So nerven uns während der Nacht die in hohen Tönen heransummenden Anfluggeräusche dieser Blutsauger, die es schaffen, uns im Schlaf den einen oder anderen Tropfen roten Lebenssaftes abzuringen. Keine schöne Nacht!

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Samos – Santiago de Compostella – Punta do Castro https://www.mit-uns-entdecken.de/samos-santiago-de-compostella-punta-do-castro-2/ Sun, 11 Jun 2023 21:11:00 +0000 https://www.mit-uns-entdecken.de/?p=34807 11.06.2023Santiago de Compostela und später die Atlantikküste sind heute unser Ziel. Frühstück am Río Sarria in Samos Heute Morgen stehen wir unter den schattigen Bäumen am Río Sarria in Samos, […]

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11.06.2023
Santiago de Compostela und später die Atlantikküste sind heute unser Ziel.

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Frühstück am Río Sarria in Samos

Heute Morgen stehen wir unter den schattigen Bäumen am Río Sarria in Samos, einem Ort östlich von Lugo. Er liegt in der Landschaft Sierra de Oribo und direkt an einer Variante des Jakobswegs, die von Triacastela kommend zum hiesigen Benediktinerkloster und weiter nach Sarria führt.

Der schattige Platz direkt am Fluss verleitet uns zu einem langen Frühstück draußen vor dem Womo. So kommen wir bei bestem Wetter erst gegen 10:40 Uhr vom Platz. Das Hotel A Veiga am Ortsausgang zeugt davon, dass der kleine Ort mit seinem großen Kloster ein beliebtes Reise- und Pilgerziel ist.

  • Rio Sarria in Samos
  • Stellplatz in Samos

Durch das Tal des Río Sarria Richtung Sarria

Auf der LU-633 geht es einige Kilometer durch das malerische Tal des Río Sarria. Auch einige Pilger mit schweren Rucksäcken, Laufstöcken oder Pilgerstäben und breiten Sonnenhüten sind schon auf dem Weg nach Santiago de Compostela unterwegs. Sie nutzen den schmalen Pfad, der auf diesem Abschnitt immer wieder von der rechten auf die linke Straßenseite wechselt. In dichter Folge weisen Schilderkombinationen – aus dem Zeichen für „Achtung Fußgänger“, einer stilisierten gelben Jakobsmuschel auf blauem Grund und dem blauen Schriftzug Camino de Santiago auf gelbem Grund – auf die Pilger hin und mahnen Autofahrer zur Vorsicht.

Am Camino de Santiago
Am Camino de Santiago

Nach etwas mehr als zwei Kilometern verlässt uns der Río Sarria und vollzieht nördlich von uns eine große Schleife. Für uns geht es einige Dutzend Höhenmeter hinauf. Oben angekommen erstreckt sich eine kleine Hochfläche, die vorwiegend als Wiesen- und Weidefläche genutzt wird. Der erste Grasschnitt des Jahres liegt in langen Reihen zum Trocknen – unter einer Sonne, die gerade beginnt, ihre Kraft zu entwickeln.

Dann geht es wieder hinunter zum Río Sarria. Unten angekommen überquert die Straße den Fluss, der nun nach Süden mäandert, um nach einer weiteren Wendung nach Norden auf Sarria zuzufließen. Die Straße allerdings nimmt den direkten Weg dorthin.

Sarria: Startpunkt vieler Pilger

Als wir die Stadt am Río Sarria erreichen, haben wir bei der Durchfahrt nicht gerade den Eindruck, in einem Kleinod am Jakobsweg gelandet zu sein. Moderne, seelenlose Häuser ragen bis zu sechs Geschossen hoch auf und bilden fast so etwas wie eine Straßenschlucht.

Allerdings gibt es auch das historische Sarria unterhalb einer alten Festung. Dort führt der Jakobsweg durch die enge, von alten Häusern gesäumte Rúa Maior mit ihren zahlreichen Pilgerherbergen. Außerdem ist Sarria für Pilger ein besonderer Schlüsselort: Es gilt die Regel, dass derjenige als anerkannter Pilger zu Santiago zählt, der die letzten 100 Kilometer nach Santiago zu Fuß oder die letzten 200 Kilometer mit dem Fahrrad oder dem Pferd zurückgelegt hat. Da Sarria gut mit dem Zug von Madrid aus zu erreichen ist, ist die Stadt ein sehr beliebter Startpunkt für Pilger, die ihre „Pflichtkilometer“ in wenigen Tagen absolvieren wollen.

Von Sarria nach Portomarín: Hochebene, Wälder und Stausee

Wir verlassen Sarria in westlicher Richtung. Auf der gut ausgebauten LU-633 kommen wir nun flott voran. Auf die Pilger müssen wir dort zunächst keine Rücksicht nehmen – deren Route verläuft erst einmal einige Kilometer südlich von uns. Es geht sanft etwa 150 Höhenmeter hinauf. Oben, auf 612 Metern, kreuzt der Jakobsweg die Straße und verläuft bis zum Río Miño nun rechts von uns.

Wir haben nun eine wellige Hochebene erreicht. Die Straße schlängelt sich durch Wiesen, kleine Ackerstücke und Wälder, die – jetzt Mitte Juni – noch in sattem Grün stehen. Wir kommen durch das wenig beschauliche Paradela, dem ein recht schöner Streckenabschnitt hinunter zum Río Loio und zum Río Miño folgt.

  • Stausee von Belesar
  • Stausee von Belesar
  • Stausee von Belesar
  • Stausee von Belesar

Unten angekommen stehen wir nicht am Ufer eines munter dahinfließenden Gebirgsflusses, sondern am Stausee von Belesar. Die Anlage bändigt – als erste und größte von fünf Stauanlagen am Río Miño – die früheren Hochwasser des Flusses und dient außerdem der Stromerzeugung. Ob die Turbinen an der rund 32 Kilometer flussabwärts gelegenen Staumauer aus dem Jahr 1963 angesichts des niedrigen Wasserstands auf vollen Touren laufen, ist fraglich.

Nach einer kurzen Pause geht es für uns weiter. Die Ponte de Portomarín trägt uns über den Stausee ans andere Ufer. So fahren wir direkt auf den gleichnamigen Ort zu, der sich auf einem Hügel über dem Stausee erhebt.

Ponte de Portomarín

Portomarín: Umgesetzte Kirchen und ein Ort mit Geschichte

Dass uns die Häuser am Hang recht neuzeitlich vorkommen, hat einen einfachen Grund: Das alte Portomarín ging bei der Flutung des Stausees in dessen Wassern unter. Das neue Portomarín wurde oben auf dem Monte do Cristo errichtet. Nur Weniges aus der alten Zeit fand den Weg hinauf. Umgesetzt wurden die Kirchen San Nicolás und San Pedro, der Palast des Grafen Maza aus dem 16. Jahrhundert sowie ein Bogen der mittelalterlichen Brücke von Portomarín. Letzteren unterqueren wir am Kreisverkehr gleich am anderen Ufer.

  • Porto Marin
  • Treppe auf den Bogen der mittelalterlichen Brücke

Mit uns war übrigens wieder so mancher Pilger auf der Brücke: Hier sind die LU-633 und der Pilgerweg wieder eins.

Über Guntín nach Santiago: N-547 und A-54

Während die meisten Pilger die Treppe hinauf zum historischen Brückenbogen erklimmen, um in den Ort zu gelangen, biegen wir links ab, um unserem heutigen ersten Etappenziel näherzukommen. Mit denen, die Portomarín schon wieder verlassen haben, müssen wir uns den nächsten Kilometer der Straße teilen. Also gilt: noch vorsichtiger fahren als sonst und Rücksicht nehmen.

Dann ist die N-540 erreicht. Sie bringt uns einige Kilometer nach Norden, weg vom Jakobsweg. Bei Guntín biegen wir nach Westen auf den N-547 ab. Was folgt, ist eine wenig aufregende Landschaft und Städtchen wie Palas de Rei, Melide oder Arzúa, bei deren Durchfahrt uns nicht der Wunsch überkommt, dort länger verweilen zu wollen.

Palas de Rei

Gegen 12:50 Uhr geht es dann auf die Autovía Santiago – Lugo, die A-54. Sie bringt uns direkt an den Stadtrand von Santiago de Compostela, den wir kurz nach 13:00 Uhr erreichen.

Ankunft in Santiago de Compostela: Parkplatzsuche und Radtour in die Altstadt

Wie schon bei unserem ersten Besuch dort im Jahr 2018 gestaltet sich die Parkplatzsuche als kleine Herausforderung. Mit der für uns inzwischen unentbehrlichen App Park4Night können wir unseren Camper aber gegen 13:30 Uhr an einem schattigen Platz in der Rúa de José María Suárez Núñez abstellen. Von hier ist es mit dem Rad nicht weit zur Catedral de Santiago de Compostela und zum Praza do Obradoiro – dorthin, wo Sehnsüchte und Wünsche, Erwartungen und Ängste, Gedanken und … an einem Punkt kumulieren. Dort wollen wir hin.

Durch die Altstadt zur Kathedrale

Schnell sind die Räder vom Träger genommen, Kamera und Portemonnaie eingepackt – und dann wird in die Pedale getreten. Das geht die ersten anderthalb Kilometer recht gut. Dann erreichen wir die Porta Faxeira und die Rúa do Vilar, also die historische Kernstadt von Santiago. Die finden nicht nur wir interessant: Viele Touristen fluten die enge Straße. Da uns kein Verkehrszeichen die Einfahrt mit dem Fahrrad verbietet, rollen wir im Schritttempo weiter und erreichen gegen 14:15 Uhr die Catedral de Santiago de Compostela.

Rúa do Vilar, Santiago de Compostela

Diesmal können wir sie über die große Freitreppe unter der Fachada de Platerías betreten. Dieser Teil der Fassade ist der älteste an der Kathedrale, romanisch geprägt, und stammt aus dem 12. Jahrhundert.

In der Kathedrale: Vierung, Altar und Botafumeiro

Das Innere der Kathedrale erleben wir nicht wesentlich anders als im Jahr 2018 – nur, dass diesmal das Baugerüst, das seinerzeit unter der Vierungskuppel hing, verschwunden ist und wir nun das komplette Raumerlebnis der großartigen Vierung genießen können. Auch der Blick auf den Hauptaltar ist nicht mehr gestört.

Allerdings können wir diesmal nicht an die Reliquien des Heiligen Jakob herantreten; der Umgang dorthin ist gesperrt. Trotzdem bleibt viel zu entdecken: der Hauptaltar in seiner vollen Pracht, die Orgel mit ihren mächtigen Posaunen, die weit in das Mittelschiff ragen, das Botafumeiro – die gewaltige Weihrauch-Laterne, die an besonderen Feiertagen an einem langen Seil durch die Kirche pendelt –, das mächtige Langhaus und natürlich die Stimmung hier. Sie schwankt zwischen touristischer Neugier und Pilgern aus aller Welt – und der Demut der Gläubigen, die den Weg von nah und fern hierher fanden.

  • Mittelschiff - Kathedrale Santiago de Compostela
  • Hauptaltar - Kathedrale Santiago de Compostela
  • Hauptaltar - Kathedrale Santiago de Compostela
  • Heiliger Jakobus - Kathedrale Santiago de Compostela
  • Figurengruppe Baldachin - Kathedrale Santiago de Compostela
  • Engel trägt den Baldachin - Kathedrale Santiago de Compostela
  • Orgeltrompeten - Kathedrale Santiago de Compostela
  • Vierungskuppel - Kathedrale Santiago de Compostela
  • Pendelseil der Botafumeiro - Kathedrale Santiago de Compostela
  • Botafumeiro - Kathedrale Santiago de Compostela

Wir genießen das Geschehen eine Weile und verlassen die Kathedrale nicht, ohne dass Steffi dem Museumsshop vorher einen Besuch abgestattet hat. Dann geht es hinüber zum Praza do Obradoiro.

Praza do Obradoiro: Ankommen, Feiern, Abschiednehmen

Auf dem großen Platz zwischen der Universität von Santiago, dem Pazo de Raxoi, dem berühmten Hotel Parador im ehemaligen königlichen Palast und der gewaltigen Westfassade der Kathedrale feiern Gruppen von Pilgern ihre Ankunft in Santiago – und damit das Ende ihres Weges zum Heiligen Jakob. Nur wenige werden noch bis nach Finisterre, dem „Ende der Welt“ weit draußen an der Atlantikküste, weiterziehen.

Egal, aus welcher Richtung sie kamen: aus Westen über die Pyrenäen auf dem berühmten Camino Francés oder dem weniger bekannten Camino del Norte an der Küste der Biskaya entlang, aus dem Süden durch die Mitte Portugals auf dem Camino Portugués, von Sevilla auf der Vía de la Plata oder aus Südosten quer durch Spanien auf dem Camino de Levante. Für die Ankömmlinge aus aller Herren Länder ist dies hier sicher der Höhepunkt der Reise – den sie mit einem großen Happening begehen.

Es wird gesungen, umarmt, fotografiert, manche tanzen ein wenig, Wasserflaschen werden ein letztes Mal geleert, Sonnenhüte und Kopfbedeckungen aller Art in die Höhe geworfen. Andere haben die schweren Wanderschuhe abgelegt und genießen es, barfuß auf dem Praza do Obradoiro zu stehen. Wieder andere sind in sich versunken und scheinen innerlich über dem Platz zu schweben. Manche auf dem Weg geschlossene Freundschaft wird die nun anstehende Trennung der Wanderer überdauern.

  • Plaza das Praterias - Santiago de Compostela
  • Praza do Obradoiro  - Santiago de Compostela
  • Praza do Obradoiro  - Santiago de Compostela
  • Praza do Obradoiro  - Santiago de Compostela
  • Praza do Obradoiro  - Santiago de Compostela

Wir bedauern ein wenig, dass wir uns dieser Herausforderung nicht gestellt haben. Zunächst war es die fehlende Reisefreiheit in der DDR, später haben wir uns – auch aus wirtschaftlichen Gründen – zu sehr auf unsere beruflichen Verpflichtungen konzentriert. So nehmen wir ein wenig wehmütig Abschied von diesem wunderbaren Ort.

Rückweg durch die Rúa de Franco: Menschenmassen und Schieben statt Fahren

Für den Rückweg zum Wohnmobil nehmen wir die Route über die Rúa de Franco. Auf dem Fahrrad haben wir dort keine Chance. Tausende scheinen unterwegs zu sein und füllen die enge Straße fast vollständig aus. Also gilt es für uns zu schieben.

Es geht vorbei an Restaurants und Herbergen, an Souvenirgeschäften, die auch manche spirituelle Devotionalien anbieten, an Galerien, Kunsthandwerksgeschäften und anderen Gewerben, die sich komplett auf Touristen und Pilger eingestellt haben.

Rúa de Franco - Santiago de Compostela

Hinter der Rúa de Franco können wir wieder aufsatteln und sind recht schnell zurück am Wohnmobil. Die „Effi“ steht unversehrt am gleichen Ort wie vor zwei Stunden. Wir sind wie immer ein wenig erleichtert, dass in der Zeit unserer Abwesenheit nichts passiert ist – liest man doch hier und dort von Einbrüchen und Diebstählen.

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Weiter Richtung Küste: Von Santiago nach Noia

Gegen 16:30 Uhr starten wir in Santiago mit dem Ziel, ans Meer hinauszufahren. Wohin genau? Das wird sich ergeben. Wir nehmen die AC-543 nach Noia. Von dort aus wollen wir versuchen, an der Küste einen möglichst malerischen Platz für die Nacht am Meer zu finden.

Die rund 40 Kilometer bis zur Küste verlaufen recht ereignislos. Zunächst geht es durch moderne Städtchen im Speckgürtel von Santiago wie Bertamiráns oder O Milladoiro. Dann wird die Landschaft noch recht schön und abwechslungsreich.

Noia und die Ría de Muros e Noia: Auftakt der Rías Baixas

In Noia angekommen überqueren wir die Ponte do Campo das Rodas und damit den Río Traba und den Río Tállara, die hier in Noia zusammenfließen, um sich dann gemeinsam in die Ría de Muros e Noia zu ergießen. Sie ist für uns die erste der Rías Baixas an der Westküste Galiciens.

Diese schmalen, tief ins Land reichenden Meeresbuchten sind nach der Eiszeit aus überfluteten Flusstälern entstanden und prägen die Küstenlandschaft von hier bis fast an die portugiesische Grenze – eine Gegend, die wir morgen erkunden wollen. Zunächst gilt es jedoch, einen Stellplatz für die kommende Nacht zu finden. Hierzu haben wir uns die Gegend um Aguiño ausgesucht. Das Küstenstädtchen liegt an der südlichen Spitze der Halbinsel Barbanza, die die Ría de Muros e Noia von ihrer südlichen Nachbarin, der Ría de Arousa, trennt.

Von Noia nach Aguiño: Dörfer, Küstenblicke und die Halbinsel Barbanza

Hinter Noia führt die Straße mehr oder weniger nah an der Küste entlang. Die Gegend ist eng besiedelt. Auf den nächsten 15 Kilometern bis nach O Porto do Son reiht sich Ortschaft an Ortschaft. Sie liegen meist, wie etwa Borio, etwas erhöht über dem Meer und scheinen bislang von Massentourismus verschont geblieben zu sein. Die Straße gibt nur hier und dort einen Blick auf das heute stahlblaue Meer frei.

Borio
Borio

Das geht so bis Porto do Son, von wo wir einige Kilometer etwas näher ans Meer kommen. Dann führt uns die AC-550 ins Innere der Halbinsel Barbanza.

Stellplatzsuche bei Punta do Falcoeiro: Erst Enttäuschung, dann Glück am Praia do Castro

In Aguiño angekommen biegen wir zunächst nach rechts in Richtung Punta do Falcoeiro, der eigentlichen Südspitze der Halbinsel. Dort wies die App Park4Night seinerzeit zwei Standorte aus, die uns interessant erschienen. Vor Ort erweisen sich beide Locations als Enttäuschung: Sie liegen links und rechts der Factoría López Soto – offenbar eine Fischfabrik, die ihre Vorgänger weiter unten in der Stadt abgelöst hat.

Also zurück nach Aguiño. Dort finden wir direkt an der Küste an der Punta do Castro und neben dem Praia do Castro einen kleinen Parkplatz direkt am Meer, der auch für unseren Camper geeignet ist. Wir haben einen wunderbaren Blick auf das Meer, kleine Inseln und die Ufer auf der anderen Seite der Ría de Arousa. Muschelkörbe liegen draußen vor der Küste.

Abend am Meer: Área deportiva de Castro Castiñeiras und ein Ort im Wandel

  • Área deportiva de Castro Castiñeiras
  • Área deportiva de Castro Castiñeiras
  • Área deportiva de Castro Castiñeiras
  • Área deportiva de Castro Castiñeiras
  • Área deportiva de Castro Castiñeiras
  • Área deportiva de Castro Castiñeiras
  • Área deportiva de Castro Castiñeiras
  • Área deportiva de Castro Castiñeiras

Dort, wo wir stehen, sieht alles recht neu aus. Der Parkplatz wurde offenbar vor nicht allzu langer Zeit neu angelegt. Bäume und Hecken im Umfeld scheinen ebenfalls erst vor Kurzem angepflanzt worden zu sein. Der Weg hinunter zum Wasser ist neu – genauso wie die Sitzgelegenheiten am Wegesrand. Nur die Ruine eines alten Hauses und eine breite Rampe, die ins Wasser führt, wirken deutlich älter. Wurden hier früher die Schätze des Meeres angelandet und in den verfallenden Gebäuden mit den markanten Kacheln als Zierde verarbeitet?

Den Rest des Tages verbringen wir auf unserer „Campingmöbelgarnitur“ vor dem Wohnmobil, genießen den Abend am Meer und versuchen, mehr über diesen Ort herauszufinden. Und tatsächlich: Hier sah es vor nicht allzu langer Zeit noch ganz anders aus. Google Earth zeigt für diesen Ort eine Satellitenaufnahme vom 28.07.2011. Soweit erkennbar, sind dort zwei Baumaschinen wohl mit Abrissarbeiten an einem alten Industriegebäude befasst – genau dort, wo sich heute ein begrünter Hügel gleich neben dem Parkplatz erhebt. Google Earth bezeichnet diesen Ort als „Área deportiva de Castro Castiñeiras“.

Eine Websuche führt zur Seite der La Voz de Galicia, einer der größeren Zeitungen Spaniens. In der Onlineausgabe vom 14.04.2013 wird berichtet, dass man das Gelände der alten Konservenfabrik Fábrica de conservas Castiñeira umgestalten will. Jahrelang waren die Ruinen gleich neben dem Praia do Castro ein Schandfleck in der Landschaft. Für 1,2 Millionen Euro sollte dort eine Freizeit- und Sportanlage entstehen. Das durchaus sehenswerte Ergebnis dieser Anstrengungen bietet uns heute einen Platz für einen schönen Abend am Meer – und einen Stellplatz für die Nacht. Danke an alle Beteiligten dafür.

Später am Abend: Regeln, Rücksicht und Camper-Kultur

Als wir mit unseren Recherchen fertig sind, wird es draußen überraschend empfindlich kühl. Also: ab ins Wohnmobil. Später kommen noch zwei andere Wohnmobile und stellen sich in die erste Reihe des Parkplatzes – zum Meer hin. Wir waren nicht so dreist, waren doch diese Plätze eindeutig für PKW ausgewiesen. Und diese Plätze hat im Laufe des Abends auch so mancher Einheimische genutzt.

Wir finden, man sollte als Gast in einem fremden Land die Regeln achten. Aber manche Camper sehen das wohl anders.

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León – Ponteferrada – Samos https://www.mit-uns-entdecken.de/leon-ponteferrada-samos/ Sat, 10 Jun 2023 23:18:59 +0000 https://www.mit-uns-entdecken.de/?p=29803 Den Vormittag des 10.06.2023 nutzen wir um nochmal die Altstadt von León zu besuchen. Der Markt auf dem Plaza Mayor und die Kathedrale von León finden unsere besondere Aufmerksamkeit. Am […]

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Den Vormittag des 10.06.2023 nutzen wir um nochmal die Altstadt von León zu besuchen. Der Markt auf dem Plaza Mayor und die Kathedrale von León finden unsere besondere Aufmerksamkeit. Am frühen Nachmittag brechen wir dann in Richtung Westen auf. Wir besuchen auf dem Weg Ponferrada. Weiter geht es hoch in die Einsamkeit der Berge in der Sierra del Courel und wieder hinunter nach Tircastela und Samos.

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León

Der Lärm der Feiernden irgendwo in unserer Nähe zog sich bis tief in die Nacht hinein. Deshalb konnten wir erst sehr spät einschlafen. So holen wir am Morgen eine Stunde Schlaf nach. Dann folgen die üblichen Morgenroutinen und ein kleines Frühstück.

Auf demselben Weg wie gestern Abend fahren wir mit den Rädern noch einmal hinauf in die Altstadt. Zunächst steuern wir die Plaza Mayor an. Dort ist gerade Marktzeit. An den vielen bunten Ständen werden überwiegend regionale Lebensmittel in einer uns unbekannten Vielfalt angeboten.

Ein Stand bietet auf seinen großen Auslagen sicher an die zehn verschiedenen Sorten Knoblauch an. Andere Händler bieten eine breite Auswahl an Bohnen- oder Kartoffelsorten. Auch die Auswahl und Qualität von frischem Gemüse ist riesig und stellt alles, was wir von unseren heimischen Märkten kennen, weit in den Schatten. Aber auch Waren aus fernen Ländern werden angeboten – so präsentiert ein Händler beispielsweise norwegischen Stockfisch, eine der beliebtesten Fastenspeisen in den katholisch geprägten Ländern des Südens.

Angesichts der Vielfalt des Angebots können wir uns kaum entscheiden. Hinzu kommt, dass wir erst gestern Abend bei unserer Ankunft in León unsere Vorräte im Supermarkt aufgefüllt haben. So nehmen wir nur einige rote Paprika mit – sie sind so fest und fleischig, wie wir sie in Deutschland noch nie gesehen haben.

  • Koblauch - Plaza Mayor León
  • Vielfältiges Angebot - Plaza Mayor León
  • Oliven und co - Plaza Mayor León
  • Prächtiger Kohl - Plaza Mayor León
  • Schinken und Wurst - Plaza Mayor León
  • Stockfisch - Plaza Mayor León

Zwischen Marktleben und Architektur

Das alles spielt sich vor der sehenswerten Kulisse der Plaza Mayor ab. Die westliche Seite wird von der Fassade des Alten Rathauses von León dominiert. Die anderen drei Seiten begrenzt ein dreigeschossiges Renaissance-Ensemble mit einer wunderbaren, umlaufenden Arcadengalerie, die an heißen Sommertagen den kühlen Schatten Kastiliens bietet.

Den architektonischen Gesamteindruck des Platzes können wir heute jedoch kaum auf uns wirken lassen – zu zahlreich und bunt sind die vielen Marktstände, denen heute der Platz gehört.

  • Plaza Mayor - León
  • Altes Rathaus - León

Begegnungen am Rathaus

Wir setzen uns noch ein wenig auf eine Bank direkt vor dem alten Rathaus und beobachten das bunte Treiben auf dem Markt. Dabei befinden wir uns in der Gesellschaft zweier alter Herren, die hier ihren Vormittag genießen. Wache Augen schauen aus ihren wettergegerbten Gesichtern – was mögen sie wohl schon alles gesehen haben?

Auf zur Kathedrale

Wir reißen uns los und schieben unsere Räder durch die nun schon stark bevölkerte Calle Mariano Domínguez Berrueta. Die enge Gasse ist nach einem spanischen Schriftsteller und Politiker benannt, offenbar eine wichtige Persönlichkeit des demokratischen Kastiliens. Der Weg ist nicht weit, und wir stehen bald auf der Plaza de Regia vor der Kathedrale von León.

Calle Mariano Domínguez Berrueta - León
Calle Mariano Domínguez Berrueta

Die Westfassade erscheint uns in Baustil und Proportionen irgendwie unstimmig. Besonders der Nordturm scheint nicht ganz zum übrigen Bau zu passen. Sehr schön hingegen ist die dreiteilige Portalanlage mit dem darüber aufragenden Giebel des Langhauses und der riesigen Fensterrosette.

Der Nordturm wurde erst in der Mitte des 15. Jahrhunderts hinzugefügt. Damit war der Bau der Kathedrale nach 250 Jahren vollendet – im Vergleich zu anderen Kathedralen jener Zeit ein eher kurzer Zeitraum. Dieser Umstand sorgte auch für eine bemerkenswerte stilistische Einheitlichkeit. Die Bauweise orientiert sich deutlich an französischen Vorbildern – insbesondere die Kathedrale von Reims scheint das maßgebliche Vorbild gewesen zu sein.

Catedral de León
Catedral de León

Ein Fenstermeer aus Licht

Wir lösen Tickets für sieben Euro pro Person und sind gespannt, was uns im Inneren erwartet. Als wir eintreten, wird uns sofort klar, was diese Kathedrale so besonders macht: Ungewöhnlich viel Licht strömt von oben in den Raum. Die Konstruktion der Obergaden ist soweit wie möglich vom Stein befreit. Jeder dadurch entstandene Freiraum wurde mit bunten Glasfenstern gefüllt.

  •  Säulen der Vierung - Catedral de León
  • Große Rosette - Catedral de León
  • Große Rosette - Catedral de León
  • Apsis mit Hauptaltar - Catedral de León
  • Apsis mit Hauptaltar - Catedral de León
  • Apsis mit Hauptaltar - Catedral de León

Insgesamt 125 Fenster – bis zu 12 Meter hoch – bedecken eine Fläche von 1.800 Quadratmetern. Hinzu kommen 57 weitere Öffnungen sowie die drei großen Rosetten über den Portalen im Norden, Westen und Süden. Viele der Fenster sind bis heute in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten.

Beeindruckend ist auch das reich verzierte Chorgestühl sowie der Chor insgesamt.

  • Detail - Catedral de León
  • Detail - Catedral de León
  • Detail - Catedral de León
  • Detail - Catedral de León
  • Detail - Catedral de León
  • Detail - Catedral de León
  • Detail - Catedral de León
  • Detail - Catedral de León
  • Detail - Catedral de León
  • Detail - Catedral de León
  • Detail - Catedral de León
  • Detail - Catedral de León

Kreuzgang und Siesta

Als nächstes treten wir hinaus in den Kreuzgang, der sich an das Nordportal der Kirche anschließt. Anders als an vielen anderen Orten kann man hier auch den Innenhof betreten. Er ist nicht – wie sonst üblich – als Garten angelegt, sondern vollständig mit Steinplatten ausgelegt.

  • Kreuzgang - Catedral de León
  • Kreuzgang - Catedral de León

Zwei aufwendig verzierte Stelen an der Nordseite des Hofes geben dem ansonsten leeren Platz ein wenig Struktur. Als wir wieder zurück in das kühle Innere der Kathedrale treten, werden wir gebeten, das Gebäude zu verlassen – es ist jetzt 12:15 Uhr, und um 12:30 Uhr schließt die Kathedrale für einige Stunden ihre Türen. Es ist Siesta.

Um 12:45 Uhr machen wir ein letztes Foto der Kathedrale – diesmal aus Richtung Südosten vom Plaza de Puerta Obispo. Von hier aus erkennt man besonders gut, wie komplex und gelungen das architektonische Konzept der Kathedrale ist. Vielleicht liegt es an der starken Orientierung an der Kathedrale von Reims, einer der „Mütter“ der gotischen Kathedralen.

Catedral de León
Catedral de León
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Abschied von León

Wir verlassen die Altstadt von León und fahren mit den Rädern zurück zum Wohnmobilstellplatz. Dort gönnen wir uns eine erfrischende Dusche und eine kleine Mittagspause. Bevor wir weiter in Richtung Westen aufbrechen, kümmern wir uns noch um die Ver- und Entsorgung von Wasser und Toilette – am Platz sind dafür alle Einrichtungen in vorbildlicher Form vorhanden.

Auf nach Ponferrada

Gegen 14:00 Uhr brechen wir auf. Obwohl es schon recht spät ist, haben wir uns heute noch ein Zwischenziel vorgenommen: die Templerburg von Ponferrada. Dazu nehmen wir die Autopista 71, die im Grunde genommen dem Verlauf des Jakobswegs folgt – dieser verläuft von León bis Astorga meist nördlich von uns entlang der stark befahrenen Nationalstraße 120.

Hinter Astorga wechseln wir auf die Autobahn 6, die uns hinauf auf 1.221 Meter Höhe führt – ein Sattel zwischen den Montes de León und dem Kantabrischen Gebirge im Norden. Für die Pilger ist der Weg deutlich beschwerlicher, denn deren Route führt südlich von uns direkt über die Montes de León bis auf über 1.500 Meter Höhe.

Moderne Stadt, mittelalterlicher Kern

Wir fahren hinunter in Richtung des Río Sil und erreichen Ponferrada kurz nach 15:30 Uhr. Die Stadt begrüßt uns mit Einkaufszentren und Gewerbegebieten. Später folgen moderne Wohn- und Geschäftsbauten mit bis zu zwölf Etagen – nicht wirklich schön und ohne Hinweis auf die Schätze des historischen Zentrums.

  • Iglesia San Andres - Ponferrada
  • Castillo de Ponferrada

Wir finden einen Parkplatz gleich neben der Pilgerherberge und erreichen bald die Altstadt rund um die alte Templerburg und die Basílica de Nuestra Señora de la Encina.

An der Templerburg erleben wir eine kleine Enttäuschung: Die Tore werden erst um 16:30 Uhr wieder geöffnet – Siesta. So konzentrieren wir uns auf die Basilika, die ebenfalls eine wichtige Zwischenstation auf dem Jakobsweg ist.

Ein Blick in die Basilika

Die Basilica de Nuestra Señora de la Encina in ihrer heutigen Form stammt aus dem Jahr 1670. Außen ist sie recht schmucklos, fast wehrhaft. Der Grundriss hat die Form eines lateinischen Kreuzes. Nur die Balustraden der oberen Etagen des Turms und die Turmhaube sind mit barocken Elementen geschmückt – diese wurden jedoch erst nach einem Blitzschlag, der den ursprünglichen Turm zerstörte, ergänzt.

Im Inneren überrascht die Kirche mit einem filigranen Kreuzgewölbe über dem Schiff. In der Apsis steht ein vergoldeter, prunkvoller und saalhoher Hauptaltar. Davor leuchtet der silberne Altartisch. Die beiden Seitenaltäre stehen dem in Ausstattung kaum nach. Auch an der Nord- und Südseite finden sich je ein weiterer goldener Altar. Der restliche Innenraum ist klar und schlicht – das gefällt uns besonders gut.

  • - Ponferrada
  • Hauptaltar - Basilica de Nuestra Señora de la Encina - Ponferrada
  • Altar Detail - Basilica de Nuestra Señora de la Encina - Ponferrada
  • Silberner Altartisch -Basilica de Nuestra Señora de la Encina - Ponferrada
  • Reliquienschrein - Basilica de Nuestra Señora de la Encina - Ponferrada
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Nach dem Kirchenbesuch gönnen wir uns ein Eis in der Cafetería Heladería La Lechera auf der Plaza de La Virgen de la Encina.

In die Höhen der Sierra del Courel

Dann geht es zurück ins Wohnmobil und weiter auf der Autobahn 6 nach Nordwesten – in Richtung der Sierra del Courel und der Sierra de Ancares, die zu den südlichen Ausläufern des Kantabrischen Gebirges gehören.

Der kurvenreiche Streckenabschnitt führt uns auf über 1.100 Höhenmeter. In Pedrafita do Cebreiro wollen wir ursprünglich auf die LU-633 abbiegen. Wegen einer unklaren Baustelle verpassen wir jedoch die Abfahrt und fahren sieben Kilometer weiter, bevor wir wenden können.

Auf Jakobs Spuren am Alto de San Roque

Zurück in Pedrafita do Cebreiro gelingt uns nun der Absprung. Doch der erste Versuch, einen Stellplatz in O Cebreiro zu finden, scheitert. Die Auffahrt ist zu steil und der Platz zu überfüllt. Also fahren wir weiter auf einer traumhaften Strecke mit herrlichen Fernblicken.

Am O Alto de San Roque erreichen wir 1.270 Meter Höhe. Dort gibt es einen kleinen Parkplatz und das beeindruckende Monumento ao Peregrino – eine lebensgroße Bronzefigur des heiligen Jakobus als Pilger. Vom Wind zerzaust, hält er mit der linken Hand den Hut fest, während er sich mit der rechten auf seinen Pilgerstab stützt. Ein Denkmal für die Millionen von Pilgern, die diesen Weg gegangen sind.

  • Monumento ao Peregrino - Alto de San Roque
  • O Alto de San Roque

Ein Bremsenschreck in Tricastela

Inzwischen ist der späte Nachmittag angebrochen. In Alto de Poio erreichen wir mit 1.335 Metern den höchsten Punkt unserer heutigen Tour. Danach geht es steil hinab ins Tal des Río Sarria. Zehn Kilometer lang verlieren wir fast 600 Höhenmeter – eine Herausforderung für uns und das Wohnmobil. Als wir kurz vor Tricastela anhalten, stellen wir erschrocken fest: Die Handbremse funktioniert nicht mehr.

Ein markanter Geruch nach überhitzten Bremsen liegt in der Luft. Wir hoffen, dass sich das Problem nach dem Abkühlen von selbst löst.

Ein Platz für die Nacht in Samos

Wir versuchen in Tricastela einen Stellplatz zu finden, aber der zentrale Platz mitten im Ort gefällt uns nicht. Also fahren wir weiter entlang des Río Sarria nach Samos, vorbei am beeindruckenden Kloster. In der Nähe des Ortsausgangs finden wir einen schattigen Platz direkt am Fluss.

Ein letzter Bremstest zeigt: Die Handbremse funktioniert wieder – Gott sei Dank! Als wir den Zündschlüssel ziehen, ist es kurz vor 19:00 Uhr. Steffi zaubert einen tollen Salat – ein gelungener Abschluss für einen erlebnisreichen Tag.

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Najéra – Burgos – León https://www.mit-uns-entdecken.de/najera-burgos-leon/ Fri, 09 Jun 2023 20:12:29 +0000 https://www.mit-uns-entdecken.de/?p=29800 Von Nájera geht es heute quer durch Kastilien nach Léon. Unterwegs stetten wir der großartigen Kathedrale von Burgos einen Besuch ab. Aufbruch in Nájera Nach den üblichen Morgenroutinen brechen wir […]

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Von Nájera geht es heute quer durch Kastilien nach Léon. Unterwegs stetten wir der großartigen Kathedrale von Burgos einen Besuch ab.

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Aufbruch in Nájera

Nach den üblichen Morgenroutinen brechen wir in Nájera am 09. Juni 2023 um 09:57 Uhr auf. Das Tagesziel heute soll León, die alte Hauptstadt des gleichnamigen ehemaligen Königreichs, sein. Bis dorthin sind es rund 300 Kilometer. Für die Fahrt werden wir also um die dreieinhalb Stunden brauchen. So bleibt bis heute Abend also ausreichend Zeit, um unterwegs noch etwas zu entdecken. Mal sehen, was der Weg für uns bereithält.

Entlang der Autovía del Camino de Santiago

Schnell ist die Autovía del Camino de Santiago erreicht, die uns zügig nach Westen bringt. Die Sonne steht schräg hinter uns, und noch trübt keine Wolke den Himmel. Bald umgeht die Autobahn in einem nördlichen Bogen Santo Domingo de la Calzada, und wir wechseln dort auf die Nationalstraße.

Santo Domingo de la Calzada – wieder so ein klangvoller Name aus dem Reisebericht von Hape Kerkeling. Und viele weitere folgen heute noch: Castildelgado, Villamayor, Belorado, Tosantos oder Villafranca.

Begegnung mit den Pilgern

Nun kommen wir auch den Pilgern näher. Unsere Route ist keine Autobahn mehr. Teilweise wird sie zur Autovía ausgebaut, an anderen Abschnitten bleibt sie eine alte zweispurige Fernstraße. Gerade dort verläuft der Camino oft direkt an der Straße. So können wir die Caminos gut beobachten, ohne den Wanderern zu nahe zu kommen.

Meist luftig bekleidet mit T-Shirt und Shorts, bunten Rucksäcken aus modernen Geweben – die heute die traditionell lederne Pilgertasche ersetzen – und mit guten Wanderschuhen, sind sie in Richtung Westen unterwegs. Eine Kopfbedeckung darf auf keinen Fall fehlen: Hut, Mütze, Cap oder Tuch.

Viele entlasten Knie und Hüften mit modernen Wanderstöcken. Manche jedoch sind noch mit dem schweren, mannshohen hölzernen Pilgerstab unterwegs. Die abwechslungsreiche Landschaft und die dichte Abfolge von Städten und Dörfern macht den Camino auf diesem Abschnitt für sie kurzweiliger. Trotzdem bleibt es eine gewaltige körperliche Herausforderung, die Strecke zu bewältigen.

Der schwere Weg der Pilgerer

Gerade als es auf Burgos zugeht, wird es anspruchsvoll. Für die Pilger geht es hinauf auf eine Passhöhe von 1.150 Metern, die an der Puerto de La Pedraja erreicht wird. Dort oben ist es recht einsam. Zwischen Villafranca Montes de Oca und dem kleinen Flecken San Juan de Ortega liegen 12 Kilometer schwieriger Wegstrecke, ohne dass das nächste Ziel in Sichtweite wäre.

Ankunft in Burgos

Unser erstes Zwischenziel für heute soll Burgos und seine sensationelle gotische Kathedrale sein. Diese hatten wir zwar vor zwei Jahren schon einmal besucht, aber wir empfinden es als Frevel, dieses Wunderwerk gotischer Architektur nicht erneut zu bestaunen, wenn wir schon so nah vorbeifahren.

Von den nördlichen Ausläufern der Sierra de la Demanda, die wir auf der N120 überqueren, geht es hinunter in das gewaltige kastilische Hochland. Der erste große Stadtmarke in der Landschaft ist Burgos, die alte Krönungsstadt der Könige von Kastilien. Heute ist sie eine moderne Großstadt mit etwa 180.000 Einwohnern.

Der Weg ins Zentrum

Kaum haben wir den Ortseingang passiert, ragen links und rechts der N120 moderne Wohnblöcke mit bis zu acht Geschossen in die Höhe. Auch in Richtung Stadtzentrum wird es kaum gemütlicher. Erst als wir auf der Suche nach einem Parkplatz die Avenida del Arlanzón entlangfahren, wandelt sich das Bild ein wenig. Dort stehen einige kommunale Zweckbauten wie das Fußballstadion Coliseum Burgos, ein Schwimmbad und der Sportpalast.

Auf der anderen Straßenseite fließt der Río Arlanzón, an dessen beiden Ufern ein Park kühlen Schatten spendet. Dort finden wir eine der wenigen freien Parklücken in der Nähe des historischen Stadtzentrums.

Im Schatten der Kathedrale

Kaum ausgestiegen, schwingen zwei Arbeiter ungestüm ihre Motorsensen, um dem Bewuchs am Bordsteinrand den Garaus zu machen. Schon fliegen – angetrieben von den sich rasend drehenden Sensenköpfen – kleine Kiesel durch die Luft und schlagen in unseren Camper ein. Hoffentlich bleibt der ohne Glas- oder Lackschäden.

Um Zeit zu sparen und unsere Knie zu schonen, nehmen wir die Fahrräder und fahren die knapp drei Kilometer bis zur Kathedrale im Zentrum. Der Weg durch den Park am Río Arlanzón ist angenehm kühl und schattig, und gegen 12:20 Uhr erreichen wir die alte Puente Santa María – und damit auch den Arco de Santa María.

Arco de Santa Maria - Burgos
Arco de Santa Maria

Die Kathedrale von Burgos

Der gewaltige Torbogen war einst Teil der Stadtmauer und ist heute eines der Wahrzeichen von Burgos. Wir schließen die Räder in der Nähe an und betreten den Plaza del Rey San Fernando, einen der beiden zentralen Plätze der Stadt. An seiner Nordseite steht eine der schönsten und größten gotischen Kathedralen Spaniens: die Catedral de Santa María.

Die Doppeltürme über dem Westportal ragen 88 Meter in die Höhe. Das mächtige Südportal mit seiner vorgestellten Treppe dominiert den Platz. Die Kathedrale steht leicht erhöht und wirkt dadurch noch eindrucksvoller. Wir blicken gewissermaßen aus der Froschperspektive auf das Bauwerk, dessen Errichtung bereits 1221 begann.

  • Cateral de Burgos
  • Catedral de Santa Maria, Aufgang zum Südportal 
 - Burgos
  • Catedral de Santa Maria, Südportal 
 - Burgos
  • Catedral de Santa Maria, Südportal Tympanon - Burgos
  • Catedral de Santa Maria, Südportal Mittelpfosten - Burgos
  • Catedral de Santa Maria, Detail Fassade
 - Burgos

Ein Wiedersehen mit Geschichte

Über die Kathedrale, deren künstlerische Wurzeln unter anderem auch in Deutschland liegen, hatten wir bereits in einem Beitrag aus dem Jahr 2019 berichtet. Viel hat sich seitdem nicht verändert – außer, dass die damals laufenden Restaurierungsarbeiten im Chorumgang nun abgeschlossen sind. Dieser Teil der Kirche, nun von Gerüsten und Planen befreit, erstrahlt in neuem Glanz.

Das folgende kleine Album mit Bildern aus dem Jahr 2023 soll den Beitrag von damals ergänzen.

Fast zweieinhalb Stunden hält uns dieses Wunderwerk der spanischen Gotik in seinem Bann: mit dem riesigen Kirchenschiff und Chor, den vielen Nebenkapellen, der gewaltigen Vierung, den großen und gleichzeitig filigranen Altären, dem beeindruckenden Retabel am Hauptaltar, der Orgel mit den großen spanischen Trompeten, den reich ausgestatteten Kuppeln, dem zweigeschossigen Kreuzgang und den Schatzkammern mit ihren Kleinodien.

Ein Besuch, den wir – trotz der Wiederholung – keinesfalls bereuen. Wir möchten ihn jedem Geschichts-, Kunst- und Architekturinteressierten ans Herz legen.

  • Capilla de las Reliquias, Kuppel - Catedral de Santa Maria Burgos
  • Capilla de las Reliquias, Reliquienaltar - Catedral de Santa Maria Burgos
  • Capilla de Presentación, Kuppel - Catedral de Santa Maria Burgos
  • Grabmal des Gonzalo Díaz de Lerma - Catedral de Santa Maria Burgos
  • Südöstlicher Chorumgang - Catedral de Santa Maria Burgos
  • Hochaltarbild von Gil de Siloé, Capilla de Santa Anna - Catedral Santa Maria Burgos
  • Hochaltarbild von Gil de Siloé, Capilla de Santa Anna - Catedral Santa Maria Burgos
  • Hochaltarbild von Gil de Siloé, Capilla de Santa Anna - Catedral Santa Maria Burgos
  • Hochaltarbild von Gil de Siloé, Capilla de Santa Anna - Catedral Santa Maria Burgos
  • Goldene Treppe - Catedral de Burgos
  • Hochaltar im Mittelchor - Catedral de Santa Maria Burgos
  • Hochaltar im Mittelchor - Catedral de Santa Maria Burgos
  • Hochaltar im Mittelchor - Catedral de Santa Maria Burgos
  • Hochaltar im Mittelchor - Catedral de Santa Maria Burgos
  • Querschiff - Catedral de Santa Maria Burgos
  • - Catedral de Santa Maria Burgos
  • Capilla de San Juan de Sahagún - Catedral de Burgos

Platzregen und Weiterfahrt

Als wir kurz vor 15:00 Uhr wieder auf den Plaza del Rey San Fernando hinaustreten, ist dieser wie ausgestorben. Gerade war ein ordentlicher Platzregen über Burgos niedergegangen. Für uns eine Wohltat – er hat die Hitze dieses frühen Junitages etwas heruntergekühlt.

Plaza del Rey San Fernando - Burgos
Plaza del Rey San Fernando – Burgos

In der vom Staub befreiten Luft fahren wir zurück zum Wohnmobil. Wir sind erleichtert, dass dort alles in Ordnung ist. Bei unseren Ausflügen in die Städte des Südens bleibt immer ein mulmiges Gefühl: Ist nach unserer Abwesenheit noch alles unversehrt? Besonders jetzt, da EFFI uns gehört und wir nicht – wie in den Vorjahren – mit einem Mietmobil unterwegs sind.

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Auf nach León

Gegen 15:20 Uhr starten wir in Burgos mit dem Tagesziel León. Gute 180 Kilometer liegen vor uns, die wir in rund zweieinhalb Stunden zurücklegen wollen. Wir nutzen die neue A-231, die jedoch noch nicht vollständig ausgebaut ist.

Pilgern werden wir wohl kaum begegnen – der Jakobsweg verläuft bis León meist abseits unserer Strecke, zum Teil bis zu 15 Kilometer südlich, etwa zwischen Burgos und Carrión de los Condes.

Durch die kastilische Weite

Unsere Fahrt führt durch die weite Landschaft Kastiliens. Aus Westen ziehen weitere schwere Regenwolken auf, und hier und da fällt ein Schauer. Eine kleine Abwechslung bietet sich hinter Villaherreros, wo wir die Autobahn verlassen müssen. Das Teilstück vor uns ist noch im Bau, also weichen wir für einige Kilometer auf die Nationalstraße 120 aus.

Regenwolken über Kastilien
Regenwolken über Kastilien

Ankunft in León

Mitten in der Einsamkeit biegen wir an der Ausfahrt am Kilometer 218 nach Norden ab. Über die Nationalstraße 601 und die Autobahn A-60 gelangen wir an den östlichen Stadtrand von León – der alten Hauptstadt des Königreichs León.

Hier präsentiert sich León als moderne Großstadt. Ein riesiges Einkaufszentrum, moderne Wohn- und Zweckbauten, unter anderem der Universität von León, säumen unseren Weg. Bevor wir den Stellplatz an der Avenida de la Universidad ansteuern müssen wir unsere Lebensmittel ergänzen.

Hierzu steuern wir den Aldi-Markt in der der Calle José María Suárez Gonzáles an. 29 Artikel vom Mineralwasser bis zum Olivenöl vom dunklen Tomaten bis zum frischen Hackfleisch wandern für 81,15 € in unseren Einkaufswagen.

Dann geht es zu Stellplatz. Die neue Bitumenfläche liegt leicht erhöht über dem benachbarten Parkplatz. Die Lage ist nicht sonderlich schön, aber zentrumsnah. Die Ausstattung ist modern und zweckmäßig – ein Vorteil, den offenbar auch andere schätzen: Gegen 17:00 Uhr erwischen wir einen der letzten freien Stellplätze.

Abendstimmung in der Altstadt

Ein wenig wollen wir noch die Altstadt erkunden. Mit den Rädern geht es hinauf zu der von einer mächtigen Stadtmauer aus dem Mittelalter umgebenen Altstadt. Schnell erreichen wir vom Arco de la Cárcel, einem der historischen Stadttore, über die engen Gassen den Plaza de Regla mit der Catedral de León.

Eine Besichtigung ist heute allerdings nicht mehr möglich – die letzten Besucher verlassen gerade das Gebäude, neue werden nicht mehr eingelassen. So nehmen wir unseren kleinen Ausflug als Appetithappen für den morgigen Vormittag. Mit den Rädern fahren wir wieder hinunter zum Wohnmobil, sichten die Bilder, die heute in der Catedral de Burgos entstanden sind, und beenden den Tag mit einem Abendessen aus eigener Küche.

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Jaizkibel – Pamplona – Najéra https://www.mit-uns-entdecken.de/jaizkibel-pamplona-najera/ Thu, 08 Jun 2023 21:03:13 +0000 https://www.mit-uns-entdecken.de/?p=29796 8.6. Betriebsamer Morgen am Jaizkibel Der Morgen oben auf dem Parkplatz am Jaizkibel gestaltet sich um uns herum mit einiger Betriebsamkeit. Erste Wohnmobile brechen auf, erste Ausflügler und Wanderer parken […]

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Betriebsamer Morgen am Jaizkibel

Der Morgen oben auf dem Parkplatz am Jaizkibel gestaltet sich um uns herum mit einiger Betriebsamkeit. Erste Wohnmobile brechen auf, erste Ausflügler und Wanderer parken Autos ein. Ein Reisebus quetscht sich durch die enge Zufahrt zum Parkplatz und rangiert geschickt auf dem engen Platz. Dann entlässt er eine Schar von Passagieren, die, angeführt von ihrem Reisebegleiter, hinunter zur Aussichtsterrasse strömen.

Fahrt Richtung Pamplona

Wir entfliehen dem Trubel und brechen gegen 10:30 Uhr mit dem Ziel Pamplona auf. Kurz nachdem wir auf die Hauptstraße Richtung Hondarribia eingebogen sind, müssen wir die Fahrt stoppen. Ein Krankenwagen mit Blaulicht kommt den Berg hinauf gebraust. Auf keinen Fall wollen wir seine Fahrt behindern und fahren lieber rechts ran.

Dann rollen wir gemütlich zu Tal. Nicht ganz so gemütlich ist ein Pedalritter unterwegs. Auf der kurvenreichen Strecke bergab überholt er uns plötzlich. Ich bremse stark ab, um ihn möglichst schnell vorbeizulassen. Jeden Moment könnte ein Auto um die Kurve vor uns kommen und den kühnen, oder besser ziemlich dummen, Piloten von der Straße räumen. Das sehen anscheinend nicht nur wir so. Ein wenig später: schon wieder ein Blaulicht. Diesmal allerdings hinter uns. Wir fahren wieder rechts ran, und ein Polizeiwagen schießt an uns vorbei. Drei, vier Kurven weiter haben sie den rasenden Radler gestellt. In dessen Haut würden wir nun nicht gerne stecken.

Tanken in Irun

Vorbei an der Guadalupeko Ama Birjinaren Santutegia geht es hinunter nach Hondarribia und Irun. Bevor wir “auf Strecke” gehen, müssen wir unbedingt noch tanken. Wir hatten das so lange hinausgezögert, bis wir in Spanien sind. Die Dieselpreise sollen hier deutlich günstiger als in Frankreich sein. Zu unserer Überraschung funktioniert auch hier unsere Tankstellen-App. Sie zeigt den günstigsten Preis bei Easygas an der GI-636 an. Das ist zwar ein kleiner Umweg, der sich aber lohnt. Dort gibt es den Diesel für 1,369 € je Liter.

Gegen 10:50 Uhr kommen wir an der Tankstelle an. Sie ist gut besucht. Zwei Mitarbeiter sind unentwegt damit beschäftigt, die Fahrzeuge zu betanken, und gezahlt wird ausschließlich mit Karten. Dank der gut koordinierten Arbeit der beiden Tankwarte ist das Ganze schnell erledigt, und wir können endgültig Richtung Pamplona starten.

Durch das Bidasoa-Tal

Hinter Irun nehmen wir die N-121-A, die dem Tal der Bidasoa hinauf in die Berge folgt. Die Straße ist gut ausgebaut, und wir kommen schnell voran. Das liegt auch an den zahlreichen Tunneln und Viadukten, die manche Berg- und Flussschleife in gerader Linie passieren, anstatt wie die alte GI-3455 dem Flussufer direkt zu folgen. Auch alle alten Ortsdurchfahrten sind durch die neuen Trassen, die in den 2000er-Jahren gebaut wurden, obsolet geworden. Das heißt aber auch: Wer die Gegend links und rechts der Bidasoa näher erkunden will, sollte lieber die parallel verlaufende GI-3455 nehmen.

Passhöhen und Tunnel

Bei Mugairi verlässt die Trasse das Tal der Bidasoa und biegt nach Süden ab. Es geht weiter stetig bergauf, bis die Gipfel des Gebirgszuges mittels zweier Tunnel unterquert werden. Am Ende der Tunnel haben wir eine Höhe von ca. 730 Metern über NN erreicht. Die Berge um uns herum erreichen Höhen von um die 1.000 Meter. Wer Zeit hat und mehr von der Landschaft sehen möchte, kann auch die alte NA-121 nehmen. Diese umgeht die Tunnelstrecke und führt kurvenreich durch ein schönes Bergland bis auf 847 Meter Meereshöhe, die am Puerto de Belate erreicht wird.

Pamplona

Hinter der Tunnelstrecke geht es stetig bergab, und es sind nur noch 25 Kilometer, bis wir den Stadtrand von Pamplona erreichen. Die Suche nach einem Parkplatz gestaltet sich etwas kompliziert. Erst nachdem wir eine Runde um die alte Zitadelle gedreht haben, finden wir gegen 13:00 Uhr am Parque Trinitarios einen Parkplatz, auf dem auch Wohnmobile willkommen sind. Zunächst rätseln wir ein wenig, wie das dort mit dem Bezahlen funktioniert. Zwar mussten wir eine Schranke passieren, aber einen Automaten, an dem man ein Ticket ziehen könnte, ist nicht zu finden. So tippen wir auf eine Nummernschilderkennung und gehen davon aus, dass wir beim Verlassen des Parkplatzes zahlen können.

Mit dem Rad ins Zentrum

Da wir doch ein gutes Stück vom historischen Stadtzentrum entfernt gelandet sind, machen wir die Räder fertig, um so die alte Königs- und Bischofsstadt zu erkunden. Zunächst geht es durch einen schönen Park immer am Ufer des Flüsschens Agra entlang. An der Puente de la Rochapea gibt es einen Schrägseillift, der uns und unsere Räder hoch in die Altstadt bringt. Diese liegt gut 40 Höhenmeter über uns.

Erste Eindrücke von Pamplona

Oben angekommen, sind wir von den engen Gassen und Straßen Pamplonas begeistert. In der noch etwas abgelegenen Calle San Lorenzo ist noch alles ein wenig schmuddelig. Je näher wir jedoch dem eigentlichen Zentrum um den Plaza del Castillo kommen, desto aufgeräumter und ansehnlicher werden die Straßenzüge. So zum Beispiel in der Calle Nueva, über die wir den Plaza Consistorial und kurz danach den Plaza del Castillo erreichen. Dieser ist recht groß und so etwas wie das Herz Pamplonas. Seinen Namen hat er von der Burg aus dem 14. Jahrhundert, die einst an der östlichen Seite des Platzes stand.

Plaza Consitorial - Pamplona
Plaza Consitorial

Geschichte und Flair am Plaza del Castillo

Vieles hat der Platz über die Jahrhunderte erlebt: Märkte, Feierlichkeiten, Turniere, Stierkämpfe und manches anderes mehr. Nach und nach wuchs ein ganzes Stadtviertel um ihn herum und bildet mit ihm eine ansehenswerte Einheit. Erste Gebäude am Platz entstanden Anfang des 17. Jahrhunderts. Das erste war ein Haus mit einem Stierpferch, einem Tortil – eine Tatsache, die den Platz in seiner Bedeutung als Ort für Stierkämpfe unterstrich.

Plaza del Castillo - Pamplona
Plaza del Castillo

Hemingway in Pamplona

Dieses pulsierende Herz von Pamplona hat Ernest Hemingway zu seinem ersten großen Roman “Fiesta” inspiriert. Und manche der Schauplätze liegen direkt am Platz oder in unmittelbarer Nähe. So das Café Suiro am Ort der heutigen Nummer 37 an der westlichen Seite des Platzes oder das Hotel Quintana und die benachbarte Bar Txoko. Wer sich auf die Spuren des weltberühmten Schriftstellers begeben will, der 1926 in Pamplona weilte, ist hier genau richtig.

Die Stierkampfarena – Plaza de Toros

Wir verlassen den Plaza del Castillo und fahren hinüber zur großen Stierkampfarena am Plaza de Toros. Auch diese wurde von Hemingway erwähnt. Damals war sie noch recht neu. Sie wurde 1922 errichtet und mit dem für damalige Zeiten noch recht neuen Material Stahlbeton gebaut. Dabei bediente man sich historischer Formensprachen mit Zitaten aus der Renaissance und dem Platereskenstil, der seine Ursprünge in der maurischen Tradition Spaniens hat. Nur die Stahlkonstruktion, die offenbar die oberen Ränge trägt, erscheint wie ein Fremdkörper. Sie wurde bei einer Rekonstruktion der Anlage Ende der 1960er-Jahre hinzugefügt. Heute fasst die Plaza de Toros de Pamplona 19.000 Besucher und gehört so zu den drei größten Stierkampfarenen überhaupt. Betreten können wir sie nicht, die Tore sind verschlossen. So gehen wir ein wenig um das Gebäude herum. An der Südseite finden wir ein großes Bild mit einer Zeichnung, die die Bedeutung der Stierkampftradition in Pamplona unterstreicht.

Plaza de Toros de Pamplona
Plaza de Toros de Pamplona

Figuren des Stierkampfs

Aus einer der Logen grüßen – leicht lädiert – die wichtigsten Beteiligten an den Stierkämpfen. Drei Figuren sind uns gleich klar: der mächtige Stier in der Mitte mit einem etwas irren Grinsen, ganz links das Pferd mit verbundenem Auge und rechts der Torero, dessen Grinsen uns nicht weniger irre erscheint als das seines tierischen Gegners. Der blonde Junge zwischen Stier und Torero mit dem blutgefüllten Eimer und der Mann links vom Stier müssen Mozos sein. Die Läufer, die sich bei der Encierro von den Stieren treiben lassen, sind an den weißen Hemden und den roten Halstüchern und Schärpen gut zu erkennen. Doch wer sind die anderen Figuren? Der Herr mit dem roten Mantel und dem Schlüssel in der Hand – symbolisiert er das Altenheim von Pamplona, dem traditionell die Arena gehört und das dafür sorgt, dass ein guter Teil der Einnahmen karitativen Zwecken zugutekommt? Und was ist mit dem Herrn mit dem Dreispitz, dem mit der blauen Baskenmütze? Wir wissen es nicht. Trotzdem finden wir das Bild, das zum hundertjährigen Jubiläum der Arena im letzten Jahr entstanden ist, sehr amüsant.

Matadoren - Plaza de Toros de Pamplona
Matadoren – Plaza de Toros de Pamplona

Die Calle Estafeta und das Spektakel der Sanfermines

Wir begeben uns hinüber zur Calle Estafeta. Sie ist wohl der bekannteste Ort der jährlich vom 6. bis 14. Juli stattfindenden Sanfermines, der Fiesta von Pamplona. Täglich werden während der Fiesta um 08:00 Uhr die Stiere über eine knapp 900 Meter lange Strecke in die Arena getrieben. Die Mozos, die Läufer, laufen voraus und lassen sich von den 550 bis 700 Kilo schweren Stieren treiben. Immer darauf bedacht, ihnen möglichst nah zu kommen – am besten direkt neben den Tieren. Und da die gehörnten Riesen bis zu 25 Kilometer in der Stunde schaffen können, ist das Ganze alles andere als ungefährlich. Um das Publikum zu schützen, sind die Nebenstraßen mit Holzbarrikaden gesichert. Die Strecke ist quasi eingeschlossen.

Für die Läufer hingegen – unter ihnen auch ahnungslose oder sich überschätzende Touristen – kann das Spektakel schnell blutiger Ernst werden. So werden bei einem einzigen dieser Läufe auch mal 50 oder mehr Verletzte gezählt. Oft geht es für die Mozos glimpflich aus, aber auch schwere Verletzungen, teils mit bleibenden Schäden, sind keine Seltenheit. Von 1924 bis 2009 sind bei den Stierläufen 15 Menschen zu Tode gekommen.

Der letzte Abschnitt des Stierlaufs führt eben durch die enge Calle Estafeta, die wir mit den Rädern jetzt hinauffahren. Uns wird schnell klar, dass es während des Laufens keine Chance gibt, nach links oder rechts auszuweichen. Und wenn der spitzgehörnte Koloss mit bis zu 25 km/h hinter einem her ist, muss man schon von sehr guter Kondition sein, um ihm davonzulaufen. Zum Vergleich: Die Geschwindigkeit von Sebastian Coe bei seinem 1000-Meter-Weltrekord im Jahr 1981 lag bei etwas mehr als 27 km/h.

  • Calle Estafeta - Pamplona
  • Calle Estafeta - Pamplona
  • Calle Estafeta - Pamplona
  • Farmacia - Calla Curia - Pamplona

Ursprung der Stierläufe

Entstanden ist die Tradition der Stierläufe erst in moderner Zeit. Als es aufkam, die im Umland gezüchteten Kampfstiere mit Lastwagen nach Pamplona zu bringen, passten die Fahrzeuge nicht durch die engen Straßen. So mussten die Tiere das letzte Stück des Weges zur Arena zu Fuß zurücklegen. Zunächst erledigten das professionelle Hirten, die wussten, was sie taten. Zu Fuß oder auf dem Pferd dirigierten sie die Tiere mit ihren langen Weidestöcken und Rufen. Die Jugend Pamplonas fand das spannend – und daraus wurde eine Mutprobe: ein Stück neben den gefährlichen Tieren zu laufen. So entstand die Tradition, die sich bis heute gehalten hat. Wie das tatsächlich abläuft, verdeutlichen unzählige Videos im Internet – unter anderem eines aus dem Jahr 2022:

Besuch der Kathedrale Santa María de la Asunción

Von der Calle de Estafeta gelangen wir über die Calle Curia zur Catedral de Pamplona. Ihr offizieller Name lautet Metropolitankathedrale Santa María de la Asunción. Sie ist in ihrem Erhaltungszustand in Spanien einmalig. In anderen Kirchen wurden mit dem Wegfall des klösterlichen Lebens viele Funktionseinheiten im Laufe der Jahrhunderte abgerissen oder entfernt. Nicht so in Pamplona. Neben der Kirche, der Sakristei und dem Kreuzgang sind hier auch noch das Refektorium, der Kapitelsaal, der Schlafsaal und der Keller erhalten – und für Besucher zugänglich. Das macht uns neugierig.

Als wir die Räder abstellen, treffen wir auf deutschsprachige Gäste, die sich darüber ereifern, dass ein Eintrittspreis verlangt wird. „Man zahlt doch kein Geld, um eine Kirche zu besuchen.“ Für uns ist das ein Moment des Fremdschämens. Viele verstehen nicht, dass es in anderen Ländern andere Bräuche und Regeln gibt. Wir denken: Wir sollten dankbar sein, in einem so tollen Land zu Gast sein zu dürfen – und wissen, dass Eintrittspreise in Kirchen meist ihr Geld wert sind. Die 10 Euro pro Person finden wir gut investiert. Architektur, Innenraumgestaltung und unzählige Exponate bieten mehr als viele teurere Museen. Dazu kommt der Hauch der Geschichte, der durch die Hallen weht.

Eindrucksvolle Entdeckungen

Wir verbringen gut eine Stunde in der Kirche und im Kreuzgang. Wir schweifen ab in den Kapitelsaal und das Refektorium, steigen hinab in den Keller und werfen einen Blick in die mittelalterliche Schwarzküche mit ihrem riesigen Kamin. Kaum etwas, das wir nicht interessant finden: sei es die uralte und schlichte Statue des heiligen Jesus in der gleichnamigen Kapelle oder das prächtige Grabmal Karls III., des Edelmütigen, und seiner Frau Eleonore von Trastámara. Seien es die opulenten Altäre in den Nebenkapellen oder die modern gestaltete Ausstellung im Keller. Sei es das Wunderwerk des gotischen Kreuzgangs oder der Chor mit dem fein geschnitzten Chorgestühl, oder einzelne Objekte wie die Sammlung goldener und silberner Kruzifixe oder das Regal mit Madonnenfiguren.

  • Catedral de Pamplona - Detail
  • Pavillon im Chor
  • Catedral de Pamplona
  • Catedral de Pamplona
  • Catedral de Pamplona - Detail
  • Bildnis des heiligen Jesus Christus - Christuskapelle Catedral de Pamplona
  • Schwarze Madonna - Catedral de Pamplona
  • Grabmal Karl III. - Catedral de Pamplona
  • Sockelfiguren am Grabmal Karl III. - Catedral de Pamplona
  • Sockelfiguren am Grabmal Karl III. - Catedral de Pamplona
  • Chor - Catedral de Pamplona
  • Kapitelsaal - Catedral de Pamplona
  • Esse der Schwarzküche - Catedral de Pamplona
  • Zelle (Vorratsraum) - Catedral de Pamplona
  • Puerta ampora Catedral de Pamplona
  • Tympanon - Puerta ampora Catedral de Pamplona
  • Madonna - Puerta ampora Catedral de Pamplona
  • Kreuzgang - Catedral de Pamplona
  • Kreuzgang innen - Catedral de Pamplona
  • Kreuzgang Detail - Catedral de Pamplona

Nein – wir lassen unsere 20 Euro gerne hier und fahren durch die Altstadt hinüber zur Zitadelle von Pamplona. Der Ort ist allerdings wenig spektakulär. Der Innenhof ist heute eine schöne parkähnliche Anlage – mehr aber auch nicht. So lassen wir die Zitadelle als letzte Station unseres Besuches in Pamplona hinter uns und rollen mit den Rädern in flottem Tempo wieder hinunter zum 40 Höhenmeter tiefer gelegenen Flüsschen Agra und zu unserem Wohnmobil.

Zitadelle Pamplona
Zitadelle Pamplona
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Weiterfahrt nach Nájera

Da es nach unserer Übersicht keinen sonderlich schönen Wohnmobilstellplatz für die Nacht zu geben scheint, wollen wir noch ein Stück Strecke in Angriff nehmen und starten in Pamplona gegen 16:20 Uhr. Wir verlassen die Stadt Richtung Südwesten, um auf die A-12 zu gelangen. Ziel ist Nájera. Bis dorthin sind es ca. 110 Kilometer, die auf der Autobahn schnell zu schaffen sein sollten. Entlang einiger Vororte von Pamplona erreichen wir die Autobahn 20 Minuten später.

Die Trasse trägt für uns einen magischen Namen: Autovía del Camino – die Autobahn der Pilger auf dem Jakobsweg. Natürlich kennen wir das amüsante und nachdenkliche Buch von Hape Kerkeling in- und auswendig. Und natürlich haben wir Hörbuch und Film mehrfach gehört und gesehen. Leider sind wir nicht gut genug zu Fuß, um die Strecke als Pilger zu absolvieren. Aber wir hoffen, in den nächsten Tagen dem Jakobsweg so folgen zu können, dass wenigstens ein Hauch des berühmten Pilgerflairs an uns vorbeizieht.

Schon kurz hinter Pamplona stehen erste Ortsnamen auf den Ausfahrten, die uns aus dem Buch von Hape Kerkeling bekannt vorkommen. Zizur Mayor ist der erste, es folgen Puente la Reina, Cirauqui, Estella-Lizarra, Los Arcos, Viana und Logroño.

Pilgerroute versus Autobahn

Zunächst verläuft die Route des Jakobswegs etwa einen Kilometer östlich von uns. Und während wir auf einer schicken Autobahn unbeschwert dahinrollen, muss der Pilger auf den nächsten acht Kilometern 300 Höhenmeter hinauf auf die Sierra de Perdón überwinden. Die Autobahn unterquert den Gebirgszug in einem Tunnel.

Und so geht es weiter – für uns und für die Pilger. Während wir auf großzügigen Viadukten Flüsse überqueren und auf breiter Strecke sanft über Höhenzüge rollen, muss der Pilger auf dem Weg nach Nájera einige hundert Höhenmeter auf und ab gehen. Allerdings lassen sie sich deutlich mehr Zeit. Während wir die Strecke in knapp zwei Stunden zurücklegen, sind die Pilger hier vier bis fünf Tage unterwegs. Dabei verläuft deren Route auf diesem Abschnitt meist außer Sichtweite der Autobahn – so bekommen wir keinen von ihnen zu Gesicht.

Nájera

Die Landschaft links und rechts der modernen Autobahn ist die einer hügeligen Hochebene, die hier und da weite Ausblicke über das Land gewährt. Jetzt, Anfang Juni, ist auf den Feldern noch ein sattes Grün zu sehen. Schon bald aber werden sich die Farbtöne erst in ein goldenes Gelb und später in ein trostloses Graubraun verwandeln. Umso trostloser wird die Landschaft dann für die Caminos erscheinen.

Gegen 17:50 Uhr verlassen wir die Autobahn A-12 an der Ausfahrt 110. Wir biegen nach Norden ab und merken nicht gleich, dass wir die falsche Richtung eingeschlagen haben. Zwei Kilometer geht es durch die Weinberge des Anbaugebiets La Rioja, bis wir kurz vor Uruñuela unseren Irrtum erkennen und wenden.

Kurz nach 18:00 Uhr erreichen wir den Ortskern von Nájera. Wir versuchen unser Glück bei der Stellplatzsuche zunächst bei der Stierkampfarena am südlichen Stadtrand. Der Platz ist aber recht abgelegen, nicht beleuchtet und ein wenig vermüllt – das erscheint uns zu unsicher. Deshalb fahren wir ein Stück zurück und finden eine gute Alternative unter dem kühlen Schatten von Platanen auf dem Parkplatz vor dem städtischen Freibad.

Abendstimmung in Nájera

Wir wollen den Abend nicht im Auto verbringen und gehen nicht weit – am Rande eines Parks hat die Cafetería Boffi einen kleinen Garten mit einigen Tischen eingerichtet. Nachdem wir dort Platz genommen haben, kommt sogleich von der anderen Straßenseite ein freundlicher Kellner angerauscht, der schnell unsere Getränkewünsche aufnimmt.

Um uns herum herrscht ziemlicher Trubel. Viele Kinder in Sportkleidung sind unterwegs und scheinen unterschiedliche Stationen eines großen Kinder- und Sportfestes zu absolvieren. Uns gegenüber steht ein großes, offenes Zelt, in dem offenbar Bastelstrecken und eine Schminkstation angeboten werden. Auch wir profitieren von der Aktion – bietet doch die Cafetería Boffi ihre Getränke zum halben Preis an. Offenbar ein Angebot, das eigentlich jenen Eltern zugutekommen soll, die ihre Sprösslinge zu dem Fest begleitet haben.

Da wir aber eigentlich nicht dazugehören, wollen wir die Großzügigkeit des spendablen Gastronomen nicht überstrapazieren und bleiben nicht allzu lange.

Tagesausklang am Fluss

Zurück am Wohnmobil zaubert Steffi eine Spargelsuppe. Wir hatten das edle Gemüse aus der Markthalle in Arcachon mitgenommen. Den Rest des Abends verbringen wir auf einer Bank am Rio Najerillo, der gleich an unserem Parkplatz vorbeifließt und Nájera in zwei Hälften teilt. Gegenüber, leicht erhöht über den Häusern, können wir die Türme des Monasterio de Santa María la Real und der Iglesia de Santa Cruz erkennen – beide sind Ziele der Pilger hier in Nájera.

  • Parkplatz am Freibad - Najera
  • Am Rio Najerilla - Najera

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Montalivet – Arcachon – Jaizkibel https://www.mit-uns-entdecken.de/montalivet-arcachon-jaizkibel/ Wed, 07 Jun 2023 23:54:41 +0000 https://www.mit-uns-entdecken.de/?p=29791 Es geht mit einem Abstecher nach Arcachon weiter nach Süden, bis nach Spanien hinein, wo wir als Tagesziel die Höhen des Jaizkibel ansteuern. Montalivet-les-Bains und die Fahrt Richtung Süden Nach […]

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Es geht mit einem Abstecher nach Arcachon weiter nach Süden, bis nach Spanien hinein, wo wir als Tagesziel die Höhen des Jaizkibel ansteuern.

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Montalivet-les-Bains und die Fahrt Richtung Süden

Nach einer ruhigen Nacht auf dem wenig einladenden Wohnmobilstellplatz von Montalivet-les-Bains brechen wir gegen 10:00 Uhr auf. Der einzige Hingucker auf dem sonst recht trostlosen Platz sind neben der Copilotin die in voller Blüte stehenden Palmlilien.

Palmlilien
Palmlilien

Wir nutzen noch die etwas antiquierte Entsorgungsstation, nehmen Trinkwasser auf und starten dann Richtung Süden. Als erstes Ziel haben wir einen Wohnmobilhändler in einem Gewerbegebiet bei Arcachon ausgemacht. Der hat wohl auch einen kleinen Zubehörshop und uns fehlt noch die für Spanien obligatorische Warntafel für die Räder auf unserem Heckträger. Die hoffen wir dort zu bekommen. Google Maps meint, dass wir bis dorthin 1:40 Stunden brauchen. Das ist knapp, denn von 12:00 bis 14:00 Uhr legt der Laden eine Mittagspause ein.

Verbrannte Wälder

So nehmen wir die schnellste Route. Diese führt uns über die Départementstraßen D3 und D5 konsequent nach Süden. Wir durchqueren die endlos erscheinenden Seekiefernwälder der westlichen Gascogne und Ortschaften wie Carcans, Saumos, La Temple oder Blagon. Außerhalb der Orte ist man in den Wäldern dabei, die Folgen der großen Waldbrände des letzten Jahres zu beseitigen. Bei Temperaturen von knapp 38°C brachen riesige Feuer aus, die letztendlich 7.400 Hektar Wald erfassten. Fünf Campingplätze brannten ab und hunderte Menschen mussten evakuiert werden. Das waren die größten Brände, die je in Frankreich gewütet haben. Um sie erfolgreich zu bekämpfen, mussten auch Kräfte aus dem Ausland herangezogen werden, wie auch ein Beitrag des WDR berichtet: Link zum WDR-Bericht.

Nun sind in den Wäldern und auf den abgebrannten Flächen Harvester und Planierraupen unterwegs. Große Laster fahren tausende von verkohlten Stämmen aus dem Wald. Doch ist schon wieder sattes Grün auszumachen. Offenbar sind es die Farne, die gut mit den Flammen umgehen konnten. Mindestens einen halben Meter hoch stehen sie auf großen Flächen und wachsen ungebremst im hellen Licht.

Die Ankunft in Arcachon

Unsere Fahrt hingegen zieht sich. Erst um 13:54 Uhr können wir auf die A660, den Autobahnzubringer nach Arcachon, abbiegen. Und um 12:00 Uhr sind wir noch 6 Kilometer vor dem Campingausstatter, der gerade seine Türen für eine wohlverdiente Mittagspause schließt – Mist!
So beschließen wir, nach Arcachon hineinzufahren und die nächsten zwei Stunden dort zu verbringen.

Ein wenig Arcachon

In uns bereits bekannter Weise finden wir am Boulevard de la Plage in Höhe des Yachthafens von Arcachon eine Parklücke zu günstigen Konditionen. 2,50 Euro für zwei Stunden finden wir für einen solchen touristischen Hotspot mehr als in Ordnung. Mit den Rädern sind es am Wasser entlang etwas mehr als ein Kilometer bis zum zentralen Platz am Strand. Dort reicht die Seebrücke ca. 100 Meter in das flache Bassin d’Arcachon, das eine Meeresbucht bildet und die über 200 Kilometer lange Strandlinie zwischen der Girondemündung und den Pyrenäen unterbricht.

Wir aber halten uns in Richtung Stadtmitte. Wir wollen zur Markthalle am Place des Marquises. Vielleicht ist da ja ein maritimer Mittagsimbiss zu bekommen. Vielleicht eine Portion der leckeren eingelegten Fischchen, die wir vor Jahren hier schon einmal genossen haben. Doch auch dort kommen wir zu spät an. Es geht auf 13:00 Uhr zu, und die Händler an den Ständen haben einen großen Teil ihrer Ware schon wieder abgeräumt. Denn um 13:00 Uhr wird die Markthalle ihre Tore für heute schließen. Das schränkt die Auswahl deutlich ein.

Mittagsimbiss am Strand

Um nicht ganz leer auszugehen, nehmen wir eine Tüte mit 500 Gramm Crevettes der Größe 20-30 zu einem saftigen Preis mit. 25,00 Euro kostet uns der Spaß. Deutlich teurer als sonst. Da bezahlen wir zu einem guten Teil wohl auch die Lage mitten in Arcachon mit. Wir fahren mit unserem kleinen Einkauf hinunter an den Strand und finden an der Promenade unter einer riesigen Seekiefer, die kühlen Schatten spendet, eine freie Bank. Dort lassen wir uns die kleinen Garnelen schmecken. Da gibt es immer eine kleine Sauerei, als wir das leckere Schwanzfleisch aus ihren Panzern pulen. Wir ruhen ein wenig aus und schauen dem Treiben am Wasser zu.

Boulevard Marcel Gounouihil - Arcachon
Boulevard Marcel Gounouihil – Arcachon
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Weiterfahrt und Stopp bei Palace Caravanes

Dann geht es am Strand entlang wieder zum Wohnmobil. Es geht auf 13:30 Uhr zu und wir wollen möglichst wenig Zeit verlieren. Wir starten um 13:45 Uhr am Boulevard de la Plage in Arcachon und kommen kurz nach 14:00 Uhr bei Palace Caravanes, dem Wohnmobilhändler im Gewerbegebiet von Gujan-Mestras gleich an der A660, an. Das, was wir brauchen, liegt im Regal. So ist kein großer Dialog nötig. Wir zahlen 13,10 Euro für die Warntafel. Solide sieht das Stück Plastik nicht aus, aber es entspricht wohl den Vorschriften in Spanien und wird in den nächsten freien Wochen seinen Zweck erfüllen. Schnell ist die Tafel mittels Gummibändern an den Rädern montiert und wir können unseren Weg fortsetzen.

Mautgebühren und Ankunft in den Pyrenäen

Um 14:25 Uhr erreichen wir die A63, die uns schnell nach Süden bringt. Der Verkehr fließt gut und wird nur durch fünf obligatorische Stopps an den Mautstationen entlang der Strecke unterbrochen. Dort zahlen wir für insgesamt 169 Kilometer 27,00 Euro Streckenmaut.

Zunächst können wir der Landschaft links und rechts der sechsspurigen Trasse nichts abgewinnen. Lange geht es schnurgerade durch die endlosen Seekiefernwälder der Landes. Erst später, als wir an Bayonne und Biarritz vorbeifahren und die Pyrenäen in Sicht kommen, wird die Strecke abwechslungsreicher.

Grenzübergang nach Spanien und der Jaizkibel

So erreichen wir die spanische Grenze und verlassen wie gewohnt die Autobahn an der Ausfahrt Irun. Es ist nun 16:20 Uhr und an der Zeit, die heutige Etappe zu beenden. So fahren wir, wie schon öfter, hinauf auf den Jaizkibel. Der markante Bergrücken ist der zweitgrößte direkt an der spanischen Nordküste. Der Ausläufer der Pyrenäen ist 12 Kilometer lang und der höchste Gipfel ist 547 Meter hoch. Von Hondarribia geht es auf der GI-3440 in vielen Windungen tüchtig bergauf.

Guadalupeko Ama Birjinaren Santutegia

Die erste Sehenswürdigkeit auf dem Weg hinauf ist die Guadalupeko Ama Birjinaren Santutegia. Die Kirche aus dem 16. Jahrhundert ist der Jungfrau von Guadalupe, der Schutzheiligen von Hondarribia, unten im Tal geweiht. Davor gibt es eine schöne Aussichtsplattform mit einem Blick, der bis weit nach Frankreich reicht. Für uns ist hier jedoch kein Halten. Das Rote Kreuz hat heute den Platz belegt und Batterien von Wasserflaschen auf langen Tischen aufgebaut. Ob es heute Abend noch die Teilnehmer eines sportlichen Wettkampfes versorgen wird? Ein paar hundert Meter von hier entfernt liegt auch die alte Festung von Guadalupe mit tollen Aussichten auf die Biscaya. Da wir diesen Ort schon kennen, fahren wir weiter hinauf bis zum Parkplatz Aparkalekua.

Dort wollen wir für die Nacht bleiben. Gut, dass wir recht früh dran sind. Noch sind einige Parkflächen frei. Wir wählen eine mit Blick nach Norden. Vor uns eine Weide, auf der in Eintracht Kühe, Pferde und Schafe weiden. In der Ferne unten das heute ruhige Meer, auf dem zwei Fischkutter ihre Runden ziehen. Wunderbar!

Aussichten und Stellplatz am Jaizkibel

Es gibt dort gleich mehrere Aussichtspunkte in alle Himmelsrichtungen. Der schönste ist nur 50 Meter entfernt. Vom alten Wachturm gibt es ein 360-Grad-Panorama. Im Norden geht der Blick auf das Meer. Nach Osten folgt der Blick auf die Küstenlinie bis weit nach Frankreich hinein. Im Südosten und Süden liegt gleich unter uns der dichtbesiedelte Raum um Irun, und uns gegenüber beginnen sich die Pyrenäen zu erheben. Auffällig ist dabei der mächtige La Rhune, der westlichste markante Gipfel des Faltengebirges. In diese Richtung gibt es gleich neben dem Parkplatz eine aufwendig gestaltete Aussichtsplattform. Und im Westen, nicht weit entfernt, die nächsten Gipfel des Jaizkibel.

Es ist ein ausgesprochen schöner Ort und wir sind immer froh, wenn wir dort oben noch einen Stellplatz bekommen. Das hat auch heute geklappt. Viel später hätten wir allerdings nicht kommen dürfen. Gegen 18:30 Uhr sind alle Plätze belegt.

Da es zwar trüb, aber nicht kalt ist, sitzen wir noch eine ganze Weile draußen, gönnen uns ein Abendessen aus eigener Küche und fallen über unsere Urlaubsliteratur her. Irgendwann in der blauen Stunde gesellt sich Nieselregen zu uns. So werden wir ins Wohnmobil gezwungen und beenden den Tag.

  • Auf dem Jaizkibel
  • Jaizkibel
  • Irun - Jaizkibel
  • La Rhune - Jaizkibel
  • Alter Wachturm - Jaizkibel
  • Pyräneenpanorama - Jaizkibel

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