Frankreich und Spanien 2019 Archive - Zugvogel - ein Reiseblog https://www.mit-uns-entdecken.de/category/reisen/westeuropa-reisen/frankreich-spanien-2019/ Fri, 31 Jan 2025 11:58:27 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.5 https://www.mit-uns-entdecken.de/wp-content/uploads/2018/09/cropped-favicon_-Zugvogel-1-32x32.png Frankreich und Spanien 2019 Archive - Zugvogel - ein Reiseblog https://www.mit-uns-entdecken.de/category/reisen/westeuropa-reisen/frankreich-spanien-2019/ 32 32 125620668 Genfer See – Rheinfall Schaffhausen – Heimfahrt https://www.mit-uns-entdecken.de/genfer-see-rheinfall-schaffhausen-heimfahrt/ Mon, 30 Sep 2019 21:03:39 +0000 https://www.mit-uns-entdecken.de/?p=21365 In Pont-en-Royans starten wir unsere Heimreise. Wir werden drei Tage nach Thüringen unterwegs sein. Es geht quer durch das Vercors hinüber nach Grenoble. Dort schwenken wir nach Norden und beginnen […]

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In Pont-en-Royans starten wir unsere Heimreise. Wir werden drei Tage nach Thüringen unterwegs sein. Es geht quer durch das Vercors hinüber nach Grenoble. Dort schwenken wir nach Norden und beginnen eine scheinbar nicht enden wollende Odyssee bis an den Genfer See.
Am nächsten Tag durchqueren wir die erstaunlich flache westliche Schweiz und legen eine Stopp am Rheinfall bei Schaffhausen ein.
Der letzte Tag unserer Reise beginnt in Bodmann am Bodensee und führt uns wenig spektakulär durch Süddeutschland zurück nach Thüringen.

Vom Vercors an den Genfer See

Wir starten gegen 11:00 Uhr in Pont-en-Royans. Der Bourne liegt wie gestern Abend ganz still von unserem Stellplatz. Am Himmel jedoch haben sich die grauen Wolken des Vortages verzogen und es verspricht ein heiterer Tag zu werden.

Es hätte näher gelegen zunächst nach Westen zu fahren, um möglichst schnell die A 7 zu erreichen und vorbei an Lyon auf der A 6 Kilometer zu machen. So könnten wir heute noch Colmar oder Muhlhouse zu erreichen. Aber diese Strecke kennen wir schon und wir wollen ja Entdecker sein.

In der Annahme in der Gegend von Grenoble und weiter nördlich in Richtung Genf Interessantes am Weg zu finden, fahren wir aber von Pont-en-Royans Richtung Osten. Ein Fehler, wie wir uns später eingestehen werden.

Noch einmal durch das Vercors

Zunächst geht es aber bei bestem Wetter auf die D 531 die uns quer über das Vercors in Richtung Grenoble führt. Die Auffahrt zur Grottes des Choranche lassen wir links liegen. Wir haben die spektakuläre Tropfsteinhöhle vor einem Jahr besucht. Da nicht zu erwarten ist, dass sich seitdem die prächtigen Stalkniten und Stalaktiten signifikant weiterentwickelt haben, verzichten wir auf den Abstecher.

Die Strecke durch das Vercors ist reizvoll und verlangt ein wenig fahrerisches Können. Die Strecke führt durch die enge Klamm der Bourne und bei Gegenverkehr ist Rücksichtnahme angesagt.

Hier und da gibt es Parknischen, in denen man auch ein Wohnmobil sicher abstellen kann. Dort kann man dann auch zur Kamera greifen. Dabei entdecken wir einen Trupp, der sich offenbar bis in den Grund der Klamm abgeseilt hat und nun Erkundungen anstellt, die sich uns nicht erschließen.

Klamm der Bourne
Klamm der Bourne

So geht es für uns weiter und gegen 12:00 Uhr habe wir den höchsten Punkt unserer heutigen Überquerung des Vercors erreicht beginnen wir die Abfahrt hinunter ins Tal der Isère. Nach 20 Kilometern und sieben engen Kehren sind wir 800 Höhenmeter hinuntergefahren und haben Tal erreicht. Wir beigen zunächst Richtung Grenoble ab, denken aber das dies nicht die Richtige Richtung für uns ist.

Vorbei an Grenoble

Unser zweiter Fehler heute. Wären weiter in diese Richtung gefahren, hätten wir schnell die A 41 erreicht. Vor dort geht es flott im Tal der Isère nach Nordwesten, von wo aus die A 43 und A 41 nach Genf führt.

Wir aber entscheiden und zu wenden und der Isère nach Norden zu folgen. Dabei lernen wir, dass sich zwischen Grenoble, Vorion und der A 41 weiter nördlich ein riesiger Siedlungs- und Wirtschaftsraum erstreckt, in dem wir nur äußerst langsam vorankommen.

Für die knapp 50 Kilometer bis zur A 41 bei Chimilin brauchen wir über eine Stunde. Am Intermarché in Les Arbrets noch ein letzter Stopp zum Einkaufen in Frankreich. Wir werden sie vermissen, diese französischen Lebensmittel-Paradiese mit ihren so vielfältigen Angeboten. Die durch die drögen REWE, Edeka, Lidls oder NORMAS in der Heimat werden uns ein Graus sein.

Weiter bis an den Genfer See

Dann endlich ist die Autobahn erreicht. Nun kommen wir schneller voran. Kurz vor Genf gilt des die Jahresvignette als Mautgebühr für die Schweizer Autobahnen zu erwerben. Welche eine Verschwendung. Eine Jahresgebühr für vielleicht vier oder fünf Stunden auf denen wir die Autobahnen der Eidgenossen nutzen werden. Aber einen anderen Tarif gibt es leider nicht.

Eigentlich wäre es nun, da wir Genf erreicht haben, an der Zeit die Tagesetappe zu beenden. So machen wir uns nach Stellplätzen kundig. Dabei stoßen auf einen beachtlichen Preisunterschied zwischen dem Nord- und Südufer des Genfer Sees. Natürlich hat die Differenz nichts mit dem den diametral gegenüberliegen Gestaden dieses alpinen Sees zu tun. Nein, es ist das wirtschaftliche Gefälle zwischen dem Reich der Eidgenossen dem der Franken.

Stellt man sein Gefährt am nördlichen Ufer auf Schweizer Boden ab, sind schnell mal 22,00 oder 34,40 Franken fällig. Auf der französischen Seite an südlichen Ufer kommt man für 3,50 Euro am Parkautomaten aus. So ist unsere Wahl schnell getroffen. Wir bleiben noch eine Nacht in Frankreich.

Allerdings stellte und der Weg von Genf bis zum Stellplatz nochmals auf eine Geduldsprobe. Streckenweise kommen wir nur in langsam rollenden Kolonnen durch den Großstadtverkehr. Grüne Ampelphasen scheinen hier unbekannt zu sein und selbst die sonst so genialen Kreisverkehre vermögen es nicht, die Raupe aus sicher tausenden Fahrzeugen zu beschleunigen.

So kommen wir gegen 17:45 Uhr in der Rue de la Plage in Thonon-les-Bains an. Es ist kein Wohnmobilstellplatz im eigentlichen Sinn. Auf dem Parkstreifen am Straßenrand sind einfach 4 Plätze für Wohnmobile reserviert. Wesentlich länger als sieben Meter sollte das Gefährt hier jedoch nicht sein.

Ein Abend am Genfer See

Die Lage ist aber ganz hervorragend. Wir stehen direkt am Südufer des Genfer Sees. Nur die ruhige Rue de la Plage und eine gepflegte Wiese trennen uns von dem kleinen Strand. Wie können bis an das Schweizer Ufer hinüberblicken

Wir vertreten uns noch ein wenig die Beine und lassen den Tag ruhig zu Ende gehen. Während Steffi in der Nähe Spuren von Jugendstil entdeckt, lasse ich mir im einsamen Garten des Restaurants Les Pieds dans l Eau nach den langen Fahrt ein Bier schmecken. Das letzte Mal auf der Reise bestelle ich mit der Formel “Une bière s’il vous plaît” und beobachte wie das Tageslicht nach und nach über dem See verschwindet.

  • Stellplatz in Thonon-les-Bains
  • Jugendstil
  • Genfer See

Vom Genfer See an den Bodensee

Der 26. September 2019 beginnt für uns mit einem trüben Morgen am Genfer See. Während unseres Frühstücks können wir dem Fischer bei seinem Tagwerk beobachten.

Fischer auf dem Genfer See

Dann starten wir und haben schnell Thonon-les-Bains durchquer und nehmen auf der D 1005 Fahrt auf. Sie führt uns direkt am Ufer des Genfer Sees nach Westen. Eine schöne Strecke an der nicht nur der mondäne Kurort Evians mit seiner berühmten Mineralquelle liegt. Weitere kleine Orte und manches Chateau säumen die Straße.

Einmal durch die Schweiz

Noch bevor das westliche Ende des Genfer Sees erreicht ist, erreichen wir in St. Gingloph die Schweizer Grenze. Eine Ampel und zwei Grenzpolizisten regeln den Verkehr und ohne eine Verzögerung haben wir den Boden der Eidgenossenschaft erreicht.

Dann kommen wir an das Ende des Genfer See. Die Straße macht einen Knick nach Süden, dann nach Westen, überquert die Rhone und erreicht die Autobahn 9. Von nun an lassen wir uns von den gut ausgebauten Autobahnen durch die westliche Schweiz tragen. Die Landschaft ist sanft und den deutschen Mittelgebirgen ähnlich. Weit im Westen ragen in der Ferne die alpinen Höhenzüge der Alpen auf.

Es geht vorbei an Bern, Zürich und Winterthur. Viel zu berichten gibt es von dieser Etappe nicht. Nur die Sache mit den “Schwingerkönig” ist eines kurzen Berichtes wert.

Der Schwingerkönig

Kurz hinter Montreux fährt einen Siebeneinhalbtonner vor uns, von dessen Heck uns ein neuzeitlicher Herkules angrinst. Unter dessen Bildnis die Aufschrift “Schwingerkönig”. Des Schwizer-Deutsch nicht kundig grübeln wir, was uns der junge Mann mit der Bildunterschrift wohl sagen will. Denkt man sich das “ch” weg, wäre es für Schweizer Verhältnisse ein Titel, der für den allgemeinen Geschmack ein wenig zu gewagt wäre.

Der Schwingerkönig

Während Paula Gas gibt, um dieses Phänomen nicht davonfahren zu lassen, und ich beginne eine Recherche im Netz. Des Rätsels Lösung ist schnell gefunden. Der Wagen vor und kündet vom “Schwingerkönig” 2019.

Das “Schwingen” ist Art Mischung aus Ringen und Judo die traditionell in der Schweiz beheimatet ist. Auf Wikipedia erfahren wir mehr hierzu. Offenbar dient diese Sport seit Jahrhunderten dazu, die Kraft der jungen Schweizer Burschen, insbesondere auf Land, in halbwegs geordnete Bahnen zu bringen.

Im Wettkampf Mann gegen Mann tragen die “Schwinger” über der normalen Kleidung eine Art Hose. Ziel des Zweikampfes ist es diese Hose zu packen und den Gegner mittels des “Hosenlupfes” auf den Rücken zu zwingen.

Und der Wagen vor uns kündet wohl von Christian Stucki, den aktuellen Schwingerkönig aus Zug. Da er im Hauptberuf Chauffeur ist, kann es gut sein, dass er den Wagen vor uns selbst steuert. Übrigens ist der Mann Sportler des Jahres 2019 in der Schweiz geworden. Und in einem Land, dass viele internationale Sportstars wie Roger Federer, Simon Ammann oder auch zahlreiche Spitzenfahrer im alpinen Skisport aufweisen kann. Respekt!

Weit nach dieser Begegnung verlassen wir die Autobahn bei Winterthur und erinnern und dabei gern an das abendliche Gespräch, welches wir mit dem netten Herren aus dieser Stadt in Saint-Maires-de-la-Mer führen konnten.

Unser nächstes Ziel ist Schaffhausen. Gerne wollen wir Vater Rhein in seinem ungestümen Lauf erleben.

Am Rheinfall in Schaffhausen

In Schaffhausen angekommen lenkt uns eine gute Ausschilderung zum Rheinfall und auf den Parkplatz für Wohnmobile. Vor hier aus sind es 5 Minuten zu Fuß bis zu dem kleinen Hafen, von dem aus man eine Fahrt zu den brausenden Fluten des Rheins unternehmen kann.

Hier gibt es aber noch mehr zu sehen. Der Info Shop Rheinfall lockt mit Informationen und Souvenirs. Im Schlössli Wörth gibt es Hochpreisiges für Spieß und Trank.

Schlössli Wörth

Bänke für eine Ruhepause, öffentliche Toiletten und das Restaurant Park am Rheinfall komplettieren das Angebot dieses Areals. Selbst die Parkbänke haben hier mit einem Mehrwert. Mit Steckdosen ausgestattet ermöglichen sie es, das Handy oder den elektrogetriebenden Drahtesel mit neuer Energie zu versorgen. Und das ganz kostenfrei, welche Innovation in der Schweiz. Allerdings ist das Vergnügen nicht ganz risikofrei, worauf ein Plakat der Schweizer Polizei hinweist.

  • Rheinfall Schaffhausen
  • Rheinfall Schaffhausen
  • Rheinfall Schaffhausen

Und es ist ein sehr internationaler Ort. Touristen aus aller Herren Länder haben heute, trotz des trüben Wetters, den Weg hierher gefunden.

Ein Rundgang

Wir machen uns zu Fuß auf, den Rheinfall zu erkunden. Hierzu folgen wir dem Rhein stromauf, der hier in einen großen ovalen See stürzt.

Schnell sind die Aussichtsterrassen am Restaurant “Müllerradhaus” erreicht. Hier wird deutlich, dass “Vater Rhein”, hier ist er noch ein junger Kerl, sich darin gefällt, eine gewaltige Show abzuziehen.

Rheinfall

Nicht im freien Fall wie der Name vermuten lässt, stürzt der Rhein hier hinunter. Nein, über einen gewaltige, 150 Meter breite 23 Meter hohe Kaskade brausen die Wasser wild und weiß schäumend zu Tal. Eine ewige Gischt liegt über dem Ganzen.

Geologische ist dieser Katarakt noch recht jung. Er ist vor ca. 15.000 Jahren entstanden. Wie so oft war es auch hier eine Eiszeit, die die Landschaft nachhaltig veränderte.

Mitten im Katarakt stehen zwei bizarr anmutenden Felsnadeln. Jene auf der wie ein Fanal die Flagge der Eidgenossen leuchtet, kann erklommen werden. Zum Einstieg zu diesem kleinen Aufstieg kommt man allerdings nur mit einem der Boote der Reederei Schiffmändli. Zu dieser Gelddruckmaschine kommen wir später noch.

Rheinfall

Wir setzen unseren Weg fort und überqueren den Rhein auf der Brücke der Bahnlinie Schaffhausen – Winterthur. Nein, die Gleise müssen wir hierzu nicht nutzen, denn diese werden von einem bequemen Fußweg begleitet. Ein Zug zeigt uns deutlich, dass er schneller ist als wir.

Bahnbrücke

Der Blick von hier aus bietet eine weitere Perspektive auf Rheinfall.

Rheinfall
Am Schloss Laufen

Am Ende der Brücke geht es ein zwei Treppen hinauf zum Schloss Laufen am Rheinfall. Die Fassade zum Rhein hin ist ein wüster Mischmasch verschiedenster und leider auch neuerer Bauepochen.

Schloss Laufen am Rheinfall

Der Innenhof dagegen ist fast malerisch. Hier sorgt manch albernes und kostenpflichtiges Spielgerät für eine Gewinnmaximierung.

Um von hier oben wieder an den Rheinfall zu kommen wird ein Obolus fällig. Fünf Schweizer Franken pro Person sind ein stolzer Preis, der sich für uns aber unerwartet verringert. Ein Pärchen kommt aus dem Drehkreuz, das nach unten führt entgegen und drückt uns seine bereits benutzen Tickets in die Hand. Wir lernen, die Tickets sind nicht personengebunden und können mehrfach verwendet werden. So großzügig haben wir die Schweizer noch nicht kennengelernt.

So müssen wir nur ein Ticket lösen und stellen fest, dass sich dieser Preis auch lohnt. Von hier oben vor den Mauern des Schloss Laufen gibt es einen grandiosen Blick über den Rheinfall, wie er an anderen Stellen unserer kleinen Rundtour nicht zu finden war.

Rheinfall

Und alle die den tosenden Wassern akustisch und optisch richtig nah sein wollen sind hier genau richtig.

  • Rheinfall Höhrstation
  • Rheinfall

Eine Höhrstation die den Schall des tosenden Rhein beeindruckend verstärkt und mehrere Terrassen, an denen sie Fluten unmittelbar vorbeistürzen sind unverzichtbare Highlights hier am Rheinfall in Schaffhausen.

Und wenn man bedenkt welche Aufwände mit der Erhaltung dieser Anlagen verbunden sind, man denke nur an die Stichworte Winter und Frostschäden, ist der Eintrittspreis durchaus gerechtfertigt.

Nach unserem Erlebnis im Tosen des Flusses und der Gischt des Kataraktes steigen wir nicht mehr hinauf zum Schloss Laufen. Nein wir steigen weiter hinab zum Anleger der Reederei Schiffmändli und kommen zu einem ganz besonderen Geschäftsmodell.

Mehr als eine Überfahrt

Ein Ticket für eine Überfahrt hinüber zum Hafen der Reederei am Schlössli Wörth können wir hier nicht lösen. Das ist den eidgenössischen Kapitänen dann doch zu wenig. Sicher ist damit nicht einmal der Aufwand für die
Ticketerstellung gedeckt. Also gibt es die Überfahrt, die vielleicht drei Minuten dauert, nur als Kombiticket für einen größere Tour. Wir entscheiden uns für die kleine Rundfahrt mit der blauen Linie.

Eine Investition die sich jedoch wirklich lohnt. Wir setzten zunächst wenig spektakulär vom Schloss Laufen zum Schlössli Wörth über. Gerade einmal drei Minuten dauert diese Passage. Am anderen Ufer angekommen steigen wir nach einer kurzen Wartepause auf ein Boot der Blauen Linie um.

Die kleine Tour hinüber zu den tobenden Wassern des Rheinfalls ist ein Erlebnis. Die Bootsführer haben wohl einen der angenehmsten Job hier am Rheinfall. Mit ein paar charmanten Worten und einige Pferdestärken steuern sie ihre Boote einige Male mitten Stromschnellen und werden zu den Helden aller Passagiere an Bord. So einfach kann das Leben sein.

  • Rheinfall - Anlauf zum Katarakt
  • Rheinfall - Mittendrin

Wir finden das sich der Abstecher an den Rheinfall gelohnt hat und können ihn nur weiterempfehlen.

Wieder festen Boden unter den Füßen geht es für uns zurück zu Wohnmobil und auf die Suche nach einem schönen Platz für den letzten Abend unserer Reise.

Bodman am Bodensee

Hierzu wechseln wir hinüber nach Deutschland. In Bodman am Überlinger See, dem nordwestlichen Ausläufer des Bodensees finden wir einen ruhigen Stellplatz gleich neben dem Strandbad von Bodman.

Nach einer kleinen Pause machen wir uns auf Suche nach dem Restaurant Krens im Seeum, wo wir das Ende unsere Reise bei einem guten Abendessen ein wenig feiern wollen.

Das Seeum ist eine moderner und architektonisch durchaus gelungener Mehrzweckbau, der neben dem Restaurant auch einen Bürgersaal und die örtlich Tourist Information beherbergt. Auf dem Weg dorthin lernen wir Bodman ein ganz klein wenig kennen. Dabei wir uns klar, dass es in Deutschland schöne und weniger schöne Ecken gibt. Zu letzteren gehört Bodman auf keinen Fall.

Das Essen im “Kern” ist wirklich lecker, Küche und Einrichtung sind modern und wir fühlen uns wohl. Trotzdem liegt ein melancholischer Schatten über dem Abend. Sicher hat dies damit zu tun, dass morgen unsere Reise zu Ende gehen wird. Aber auch für die Mannschaft des Restaurants “Kern” steht ein Abschied bevor. In wenigen Tagen läuft der Vertrag für den Pächter aus. Eine andere Mannschaft wird hier dann wohl einziehen. Bleibt zu hoffen, dass Küche und Atmosphäre dann auch so gut sein werden.

Den Rückweg zum Wohnmobil absolvieren wir ohne Mond. Der wird erst morgen früh gegen 03:40 Uhr aufgehen. Dafür kommen die Lichter am Yachthafen und in den Straßen von Bodman viel besser zur Wirkung. Gut beleuchtet erreichen wir in dieser lauen Spätsommernacht unser Auto nicht ohne von Erni und Bert gegrüßt zu werden.

  • Bodman - Yachthafen
  • Bodman - Ruhe finden
  • Bodman - Mammutbaum
  • Bodman - katholisch hier
  • Bodman - Gruss von Erni und Bert

Vom Bodensee nach Thüringen

Stellplatz Bodman

Heute steht die letzte Etappe unserer Reise an. Vom Überlinger See geht es vorbei an Stuttgart und Würzburg zurück nach Thüringen. Viel zu berichten gibt es nicht über diese Fahrt. Nur das wir recht stockend vorankommen. Das Verkehrsaufkommen, der Zustand sowie die Kapazität der Autobahnen wollen in Deutschland irgenwie nicht zusammenpassen.

So ganz anders und entspannt fährt es sich doch auf den Auopistas und Autovias in Spanien. Und auch die französischen Autoroutes brachten uns trotz (oder gerade wegen des Tempolimits) immer entspannt ans Ziel.

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Weiter ins Vercors und nach Pont-en-Royans https://www.mit-uns-entdecken.de/pont-en-royans-und-vercors/ Tue, 24 Sep 2019 23:58:07 +0000 https://www.mit-uns-entdecken.de/?p=21363 Es geht weiter durch den Südosten Frankreichs. Von der Provence hoch in der Vercors und weiter bis Pont-en-Royans. Aufbruch Le Lauzet Ubaye Nach dem netten Abend gestern im Relais du […]

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Es geht weiter durch den Südosten Frankreichs. Von der Provence hoch in der Vercors und weiter bis Pont-en-Royans.

Aufbruch Le Lauzet Ubaye

Nach dem netten Abend gestern im Relais du Lac in Le Lauzet Ubaye schlafen wir heute aus und gönnen uns ein ausgiebiges Frühstück im Wohnmobil mit Blick auf den kleinen Bergsee gleich beim Stellplatz.

Gegen 10:40 Uhr brechen wir auf. Vorher ist aber noch die Stellplatzgebühr in der kleinen Tourist-Information zu begleichen. Die befindet sich in einem älteren Gebäude gleich an der Ausfahrt.

Das Ziel der Reise steht für uns heute fest. Es soll nach Pont-en-Royans gehen. Wir kennen den Ort von einer Durchreise im letzten Jahr. Damals war uns dort eine malerisch gelegener Wohlmobilstellplatz aufgefallen, der allerdings noch im Bau war.

Ca. 230 Kilometer liegen bis dorthin vor uns. Aber es wird mit dem Blick auf die Karte eine längere Tour werden. Weder Autobahnen noch eine der allgemein gut ausgebauten Nationalstraßen liegt auf der Route.

Lac de Seere-Ponçon

So geht es zunächst auf der D 900 Richtung Westen. Nach wenigen Kilometern halten wir zu einem kurzen Fotostop. Unten im Tal können wir beobachten, wie sich die wilde L’Ubaye beginnt im Lac de Seere-Ponçon aufzustauen.

Lac de Seere-Ponçon

Dieser Stausee wartet mit einigen Superlativen auf. Europas größter Erddamm staut hier die Ubaye und die größere Durance auf. 10 Prozent der aus Wasserkraft gewonnenen Energie in Frankreich werden hier erzeugt.

Auch dem Hochwasserschutz dient der 20 Kilometer und bis zu 120 Meter tiefe Stausee. Damit sind die katastrophalen Hochwasser die im 19. Jahrhundert z.B. Avignon heimsuchten passé.

Einen letzten Blick auf die gewaltige Anlage können wir in Espinasses werfen. Unterhalb des Dammes überquert hier die D 9008 die Durance.

Weiter ins Vercors

Nun folgen wir einige Kilometer talwärts der Durance. Die Gegend links und rechts des Flusses scheint ein großer aber dicht besiedelter Obstgarten zu sein. Plantage reiht sich an Plantage, immer wieder unterbrochen von Gehöften, Weilern und Dörfern. Schön hier!

Bei all dieser Schönheit verpassen wir den Abzweig auf der B 900 B nach Norden. So Folgen wir der D 942 weiter nach Süden durch Tallard bis zum Aerodrome de Gap-Tallard. Dabei fragen wir uns ob diese Provinzflugplätze in Frankreich besser als jene in Deutschland funktionieren.

Hinter dem Flugplatz geht es jäh Richtung Norden auf des N 85. Durch unseren kleinen Navigationsfehler können wir nun doch ein Nationalstraße nutzen, die uns ganz schnell an den westlichen Rand von Gap mit seinen Einkaufsmärkten und Gewerbegebieten führt.

An einem großen Kreisverkehr geht nach Westen, auf die D 994. Noch einmal kommen wir schnell voran. Die Straße ist streckenweise schnurgerade und folgt dabei den Petit Beuch, einem kleinen Gebirgsfluss, dem wir nun stromabwärts folgen.

In Veynes biegen wir auf die D 994B ab. Kleine Serpentinen führen uns hinauf zum Col des Eygaux auf 914 Metern über dem Meer. In La Faurie biegen wir nach Westen auf die D 28L ab. Auf enger Straße sind hier nun zwei Pässe zu meistern. Den Col de la Haute Beaume (1.268 Meter hoch) und den Col de Cabre (1.180 Meter). Auf letzteren steht recht einsam das Refuge de Col de Cabre. Die Türen verschlossen, schaut uns der düstere Bau wenig einladend an.

  • Col de Cabre
  • Refuge de Col de Cabre

So fahren wir weiter und haben eine längere Abfahrt vor uns. Über 50 km geht es nun bergab. Die D 93 führt zunächst nach Südosten entlang der Le Maravel die bald in die Drôme mündet. Hier macht die Straße einen jähen Richtungswechel, um nun dem größeren Fluss nach Nordwesten zu folgen.

Entlang der Drôme

Zunächst teilen sich Bahnstrecke und Straße eine Trasse, die durch eine karge Gebirgslandschaft führt. Später dann weitet sich das Tal der Drôme und erste Weiden und Felder begleiten uns, hier und da ein Weiler oder ein Gehöft.

Dann türmen sich vor uns zwei gewaltige Berge auf uns auf. Ein Labyrinth aus riesigen Felsbrocken zwischen dem Pic du Luc rechts und seinen namenlosen Pendant auf der anderen Seite der Drôme versperren dem Fluss hier seinen Weg. Sich einen Weg durch diese enge Passage suchend, bildet der Strom ein großes S, dem die die Straße in weiten Bögen folgt.

Dabei geht es immer bergab. Zu Zeiten der großen Gletscherschmelzen nach der letzten Eiszeit mag dies hier ein gewaltiger Katarakt gewesen sein. Ein wenig erinnert uns das Bild an den “Toten Wasserfall”, den wir vor Jahren in Schweden besuchten.

Heute fließt die Drôme hier in aller Ruhe entlang und hat einen kleinen See gebildet. Dahinter geht es dann in Stromschnellen hinab ins Tal. Die Trockenheit der letzten Monate mindert dieses Naturschauspiel allerdings zu einem armseligen Rinnsal.

Drôme

Hier gibt es einen kleinen Rastplatz, an dem wir uns eine kleine Auszeit gönnen. Hierzu ist es auch höchste Zeit, den schon über drei Stunden sind wir seit unserem Aufbruch in Lauzet Ubaye unterwegs.

Hinter Luc-en-Diois weiter sich das Tal der Drôme mehr denn je. Die Felder entlang der Straße werden immer breiter und zunehmend mischen sich Plantagen mit Wallnussbäumen darunter.

Hinauf zum Col de Rousset

Im Städtchen Die verlassen wir die Drôme und biegen nach Norden auf die D 518 ab. Hier haben wir auch den tiefsten Punkt unsere heutigen Etappe erreicht. Die Stadt Die liegt auf 416 Meter Meereshöhe. Und von hier aus geht es direkt zum höchsten Punkt für heute, dem Col de Rousset. Es wird unser Aufstieg hinauf ins wilde Vercor.

Die Anfahrt zum Pass erfolgt entlang des Flüsschens La Comane. Dabei führt die Straße hoch über dem Fluss am Berghang entlang und durch dichte Wälder. Hinter Chamaloc beginnt dann der eigentliche Aufstieg. Auf den nächsten 14 Kilometern geht es über 700 Höhenmeter nach oben.

Spektakulär winden sich die Serpentinen mit ihren engen Kehren das Karstgebirge hinauf. Genauso spektakulär kommt uns ein Konvoi von Oldtimern der Marke Aston Martin entgegen. Manche driften durch die Kurven, so dass wir Angst um unser ausgeliehenes Mobil bekommen. Aber auch diese Begegnung überstehen wir schadlos.

Dann ist der Col de Rousset erreicht. Der Ausblick von hier oben ist bei schönem Wetter sicher grandios. Der graue Himmel, der in der letzten Stunde aufgezogen ist, trübt dieses Erlebnis allerdings ein wenig. Von den Gänsegeiern die Ende der 1990er Jahr hier angesiedelt wurden, ist leider nichts zu sehen

  • Vercors - Col de Rousset
  • Vercors - Col de Rousset
  • Vercors - Col de Rousset
  • Vercors - Col de Rousset

Mit unserer Fahrt hier hinauf haben wir nun die Provence mit ihren mediterranen Klima verlassen und haben das Vercors erreicht, das eher mit dem feuchtkalten Klima der nördlichen Randgebirge der Alpen aufwartet.

Den eigentlichen Gipfel des Col de Rousset erklimmen wir übrigens nicht. Hierzu müssten wir zu Fuß weitere 113 Höhenmeter aufsteigen. Das trübe Wetter, der scheinbar schwierige Weg hinauf und die fortgeschrittene Tageszeit sind uns eine willkommene Ausrede auf dieses Abenteuer zu verzichten.

Im Vercors

So machen wir uns durch den Tunnel unter dem Gipfel des Col de Rousset aus dem Staub. Auf der anderen Seite begrüßt uns tatsächlich eine anderes Wetter. Es nieselt ein wenig als wir der D 518 nun weiter nach Norden folgen. Dabei geht es zunächst über zwei enge Kehren hinab nach Rousset, dem kleinen Dorf, nachdem der Gipfel und der Pass hinter uns benannt sind.

Von dort aus geht es in Tal des Flüsschens Vernaison schnurstracks noch Norden. Irgendwann stößt der Adouin, ein weiterer Gebirgsfluss hinzu und beiden schwenken nach Nordwesten. Uns bleibt der Vernaison ein guter Wegweiser. Dabei führt die Straße durch das beeindruckende Karstgebirge des Vercors mit seinen engen Schluchten. Hier da muss uns ein Tunnel die Bahn brechen.

Pont-en-Royans

So kommen wir gegen 16:20 Uhr in Pont-en-Royans an. Auf dem nigelnagelneuen und schön gelegenen Wohnmobilstellplatz am Ufer der Flusses Bourne haben wir freie Platzwahl. Nur ein weiteres Wohnmobil hat sich heute hier her verirrt.

Sofort machen wir uns auf den Weg, den Ort zu erkunden. Wir nehmen den malerischen Weg unten entlang am Fluss und erkennen von hieraus wie malerisch, fast spektakulär die alten Häuser hoch auf den Felsklippen stehen, durch die sich hier die Borne in einem engen Canyon schlängelt.

  • Pont-en-Royans
  • Pont-en-Royans
  • Pont-en-Royans

Dann geht der Weg am Ufer des Flusses nicht weiter. Zu eng ist die Klamm als dass sie Platz auch nur für einen kleine Steig bieten könnte. So geht es an der rechten Flussseite einige Treppen hinauf. Und schon stehen wir auf dem Bauwerk, das dem Städtchen seinen Namen gab – die Ponte en Royans.

Die Brücke Pont-en-Royans

Viele Jahrhunderte war hier, aus den Ebenen des Rhone und der Isère kommend, der einzige Zugang hinauf ins Vercors. Der enge Klamm bot eine gute Gelegenheit hier die Bourne zunächst mit einer Holzkonstruktion zu überbrücken. In den folgenden Jahrhunderten wurde eine Steinbrücke daraus, die immer wieder erneuert und verbreitet wurde.

Auf diesem historischen Monument stehen wir nun und blicken hinunter in die klaren Wasser, die sich hier ihren Weg zur die Isère, der Rhone und später ins Mittelmeer bahnen. Nur ein paar Bläschen von den Stromschnellen oberhalb von hier schwimmen auf der Oberfläche und verdecken ein wenig die klare Sicht in die Tiefe. Ein Schild an der Brücke verbietet hier jedem einen Sprung in kühle Nass. Sicher nicht ohne Grund.

  • Bourne
  • Ponte-en-Royans
  • Pont-en-Royans

Durch die Stadt Pont-en-Royans

Von der Brücke aus führt uns die Hauptstraße, die Rue Grande, zurück zum Wohnmobilstellplatz am anderen Ende des Städtchens. Was dicht gedrängt links und rechts der Rue Grande steht, ist meist von morbiden Charme. Vieles scheint verlassen manches dem Verfall preisgegeben zu sein.

Ein Blick in die jüngere Vergangenheit von Pont-en-Royans

In einem der Läden nehmen wir als Souvenir eine Flasche des hiesigen Wallnusslikörs mit. Ein ganz anderer Baum lieferte lange den Rohstoff für eine kleine Industrie. Lange bevor Kunststoffe begannen elektrische Komponenten wie Schalter und Steckdosen zu verkleiden, diente hier der Buchsbaum als edle Alternative. Die Buchbaumdrechslerei war lange der Haupterwerbszweig hier. 1986 schloss allerdings der letzte Betrieb.

Auch sonst ging es wohl in den letzten Jahrzehnten wirtschaftlich eher bergab. Ein deutliches Zeichen dafür ist der Bevölkerungsschwund.
Waren es 1962 noch über 1.100 Einwohner, so fanden 2017 nur noch 774 Einwohner hier ihre Heimat. Damit erklärt sich auch der große Leerstand in den Häusern links und rechts unseres Weges.

  • Pont-en-Royans
  • Pont-en-Royans
  • Pont-en-Royans
  • Pont-en-Royans
  • Pont-en-Royans
  • Pont-en-Royans

Einen anderen Teil der Geschichte dieses Ortes müssen wir als deutsche Gäste aber auch noch erzählen.

Das schwer zugängliche Vercors war im 2. Weltkrieg ein ideales Operations-, Rückzugs- und Ausbildungsgebiet für die Resistance. Am 6. Juni wurde durch die Resistance gar die République du Vercors ausgerufen. Ein Akt den die deutschen Besatzer nicht dulden wollten.

Die deutsche Wehrmacht wütete schrecklich unter den Widerstandskämpfern (639 Tote) und Zivilisten (201 Tote). Mann schreckte auch nicht davor zurück Ärzte und Verwundete eines Lazarettes zu exekutieren und Krankenschwestern in das KZ Ravensbrück zu deportieren. Mehr hierzu erfährt man im Musée départemental de la Résistance du Vercors in Vassieux-en-Vercors.

Als einer der wichtigsten Zugangsorte zum Vercors war Pont-en-Royans einer der Dreh- und Angelpunkt der Widerstandsbewegung. So wurde das kleine Städtchen im Juli 1994 das Opfer von zwei grausamen Angriffen der deutschen Luftwaffe.

Ein Gedanke zur Gegenwart

Heute scheint die Zeit in Pont-en-Royans ein wenig stehen geblieben zu sein. Nur der fast futuristische Bau des Musée de l’Eau (Museum des Wassers) setzt einen modernen Tupfer in die Stadtkulisse. Leider hat es aber geschlossen, so dass wir uns auf dem Weg zurück zum Wohnmobil machen.

Orte wie Pont-en-Royans lassen uns immer wieder grübeln. Malerisch in einer phantastischen Landschaft gelegen, mit reicher Geschichte und Architektur gesegnet, dämmern so viele Orte in der französischen Provinz ihrem Verfall entgegen. Warum ist das so?

Sind wir hier in Deutschland mit unserem föderalen System besser aufgestellt. Dort ist es möglich, dass sich fast jedes Dorf eine politische Lobby aufbauen kann. Der Weg zu denen, die auf Landesebene helfen können, ist meist recht kurz. Ein guter Ministerpräsident kennt seine Städte und Dörfer und Bürgermeister. Die Landkreise vermitteln. Selbst in Brüssel hat jedes Bundesland eine Vertretung, die sich auf europäischer Ebene für die Belange der Bürger und Kommunen einsetzen kann.

In Frankreich mit seinem zentralistischen System ist das scheinbar anders. Alles Wesentliche wird in Paris entschieden und der Weg dorthin ist weit. Der Blick aus Paris reicht wohl oft nur bis in die großen Metropolen wie Lyon, Marseille oder Lille.

Die kleine bleiben auf der Strecke und schaut man nur den Zustand vieler Häuser in Pont-en-Royans an, ahnt man, warum den ersten Wahlgang zur Wahl des französischen Präsidenten im Jahr 2017 hier Marie Le Pen gewonnen hat.

Frankreich sollte unbedingt in seine Provinz investieren, die Landflucht stoppen und sich die Herstellung annähernd gleicher Lebensverhältnisse im ganzen Land auf die Trikolore schreiben.

Mit diesen Gedanken kommen wir zurück zum Wohnmobil. Zu unserer Überraschung landet auf dem Sportplatz nebenan gerade ein Rettungshubschrauber. Ganz so abgeschnitten, wie wir dachten, scheint Pont-en-Royans wohl doch nicht zu sein.

Und wenn es auch nicht unbedingt einer ganzen Reise wert ist, so lohnt sich ein Abstecher hierher auf jeden Fall.

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Villars-Colmars – Col d’Allos – Le Lauzet Ubaye https://www.mit-uns-entdecken.de/villars-colmars-col-dallos-le-lauzet-ubaye/ Mon, 23 Sep 2019 23:52:39 +0000 https://www.mit-uns-entdecken.de/?p=21360 Das malerische und wehrhafte Villars-Colmars der fahrtechnisch kitzlige Col d’Allos und das kleine Alpendorf Le Lauzet Ubaye bestimmen den heutigen Tag. Aufbruch in Castellane Heute am 23. September 2019 ist […]

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Das malerische und wehrhafte Villars-Colmars der fahrtechnisch kitzlige Col d’Allos und das kleine Alpendorf Le Lauzet Ubaye bestimmen den heutigen Tag.

Aufbruch in Castellane

Heute am 23. September 2019 ist das schöne Wetter in die Provence zurückgekehrt und wir müssen uns so langsam auf den Heimweg machen. Ca. 1.300 Kilometer liegt in den noch verbleibenden fünf Tagen vor uns. Das macht 260 Kilometer am Tag. Ein Etmal das uns noch ausreichend Zeit lässt, dieses und jene am Rand des Weges zu entdecken.

So brechen wir bester Laune gegen 10:00 Uhr in Castellane auf. An der mikroskopisch kleinen AVIA-Tankstelle in der Rue Saint-Michel füllen wir unser Kraftstoffdepot auf und starten dann auf der B 955 Richtung Norden.

Barrage de Castillon

Nach ca. acht Kilometern erreichten die gewaltige Staumauer der Barrage de Castillon. Anlass für einen ersten Stopp. Das Bauwerk ist 95 Meter hoch und 200 Meter breit. Hier werden die Schwankungen der Wassermengen des Verdon reguliert, Überschwemmungen verhindert und über 200.000 Menschen mit Strom aus Wasserkraft versorgt.

  • Barrage de Castillon
  • geologischer Aufschluss
  • der gestaute Verdon

Gegenüber der Staumauer zeigt eine kahle Felswand, wie im Trias das Urmeer hier Schicht für Schicht ablagerte. Deutliche erkennt man, dass sich hellere und dunklere Schichten abwechseln. Die Schichten sind angekippt. Als sich von 120 Millionen Jahren gleich nebenan die Alpen in die Höhe hoben, wurde auch das Gebiet der heutigen Provence ein wenig durchgerüttelt.

Wir fahren weiter und folgen dabei dem Seeufer in Richtung Norden. Dort vor der Stau beginnt, lieg Saint-André-les-Alpes. Offenbar haben wir damit des Gebiet der Seealpen erreicht.

Wir folgen weiter dem Verdon flussaufwärts. Der Fluss ist hier wild und schiebt ungezügelt große Schotterbänke talwärts. Nur eine soliden Böschung, die die Strasse schützen soll, gebietet dem Fluss bei Hochwasser Einhalt.

Die Landschaft ist großartig das Wetter nach wir vor sehr schön.

  • Schotterbänke
  • an der D 955

Villars-Colmars

30 Kilometer weiter erreichen wir Villars-Colmars. Bei der Einfahrt begrüßt uns die Festungsanlage Fort de France. Der Ort selber versteckt sich auch hinter einen respektablen Stadtmauer. Am Ende des Ortes dann die nächste Festung das Fort de Savoie. Der wehrhafte Charakter dieses Ortes scheint uns eine kleine Entdeckungstour wert zu sein. Außerdem ist es inzwischen 12:00 Uhr und damit Zeit für einen kleine Mittagspause. Also wenden wir noch vor dem Ortsausgang und finden eine schöne Parkmöglichkeit am westlichen Ortsrand.

Parking de la Lance – Villars-Colmar

Ein kleiner Rundgang in Villars-Colmars

Von hier aus ist es zu Fuss nicht weit und wir stehen vor dem mächtigen Tor, welches und Einlass in den kleinen Kosmos hinter der Stadtmauer gewährt. Überragt vom Turm der wehrhaften Èglise Paroissiale Saint-Martin (Pfarrkirche Saint-Martin) drängt sich hier Haus an Haus. Enge Gassen mit mitunter großen Namen (“Grande Rue”) durchziehen das Gewirr der Wand an Wand stehenden Häuser.

  • Villars-Colmar - Grande Rue
  • Èglise Paroissiale Saint-Martin - Villars-Colmar
  • Grande Rue - Villars-Colmar
  • Rue Saint-Pierre - Villars-Colmar
  • Villars-Colmar

Wir fühlen uns hier sofort wohl. Wieder eines dieser uralten Dörfer abseits des großen Zentren. Charmant und ein wenig morbide. Einige wenige Geschäfte die jetzt zu Mittagszeit geschlossen haben, eine ebenfalls geschlossene Bar mit den Namen “Crazy Pub”, ein Restaurant und mehrere Plätze mit alten Brunnen fallen uns auf. Die waren früher nicht nur Zierde sondern Wasserquelle und Waschplatz, wie eine Infotafel erklärt.

  • Brunnen am Place de la Fontaine - Villars-Colmar
  • Info-Tafel - Villars-Colmar

In der alten Pfarrkirche werden die Herren auf eine angemessenes Benehmen (Mütze und Hüte abnehme) und die Damen auf einen korrekten Dresscode (korrektes Kleid) hingewiesen.

  • Èglise Paroissiale Saint-Martin - Villars-Colmar
  • Èglise Paroissiale Saint-Martin - Villars-Colmar
  • Èglise Paroissiale Saint-Martin - Villars-Colmar

Am Ende der Grande Rue, am Place du Barri und am Porte de Savoie wird deutlich, wie wehrhaft dieser Ort einst gewesen sein muss. Neben der Stadtmauer mit ihren beiden Bastionen wurde das Städtchen ja auch noch von den beiden Kastellen nördlich und südlich des Ortes geschützt.

  • Bastion Grande Rue - Villars-Colmar
  • Stadtmauer am Place du Barri - Villars-Colmar
  • Porte de Savoie - Villars-Colmar

Leider bekommen wir nur wenig über die Geschichte von Villars-Colmars heraus. Aber die Lage hier im Tal des Verdon, mit dem Zugang zu gleich zwei Passtrassen, dem Col d’Allos und dem Col des Champs waren für die strategische Lage des Ortes von sicher entscheidender Bedeutung.

Zum Schluss noch eine Leckerei

Nach unserem Rundgang besuchen wir noch die kleine Bäckerei gleich vor der Stadtmauer und kehren mit einem geheimnisvollen Karton zum Wohnmobil zurück. Verpackt in der Kartonage ist eine Art Gugelhupf mit Pudding-Füllung – sehr lecker.

Weiter im Tal des Verdon zum Col d’Allos

Gegen 14:00 Uhr geht es dann für uns weiter. Immer noch nach Norden und noch immer folgend wir dem Verdon hin zu seinem alpinen Ursprung um dann weiter hinauf auf den Col d’Allos zu fahren.

Bis Allos

Das Tal bleibt weit, die Berge rundum werden immer höher, die Landschaft immer alpiner und die Baumgrenze scheint bald erreicht zu sein. In Allos haben wir 1.430 Meter über dem Meer erreicht.

Wenig später kommen wie nach La Foux d’Allos dem Skigebiet an der Quelle des Verdon. Schön ist es hier nicht gerade. Aber sicher zweckmäßig für tausende Skifahrer die sich von 35 Seilbahnen und Liften auf den Berg bringen lassen, um dann insgesamt 180 Pistenkilometer unter die Bretter zu nehmen.

La Foux d’Allos

Jetzt im späten September ist hier alles wie ausgestorben. Kein Wunder bei über 20° Celsius und grünen alpinen Matten, die bis hoch auf die Gipfel der umliegenden Berge reichen. Der höchste ist der Grande Seolane mit 2.909 Metern. An seiner Südflanke entspringt der Verdon, von dem wir uns nun verabschieden.

Aufstieg zu Col d’Allos

Gleich hinter La Foux d’Allos biegt die D 908 jäh nach Westen ab und beginnt in engen Serpentinen den Aufstieg zum Col d’Allos. Unten am Einstieg verbietet ein Schild die Weiterfahrt für Fahrzeuge über 3 Tonnen Gewicht, ein Maß, in das wir nicht ganz hineinpassen.

Die Fahrt hinauf ist nicht lang, gerade einmal sechs Kilometer, aber sehr anspruchsvoll mit dem Wohnmobil. Dabei ist nicht die Länge, sondern die Breite unserer Reisekutsche das Problem. Jedes Auto welches uns entgegenkommt wird zu einer Herausforderung.

Die Asphaltstraße ist schmal und hat kein Bankett. Der Rand der Fahrbahn endet oft abrupt und steil. Ausweichen auf den unbefestigten Fahrbahnrand ist so nicht möglich. Um wenn, bleibt auch dort nicht viel Platz bevor es steil bergab geht. Ausweichstellen und Leitplanken sind hier unbekannt.

Col d’Allos

Nach einigen kitzligen Begegnungen mit dem Gegenverkehr, in denen es nur mit Einweisung von außen Zentimeter um Zentimeter vorwärts geht, erreichen die den Co d’Allos gegen 14:50 Uhr.

Die Weite der Landschaft hier oben über der Baumgrenze beeindruckt uns. Noch fehlt die Gewalt einer hochalpinen Landschaft. Irgendwie sanft breiteten sich Täler und Berge aus. Auf den ausgetrockneten Matten tummelt sich hier und dort ein Murmeltier.

Murmeltier

Und still ist es hier oben. Eine Stille die die in manchen Jahren aber mindestens einmal im Jahr jäh unterbrochen wurde.

In den ersten Jahren der Tour de France führte die Strecke fast jedes Jahr über diesen Pass. Später waren die Pedalritter immer seltener hier zu Gast. Das letzte Mal war hier 2015 eine Bergwertung zu gewinnen. Simon Geschke, ein Deutscher, war damals der Gewinner hier oben. Wenige Kilometer weiter gewann er nach rasanter Abfahrt und einem letzten steilen Anstieg die Etappe in Pra Loup.

  • Col d'Allos
  • Col d'Allos
  • Col d'Allos
  • Col d'Allos

Ein halbe Stunde später sagen wir den Murmeltieren und der großartigen Landschaft hier oben Adieu und folgen den Spuren von Simon Geschke aus dem Jahr 2015 hinunter in Tal.

Hier auf der anderen Seite des Passes ist die Fahrt weniger anspruchsvoll da die Strecke ab dem Scheitel des Passes ein wenig breiter wird. So cruisen wird entspannt die 20 Kilometer hinunter nach Barcelonnette. Der Gegenverkehr vermag uns diesmal nicht aufzuhalten. Nur ein vorwitziges Eichhörnchen am Straßenrand lässt uns und den Gegenverkehr einen Moment innehalten.

mutiger Eichkater

Unten in Barcelonnette biegen wir auf die D 900 in Richtung Westen ab. Weit soll es heute nicht mehr gehen. Wir halten Ausschau nach einem Stellplatz für die Nacht und werden in Le Lauzet Ubaye fündig.

Le Lauzet Ubaye

Zwar haben wir nicht einmal die Hälfte der Strecke geschafft, die wir uns für heute vorgenommen hatten. Aber das ist egal. Das Wetter ist schön, die Landschaft reizvoll und auch Le Lauzet Ubaye scheint eine kleine Erkundung wert zu sein. So beenden wir auf dem Stellplatz gleich unterhalb der D 900 und oberhalb des Ufers des beschaulichen Lac du Lauzet unsere heutige Etappe.

Am frühen Abend machen wir uns auf den Weg den Ort zu erkunden. Die Straßen und Gassen ähneln sehr denen, durch wir heute Mittag in Villars-Colmars schlenderten. Nur der wehrhafte Charakter geht Le Lauzet Ubaye weitestgehend ab. Keine Stadtmauer, keine Festungen auch keine Burg.
Das Örtchen scheint auch wesentlich kleiner als Villars-Colmars zu sein.

Ist man aber einmal in die Gassen eingetaucht, scheinen sich die Orte kaum zu unterscheiden. An einer engen Straße reihen sie die Häuser. Eine Kirche, ein Platz mit einem Brunnen. Sanierte Häuser und solche, die dem Verfall preisgegeben scheinen. Hier und da ergeben sich Sichtachsen auf den beeindruckende Bergwelt ringsum.

  • Église Saint-Laurent
  • Église Saint-Laurent
  • Église Saint-Laurent
  • Église Saint-Laurent
  • Église Saint-Laurent
  • Église Saint-Laurent
  • Église Saint-Laurent

Le Lauzet Ubaye liegt am L’Ubaye. Hier ist er noch ein wilder Gebirgsfluss, der in mehren Katarakten nördlich am Ort vorbei fließt. Wenige Kilometer weiter versinken seine Stromschnellen jedoch im Lac de Seere-Ponçon. Dort vereinigt er sich mit Durance. Die Wasser beider Flüsse münden bei Avignon in die Rhone in fließen so dem Mittelmeer zu. Noch sind wir weit von der Wasserscheide zwischen dem Mittelmeer und dem Atlantik mit seinem Nebenmeer, der Nordsee entfernt.

Viel näher liegt für uns das Relais Du Lac. Hotel, Bar und Restaurant in einem will es sein und liegt direkt an der D 900 oberhalb unserer Stellplatzes.

Ein Abend im Relais Du Lac in Le Lauzet Ubaye

Relais du Lac – Le Lauzet Ubaye

Gegen 19:00 betreten wir das Restaurant und sind zunächst sehr skeptisch. Ganz allein sitzen wir in einem Ambiente, dass an längst vergangene Zeiten erinnert. Irgendwie ist es recht dunkel hier. Das hölzerne Mobiliar lädt nicht unbedingt zum längeren Verweilen ein. Mal sehen war das wird.

Wir bestellen Speis und Trank und plötzlich geht es ganz schnell. Innerhalb von 20 Minuten ist der Laden bis auf dem letzten Platz gefüllt. Offenbar sind des Hotelgäste und Einheimische, die dem Etablissement nun Leben einhauchen.

Das uneingeschränkte Kommando über die Gäste und das Personal übernimmt im scharlachrotem Hemd nun der Hausherr und Wirt.

Mit einem witzigen Wort an jedem Tisch nimmt er die Bestellungen auf und bringt so Stimmung in seinen Laden. Wir als Deutsche bekommen auf ironisch Weise “unser Fett weg” und fühlen uns gerade deshalb als willkommene Gäste in dieser frankophilen Gesellschaft.

Das Essen ist hervorragend und die sind Getränke preiswert. So verbringen wir im Relais du Lac in Le Lauzet Ubaye eine wunderbaren Abend. Ein wenig Wehmut schleicht sich allerdings ein. Wir haben nur noch wenige Tage für diese Tour und noch viele Kilometer vor uns.

Als wir das Relais du Lac verlassen ist es bereits dunkel. Die schon schmale Sichel des abnehmenden Mondes steht hinter dem Pic de Charance im Norden. Doch die Bürger von Le Lauzet Ubaye wissen sich zu helfen und beleuchten effektvoll den keinen Brunnen in ihrem Minipark an der D 900.

Für uns ist dieses kleine Leuchtfeuer ein wunderbarer Wegweiser hin zu unserem Wohnmobil, wo wir entspannt den Abend beenden.

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Georges du Verdon und Castellane https://www.mit-uns-entdecken.de/georges-du-verdon-und-castellane/ Sun, 22 Sep 2019 21:08:45 +0000 https://www.mit-uns-entdecken.de/?p=21358 Heute erkunden wir die Georges du Verdon. Dort wo der Verdon einen einzigartigen Canyon tief in das Karstgebirge geschnitten hat. Den Nachmittag und die Nacht verbringen wir im malerischen Castellane. […]

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Heute erkunden wir die Georges du Verdon. Dort wo der Verdon einen einzigartigen Canyon tief in das Karstgebirge geschnitten hat. Den Nachmittag und die Nacht verbringen wir im malerischen Castellane.

Teurer Abschied vom Campingplatz La Source

Heute Morgen genießen wir alle sanitären Annehmlichkeiten, die der Campingplatz La Source in Les-Selles-sur-Verdon am Lac Sainte-Croix zu bieten hat. Und das tun wir ausgiebig. Nachdem wir nun 22 Tage ausschließlich auf das kleine Bad in unserem Wohnmobil angewiesen waren, ist dies tatsächlich eine Wohltat.

Alles hier ist sauber sowie modern und großzügig eingerichtet. Und das Wichtigste – man hat viel Platz.

Als wir später an der an Rezeption auschecken, bekommen wir die Rechnung für den ganzen Luxus. Satte 38,90 Euro für eine Nacht mit Wohnmobil und drei Personen. Nutzung der Waschmaschine ging extra, warmes Wasser in der Dusche war inklusive. Naja, einmal in einem Monat kann man das sich schon mal leisten.

Gespannt auf die großartigen Aussichten, die uns die Georges du Verdon bieten werden, brechen wir gegen 10:15 Uhr auf.

Georges du Verdon – die Verdonschlucht

Es geht auf der D 957 hoch über dem Ufer des Lac Sainte-Croix ein zwei Kilometer zurück. Dann biegen wir auf die D 19 ab, die sich in Serpentinen hinauf zum mehr oder weniger verschlafenen Aiguines und weiter bis zum Col d’Illoire auf 967 Meter über dem Meer windet.

Col d'Illoire
Col d’Illoire

Hier oben stoppen wir das erste Mal und genießen die Blick hinüber zum Lac Sainte-Croix, über die grandiose Karstlandschaft und hinunter zum Verdon der sich ca. 300 Meter unter uns durch des Felslabyrinth schlängelt. Noch glitzert das türkisfarbene Wasser in der Sonne.
Von Osten jedoch droht Ungemach. Eine tiefhängende Wolkenwand zieht auf uns zu.

Gegenüber, auf der andere Seite des Verdon verläuft auch weit oben über dem Fluss die D 952. Selbst mit dem Fernglas erscheinen die Autos dort drüben winzig. Da sagt einiges über die räumlich Dimension die gewaltigen Landschaft. 1.500 bis 1.600 Meter Luftlinie sind es bis dort drüben.

Ein wenig Geologie der Georges du Verdon

In der Triaszeit, also vor 250 bis 200 Millionen Jahren war das Gebiet der der Georges du Verdon und die heutige Provence von einem Meer bedeckt. 50 Millionen Jahre Zeit für Muscheln und anderes gepanzertes Getier hier die ersten Kalksteinbänke abzulagern. Später im Jura war immer noch (oder schon wieder?) Land unter. Nun waren es Korallen die unermüdlich ihre Bauten auf den Kalk der Muscheln stapelten.

In der Kreidezeit dann konnte man zunehmend mit trockenen Füßen die Gegend erkunden. Dort wo sich heute die Alpen erheben war, seinerzeit noch immer ein Meer. Aber hier hob sich das Land allmählich über den Meeresspiegel.

Dann geschah unerhörtes. Die afrikanische Platte raste förmlich auf die eurasische zu und begann die Alpen aufzufalten.
Ein solcher Radau in unmittelbarer Nachbarschaft hinterließ hier seine Spuren. Was Muscheln und Korallen über Jahrmillionen im Gebiet der Georges du Verdon aufgehäuft hatten, was der ungeheure Druck zu Fels verfestig hatte, wurden nun gequetscht und angehoben. Die Landschaft zerbrach und zerklüftete.

Dann ein Wechsel von Kalt- und Warmzeiten die immer wieder ungeheure Mengen von Schmelzwasser (am Ende der letzten Eiszeit bis 3000 m³/s) durch die Landschaft jagte. Die Menge des Materials welches der Verdon dabei ins Richtung Mittelmeer trug ist unfassbar und die Tief der Schlucht beeindruckend.

Links und Rechts des Weges

Die Strecke an der südlichen Seite der Schlucht ist einsam. Kein Dorf oder Weiler. Nur ein einzelnes Hotel ist am Wegesrand zu finden.

Kein Wunder, windet sich die Straße doch durch die wilde, felsige Karstlandschaft. Hier gibt es kaum etwas, mit dem mann bis vor noch hundert Jahren seinen Unterhalt verdienen konnte. Nur für den neuzeitlichen Tourismus taugt die Landschaft. Wanderer, Kletter, Menschen die die Einsamkeit einer großartigen Landschaft suchen, sind hier richtig.

Immer wieder sind enge Haarnadelkurven zu meistern, um steile Steigungen oder Gefälle zu überwinden. Die Pont de l’Artuby ein Bogen aus Stahlbeton wölbt sich 137 hoch über Artuby, einem Nebenfluss des Verdon. 110 Meter liegen die beiden Stützpunkte des Bogens entfernt, der eine 180 Meter lange Fahrbahn trägt. Schon in den 1930er Jahr begann man mit dem Bau der Brücke um die Gegend touristisch erschließen zu können. Aber erst nach dem zweiten Weltkrieg im Jahr 1946 konnte sie vollendet werden.

Georges du Verdon - Pont de l'Artuby
Pont de l’Artuby

Balcon de la Mescla

Immer wieder bieten sich sensationelle Aussichtspunkte an kleinen Parkplätzen oder Haltebuchten die einen Stopp ermöglichen. Am Balcon de la Mescla kann man eine besonders abrupte Wendung des Verdon beobachten. Um 180° dreht der Fluss seine Richtung. Die Felsnadel die er dabei umfließt muss wohl aus besonders hartem Gestein bestehen. Oder war das ehemalige Meeresriff an dieser Stelle von besonders weichen Material umgeben.

  • Georges du Verdon - Balcon de Mescla
  • Georges du Verdon - Balcon de Mescla
  • Georges du Verdon - Balcon de Mescla
  • Georges du Verdon - Balcon de Mescla

Hier verabschiedet sich die D 71 von der Verdonschlucht. Ab hier verliert die Landschaft mehr und mehr ihren wilden und zerklüfteten Charakter und geht eine kleine Hochebene über.

Dann geht es hinunter in das Tal des Jabron dem wir auf der D 955 flussabwärts einige Kilometer folgen. Während die Jabron in den Verdon mündet, führt unsere Straße nun entlang dem Bett des Verdon, dem wir nun stromaufwärts folgen.

Gerne würde wir jetzt ein lauschiges Plätzchen finden, um die Beine in das klare Wasser des Verdon zu tauchen und ein wenig beim Rauschen des Gebirgsflusses zu verweilen. Leider ist uns ein solches Glück nicht vergönnt.

Castellane

So kommen wir nach Castellane. Der Ort wird von “Le Roc” dominiert. Am östlichen Ortsrand steht unvermittelt der riesige Felsen, der sich gut 100 Meter über den Ort erhebt. Von hier unten erkennen wir, dass der Fels von einer Art Turm mit einer Figur gekrönt wird. Was es damit auf sich hat sollen wir später erfahren. Gleich am Fuß der fast senkrecht aufragenden Felswand liegt ein Parkplatz, auf dem auch Wohnmobile über Nacht stehen können.

Castellane - Wohnmobilestellplatz
Castellane – Wohnmobilestellplatz

Ein Rundgang durch Castellane

Zunächst unternehmen wir einen kleinen Streifzug durch Castellane. Die meisten Straßen und Gassen sind den Fußgängern vorbehalten. Es geht vorbei an der Èglise Sacré Couer weiter durch die Rue Sainte-Victor zur gleichnamigen Kirche. Dann hinüber auf die Rue du Mitan an deren Ende uns eine großer Torbogen auf die Rue Nationale führt.

Es ist ein altes und charmantes Städtchen, dass uns für dieses Nacht Asyl gewährt. Einer der Orte, wegen denen wir Frankreich mit seiner Provinz so schätzen gelernt haben. Sei es Pellgrue oder Sarlat, Gimel-les-Cascades oder Vogüé. Diese kleinen Orte machen Frankreich für uns so interessant und unverwechselbar.

Natürlich sind es auch immer die kleinen Details, die einen Rundgang so interessant machen.

  • Castellane Rue Nationale
  • Castellane Rue Nationale
  • Castellane Rue Nationale
  • Castellane Rue Nationale

Ein frühes Abendessen

Unser Rundgang endet fürs erste im Restaurant La Taverne am Place Marcel Sauvaire. Hier kehren wir gegen 14:30 Uhr zu einem verspäteten Mittagessen ein. Schön sitzt man hier auf der Terrasse unter einer Markise und Platanen. Viel ist nicht los an diesem Samstagnachmittag im Spätsommer, aber das Essen ist preiswert und lecker.

Auf den Felsen

Als wir gegen 16:00 unsren Rundgang am Wohnmobil beenden, ist es noch viel zu früh um den Tag jetzt schon zu beenden. Die Frage nach dem Programm für den Rest des Tages ist schnell beantwortet. Zu geheimnisvoll ragt die gewaltig Felswand des Le Roc vor uns auf, als das wir uns gegen einen Aufstieg entscheiden könnten.

Also machen wir uns nochmal auf den Weg. Hinter der Èglise Sacré Couer beginnt der Aufstieg zu der für uns noch immer geheimnisvollen Chapelle Notre-Dame-du-Roc. Weit ist der Weg nicht, nur etwas mehr als ein Kilometer gilt es zu gehen. Dabei sind aber 175 Höhenmeter nach oben zu absolvieren. Es geht also mit durchschnittlich 15% Steigung bergan. Untrainiert für uns eine kleine Herausforderung.

Die können wir aber gut meistern. Der Weg hat ein gewisses Unterhaltungspotential und wird so nicht langweilig. Immer wieder gibt es interessante Aussichten hinunter nach Castellane, in das Tal der Verdon und auf die umliegenden Berge.

15 Stehlen mit den Abbildungen der Leiden Christi machen den Wanderweg zu einen Kreuzweg. Auf jeder der Stehlen zeichnet farbenfroh eine Keramikplatte eine Station des Kreuzweges.

  • Castellane - Chemin du Roc
  • Castellane - Chemin du Roc
  • Castellane - Chemin du Roc

Der Weg führt uns gewissermaßen auch hinter der Gipfel, fast einmal um den Berg herum. Dabei entdecken wir auf der anderen, der von Castellane abgewandten Seiten die Reste von Petra Castellana. Die Stadtmauer und die Ruine der Èglise Sainte-André sind gut zu erkennen. Irgendwann waren die Gefahren verschwunden, die die Bewohner seinerzeit hier oben auf dem schwer zugänglichen Berg hinter festen Mauern siedeln ließen. So wurde unten im Tal das heutige Castellane gegründet. Petra Castellana geriet in Vergessenheit und verfiel.

Petra Castellana

Von hier aus beginnt eine kleiner Bergab-Bergauf-Parcours. 40 Höhenmeter nach unter, 40 Höhenmeter hinauf, 30 Höhenmeter bergab. Dann ist die Chapelle Notre-Dame-du-Roc erreicht.

Schon in Ronchamp, am Anfang unser Reise durften wir lernen, dass Kapellen auf markanten Bergen in Frankreich seit Jahrhunderten irgendwie populär sind.

Chapelle Notre-Dame-du-Roc

  • Castellane - Chapelle Notre-Dame-du-Roc
  • Castellane - Chapelle Notre-Dame-du-Roc

Ehemals Stand hier eine Kapelle für die Bewohner von Petra Castellane. Der Ort hat seit dem eine bewegte Geschichte hinter sich. Sie ist geprägt von Verfall und Wiederaufbau, wechselnden Landesherren, Plünderung und Besitzwechsel.

Heute ist sie im Besitz der Gemeinde und ein Wallfahrtsort. Davon zeugen die viele Gaben und Symbole, welche die Pilger hier hinterließen.

  • Castellane - Chapelle Notre-Dame-du-Roc
  • Castellane - Chapelle Notre-Dame-du-Roc
  • Castellane - Chapelle Notre-Dame-du-Roc

Wir verschnaufen hier oben erstmal. Es war eine durchaus anstrengender Aufstieg. Aber der Schweiß auf der Haut trocknet in den lauen Luft dieses Spätsommerabends mitten in der Provence schnell.

Wir genießen noch ein wenig die großartigen Ausblicke von hier oben und können uns dabei auch davon überzeugen, dass unser Auto noch am rechten Platz steht.

  • Castellane - Le Roc
  • Castellane - Le Roc

Dann machen wir uns an den Abstieg. Unten angekommen beenden wir den Tag mit eine Runde Ligretto, dem ordnen von Bildern und Reiseunterlagen und einem späten Abendessen. Danach ist es dunkel geworden. Eine gute Gelegenheit Le Roc noch einmal bei einem ganz anderen Licht zu betrachten.

Castellane - Le Roc
Castellane – Le Roc

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Ein Morgen in der Camargue, ein Abend am Lac de Sainte-Croix https://www.mit-uns-entdecken.de/ein-morgen-in-der-camargue-ein-abend-am-lac-de-sainte-croix/ Sat, 21 Sep 2019 23:56:40 +0000 https://www.mit-uns-entdecken.de/?p=21356 In der Camargue Heute Morgen hat sich der Wetterwechsel komplett durchgesetzt. Der Himmel ist mit grauen Wolken verhangen, die Temperatur ist gegenüber gestern um satte 10 °C gefallen. Ein erster […]

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In der Camargue

Heute Morgen hat sich der Wetterwechsel komplett durchgesetzt. Der Himmel ist mit grauen Wolken verhangen, die Temperatur ist gegenüber gestern um satte 10 °C gefallen. Ein erster Hauch des Herbstes liegt über der Camargue.

Wir wollen den Vormittag nutzen, um diese einmalige Küstenlandschaft näher zu entdecken. Steffi schwing sich gegen 08:00 Uhr auf das Fahrrad und macht den Kundschafter. Nach eineinhalb Stunden ist Sie zurück und berichtet begeistert von Ihren Eindrücken und Erlebnissen.

Grund genug für Paula und mich nun eine ähnliche Exkursion zu unternehmen. Mit den Fahrräder und der Kamera machen wir uns auf dem Weg. Der Weg entlang der wilden Küste beginnt nicht weit von unserem Stellplatz. Die Einfahrt ist mir einer Art Tor so verengt, das hier nur noch Fahrzeuge von der Größe eine PKWs hindurch passen.

Sicher eine sinnvolle Maßnahmen. Ansonsten würden wohl Wohnmobile in ungebremster Art und Weise in dieses Naturparadies eindringen.

Was es zu sehen gibt in Camargue

Schnell merken wir, dass hier keine Wildnis im eigentlichen Sinne ist und Aspekte des Küstenschutzes nach wie vor eine Rolle spielen. Ein schnurgerader Entwässerungskanal begleitet den einzigen Weg der entlang den Dünen führt.

  • Camargue - Entwässerungkanal bei Saintes-Maries
  • Camargue - Entwässerungkanal bei Saintes-Maries

Weiter unten am Strand nagt das Meer erfolgreich an Hinterlassenschaften der Zivilisation. Der Alte Steg hat seine Bestimmung wohl schon vor langer Zeit verloren. Nur noch ein Fragment widersteht trotzig den auflaufenden Brechern.

Camargue - verlorener Steg
Camargue – verlorener Steg

Interessant wird es für Ornithologen einige hundert Meter weiter. Hunderte Flamingos haben Gefallen an den flachen Lagunen gefunden. Aber auch Säbelschnäbler wissen die flachen und nahrungsreichen Gewässer zu schätzen.

  • Carmargue - Flamingos
  • Carmargue - Säbelschnäbler

Jetzt, gegen 09:45 Uhr, schwärmen die Touristen langsam aus, um diese einmalige Landschaft zu erkunden. Zu Fuß auf dem Rad und natürlich auf dem Pferd, das zu Camargue gehört wie die Église Notre-Dame-de-la-Mer zu Saintes Maries gehört. Mehrere Reitergruppen haben sich auf den Weg gemacht. Manche direkt am Strand, anderen erkunden die Wiesen landeinwärts zwischen den vielen Lagunen.

Pferde der Camargue

  • Reiter in der Camargue
  • Reiter in der Camargue

Und dann sehen wir sie doch noch: Die “wilden Pferde” der Camargue, die in weiter Landschaft noch tun und lassen können was sie wollen.

  • Pferde in der Camargue
  • Pferde in der Camargue

Für uns geht es langsam zurück von unserer kurzen Stippvisite. Nahe von Saint-Maires versuchen die Brandungsangler mit gewaltigen Ruten ihr Glück und vorn in Saint-Maries thront die Église Notre-Dame-de-la-Mer über den Gassen und Häusern der Stadt. Hätte sie von 2.000 Jahren schon gestanden, wäre sie Maria-Magdalena ein sicheres Seezeichen gewesen.

Zurück am Wohnmobil machen wir alles bereit für die nächste Etappe unserer Reise. Gegen 11:10 Uhr brechen wir auf und kämpfen nochmal mit der superengen Zufahrt, diesmal “unterstützt” von Regen, Sandsturm und einer wirklich miesen Sicht.

Saintes-Maries - Abreise mit Schwierigkeiten
Abreise mit Schwierigkeiten

Auf dem Weg an den Lac de Sainte-Croix

Unser Baedeker Reiseführer empfiehlt uns als nächstes Ziel die Georges du Verdon. Die grandiose Schlucht ist ca. 230 Kilometer von Saint-Maires entfernt. Eine gute Tagesstrecke wie wir finden. Da sollte auch noch genug Zeit bleiben, um Aix-en-Provence zu besuchen. Immerhin gilt die alte Hauptstadt der Provence als eine der schönsten Städte Frankreichs. Erwartungsvoll verlassen wir die Camargue und nehmen ab Arles die A 8. Gegen 12:40 Uhr erreichen wir Aix-en-Provence.

Pleite in Aix-en-Provence

Was nun passiert wird zu einer einzigen Enttäuschung. Fast eine Stunde kreuzen wir Rund um den historischen Stadtkern von Aix-en-Provence auf der Suche nach einem geeigneten Parkplatz. Ohne Erfolg legen wir so 15 Kilometer zurück. Auch die üblichen Tools wie CamperContact oder Park4Nights sind wenig hilfreich. Entnervt geben wir auf und machen uns auf den Weg weiter nach Westen.

Weiter nach Les-Salles-sur-Verdon

Von unserer weiteren Fahrt an den Verdon gibt es nicht viel zu berichten. Der Nachmittag ist verregnet und die Landschaft nur wenig interessant. Bei Sait-Paul-lez-Durance fällt uns eine riesiges gut gesichertes Areal auf.

Die Mauern und Zäune sind mit Stacheldraht bewehrt. Geheimnisvolle Gebäude sind hinter Bäumen auszumachen. Es handelt sich um das Centre d’Etudes Nucléaires de Cadarache – ein wichtiges Forschungs- und Entwicklungszentrum der französischen Atomernergiewirtschaft. Forschungsreaktoren verschiedener Typen und Aufbereitungsanlagen für verschieden Kernbrennstoffe sind oder waren hier zu finden.
In 450 Gebäuden finden hier 5.000 Mitarbeiter Lohn und Brot.

Gleich nebenan der International Thermonuclear Experimental Reactor – ITER. Ein internationales Projekt forscht hier, um einen Fusionsreaktor zu ermöglichen. Neben 27 EU-Staaten sind die Schweiz, die USA, Süd-Korea, Russland und Indien beteiligt. Sehr beeindruckend.

In Riez legen wir einen Stopp ein, um ein paar Einkäufe zu erledigen. Gegen 16:00 Uhr erreichen wir dann den Lac de Sainte-Croix. Hier wird der Verdon auf einer Länge von 11 Kilometern aufgestaut. So entsteht ein See mit einer Fläche von ca. 22 km² und einer Tiefe von bis zu 90 Metern.

Wir halten an der Pont du Galetas, die am Beginn des Staus die D 957 über den Verdon führt. Neben dem Wasser in tiefen Türkis fällt eine Warntafel am Brückengeländer auf. Dass das Springen und Tauchen hier verboten ist hat sicher seinen Grund. Welche tragischen Unfälle aus Leichtsinn und Übermut hier schon passiert sind wollen wie gar nicht wissen.

Ein Abend auf Camping La Source

Wir wollen unsere Tour für heute am Lac de Sainte-Croix beenden. Hierzu fahren wir hinüber nach Les Salles-sur-Verdon. Der Ort kommt uns seltsam modern vor. Auf keine Fall ist dies ein historischer Ortskern, sondern eher eine neuzeitlichen Wohnsiedlung aus der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts.

Die Geschichte dahinter ist schnell erzählt. Als der Lac de Sainte-Croix 1974 aufgestaut wurde, ging in seinen Fluten das alte Les Salles unter. Hier am Südhang des Stausees wurde eine neuer Ort mit gleichem Namen errichtet.

Im oberen Teil des Ortes gibt es beim Hôtel L’Ermitage einen Wohnmobilstellplatz, den wir als erstes anfahren. Einige Mobile stehen schon hier. Ehrlich gesagt finden wir diesen Platz maximal suboptimal. Wirklich gefallen tut uns das Ambiente nicht. Auch der Stromanschluss ist von der noch einzigen freien Parzelle zu weit entfernt, als dass wir ihn mit unsere Kabeltrommel erreichen könnten.

So verlassen wir diesen Platz wieder und checken auf dem Campingplatz La Source unten am Seeufer ein. Wir parken auf der Parzelle 11 ein und sind offenbar in der deutschen Community auf diesem Campingplatz gelandet. Die Kennzeichen der Wohnwagen, PKWs und Bikes der Nachbarn beginnen mit K, RE oder MS.

Die Nachbarn, ein Spaziergang und ein Abendessen

Neben den Kennzeichen aus der gleichen Gegend haben alle unsere Nachbarn noch eines gemein: Alle haben Bikes unterschiedlichster Leistungsklassen dabei. An manchen wird jetzt am frühen Abend leidenschaftlich geschraubt. Alles sieht recht professionell aus. Sicher bereiten sie sich auf Ihre nächste Spritztour rund um das Tal des Verdon vor.

Wir für unsere Teil haben glücklicher Weise nichts zu schrauben und unternehmen eine kleinen Spaziergang hinunter zum Ufer des Lac de Sainte-Croix.

Danach kehren wir in das kleine Bistro des Campingplatzes ein und genießen es heute das Abendessen nicht selbst zubereiten zu müssen. Mit einer Runde Ligretto beenden wir den Abend und freuen uns morgen die Georges du Verdon, den Grand Canyon der Provence erkunden zu können.

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Aigues-Mortes und Saintes-Maries-de-la-Mer https://www.mit-uns-entdecken.de/aigues-mortes-und-saintes-maries-de-la-mer/ Fri, 20 Sep 2019 23:45:09 +0000 https://www.mit-uns-entdecken.de/?p=21519 Aigues-Mortes, die Camargue und Saint-Maries-de-la-Mer werden unseren heutigen Tag begleiten. Aus dem schönen Nachmittag gestern am Strand Plage Baleine wurde noch Aus dem schönen Nachmittag gestern am Strand Plage Baleine […]

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Aigues-Mortes, die Camargue und Saint-Maries-de-la-Mer werden unseren heutigen Tag begleiten.

Aus dem schönen Nachmittag gestern am Strand Plage Baleine wurde noch Aus dem schönen Nachmittag gestern am Strand Plage Baleine bei Séte wurde noch ein langer und lauer Sommerabend vor dem Wohnmobil. Heute Morgen nutzen wir die Infrastruktur am Stellplatz, um für Ent- und Versorgung des Wohnmobils zu sorgen. Das wird auch langsam Zeit, den das letzte Mal hatten wir vor drei Tagen in Luchon die Gelegenheit hierzu. Und da wir nun zu dritt unterwegs sind, füllt sich mancher Tank doch deutlich schneller.

Auf dem Weg nach Aigues-Mortes

Als alles erledigt ist, zeigt die Uhr schon 11:30 Uhr. Nun ist es an der Zeit aufzubrechen. Wir fahren durch Séte und dann auf die gut ausgebaute D 612, die uns nah am Meer entlangführt. Da wir heute immer nah dem Wasser bleiben wollen, biegen wir kurz vor Montpellier auf die D 185 ab.

Die führt am Étang de l’Arnel, wo wir an einem Kreisverkehr einen Stand mit Obst und Gemüsen aus der Gegend finden. Da unsere Vorräte zur Neige gehen und das Wochenende bevorsteht, macht es Sinn unsere Bestände ein wenig aufzufüllen. Während sich Steffi und Paula darum kümmern, habe ich die Gelegenheit einen Blick auf den Étang de l’Arnel zu werfen.

Flamingos

Von seiner Fläche her ist er ein respektabler Küstensee, von der Tiefer her wohl eher eine Pfütze. Daher fühlen sich hier die Flamingos, die Charaktervögel der Camargue, besonders wohl. Eben noch steht eine ganze Vogelschule im Wasser. Dann erheben sich die Tiere in die Lüfte und ziehen majestätisch nach Norden. Während ich mich noch auf dieses Motiv konzentriere, streift mich mitten auf der Landstraße eine Straßenbahn. Seltsame Gegend.

  • Étang de l'Arnel
  • Étang de l'Arnel - Flamingos

Dann fahren wir weiter. Le Grand Motte lassen wir bewusst rechts liegen. Zwar ist das Gesamtensemble des Badeortes eine Art Ikone der modernen Architektur, aber mit der Durchquerung von Benidorm vor einigen Tagen, ist unser Durst nach Beton am Meer mehr als gestillt. Zudem befürchten wir mit dem Wohnmobil in Le Grand Motte keinen Parkplatz zu finden.

Statt dessen beschließen wir weiter nach Aigues-Mortes zu fahren, um der alte Festungsstadt am Rande der Camargue zu besuchen.

Aigues-Mortes

An der nordöstlichen Ecke der der gewaltigen Festungsmauer von Aigues-Mortes finden wir den Parkplatz mit einen eigenen Abteil für Wohnmobile. Schnell haben wir ein Parkticket gezogen, das Auto abgestellt und machen auf den Weg die Stadt zu erkunden.

Aigues-Mortes - Festungsmauer
Aigues-Mortes – Festungsmauer

Nachdem wir die Stadt durch die Porte de la Reine betreten haben, kommt uns alles ein wenig verschlafen vor. Kein Mensch ist in den Gassen unterwegs nur ab und zu fährt ein Auto durch sonst verlassenen Straßen.

  • Aigues-Mortes
  • Aigues-Mortes
  • Aigues-Mortes

Die Stadtanlage innerhalb der Festungsmauer ist akkurat in Rechtecke gegliedert. Zwei größere Straßen, der Boulevard Gambetta und die Rue Theaulon durchziehen dieses “Schachbrett” von Nord nach Süd. Jenseits der Rue Theaulon wird aus dem verschlafenden Städtchen plötzlich ein quirliger Touristenhotspot. Die Freisitze der Restaurants am Place Saint-Louis sind gut besetzt. Neugierig strömen die Schaulustigen in die sehenswerte Église Norte-Dame des Sablons.

Aigues-Mortes - Aigues-Mortes
Aigues-Mortes
  • Aigues-Mortes - Église Norte-Dame des Sablons
  • Aigues-Mortes - Église Norte-Dame des Sablons

In den Gassen nördlich von uns, östlich des Place Saint-Louis das übliche touristische Treiben eines französischen Ferienortes. Die Bars, Restaurants und Läden mit Souvenirs und regionalen Spezialitäten sind gut besucht. Vor den Eisständen drängen sich die Warteschlangen. Klamotten- und Schuhläden, Schmuckgeschäfte und solche mit Taschen- und Lederwaren laden zum Shoppen ein.

Alles in allem ist dies nett anzuschauen und einen Besuch wert. Das architektonische Highlight ist natürlich die riesige Festungsmauer. Vom Place Anatole France hat man einen besonders guten Blick auf die Mauer und die Porte de la Gardette, einem der gewaltigen Haupttore zur Stadt.

Während Steffi und Paula durch die Gassen uns Läden streifen, lasse ich mich hier nieder mache mich im Internet über Aigues-Mortes schlau.

Wissenswertes über Aigues-Mortes

Da ist erstmal dieser seltsame Name. Aigues-Mortes [ɛgˈmɔʀt] – Totes Wasser. Ein Blick auf eine Karte der Umgebung lässt die Herkunft dieses Namens erahnen. Südöstlich der Stadt erstreckt sich eine große Wasserlandschaft aus ehemaligen Strandseen, die heute zum großen Teil in Salinen umgewandelt sind.

Im 13. Jahrhundert war dies noch eine riesige Lagune, die über die Jahrhunderte mehr und mehr verlandete. Zu jener Zeit hatte der französische König Ludwig IX. die Gegend an sich gerissen und konnte die erste französische Hafenstadt in dieser Gegend gründen.

Damals lag Aigues-Mortes noch direkt am Meer. Heute ist es sechs Kilometer entfernt. Trotzdem hat die Stadt den Anschluss dorthin nicht verloren. Ein Kanal führt hinaus zum Meer. Außerdem führt das Wasserkreuz der Stadt auch in den Canal du Rhône à Sète und damit in den Canal du Midi und weiter bis zum Atlantik.

Konzipiert wurde Aigues-Mortes als Hafenstadt und Festung. Darüber gibt die Stadtmauer heute noch Auskunft. Die steht seit den vielen hundert Jahren übrigens auf einer hölzernen Plattform die sich wiederum auf Eichenpfählen gründet. Venedig lässt grüßen.

Aigues-Mortes gilt als als herausragendes Beispiel einer mittelalterlichen geschlossenen Stadt. Ähnliches sahen wir auch schon in Port de Brouage. am Atlantik.

Wir machen uns nun auf den Rückweg und besuchen noch die katholische Chapelle de la confrérie des Pénitents-Gris mit ihrer bemerkenswerten barocken Ausstattung.

Durch die Camargue nach Saintes-Maries

Die Fahrt nach Saintes-Maries-de-la-Mer über die D 58 und die D 38 gestaltet sich recht unspektakulär. Es geht durch eine flache Kulturlandschaft. Wiesen, Weiden, Hecken, Felder – hier und da ein Weiler oder ein Gehöft. Ab und zu ein Hof der mit den Pferden der Camargue, einem Charaktertier dieser Landschaft wirbt. Einige Rindviecher kommen hinzu und das war’s. Die einzige Abwechslung auf der Strecke war die Überquerung der Kleinen Rhone auf der D 38c.

Saintes-Maries

Wir erreichen Saint-Maries von Westen her. Hier draußen am Plage Quest gibt es einen schönen Stellplatz direkt am Strand. Wir aber wollen mehr. Mancher Blog berichtet von einem Stellplatz direkt in der Stadt, hinter der gewaltigen steinernen Uferbefestigung, vor der der Strand liegt. Da wollen wir hin.

Als wir an der Einfahrt zu diesem Platz ankommen, ist unser Geld gern gesehen. Ein Kassierer ist sofort zur Stelle und verbucht 13 Euro auf seiner Einnahmenseite. Unser Auto darf hier aber nicht stehen und wir werden über einen sehr schlechten und sehr, sehr engen Weg 800 Meter weiter verwiesen. Dort liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Campingplatz der Stadt der neue Wohnmobilstellplatz. Der Vorteil hier: Mann steht nicht auf der schattenlosen Bitumenplatte, sondern im grünen auf Gras, unter Bäumen und zwischen Hecken. Gar nicht so schlecht dieses Plätzchen.

Am stürmischem Stand

Den Nachmittag verbringen wir am Strand. Die Sonne steht schon tief und der Wind hat merklich aufgefrischt. Beim Baden im Meer ist durchaus schon Vorsicht angesagt. Die Wellen nehmen den Schimmer gern ein Stückchen mit und lassen den stehend Badenden schon mal den Boden unter den Füßen verlieren.

Auch an Land dominiert als Element der Wind und versetzt manche Textilie in heftige Bewegung.

Irgendwie erinnert mich das an ganz andere flatternde Textilien.

Von WikidonorEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

So verbringen wir einen stürmisch sonnigen Nachmittag am Strand von Saint-Maries-de-la-Mer.

Ein Abend in Saintes-Maries

Unsere persönlichen Sonnentanks sind nun aufgefüllt und es ist Zeit für ein Stündchen Ruhe im Wohnmobil. Danach machen wir uns mit drei Personen auf zwei Fahrrädern auf den Weg in Zentrum von Saint Maries. Paula reist klassisch auf dem Gepäckständer von Steffis Fahrrad mit uns.

Oben auf dem Weg auf der Mole merken wir deutlich, dass der Wind nochmals zugenommen hat. Es ist schon ein wenig unangenehm, wie der zunehmende Wind den Sand vom Strand in unsere Gesichter treibt. Wir schließen die Räder am großen Parkplatz in der Avenue de la République an. In den Straßen und Gassen von Saint-Maries ist noch so viel Betrieb, dass wir befürchten die Passanten mit unseren Drahteseln zu belästigen.

In der Altstadt von Saint-Maries

Wir schlendern ein Stück die Rue Victor Hugo hinab. Dann biegen wir ab hinüber zur Rue Moliére an der sich die Eglise Notre-Dame-de-la-Mer – das Wahrzeichen – von Saint-Maries befindet.

Die Kirche ist Ziel von Wallfahrten. Denn nach einer alten Legende soll hier in Saint-Maries Maria Magdalena in einem Schiff ohne Steuer und Segel gestrandet sein. Eine schöne Geschichte, die sicher über die Jahrhunderte viele Wallfahrer und ihr Geld in die Stadt strömen lies.

Auf der Rue Moliére geht es vorbei am Place Jousé d’Arbaud zur Avenue Frédéric Mistral. Irgenwie scheinen wir hier in einem recht literarischen Viertel von Saint-Maries gelandet zu sein. Viele Straßenamen ehren große französische und regionale Poeten und Literaten.

Im La Grange

Dann übermannt uns der Hunger und wir kehren im La Grange ein. Unser Menü wir recht bunt. Am leckersten war sicher der provenzalische Fischtopf des Steffi geordert hat. Auf jeden Fall war dieses Gericht der Hingucker des Abends.

Während wir essen geht ein erster Schauer nieder. Der Sturm, die heraufziehenden Wolken, dieser erste Schauer. Alles riecht nach einem Wetterwechsel.

Zwei Stunden später machen wir uns auf den Weg zurück zum Wohnmobil. Über den Gassen liegt noch eine laue Sommernacht. Als ich in der Rue Victor Hugo nach einer passenden Kameraeinstellung für das markante Gebäude des Musée Baroncelli suche, spricht uns ein netter Schweizer mit nützlichen Tipps für mein Unterfangen an.

Wir kommen ist Gespräch und Plaudern über seine Heimat Winterthur, eine Ausstellung des Winterthurer Kunstvereins die wir vor einiger Zeit in Halle an der Saale besuchen durften, über Saint-Maries, die Provence und andere schöne Seiten des Lebens. Sehr, sehr nett und gebildet dieser Zeitgenosse.

Dann geht es mit den Rädern auf den Weg oben auf den Dünen. Irgendwie mag der Wind unsere Anwesenheit hier oben allerdings nicht. Orkanartige Böen aus Südsüdwest traktieren uns mir Ihre Wucht und führen fieser Weise Unmengen an Sand vom Strand mit sich. So wird der Rückweg zu einer echten Herausforderung, die wir tapfer bestehen.

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Séte https://www.mit-uns-entdecken.de/sete/ Thu, 19 Sep 2019 19:18:00 +0000 https://www.mit-uns-entdecken.de/?p=21354 Séte und der Plage Baleine sind die Urlaubsrefugien, die unseren heutigen Tag bestimmen. Statt Kilometer machen und Kultur erleben, steht heute die Erholung im Vordergrund. Gestern Abend wurde es nun […]

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Séte und der Plage Baleine sind die Urlaubsrefugien, die unseren heutigen Tag bestimmen. Statt Kilometer machen und Kultur erleben, steht heute die Erholung im Vordergrund.

Gestern Abend wurde es nun doch etwas länger. So haben wir allen Grund heute Morgen auszuschlafen. So hat der Tag auch Zeit, die letzten grauen Wolken der Nacht zu vertreiben. Als wir wachen werden, blicken wir durch die Dachluke über unserem Bett in einen azurblauen Himmel. Was kann man sich noch mehr wünschen am Mittelmeer.

Nach dem Frühstück beschließen heute Vormittag unsere kleine Reisegruppe zu teilen. Steffi wird am Strand Ihrer Leidenschaft des Muschelsammelns nachgehen. Venusmuscheln aller Größen, klares azurblaues Wasser und eine sanfte Briese warten dort auf sie. Paula und ich werden die Räder nehmen, um Séte zu erkunden.

Mit dem Rad nach Séte

Mit dem Rad brauchen wir nicht lange. Da es aber auf der breiten Weg hinter den Dünen bei ordentlichen Gegenwind nur schnurgeradeaus geht und zwischen der Düne rechts und den großen Parkplätzen links des Weges kaum eine Abwechslung gibt, kommen uns die 4 Kilometer mal gleich wie 10 Kilometer vor.

Das erste Stadtviertel, das wir erreichen scheint eine moderne Wohn- und Ferienretorte zu sein. Wir halten und immer entlang der Küste und erklimmen den ersten Hügel von Séte. Dicht bebaut ist es hier oben und auf dem Place Èdourad Herriot ist gerade Wochenmarkt. Die bunten Stände mit mediterranen Obst und Gemüse lassen und nicht kalt und einige leckere Pfirsiche wandern in unsere Fahrradtasche.

Séte - Place Èdourad Herriot
Place Èdourad Herriot

Weiter geht es noch immer an der Küste entlang. Wir folgen nun der Promenade du Maréchal Leclerc. Benannt ist die nach jenem Marschall Leclerc der 1944 Paris befreite und neben Charles de Goulle einer der großen französischen Helden des 2. Weltkriegs ist.

Hier haben wir rechter Hand immer wieder schöne Ausblicke auf das Meer und linker Hand erkennen wir das Séte auch eine “Bergstadt” ist. Ein großer Teil der Wohnviertel erstreckt sich um und über den 183 Meter hohen Mont St-Clair.

Séte – im Hafenviertel

Das wahre Leben von Séte spielt sich aber unten an der Fuß des Mont St-Clair in Osten der Stadt ab. Hier liegt das Hafenviertel. Von Hafenbecken und Kanälen durchzogen ragen Karrees mit stolzen Bürgerhäuser auf. Jugendstil und seine Varianten allüberall. Immer wieder beeindrucken die Balkonfassaden mit den prächtigen Geländern aus kunstvoll geschmiedeten Eisen.

Dieser Teil von Séte beginnt für aus heute am Port de Péche, dem Fischereihafen. Am Quai Maximin Licciardi liegen die großen Trawler mitten in der Stadt und warten auf ihre nächste Fangfahrt.
Ab spätesten 14:00 Uhr ist hier in den vielen Bars und Restaurants der Teufel los. Das durften wir bei unserm Besuch vor zwei Jahren erleben. Heute sind wir wohl etwas zu früh hier. Um 11:30 Uhr scheint der Franzose und wohl auch seine Gäste noch nicht für die Genüsse der hiesigen Gastronomie bereit zu sein.

Séte - Quai Maximin Licciardi
Quai Maximin Licciardi

In der Markthalle von Séte

Wir finden am Place Léon Blum einen Platz, wo wir unsere Räder einigermaßen sicher anschließen können. Dann machen wir uns zu Fuß auf den Weg und tauchen nach wenigen Metern in die lukullische Welt der großen Markthalle in der Rue Gambetta ein. Ob Obst oder Gemüse, Fische oder Meeresfrüchte, frisches Fleisch von Wild, Schwein, Rind, Geflügel oder leckere Weine. Hier findet man alles was das Herz begehrt. Wie beschränkt kommt uns da das Angebot der Märkte in der Heimat vor.

Wir finden die Stände mit den Meeresfrüchten, sagen wir mal interessant. Ein wenig muss ich Paula “schubsen”, dann lässt sie sich darauf ein, zum ersten Mal Austern zu probieren.

  • Markthalle Séte - Früchte des Meeres
  • Markthalle Séte - Seeigel
  • Markthalle Séte - frische Venusmuscheln
  • Markthalle Séte - Was von Auster übrig bleibt

Als nur noch fünf leeren Schalen von dem kleinen Menü übrig sind, ist Paula noch keine Fan dieser Delikatesse. Aber wir werden daran arbeiten. Dann streifen wir noch ein wenig durch die prachtvollen Straßen von Séte.

Séte - Rue Jean Jaurés
Rue Jean Jaurés

Bis hinunter zum Hafen mit dem grandiosen Canal de Séte.

Séte - Canal de Séte
Canal de Séte

Bevor wir uns mit den Rädern auf den Weg zurück zum Wohnmobil und an den Strand machen, googeln wir noch ein wenig, um mehr über Séte zu erfahren.

Séte wurde 1666 als erste französische Hafenstadt am Mittelmeer gegründet. Hier beginnt der Canal du Midi, der das Mittelmeer mit der Garonne in Toulouse und damit auch mit dem Atlantik verbindet. Hinzu kommt der Berg Mont St-Clair der hier solitär an der Küste liegt und gut zu verteidigen war.

Georges Brassens

Anfang des 20. Jahrhunderts immigrierten Fischer aus dem Nachbarland hierher. So hat Séte eine starke italienische Prägung. Ein kulturelles Ergebnis dieses Milieus ist Georges Brassens. Er war einer der bekanntesten Chansonniers Frankreichs und das Enfant terribel seiner Zunft.

Er wünschte sich am Stand von Séte begraben zu werden. Das Chanson “Supplique Pour Être Enterré A La Plage De Sète” erzählt davon. Indirekt hat sich dieser Wunsch auch erfüllt. Man findet sein Grab auf Friedhof Ly Py, dem “Armenfriedhof” von Séte.

Für uns geht es nun aber zurück an dem Plage Baleine. Wo wir Sonne, Strand, Wasser und den noch immer azurblauen Himmel genießen werden.

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Cité Carcassonne https://www.mit-uns-entdecken.de/carcassonne/ Wed, 18 Sep 2019 23:11:36 +0000 https://www.mit-uns-entdecken.de/?p=21352 Heute entdecken wir die Cité von Carcassonne, die größte Festungsanlage Europas. Dabei streifen wir durch die mittelalterlichen Gassen und besichtigen das Château Comtal und die Basilique Saint-Nazaire. Dann geht es […]

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Heute entdecken wir die Cité von Carcassonne, die größte Festungsanlage Europas. Dabei streifen wir durch die mittelalterlichen Gassen und besichtigen das Château Comtal und die Basilique Saint-Nazaire. Dann geht es weiter an das Mittelmeer, an den Strand zwischen Agde und Séte.

Nach dem sehr schönen Sommerabend am Canal du Midi in Le Ségala soll es nun heute ans Mittelmeer gehen. Direkt am Weg liegt Carcassonne mit seiner mittelalterlichen Burgstadt. Die Cité Carcassonne ist wohl die berühmteste Burganlage Frankreichs und dementsprechend ein Besuchermagnet, der auch uns heute anzieht.

Wir brechen in Le Ségalsa gegen 09:45 Uhr auf und nehmen zunächst die D 6113 auf der wir dem Lauf des Canal du Midi bis nach Bram folgen. Dann wechseln wir auf die A 61 und oh Wunder, eine Mautgebühr bleibt uns hier erspart. Nach 20 Kilometern auf der Autobahn erreichen wir einen Rastplatz mit dem vielversprechenden Namen “Aire du Belvédére da la Cité”.

Ein erster Blick auf Carcassonne

Dieser Name scheint Programm zu sein. Hier verläuft die Autobahn hoch über der Flussebene des L’Aude der von den Pyrenäen kommend unten im Tal Carcassonne durchfließt. Von hier oben haben wir einen schönen Blick auf die Stadt, im Vordergrund die riesige Festung.

Aire du Belvédére da la Cité
Aire du Belvédére da la Cité

Sie ist mit vielen Superlativen bedacht worden. “Beeindruckendste mittelalterliche Festung in Europa” titelt unser Beadeker Reiseführer. “Welterbe der Menschheit” verlieh die UNESCO. France.fr listet die Cité von Carcassonne unter den 10 wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Frankreich. Damit befindet sie sich in Gesellschaft mit dem Mont Saint-Michel, den Schlössern an der Loire oder dem Papstpalast von Avignon.

Bei aller Wertschätzung wissen wir aber schon jetzt, dass nicht alles original sein wird, was wird dort finden unten werden. Die einstmals mächtige und noch heute von zwei Ringmauern umgebene Festung verlor Mitte des 15. Jahrhunderts ihre militärische Bedeutung. Damit war sie dem Verfall preisgegeben. So waren viele der 52 Türme Anfang des 19. Jahrhunderts auf Hälfte ihrer Höhe eingefallen.

Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts besann sich die in einer Blüte stehende Kulturnation dieses Erbes. Ein Herr Namens Violett-la-Duc begann 1843 auf Initiative des obersten französischen Denkmalschützers mit der Rekonstruktion der Anlage. Dabei kam wohl auch manches mittelalterliche Klischee des 19. Jahrhunderts zum Tragen und anderes wurde vielleicht historisierend verklärt.

Nichtsdestotrotz schaffte es die Cité auf der Liste des UNESCO Welterbes und ist auf jeden Fall sehenswert.

Die Cité Carcassonne

Wir beginnen unseren Besuch auf dem Parkplatz für Busse und Wohnmobile, der ca. 650 Meter östlich dem Haupttor liegt. Etwas näher dran gibt es mehrere große Parkplätze für PKW.

Schon der Anblick vom Weg zum Haupttor ist gewaltig.

Carcassonne -  Porte Narbonnaise
Carcassonne – Cité

Die zwei Mauern

Mit Zinnen bewehrt liegt der niedrigere erste Mauerring vor uns. Ein romanisches Tor führt hindurch. Dahinter ragen die drei gewaltigen Türme der Porte Narbonnaise auf. Sie führt durch den zweiten viel höheren Mauerring.

Der schmalere Mittelturm, unter dem das schmale Tor liegt, rückt dabei zurück. Die viel mächtigeren Verteidigungstürme links und rechts des Tores rücken dafür keilförmig nach vorn. Von ihnen ließen sich die Flanken der heranstürmenden Truppen, die es bis zwischen die Mauer geschafft hatten, hervorragend bekämpfen,

Ähnliche Vorsprünge finden sich bei allen Türmen beider Mauerringe. Sollten es die Angreifer tatsächlich die erste Mauer überwunden haben, fanden Sie dort eine tödliche Zone vor. Das freigeräumte Gelände dort bietet weder Deckung noch Möglichkeiten zur Flucht. Man war so den Verteidiger schutzlos ausgeliefert.

Wir überwinden diesen “Todestreifen” unbehelligt und betreten die Cité durch die “Porte Narbonnaise” Gleich rechts nur wenige Meter nördlich steht der Tour du Tréseau, der Schatzturm.

Carcassonne - Tour du Tréseau
Carcassonne – Tour du Tréseau

Seinem ursprünglichen Zweck entsprechen sind seine Mauern stark und die Zugänge und Fenster eher schmal. Gold, Geld und Geschmeide fand man hier jedoch nicht. Hier war lange das Archiv der Cité untergebracht. Und ein im Verteidigungsfall nicht zu unterschätzender Schatz wurde hier deponiert. Hier befand sich das Weinlager für die Verteidiger. Mitten in dem achteckigen Raum im Erdgeschoss mit seinen gotisch anmutenden tiefen Fensternischen befindet sich die Öffnung einer Zisterne. Heute nutzt eine Künstlerin der Raum als Verkaufsgalerie.

Carcassonne - Tour du Tréseau, Zisterne
Carcassonne – Tour du Tréseau, Zisterne

Durch die Gassen von Carcassonne

Dann betreten wir die eigentliche Festungsstadt und merken schnell, dass wir nicht nur in einer interessanten historischen Kulisse gelandet sind. Hier finden wir auch eine der für Frankreich so typischen, perfekt organisierten Tourismusmaschinen wie wir sie auch auf dem Mont Saint Michel, in Conquest und Cordes sur Ciel oder in den Mauern der Küstenfestung von Concarneau kennen lernen konnten.

Dicht drängen sich die Menschen in den engen Gassen. Fremdenführer aller denkbaren Idiome mächtig, ziehen Reisegruppen aus aller Herren Länder hinter sich her. Kunstgewerbe und Souvenirs in erstaunlicher Vielfalt werden an fast jeder Ecke angeboten. Bars und Restaurant reichen Erfrischungen aller Art an diesem hochsommerlichen Vormittag. Viele der hunderte von Freisitzen der Restaurants sind schon besetzt.

Uns aber steht es nicht danach dem touristischen Malstrom durch die Gassen der Cité weiter zu folgen. Dort wo sich die Rue de Grand Puits, die Rue Porte d’Aude und Rue Viollet le Duc treffen, biegen wir nach rechts ab und stehen plötzlich auf dem Vorhof des Château Comtal. An den westlichen inneren Mauerring gelehnt umgibt das Château im Norden, Osten und Süden eine hohe Mauer mit weiteren acht mächtigen Türmen. Davor liegt ein breiter und tiefer Graben, der von einer romanisch anmutenden Bogenbrücke überspannt wird.

Porte de l’Est – Château Comtal

Bevor man diese überwinden kann, um in das heiligste der Cité zu gelangen, wird jedoch ein “Wegzoll” fällig. 21 Euro zahlen wir für drei Personen. Studenten finden hier keinen Rabatt. Dafür kann man mit dem Ticket am Tag der ersten Nutzung mehrfach in das Château zurückkehren. Eine gute Lösung für alle, die sich mit Geschichte und Architektur innerhalb der Mauern ein wenige länger befassen möchten und zwischendurch in einem der vielen Restaurants der Cité Entspannung und ein gutes Essen finden wollen. Ein ausgeklügelter Tourismusbetrieb eben dieses Carcassonne.

Château Comtal

Die sieben Euro pro Person enthalten neben einem übersichtlichen Flyer mit Lageplan auch einen Audioguide in Deutsch, den wir gerne nutzen.

Bei unserem Rundgang lernen wir die meisten Gebäude der Burganlage kennen. Bergfried, Palas, Mauern und Wehrgänge liegen aus unserem Weg. Der Audioguide gibt uns interessante Hinweise und erzählt manches über die architektonischen Glanzleistungen die man in der Burg finden kann.

Der Rundgang im Château Comtal

Wir beginnen im Querhaus, welches sich als Palas von Ost nach West zwischen den Mauern des Château Comtal erstreckt. Das Hauptexponat hier ist ein beeindruckenden Modell des historischen Carcassonne mit dem Château Comtal. Eine Schulklasse lauscht gerade aufmerksam der Führerin, die begeistert von der Anlage berichtet. Die begleitenden Lehrer scheinen eher abwesend zu sein. Es ist sicher nicht ihr erster Besuch hier.

Château Comtal

Im Palas führt uns eine Treppe nach oben auf das Niveau des Wehrganges oben auf der Stadtmauer. Vorbei den dem Raum, in dem in einer Schleife ein elfminütiger Film über Carcassonne läuft, führt der Rundgang nun hinaus auf die Krone der Mauer und einmal um die ganze Anlage. Sehr beeindruckend. Auf dem Weg liegen 10 Wehrtürme (inkl. Bergfried und Aussichtsturm), hölzerne Wehrgänge, Zinnen und steinerne Schießscharten. Von hier oben findet man immer wieder tolle Übersichten über Burganlage und hinunter auf Carcassonne.

Am Ende der Runde, an der westlichen Mauer erwartet uns der Wohnpalast und der Bergfried mit seinen sehenswerten und repräsentativen Sälen. Sie sind den verschiedenen Bauepochen und -stilen der Burg gewidmet. Gotischer Saal, romanischer Saal, antiker Saal, Gewölbesaal und der Saal Pierre Embry bergen manche Kleinodien aus den verschiedenen Bauepochen.

Damit ist der Rundgang durch das Château Comtal für uns fast beendet. Wir steigen wieder hinab in den Burghof und erinnern uns an unseren Besuch im Alcázar de Segovia. Ebenfalls die prägende Burganlage des Landes und ebenfalls ein UNESCO-Welterbe. Beide Anlagen gegeneinander aufzuwiegen wäre jedoch wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen.

Das Château Comtal erreicht in keiner Weise die Pracht es Interieurs des Alcázar de Segovia. Dafür steht das Gesamtensemble innerhalb der großen Mauer Carcassonne dem historischen Segovia kaum nach. Allerdings erinnert Carcassonne doch eine wenig mehr an ein touristisches Disneyland mit mittelalterlichen Einschlag.

Weiter durch das alte Carcassonne

Wir stürzen uns noch in wenig in dieses turbulente Treiben. Die riesigen Freisitze der Restaurant am Place Marcou sind nun, zu besten Mittagszeit voll besetzt. Auf der Rue de Plö schlendern wir zum Place Saint-Nazaire. Hier steht die Bischofskirche von Carcassonne, die beeindruckende Basilique Saint-Nazaire.

Hier rasten wir ein wenig und bewundern die prächtigen Farbspiele der gotischen Fenster in der westlichen Apsis und in der Rose über dem Hauptportal.

Dann setzen wir unseren Weg fort. Place Auguste-Pierre Pont, Rue Saint-Louis und Rue Porte d’Aude – auch hier das Bild, welches die Cité von Carcassonne heute so prägt. Es scheint, als ob auch hier jeder Quadratmeter für das touristische Geschäft optimiert ist. Restaurants, Bistros und Bars in großer Zahl. In den verbleibenden Lücken werden Kunsthandwerk aller Couleur und Souvenirs aller Art angeboten.

Über die Rue Cros Mayrevielle finden wir den Weg zurück zum zur Porte Narbonnaise mit seinen gewaltigen Drillingstürmen. Nach dem wir auf diesem Weg die Cité verlassen haben werfen wir noch einen Blick zurück und sind froh diesen wehrhaften Ort in einer so friedlichen Zeit als gern gesehener Gast besuchen zu können.

Porte Narbonnaise

Weiter ans Mittelmeer

Zurück am Wohnmobil machen wir uns auf den Weg nach Osten Richtung Mittelmeer. 130 Kilometer liegen nun vor uns. Ziel ist lange Nehrung mit dem wunderbaren Sandstrand, die zwischen Agde und Séte den Étang de Thau vom Mittelmeer trennt.

Über den Weg gibt es nicht viel zu berichten. Zunächst geht es auf der A61 flott in Richtung Osten. Später bei Narbonne biegen wir auf die A9 ab. Dort sehen wir in der Ferne die Silhouette der Kathedrale St. Just. Hoch erhebt sie sich über die Stadt. Keine Wunder, ist mit 41 Metern doch der höchste gotische Chor in ganz Frankreich. Trotzdem wirkt der Bau irgendwie wie “abgehackt”. Das liegt daran, dass der ganze Kirche lediglich auf dem Chor besteht.

Als wir in A9 über die Ausfahrt Agde verlassen, liegen seit Carcassonne 94 Autobahnkilometer hinter uns. An der Mautstation hinter der Ausfahrt werden dafür 13,80 Euro fällig.

Nun ist es nicht mehr weit bis zum Aire Camping-Car Étang de Thau. Der Name ist ein wenig irreführend. Der Stellplatz liegt viel näher am Strand des Mittelmeers am Étang de Thau. Letzteren kann man zu Fuß oder mit dem Rad nur mit eine erheblichen Umweg erreichten. Zwischen dem Stellplatz und dem See verläuft auf der Nehrung eine TGV-Strecke und die nächsten Bahnübergänge sind einige Kilometer entfernt.

Der Meeresstrand hingegen ist schnell erreicht. Der Stellplatz liegt direkt hinter den Dünen.

Wir parken neben einem Britten ein der gerade die letzte Folge von Bernhard Cornwells Uhtred-Saga in der Hand hat. Ich meine zu ihm, dass dies ein spannendes aber auch einer sehr blutiges Buch wäre. Mit typisch englischen Humor gibt er zurück, dass Letzteres das Werk erst zu einem guten Buch macht.

So sind sind sie halt die Briten.

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Von Luchon via Toulouse an den Canal du Midi https://www.mit-uns-entdecken.de/von-luchon-via-toulouse-an-den-canal-du-midi/ Tue, 17 Sep 2019 23:35:57 +0000 https://www.mit-uns-entdecken.de/?p=21324 Heute geht es von den Pyrenäen via Toulouse an den Canal du Midi. Dabei streifen wir nochmal die sanften Berge am nördlichen Rand der Pyrenäen, rasten an der Garonne und […]

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Heute geht es von den Pyrenäen via Toulouse an den Canal du Midi. Dabei streifen wir nochmal die sanften Berge am nördlichen Rand der Pyrenäen, rasten an der Garonne und kämpfen mit dem Berufsverkehr in Toulouse. Als Belohnung wartet ein magischer Spätsommerabend am Canal du Midi.

Aufbruch in Luchon

Es ist schon fast 11:00 Uhr als wir am 17. September 2019 an der Ver- und Entsorgungsstation am Wohnmobilstellplatz in Bagnéres-de-Luchon stehen. Das Wetter ist bestens und wir genießen nochmal den herrlichen Blick auf das Bergpanorama ringsum.

Wohnmobilstellplatz in Bagnéres-de-Luchon
Wohnmobilstellplatz in Bagnéres-de-Luchon

Erstmals auf unserer Tour in diesem Jahr müssen wir einen festen Termin einhalten. Wir nehmen heute am Flughafen von Toulouse unsere Tochter mit an Bord. Da heißt es möglichst pünktlich am Airport zu sein. Da dieser aber nur 160 Kilometer von Luchon entfernt ist, sollte das keine große Herausforderung sein.

So lassen wir uns Zeit und machen noch einige Fotos der Bergwelt und eines besonders schönen Bauerngartens in Luchon

  • Bergkulissse von Luchon
  • Die kleine Flugbahn im Hintergrund
  • Bauerngarten

Nocheinmal durch die Berge

Dann nehmen wir die gut ausgebaute D 125 nach Norden. Im Tal des Flusses La Pique kommen wir schnell voran. Bald stößt von Osten her die Garonne zu uns, die uns bis nach Toulouse begleiten wird. Wir halten eine Moment und überlegen wie wir den Tag gestalten. Wir haben noch ausreichend Zeit und wissen von einer Reise vor zwei Jahren, dass der schnellste Weg nach Toulouse nicht allzu viele Höhepunkte bietet.

So beschließen wir noch ein wenig die Bergwelt in Vorgebirge der Pyrenäen zu genießen. Hierzu biegen wir nach rechts ab und erreichen bald Antichan-de-Frontignes. Hier tauchen wir noch einmal in die grüne und sanfte Bergwelt am Nordrand der Pyrenäen ein. Die Landschaft ist hier grüner, sanfter und lieblicher als auf der spanischen Seite. Gleich oberhalb von Antichan-de-Frontignes bietet sich ein schöner Ausblick.

  • Blick ins Tal der Garonne
  • Antichan-de-Frontignes
  • Bastion des Frontignes

Auf dem Weg nach Toulouse

Von dort aus führen uns die Straßen D 618, D5 und D5B durch einen liebliche Landschaft mit schmucken Dörfern, sanften Bergen und rauschenden Bächen. Eine touristische Schwerpunktroute haben wir sicher nicht gewählt, aber die Ortsbilder erzählen und ein wenig von den Menschen in diesem eher abgelegenen Landstrich.

Irgendwann kommen wir dann in das Tal der Garonne, die hier noch ein bescheidener Fluss ist. Kaum vorstellbar das sich die sich, nach dem Zusammenfluss mit der Dordogne nördlich von Bordeaux, als Gironde zu einem riesigen Meeresarm gemausert hat und dem Atlantik entgegen strömt.

Ein Blick auf die Ankunftszeiten am Flughafen in Toulouse verrät uns, dass unsere Tagesplanung ins Wanken gerät. Der Flieger mit unserer Tochter wird sich in Berlin erst mit 45 Minuten Verspätung in Lüfte erheben. Die Ankunftszeit wir zunächst mit gleicher Differenz zum Plan angegeben. Eine Prognose die leider nicht eintreffen wird. Letztlich wird es mehr als eine Stunde sein, die der Flieger später als geplant, auf der Landebahn in Toulouse aufsetzen wird.

Flugstatus
Flugstatus

Rast in Couladére

So suchen wir uns abseits der Autobahn nach Toulouse eine nettes Plätzchen um kleine Pause und werden am Ufer der Garonne in Couladére fündig. Bei bestem Wetter legen wir und auf einer wunderbar grünen Wiese genießen die den Blick auf die Brücke über die Garonne die Couladére mit Cazéres verbindet.

  • Cazéres
  • An der Garonne

Wiedermal Runden am Airport Toulouse Blagnac

Dann manchen wir uns auf den Weg zum Aéroport de Toulouse Blagnac. Hierzu nehmen wir den vermeintlich schnellsten Weg über die A 64, die uns immer dem Tal der Garonne folgend bis auf den Toulouser Autobahnring bringt. Bis dahin kommen wir auch zügig voran. Später dann, auf der A 621, die den Flughafen an den Autobahnring anschließt, gerät die Fahrt ins Stocken. Hier ist einfach viel zu viel Verkehr.

Dennoch erreichen wir den Flughafen pünktlich. Zu pünktlich, denn die App von Easyjet meldet eine weitere Verspätung des Fliegers. In der Nähe des Terminals mit einem Wohnmobil zu parken, ist unmöglich. Alle Parkplätze und natürlich auch die Parkhäuser sind mit einer Höhenbeschränkung versehen. Das wissen wir von einer ähnlichen Abholaktion hier von vor zwei Jahren.

So setzte ich Steffi in der Nähe des Ankunftsterminals ab und mache mich auf die Suche nach einer geeigneten Warteposition für mich und das Wohnmobil. Zunächst kreise ich um die ausgedehnten Parkplätze nördlich der Start- und Landebahn und werde in der Rue Roland Garros bei einem kleinen Baumarkt fündig.

Hier kann ich in Ruhe auf den Anruf warten, den wir für den Zeitpunkt der Ankunft unsere Tochter verabredet hatten. Nach ca. 30 weiteren Minuten ist es dann soweit.

Ich starte und kann zehn Minuten später Steffi und Paula am verabredeten Treffpunkt zwischen den Parkhäusern eins und zwei an Bord nehmen. Das erfolgt fasst fliegend, da der folgende Verkehr nur wenig Verständnis dafür hat, dass ich gerade hier halte, wo man mich auf einspuriger Straße nicht überholen kann.

Zwei Stunden Streets of Toulouse

Dann fahren wir mit dem Ziel irgendwo vor Carcassonne einen Stellplatz zu finden weiter. Dabei vertrauen wir unserem Navi, dass und den Weg direkt durch die Innenstadt vorschlägt. Warum sollen wir diesem Rat nicht folgen? In Valencia hatte es mit der Fahrt durch die Stadt ja auch hervorragend geklappt. Und Toulouse hat eine ähnliche Größe wie Valencia, Was sollte da schon schiefgehen.

Wir hatten aber eines vergessen. Valencia hatten wir an einem Sonntagmorgen in der touristischen Nachsaison passiert. Nun ist allerdings Dienstag und wir stecken mitten im abendlichen Berufsverkehr eines der wichtigsten Wirtschaftszentren Frankreichs fest. Zwar erhaschen wir machen Blick auf das turbulente Stadtleben und auf diese und jene Sehenswürdigkeit in der Ferne, aber die Straßen von Toulouse ziehen sich endlos dahin. An ein zügiges Vorankommen ist bei dem dichten Verkehr, den vielen Ampeln und manchen Kreisverkehren nicht zu denken.

Trotzdem fanden wir das was wir sahen interessant. Südlich der Allées Jules Guesde, in der sich die Université Paul Sabatier befindet, scheint das Studentenviertel von Toulouse zu beginnen. Junge Leute als aller Herren Länder all überall. Die Fahrradfahrer unter ihnen erkämpfen sich selbstbewusst ihren Platz in dem dicht fließenden Autoverkehr. Kleine Läden, Bars und Restaurants säumen die Straßen. Bilder die Lust auf mehr machen. Wir sollten uns bei nächster Gelegenheit ein oder zwei Tag Zeit nehmen, um dieses kleine Universum zu erkunden.

Nach fast zwei Stunden im stockenden Verkehr haben wir dann die Auffahrt auf die A 61 erreicht, die uns nun ein Stück mach Süden tragen wird. Während wir nun wieder gut vorankommen, befragen wir den Stellplatzführer und diese und jene nützliche App nach einem geeigneten Standplatz für die Nacht. Unsere Wahl fällt auf den kleinen Ort Le Ségala an Canal di Midi.

Ein Abend am Canal du Midi

Wir haben Glück in Le Ségala und ergattern den letzten freien von insgesamt sechs Stellplätzen direkt am Ufer des Canal du Midi.

Vor uns liegen eine etwas in die Jahre gekommene neuzeitliche Pénichette und ein stolzes Frachtschiff aus längst vergangener Zeit, die Avenir, an der kleinen Pier vertäut. Dabei ist der Name “Avenir” für ein so altes Schiff besonders programmatisch, bedeutet er ins Deutsche übersetzt doch “Zukunft”.

Unsere Nachbarn rechter Hand haben die Liegestühle ausgepackt und genießen die letzten Strahlen der Abendsonne. Auch wir holen unser Campingestühl hervor und feiern diesen fast magischen Spätsommerabend und das Wiedersehen mit unserer Tochter Paula.

Vielmehr ist von diesem Tag nicht zu berichten.

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Über die Pyrenäen und Luchon https://www.mit-uns-entdecken.de/ueber-die-pyrenaeen-und-luchon/ Mon, 16 Sep 2019 23:12:37 +0000 https://www.mit-uns-entdecken.de/?p=21226 Es geht in die Pyrenäen an unserem letzten Tag in Spanien. Wir genießen die schönen Landschaften auf dem Weg hinauf in die Berge. Der Stausee Embalse de El Grado, die […]

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Es geht in die Pyrenäen an unserem letzten Tag in Spanien. Wir genießen die schönen Landschaften auf dem Weg hinauf in die Berge. Der Stausee Embalse de El Grado, die enge Schlucht Congosto de Ventamillo am Rio Éresa, der Coll de L’Espina und ein schöner Abend in Bagnéres-de-Luchon bleiben uns in Erinnerung.

Start in Huesca

Die ersten Kilometer nach dem Start führen uns durch das etwas unübersichtliche Huesca und unser Navi will heute morgen partout keinen Satelliten finden. Letztlich hilft uns die Navigation mit dem Handy weiter und wir finden östliche Ausfahrt aus der Stadt.

Zur Überquerung der Pyrenäen haben wir uns eine Route zurechtgelegt, die uns am Ende dieser Etappe nach Bagnères-de-Luchon in Frankreich bringen soll.
Dazu müssen wir zunächst ein Stück der N-240 folgen die am südlichen Rand des Gebirges entlangläuft. Gegenüber unser gestrigen Fahrt durch das trockene Herz von Aragón ist die Landschaft hier wieder angenehm grün.

Nach Barbasto

An der Strecke bis Barbastro wird viel gebaut. Parallel zur N-240 entsteht zurzeit die A-22 die Huesca mit Lleida verbinden wird. Somit wird eine der am dünnsten besiedelten Provinzen Spaniens an die Metropolen Bilbao und Barcelona angeschlossen. Bleibt zu hoffen, dass damit für die Menschen hier wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Aufschwung verbunden sein wird.

Streckenweise können wir die neue Trasse schon nutzen und erreichen so zügig Barbastro. Von hier aus wenden wir und nach Norden und folgen den Tal des Rio Cinca bis nach El Grado.

Embalse de El Grado

Hier wird der Fluss von einer gewaltigen Mauer aus Stahl und Beton aufgestaut. Die A-211 überquert das Tosbecken das heute still unter uns liegt. Das wenige Wasser dort unten glitzert türkis bis tief blau. Ein kleiner Parkplatz am der anderen Seite der Brücke lädt uns zu einem kleinen Fotostopp ein.

  • Embalse de El Grado - Staumauer
  • Embalse de El Grado - Tosbecken

Wir folgen A-221, die uns auf teilweise enger Spur über den ersten Pass des Tages führt. Von 390 Meter Meereshöhe an der Staumauer geht es hinauf auf 670 Meter. Dort auf der Passhöhe steht die kleine Kapelle Ermita San Roque.

Vorbei an La Puebla de Castro mit seinen Ausgrabungen aus der Römerzeit geht es nun wieder bergab bis an den Rio Èsera, der hier von der Embalse de Barasona aufgestaut wird. Viel Wasser scheint auch hier nicht vorhanden zu sein. Teile des Stausees liegen trocken.

Pyrenäen - La Puebla de Castro
La Puebla de Castro

Am Rio Ésera hinauf in die Pyrenäen

Der Rio Ésera wird nun eine Weile unsere Richtschnur für die Fahrt hoch in die Pyrenäen sein. Zunächst ist es noch weites Tal, in dem der Fluss von sich in mäandert. Je höher wir kommen, des so enger schmiegt sich die Straße an den Fluss. Wir finden einen kleinen Parkplatz den wir gerne nutzen. Nach wenigen Stufen stehen wir am steinigen Bett des Rio Èsera das weitgehend trocken vor uns liegt.

  • Auf der A-39
  • Am Rio Éresa
  • Am Rio Éresa

Diese Ruhe ist allerdings trügerisch, Oben am Parkplatz warnt ein Schild davor, dass der Fluss in Zeit der Schneeschmelze und nach starken Regenfällen an ganz anderes Gesicht zeigen kann. Dann wird es hier unten, wo wir gerade stehen lebensgefährlich.

Congosto de Ventamillo

Richtig eng wird des dort, wo sich der Rio Èsera in der engen Schlucht Congosta des Ventamillo durch die ersten hohen Felsen durchbrechen muss. 150 bis 200 Meter ragen die Felswände fast senkrecht auf. Die Straße musste sich ihren Platz mit Schweiß, Sprengstoff und schwerem Gerät vom Fels abtrotzen. Von Fluss war in dieser Sache hier keine Unterstützung zu erwarten.

  • Congosto de Ventamillo
  • Congosto de Ventamillo

Reizvoll ist die Strecke hier aber nicht nur für den Mobilisten. Egal ob er mit dem PKW, dem Motorrad oder Wohnmobil unterwegs ist. Andere Zeitgenossen denken hier einfach quer und kreuzen die Schlucht auf eine ganz andere Art und Weise.

Pyrenäen - Congosto de Ventamillo

Von hier aus ist es nicht mehr weit, bis in in Castejón de Sos das Tal des Rio Ésera verlassen. Vorher legen wir aber auf dem netten Parkplatz am Ortseingang von El Run noch eine kleinen Mittagspause ein. Ein Pärchen aus dem Schwäbischen gratuliert uns zu unseren letzten Linsensuppe aus deutschen Konserven. Dabei sammeln sie Zeltbahnen und Schlafsäcke ein, die auf dem kleinen Lattenzaun zum trocknen hingen.

Pyrenäen - El Run
El Run

Die beiden sind mit schweren Maschinen unterwegs und haben hier offenbar ein ideales Bike-Revier gefunden. Und wenn man es recht bedenkt, liegen zwischen dem Schwarzwald und diesem lauschigen Ort hier gerade einmal 1.200 Kilometer. Eine Strecke die in zwei Tagen auf dem Bike gut machbar ein sollte.

Wir schwatzen ganz kurz über das “Woher” und “Wohin” und über die Qualitäten einer Linsensuppen aus deutschen Konserven am 16. Reisetag. Dann trennen unsere Wege schon wieder.

Coll de L’Espina – ein weiterer Pass in den Pyrenäen

Von Castejón de Sos geht es nach Westen hinauf auf den nächsten Pass. Es geht zum Coll de Fadas auf 1.470 Meter Meereshöhe und weiter zum Coll de L’Espina auf 1.407 Meter. Dieser Gebirgsrücken trennt den Rio Ésera und den Noguera Ribagorçana voneinander. Beide tragen ihre immer weniger werdenden Wasser nach Süden, vereinen sich mit anderen Flüssen, münden irgendwo in den Ebro und strömen dann dem Mittelmeer zu.
Es sei denn die Sonne ist stärker und holt die Tropfen zurück in den Himmel und schickt sie dann wer weiß wohin.

Wir stoppen am Coll de L’Espina und genießen ein wenig die Natur hier oben und den Blick in die Ferne.

  • Pyrenäen - Coll de L'Espina
  • Pyrenäen - Coll de L'Espina
  • Pyrenäen - Coll de L'Espina
  • Pyrenäen - Coll de L'Espina
  • Pyrenäen - Coll de L'Espina

Embalse de Baserca

Dann führt die Straße hinunter zum Noguera Ribagorçana wendet sich nach Norden. Kurz hinter Senet de Barrabés versperrt eine 40 Meter hohe und 330 Meter breite Mauer dem Fluss seinen Weg. Über zwei Kilometer Länge werden die Wasser hier angestaut. Um Strom zu erzeugen und die tiefer liegenden Ort vor launischen Hochwassern zu schützen. Aber auch hier, am Rand der Pyrenäen hier ist jener Wassermangel sichtbar, der uns schon vor Tagen am südlichen Rand der Picos des Europa begegnete.

Es geht weiter Richtung Norden. Nur ca. dreieinhalb Kilometer hinter dem Stausee verschwindet die N-230 in einem etwa fünf Kilometer langen Tunnel und unterquert so den Hauptkamm der Pyrenäen, die hier bis zu 2.600 Metern aufragen.

Als wir den Tunnel wieder verlassen ist Frankreich noch immer nicht erreicht. Eigentlich verläuft der Kamm der Pyrenäen und damit die Grenze zwischen Frankreich und Spanien relativ konsequent von West nach Ost mit einer leichten südlichen Tendenz.
Aber gerade in dieser Gegend mach der Kamm des Gebirges einen kurzen Knick nach Norden und bringt Spanien einen “Geländegewinn” von ca. 15 Kilometern ein.

So ist der kleine Winkel von Veihla bis Bausen und Canejan am Flüsschen Ariu Garona noch spanisches Gebiet. Selbst die Serpentinen von Bossóst hinauf zum Pass von Eth Partilhon auf 1.293 Meter gehören noch zu Spanien.

Mirador de Bossóst

Das wir hier noch in Spanien sind, wird an der Mirador de Bossóst nochmal deutlich klar gestellt. Ein Denkmal aus Granit und Stahl würdig hier alle spanischen Sieger der Tour de France. Idole meiner Jugendzeit wie Pedro DelGado oder der fünffache Tour gewinner Miguel Induráin sind hier genauso vermerkt, wie die späteren Helden Alberto Contador und Carlos Sastre.

Ein Stopp an der Mirador de Bossóst lohnt sich aber nicht nur wegen dieses Denkmals. Auch der grandiose Blick über das Tal des Ariu Garona und auf die Gipfel weiter im Westen lohnen einen Halt hier oben.

  • Pyrenäen - Mirador de Bossóst
  • Pyrenäen - Mirador de Bossóst
  • Pyrenäen - Mirador de Bossóst
  • Pyrenäen - Mirador de Bossóst

Bagnéres-de-Luchon

Nun sind es nur noch wenige Kilometer und wir erreichen die Passhöhe. Damit sind wir zurück in Frankreich.

Wir fahren hinunter nach Bagnéres-de-Luchon. Schell finden wir den Stellplatz am kleinen Sportflugplatz. Der ist heute gut belegt. Auch an einem Spätsommertag in der Woche, scheint der über die Pyrenäen hinaus bekannte Kurort bei Wohnmobilisten beliebt zu sein.

Wir nehmen die Fahrräder, umrunden einmal die Landebahn des kleinen Sportflughafens, der fast nur von Segelflugzeugen und ihren Schleppern benutzt wird.

Dann schlendern wir die Allées d’Étigny entlang. An vielen Stellen dieser Prachtstraße fühlt man sich wie in der Zeit der Belle Époque. Jugendstil und Art Déco schmückt die vielen Hotels, Restaurants und Läden. Irgendwie hat man den Eindruck, als ob hier eine Art Biarritz der Pyrenäen entstehen sollte. Aber Vieles strahlt auch eine gewisse Morbidität aus. Irgendwie hat man den Eindruck das der Orte seine besten Jahre hinter sich hat.

  • Bagnéres-de-Luchon
  • Bagnéres-de-Luchon
  • Bagnéres-de-Luchon

Aber wer weiß, vielleicht ist es ja auch nur eine temporäre Schwäche. Immerhin schätzen schon die Römer die Thermalquellen von Luchon. Und seitdem gab es immer wieder gute und schlechte Zeiten.

Thermes Chambert

Besonders sehenswert ist heute noch das alte Kurbad, das mit seinen Thermalquellen sicher eines der Highlights in der Blütezeit des Ortes war. Der klassizistische Bau wirkt mit seinen Säulenarkaden ein wenig wie ein römischer Tempel. Gleich daneben am Ende der Straße ein Block aus Glas und Stahl. Dabei handelt es sich um eine Erweiterung der alten Therme aus dem Jahr 1969.

Thermes Chambert
Thermes Chambert

Für alle Freunde des Dampfbadens bietet die Therme eine einmalige Attraktion. Hier kann man in unterirdischen Gängen wandeln, in denen das natürliche Thermalwasser für eine ganz besondere Atmosphäre sorgt.

Wir aber bleiben heute Abend lieber bei den kulinarischen Genüssen und lassen uns von einem Menüangebot ins Le Glacier locken. In dem Restaurant werden wir nett bedient und die Speisen inklusives des Nachtisches sind sehr lecker.

So endet der Abend nach einem Tag in prächtiger Landschaft sehr “gehaltvoll”. Wir sind sehr zufrieden und freuen uns auf die kommenden Tage in Südfrankreich.

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