Frankreich und Spanien 2018 Archive - Zugvogel - ein Reiseblog https://www.mit-uns-entdecken.de/category/reisen/westeuropa-reisen/frankreich-spanien-2018/ Fri, 24 Jan 2025 21:05:06 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.7.4 https://www.mit-uns-entdecken.de/wp-content/uploads/2018/09/cropped-favicon_-Zugvogel-1-32x32.png Frankreich und Spanien 2018 Archive - Zugvogel - ein Reiseblog https://www.mit-uns-entdecken.de/category/reisen/westeuropa-reisen/frankreich-spanien-2018/ 32 32 125620668 Frankreich und Spanien 2018 ein Fazit https://www.mit-uns-entdecken.de/frankreich-und-spanien-2018-ein-fazit/ Thu, 16 Aug 2018 19:19:18 +0000 http://www.mit-uns-entdecken.de/?p=15173 Es war schwer sich für ein Beitragsbild zu diesem Blog zu entscheiden. Soll es doch repräsentativ für unsere Reise nach Frankreich und Spanien sein, für die wir uns im Mai […]

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Es war schwer sich für ein Beitragsbild zu diesem Blog zu entscheiden. Soll es doch repräsentativ für unsere Reise nach Frankreich und Spanien sein, für die wir uns im Mai 2018 einen Monat Zeit nahmen. Ich habe mich dann für dieses kleine Motiv entschieden. Es kam uns am Abend des ersten Mai vor die Linse. Einem der stimmungsvollsten Abende auf unsere Reise. 

Die Reiseroute

Jetzt, über 3 Monate nach der Rückkehr, ist es an der Zeit einen kleines Fazit unserer Reise nach Frankreich und Spanien im Mai diesen Jahres zu ziehen. Wir waren einen Monat unterwegs und haben mit einem geliehenen Wohnmobil über 7.800 Kilometer zurückgelegt.

Die Route führe uns nach Südwestdeutschland. Vor hier aus ging es quer durch die Auvergne und in das Périgueux. Anschließend fuhren wir über Bordeaux an die Französische Atlantikküste. Von dort folgten wir der Küste der Biscaya an in die spanische Grenze. Weiter ging es durch Kanatabrien, Asturien und Galicien bis wir am Cabo Finistrerra auf den offenen Atlantik stießen. Dann ging es ein kleines Stück zurück nach Osten um Santiago de Compostella und Lugo zu besuchen.

Nun hielten wir und nach Südosten und überquerten die westlichen Ausläufer des Kantabrischen Gebirges. Dann ging es nach Süden durch die Extremadura. Zamora, Salamanca, Cáseres, Médrida und natürlich Sevilla waren die Höhepunkte auf unserem Weg durch diese karge Landschaft.

Vorbei an Ronda erreichten wir das Mittelmeer. Von der Costa de Sol bis zur Costa Blanca folgten wir vorwiegend dem Küstenverlauf. Hier und da unternahmen wir aber auch einen Abstecher ins Landesinnere, z.B. zum Kloster Montserrat bei Barcelona. 

Weiter ging es dann an der Französischen Mittelmeerküste bis an der Rand der Camargue. Dann zog es uns nach Norden. Dem breiten Tal der Rhone folgend unternahmen wir Abstecher an den Mont Ventoux, an die Ardéche und in das Vercors. Über Lyon und Muhlhouse ging es zum Abschluss wieder zurück nach Deutschland.

Im Rückblick eine gewaltige Strecke die uns unendliche viele Entdeckungen, Eindrücke und Erlebnisse bescherte. Lange werden wir noch von dem Erlebten zehren und die Reise hat Lust auf mehr gemacht. 

Die Highlights

Natur und Landschaft

Das die Auvergne zu den schönsten Landschaften Frankreichs gehört, konnten wir schon im letzen Jahr erfahren. Begeistert waren wir aber auch vom Périgueux mit seinen alten Städten an der Dordogne und ihren Nebenflüssen. Das Bordolais fanden wir hingegen weniger schön. Es mag an den endlosen “Weinäckern” gelegen haben, die die Landschaft bis an den Horizont prägen.

Fantastisch hingegen war die Küste im Norden Spaniens. Die Autovía del Cantábrico führte uns zwischen der Küste und dem Kantabrischen Gebirge entlang. Immer wieder gab es tolle Aussichten. Weiter draußen am Meer war sicher die Sierra de la Campeleda einer der landschaftlichen Höhepunkte. Schroff erhebt sich hier das Gebirge aus der Biscaya. Mit über 600 Metern Höhe gibt es hier die höchsten Klippen Europas. Gleich nebenan fanden wir den verwunschen wirkenden Wallfahrtsort San Andres de Teixido.

Herausragend war sicher auch unserer Besuch am Cabo Finisterra. Von ganz eigener Art war die Extremadura, eine gewaltige trockene Hochfläche, von der wir in der Ferne immer wieder schneebedeckte Gipfel sehen konnte. An der Küste des Mittelmeeres fuhren wir immer wieder auf spektakulären Küstenstraßen mit tollen Aussichten und romantischen Buchten. 

Zurück in Frankreich durften wir die Canyons der Adrèche und das Vercors als landschaftliche Höhepunkte auf unsere Reise besuchen.

Städte und Architektur

Große Städte und Kleinode in der Provinz begleiteten uns genauso wie jahrhundertealte Architektur mit christlichen und maurischen Wurzeln. Hin und wieder gab es aber auch Spuren der Moderne wie in Bilbao oder Aviles. Wirklich herausragend für uns waren die Städte Bordeaux, Saralat, Bilbao, Santiago des Compostella, Salamanca (OMG wie schön), Càceres, und Sevilla natürlich. Es muss aber nicht immer ein Superlativ wie Sevilla sein. Im Französischen Pellegrue oder im Spanischen San Vicente de la Barguera und Tossa de Mar fanden wir liebenswerte Städtchen mit beeindruckender Architektur und Geschichte. 

Aber auch die Römischen Spuren in Lugo, Mérida und Arles sowie die grandiose Pont du Grande haben uns schwer beeindruckt. Ungewöhliche Details machten die Reise in ihrer ganz eigenen Art interessant. Da war diese Mikwe in Montignac, die einmalige Felsenburg Roque Sait-Christophe, das malerische La Roque-Gageac und die Burg in Zahara de la Sierra. 

Als absolute Höhepunkte müssen wir den Real Alcázar und die Kathedrale in Sevilla herausheben.

Kathedrale Sevilla, Hauptaltar Retable

Kunst und Krempel

Es mag seltsam klingen, aber die Friedhöfe in Frankreich und Spanien scheinen uns ein Geheimtipp sein zu. In Pellegreue und San Andres des Texico lernten wir eine so ganz andere Art kennen, mit dem Tod umzugehen, als in unsere Heimat üblich. 
Großartig an der Reise war die Entdeckung von Kunst aus so vielen unterschiedlichen Epochen. Von den über 20.000 Jahre alten Höhlenmalereien in Lascoux, über römische Artefakte in Mérida oder Arles, den maurischen Spuren in Sevilla und Mérida, den großartigen mittelalterlichen in Kunstwerken in den vielen Kirchen und Kathedralen auf dem Weg, bis hin zur Werken der Moderne im Kunstmuseum von Montserrat reichte dabei die Spanne. 

Neben den Kirchenausstattungen in Santiago de Compostella, Lugo, Zamora, Cáceres und Sevilla war der Gobelinsaal in Zamora einer von vielen Höhepunkten. 

Gobelinsaal
Zamora, Kathedrale, Gobelinsaal

Die Sache mit dem Glauben

Religiösität und Spiritualität begleiteten uns auf dieser Reise in unbekannter Intensität. Das lag sicher daran. dass wir teilweise den berühmten Pilgerwegen nach Santiago de Compostella und weiter nach Finsterra folgten. Am Camino del Noorte, dem Camino Francés, der Via de la Plata und dem Camino Fisterra sahen wir so viele Pilger mit gequälten Körpern und lächelnden Gesichtern. Die Stimmung unter den Pilgern an den Zielen ihres Weges am Cabo de Finisterra und auf dem Praza do Obradorio in Santiago beeindruckten uns sehr. 

Alle Kirchen an unserem Weg, ob kleine Kapelle wie in San Andres de Teixido oder riesig wie die Kathedrale in Sevilla waren immer auch lebendige Heimstadt des Glaubens. Wir trafen dabei nicht nur ältere Menschen. Gerade in Spanien waren auch viele jüngere Menschen in den Gotteshäusern ständige Gäste. In Erinnerung blieben uns “Carlos” an dern Büste des heiligen Jakobs in Santiago den Compostela, das junge Paar in der großartigen Kathedrale in Sevilla oder die Betenden im Himmelfahrtstag in der Kathedrale Santa Maria in Lugo, die uns zu Tränen rührten. 

Parroquia de Santiago de los Caballeros, Cáceres

7.838 Kilometer und 30 Tage waren eine gute Investition

Ohne Frage, wir würden es wieder tun. Diese Reise brachte so viele neue Perspektiven, Erfahrungen und Entdeckungen, dass wir Lust auf eine andere Form des Lebens bekamen. Wir hätten gerne um viele Wochen verlängern wollen. Andererseits gab die Reise aber auch Kraft für das, was uns im Alltag der nächsten Monaten fordern wird.

30 Tage, 7.838 Kilometer

Alle Beiträge der Reise auf einen Blick

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Jons – Drusenheim – Ilmenau https://www.mit-uns-entdecken.de/jons-drusenheim-ilmenau/ Sat, 26 May 2018 18:43:30 +0000 http://www.mit-uns-entdecken.de/?p=11120 Wir machen uns nun auf die Rückreise nach Deutschland. 2 Tage brauchen wir um von Jons bei Lyon nach Ilmenau zu gelangen. Wir übernachten nochmal am Rhein in Drusenheim, dort […]

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Wir machen uns nun auf die Rückreise nach Deutschland. 2 Tage brauchen wir um von Jons bei Lyon nach Ilmenau zu gelangen. Wir übernachten nochmal am Rhein in Drusenheim, dort wo unsere Reise eigentlich begann. Hier schließt sich der Kreis unserer Entdeckungen durch Frankreich und Spanien. Am letzten Tag legen wir einen kleinen Zwischenstopp an der Mainschleife bei Volkach ein und lernen einen bemerkenswert schönen Landstrich kennen. Der Campingplatz Meyersgrund bei Ilmenau nimmt uns für die letzte Nacht auf, bevor wir am nächsten Morgen unser Wohnmobil wieder wohlbehalten beim Caravanshop Hörcher abgeben.

Von Jons nach Drusenheim

Vom 24. Mai 2018 gibt es nicht viel zu berichten. Seit früh um 06:00 Uhr begleitet uns der Lärm des Flughafens von Lyon. Wir stehen auf dem kleinen Stellplatz in Jons, 10 Kilometer von Flughafen entfernt. Er befindet sich direkt unter dem Start-Korridor, quasi in direkter Verlängerung der Startbahn.

Wir brechen um 09:30 Uhr auf und können eigentlich nur die Stationen aufzählen, an denen wir heute vorbeifliegen:  10:20 Uhr Bourg-en-Bresse, 11:30 Uhr abbiegen auf die A36, 11:58 Uhr Bessancon, 12:58 Uhr Belfort, 13:25 Uhr Muhlhouse, 13:36 Uhr Grenze nach Deutschland, 13:45 Uhr Rast an der Raststätte Hartheim/Heitersheim.

Und wir können es selbst kaum glauben. Nach fast vier Wochen lukullischer Erlebnisse und Spanien und Frankreich verfallen wir hier doch tatsächlich einem Schnellrestaurant der Kette mit dem großen “M”. Schämen sollten wir uns.

Dann geht es weiter: 14:40 Uhr Freiburg,  15:11 Uhr Offenburg, 15:23 Uhr verlassen wir die Autobahn an der Ausfahrt Achern, 15:40 Uhr geht es wieder über den Rhein, 16:00 Uhr Ankunft in Drusenheim.

Vogelschlag

Einen kleinen Aufreger auf dieser Strecke gab es dann doch. Es geschah schon am Vormittag um 10:30 Uhr. Wir waren noch auf der A39 unterwegs und hatten gerade das Flüsschen Solnan überquert. Auf den Autobahnen haben wir uns 110 km/h als Reisegeschwindigkeit angewöhnt. So rollen wir entspannt durch die schöne Landschaft westlich des Jura, dessen Höhen auf der rechten Seite grüßen. Plötzlich geht alles ganz schnell. Im Augenwinkel über mir ein dunkler Schatten, faustgroß vielleicht, dann ein gewaltiger Knall. Offenbar hat uns ein Vogelschlag erwischt.

Wir sind zu Tode erschrocken und machen uns echt Sorgen was am Auto passiert sein könnte. Das arme Tier hatte sicher keine Chance, mit dem Leben davon zu kommen. Das Auto reagiert normal, es sind auch keine außergewöhnlichen Geräusche zu hören. So fahren wir weiter bis zur nächsten Möglichkeit regulär anzuhalten.  Die finden wir nach ca. sechs Kilometern an einem Rastplatz. Wir steigen sehr besorgt aus und rechnen mit dem Schlimmsten. Sicher wurde die Dachhutze über dem Fahrerhaus beschädigt. Der Knall des Aufpralls war einfach zu heftig. Aber siehe da, es ist absolut nichts auszumachen. Keine Beule, kein Riss, kein Kratzer. Sicher hat die Keilform der Dachhaube schlimmeres verhindert und die Aufprallenergie abgeleitet. 

Am Ende der Reise?

Als wir in Drusenheim ankommen haben wir  520 Kilometer Tagesstrecke hinter uns. Wir finden, dass Drusenheim ein würdiger Punkt für die eigentlich letzte Nacht auf unsere Reise ist. Hier schließt sich der Kreis unserer Entdeckungen durch Frankreich und Spanien. Wie Ende April sitzen wir wieder auf der gleichen Bank am Rhein und gucken Schiffe. Damals waren es die freudigen Erwartungen auf das, was in den nächsten Wochen erwarten wird, die uns mit dem Blick auf den Rhein beschäftigen. Heute sind es die zahllosen Erinnerungen die wir mit den Schiffen auf dem Rhein Revue passieren lassen.

Hier schon ein Fazit zu ziehen wäre zu früh. Zu viele Bilder sind noch zu sichten, zu viele Notizen in Texte zu fassen und zu viele Koordinaten zu ordnen. 

Am Rhein, Fähre Drusenheim – Geffern

Es geht nach Hause

Am 25. Mai brechen wir um 09:30 in Drusenheim auf. Bis nach Ilmenau sind es noch etwas mehr als 400 Kilometer. Das sollte gut zu schaffen sein. Auch hier bleibt mir nur die wichtigsten Stationen und nennen die unseren Weg begleiten: 10:10 Uhr Auffahrt auf den A5 bei Baden-Baden, 10:30 Uhr Karlsruhe, 11:15 Uhr Concorde und Tupolew 144 grüßen vom Technikmuseum Sinsheim, 12:06 Uhr Jagsttalbrücke, 12:27 Uhr Taubertalbrücke, 12:40 Uhr Stau. Auf der Autobahn A3 südlich von Würzburg war nichts anders zu erwarten. Die ewige Baustelle der Maintalbrücke fordert ihren Tribut. Um 13:00 Uhr ist das Hindernis passiert und wir können wieder Fahrt aufnehmen.

Das es erst 13:00 Uhr ist beschließen wir den Tag doch noch mit eine wenig Erlebniswert anzureichern. Dazu wollen wir das Mainschleife bei Volkach besuchen.

Im Maintal

Wir finden hier einen sehr schönen Flecken Erde vor. Wir fahren durch das beschauliche Volkach hindurch, überqueren den Main und fahren hinauf zum Kloster Vogelsburg. Von hier oben haben wir einen sensationellen Blick auf die Mainschleife zwischen Schwarzbach und Volkach. Südlich von uns die Weininsel mit dem Kreuzberg die fast vollständig mit Weinstöcken belegt ist. Gleich unter uns die Steillagen am südlichen Hang unter der Vogelsburg. Ganz unten auf dem Main ziehen Paddler und andere Wassersportler ihre Bahnen. Schiffe gucken ist von hier oben übrigens nicht möglich. Die Berufsschifffahrt nutzt den Mainkanal, der hinter der Kreuzberg verläuft. So konnte der Main hier viel von seiner Ursprünglichkeit erhalten.

Sandbänke, Seitenarme und ein kleiner Auwald am Gleithang machen diesen Flussabschnitt für Naturfreunde und Touristen interessant. Zwei Campingplätze liegen am Fluss und die Orte hier bieten einiges an Übernachtungsmöglichkeiten. 

Kloster VogelsburgVogelsburg

Hier oben auf der Vogelsburg gibt es aber nicht nur eine schöne Aussicht. Das Restaurant hat eine hervorragende Lage und eine gute Küche. Dieses Angebot nutzen wir, obwohl es recht hochpreisig ist, gerne. 

Anschließend schauen wir uns noch das Kloster an. Es ist eine gelungene Mischung aus moderner Architektur und traditionellen Baubestand. Die Klosterkirche stand uns offen. Das Interieur wagt den Sprung in die Moderne ist sehr schön anzuschauen. 

Wallfahrtskirche Maria im Weingarten

Nächste Station ist die Wallfahrtskirche Maria im Weingarten. Sie macht ihrem Namen alle Ehre, seht sie doch auf einem Hügel, umgeben von Weinbergen. Der Weg vom Parkplatz hinauf zu dem katholischen Gotteshaus im gotischen Stil führt ein Kreuzweg. In Stationsbildnissen aus den 19. Jahrhundert wir hier der Leidensweg Christi dargestellt. 

Die kleine Kirche am Ende des Weges ist bedeutend älter. Sie wurde 1451 geweiht und 1457 hat man  das Langhaus ergänzt. Uns hat der intime Charakter der Kirche gut gefallen. Nach den riesigen Kirchen in Bordeaux, Santiago de Compostella, Sevilla oder Arles ist Maria im Weingarten ein interessanter Abschluss unseres sakralen Reiseprogramms. Höhepunkt in der Kirche ist die Skulptur Maria mit dem Rosenkranz, geschaffen von Tilmann Riemenschneider. Mit der versuchte man ab 1521 verstärkt Pilger nach Maria im Weingarten zu locken. 

Wir spazieren den Kreuzweg wieder hinunter zum Auto und wissen, dass dies unsere letzter Zwischenstopp auf unserer Reise war. 

Über den Thüringer Wald

Wir fahren weiter Richtung Schweinfurt und nehmen ab dort die A71, die uns über den Thüringer Wald bringen wird. Um 16:31 Uhr, wir sind gerade mitten im Thüringer Wald, springt die Kilometeranzeige 7777 Kilometer. Mit 11 Kilometern auf dieser Anzeige hatten wir das Auto übernommen.  Auch ein Schnapszahl. Mal sehen ob wir heute darauf noch einen trinken können.

Wir verlassen die Autobahn an der Abfahrt Ilmenau West. Wir hatten von Anfang an geplant, die letzte Nacht auf dem Campingplatz Meyersgrund bei Ilmenau-Manebach zu verbringen. Uns schien das die beste Möglichkeit, um den Abend dafür zu nutzen das Auto von innen zu reinigen und es das dann am nächsten Morgen in Ilmenau abzugeben. 

Campingplatz Meyersgrund

Wir haben uns nicht angemeldet und wollen auch nur eine Nacht bleiben. Trotzdem werden wir hier sehr freundlich begrüßt. Stellplatz mit Strom ist kein Problem. Die Parzelle ist mit einer Hecke eingehaust. So können wir uns in aller Ruhe beginnen “klar Schiff” zu machen. Wir räumen die Schränke und Ablagen aus und merken wieder einmal, wie viel unnützen Kram wird dabei haben. Alles wir in Reisetaschen und Kisten verstaut.

Ich versuche die mit Nadelfilz ausgelegte Heckgarage auf Vordermann zu bringen. Dabei grüßt gleich eine Urlaubserinnerung aus Spanien. Der Strauß wilder Statice vom Playa Noche y Baño bei Mojacar hat ein wenig von seiner Pracht verloren. Viele der kleinen Blüten liegen nun auf dem Filzboden und sind mit ihm eine besonders innige Liasion eingegangen. Unzertrennlich scheinen die Beiden zu sein.  Nur mit einigem Gepule gelingt es mir die Beiden zu trennen und den Teppichboden wieder in einen tadellosen Zustand zu versetzen. 
Wir räumen alle Taschen und Kisten in die nun blinkende Heckgarage und lassen nur noch das Nötigste für die letzte Nacht in der Wohnkabine. 

Morgen früh noch die Nasszelle putzen die Kabine noch einmal durchwischen und dann sollte alles zur Rückgabe bereit sein. Daher machen wir jetzt Feierabend und stürzen uns in das fröhliche “Campingplatznachtleben” vom Meyersgrund. Freitags und Samstags wird am Meyersgrund gegrillt. Das haben wir schon bei unserer Ankunft in der Rezeption erfahren. Auf den zentralen Platz geht es unter Waldschenken und auf Bierzeltgestühl schon fröhlich zu. 

Die Platzparty

Wir setzten uns dazu und gönnen uns nach vier Wochen Reise ganz traditionell Bratwurst und Rostbrätel vom Holzkohlengrill. Der ganze Platz schein hier versammelt zu sein, darunter scheinbar viele Dauercamper und Stammgäste. Jeder scheint hier jeden zu kennen. Es macht Spaß dem Treiben ringsum zuzusehen. Wir gehören zwar nicht dazu, sind aber doch irgenwie dabei. Nach 4 Wochen in denen wir mehr oder weniger mit uns selbst unterwegs waren, ist es ein angenehmes Gefühl hier mitten in der Campergemeinde zu sitzen. Mit der einsetzenden Dämmerung nimmt der Alkoholkonsum zu und die Stimmung wird ausgelassener. 

Die Deutsche Stockcar-Königin wird begrüßt. Die Damen hinter der Theke füllen die Gläser nun eher mit hochprozentiger Ware. Nichts wird aber unangenehmen. Es ist ein ausgelassener, fröhlicher Frühsommerabend in schöner Natur. 

Randgäste beim Rennsteiglauf

Am nächsten morgen bin ich um 7:00 Uhr auf den Beinen. Bei meinem Weg über den Platz wir mit erst jetzt richtig klar, wie schön der Meyersgrund gelegen ist. Nahe der Bundesstraße aber doch mitten im Wald. An seiner östlichen Grenze fließt die Ilm vorbei, nach Westen erstreckt sich der Platz hinein in eine ansteigendes Waldtal. Der Platz ist von dichtem Nadelwald umgeben. Ein paar Nebelschwaden ziehen gerade über die Spitze der Fichten. Es riecht nach Wald und Regen. Herrlich!

Mit begegnet ein junger Mann im Laufdress, Laufschuhen, Regencape und einem kleinen Rucksack. Aufgeregt fragt er mich, wo es zu dem kurzen Schleichweg zur Bundesstraße ginge. Ortsunkundig wie ich nun mal bin, muss ich bei der Frage leider passen. Der junge Mann setzt seine Suche fort. Er kommt mir irgendwie gehetzt vor. Wo er wohl eigentlich hin will, frage ich mich. Dann geht mir eine Licht auf. 

Schon gestern waren in der Rezeption auffällig schlanke gut aussehenden junge Menschen auszumachen. Vorwiegend weiblich mit schwäbischen Akzent. Bei der Platzparty gestern Abend waren die dann nicht zu sehen. Und dann dieser sportliche verirrte junge Mann heute morgen … Klar heute ist Rennsteiglauf. Der größte Crosslauf Europas. Weit über 20.000 Läufer werden heute die unterschiedlichen Strecken oben auf dem Kammweg des Thüringer Waldes in Angriff nehmen. Und jetzt früh um sieben Uhr scheinen die ersten Shuttles zu fahren, die die Läufer an die Startorte in Neuhaus am Rennweg (Marathon) und Oberhof (Halbmarathon) bringen werden.

Der junge Mann eben befürchtete dabei wohl den Anschluss zu verpassen. Und die jungen Damen von gestern Abend scheuten die Party sicher, um den Anstrengungen des Laufes heute gewachsen zu sein.

Anna verlässt uns

Heute morgen entschließe ich mich, unserem Mobil doch noch einen Namen zu verpassen, in Gedanken zumindest. Ich entscheide mich für “Anna”. So hießt die Stimme in unserem Navi. Und so hat “Anna” sogar hin und wieder mit uns gesprochen.

Nach dem Frühstück bleibt noch einiges zu tun. Nasszelle putzen, Kühlschrank ausräumen und sauber machen und die Wohnkabine durchwischen. Dann geht es kurz vor 09:00 Uhr los. In Ilmenau wird “Anna” eine letzes mal aufgetankt und um 09:20 Uhr sind wir wieder beim Caravanshop Hörcher angekommen. Unseren kleine Verspätung nimmt niemand übel. 

Die Rückgabe des Autos erfolgt problemlos. Alles was sich an “Anna” in den letzen Wochen verändert hat, wird als normale Gebrauchspuren gewertet. Mit anderen Worten, wir haben nichts kaputt gemacht und die Kaution wird uns anstandslos wieder ausgezahlt. 

Die beiden kleinen Probleme die wir mit dem Auto hatten, klären sich dann auch noch auf. Das Problem mit der Stromversorgung von außen scheint an einer defekten Steuerelektonik für den Innenraum zu liegen. Genau wie das unserer belgische Wohnmobilfreund in Bedoin mit seinem Malibu schilderte.

Dass das Auto über kein Navigationsgerät verfügt ist nur die halbe Wahrheit. Das Mediacenter im Armaturenbrett verfügt schon über eine Navigationsgerät, allerdings ist dieses durch den Vermieter gesperrt worden. Eine Pflicht, die ihm die neuen Datenschutzbestimmungen auferlegen. In diesem Fall zum Nachteil des Kunden wie wir finden. 

Abschließend zeigt er sich der junge Mann der das Auto entgegennimmt noch sehr interessiert an unseren praktischen Erfahrungen mit dem Mobil auf der Reise. Die sind bis auf auf dîe Sache mit der Stromversorgung und einem falsch dimensionierten Tisch in Sitzgruppe sehr positiv.

Wir waren zufrieden dem dem Caravanshop im Ilmenau und machen uns auf den Heimweg. Wie wir ab Montag wieder in unsere berufliche Routine finden werden, ist uns noch nicht richtig klar. Gerne hätten wir um 12 Wochen verlängert 😉

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Vogüé – Grottes de Choranche – Jons https://www.mit-uns-entdecken.de/vercors/ Wed, 23 May 2018 22:36:19 +0000 http://www.mit-uns-entdecken.de/?p=11118 Von der Ardéche geht es heute zunächst in den Vercors. Das Karstgebirge am westlichen Rand der Alpen bietet eine zerklüftete Landschaft mit den tiefen Schluchten und mächtigen Kalksteinfelsen, die die […]

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Von der Ardéche geht es heute zunächst in den Vercors. Das Karstgebirge am westlichen Rand der Alpen bietet eine zerklüftete Landschaft mit den tiefen Schluchten und mächtigen Kalksteinfelsen, die die Erosion in Jahrmillionen freigelegt hat. Wir fahren durch die Gorges da la Bourne und erkunden die Grotte von Choranche. Eine Phantastische Welt aus Wasser, Höhlen, Stalagmiten, Stalagtiten und Stalagnaten nimmt und hier gefangen. Wir schauen kurz in Pont-en-Royans vorbei und fahren dann noch bis nach Jons bei Lyon.

Reiseplanung in Vogüé

Heute ist der 23. Mai 2018, ein Mittwoch der mit ein wenig Wehmut beginnt. Heute wird es der letzte Tag auf unserer Reise sein, dem wir komplett in Frankreich verbringen können. Am Samstag um 09:00 Uhr müssen wir das Auto wieder in Ilmenau abgeben. Bis dahin haben wir noch fast 1.100 Kilometer und 11 Stunden Fahrzeit vor uns.

Das schränkt die Auswahl der heutigen Tagesstrecke etwas ein. Auf jeden Fall müssen wir uns ein wenig in Richtung Thüringen bewegen. Wir wollen ja nicht, dass die letzten beiden Tage in Stress ausarten.

Steffi studiert die Landkarte, die unserem Baedecker Reiseführer beigelegt ist. Bei einem Maßstab von 1:910.000 verzeichnet sie verblüffend viele Details. Besonders die grün markierten, landschaftlich besonders schönen Straßen und die vielen vielen roten und blauen Sterne sind ein Garant für tolle Erlebnisse. Die roten Sterne weisen besonders interessante Städte und “Points of Interest” aus. Die blauen Sterne stehen für herausragenden Sehenswürdigkeiten in der Natur. Dabei geht die Skala pro Ort von ein bis zu zwei Sternen.

Mit diesem Suchmuster ist Steffi nun beim Frühstück im Baedecker unterwegs. Der Vercors, der Gebirgsstock am äußersten westlichen Rand der französischen Alpen, südlich von Grenoble gelegen, glänzt gleich mit mehren Blauen Sternen und grünen Straßen.  Die Gorges de la Bourne finden wir besonders interessant. Eine kurzer Blick ins Internet mach uns dann noch auf die Grotten von Choranche aufmerksam. Alles in Allem eine Gegend, die als Tagesziel geeignet erscheint. Und der Vercors liegt nicht weit ab von unserer Route nach Deutschland.

Vorbei an Cruas

So starten wir mit neuem Tagesziel um 09:50 Uhr in Vogüé. Bis zum Eingang in die Gorges de la Bourne in Pont-en-Royans liegen ca. 120 Kilometer vor uns. Die absolvieren wir flüssig über Nationalstraßen und Autobahnen. Gegen 10:20 Uhr passieren wir das auf der anderen Seite der Rhône gelegene Atomkraftwerk von Cruas. Vier Reaktorblöcke erzeugen hier 40% der Strombedarfes der Region Rhône-Alpes und damit 5% des Bedarfes in ganz Frankreich. Noch bis 2025 soll das Kraftwerk seinen Dienst versehen. Uns ist ein wenig mulmig beim Anblick der Anlage in einem so dicht besiedelten Gebiet wie im Tal der Rhône. Unweigerlich muss ich an den Roman “Blackout – Morgen ist es zu spät” von Marc Elsberg denken. Der Autor schildert in krassen Bildern, was passiert wen diese hochsensible und gefährliche Technik außer Kontrolle gerät.  

Das Vercors

Um 11:15 Uhr verlassen wir die Ortsumfahrung von Valence und fahren in Richtung Grenoble. Noch ein kurzer Tankstop an der Autobahn, dann steigt rechts von uns der Vercors auf.

Dieser westlichste Ausläufer der Alpen ist ein Kalksteingebirge. Die Felsmassen bildeten sich unterseeisch zu Zeiten des Riesenkontinents Pangäa in den Fluten des Urmeeres Tethys. Bis zu 6000 Meter starke marine Sedimente wurde abgelagert. Später, Pangäa war längst in Bewegung geraten und zerbrach, kamen Tiefseetone und Mergel hinzu. Damit war der Grundsein des Vercors gelegt. Der Rest der Geschichte ist allgemein bekannt. Afrika kollidierte mit Europa und die Alpen falteten sich auf und mit Ihnen der Vercors. 

Als die kristallinen Massive der Alpen östliche des Vercos immer höher stiegen, übten sie einen enormen Druck nach Westen aus. Sie schoben des Vercors zusammen wie eine Ziehharmonika und ließen im Vercors lange, von Nord nach Süd verlaufende Täler entstehen. Seit dem nagt die Erosion am Kalkstein und am Mergel und hat uns eine einzigartige Landschaft hinterlassen. Die Flüsse und Bäche graben sich tief in das Gebirge. Oben an den Gipfeln wurden die weicheren Materialien weg gespült und ließen gewaltige Kalksteinriffs zurück, deren Wände bis zu 300 Meter tief abfallen.

Eine kleine Rundfahrt

Kurz nach 12:00 erreichen wird das malerische gelegenen Pont-en-Royans. Vor hieraus unternehmen wir eine kleine feinen Rundtour durch das Gebirge. Der Weg schlägelt sich über Galerien am Fels, durch Enge Tunnel und entlang von reißenden Bächen. Über uns immer die steil aufragenden Kalksteinfelsen. Die Tour führt uns dann hinab in die Schlucht, die die Bourne in den Kalkstein gesägt hat. Alte Mühlen stehen am Weg. Manches sieht verlassen aus. 

Das wir hier auf guten Straßen unterwegs sein können ist nicht selbstverständlich. Über viele Jahrhunderte war der Vercors kaum erschlossen. Wegen der seiner Unzugänglichkeit war das Gebirge im zweiten Weltkrieg ein wichtiger Rückzugsraum für die Résistance. Die rief hier im Juni 1944 die République du Vercors aus. Daraufhin richtetet die Deutsche Wehrmacht ein Blutbad an, dem 840 Franzosen zum Opfer fielen. Die Dörfer Vassieux-en-Vercors und La Chapelle-en-Vercors wurden niedergebrannt, viele Einzelgehöfte zerstört.

Auch hier holt uns wieder unsere Geschichte ein und wir sind froh, hier als gern gesehene Gäste das Land erkunden zu dürfen. 

Von der Straße entlang der Bourne zweigt nun die rechts die Route des Grottes zu den Grotten von Choranche ab. Es geht steil bergan, 15% Steigung sind zu meistern und  mancher große Brocken, der im Weg liegt, ist zu umschiffen. Nach ca. 10 Minuten sind wir am großzügigen Parkplatz angekommen. Wir lösen im Besucherzentrum zwei Tickets für die Führung um 14:30 Uhr und kraxeln bei einsetzendem Regen hinauf zum Eingang der Höhle. Der liegt nochmal ca. 500 Meter weiter entfernt. Auf Weg dorthin eröffnen sich tolle Aussichten in die beeindruckende Bergkullisse ringsum.   

Die Grotte von Choranche

Gemeinsam mit ca. 30 Gästen betreten wir nun eine der bedeutensten Tropfsteinhöhlen in Europa. Zu unseren Füßen rauscht das Wasser und um uns herum bereitet sich eine bizarre aber schöne Welt aus Stalagmiten, Stalagtiten und Stalagnanten aus. Die bis zu 15 Meter hohen Säle sind durch gute begehbare Gänge verbunden. Die Besonderheit sind neben einigen imposanten Stalagnaten, die Faden- oder “Spagetti”-Stalagtiten. Sie bilden eigenartige Vorhänge, wie Gardinen scheinen Sie im Raum zu schweben. 
Dünn wie Spagetti kann sie in dieser Menge nur hier bewundern. Die besonderen Bedingung in der Höhle machen er möglich, dass der längste Fadenstalagtit 3,5 Meter lang von der Decke herab hängt.

Die Führung ist in französisch. Die nette Führerin spricht aber auch sehr gut deutsch und ist gerne bereit Fragen auch in deutsch zu beantworten. Auf meine Frage, ob der Wasserstand zu unseren Füßen auch ansteigen könne, gibt sie folgende Auskunft: Ja, auf jeden Fall kann das Wasser auch ansteigen und eine Führung verhindern. Gerade heute Vormittag sei das so gewesen, die Besucherwege waren überflutet. 

Während des Rundgangs, der ca. eineinhalb Stunden dauert erfahren wir viel Wissenswertes. Dabei hilft und besonders der Flyer in deutscher Sprache, den wir mit unseren Tickets erhalten haben. Nicht ganz authentisch sind übrigens die 4 Aquarien mit Grottenolmen. Die archaischen Tierchen kommen in der Höhle nicht vor, und die Aquarien sowieso nicht ;-). 

Der fakultative Höhepunkt der Führung ist eine Multimediashow im höchst Saal. Um in zu erreichen, muss man jedoch einen steile Treppe mit vielen Stufen emporsteigen. Denen die nicht so gut zu Fuß sind, ist es daher freigestellt diesen Weg zu gehen oder nicht. Die Show, die den Großen Saal mit Sprache, Musik, Licht und Videosequenzen inszeniert ist durchaus sehenswert. Für das Publikum wurde extra eine Tribüne montiert um einen guten Blick auf das Geschehen ringsum zu haben. 

Wir verlassen die Grotte und müssen und hierzu nochmal klein machen. Der Weg zum Ausgang ist an einer Stelle nur an den 1,60 Meter hoch. 

Durch die Gorges de la Bourne weiter nach Pont-de-Royans

Wieder im Tageslicht wandern wir noch eine wenig den Weg hinab, der in den Ort Choranche führt. Nach ca. 400 Metern haben wir dann eine tollen Blick auf den Ruisseau den Gournier. Er scheint aus dem Karstgebirge heraus zu brechen und stürzt als Wasserfall dem Ort Choranche entgegen, wo er in die Bourne mündet. 

Wir nehmen den Weg zurück über das Besucherzentrum und werden nochmal tüchtig nass. Es hat wieder zu regnen begonnen. Um 16:15 Uhr fahren wir weiter. Es geht über die Routes des Grottes steil bergab und dann wieder in der Gorges de la Bourne immer an der Bourne entlang. Die fließt hier rauchend in Richtung Westen nach Pont-en-Royans um später in Saint-Nazaire-en-Royans in die Isere zu  münden. Die Bourne ist hier oben ein Naturschauspiel an sich. Wir halten an der Brücke, an der die Straße kurz von Pont-en-Royans auf das linke Flussufer wechsel. Eine große Mühle im dunklen Tal vor den Kalkgipfel einen nun blauen Himmel sind ein schönes Motiv.

In Pont-en-Royans suchen wir einen Stellplatz. Der ist sehr schön an einem Park und Teichen am  Ortsrand gelegen. Allerdings hat hier die Saison hier noch nicht begonnen. Da es jetzt erst kurz von 17:00 Uhr ist, entschließen wir uns noch einige Kilometer zu machen. Um 18:45 erreichen wir den Stellplatz in Jons, einen kleinen Ort in der Nähe von Lyon. Dieser Einsatz hat sich gelohnt, bringt er uns doch um 130 Kilometer näher die Heimat.

Jons

Der Stellplatz in Jons ist unspektakulär, genauso wie der Ort selbst. Als wir ankommen werden gerade alle Bürgersteige hochgeklappt. Das einzige Restaurant im Ort hat geschlossen. Der Vorteil des Platzes ist seine Nähe zu Autobahn. Das macht ihn zur Alternative für alles Nord-Süd oder Süd-Nord-Reisenden an der wichtigen Autobahnumfahrung von Lyon. Der Nachteil liegt 10 Kilometer südlich von hier. Es ist der Flughafen Lyon Saint-Exupéry. Es es ist der viertgrösste Flughafen in Frankreich und entsprechend intensiv ist der Flugverkehr. Und unser Stellplatz liegt unmittelbar unter dem Start-Korridor. Für eine Nacht wird dies sicher zu ertragen sein. Und siehe da nach 22:00 Uhr wir es dann auch auffallend ruhiger.

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Bédoin – Vogüé https://www.mit-uns-entdecken.de/bedoin-voguee/ Tue, 22 May 2018 23:55:33 +0000 http://www.mit-uns-entdecken.de/?p=8247 Das Wetter am Mont Ventoux zeigt sich heute von seiner schlechten Seite. Der Gipfel ist in den Wolken verschwunden. Wir verzichten daher auf die Erkundung des “Bergs des Windes”. Wir […]

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Das Wetter am Mont Ventoux zeigt sich heute von seiner schlechten Seite. Der Gipfel ist in den Wolken verschwunden. Wir verzichten daher auf die Erkundung des “Bergs des Windes”. Wir fahren an die Ardéche und genießen die Ausblicke über diesen grandiosen Canyon. Zunächst durch einen Wolkenbruch verzögert, erkunden wie den wilden Fluss mit dem Paddelboot und haben einen riesigen Spaß dabei. Die Bootstour führt uns auch unter der berühmte Pont d’Arc hindurch. Den Tag beenden wir in Vogüé, einem der schönsten Dörfer Frankreichs.

Wir fahren nicht auf den Mont Ventoux

Der Tag beginnt mit einer Enttäuschung. Der Gipfel des Mont Ventoux ist in den Wolken verschwunden. Der Wetterbericht lässt für die nächsten Stunden auch nichts besseres erwarten. So verzichten wir auf die Fahrt hinauf. Viele andere Gäste auf dem Wohnmobilstellplatz in Bédoin sehen das aber anders. Rennräder, Mountainbikes und Motorräder werden bereit gemacht. Jetzt wird klar, warum der Stellplatz in dem an sich recht verschlafenen Ort so gut besucht ist. Der Mont Ventoux ist eben eine Legende und die Meisten lassen sich auch nicht vom schlechten Wetter abschrecken. Sie wollen am Berg Ihre Grenzen erfahren.

Uns steht angesichts der immer tiefer kriechenden Wolken der Sinn nach anderen Dingen. Da Steffi heute Geburtstag hat, soll der Tag auch ganz ihr gehören. So setzt sie als nächstes Ziel auf unsere Reiseroute.  In das Tal der Ardèche  wird uns unser Weg heute führen. Eine ausgezeichnete Wahl wie sich herausstellen sollte.

Bevor wir weiterfahren, kommt aber noch ein Wohnmobilist aus Belgien auf uns zu. Er deutet auf seinen Wagen, der uns gegenüber steht. Es ist auch ein Malibu. Auch ein 460er wie wir ihn fahren. Nur in der voll integrierten Variante. Interessiert fragt er nach unserer provisorischen Stromversorgung. Das Kabel habe wir durch die Beifahrertür gelegt, da bis heute kein Strom im Auto ankommt, wenn wir die Anschlussdose außen an der Wohnkabine nutzen.

Er berichtet von gleichen Erfahrungen mit seinem Malibu. Bei ihm hat erst der Austausch des zentralen Steuergerätes für die Bordelektronik der Wohnkabine den Fehler beheben können. Interessant!

An der Ardèche 

Wir brechen in Bédoin um 10:20 Uhr auf und erreichen um 11:30 Uhr Pont-Saint-Espirt an der Mündung der Ardéche in die Rhône. Hier setzte ich Steffi in der Ortsmitte ab. Sie will ein wenig Bargeld abheben. Ich habe die Hoffnung sie kurz darauf wieder einzusammeln. Einmal um den Block fahren, dann sollten wir uns wieder treffen, so dachte ich mit das. Aber aus einmal um den Block fahren, wurde eine Stadtrundfahrt. Einbahnstraßen, Baustellen und ein kleiner Stau verhinderten meine schnelle Rückkehr. Erst nach 20 Minuten war ich wieder an Ort und Stelle. Steffi wartete schon ungeduldig am Straßenrand.

Eine halbe Stunde nach dieser kleinen Episode stehen wird am ersten Aussichtspunkt hoch über dem Tal der Ardèche, dem Le Ranc Pointu. Entlang der Straße D 290 folgt nun ein spektakulärer Aussichtspunkt auf den anderen. Alles haben Namen, die ihrer malerischen Lage und den grandiosen Ausblicken gerecht werden: Grand Belvedere, Balcon la Rouvière, Balcon la Maladrerie, Belvédère les Templiers, Balcon de Gournier oder Balcon des Gorges usw. 

Wir können an fast allen dieser Aussichtspunkte anhalten. Die Parkmöglichkeiten sind gut ausgebaut und die Zahl der Besucher hält sich in Grenzen. Es ist eine grandiose Landschaft die sich bei schönstem Wetter unter uns ausbreitet. 300 Meter tief hat sich die Ardèche in das Kalksteingebirge geschnitten. Die weit ausgreifenden Flussschleifen ergeben immer neue Perspektiven und Aussichten auf den wilden Fluss unten im Tal. Die statt grünen Wälder unter blauen Himmel mit einigen weißen Wolken machen die Postkarten-Kulisse perfekt.

Besonders schön sind die Aussichtspunkte über der alten Templerburg die weit unter uns, doch hoch über der Ardéche thront. 

Unter auf dem Fluss ziehen bunte Paddelboote ihre Bahnen flussabwärts oder rasten in der Mittagssonne auf einer der zahlreichen Sandbänke.

  • Tal des Ardeche
  • Tal des Ardeche
  • Tal des Ardeche
  • Tal des Ardeche
  • Tal des Ardeche
  • Tal des Ardeche

Auf der Ardèche

Das will ich auch!!! – verkündet Steffi und wir machen uns auf die Suche nach einem Bootsverleih. Am Camping di Midi haben wir Glück. Als wir gegen 13:40 Uhr dort ankommen, ist für uns die kurze Tour von acht Kilometern noch zu haben. Für die längere Tour über 23 Kilometern von hier bis nach Saint-Martin-d’Ardèche hätte man allerdings schon am Vormittag starten müssen.

Also lassen wir uns die kurze Tour erklären. Zunächst wird man mit dem Auto in das 8 Kilometer flussaufwärts gelegene Vallon-Pont-d’Arc gebracht. Das Kajak ist dabei auf einem Anhänger mit von der Partie. In Vallon-Pont-d’Arc ist das der Start der Tour. Ziel ist der Platz Camping de Midi, an dem wir unser Wohnmobil zurücklassen können. Für die Strecke können wir uns soviel Zeit lassen wie wir wollen, nur bis zur Dämmerung sollten wir wieder zurück sein. Alles in allem kostet der Spaß in einen Zweier-Kajak 40 Euro. Das finden wir fair und schlagen bei diesem Handel gerne ein. 

Erster Versuch an der Ardèche

Wir parken das Wohnmobil auf einer großen Kiesterrasse unten am Ufer der Ardéche, die zum Campingplatz gehört.

Der ist übrigens sehr schön und kommt auf die Liste der möglichen Ziele bei späteren Reisen.

Wir wurden gebeten uns um 14:00 Uhr an der Kanustation des Campingplatzes einzufinden. So ziehen uns kurz um, denn das Vergnügen wird sicher ein feuchtes werden und sind pünktlich am Treffpunkt. Zu uns hat sich noch eine Familie aus Süddeutschland gesellt, die das gleiche Abenteuer wagen will.

Dann fährt auch schon unser Chauffeur mit einem altersschwachen Fiat-Kleinbus vor. Er zeigt bedeutungsvoll zum Himmel, an dem gerade sehr sehr dunkle Wolken aufziehen. Wir entscheiden, dass wir den möglichen Regen nicht scheuen. Schließlich sind wir nicht aus Zucker. Die kleine Familie an unsere Seite ist gleicher Meinung und so wagen wir gemeinsame das Abenteuer auch bei dunklen Vorzeichen. 

Der Anhänger mit den zwei Kajaks wird angekoppelt, Paddel und wasserdichte Fässer in den Fiat verladen und wir steigen ein. Kaum haben wir den Campingplatz verlassen, fallen die ersten Tropfen vom Himmel. Unterwegs wird der Regen immer heftiger, einiges davon gelangt durch die nicht mehr vollständig schießende Schiebetür des Fiats in das Wageninnere. Der Fahrer ist bester Laune und nimmt die vielen Kurven routiniert und in beeindruckender Geschwindigkeit. Es wird eine lustige Fahrt. Angekommen an der Einsatzstelle in Vallon-Pont-d’Arc hat sich der Regen zu einem Sturzbach verstärkt. Wenn wir jetzt aussteigen würden, könnten wir uns auch gleich unter einen Wasserfall stellen. Das will unser freundlicher Chauffeur auf keinen Fall zu lassen.

Er erklärt uns, das er uns zurück zu Campingplatz fahren würde. Wenn der Regen nachlässt, gebe es einen neuen Versuch und diese zusätzliche Tour ist selbstverständlich im Preis enthalten. Nur die Kajaks will er nicht wieder mit zurück nehmen. So springt er hinaus in den Wolkenbruch um den Anhänger abzukoppeln. Bis auf die Haut durchnässt kommt er zurück ins Auto und chauffiert und zurück. 

Zweiter Versuch auf der Ardèche

Gegen 15:30 Uhr startet der zweite Versuch. Bei noch leichtem Regen sitzen wie wieder in dem betagten Fiat, neben mir auf der Bank nun die Mutter der Familien die auch diesen zweiten Versuch wagen will. 

Fahrkünste

Der Weg über den Campingplatz windet sich steil bergan in mehreren Kurven vom Ufer des Flusses bis hinauf zur Straße. Unser Fahrer nimmt die Kurven beschwingt hinauf bis zum Ausgangs des Platzes. Dort stopp er abrupt. Er scheint irgendwas vergessen zu haben. Er legt den Rückwärtsgang ein und steuert das Gespann ohne einen Blick nach hinten zu werfen, mit traumwandlerischer Sicherheit in einen Affenzahn wieder hinunter. Ich und meine Nachbarin tauschen sorgenvolle Blicke. Aber alles geht gut.

Der Fahrer spring aus dem Wagen, verschwindet in einem Gebäude und ist nach zwei Minuten wieder an Bord. Was er hier noch zu erledigen hatte bleibt und ein Rätzel. Vor seinen Fahrkünste kann man aber nur den Hut ziehen. Jetzt geht es aber endgültig zur Einsatzstelle.

Die Ardéche hinab

Dort angekommen erweist sich die Ardéche als wilder Fluss. So etwas haben wir noch nicht befahren. Wir sind durchaus erfahrende Paddler, die mehrere tausend Kilometer hinter sich haben und mit Wind und Wellen vertraut sind. Über die Müritz bei Sturm und die Sohlschwellen der oberen Spree haben wir mit unserem Faltboot aus Pouch schon erfolgreich bewältigt.

Aber das hier ist etwas ganz anderes. Die Ardéche reißt uns wortwörtlich mit sich. Gegen den Strom fahren? Keine Chance! Der starke Regen von heute Nachmittag hat dem Wasser noch einiges mehr an Kraft verliehen. Nach fünf Minuten geraten wir in die erste Scherwelle und sind bis auf die Haut durchnässt. Wir fühlen uns aber sicher in den Plastikkajak und haben einen riesen Spaß. In der nächsten Welle taucht das Boot vorne tief ein und Steffi verschwindet bis zum Bauch in den Fluten. Sie jauchst vor Vergnügen. Dann wird das Wasser ruhiger wir können einen Blick auf die tolle Landschaft ringsum werfen. 

Dann fordern wieder einige Katarakte unsere Aufmerksamkeit. Da wir das Revier nicht kennen, räubern wir immer wieder über große Felsen im Wasser und können nicht immer den Kurs halten. Dann drehen wird uns halt um 360 Grad. Es ist ein riesiger Spaß für uns. Kurz vor dem Ende der Tour fahren wir durch die Pont-d’Arc, einem natürlich entstandenen Felsbogen. Als sich die Ardéche immer tiefer in das Kalksteingebirge grub und auf unterschiedlich harte Schichten im Gestein traf, konnte dieses Wunder der Natur entstehen.

Kurz danach ist die Tour leider schon zu Ende. Wir sind begeistert. Steffi meint, so etwas Verrücktes hat sie zu ihrem Geburtstag noch nicht erlebt.

  • Auf der Ardéche
  • Pont d'Arc
  • Pont d'Arc

Vogüé

Gegen 17:30 Uhr stecken wir wieder in trockenen Klamotten und setzen unsere Fahrt fort. Eine Stunde später finden wir in Vogüé einen kostenfreien Stellplatz für die Nacht.

Es war ein Blick in unseren Michelin Reiseatlas, der uns auf diesen kleinen malerischen Ort aufmerksam machte. Vogüé ist dort mit einen Stern ausgezeichnet, und somit als sehenswert bewertet. Und tatsächlich, bei unserem Abendspaziergang durch Vogüé treffen wir auf einen Ort, der in seiner Grundstruktur sicher schon vor 500 oder 600 Jahren nicht anders aussah. Über den engen Gassen, die die uralten Gebäude durchziehen thront das Château de Vogüé.

  • Vogüé
  • Vogüé
  • Vogüé
  • Vogüé
  • Vogüé
  • Vogüé
  • Vogüé

Abendessen in der Domaine Lou Capitelle

Der Ort soll vom Tourismus leben, schreibt Wikipedia. Das mag sicher stimmen, aber nicht heute Abend. Die Restaurants und Bars sind allesamt geschlossen. Schade und dabei suchen wir doch einen Platz an dem wir Steffi’s Geburtstag standesgemäß feiern können. 

Während wir unten an der Ardéche an der Insel im Fluss vorbeikommen. auf der die Reste der alten Mühle stehen, sehe ich auf der anderen Seite des Flusses auffällig viele Autos parken.

Um diese offensichtlich letzte Chance für ein Abendessen zu nutzen, laufen hinüber auf die andere Seite der Ardèche. Hier finden wir eine große Hotel- und Appartementanlage die sich offenbar auf Pauschal- und Busreisen spezialisiert hat. 

Die freundliche Dame an der Rezeption bedauert uns mitteilen zu müssen, dass das Haus kein öffentliches Restaurant hat. Mit einem Augenzwinkern meint sie aber, dass sie da vielleicht was machen könnte. Sie verschwindet in Richtung des Speisesaals und ist fünf Minuten später mit einen strahlenden Lächeln wieder bei uns. Nun sei alles klar meint sie, nun könne sie uns das Abendmenü und einen Platz Restaurant anbieten. Dabei entschuldigt sie sich dann noch, dass wir nur zwischen drei Menü-Variationen wählen könnten. Das Hammer ist dann aber der Preis. Gerade mal 34 Euro müssen wir für das Drei-Gang-Menü für zwei Personen berappen. Die Getränke (2 Falschen Wein, Limonade und Wasser) sind dabei inklusive. 

Und das was uns dann aufgetischt wurde, war wirklich sehr lecker. So wurde es für uns ein Abend, an den wir uns doch noch mit der Gastronomie in Vogüé versöhnen konnten. Dank an die Domaine Lou Capitelle.

Das letzte Licht des Tages begleitet uns dann auf dem Rückweg zum Wohnmobil und zeigt das malerische Vogüé noch einmal in einer ganz anderen Stimmung.  

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Sète – Bèdoin https://www.mit-uns-entdecken.de/sete-bedoin/ Mon, 21 May 2018 23:41:25 +0000 http://www.mit-uns-entdecken.de/?p=8245 Heute geht es von Sète an der Mittelmeerküste an den Mont Ventoux, dem Berg des Windes. DER Berg der Helden der Tour des France. Auf dem Weg sehen wir großen […]

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Heute geht es von Sète an der Mittelmeerküste an den Mont Ventoux, dem Berg des Windes. DER Berg der Helden der Tour des France. Auf dem Weg sehen wir großen Lagunen des Etang de Thau, des Etang de Vic und Etang de l’Or. Wir durchqueren die Camargue und kommen nach Arles. Hier besuchen wir das römische Amphitheater das antike Theater. Mit der Église Saint-Trophim steht hier aber auch ein altes Denkmal des Christentums. Wir fahren weiter an die gewaltige Pont du Grand. Dann geht es vorbei an Avignon nach Bédoin an den Fuß des Mont Ventoux.

Von Séte bis in die Camargue

Der Tag beginnt mit einem kühlen Bad nach dem Sonnenaufgang am fantastischen Strand von Séte. Kühl ist nicht nur das Wasser, auch die Lufttemperatur ist niedrig genug, um nach dem Bad für eine Gänsehaut zu sorgen. Wir frühstücken heute früher als sonst und machen uns schon gegen 08:45 Uhr auf den Weg. Der Stellplatz hier ist super toll gelegen. Direkt hinter der Dünen bietet er ca. 80 Wohnmobilen bis zu drei Tagen am Stück Platz. Jetzt, Ende Mai kamen wir hier problemlos unter. Wie es in der Hochsaison sein wird will ich mir nicht ausmalen.

Nachdem wir uns gestern eine sehr kurze Etappe gegönnt haben, wollen wir heute dass Mittelmeer verlassen und ins Landesinnere vorstoßen. Um den Abschied vom Meer aber noch etwas hinauszuzögern, fahren wir den ersten Teil der Tagesstrecke möglichst nah der Küste entlang. Wir starten auf “Le Toc” der riesigen Sanddüne südlich von Séte. Von Séte geht es weiter nach Montpellier, wo wir am Stadtrand einen Carrefour-Markt nutzen, um unsere Vorräte zu ergänzen. Das ist hier heute am Pfingstmontag kein Problem. Und das Angebot und die Präsentation der Lebensmittel, besonders der frischen Waren ist wieder einmal sensationell. Eigentlich könnten man hier den ganzen Vormittag bleiben, nur um die vielen Leckereien zu bewundern. Aber wir wollen ja weiter.

Von Montpellier geht es wieder hinaus an das Meer, wo wir auf die riesige Lagunge Etang de l’Or treffen. Auch sie trennt nur eine Sandbank vom Mittelmeer, auf der auch hier die Küstenstraße verläuft. Zwischen der Straße und dem See wurde in die Sandbank noch der Canal du Rhône á Séte gegraben. So wird die Sandbank zu einer Land- und Wasserstraße.

Der ganze Küstenabschnitt von Le Bacarés bis an die Camargue ist eine riesige Ausgleichsküste. Die von Südwest nach Nordost wandernden Nehrungen haben immer wieder große Lagunen vom Meer abgetrennt. Eine tolle Landschaft.

Durch die Camargue

Gegen 10:45 sind wir am Rand der Camargue angekommen. Zunächst geht es vorbei an den riesigen Becken der Salins du Midi bei Aigues Mortes. Dann sind wir mitten in der Camargue und durchaus ein wenig enttäuscht. Alles ist recht unspektakulär hier. Das Delta der Rhône hat eine sehr fruchtbare und flache Landschaft geschaffen. Dem entsprechend wird sie auch genutzt. Intensive Landwirtschaft soweit das Auge reicht. Mit einigen Reisfeldern ist für uns ein wenig Exotik mit dabei. Entlang den Straßen reihen sich viele Höfe und Verkaufsstände, die regionale Produkte anbieten.

Vielleicht ist es ja draußen am Meer bei Saintes-Maries-de-la-Mer etwas malerischer. Das werden wir aber erst auf der nächsten Reise erkunden können. Wir halten uns nach Norden, denn das nächste Welterbe lockt.

Wir steuern zielbewusst Arles, das Tor zur Camargue, an. Hier teilt sich die von Norden kommende Rhône in zwei Arme. Die kleine Rhône zweigt nach Westen ab und umfasst die Camargue einem großen Bogen nach Süden. Die der Hauptarm der Rhône fließt von Arles geradewegs nach Süden dem Mittelmeer zu und bildet die östliche Grenze der Camargue.

Arles

Die Lage von Arles muss schon früher sehr interessant gewesen sein, denn hier haben unsere römischen Freunde Bedeutendes hinterlassen. Ein großes Amphitheater und eine antike Schauspielbühne sollen hier zu bestaunen sein.

Wir finden recht schnell einen Parkplatz in der Rue Emile Fassin. Noch während wir unseren Kram für den anstehenden Stadtspaziergang zusammenpacken, parkt direkt hinter uns ein Wohnmobil aus Italien ein. Gemeinsam machen wir uns daran den Parkscheinautomaten zu erkunden. Die gelingt gemeinsam auch ganz passabel. Wir machen uns nun auf den Weg in die Stadt, während die Freunde aus Italien noch ein wenig am Parkplatz bleiben. Sie müssen noch ihr kleines Kind für die Erkundung von Arles präparieren. 

Als wir uns so um die 200 Meter von unserem Wohnmobil entfernt haben, drehe ich mich noch mal um. Drei Jungs, so um die 16 bis 18 Jahre schauen interessiert durch die Fenster unseres Mobil. Erst als sie das Gleiche bei dem Wagen hinter uns versuchen und erschreckt feststellen, das dort noch jemand an Bord ist, lassen sie von ihren Plänen ab. Was immer diese auch vorsahen. Mir ist nun doch ein wenig mulmig. Wir können nun fast am Ende unserer Reise manches gebrauchen. Aber einen Einbruch in das Wohnmobil sicher nicht. So beobachte ich von der Terrasse über der Rue Emile Fassin den Weg der drei “Verdächtigen”.  Nach 10 Minten verlassen Sie die Straße und scheinen in andere Viertel der Stadt zu verschwinden. 

Auf der Terrasse ist die sehr professionell agierende Tourist Information angesiedelt. Am Eingang wird man von einem jungen Mann begrüßt. Er versucht schon am Eingang, die Fragen der Gäste zu erkunden. Dann dirigiert er sie gleich an die richtige Mitarbeiterin. So werden wir sehr schnell mit einer Grundausstattung an nützlichen Informationsmaterialien über Arles versorgt. Prima!

Place de la Republique

  • Arles - Rathaus
  • Arles - Rathaus
  • Arles - Place de la Republique
  • Èglise Saint-Trophime - Portal - Arles

Unser Weg führt uns nun auf den Place de la Republique. Französischer als hier kann es kaum sein. Mitte auf dem Platz ein Brunnen den ein großer Obelisk ziert. Rundherum Häuserfassaden aus verschiedensten Jahrhunderten, wie man sie nur in Frankreich finden kann. Über allem liegen herzzerreißende Akkordeonklänge, die ein sehr talentierter Straßenmusiker interpretiert. Hier können man den Rest des Tages verweilen. Aber unser Pläne sind wesentlich ambitionierter – Welterbe und so. 

Église Saint-Trophim

Zunächst schauen wir uns die Église Saint-Trophim an.  Die romanische Kirche ist sehr alt. Zwischen 1100 und 1150 erbaut hat sie weit über 800 Jahre auf dem Buckel. Der gotische Chor wurde 1454 bis 1464 ergänzt. Die christliche Tradition von Arles geht aber noch viel weiter zurück. Bereits um das Jahr 250 wurde der heilige Trophimus  zum ersten Bischof von Arles geweiht. Das ist in sofern erstaunlich, als dass das römische Reich erst 60 Jahre später das Christentum zur Staatsreligion erklärte. Die Römer wiederum hatten bis zum Untergang ihres Imperiums hier das Sagen. Ihren Spuren wollen wir nun folgen.

  • Èglise Saint-Trophime - Portal Detail - Arles
  • Èglise Saint-Trophime - Mittelschiff - Arles
  • Èglise Saint-Trophime - Altar Arles
  • Èglise Saint-Trophime - Arles
  • Èglise Saint-Trophime - Seitenschiff - Arles

Zunächst mache ich mit aber doch noch Gedanken um unser Wohnmobil. Die drei zwielichtigen Jungs von vorhin machen mir noch immer Sorgen. Also gehe ich nochmal zurück, um nach dem Rechten zu schauen. Es war aber alles in Ordnung. Nun können wir beruhigt zum Amphitheater aufbrechen, dass in fünf Minuten Fußweg erreicht ist.

Das Amphitheater

Die Amphitheater ist beeindruckend. Zwar fehlt das obere Geschoss, so dass nur zwei Geschosse mit je 60 Bögen das Rund der Arena bilden. Wir steigen hinauf in die obersten, noch erhaltenen Zuschauerränge und auf dem Turm über dem nördlichen Eingang.  Oben angekommen haben wir eine tolle Aussicht in das Oval der Arena. Mann kann sich von hier oben gut vorstellen, wie einst bis zu 25.000 Menschen auf den Rängen mit Begeisterung den Gladiatoren zusahen und die Sieger dieser makaberen Schauspiele bejubelten.

Man mag es kaum glauben, aber im Mittelalter, die Gladiatoren waren längst im Nebel der Geschichte verschwunden, war die Arena mit über 200 Wohnhäusern bebaut. Welch qualvolle Enge muss hier innerhalb der ehemaligen Tribünen geherrscht haben, die nun den Zweck einer Festungsmauer erfüllten. Heute ist davon nichts mehr zu sehen und das Amphitheater hat seine Arena wieder und ist nun Schauplatz für moderne Stierkämpfe

Auch die Altstadt rund um das Amphitheater kann man von hier oben gut erkunden und nach Norden gibt es einen schönen Blick in die Landschaft im Tal der Rhône. Wenn Ihr in Arles seit, scheut nicht den Weg hier hinauf.

  • Arena Südwestseite - Arles
  • Arena Südtor - Arles
  • Arena vom Nordturm - Arles
  • Arles - Arena
  • Arles - Arena
  • Arles - Arena Katakomben
  • Arles - Arena
  • Arles - Arena
  • Arles - Arena Katakomben
  • Arles - Arena

Wir streifen noch ein wenig durch die gut erhaltenen Gänge unter den Tribünen. Ganz unten, im Zwielicht zwischen dem strahlenden Tag und der Finsternis der unteren Ebene kann es fast spüren – den Schweiß- und Angstgeruch der Kämpfer, das Brüllen und Schnaufen der Tiere, die hier zum Kampf antreten mussten. Ein besonderer Ort, der uns um 2.000 Jahre zurück versetzt.

Wir verlassen das Amphitheater und gehen hinter zum Place Voltaire. Sehr gemütlich und auch wieder sehr französisch geht es aus hier zu. Die Gärten der Restaurants ringsum laden unter dem Schatten üppiger Platanen zu verweilen ein. Eine Hundedame, elegant frisiert wie ihr Frauchen, erweckt die Aufmerksamkeit der Passanten. Die Gassen, die von diesem schönen Platz wegführen, bieten immer neue und interessante Blickwinkel und Motive.

  • Arles - vom Nordturm der Arena
  • Arles - vom Nordturm der Arena
  • Arles - Rue de l'Amphithéâtre
  • Arles
  • Arles

Das antike Theater

Wieder vorbei am Amphitheater kommen wir zum antiken Theater aus römischer Zeit. Während in der Arena die Gladiatoren das Volk unterhielten, war dieser Ort den schönen Künsten gewidmet. Das Theater ist ca. 110 Jahre älter als die Arena und wurde im Jahr 25 v. Ch. erbaut. Es ist bei weitem nicht so gut erhalten wir das Amphitheater, aber die Tribüne, auf der noch heute bis zu 11.000 Menschen Platz finden ist sehr beeindruckend. Vom der ehemaligen Bühne sind nur Fragmente erhalten geblieben. Die Dimension der Anlage wird mir erst klar, als ich oben im obersten Rang sitze und Steffi die Reste der Bühne betritt. Sie wirkt winzig vor der Kulisse der antiken Säulen und Postamente. 

Auf dem Gelände des Theaters kann man noch viele Bruchstücke der prächtigen römischen Baukunst finden. Die filigranen Säulenkapitelle, Fragmente von Säulen, Reste von Wandfriesen und Ornamenten zeugen von der großen Kunstfertigkeit in der späten Antike.

  • Arles - antikes Theater
  • Arles - antikes TheaterArles - antikes Theater Ausgang Nord
  • Arles - antikes Theater
  • Arles - antikes Theater
  • Arles - antikes Theater
  • Arles - antikes Theater

Bevor wir zum Wohnmobil zurückkehren, können wir uns noch einen späten Mittagsimbiss in Garten der Bar du Marché-Palais de la Bie am schönen Boulevard de Lices. Bei einer Kisch und Broten mit köstlichen Schinken aus der Region, lassen wir unsere Entdeckungen in Arles nochmal Revue passieren.

Gegen 14:30 Uhr verlassen wir Arles um das nächste Welterbe auch römischer Zeit anzusteuern.

Pont du Grande

Die 40 Kilometer zum Pont du Grand sind schnell zurückgelegt. Am großen Parkplatz befindet sich das Besucherzentrum in den man neben den Tickets und Souvenirs und sachdienliche Literatur erwerben kann. Von dort aus sind es zwei bis drei Minuten zu Fuß und man steht auf einer großen Terrasse über der Gardon. Von hier aus hat man erstmals den Blick auf das gewaltige Aquädukt das den Fluss überspannt.

In drei Ebenen bauen die unten großen und oben kleinen, aus Kalksteinblöcken errichteten, Brückenbögen aufeinander auf. Mörtel war für den Bau erstaunlicher Weise nicht erforderlich. Der hier verwendete Kalkstein musste nur in der richtigen Art und Weise übereinander gelegt werden. Ganz oben verläuft das rechteckige Gerinne, in dem mit leichtem Gefälle das Wasser von der einen auf die andere Seite des Tals über der Gardon floss.

 Ist der Anblick von unter schon sehr beeindruckend, so ist er von oben noch sehenswerter. Daher kraxeln wir auf einem gut ausgebauten Wanderweg über Treppen und Serpentinen den steilen Hang am rechten Flussufer hinauf. Oben angekommen sind wir auf der Höhe des Gerinnes und 49 Meter über dem Fluss. Hier kann man gut erkennen, wie das Wasser durch einen Tunnel dem Aquädukt zugeführt wurde. 

Das Aquädukt ist eine Schlüsselstelle einer viel längeren Wasserleitung, die das römische Nemausus  (heute Nimes) mit Wasser versorgte.

Wir dokumentieren unseren Aufstieg mit der Kamera und machen uns dann an den Abstieg um die Brücke auf Ihrer ersten Ebene zu überqueren. Von hier aus können wir beobachten, dass Kultur und Baugeschichte sowie Natur und Outdoorerlebnisse eine tolle Symbiose eingehen. Während wir, noch immer beeindruckt von dem gewaltigen Bau über die Brücke schlendern, paddeln unten Kajaks die Gardon hinab und beneidenswert junge und fitte Menschen vollführen waghalsige Sprünge von den Felsen in die kühlen Wasser des Flusses.

Wir verzichten auf den Besuch des Museums auf der anderen Seite der Gardon und ärgern uns eine wenig die recht teuren Tickets bezahlt zu haben, die bisher keiner sehen wollte. 

Zurück am Wohnmobil und bei der anschließenden Ausfahrt wird spätestens an der Schranke klar, dass die Tickets durchaus Sinn machen. Ohne sie hätte sich die Schranke ganz sicher nicht gehoben. Wer allerdings zu Fuß oder mit dem Fahrrad hier her kommt, und nicht das Museum besuchen will, sollte gut auf das Eintrittsticket verzichten können. 

  • Pont du Grande
  • Pont du Grande
  • Pont du Grande
  • Pont du Grande
  • Pont du Grande
  • Pont du Grande
  • Pont du Grande
  • Pont du Grande

Pleite in Avignon

Es ist zwar nicht mehr früh am Tag als wir an der Pont du Grand aufbrechen, aber ich habe ein Zeil, das wir heute noch Gut erreichen können. Den Mont Ventoux, den Schicksalsberg der Helden der Tour de France. Der Weg dahin führt uns über Avignon. Ich wundere mich schon, dass sich Steffi von dieser Route nicht besonders beeindruckt zeigt. Doch als wir der Nationalstraße 100 folgend kurz vor Avignon die Rhône überqueren hat Sie den Baedecker Reiseführer in der Hand. Er kündet von der mächtigen Stadtmauer, der Pont St.-Bénézet (“Sur le pont d’Avignon …”) und dem Papstpalast – natürlich auch ein Welterbe der UNESCO. Das sollten wir nun auch noch mitnehmen, meint Steffi. 

Das ist leichter gesagt als getan. Wir finden einfach keinen Parkplatz der für unser Wohnmobil geeignet ist. Wir umkreisen einmal die über vier Kilometer lange Stadtmauer. Aber alle Parkmöglichkeiten hier sind auf eine Einfahrtshöhe von zwei Metern begrenzt. Hinzu kommt, das durch die vielen Baustellen unsere Umrundung der Altstadt zu einem kleinen Abenteuer im vorabendlichen Stadtverkehr wird. So müssen wir uns erstmals auf unserer Reise bei der Parkplatzsuche geschlagen geben. 

Bédoin

Weiter geht es nun über Carptentras an den Fuß des Mont Ventoux, den Berg des Windes. Wir steuern hier den kleinen Ort Bédoin an. Wir finden schnell den Stellplatz, der am westlichen Ortsrand, gleich bei den Sportanlagen liegt. Wie ausgestorben kommen uns die Straßen im Ort vor, die wir auf den Weg hierher durchfahren. Auf dem Stellplatz herrscht aber reges Treiben. An die 20 Wohnmobile habe sich für die kommende Nacht hier versammelt.

Abendspaziergang in Bedoin

Es ist jetzt 18:30 Uhr und damit die beste Zeit noch den Ort zu Fuß zu erkunden und nach einem Abendessen Ausschau zu halten. Vorbei am einen Sportplatz und imposanten Kakteen am Wegesrand gelangen wir in den schmale Rue du Four Neuf, die uns hinauf zur Eglise Saint Pierre führt. Die Kirche ist geschlossen. Vom Platz vor der Kirche hat man aber einen schönen Blick der über den Ort und weiter bis in die weite Landschaft nach Süden reicht. Auch von hier oben wirkt der Ort wie ausgestorben.

Durch eine enge malerische Gasse steigen wir hinunter und stoßen auf die von riesigen Platanen gesäumte Avenue Barral des Beaux. Hier gibt es einen großen Marktplatz und plötzlich auch ei wenig Leben im Ort. Entlang der Allee befinden sich einige Restaurants und Bars, die auf Gäste warten. Dazwischen auffällig viele Geschäfte und Agenturen, die sich dem Mont Ventoux widmen. Alles scheint sich hier auf den berühmten Berg und seinen touristischen und sportlichen Möglichkeiten eingestellt zu haben. Fahrradgeschäfte und Ausstatter für Sportbekleidung sind genauso zu finden, wie Büros die in die ihren Auslagen Rad- und Wandertouren auf der Berg und in seine Umgebung anbieten. 

Der absolute “Hingucker” hierbei ist ein Peugot Geländewagen, der mit vielen außergewöhnlichen Accessoires geschmückt ist. Seine Mission ist es offenbar VIP’s auf den Berg zu kutschieren. 

Wir setzen uns vor das Relais du Mont Ventoux und beobachten bei einem Glas Wein das Treiben ringsum und oben in den Platanen. Dort habe offenbar Dohlen ihre Nester eingerichtet. Die geselligen Vögel streiten, jagen einander und bieten uns ein interessantes Schauspiel.

Damit beenden wir den Tag und schlendern zurück zum Wohnmobil. Vor hieraus sehen wir den Gipfel des Mont Ventoux unter grauen Wolken. Kein gutes Omen für den nächsten Tag.

  • Bedoin - Wohnmobilstellplatz
  • Bedoin - Kakteen am Wegesrand
  • Bedoin
  • Bedoin - Avenue Barral des Beaux
  • Bedoin
  • Mont Ventoux

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Barcares – Séte https://www.mit-uns-entdecken.de/barcares-sete/ Sun, 20 May 2018 23:12:07 +0000 http://www.mit-uns-entdecken.de/?p=8243 Heute wird es die kürzeste Etappe unserer Reise. Schon nach 143 Kilometern erreichen wir um 12:20 Uhr grandiose Sandbank Le Toc zwischen Marseillan Plage und Sète. Hier gibt es einen sehr schönen […]

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Heute wird es die kürzeste Etappe unserer Reise. Schon nach 143 Kilometern erreichen wir um 12:20 Uhr grandiose Sandbank Le Toc zwischen Marseillan Plage und Sète. Hier gibt es einen sehr schönen Stellplatz auf halber Strecke. Wir erkunden Séte mit dem Rad und verbringen einige Stunden am Strand. Wir lernen Wohnmobilisten mit interessanten alternativen Lebensmodellen kennen und blicken in der Bar “Voile Rouge” auf die französische Jugend aus “besserem Haus”.

Euro-Realis

Als wir heute Morgen die Rollos öffnen und hinaus blinzeln, ist in der Wagenburg gegenüber schon ein frohes Camperleben zu beobachten. Man ist gerade dabei zu einem Spaziergang aufzubrechen. Danach tritt dort Ruhe ein. 
Wir frühstücken und machen uns dann an die Ver- und Entsorgung unseres rollenden Heims.

Wie an vielen anderen Stellplätzen steht auch hier einer dieser blechernen Gesellen bereit, die Manches geben und Vieles schlucken. Er spendet Frischwasser und zur Not auch Strom. Klaglos schluckt der den Inhalt unseres Chemie-WC’s und hat einen extra Wasserhahn um dieses auch noch durchspülen zu können.  Nebenan ein großer Gulli, der auf den Inhalt unseres Schmutzwassertanks wartet. Zahlen müssen wir hier nichts, alles ist in der Stellplatzgebühr enthalten. Andernorts nimmt der Geselle aber auch mal Geld, seltener in Form von Münzen, meist ist eine Kreditkarte erforderlich. Auf den Namen Euro-Relais hört die Bursche in Frankreich und auch andernorts. 

Durch das Languedoc 

Für uns geht es weiter nach Norden, zunächst entlang des großartigen Ètang de Leucate. Nur eine riesige Sandbank trennt diese Lagune vom Mittelmeer. Auf der Sandbank reihen sich entlang der Schnellstraße Campingplätze, Ferienanlagen, Yachthäfen und ein Erlebnisbad. Auf dem Ètang de Leucate sind die ersten Kite-Surfer unterwegs. Wir merken uns die kleine Straße direkt am Ufer der Lagune. Hier kann man sicher auch für eine Nacht mit dem Wohnmobil vor traumhafter Kulisse stehen. Vielleicht führt uns ja unsere nächste Reise wieder hier vorbei.  

Ètang de Leucate
Ètang de Leucate

Wir halten uns nun weiter landeinwärts hinein in das Languedoc und streifen Narbonne und Béziers. Hinter Béziers biegen wir falsch ab und die Straße führt uns über den Canal du Midi. Diese berühmte Wasserstraße führt mitten durch Südfrankreich vom Mittelmeer zum Atlantik. Nach fünf Kilometern können wir wenden und wieder auf die richtige Route zurückkehren. Weiter geht es nach Agde. Hier staut sich plötzlich der Verkehr. Kein Wunder, scheint es doch so, als ob das halbe Departement Hérault inklusiv seiner Gäste auf den Beinen ist. Alle strömen auf dem an diesem Wochenende stattfindenden großen Floh- und Raritätenmarkt.

Nachdem wir diese Nadelöhr passiert haben, sind wir auf der Straße vom Marseillan Plage nach Sète unterwegs. Sie verläuft auf der große Sandbank “Le Toc” die den Étang de Thau vom Mittelmeer trennt. Eine Bahnstrecke verläuft parallel zur Straße. Auf der Meerseite befindet sich ein grandioser Badestrand, der sich über 11 Kilometer von Südwest nach Nordost erstreckt. Es ist jetzt 12:20 Uhr und damit höchste Zeit für eine Badepause bei diesem herrlichen Wetter. Auf der halben Strecke zwischen Marseillan Plage und Sète finden wir einen Parkplatz für Wohnmobile. Hier kann man aber nur für eine Tagesgebühr einfahren, die auch eine Übernachtung beinhaltet. Trotz der frühen Stunde entschließen wir uns unsere heutige Etappe hier zu beenden. 

Le Toc
Le Toc

Séte

Erstmal an den Strand und ein erfrischendes Bad genommen. Dann geht es mit den Rädern nach Sète. Eine tolle Stadt mit strategischer Bedeutung. Sète liegt auf und um den 183 Meter hohen Kalksteinhügel Mont Saint-Clair. Während der Berg hauptsächlich mit Villen und kleinen Häusern besiedel ist, findet man das Stadtzentrum westlich davon. Es ist von großem Kanälen durchzogen. die sogar den Hochseetrawlern, die hier mitten in der Stadt festgemacht haben, Platz bieten. Zwölf Brücken führen über die Kanäle, fünf davon sind Hebebrücken um den freien Schiffsverkehr auch für die großen Pötte zu ermöglichen.

Das Stadtbild ist von großen Bürgerhäusern geprägt, von denen viele beneidenswert nah am Wasser stehen. Von ihren Balkonen müssen tolle Ausblicke bieten. Ein großartiger urbaner Raum am Meer, in dem ein quirliges Stadtleben tobt. Am Quai de la Résistance locken viele Restaurants und Geschäfte zwischen den Schiffen am Kai und der Straßenzeile gegenüber erfolgreich ihr Publikum an.  Hier ist soviel Betrieb, dass wir mit den Rädern kaum durchkommen.

Dann fahren wir weiter in Richtung der Hafenanlagen. Nach Marseille ist Sète der zweitwichtigste Handelshafen am Mittelmeer. Es gibt eine Fährverbindung in das über 1.300 Kilometer entfernte Tanger (Marokko). Autos werden hier verschifft und vieles andere mehr.

  • Sète
  • Sète, Quai Général Durand
  • Sète, Quai Léopld Suquet
  • Sète, Quai Louis Pasteur
  • Sète, Canal de Peyrade

Wir umfahren den Mont Saint-Clair im Norden und dann geht es wieder zurück zum Wohnmobil, mitten auf der Sandbank “Le Toc”.

Erfolgreiche Jagd am Strand

Dort angekommen legen wir uns eine Weile an den Strand. Wir genießen die Sonne und das Wasser und beobachten das Treiben um uns herum. Es schein ein sehr beliebter Badestrand zu sein. Aber nicht nur zu Baden scheint das Gewässer zu taugen. 

Etwas weiter weg vom Ufer ist ein Schnorchler unterwegs. Vierzig bis fünfzig Meter vom Strand entfernt zieht er seine Bahn zwischen den Köpfen der mit Steinen aufgeschütteten Buhnen. An seinem knallgelben Schnorchel ist er gut zu erkennen. Was mag ihn an der Unterwasserwelt hier interessieren, frage ich mich. Beim baden kam mir der feinsandige Grund recht langweilig vor, kaum ein Terrain für spannende Unterwasserabenteuer. 
Wir verlieren den Aquanauten wieder aus den Augen und widmen uns unseren Sonnenbad und einem guten Buch. Ein halben Stunde später kommt er zu Fuß an uns vorbei. In der linken Hand hält er eine Harpune und in der rechtes ein sehr respektables Exemplar eines Congers (Meeraal). Na dann: Petri-Heil.  

Hühner an Bord

Wieder am Wohnmobil erregt unser Nachbar zur Linken unsere Aufmerksamkeit. Einmal ist es das Wohnmobil aus Deutschland das interessant erscheint. Auf ein Chassis eines Mercedes T2 gebaut, das bis 1986 hergestellt wurde, ist also mindestens 32 Jahre alt – Respekt! Eigentlich macht der große Aufbau der Wohnkabine mit Alkoven und großer Schiebetür den Charakter dieses Fahrzeuges aus. Uns interessiert aber etwas ganz anderes. Am Spiegel auf der Beifahrerseite hängt ein großer Korb. Eine kleine Leiter mit drei Sprossen führt heraus, das Rigg eines Surfsegels verlängert die kleine Treppe bis zum Boden. Ein kleiner Junge, vielleicht 7 Jahre alt taucht auf. Ich frage ihn eher scherzhaft, wer in dem Korb wohnt. Seine promte Antwort: Unsere Hühner. 

Und tatsächlich picken den der Nähe vier Hühner herum und lassen es sich gut gehen. Wir kommen mit der Mutter ins Gespräch und erfahren, dass das Reisen mit den Hühnern nicht der einzige alternative Ansatz unserer neuen Nachbarn ist. Sie ist Schweizerin und er Deutscher. Sie sind schon seit Monaten mit ihren drei Jungs (7 bis 16 Jahre) und eben den vier Hühnern unterwegs. Die Kinder sind Schweizer Staatsbürger und entziehen sich somit der Deutschen Schulpflicht. Erst so werden die langen Reisen möglich, die zum Leben dieser Familie gehören. Sie ist Pädagogin und unterrichtet die Kinder selbst. 
Ein interessantes Lebensmodell. Für uns wäre es wohl nichts. Ich denke Kinder brauchen auch den Kontakt zu anderen Kindern außerhalb der Familie. Schön aber ist, dass unsere Gesellschaft solche alternativen Lebensmodell zulässt und akzeptiert.

Ich krame unsere Campingmöbel hervor und lasse mich im Schatten unseres Wohnmobils nieder. Drinnen ist jetzt einfach zu heiß, die Sonne brennt schon den ganzen Tag gnadenlos vom Himmel. Die Hühner gesellen sich zu mir lassen ihrem Stoffwechsel freien Lauf, nicht nur durch pickende Nahrungsaufnahme.
Später verabschieden sich unsere Nachbarn an den Strand und wir essen draußen zu Abend.

  • Mercedes T2 Wohnmobil
  • Huhn

In der Bar “Voile Rouge”

Dann besuchen wir noch die Strandbar Voile Rouge gleich hinter der Düne. Schön sitzt man hier und teuer. Es sind wohl die teuersten Getränke auf unserer Reise. Das fast ausschließlich recht junge Publikum um uns herum lässt sich davon aber nicht stören. Der Alkohol fließt zwar nicht um Strömen aber doch recht munter. Wie aus dem Ei gepellt kommen uns die Gäste vor. Gut gebräunt, frisch frisiert, mit Designersonnenbrillen und Markenklamotten der etwas bessern Sorte aufgehübscht.  Über den Tresen geht hier sicher meist Papis und Mamis Geld, den die meisten dieser frischen Franzosen scheinen dem Schulalter noch nicht oder gerade eben entwachsen zu sein. Unwillkürlich kommt mir dabei unser Abend am 1. Mai in Pellegrue in den Sinn. Welche ein Kontrast.

Noch ein paar Schritte am Strand und dann geht es zurück zum unserem Auto. Unsere Nachbarn mit den Hühnern sind zu unserer Überraschung abgereist. Aber vielleicht ist es gar keine so schlechte Strategie, die Abendstunden zum fahren und den Tag zum genießen zu nutzten.
Es wird nun empfindlich kühl. Der wolkenlose Himmel und die trockene Luft lassen eine kalte Nacht erwarten. Außerdem stürzen sich die Mücken auf uns. Beides ist für uns Grund genug den Tag an dieser Stelle zu beenden.

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Roses – Le Barcarès https://www.mit-uns-entdecken.de/roses-le-barcares/ Sat, 19 May 2018 20:16:47 +0000 http://www.mit-uns-entdecken.de/?p=8241 Von Roses in Spanien geht es heute wieder hinüber nach Frankreich. Die Küstenstraße zwischen Portbou und Cebère wird noch einmal zu einer Herausforderung. Wir überqueren die östlichen Ausläufer der Pyrenäen […]

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Von Roses in Spanien geht es heute wieder hinüber nach Frankreich. Die Küstenstraße zwischen Portbou und Cebère wird noch einmal zu einer Herausforderung. Wir überqueren die östlichen Ausläufer der Pyrenäen und erreichen Frankreich. Am Strand La Racou Plage gönnen wir uns eine kleine Pause. Dunkle Wolken ziehen herauf und erzwingen unsere Weiterfahrt nach Le Barcarés. 

Aufbruch in Roses

In Roses ist heute morgen schönstes Wetter. Wir hätten hier eine wirkliche erholsame Nacht verbracht, wenn der Stellplatz nicht unmittelbar an der Hauptstraße liegen würde, die in das Stadtzentrum führt. Der Verkehr war bis spät in die Nacht und schon früh in den ersten Morgenstunden leider deutlich zu hören. Dies blieb aber er einzige Mangel hier. Wir hangeln uns nochmal durch die Tiefen des Menüs des Bezahlautomaten, um Tickets für Frischwasser und die Entsorgung von Abwasser und Chemie-WC zu ziehen. Jede Leistung hier am Platz muss einzeln hinzugebucht werden. Dabei geht ohne Personalausweisnummer und Kreditkarte gar nichts. Big Data lässt grüßen. Bei der Ausfahrt fragt uns der freundliche Platzwart noch, ob wir abreisen oder nur einen Ausflug machen wollen. Im zweiten Fall würde er den Stellplatz für die kommende Nacht für uns reservieren. Ein toller Service, wie ich finde.

Die letzen Kilometer in Spanien

Aber wir wollen ja weiter. Es werden heute unsere letzten Kilometer in Spanien sein. Noch müssen wir nicht hetzen und nehmen wieder die Straße entlang der Küste. Es wird wieder ein tolles Kurvenfestival. Zwischen Llançá auf der Spanischen und Argelés sur Mer auf der Französischen Seite ist es ein fröhliches Auf und Ab, Hin und Her durch die östlichen Ausläufer der Pyrenäen, die hier im Mittelmeer zu versinken scheinen. 16 Tage ist es nun her, als wir am atlantischen Ende der Pyrenäen nach Spanien einreisten. 16 Tage, wie mit Flug mit unendlich vielen Eindrücken und Erfahrungen. Gerne wären wir länger geblieben.

Folgendes ist noch von diesem Streckenabschnitt zu berichten: Während die Straßenverbindung zwischen Spanien und Frankreich hier draußen am Meer eine eher untergeordnete Bedeutung hat – im Vergleich zur Autobahnroute zwischen Nabonne und Girona – scheint hier die Hauptschienenverbindung zwischen den beiden Ländern zu verlaufen. In Portbou und in Cebere sind große Bahn- und Rangieranlagen auszumachen, die durch den Tunnel unter dem Coll dels Belitres verbunden sind. An den beiden Orten dies- und jenseits der Grenzen werden wohl die Züge neu zusammengestellt und in das jeweilige Land weitergeleitet. 

Portbou
Portbou

Wir fahren von Portbou hinauf zum Coll dels Belitres und müssen eine druchaus anspruchsvolle Route meistern. Bei entgegenkommen Verkehr empfiehlt es sich hier durchaus, auch mal am Straßenrand kurz zu stoppen, um unangenehme und kostenspielige Begegnungen zu vermeiden.  Kurz vom dem Pass, an dem auch die Grenze verläuft, treffen auf eine Tankstelle mitten in der Einsamkeit des Berges. Ist die Lage hier oben auch einsam, an Kundschaft mangelt es nicht, ca. 600 Meter vor der französischen Grenze. Kein Wunder, sparen die Franzosen hier um die 30 Cent pro Liter, gegenüber den Preisen an ihren heimischen Zapfsäulen. Oben am Pass sind noch die alten Grenzlagen zu sehen, die heutzutage niemand mehr braucht. 

Wieder in Frankreich

Auf der französischen Seite halten wir am Cap de Cervera de la Marenda. Das ist ein toller Platz, besonders bei diesem Wetter das beste Fernsichten ermöglicht. Von Norden her schient sich allerdings an der französischen Küste eine Wetterverschlechterung einzustellen. Drohende schwarze Wolken sind in der Ferne zu erkennen.
Hier oben steht ein Kiosk an den man Wein verkosten und kaufen kann. Dabei handelt es sich um den “Banyuls Rancio”, einen roten oder topasfarbenden Süßwein, der in Fässern oder Glasballons unter freiem Himmel reift. Der Preis für eine Flasche beginnt hier mit 13,00 €, so dass wir auf dieses Vergnügen verzichten.  

  • Cap de Cervera de la Marenda
  • Cap de Cervera de la Marenda

La Racou Plage

Wir fahren hinunter nach Cebére und weiter nach Banyuls-sur-Mer. Noch immer schlängelt sich die Straße durch die zerklüftete Steilküste. Der Landstrich ist ein Weinanbaugebiet. Die Flecken mit Rebstöcken werden immer häufiger und immer größer. Ab Banyuls-sur-Mer kommen wir dann schneller voran, fahren nach Argelés-sur-Mer um einige Stunden am dortigen La Racou Plage zu verbringen.  Einige Zeit haben wir hier noch bestes Wetter. Dann ändert sich die Lage dramatisch. Von Norden ziehen gewaltige Gewitterwolken heran und stauen sich über um Nordhang der Pyrenäen auf. Da wir genau darunter liegen, packen wir lieber zusammen und fahren weiter in Richtung Norden.

  • La Racou Plage
  • Da kommt was auf und zu

Camping-Car Park

Noch will sich der Regen nicht entladen und so fahren wir “trockenen Reifens” bis nach Le Barcarés. Der großzügige Stellplatz ist schell gefunden. Die Einfahrt bedarf jedoch einer kleinen Extrainvestition. Der Platz gehört zu Kette Camping-Car Park. Um hier einfahren zu können, benötigt man eine Art Clubkarte. Die kostet 4,00 € einmalig. Danach kann man diese Karte mittels Kreditkartenzahlung aufladen. Anschließend zahlt man mit der Camping-Car-Park-Karte den Stellplatz. Alles in allem Klappte das aber ganz gut.

Wolkenbruch in Le Barcarés

Hier scheint es vor kurzem geregnet zu haben. Auf den unbefestigten Platz, der direkt am Yachthafen liegt, machen sich große Pfützen breit. Wir machen uns mit dem Rad auf, den Ort zu erkunden. Die Gebäudefront vorne am Strand erweist sich als typische Urlaubsretorte, die aber noch ein wenig in einem vorsaisonalen Dämmerschlaf liegt. Einzig am zentralen Platz, dem Place de la République de Le Barcarès herrscht reges Leben.

Die Shops mit Klamotten und Strandzubehör sind gut besucht, die Eisdielen erfreuen sich vieler Gäste. Auch wir leisten uns eine solche Leckerei. Wir sitzen unter massiven Schirmen und genießen unser Eis als es beginnt zu regnen – nein es schüttet wie aus Eimern. Die Schirme halten den Wassermassen nicht stand. Wir suchen Schutz unter dem großen Zeltdach, unter dem sich die vielen Verkaufstände befinden. Auch hier bleiben wir nicht ganz trocken, aber der dieser Unterstand ist erträglich. Draußen stehen unsere Fahrräder. Sie werden nun gründlich vom spanischen Staub befreit. Wen ich es recht überlege, ist es der ersten Regen seit Grand Crohot Ocean und das ist nun schon fast drei Wochen her. 

Wohnmobilbalett auf dem Stellplatz in Le Barcarés

Nach einer Stunde ist der Spuk vorbei und wir fahren zurück zu unserem mobilen Heim auf Zeit. Hier angekommen essen wir kurz zu Abend und haben dann, nach einem weiteren Wolkenbruch, viel Spass an einer kleinen Show.

Drei Mobile treffen ein und suchen auf dem eigentlich recht großen Stellplatz eine Stelle, wo die drei Wagen zu einer Art Wagenburg zusammengestellt werden können. Das ist nicht so leicht, den der Platz ist eigentlich parzelliert. Dicke Balken grenzen die Parzellen voneinander ab. So versucht man es erstmal auf der Wiese links hinten von uns, mit dem Ergebnis, dass sich ein Wagen auf dem feuchten Grass fest fährt.

Ich denke alle auf den Platz beobachten das Ergebnis dieses etwas extrovertierten Verhaltens mit ein wenig Häme. Solidarisch mit dem Dreiergespann zeigt sich außer dem Platzwart jedenfalls niemand. Der schiebt kräftig mit, um das festgefahrene Mobil zu befreien. Angesicht der tiefen Fahrspuren, die diese Aktion auf der einzigen gepflegten Rasenflächen hier hinterlässt, ist er sicher nicht glücklich.

Dann zieht die Dreier-Karawane genau uns gegenüber ein und bildet tatsächlich fast so etwas wie eine Wagenburg. Es bleibt aber eine Lücke. Durch die können wir von unserem Platz aus in das Innere, diesen sich nun bildenden Kosmos schauen. Reges Leben breitet sich darin aus. Campinggestühl für 6 Personen wird aufgestellt, der Grill angeworfen, Markisen darüber so ausgefahren und miteinander Verbunden, das sie jedem Wetter trotzen könnten. Sind wohl doch Campingprofis die sechs Freunde. 

High-Tec-Mobil?

Besonders auffällig das Größte der drei Mobile. Eines aus dem Hause Bürstner, drei Achsen, Alkoven. Der Chauffeur ist eine Mischung aus Jean Paul Belmondo und Adriano Celentao in jüngeren Jahren. Er trägt jedoch eine deutlich längere Haarpracht, als die beiden Leinwandhelden in ihren besten Jahren. Er gibt den Ton unter den sechs Verschworenen in der Wagenburg an. Sein Fahrzeug scheint bemerkenswert zu sein. Beim öffnen der Heckgarage erblickt das Bullauge eines ausgewachsenen Waschvollautomaten das Tageslicht. Eine externe Ver- und Entsorgung (Strom, Wasser, Abwasser) für dieses Gerät ist offenbar selbstverständlich. Entsprechende Leitungen werden schon ausgelegt, aber damit ist der Platzwart dann doch nicht einverstanden. Auch an die Sicherheit ist bei der Aufrüstung diese Wagens gedacht worden. LED-Strahler mit Bewegungsmeldern zieren Front und Heck sowie beide Seiten der Wohnkabine, genauso wie insgesamt vier Videokameras. Das Armaturenbrett des Wagens gleicht sicher dem Cockpit ein Eurofighters. 

Den vielen Stare ringsum interessiert dieses Treiben nur wenig. Für sie sind die große Pfützen ringsum viel interessanter, bieten sie doch die Gelegenheit für einen Wellnessabend in sonst trockener Stadtlandschaft.

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Pineda de Mar – Tossa de Mar – Roses https://www.mit-uns-entdecken.de/pineda-de-mar-roses/ Fri, 18 May 2018 20:42:16 +0000 http://www.mit-uns-entdecken.de/?p=8238 Es geht von Penida de Mar nach Roses. Wir besuchen unterwegs den großartigen botanischen Garten Jardí Botànic Marimutra in Blanes und die sehr schöne Altstadt Tossa de Mar. Wir sind […]

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Es geht von Penida de Mar nach Roses. Wir besuchen unterwegs den großartigen botanischen Garten Jardí Botànic Marimutra in Blanes und die sehr schöne Altstadt Tossa de Mar. Wir sind entsetzt von den Betonschluchten in Lloret de Mar, cruisen über malerische Küstenstraßen und finden am Ende des Tages mit Roses einen sehr schönen und großzügigen Ferienort.

Morgen auf dem Camingplatz En Mar in Pineda

Heute morgen wird klar, warum wir Camingplätze lieber meiden. Es geht uns nicht um die höheren Kosten, denn die sind meist berechtigt. Bietet doch so ein Campingplatz einiges mehr an Komfort, als dass auf Stellplätzen üblich ist. Es sind eher die Camper selbst, die hin und wieder seltsame Wesenszüge an den Tag legen. Ein besonders krasses Beispiel ist heute morgen unserer Nachbar linker Hand. Schon gestern griff er empört ein, als wir die nach seiner Auffassung falsche Steckdose zur Stromversorgung für unser Mobil nutzen. Auch bei der unvermeidlichen Verlegung des Kabels über seine Parzelle, hatte er manches zu bemängeln. Nach dem Frühstück heute morgen konnte er erst dann zufrieden den Tag im Campingsessel fortsetzen, nachdem er aber auch wirklich jeden Krümel, welchen ein solches Frühstück im Freien nun mal mit sich bringt, von seiner Parzelle verbannt hatte.
Dann schweifte sein kritischer Blick über die Aktivitäten seiner Nachbarn und weit darüber hinaus.

Nein, das müssen wir nicht haben. Am besten irgendwo frei stehen, natürlich mit dem entsprechenden Respekt gegenüber der Natur oder dem Ort in dem man zu Gast sein darf.

Jardí Botànic Marimutra

Nach dem wir in der Rezeption unsere Schuld für die vergangene Nacht beglichen haben, machen wir uns auf den weiteren Weg. Die erste Etappe wird eine recht kurze. Gleich zwei Orte weiter, in Blanes, hat Steffi im Reiseführer den Botanischen Garten Jardí Botànic Marimutra ausgemacht. Er wurde von einem Deutschen angelegt. Das scheint uns irgendwie spannend zu sein und wir wollen erfahren welche Geschichte dahinter steckt. Spannend wird aber erstmal die Anfahrt zu dem Garten. Die Straße ist eng und geht steil bergan. Leider ist es keine Einbahnstraße, die Gegenverkehr ausschließen würde. Bei einigen Begegnungen und in einer engen Haarnadelkurve wir es echt kitzlig.

Die Sache mit den Kameras

Wir erreichen den Garten, die Parkmöglichkeiten sind nochmal 400 Meter entfernt. Wir packen die Kameras, hoffen auf tolle Bilder und machen uns auf dem Weg zum Eingang. An der Kasse werde ich skeptisch beäugt. Meine Kameras (zwei Spiegelreflexkameras) behagen der Dame an der Kasse überhaupt nicht. Ja man könne im Garten natürlich fotografieren teilt sie uns mit, aber mit solchen Kameras wären 60 €!!! für die Fotoerlaubnis fällig. Ich bin ein wenig perplex und versuche zu erklären, dass mein fotografisches Interesse ein ausschließlich privates sei und ich keinerlei kommerzielle Absichten verfolge. Es nützt nichts. Wären die Kameras übrigens von einem anderen Hersteller hätte man kein Problem. Was soll man dazu sagen.

Ich beuge mich dem Diktat und schleppe meine Kameras in den nächsten zwei Stunden ausschließlich zum Zweck der körperlichen Ertüchtigung mit mir herum. Das florale Wunder um uns herum wird ersatzweise auf dem Handy abgelichtet.

Die Gärten im Jardí Botànic Marimutra

Der Garten selbst ist jedoch sehr schön und lohnt den Besuch auf jeden Fall. Die Anlage gliedert sich in drei Teile, in denen verschiedene, ineinander übergehende Themengärten zu bestaunen sind. Am spektakulärsten ist sicher der dritte Garten, der direkt an den Klippen über dem Meer liegt. Hier gibt es die schönsten Aussichten der Anlage. Breite Treppen gesäumt von farbenfrohen Hecken und zu Kegeln gezogenen Zypressen führen dorthin hinab. Es gibt hier den Goetheplatz und einen Linné-Tempel!!! Der zweite Garten ist als großer Plamengarten angelegt. Im ersten Garten gibt es verschiedene Blicke in den florale Welt. Die Themengärten hier widmen sich Mexiko, den afrikanischen und amerikanischen Trockengebieten und Makronesien.

  • Mittelmeergarten - Jardí Botànic Marimurtra
  •  Epikus-Treppe - Jardí Botànic Marimurtra
  • Epikus-Treppe - Jardí Botànic Marimurtra
  • im Mittelmeergarten - Jardí Botànic Marimurtra
  • Plamengarten - Jardí Botànic Marimurtra
  • Dattelpalme - Jardí Botànic Marimurtra
  • Datteln - Jardí Botànic Marimurtra
  • Datteln - Jardí Botànic Marimurtra
  • Garten amerikanische Trockengebiete - Jardí Botànic Marimurtra
  • Garten amerikanische Trockengebiete - Jardí Botànic Marimurtra
  • Garten afrikanische Trockengebiete - Jardí Botànic Marimurtra

Carl Faust

Ach ja, wir wollten ja noch erkunden, wer dieser Deutsche war, der den Grundstein für diese Anlage legte. Carl Faust war ein deutscher Kaufmann der seinem Beruf in Spanien nachging. Seine Berufung war allerdings die Botanik. Er bildete sich im Selbststudium weiter und erfüllte sich ab 1928 hier in Blanes, auf 15 Hektar über dem Meer seinen Lebenstraum. Eine kurze, aber schöne Geschichte.

Gegen 12:00 Uhr verlassen wir diesen schönen und für den Fotoamateur durchaus zwiespältigen Ort und machen uns auf den Weg entlang der Küste nach Nordosten.

Lloret de Mar

Lloret de Mar

Wir passieren Lloret de Mar. Um das hiesige Flair zu beschreiben zitiere ich nun ungekürzt den entsprechenden Eintrag in unserem Baedecker Reiseführer (Baedecker Spanien, 16. Auflage 2016, Seite 335):
“Was El Arnenal für Mallorca, ist Lloret de Mar für die Costa Brava: Diskos, Lärm, Bars, Alkohol, englische Pubs und deutsches Schnitzel für massenhaft junges Publikum – vor allem Britten, Deutsche und Holländer – , das die Hotelbetten nur vormittags für eine kurze Erholungspause vor der nächsten Fete aufsucht. Spanien findet man in den Betonschluchten Llorets nicht, aber das sucht hier auch keiner”
Diese “Verlockungen” liegen so gar nicht auf unserer Wellenlänge. Das örtliche Tourismus-Marketing bemüht sich zwar mit großflächigen Plakaten diesem negativen Image entgegenzuwirken – Familienurlaub, Strand, Papa mit Lieblingstochter beim Schnorcheln und so. In unserem Fall bleibt das ohne Erfolg. Das mag auch daran liegen, dass wir recht aktuelle persönliche Berichte aus Llorett kennen, die das Zitat aus dem Reiseführer lebendig werden lassen. Für uns Grund genug dieser touristischen Ausgeburt keine Minute unserer kostbaren Urlaubszeit, außer der unvermeidlichen Ortsdurchfahrt, zu schenken.

Tossa da Mar

Wir suchen eine Parkplatz

Ganz anders als Llorett kommt Tossa de Mar daher.

Zunächst gilt es hier aber einen Parkplatz zu finden. Das ist gar nicht nicht so ganz leicht und eine eigene kleine Geschichte Wert:

Mitten in der Stadt finden wir die offenbar letzte unbebaute Fläche die als Parkplatz dient. Ein unbefestigter sandiger Platz, umzingelt von in Beton gegossenen Appartment- und Ferienanlagen. Man kann fast spüren, wie sie ihre Tentakeln auf dieses letzte freie Idyll für verzweifelte, parkplatzsuchende Automobilisten ausstrecken. Die Einfahrt schützt ein Pförtnerhäuschen. Der Insasse wird angesichts unseres Wohnmobils fast aggressiv und versucht sein Heiligtum vor dieser Gattung Fahrzeuge zu schützen. Übernachten, kochen oder  Campinggestühl  – das alles ist hier streng verboten. Erst als wir signalisieren, dass wir nur zwei bis drei Stunden parken wollen, um uns den Ort anzusehen, erlangen wir die Gnade des Einlasses auf diesem Platz.

Der Strand

Wir schlendern hinunter zu Strand. In einer Bucht gelegen, an der sich der Ort entlang zieht, ist er einfach sensationell. Alle Klischees die ich so vom Mittelmeer habe werden hier bedient. Allem voran das blaue Meer am weißgelben Stand. Kleine Wellen plätscher bei leichtem warmen Wind an das Ufer. Ein reger Schiffsverkehr bunter Barkassen zieht weiter weiter draußen seine Bahnen. Am Strand tummeln Badegäste die die Sonne genießen. Wer meint mehr Power zu brauchen, kann sich ein Speed(schlauch)boot ausleihen. Hinter der Uferstraße das alte und neue Tossa, getrennt durch den Riera de Tossa, der unter am Strand in das Meer mündet. Rechts das alte Fischerdorf und der alte Festungsberg, links die modernen Ferienhotels und -appartments.

  • Tossa de Mar
  • Tossa de Mar

Ava Gardner

Wir entscheiden uns für die rechte Seite. Der Berg auf dem sich die alte Festung und ein Teil der Altstadt befindet ist grandios, schon der Blicke wegen, die man von hier oben auf die Bucht von Tossa hat. Die Statue von Ava Gardner lässt jeden (zumindest jeden männlichen) Besucher hier eine Minute länger verweilen und ist einen beliebter Fotospot. Ava Gardner war einer der weiblichen Superstars der Traumfabrik Hollywood in den 40er und 50er Jahren des letzten Jahrhunderts . Dass sie hier steht, ist der Tatsache zu verdanken, dass Ava Gardner in dem Traumfabrikschinken “Pandora und der Fliegende Holländer” hier am Drehort in Tossa die Rolle der Pandorra spielte.

Ava Gardner

Der Burgberg von Tossa

Der weitere Spaziergang hinauf auf den Festungsberg schenkt uns tolle Ausblicke auf der Meer und die felsige Küste.  Bis ganz nach oben erklimmen wir den Berg und finden immer neue interessante Blickwinkel. Auf dem Turm oben auf dem Burgberg weht selbstbewusst die Katalonische Flagge. Ein Fanal in der aktuellen innenpolitischen Situation hier in Katalonien.

  • Klippen am Burgberg - Tossa de Mar
  • Klippen am Burgberg - Tossa de Mar
  • Klippen am Burgberg - Tossa de Mar
  • Ruine der Burgkapelle - Tossa de Mar
  • Tossa de Mar
  • Tossa de Mar
  • Viva Katalonia - Tossa de Mar

Die Altstadt von Tossa

Dann geht es wieder hinunter in die Gassen des alten Fischerdorfes Tossa. Ja, hier ist alles auf das Geschäft mit den Touristen getrimmt. Restaurants, Bars, Souvenirgeschäfte, Eisdielen und Imbißbuden haben in den alten Mauern Einzug gehalten. Aber gerade die alten Mauern sind es, die das Flair von Tossa ausmachen und uns durch einen schon vergangene Welt schlendern lassen.

  • Carrer Comte Miró - Tossa de Mar
  • Carrer Comte Miró - Tossa de Mar
  • Carrer Comte Miró - Tossa de Mar
  • Katalonien - Tossa de Mar
  • Carrer del Portal - Tossa de Mar
  • Capella de la Mare de Déu dels Socors - Tossa de Mar

Für uns geht es nun weiter. Der mürrische Kerl am Parkplatz ist einer spanischen “Mama” gewichen. Wir werden von ihr beim bezahlen der Parkplatzgebühr sehr freundlich und auch irgenwie “mütterlich” behandelt – die Armen Kinder, kein zu Hause und schlafen müssen sie in dieser Blechbüchse. Aber egal, sie ist auf jeden Fall cooler als ihr Vorgänger von heute Vormittag. Welch ein Kontrast zu unserer Ankunft hier.

Von Tossa de Mar nach Sant Feliu de Guíxols

Dann sind wir auf der vielleicht schönsten Küstenstraße unterwegs, die uns das Mittelmeer bisher bieten konnte. Sie windet sich durch gefühlt hundert Kurven und Kehren an der Steilküste entlang. Immer wieder flieht die Straße weg vom Meer landeinwärts, da sie den Rändern der Täler folgen muss, die sich tief in den Fels geschnitten haben. Gleich darauf strebt sie wieder hinaus ans Meer und bietet atemberaubende Aussichten. Anders als an der Costa Blanca, wo wir ähnliche Straßen entdeckten, erstrahlt hier alles in sattem Grün. Von der dortigen Trockenheit ist hier nichts zu spüren. Das tolle Erlebnis auf dieser Straße hat aber seinen Preis. Für die gerade einmal 20 Kilometer benötigen wir inklusive zweier kurzer Fotostopps fast eine Stunde.

  • Tossa de Mar
  • An der Küste - Tossa de Mar

Weiter nach Norden

Nun gilt es heute noch ein wenig Strecke zu machen. Seit unserem kleinen Bergfest in Playa Granda sind schon wieder sechs Tage vergangen und wir müssen langsam an die Rückfahrt nach Deutschland denken.

Da bringt uns jeder heute noch absolvierte Kilometer ein wenig Zeitreserve für nächsten Tage. Von San Feliu fahren wir deshalb weiter nach weiter nach L’Escala. Hierzu nehmen wir die gut ausgebauten Schnellstraßen, die mehr im Landesinneren verlaufen. So schaffen wir die 60 Kilometer nach L’Escala in einer knappen Stunde. Hier angekommen erweist sich der, in der Stellplatz-App “park4night” angepriesene Platz, als nicht existent. Also legen wir nochmal 30 Kilometer und 40 Minuten Fahrtzeit drauf und finden in Roses einen niegelnagelneuen Stellplatz mit allen Schikanen. Eine dieser Schikanen ist jedoch eine im wahrsten Sinne des Wortes. Der Bezahlautomat ist ein Monstrum in Sachen Usability. Ohne den netten und sehr um seine Gäste bemühten Platzwart hätten wir dieses Wunderwerk der Technik nicht beherrschen können. Geduldig führt er uns durch jeden Schritt des Menüs. Gefühlt nach 30 Eingabeschritten öffnet sich dann endlich die Schranke.

Roses

Wir nehmen die Räder und rollen an den Strand. Der erweißt sich als imposant in seinen Ausmaßen. Roses liegt am nördlichen Ende des gleichnamigen Golfes, einer Meeresbucht die sich von Nord nach Süd 20 Kilometern lang erstreckt. Am anderen Ende im Süden sehen wir in der Ferne im Dunst hinüber bis nach L’Escala.
Den Strand in Roses säumt ein breite Strandpromenade. Ein Ort an dem das Leben tost und wirkliches ausgelassenes Urlaubsfeeling zu spüren ist.

  • Kunst am Strand von Roses
  • L’Escala in der Ferne - Roses
  • Am Strand von Roses

Einen Straßenzug hinter dem Strand beginnt die Flaniermeile von Roses. In den engen Gassen findet man das typische Angebot. Restaurants, Bars, Cafès, Klamottenläden und Souvenirgeschäfte bilden den harten Kern. Es gibt aber auch originelle Angebote. Während Steffi durch die verschiedenen Läden streift, gönnen ich meinen Füßen eine ganz besondere Wohltat.

“Fische an die Füße”

Anschließend gehen wir noch Essen. Heute soll es nun endlich einer dieser angeblich so sensationellen Fisch- und Meeresfrüchteteller sein, die an der ganzen Mittelmeerküste in Spanien, vor den Restaurants in fantasievollen großformatigen Fotos angeboten werden. Wir lassen uns überraschen. Zunächst können wir nicht alles identifizieren was uns aufgetragen wird. Miesmuscheln und Kaisergrant, soviel ist klar. Was aber ist dieses flunderartige Stück mir den vielen knorpelartigen Gräten? Und dann die beiden in ihrer Konsistenz so unterschiedlichen Koteletts. Eine Frage bei der Kellnerin, die sich weder der deutschen noch der englischen Sprache bedienen kann, bringt Aufklärung. Nicht mit Worten, sondern mit den Kugelschreiber skizziert auf eine Serviette, beantwortet sie unsere Frage. Rochen, Hai und Conger vervollständigen das Menü. Der Geschmack? Eher gewöhnungbedürftig für jemanden der europäische Süßwasserfische wie Zander und Barsch bevorzugt und aus nordischen Urlaubserlebnissen an Dorsch, Makrele und Seelachs gewöhnt ist. Anders gesagt: wir würden dieses Menü nicht mehr ordern. 

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Playa Puçol – Montserrat – Pineda de Mar https://www.mit-uns-entdecken.de/playa-pucol-montserrat-pinneda-de-mar/ Thu, 17 May 2018 23:49:31 +0000 http://www.mit-uns-entdecken.de/?p=8236 Heute geht es mit großen Schritten weiter nach Norden. Wir sind auf der Autopista Mediterraneo  bis Martorell bei Barcelona unterwegs. Dann fahren wir hinauf in das Gebirge, um das weltberühmte […]

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Heute geht es mit großen Schritten weiter nach Norden. Wir sind auf der Autopista Mediterraneo  bis Martorell bei Barcelona unterwegs. Dann fahren wir hinauf in das Gebirge, um das weltberühmte Kloster Montserrat zu besuchen. Es ist Ort mit besonderer Spiritualität, der Schwarzen Madonna Montserrat und alten und neuen Kunstschätzen in einer dramatischen Landschaft.

Playa Puçol

Es still heute morgen am Strand von Puçol. Nur noch ein Campingbus aus den Niederlanden mit beneidenswert junger und gut aussehender Besatzung kam gestern Abend kurz vor Sonnenuntergang hier an. Wir genießen kurz nach Sonnenaufgang den Blick aus unserem offenen “Schlafzimmerfenster” direkt auf das Meer und lauschen dem leichten Plätschern der Wellen am Strand. So dämmern wir noch ein wenig dem Tag entgegen.

Beim Frühstück überlegen wir wie jeden Morgen, wo es heute hingehen soll. Das ist ein kleines Ritual auf unserer Reise geworden. Reiseführer und Atlanten werden gewälzt, “Anna” – unser Navi und GoogleMaps befragt und diverse Handy-Apps listen die Möglichkeiten für interessante Stellplätze auf. Barcelona liegt eigentlich in Schlagdistanz. Wir entscheiden uns aber dagegen.

Die Erfahrung der letzten Wochen zeigt, dass große Städte oft immer gleichbedeutend mit einer langwierigen Suchen nach Parkplätzen sind. Die meisten Parkplätze dort sind auf ein Einfahrthöhe von zwei Metern limitiert und die Parkhäuser kommen für uns ohnehin nicht in Frage. Eine Erfahrung wie in Santiago de Compostela wollen wir uns heute ersparen.

So soll unser erstes Etappenziel hetue  nicht Barcelona sondern der Felsen von Monserrat mit seinem weltberühmten Kloster sein. Der zersägte Berg, der heilige Berg der Katalanen – das macht uns neugierig. Allerdings liegt dieses Ziel nicht gleich um die Ecke. Fast 350 Kilometer liegen bis dahin vor uns. Da ist es um 09:40 Uhr höchste Zeit aufzubrechen.

Playa Puçol – Montserrat

Von der Fahrt, für die wir zunächst wieder die Autovia Mediterraneo nutzen, gibt es nur wenig zu berichten. Es geht vorbei an Sagunt, wo wir auf die Autovia de la Plana wechseln. Die Autovia Mediterraneo wird ab hier zur kostenpflichtigen Autopista. So fahren wir auf einer mehr im Land gelegenen Route vorbei Castellón de la Plana. Ab hier nutzen wir die zunächst autobahnähnlich ausgebaute CV10. Bis zum Flughafen von Castellón kommen wir gut voran. Dann wird die Strecke zweispurig und wir sind dem Geschwindigkeitsdiktat der Lastwagen vor uns unterworfen. Das macht aber nicht die Bohne, denn wir haben ja Urlaub.

Ab Torreblanca  nehmen wir dann die mautpflichtige Autopista Mediterraneo und lernen schnell ihre Vorzüge kennen. Hier gibt es kaum LKW-Verkehr, nur die Brummis die auf Transit sind, dürfen hier entlangfahren. Alle anderen quälen sich auf der parallel verlaufenden Nationalstraße dahin. Die Art des Ausbaus, die Qualität der Fahrbahn und der allgemeine Zustand sind besser als auf einer Autovia. Die Tankstellen haben immer einen Service für die Ver- und Entsorgung von Wohnmobilen. Das ganze hat natürlich seinen Preis. 25,55 € zahlen wir am Ende für 220 Kilometer.

Die Autopista führt uns vorbei an der Sierra de Itra, dem Gebirgszug der uns von Peníscola draußen am Meer trennt. Dann geht es durch das enge, mit Organgen- und Zitronenplantagen geschmückte Tal zwischen der Sierra de Godall im Westen und der Sierra del Montsià im Osten hinunter in das Stromtal des Ebro. Das Delta, das sich nach Osten über 20 Kilometer weit ins Meer erstreckt und eine fruchtbare Ebene bildet, können wir nur teilweise überblicken.

Wenn wir es recht überlegen, ist der Ebro seit dem Guadalquivir in Sevilla der erste Strom, der diese Bezeichnung auch wirklich verdient. Alles was wir seither überquert haben, waren ausgetrocknete Rinnen, die offenbar nur nach starken Regenfällen Wasser führen oder mehr oder weniger unbedeutende Rinnsale.

Tarragona und Vilafrance sind noch zu passieren, bevor wir die Autopista bei Martorell verlassen, um für eine kurze Strecke der Autovia del Nord-Est zu folgen.

Montserrat das Gebirge

Die Autovia verläuft westlich am Fuß des Montserrat. Nun können wir deutlich erkennen, warum das gewaltigen Sandsteinmassiv den Beinamen “Der zersägte Berg” trägt. Wie mit einer riesigen Laubsäge kunst- und fantasievoll herausgearbeitet erscheint seine Silhouette  – ein gewaltiger, grotesker Schwibbogen vom Meer und der Erosion geschaffen.

Montserrat

Wir verlassen die Autovia an der Ausfahrt 570 und stehen vor einem kleinen Problem. Ein Hinweisschild berichtet von einen Tunnel mit nur 2,60 Meter Breite vor uns auf der Strecke. Wir sind echt verunsichert. Unser Mobil ist laut Zulassung 2,27 Meter breit. Hinzu kommen noch die Außenspiegel. Vielleicht 10 Zentimeter auf jeder Seite. Das würde echt knapp werden. Wir halten kurz an einer verlassenen Tankstelle und schauen nach Alternativrouten. Dann kommen uns aber auch der Richtung der vermeintlichen Engstelle zwei ausgewachsene Reisebusse entgegen.

Wenn die das können, dann meistern wir diese Strecke auf jeden Fall auch. Die enge Straße führt hinüber auf die östliche Seite des Montserrat. Hier schlängelt sie sich, hoch über dem Tal in spektakulären Kurven und Schleifen auf das Kloster Montserrat zu. Die Ausblicke sind atemberaubend und die Straße erwartet ein wenig Konzentration vom Fahrer. Das letzte Stück des Weges wird zu einer Sackgasse, die an der Schranke zu den großzügigen Parkplätzen am Kloster Montserrat endet. Trotz der vielen Parkplätze haben wir großes Glück, einen freien Platz ergattern zu können.

Kloster Montserrat

Als wir dann zu Fuß die Klosteranlage erreichen, sind wir zunächst etwas enttäuscht. Ein moderner Bau aus Glas und Beton begrüßt uns. Am Rand einer großen Terrasse an den Berg geklebt, vermittelt er alles andere als klösterliche Beschaulichkeit. Die kommt auch sonst hier kaum auf. Wir befinden uns immerhin an einem der am meisten besuchten Orte in Spanien. Die Abfertigung der Massen erfordert offenbar diesen modernen Zweckbau.

Vor hier führt eine Treppe hinunter zu einer wunderbaren Aussichtsterrasse. Die spektakulären Blicke hinunter in das Tal des Flusses El Elobregat und auf die eigentliche Klosteranlage, die sich von hier aus bieten, sollte man auf keinen Fall verpassen. Die knallgelben Gondeln der Seilbahn, die das Tal mit dem Kloster verbindet, sind bunte Farbtupfer über dem Torrent de Santa Maria.

Wir gehen hinüber zum Besucherzentrum und leisten uns zwei Tickets und Audioguides. 32 € sind hierfür fällig. Die Klosterkirche kann man jedoch auch kostenfrei betreten. Wir schlendern über den großen Platz vor der Klosterkirche mit ihrer gewaltigen Fassade aus neueren Tagen. Linker Hand das gotische Kloster. Geschickt werden hier die filigranen, fast zerbrechlich wirkenden gotischen Bögen des alten Kreuzganges als Kolonaden genutzt.

Die Abteikirche

Durch das moderne Portal, das erst nach dem zweiten Weltkrieg erreichtet wurde, erreicht man einen Lichthof und steht vor der eigentlichen Fassade der Abteikirche . Über der Pforte eine beeindruckenden Skulpturengruppe die Jesus und die 12 Apostel zeigt.

In der Basilika

Die Basilika hat nicht die ausufernde Herrlichkeit der großen Kathedralen in Lugo, Santiago oder Sevilla. Hier geht es bescheidener zu. Dass das durchaus prächtige Interieur nicht in seinem vollen Glanz erstrahlt, mag an den der dunklen Lichtstimmung liegen. Vorwiegend ist es Tageslicht, welches durch die großartige Rosette und die runden Fenster über den Seitenkapellen hierher dringt. Das künstliche Licht hält sich im Hintergrund, konzentriert sich auf den Bereich über dem Hauptaltar und lässt die Skulptur der Mutter Gottes – der schwarzen Madonna von Montserrat – hell erstrahlen.

Eine Besonderheit sind sicher die zahlreichen Votivlampen, die über das gesamte Mittelschiff der Kirche verteilt sind. Sie sind nicht sehr alt. Die meisten stammen aus der Mitte des 20. Jahrhunderts. Einige von ihnen sind von hohem künstlerischen Wert. Die Votivlampen sollen eine mittelalterliche Tradition wieder beleben. Danach ist die brennende Lampe Ersatz, für die Anwesenheit des Gläubigen hier zu den Füßen der Mutter Gottes, der die Lampe hier hinterließ. Dabei frage ich mich, welche Gläubigen sich seinerzeit dieses religiöse Privileg leisteten.

Nebenkapellen und die schwarze Madonna

Interessant sind auch die kleinen, in hervorragender künstlerischer Qualität gestalteten Seiten- und Nebenkapellen. Die Allerheiligstenkapelle und die Kapelle des heiligen St. Martin, der auf dem Bildnis gerade dem frierenden Bettler seinen Mantel überwirft, bleiben in besonderer Erinnerung, ebenso das schlichte, aber beeindruckende Bildnis des heiligen Benedikt, dessen Regeln der hiesige Orden heute noch folgt.

Dann gelangen wir durch einen Aufgang, der von prächtigen Stuckaturen geschmückt ist in das Heiligste dieses Hauses, das Bildnis der Mutter Gottes die auf einen Thron sitzt. Sie stützt das Kind auf ihrem Schoss mit Ihrer linken Hand.  Die rechten Hand hält sie eine Kugel, das Symbol für das Universum. Bei trage eine Krone. Geschützt wird die Figurengruppe durch eine Glasscheibe, nur ein Teil der Kugel schaut heraus.
Die Figur hat einen dunkle Hautfarbe – daher auch die schwarze Mandonna – und ist sehr sehr alt. Aus der 12. Jahrhundert soll sie stammen. Auch wir berühren natürlich die Kugel in ihrer Hand. Wir sind zwar eher atheistisch und nicht abergläubig, aber wenn man schon so weit gefahren ist, um hier her zu kommen, kann es sicher nicht schaden.

Dann gehen wir den Weg der Pilger – den Camin de L’Avemaria. Jeder Besucher kann hier gegen einen kleinen Obolus das Meer der Kerzen um seine ganz persönliche Flamme bereichern.

Kunstmuseum Montserrat

Unser Ticket berechtigt uns auch zum Besuch des Kunstmuseums des Klosters. Und das hat es in sich. Ein Picasso hier, ein Dali dort und um die nächste Ecke auch mal ein Monet. Degas, Pissarro und Mir – große Namen der modernen Kunst geben sich hier die Klinke in die Hand. Das Geld für das Ticket hat sich für uns auf jeden Fall gelohnt.

Zum Abschluss unseres Besuches auf Montserrat schauen wir uns noch die Muiltivisionsshow an. Die Story ist schnell erzählt. Zwei Absolventen der Chorschule von Montserrat erzählen musikalisch von ihrer Schulzeit auf Montserrat. Sie preisen das Kloster und ihre Schuljahre hier. Einer der jungen Herren ist ausgebildeter klassischer Tenor, der andere im spanischen Pop-Geschäft als Sänger erfolgreich. Vielleicht ein wenig zu dick aufgetragen im Pathos aber emotional sehr bewegend ist der Film, der in 3D auf große eine Leinwand projiziert wird.

Nun müssen wir uns aber sputen. Um 17:30 Uhr schließt das Besucherzentrum. Bis dahin müssen wir unsere Audioguides dort abgegeben.

Zurück am Parkplatz sind die meisten Autos schon verschwunden. Wir gehören wohl zu den letzten Gästen. Am Kassenautomaten bekommen wir dann noch einen kleinen Schreck. 57 € sollen wir bezahlen. Das ist die Tagesgebühr für einen Reisebus. Wir sind zunächst ein wenig ratlos. Entweder reichen unsere Sprachkenntnisse nicht aus, um den Automaten richtig zu bedienen, oder es liegt ein technisches Problem vor. Wir fahren vor an die Schranke. Dort legen wir in dem kleinen Wachhäuschen unser Parkticket vor und kommen mit 6,50 € davon.

Auf dem Weg wieder ans Meer

Wir fahren nun an der östlichen Seite des Montserrat hinunter nach Monistrol de Monstserrat in das Tal des El Elobregat. Bald erreichen wir die Schnellstraße und nutzen in Olesa de Montserrat noch schnell die Möglichkeit zu einem Einkauf. Dann stürzen wir und in das Straßengewirr rund um Barcelona. Ohne unser Navi hätten wir hier ganz sicher nicht so schnell hindurch gefunden. Es lost uns zuverlässig über Autobahnen und Schnellstraßen auf die Autopista Maresme. Mautgebühren sind uns hier egal. Hauptsache ist, wir kommen hier schell hindurch. Es geht nun schon auf 20:00 Uhr zu und wir haben noch keinen Stellplatz in Sicht. 

Bei Premià de Mar verlassen wir die Autobahn und hoffen an der Küstenstraße, die nun direkt am Strand entlang führt, einen Platz zu finden. Unsere Suche wird ein aussichtsloses Unterfangen. Die nächsten 30 Kilometer in Richtung Nordosten sind gesäumt von Wohn-, und Ferienanlagen. Eine direkte Zufahrt zum Strand ist nur an wenigen Stellen möglich, da die Gleise der S-Bahn-Strecke nach Barcelona rechts von uns zwischen Straße und Strand verlaufen. 

Camping En Mar in Pineda de Mar

Die wenigen Stellplätze, die unsere nun schon diversen Handy-Apps vorschlagen, erweisen sich als Fehltreffer. Wohnmobile sind in dieser Gegend außerhalb von Campingplätzen offenbar nicht erwünscht. So ergeben wir uns dann gegen kurz vor 21:00 Uhr einer solchen Offerte und stehen vor der Schranke des Campingplatzes En Mar in Pineda de Mar. Innerstädtisch und strandnah gelegen, bietet der Platz alles was man so braucht, inklusive Schwimmbad und Bungalowvermietung. Wir haben Glück noch eingelassen zu werden, denn um 21:00 schließt die Rezeption und die Schranke an der Einfahrt wird für alle Neuankömmlinge zu einem unüberwindbaren Hindernis.

Wir werden nett empfangen und mit einem Gutschein für zwei Glas Sangira werden wir in das platzeigene Restaurant gelockt. Diese Geste wäre aber nicht notwendig gewesen. Wir haben nun wirklich Hunger und wollen jetzt nach 21:00 Uhr keinen Küchenbetrieb mehr im Wohnmobil eröffnen. Die Küche im Restaurant entspricht unseren Erwartungen und ist für einen Campingplatz o.k. Wir sind fast die einzigen Gäste, so dass uns die volle Aufmerksamkeit des Kellners gehört. So werden wir schnell und zuvorkommend bedient und bleiben hier entspannt bis kurz vor 23:00 Uhr sitzen, um unsere Erlebnisse des Tages revue passieren zu lassen. Dann werden hier die Lichter ausgeknipst und wir schlüpfen in unser Wohnmobil 

  

477 Kilometer von Playa Puçol nach Pinneda de Mar

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Santa Pola – Playa de Puçol https://www.mit-uns-entdecken.de/santa-pola-playa-de-pucol/ Wed, 16 May 2018 22:10:17 +0000 http://www.mit-uns-entdecken.de/?p=8234 Nach einem Vormittag am Strand von Santa Pola bei Alicate wollen wir heute weiter Richtung Norden. Dazu verlassen wir zunächst die Küste und fahren den Pass Port de la Carrasqueta. Hier […]

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Nach einem Vormittag am Strand von Santa Pola bei Alicate wollen wir heute weiter Richtung Norden. Dazu verlassen wir zunächst die Küste und fahren den Pass Port de la Carrasqueta. Hier entdecken wir Plantagen von Mandelbäumen. Hinter Valencia treffen wir bei Sagunt wieder auf das Meer.

Am Cap de Santa Pola

Wir verschwenden heute Morgen erstmal keine Gedanken an die Strecke die vor uns liegt und an das Ziel des Tages. Wo immer es auch sein möge.
Das Wetter ist phantastisch.Wir verbringen den Vormittag an Ort und Stelle und genießen den einzigartigen Strand mit seinen flachen Felsen.

Bevor sich Steffi mit der Videokamera aufmacht, um zwischen den Felsen die Fauna und Flora über und unter dem Wasser zu erkunden, hat Sie unsere private Saline wieder in Betrieb genommen. Das gestern geschöpfte Fleur de Selle  liegt wieder zum trocknen in der Sonne.

Ich versuche micht zunächst an einigen Unterwasseraufnahmen mit der Gopro.  Mit den Ergebnissen bin ich alles andere als zufrieden. Daher begebe ich mich an Land, währed Steffi noch immer auf der Suche nach weiteren Motiven über die Felsen balanciert. Hoffentlich bleibt da alles trocken, die Steffi und die Videokamera.

Ich gerate in ein Gespräch mit dem Wohnmobilisten hinter uns. Er, sonnengebräunt Mitte bis Ende vierzig ist schon seit einigen Tagen hier. Demnächst kommt seine Frau mit dem Flieger dazu, erzählt er. Die fahre nicht so gerne und so weit mit dem Auto und er ist gerne mal alleine auf Strecke.

Er berichtet über seine Erfahrung mit dem Kastenwagen den er fährt. Klein ist der Wagen nicht, sicher an den sieben Meter Länge hat das Teil.

Eigentlich sei er im Moment zufrieden mit der Wahl, aber später im Alter sollte es dann doch wenigstens ein Teilintegrierter sein. Im Kastenwagen zu zweit, so meint er, müsse immer einer sitzen. Das sich zwei Personen ohne Kollision in einem Kastenwagen aneinander vorbei bewegen, sei nach seiner Erfahrung ausgeschlossen.

Wir werden das sicher mal testen. Unsere nächste Anmietung wird vielleicht ein Kastenwagen sein.

In der Sierra Carrasqueta

Gegen 12:00 Uhr brechen wir auf.

Auf jeden Fall wollen wir ein zweites Touristeninferno vermeiden und nehmen nicht den Weg entlang am Meer. So vermeiden wir die Begegnung mit Benidorm. Mann will es kaum glauben, aber hier gibt es bezogen auf die Fläche mehr Hochhäuser als sonst wo auf der Welt!!! New York, Singapur oder Dubai. Vergesst es, in dieser Sache ist das ehemalige Fischerdorf Benidorm der Nabel der Welt.

So nehmen wir den Weg über den Port de la Carrasqueta. Der Weg hinauf auf den Pass in 1082 Meter Höhe führt durch eine Gegend, die vor nicht all zu langer Zeit vielleicht bessere Zeiten erlebt hat. Im immer steiler werdenden Gelände sind viele Flächen durch Menschenhand in Terrassen verwandelt worden. Ganz sicher mit dem Zweck der landwirtschaftlichen Nutzung. Heute ist hier alles vertrocknet. Auch die Höfe, die weiter weg von der Straße liegen, scheinen verödet zu sein. Warum funktioniert das hier mit der Landwirtschaft nicht mehr, fragen wir uns?

Dann ist Xixona erreicht. Unser Reisführer gibt Auskunft. Dieses Städtchen ist für Nugat bekannt. Die hiesige Variante der Leckerei, das “Turrón” basiert jedoch nicht auf Haselnüssen sondern auf Mandeln. Warum das hier so ist, erfahren wir kurze Zeit später.

 Als wir noch höher kommen, wechselt der Farbton der Landschaft von ocker-blassgrün in sattgrün-optimistisch. Plantagen mit Bäumen die wir noch nicht kennen, begleiten uns auf einer immer steiler ansteigenden Straße. Die müssrt sicher irgendwie mit dem einzigartigen Nugat zusammenhängen. Bei nächster Gelegenheit stoppen wir. Einmal mehr ist fühlen, riechen und entdecken angesagt. Die noch grünen Früchte erweisen sich als Mandelfrüchte. Noch nie gesehen und sehr interessant.

Oben vom Pass Port de la Carrasqueta ergibt sich dann ein grandioser Blick hinunter nach Allicante. Die Mandelplantagen oberhalb von Xixona zeichnen abstrakte Muster in die Berghänge. Über Allicante und Benidorm hängt ein Dunstschleier und in der Ferne dahinter erstreckt sich das Mittelmeer bis an den Horizont.

Der Weg hier hinauf hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Über Valencia nach Playa Puçol

Dann geht es hinunter und bei Alcoy erreichen wir wieder die Autopista Mediterraneo. Die Landschaft ist nun angenehm und hat nichts mehr mit den karstig trockenen Sierras um Alicante zu tun. Orangen und Zitronenplantagen tauchen alles um uns herum in ein dunkles Grün. Zwischen den Ausfahrten 395 und 389 gibt es einen schön gelegenen Rastplatz den wir für eine kleine Kaffeepause nutzen.

Unsere Stellplatz-App „Park4Night“ hat auch heute einen Tipp für uns. Der liegt bei Sagunto direkt an Strand. Wir geben die Koordinaten in unser Navi ein und machen uns auf die letzte vielleicht 80 Kilometer lange Etappe für diesen Tag.

Die führt uns direkt durch Valencia. Da es schon recht spät ist, nehmen wir uns vor, diese Stadt bei der nächsten Gelegenheit zu erkunden. So rollen wir geschwind durch Valencia hindurch. Dabei überqueren wir das trockengelegte alte Flussbett des Gualdalaviar (weißer Fluss), welches zu einen üppigen mediterranen Park umgestaltet wurde.

Die finale Suche nach dem empfohlenen Stellplatz gestaltet ich ein wenig schwierig. Nicht zum ersten mal scheinen die auf „park4night“ angegeben Koordinaten nicht mit der Wirklichkeit übereinzustimmen. Der erste Versuch führt uns an den Rand eines kleinen Industrieparks. Wir sind nun vielleicht drei Kilometer Luftlinie von unserem Ziel entfernt.

In solchen Fällen hat sich bisher die Kombination von „park4nights“ und „googleMaps“ als zuverlässige Navigationshilfe erwiesen. Nach weiteren 11 Kilometern Straße ist die Luftlinie von drei Kilometern überwunden und wie stehen wirklich am Strand von Playa Puçol. Die Gegend ist zwar etwas einsam, aber für eine Nacht vollkommen o.k.

Wir stehen zwischen den Orten Playa Puçol und Mar Plata. Beide scheinen noch Geistersiedlungen zu sein. Leere Straßen und Plätze, die Fensterladen der meisten Appartements noch geschlossen, genau wie die Geschäfte und Restaurants. Sicher wir hier in einem Monat mit den Touristenströmen Leben einkehren. Heute kommen sie uns aber seltsam vor, diese saisonal bedingten urbanen Leichen in der Landschaft.

Der Sonnenuntergang über dem Festland hinter uns ist dagegen sehr Stimmungsvoll.

Sonnenuntergang bei Puçol

 

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