Zeil am Main

Erkundungen am Main II

Aufbruch in Reunsdorf

Sonne und blauer Himmel lassen den Blick aus unserem Zimmer nach draußen viel freundlicher erscheinen als das triste und feuchte novembergrau von gestern. Nur am Kloster Banz ist noch eine letzte Wolke hängen geblieben. Ein Schwarm lärmenden Krähen wechselt lautstark vom Dach einer alten Scheune in den Schlafbaum nebenan und wieder zurück. Daher sind wir also schon wach. Noch vor dem Frühstück kommt uns die Idee, nicht Coburg zu besuchen und dann nach Erfurt zurückzufahren.

Kloster Banz
Kloster Banz

Lieber wollen wir den Main in seinem weiteren Verlauf in Richtung Schweinfurt erkunden. Unser ADAC-Atlas – ja sowas benutzen wir auch noch, wir sind eben keine „digital Natives“ – weißt die Haßberge, Zeil am Main, Königsberg i. B. und Haßfurt als lohnenswerte Ziele aus. 

Das Frühstück in der Pension Müller lässt nur wenige Wünsche offen und ist mit Liebe angerichtet. Weiche Eier werden auf Wunsch in „Einzelfertigung“ zubereitet. Sehr schön, nichts ist schlimmer als diese Standard-Hotel-Frühstückseier bei denen die Konsistenz des Eigelb in Richtung einer bröckeligen Pulvermasse tendiert. In der Pension Müller können sie aber viel besser. Bravo!

Dem Main entlang und über die Haßberge

Um schell  voranzukommen, nehmen wir für die ersten Kilometer die A73 bis zu Ausfahrt Breitengüßbach Mitte. Nun wollen wir hinauf in die Haßberge, die immerhin den Status eines Naturparks haben. Zunächst geht es quer durch die Mainebene und über den Main nach Baunach. Baggerseen links und rechts der Strasse bestimmen das Bild der Landschaft. Wir sind am südlichen Ende einer künstlichen Seenlandschaft, die sich – immer mal wieder unterbrochen –  von Lichtenfels bis nach Baunach erstreckt. Kies als wertvoller Baurohstoff scheint hier der Anlass gewesen zu sein, die Landschaft links und rechts des Mains so radikal zu verändern. 

Die Fossilienfreunde auf Kloster Banz werden hier sicher diesen und jenen Schatz gefunden haben und für die an das Wasser gebundene Flora und Fauna sind solche Baggerseen ja eher förderlich. 

Baunach selbst besichtigen wir nicht. Bei einer kleinen Stadtrundfahrt scheint nur der unmittelbare Ortskern rund um den Marktplatz eines Besuches wert zu sein. Heute am Sonntagvormittag ist hier aber keine Menschenseele auszumachen, so dass wir nun hoch in die Haßberge fahren. 

Zeil am Main

Der Wunsch die Haßberge zu erkunden zerschlägt sich oberhalb von Baunach an der Gabelung der Staatsstraßen 2277 und 2281. Der Wege über die Berge ist wegen einer Baustelle gesperrt. Die Umleitung führt uns direkt wieder hinunter an den Main nach Settfeld.

Kurze Zeit später sind wir in Zeil am Main. Anschauen sollte man sich diesen Ort auf jeden Fall. Viel Fachwerk, toll saniert und wirklich sehenswert. Heute am „Volkstrauertag“ kommt uns aus der Kirche ein feierlich gekleideter Marsch entgegen. Offenbar die örtliche Musikkapelle in Tracht und Angehörige der Bundeswehr in Paradeuniform (soweit ich das als militärischer Laie einschätzen kann). Das Bild macht uns nachdenklich mit den Blick auf die Vergangenheit und die Zukunft unseres Landes.

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Oberhalb von Zeil wacht die „Käppele“ über den schönen Ort. Eine tolle Aussicht, die Aura ähnlich wie auf dem Veitsberg. Hier ist es nur ein wenig gastlicher. Mann kann direkt an die „Käppele“ heranfahren und den Blick über Zeil und das Maintal genießen. Das „Hospitz“ neben der Kapelle bietet eine leckere Speisekarte.

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Königsberg in Bayern, ein Traum in Fachwerk

Von hier ober fahren wir nicht gleich hinunter an den Main. Wie schlängeln uns durch die Ausläufer der Haßberge und kommen nach Königsberg i. B. Wir fahren zuerst hinauf zur Burg, Hier vermuten wir ist die eigentliche Attraktion des Ortes. 

Burg Königsberg

Der Platz ist schon interessant, von der Burg jedoch nicht mehr viel zu sehen. Es gibt im wesentlichen nur noch Mauerreste und den Brunnen zu besichtigen, der mit einem Häuschen aus neueren Tagen überdacht ist. Auf den Grundmauern steht jedoch eine Gaststätte die den Weg hier hoch noch interessanter machen könnte, wenn sie denn geöffnet wäre. Der graue November wird aber gerade für Renovierungsarbeiten genutzt und das Haus bleibt verschlossen. 

Ein neuzeitlicher Aussichtsturm bietet ein Blick vom Bergsporn nach Süden und Westen. Für die Besteigung des Turms und die Besichtigung des Brunnens wir ein kleiner Eintritt verlangt. Im Brunnenhaus gibt es einige interessante Informationstafeln rund um das Thema Burgbrunnen. Eine listet z.B. die tiefsten Burgbrunnen in Deutschland auf. Dabei wird klar, dass wir es hier auf der Burg Königsberg eher mit einen flachen Gesellen zu tun haben. Der Brunnen auf der Burg Kyffhausen ist 176 Meter tief in den Fels geteuft, die 80 Meter hier scheinen da nicht weiter aufregend. Wir wollen uns aber nicht vorstellen, was es bedeutet mit den technischen Mitteln des 12. oder 13. Jahrhunderts diese Tiefe in den Fels zu treiben. 

Mehr über die Burg könnt Ihr hier erfahren. 

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Die Altstadt von Königsberg

Die Altstadt von Königsberg nehmen wir als Geheimtipp aus diesem Wochenende mit nach Hause. Wir finden Salzmarkt einen Parkplatz und machen uns auf Entdeckungstour. 

Wir sind schwer begeistert von dem Ortsbild das in wunderbar restaurierten Fachwerk schwelgt. Kaum ein Gebäude das noch nicht in einen tadellosen Zustand gebracht wurde. Die gotische Marienkirche und das mächtige Rathaus komplettieren den prächtigen Gesamteindruck. Was wir hier sehen ist, Fachwerkensemble von europäischen Rang, das jedoch bei weiten nicht so alt ist wie der Ort selbst. Mehrere Stadtbrände und die Plünderung und teilweise Zerstörung der Stadt im Dreißigjährigen Kreig machten immer wieder einen neuen Aufbau erforderlich. 
Die prächtige Fachwerkstadt, die wir heute bewundern können, stammt aus dem 17. und 16. Jahrhundert. Damit wird ist sie aber nicht weniger sehenswert. Wenn Ihr in der Gegend unterwegs seit, gönnt Euch auf jeden Fall einen Abstecher nach Königsberg in Bayern.

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Haßfurt

Der Name dieses Städtchens hat weder etwas mit den Hasen zu tun, der das Wappen dieser Stadt am Main schmückt, noch mit dem Gefühl vieler unsere Mitbürger der heutigen Tage auf alles was nicht über ihren Erkenntnishorizont passt. 

Ohne es hier sprachwissenschaftlich genau zu erläutern, konnte ich nachlesen, dass der Wortteil „Haß“ soviel wie Nebel bedeutet. Also eine Furt im Nebel am Fuße der Haß(Nebel)berge. Leider ist hier heute nicht soviel zu entdecken wie in Zeil oder Königsberg. Das alte Rathaus, die Pfarrkirche St. Klilan mit den Figuren von Tillmann Riemenschneider, die heutige Stadthalle (ehemalige Zehntscheune) und die neogotische Ritterkapelle sind aber echte Hingucker. Wenn Ihr mal durchfahrt, einfach anhalten, es lohnt sich. 

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Wir machen uns nun via Schweinfurt und der A71 auf den Rückweg nach Erfurt. Auch hier ist die Thüringer-Wald-Autobahn ein wahrer Segen. Für den letzen Abschnitt unseres Wochenendausflugs von der Landesgrenze Bayer/Thüringen bis nach Erfurt brauchen wir nicht einmal eine Stunde und halten dabei alle Verkehrsregeln ein ;-). 

 

 

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