Cimborrio - Catedral de Santa María Burgos

Catedral de Santa María Burgos und Pedraza

Heute geht es zunächst nach Burgos. Dort besuchen wir die Catedral de Santa María. Ein Welterbe der Menschheit. Eine der größten gotischen Kathedralen in Spanien. Neben neben ihren Schwestern Sevilla und Toledo gehört sie zu den sogenannten „Großen Drei“. Wir erleben dort ein Feuerwerk an sakraler Spitzenkunst aus der Gotik, der Renaissance und dem Barock.
Von Burgos fahren wir noch weiter bis Pedraza. Einem kleinen Dorf auf einem mächtigen Burgberg mitten in Altkastilien und offizieller Teil des „Nationalen Kulturgutes“ Spaniens.

Fahrt von Aguliar de Campoo nach Burgos

Heute am Sonntag dem 08. September 2019 brechen wir gegen 09:40 Uhr in Aguliar de Campoo auf. Unser erstes Ziel Burgos liegt ca. 80 Kilometer entfernt. So geht es auf der N-627 ungefähr eine Stunde Richtung Südwesten. Im Vergleich zu unserer gestrigen Tour entlang der Picos des Europa und durch das südliche Kantabrische Gebirge hat sich die Landschaft radikal verändert.

Das üppigen Grün der Wiesenmatten und Gebirgswälder ist gewichen. Gelbe Töne der Stoppelfelder und braune Schattierungen karger Trockenrasen und weiter Gebüsche bestimmen nun das Bild. Statt in ein dramatisch zerklüftetes Gebirge durchqueren wir nun eine weite Ebene. Nur vereinzelt rücken als bescheidende Hügel die letzten Ausläufer des Kantabrischen Gebirges an die Straße heran. Die Strecke ist weitgehend eben und so steuern wir auf einer Höhe zwischen 860 und 990 Metern über dem Meer auf Burgos zu.

Während bei unserer Abfahrt in Aguliar noch ein schwerer grauer Himmel über uns hing, bricht sich Richtung Burgos die Sonne immer mehr ihre Bahn. Bevor wir nach Burgos kommen wird die Landschaft nochmal eine wenig bewegter. Wir müssen hinunter in das Tal Rio Arlanzón an dessen Ufern die alte Bischofsstadt liegt.

Ankunft in Burgos

Nachdem wir die typischen, am Stadtrand gelegenen Gewerbegebiete hinter uns gelassen haben, ist die erste Begegnung mit der Stadt alles andere als malerisch. Hochhäuser und Plattenbauten „zieren“ die vierspurige Avenida Cantabria bis hinunter zum Rio Arlanzón.

Avenida Cantabria - Burgos
Avenida Cantabria – Burgos

Das historische Stadtzentrum liegt östlich von uns, wo wir uns nun auf Parkplatzsuche begeben. Wir werden in der Avenida del Arlanzón, die direkt an Fluss verläuft, fündig. Von hier aus sollten es mit dem Fahrrad nicht mehr als 5 Minuten bis zum Arco de Santa María – dem berühmten Eingang zur Altstadt – sein.

Also schnell die Räder fertig gemacht, Foto-Kram und die Stadtrucksäcke gepackt und los gehts. Gegen 11:30 Uhr stehen wir bei bestem Wetter auf der Puente de Santa María und vor dem gleichnamigen Stadttor.

Catedral de Santa María

Wir schließen unsere Räder auf der schönen Allee Paeso de Audiencia am rechten Ufer des Rio Arlanzón an und gehen durch den Arco Santa María. Dann wir treten aus dem dunklen und kühlen Schatten des Tores auf die Plaza del Rey Fernando. Wie aus einer anderen Welt strahlt uns die Catedral de Santa María an. Mit ihrer fast weißen Kalksteinfassade scheint sie unter den gleißenden Sonnenstrahlen fast zu glänzen. Ein UNESCO-Welterbe der Menschheit!

Diesen Titel übrigens, darf keine der anderen großartigen gotischen Kathedralen in Spanien tragen. Nicht einmal die gewaltige Kathedrale von Sevilla, die grösste gotische Kirche der Welt wurde bisher in die Welterbeliste mit aufgenommen.

Catedral de Santa María – das Exterieur

Das Bauwerk ist schon allein durch seine Ausmaße bemerkenswert. In der Länge erstreckt sie sich über 106 Meter. 26 Meter misst das Kirchenschiff mit seinen beiden Seitenschiffen in der Breite. Das Querschiff erstreckt sich von Nord nach Süd über nicht weniger als 59 Meter. Die Spitze des Turmes über der Vierung ragt 59 Meter hinauf. Die Zwillingstürme an der Westfassade sind 88 Meter hoch. Hinzu kommt noch der von außen mächtig wirkende Kreuzgang, welcher an der Südostseite angefügt wurde. Ca. 40 mal 40 Meter kommen so noch einmal hinzu.

Es ist aber nicht ihre Größe, die die Catedral de Santa María in Burgos so einmalig macht. Der architektonische und künstlerische Wert ist es, der sie von den anderen beiden großen gotischen Kathedralen in Sevilla und Toledo unterschiedet. Hier unten auf dem Plaza del Rey Fernando überragt sie uns wie ein steinernes Meer, welches viele Geschichten zu erzählen hat. Besonders beeindruckend ist dabei der Turm über der Vierung.

Der Vierungsturm

Dort oben auf mehr als 50 Metern über dem Boden der Kathedrale ragen auf dem Turm acht reich geschmückte Fialen bis auf 59 Meter hinauf. Jede einzelne erzählt eine biblische Geschichte oder ist mit diversen Heiligen der katholischen Kirche dekoriert. Götzenfiguren und maurische Elemente machen die Gestaltung noch interessanter. Mit einem guten Feldstecher ausgestattet, könnte man allein mit dem Blick auf dieses Ensemble eine längere Zeit verbringen. Allerdings haben wir den dummer Weise im Auto liegen lassen.

Und so nehmen wir uns diese Zeit leider nicht. Deshalb fragen wir uns noch heute, ober der Ritter zu Pferde mit dem rostigen Schwert vielleicht der Heilige St. Georg ist? Oder zu wem das Gesicht mit dem feschen Schnauzbart gehört?

Unsere „Außeninspektion“ der Kathedrale beenden wir vor dem Puerte de Sarmental. Reich geschmückt ist dieses Tor unser Eingang in eine ganz besonderen Welt.

Catedral de Santa María – das Interieur

Kaum ist das Tor durchschritten, der Eintrittspreis bezahlt und der Audio-Guide in Empfang genommen, wartet rechter Hand das erste kleine künstlerische Wunder. Die Puerta del Claustro würde uns eigentlich direkt in den Kreuzgang führen. Sie ist jedoch verschlossen. Daher haben wir die Gelegenheit diese Seite die Pforte in Ihrer ganzen Pracht zu bewundern.

Pforte zum Kreuzgang – Puerto del Claustro

„Puerta del Paradíso“ (Paradiestor) oder „Puerta Dorada“ (Goldenes Tor) wurde sie auch genannt. Ein Fingerzeig darauf, dass das Kloster in jener Zeit als das Paradies angesehen wurde. „Puerta Negra“ (Schwarzes Tor) ist ein anderes Synonym. Und das ist aus heutiger Sicht wohl der Name, der es am besten trifft. Lenkt er doch die Aufmerksamkeit auf die fast schwarzen Verblendung der Türflügel, die so reich und ausdrucksstark gestaltet sind.

Das zentrale Motiv auf der linken Seite zeigt den Einzug Jesu in Jerusalem. Auf einem Pferd mit Fohlen sitzend, zieht er in die Stadt ein. Er wird der von den Aposteln begleitet, das Volk jubelt ihm zu. Und natürlich finden wir in dieser fulminant ausgeführten Relief-Schnitzerei auch die Palmzweige, die ihm zu Füßen gelegt wurden. Noch heute feiert die katholische Kirche den Palmsonntag und leitet damit die Osterzeit ein.

Auf dem rechten Türflügel ist der Abstieg Christi in die Unterwelt dargestellt. Adam und Eva kommen gerade aus des Vorhölle, die durch einen alles verschlingenden Drachen dargestellt wird. Christi reicht den beiden die Hand und erlöst sie so. Die Darstellung der Unterwelt zieren noch manch andere gequälte Gestalten und hier und da lodern kleine Höllenfeuerchen.

Bei solchen Darstellungen versuche ich mit immer die Wirkung auf den Betrachter vor der Zeit der Aufklärung vorzustellen. Keine Bücher, keine Zeitung, kein Fernsehen, kein Internet mit seinen vielen Weisheiten. Bildung für den einfachen Mann, die einfache Frau gab es nicht. Mehr als bedrohlich muss das Motiv mit der Unterwelt da gewirkt haben. Gerade an einem Ort der ins vermeintliche Paradies (das Kloster) führt. Daher hat man sich meist lieber auf die „sichere Seiten“ begeben und lebte mehr schlecht als recht nach den Regeln, die die katholische Kirche vorgab.

Heinrichskapelle – Capilla de San Enrique

Gleich als nächstes zieht uns ebenfalls rechter Hand die Capilla de San Enrique in Ihren Bann. Sie ist Enrique de Peralta y Cárdenas gewidmet. Nach seinem Studium wurde er 1629 Inquisitor von Cenca und brachte es über mehrere Stationen (Salamanca, Almeria, Palencia) 1663 zu Erzbischof von Burgos. Deshalb hat sich dieser Herr auch eine schicke Kapelle in einem der wichtigsten katholischen Gotteshäuser in Europa verdient.

Die Kapelle an sich ist jedoch wirklich sehenswert. Der Hingucker ist natürlich der üppige Altar, der vor Blattgold nur so glänzt. Er ist äußerst reichhaltig gestaltet. Eine üppige Ornamentik, Engel, Putti und Motive aus der Natur wie Trauben oder Blätter fanden dort Eingang. Zentral in einer Nische sitzt aber das Hauptmotiv der „Ecce hommo“. „Siehe, der Mensch“, so stellte der Legende nach, Pontius Pilatus den gefolterten Jesus von Nazareth dem Volk vor. Die Dornenkrone hatte er schon auf dem Haupt.

Über allem, also noch über Jesus wacht Kaiser Heinrich der II. Der kommt von weit her. Sein Wirken konzentrierte sich auf dem Raum nördlich der Alpen. Dennoch fand er als Heiliger den Weg in das ferne Burgos. In der linken Hand hält er ein Kirchenmodell, eines seiner Heiligenattribute. Zu Lebzeiten hat der mehrere Kirchen gestiftet. Und diese Wohltaten sind es wohl, an die hier erinnert werden soll.

Capilla San Juan de Sahagún und Capilla de las Reliquias

Weiter geht es in südliche Seitenschiff Richtung Westen. Auf der linken Seite befindet sich der Eingang zur Kapelle des heiligen Juan de Sahagún. Burgos war eine Station auf seinem Lebensweg. In jungen Jahren war er hier Kanoniker. Später brachte er es zweimal zum Prior des Klosters der Augustiner-Eremiten in Salamanca. Nebenher hat er noch diesen und jenen Toten wiedererweckt. Wohl deshalb gelang ihm 211 Jahre nach seinem Tot noch der Sprung in der Heiligenstand. Grund genug ihm hier eine Kapelle mit einem nur bescheiden vergoldeten Altar zu widmen.

Tritt man durch die Kapelle hindurch, kommt man in die Capilla de las Reliquias, dem Reliquiensaal der Kathedrale. Trotz der üppigen Vergoldung wirken die Reliquienschränke weniger opulent gestaltet. So fallen die prunkvollen kleinen Truhen mit den Reliquien in den vielen Nischen, Fächern und hinter den Glastürchen dem Betrachter besser ins Auge. Das im Stil des Neoklassizismus gestaltete, mit Rokoko-Dekorationen angereicherte Interieur wurde mit der Kapelle im Jahr 1793 fertiggestellt. Über der Kapelle entstand eine Kuppel durch die sich das Tageslicht seinen Weg in den Raum bricht. Gesäumt ist die Kuppel mit Bildnissen die von Wirken Juan de Sahagúns und anderer Heiliger erzählen.

St. Josephs Kapelle – Capilla de la Presentación o de San José

Wir folgen weiter dem südlichen Seitenschiff und kommen zur Capilla de la Presentación o de San José. Sie ist der „Einführung Mariä in den Tempel“ gewidmet. Drei wichtige Elemente dominieren diese Kapelle. Erstens ist da das großartige Sternengewölbe, dass dort oben über der Kapelle zu schweben scheint und den Sonnenstrahlen Einlass gewährt, wenn die Sonne in Zenit steht.

Zweitens das kunstvoll aus Alabaster gearbeitete Grabmal für D. Gonzalo Díez de Lerma. Es wurde von Felipe Vigarny geschaffen, der noch anderen Stellen der Catedral de Santa María in Burgos seine Spuren hinterließ. Wie exklusiv die Qualität seiner Arbeiten ist, zeigt auch, dass er für die Gestaltung der Kathedralen von Toledo, Zaragossa und von Santo Domingo de la Calzada mit herangezogen wurde.

Drittes ist da das Hauptwerk der Kapelle, das Bild der Heiligen Familie. Geschaffen wurde es von Sebastiano Luciani, Il Piombo. Er war ein Freund Michelangelos und ein Konkurrent Raphaels. Und er stand in den Diensten seines Gönners des Papstes Clemens VII. War er über viele Jahrhunderte fast in Vergessenheit geraten, so sprechen doch diese Eckpunkte seiner Vita für seine damalige herausragende Stellung im Römischen Kunstbetrieb.

Unterhalb des Bildes der Heiligen Familie ist eine Statuette untergebracht, die den Heiligen Joseph darstellt. Deshalb trägt diese Kapelle auch den Beinamen St. Josephs Kapelle.

Trascoro

Nun sind wir am westlichen Ende des südlichen Seitenschiffes angekommen und wenden uns nach Norden. Dort stehen wir vor dem Trascoro, der Rückwand des Chores. Der ist wie bei so vielen spanischen Kathedralen zwischen den Seitenschiffen angeordnet und kann umgangen werden. Dort an der westlichen Rückwand des Chores bewachen die Apostel Petrus und Paulus gerahmt von Korinthischen Säulen das Geschehen. Sie tragen ihre Attribute Schlüssel, Buch und Schwert. Im mittleren Bogen zwischen Ihnen ein flämisches Werk aus dem 17. Jahrhundert. Es zeigt das Treffen des Heiligen Paulus mit dem Einsiedler Antonius.

Santa Anna Kapelle – Capilla de la Concepción o Santa Ana

Gleich nebenan im nördlichen Seitenschiff erreichen wir die große Kapelle der Unbefleckten Empfängnis oder auch Santa Anna Kapelle. Zweifellos ist das opulent gestaltete Retabel der Höhenpunkt diese Raumes. Es ist ein Höhepunkt der europäischen spätgotischen Kunst. Wir verdanken dieses Werk Gil de Siloé, einem flämischen Bildhauer. Er hat es zwischen 1483 und 1486 erschaffen.

Diese Santa Anna Kapelle geht auf den Bischof D. Luis de Acuña zurück. Er hat 1477 die Errichtung dieses Raumes veranlasst. Einstmals befanden sich dort zwei kleinere Kapellen. Diese wurden aufgehoben und an ihrer Stelle entstand so einer der prächtigsten Räume der Caterdral de Santa María Burgos. Ganz uneigennützig war der Bischof damals nicht, befindet sich doch heute sein Grab an diesem exklusiven Ort.

Grabmal Bischof D. Luis de Acuña

Die goldene Treppe – La Escalera Dorada

An der Nordseite des Querschiffs befindet sich die Escalera Dorada – die goldene Treppe. Das diese Treppe dort eingebaut wurde, hat erstmal einen recht praktischen Grund. Als die neue Kathedrale errichtet werden sollte war der Platzbedarf so groß, dass der südliche Hang des Berges, auf dem sich die Altstadt von Burgos erhebt, teilweise abgetragen wurde. Die Nordseite Querschiffes wurde direkt an dem so entstandenen Steilhang gebaut. Deshalb ist dort ein Höhenunterschied von acht Metern zwischen dem Boden der Kathedrale und der heute angrenzenden Calle de Fernán González entstanden, die man durch das Coronería-Tor erreicht. Dort hinauf führt diese Treppe.

In einem solchen Haus kann das natürlich keine einfache Stiege sein. Daher darf es schon ein wenig prachtvoll zugehen. Somit ziert Geländer aus Schmiedeeisen, geschmückt mit vergoldeten fantastischen Blumenmotiven und Engelsköpfen die Treppe. In zwei Flügeln führt sie nach oben und erreicht zunächst je ein Podest auf der linken und rechten Seite. Dort trägt das Geländer die ebenfalls vergoldeten Wappen des Rates (der Bürger) und des Bischofs. Am oberen Podest vom dem Coronería-Tor vereinen sich die beiden Treppenflügel wieder.

Kapelle Mariä Geburt – Capilla de la Natividad de la Virgen María

Weiter geht es zur Capilla de la Natividad de la Virgen María. Sie ist der Geburt der Jungfrau Maria gewidmet. Der Blickfang dort ist der Altar. Auffällig ist seine üppige Farbigkeit, die sich kunstvoll mit den Vergoldungen durchdringt. Gerahmt von den Heiligen Petrus, Paulus, Anna, und Katharina zwischen kannelierten Säulen entspinnt sich ein farbenprächtiges Bild. Vom Abendmahl und der Passionsgeschichte ganz unten, über Mariä Geburt im Zentrum des Retabels, der Anbetung der Könige bis hin zum Besuch Marias bei Elisabeth erstreckt sich der Reigen an Motiven. Auf jeden Fall steht man dort auch vor einem Meisterwerk der Renaissance.

Hoch über uns erhebt sich eine prächtige ovale Kuppel. Gemeinsam mit den Seiten- und das Dachfenstern dort oben wird sie zu einer Laterne, die das grelle Tageslicht der Mittagszeit nur gedämpft nach unten dringen lässt. Geschmückt ist die Decke mit den Bildnissen der vier Evangelisten und der vier heiligen Ärzte (St. Georg, St. Augustin, St. Jeremias und St. Ambrosius).

Kuppel - Capilla de la Natividad de la Virgen María
Kuppel

Capilla de los Condestables

Dann kommen wir in die Capilla de los Condestables. Es ist, als ob man eine Kirche in einer Kirche betritt. Deshalb nennt man diese Kapelle auch „Kathedrale in der Kathedrale“. Einer der architektonischen Höhepunkte Kathedrale von Burgos befindet sich nun über uns. Getragen von einem Turm leuchtet von dort oben ein achtstrahliger Stern auf uns herab. Er ist das Zentrum eines schillernden Gewölbes. Ich finde ihn noch schöner als jenen der den Vierungsturm abschließt.

Petrusaltar

Hier unten in der Capilla de los Condestables ziehen uns gleich mehrere Altare in Ihren Bann. Links neben dem Hauptaltar, der Petrusaltar. Ganz den Idealen der Renaissance verpflichtet, sind die Figuren sehr naturalistisch dargestellt. Das dominierend strahlende Gold wird von zahlreichen Farben durchsetzt. Die Details sind bis in die letzten Feinheiten herausgearbeitet. Im Zentrum steht Petrus, auch hier mit seinen beiden wichtigsten Attributen. Den Schlüssel hält er in der rechten und das Buch auf der linken Hand. Betrachtet man seine linke Hand und den Unterarm, so sind diese von kräftigen Adern und Muskeln durchzogen. Ganz wie man es von einem Fischer, der viele Jahre schwere Netze zog, erwarten kann. Vielleicht was es der Arm von Diego de Siloé oder von Felipe de Vigarny die hierfür als Modell diente. Sie waren die Bildhauer, die dieses Wunder erschufen.

Retabel

Rechts daneben der Hauptaltar in der Capilla de los Condestables. Dort wird die Geschichte der Reinwaschung Marias erzählt. 40 Tage nach der Geburt ihres Sohnes erschien sie im Tempel und ließ sich vom Priester rituell waschen. Ebenfalls im Stil der Renaissance gehalten, wirkt dieser Altar weniger spielerisch und irgendwie schwerer als der Petrusaltar. Vielleicht liegt des daran, dass das Blattgold viel stärker dominiert und dort nur wenige andere Farben der Bild auflockern. Oder liegt es vielleicht an den drei Motiven aus dem Passionsweg im oberen Stockwerk des Retabels?

Condestables

Die Kapelle verdankt ihren Namen den Stiftern. Don Pedro Fernández de Velasco war Graf und der sechste Condestable von Kastilien. Damit war er sowas wie ein königlicher Stadthalter und Vizekönig. Deshalb waren er und seine angetraute Doña Mencía de Mendoza nicht nur reich. Ihre Stellung brachte ihnen auch diese und jene, sagen wir gesellschaftliche Verpflichtung, ein.

In jenen Kreisen wurde zu jener Zeit war des üblich, hierfür der katholische Kirche Tribut zu zollen. Da war die Stiftung einer Kapelle immer eine gern gewählte Variante seinen Verpflichtungen nachzukommen. Und die beiden sollten auch noch einen unmittelbaren Nutzen davon haben. Folglich fanden Sie hier in exponierter Lage zu Gott ihre letzte Ruhestätte und zwei schön aus Alabaster geschnittene Grabplatten erinnern bis heute an sie.

Condestables Capilla de los Condestables - Catedral de Santa María Burgos
Condestables

Die Sakristei – Sacristía Mayor

Weiter geht es die die Sakristei. Dort betreten wir nach so viel Renaissance in den anderen Kapellen wieder die Welt des Barock. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts erschaffen, ist es auch hier die Kuppel über uns, die einen weitere Höhepunkt unserer Erkundungen in der Catedral de Santa María setzt.

Über und über sind die Bögen und die Kuppel mit Figuren besetzt. Schaut man genauer hin scheinen sie in einem Sturm aus Bewegungen gleichsam gefangen zu sein. Alles dort oben strebt irgendwohin, Ornamente, Figuren und andere Bildelemente sind ineinander verwoben. Kaum eine Plätzchen bleibt frei. Der „Horror Vacui“ – die „Scheu vor der Leere“ – ist hier überwunden. Auch das weitere Interieur in der Sacristía Mayor ist sehenswert. In Erinnerung geblieben ist uns aber diese einmalige Kuppel über uns.

Das Museum der Kathedrale

Weiter geht es in das Museum der Kathedrale. Der Raum, den wir nun über den Kreuzgang erreichen können, ist aus der Zusammenlegung der ehemaligen Capillas San Juan Bautista und San Santiago entstanden. Die Vereinigung beider Räume erfolgte schon in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts und schuf die in ihrer Grundfläche wohl größte Kapelle der Kathedrale. Groß an Fläche und unregelmäßig im Grundriss dient sie heute dem Museum der Kathedrale als Heimstatt. Dort sind all die Kleinodien und Kunstwerke zu sehen, die eines besonderen Schutzes und einer Präsentation bedürfen, bei der der Betrachter ganz nahe kommen darf.

Dabei sind es die künstlerisch und liturgisch bedeutendsten Stücke, die hier zu finden sind – Gemälde, Goldschmiedearbeiten, Wandteppiche und manches andere mehr. Üppige flämische Malereien, die kostbare Monstranz von Francisco Pegul und Kleinodien gearbeitet in Gold oder Elfenbein bleiben bei uns besonders in Erinnerung.

Unterer Kreuzgang

Vom Kathedralen-Museum gelangen wir in de Kreuzgang. An der Nord- und Westseite verschließen bunte Bleiglasfenster den Blick nach innen. Deshalb kann man erst an der West- und Südseite, wo sich die Arcaden nach innen hin öffnen einen Blick auf die im gotischen Stil gehaltene und üppig gestaltete Fassade des Innenhofes werfen. Dabei wird uns klar, dass sich über uns ein weiteres Stockwerk erstreckt.

Die Vierung mit Chor und Hauptkapelle

Das Zentrum der Kathedrale haben wir und bis zum Schluss aufgehoben. Dort schlägt sozusagen der Herz dieses Hauses. Wir stehen dort unter dem Vierungsturm und blicken nach Westen in den Chor, noch Osten auf den Hauptaltar und nach oben hinauf zur einmaligen Kuppel des Vierungsturms.

Die Kuppel – El cimborrio

„Es schien mehr wie das Werk von Engeln als von Menschen zu sein“ sagte Philipp II. zu dieser von Licht durchtränkten Kuppel die vom achteckigen Turm der Vierung getragen wird. Zunächst befand sich dort oben nur einfaches Rippengewölbe. Mitte des 15. Jahrhundert beschloss man dieses durch eine helle Laterne zu ersetzen. Dieses Vorhaben wurde gegen Endes des 15. Jahrhunderts abgeschlossen. Es dauerte aber nicht einmal 50 Jahre bis diese neue Konstruktion 1539 zusammenbrach.

Cimborrio - Catedral de Santa María Burgos
Cimborrio

Allerdings ließ man sich davon nicht entmutigen. Schon kurz danach machte man sich Gedanken über der Wiederaufbau. Mehrere Architekten und Baumeister, die schon an der Kathedrale ihr Spuren hinterlassen hatten wurden konsultiert. Felipe Vigarny, Diego de Siloé und Rodrigo Gil scheinen dazu gehört zu haben. Der Auftrag für den Wiederaufbau ging schließlich an Juan de Vallejo und Francisco de Colonia. Das gerade der zuletzt genannte hier wieder mitwirken durfte ist insofern interessant, als dass er die eingestürzte Vorgängerkuppel mit konzipiert hatte.

Cimborrio - Catedral de Santa María Burgos
Detail Cimborrio
Der Chor

Der Chor befindet sich wir bei allen spanischen Kathedralen üblich westlich der Vierung im Mittelschiff und kann umgangen werden. Leider kann man den Chor selbst aber nicht betreten, um ihn aus der Nähe erkunden zu können. Dort ist es das reich verzierte Chorgestühle welches als erstes ins Auge fällt. Komplett aus Nussbaum gefertigt, ist es ein Werk unterschiedlichster Bildhauer und Künstler, die dort ihre Spuren hinterließen. Dennoch wirkt es wie aus einem Guss. Insgesamt hat der Chor 113 Sitze (44 in der unteren Reihe und 59 in der oberen). Motive aus der Kindheit und dem Leben Christi sind die wichtigsten Sujets der perfekt ausgeführten Schnitzereien.

Der Hauptaltar – Retablo Mayor

Gegenüber dem Chor an der Ostseite der Vierung schließt sich die Hauptkapelle an. Dort finden wir natürlich das größte Altarbild der Kathedrale, das Retablo Mayor. In drei Zügen entwickelt es sich von unten nach oben. Im mittleren Zug ist unten die Darstellung der Stiftshütte zu finden. Darüber im optischen Zentrum des Retabels finden wir Maria, die Schutzheilige der Stadt Burgos. Die beiden oberen Bilder des mittleren Zuges erzählen die Geschichte von Mariä Himmelfahrt und deren Krönung im Himmel.

Retablo Mayor - Catedral de Santa María Burgos
Retablo Mayor

Alle Bilder des mittleren Zuges werden von Heiligen gesäumt, die auch hier an ihren Attributen gut zu erkennen sind. Petrus trägt Schlüssel und Buch, Paulus hingegen das Schwert. Joseph mit dem Kelch in der Hand befindet sich gleich links neben Maria.

Alles ist filigran ausgeführt. Die prächtigen Farben tun ihr Übriges um die Figuren wie aus dem „Leben geschnitten“ erscheinen zu lassen. Bei der Betrachtung dieses Wunderwerkes könnte man sicher mehrere Stunden verbringen, ohne das es langweilig wird. „Bibelfest“ sollte man allerdings dabei sein, um aller die Bilder und Allegorien auch verstehen zu können. Nur so erschließen sich auch die Bilder in den Seitenzügen. Ober man nimmt den Audio-Guide zu Hilfe. Im Eintrittspreis von 6 € inbegriffen erklärt er in akzentfreiem Deutsch manches Wissenswerte sowie dieses und jene kleine Geheimnis der außergewöhnlichen Catedral de Santa María hier in Burgos.

Weiter Kapellen und Nebenräume

Eingangsportal

Wendet man seinen Blick von der Heinrichskapelle noch einmal zurück in Richtung Süden kann man das Portal über der Puerta Sermantal genauer in Augenschein nehmen. Dort hoch oben leuchtet dort strahlend die große Rosette und taucht den Raum in ein ganz besonderes Licht. Schaut man genauer hin, entpuppt sie sich als ein ganzes Farbenmeer. Rote, blaue und gelbe Töne überwiegen.

Capilla de la Visitatión (Kapelle Mariä Heimsuchung)

Das Altarbild erzählt die Legende von der Mariä Heimsuchung. Die schwangere Maria besucht ihre Cousine Elisabeth, die von Johannes dem Täufer selbst schwanger ist. Sie begrüßt Maria mit den Worten „Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?“ Der Altar aus dem Jahr 1653 erzählt diese Legende in farbenprächtigen Bildern gerahmt von reich vergoldeten Schnitzereien.

Capilla Santa Catalina

Capilla de Santa Catalina - Catedral de Santa María Burgos
Capilla de Santa Catalina

Diese Schöne Kapelle ist nur über den Kreuzgang zu erreichen. Sehenswert sind dort die Möbel die reich mit Schnitzereien verziert sind. Die dort dargestellten Szenen des höfischen Lebens und der Jagd sind vielleicht ein versteckter Hinweise darauf, dass dieser Raum auch weltlichen Zwecken diente. So traft sich dort bis 1596 auch der Stadtrat von Burgos zu besonders wichtigen Sitzungen. Die Kapelle dient auch als Kapitelsaal und präsentiert die Porträts aller Bischöfe der Erzbistümer Burgos und Oca. Letzteres war der Vorläufer des heutigen Bistums Burgos in vormaurischer Zeit.

Capilla del Corpus Christi

Capilla del Corpus Chirsti - Catedral de Santa María Burgos
Capilla del Corpus Chirsti

Im Gegensatz zur der Pracht der vielen anderen Kapellen der Kathedrale in Burgos, ist dieser Raum sehr schlicht gehalten. Auffällig ist die große Treppe die hinauf in das Obergeschoss führt, wo sich das Domarchiv mit vielen weiteren historischen, liturgischen und künstlerischen Schätzen befindet. Diese Tür bleibt dem Besucher aber verschlossen. Vor dem bescheidenden Altar befindet sich die Grabstätte von García Fernández de Castellanos, dem Sohn des Gründers der Kapelle. Die Tür rechts davon führt in der Kapitelsaal.

Capilla de Santa Tecla

Von einer der größten und prächtigsten Kapellen können wir nur kurz berichten. Die Capilla de Santa Tecla ist in der Gestaltung des Raumes, der Decke und des Altars sensationell schön. Die Kapelle ist aber den Katholiken für Gebet und Gottesdienst vorbehalten. Fotografieren und filmen ist dort nicht erwünscht. Eine Regel, an die wir uns aus Respekt vor den Gläubigen gerne halten.

Unser Abschied von der Catedral de Santa María Burgos

Gegen 14:00 Uhr schlendern wir durch die letzten Gänge der Kathedrale, die uns nun wieder nach draußen auf die Plaza del Rey Fernando führen. Dort angekommen sind wir noch ein wenig benommen von den überwältigenden Eindrücken der zweieinhalb Stunden, die wir vor und in der Kathedrale verbrachten. Ein Besuch, der sich auf jeden Fall gelohnt hat. Wenn man vor den Besuch tiefer die die Geschichte und die Details eintaucht, lohnt es sich auf jeden Fall auch länger zu bleiben. Ein ganzer Tag ist für den besonders Interessierten durchaus empfehlenswert.

Ebenfalls empfehlenswert ist auch die offizielle Website der Kathedrale http://catedraldeburgos.es. Zwar ist sie nur in Spanisch verfügbar, aber über den Menüpunkt Visita Cultural werden alle wichtigen Räume erklärt. Wir haben die Texte einfach in ein Übersetzungstool wir Deepl kopiert und bekamen Übersetzungen, denen wir die wesentlichen Fakten und Zusammenhänge gut entnehmen konnten.

Ein „Must-Have“ ist auf jeden Fall der Audio-Guide, der im Eintrittspreis für jeden Besucher mit enthalten ist. Dort wird in deutscher Sprache vieles besprochen, was auch den Beschreibungen auf der Website zu entnehmen ist.

Wir schlendern noch ein wenig über den Plaza de Santa María und den Plaza del Rey Fernando. Dann geht es zurück zu den Rädern und via der dem schönen Paseo Marceliano Santamaría in Richtung unseres Wohnmobils.

Plaza del Rey Fernando Burgos
Plaza del Rey Fernando

Wir haben heute noch gute 200 Kilometer vor uns. Bis nach Segovia soll es gehen. Deshalb ist es an der Zeit Burgos nun den Rücken zu kehren

Auf der A1 Richtung Süden durch Castilla la Vieja

So starten wir gegen 14:30 Uhr in Burgos. Bevor wir auf der A-1, der Autovia del Norte, in Richtung Süden Fahrt aufnehmen, legen wir noch einen Tankstopp an einer GALP-Tankstelle kurz hinter der Ausfahrt bei Sarracin ein. Vor dort aus führt uns die Autobahn, die Burgos mit Madrid verbindet, schnurstracks nach Süden. Es geht durch mitten durch Altkastilien (Castilla la Vieja) dem nördlichen Teil des alten Spanischen Königreiches. Landschaftlich gesehen ist es eine gewaltige karge Hochebene, gekrönt von mancher Hügelkette und durchzogen von Flüssen wie dem Duero oder dem Rio Arlanza. Dabei bewegen wir uns auf einer Höhe von 850 bis 1.000 Metern über dem Meer.

Gegen 16:00 Uhr nähern wir uns den Ausläufern der Sierra Guadaramma. Dort ziehen sich mehr und mehr Hügelketten durch die Ebene und die Landschaft wird wieder abwechslungsreicher.

Sierra Guadaramma am Horizont
Sierra Guadaramma am Horizont

Abstecher nach Predaza

Um nach Segovia zu kommen biegen wir nun auf die N-110 ab. Steffi blättert unterwegs in unserem Reiseführer und stößt auf den Eintrag über Pedraza nur eine wenig weiter nördlich von unserer Route. Von einem

… mauerumgürteten Städtchen mit einer mächtigen Burg auf einem Felsblock. Um die hübsche, typisch kastilische Plaza Mayor die romanische Torre San Juan und eine Hostería in der Casa de la Inquisitión“

Baedecker Spanien, 16. Auflage, Seite 627

ist dort die Rede. Außerdem soll es dort auch einen Wohnmobilstellplatz geben. Eigentlich einer gute Alternative für dem restlichen Nachmittag und die kommende Nacht.

Deshalb verlassen wir bei Arcones die N-110 und sind kurze Zeit später am Burgberg von Pedraza angekommen. Mit dem Wohnmobil hinauf zu fahren macht keinen Sinn und ist auch nicht gestattet. Gleich unten am Berg gibt es aber einen Parkplatz. Dort stehen wir heute am späten Sonntagnachmittag ganz alleine und kostenfrei.

Predaza
Predaza

Pedraza

So stiefeln wir nun zu Fuß die steile Auffahrt hinauf, die uns zum engen und dunklen Stadttor führt. Wir treten ein und schon befinden wir uns in mitten von engen mittelalterlichen Gassen und Häusern. Wir wenden uns zunächst nach Westen und gelangen über die Calle Real auf den in unserem Reiseführer so gelobten Plaza Mayor.

Plaza Mayor Pedraza

Dort ist von dessen Pracht heute allerdings nur ein Teil zu sehen. Das alte grobe Straßenpflaster des Platzes ist mit feinen Sand abgedeckt, Palisaden aus rauen Bretterwänden verdecken die Erdgeschosse der umstehenden Häuser und dahinter erheben sich an einigen Stellen grob gezimmerte Tribünen für mehrere Hundert Gäste.

Der Platz ist in eine Stierkampf-Arena verwandelt worden. Trotzdem kann man erkennen, dass es sich hier um ein architektonisches Kleinod handelt. Pedraza zählt wohl auch wegen dieses Platzes seit 1951 offiziell zum „Nationalen Kulturgut“
Spaniens.

Weiter durch Pedraza

Wir wenden uns nach Süden durch die enge Calle Honta-Nillas, die uns zu der tiefer liegende Krone der Stadtmauer führt. Dort haben wir eine großartige Aussicht nach Süden auf den Sierra Guadaramma. Vorbei an Igelsia de San Juan Bautista und über die Calle Mayor erreichen wir von dort aus den großen Platz vor dem Castillo de Pedraza. Wegen einer privaten Veranstaltung ist die Burg heute leider geschlossen. Unsere Bemühungen trotzdem in dem Burghof zu gelangen müssen an der jahrhundertealten Panzerung der Tür und dem gewaltigen Türschloss scheitern.

Vorbei an der Ruine der Iglesia Santa María schlendern wir durch die Calle Clazada zurück zum Stadttor. Für einen Sonntagabend ist dort überraschend viel los. Schon der Parkplatz vor der Festung war sehr gut gefüllt. In den Restaurants und Tavernen herrscht reger Betrieb und auf den Straßen und in den Gassen sind viele Leute unterwegs. Hier findet gerade so etwas wie eine Festwoche statt. Und morgen soll es auf dem Plaza Mayor sogar einen Stierkampf geben.

Übernachten am Viadukt

Wir kehren zurück zu unserem Wohnmobil. Dort neben dem Parkplatz befindet sich an Hang des Burgberges ein Zwinger mit außergewöhnlich großen Hunden. Es sind bestimmt 10 bis 12 an der Zahl. Als ich vorbeigehe stimmen Sie ein ohrenbetäubendes Gekläffe an. Wir werden noch von ihnen hören.

Wir wechseln mit dem Wohnmobil hinüber zu dem alten Aquädukt, das nur 200 Meter weiter westlich steht. Hierzu müssen wir eine steile Rampe hinunterfahren. Dann ist der Stellplatz für die kommende Nacht erreicht. Bei schönstem Abendwetter sitzen wir draußen. Nach dem Abendessen beobachten wir neugierig, wie Ameisen über die von unserem Campingtisch gefallenden Reste der Pelle unserer letzten Thüringer Knackwurst herfallen. Stücke die um ein Mehrfaches größer sind, als die Tiere selbst, werden von einzelnen Exemplaren gepackt. Dann werden sie über einen Meter in Richtung des Ameisenbaues geschleift und mit nun vereinten Kräften durch den viel zur kleinen Eingang in die Tiefe gezogen. Faszinierend!

So beenden wir mit dem Blick auf eine ganz kleine Welt diesen Tag.

Hier noch unsere Tagesstrecke

Tagesstrecke 08.09.2019
Tagesstrecke 08.09.2019