Grenna Polkagris

Polkaschweine und drei Haselnüsse

Aufbruch am Vätternsee – mit Zahlungsschwierigkeiten

Der Tag begann mit einem Bad im Vätternsee und einem Frühstück am Strand desselben. Ein kleiner Badestrand mit Steg gleich am Hafen von Hästholmen.

Zugvogel Stellplatztipp

Hafen Hästholmen
Hafen Hästholmen

Zurück am Auto wartete schon die Hafenmeisterin um die Stellplatzgebühr für die letzte Nacht zu kassieren. 215 SEK inkl. Strom, das ist bisheriger Rekord. Dafür gab es neben sehr sauberen und modernen Sanitäreinrichtungen aber auch freies WLAN für alle. Und das war superschnell.

Die Bezahlung des Betrages stellte sich dann als ein wenig kompliziert heraus. Wieder so ein Fall von Digitalisierung. Das spartanisch ausgestattete Büro der Hafenmeisterin verfügte über ein Tablet, einen Bon-Drucker und über das in Schweden allgegenwärtige Kreditkartenlesegerät. Das Tablet ließ sich aber partout nicht mit dem Kartenlesegerät verbinden. Zahlung also nicht möglich. Was tun?

Eine Barzahlung überforderte unsere Möglichkeiten. Wir hatten uns Anfangs unserer Reise mit Schwedischen Kronen im Wert von ca. 200 Euro eingedeckt und diese bis heute weitestgehend, meist für Kleinigkeiten oder eben für Stellplatzgebühren ausgegeben. Aufgrund der wirklich fast überall möglichen Kreditkartenzahlung hatten wir uns auch nie um eine Ergänzung unserer Bargeldbestände gekümmert.

Die Hafenmeisterin wollte sich schon mit den uns noch verbliebenen 140 SEK zufrieden geben (ein beachtliches Entgegenkommen), als meine Frage nach der Möglichkeit der Bezahlung des Betrages in Euro der Dame ein Lächeln auf das Gesicht zauberte. Also 22 Euro auf den Tisch gelegt und die Sache war erledigt.

Hafen Hästholmen
Hafen Hästholmen

10.17 Uhr verließen wir diesen netten Ort mit dem Ziel die Gegend um Växjö zu erreichen wo uns ein Stellplatz auf dem Naturcampingplatz Ekna am Helgasjön empfohlen worden war.

Grenna

Der Weg führte uns entlang der Straße von Ödeshog nach Gränna die zwischen des Vätternsee und der E4 verläuft. Hier nutzten wir noch einen der Parkplätze der eine Utsikten (Aussicht) über den Vättensee bot. Leider sind diese Aussichtspunkte oft durch einen hohen Baumbestand zugewachsen und bieten leider keinen Panoramablick mehr.

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Gränna blieb uns durch ein Verkehrschaos und durch die Polkaschweine (schwedisch Polkagriß) in Erinnerung.

Hier ist die Hauptgeschäftsstraße gleichzeitig Flaniermeile und Hauptdurchgangsstraße.  U.a. ist dies auch die einzeige Straße die zur Autofähre zur Insel Visingsä im Vätternsee führt. Sehr viele Autos, davon viele Fahrzeuge im Wohnmobil- oder Wohnwagengespannformat, versuchen sich den Platz der Straße im Gegenverkehr zu teilen, den die rechts auf geparkten Auto übrig ließen. Im Schritttempo und mit viel Augenmaß, um Dellen und Schrammen zu vermeiden, ging es durch Ort.

Grenna
Grenna

Da wir unbedingt daß Geheimnis der Polkaschweine lüften wollten, beteiligten wir und an der Ursache des Verkehrschaos und parkten ebenfalls auf der rechten Straßenseite. Kein feiner Zug von uns, aber erlaubt und wir wollten ja auch nicht lange bleiben. Die Geburtsstätte der Polkaschweine war auch schnell gefunden, die „Grenna Polkagris Kokeri“.

Hier entsteht Schwedens berühmteste Süßigkeit. Mann könnte auch Zuckerstange sagen, aber das würde dem Polkagriß nicht gerecht werden. Das ist regionales und traditionelles Produkt im besten Sinne. Nicht nur die Schauwerkstatt hinter Glas, sondern auch die Ladenauslagen und die Vielfalt des Produktes, welche sich in unzähligen Formen und Rezepten ausdrückt, zeugen von der Kreativität, mit der man hier diese Tradition pflegt.

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Das ganze erinnert sehr das die Spielzeugstadt Seiffen im Erzgebirge oder an die Glastradition im Thüringischen Lauscha. Nur das es hier um Polkaschweine geht.

Natürlich haben wir einige Schweine mitgenommen und somit unser Mitbringselrepertoire von dieser Reise ergänzt.

Polkagris
Polkagris

Mehr über diese Leckereien könnt Ihr hier erfahren.

Durch Smålands Wälder

Nun wollten wir schnell auf die E4 um schnell nach Süden voranzukommen. Prompt passierte und das, was wir schon öfter auf deiner Tour geschafft haben. Wir nahmen die Auffahrt in die falsche Richtung. Irgendwie sind die Ausschilderungen in Schweden nicht immer eindeutig oder gut einsehbar. Also ca. 15 km nach Norden bis zur nächsten Abfahrt und wieder Retour. So bekamen wir aber noch die Burgruine „Brahehus“ «map» aus unmittelbarer Nähe zu Gesicht, die unmittelbar an der E4 oberhalb von Uppgränna steht.
Der Verlauf der E4 von Gränna bis Huskvarna ist traumhaft. Immer wieder großartige Ausblicke auf den Vätternsee und die Insel Visingsö.

Ab Huskvarna sollte des dann beschaulicher weitergehen. Oft meiden wir die großen Straßen die zum „Kilometermachen“ gut geeignet sind und weichen auf kleinere Straßen aus, auf denen man mehr von der Landschaft und den kleinen Orten mitbekommt.

Unsere heutige restliche Route von Huskvarna über Tennhult, Badafors, Landsbro, Ramkvilla und Rottne nach Ekna erfüllte unsere zwar Erwartung nach Landschaften und Ortsbildern, war aber auch eine recht anstrengende „Kurbelei, bei der auch die Navigation trotz unseres „Svergie vägatlas“ ein wenig schwer fiel.

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Ekna Naturcampingplatz: sehr, sehr schön. Einzelne Stellplätze, alle mindestens 30 Meter voneinander entfernt. Hier stört keiner den Anderen. Alle stehen direkt am Wasser. Plumsklo. Ver- und Entsorgung 800 Meter entfernt auf dem Wirtschaftshof des Bauern, der diesen herrlichen Platz hergerichtet hat. 100 SEK die Nacht, zahlbar in Bar.

Zugvogel Campingplatztipp

Ach ja, die drei Haselnüsse. Die fand Steffi bei Spaziergang. Noch etwas für die Kiste mit den Mitbringseln. Wer die wohl bekommt wird?

Drei Haselnüsse für ...
Drei Haselnüsse für …
Tagestrecke 31.07.2016
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1 Kommentar zu „Polkaschweine und drei Haselnüsse“

  1. Pingback: Schweden - Glashütten und zurück an die Ostsee - Zugvogel Reiseblog

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