gefalteter Fels
18.06.2023
Die grüne Nordküste Spaniens gehört zu den schönsten und gleichzeitig unterschätztesten Regionen Europas. Zwischen wilden Steilküsten, charmanten Küstenorten und beeindruckenden Berglandschaften erwarten dich echte Geheimtipps: das idyllische Ribadesella, die majestätischen Picos de Europa, die spektakuläre Deva-Schlucht und das historische Comillas. In diesem Artikel nehmen wir dich mit auf einen unvergesslichen Roadtrip durch Asturien und Kantabrien – inklusive Highlights, Tipps und Inspirationen für deine eigene Reise.
In der Nacht hatte es zu regnen begonnen. Auch am Morgen ist das sachte Prasseln des Regens auf dem Dach unseres Wohnmobils als meditatives Geräusch präsent. Aufstehen lohnt sich eigentlich nicht.
Trotzdem stehe ich auf, um die Erlebnisse von gestern in einige Zeilen zu fassen. Als das erledigt ist, sehe ich keine sinnvolle Alternative, als noch einmal ins Bett zu gehen. Gegen 10:20 Uhr lässt das Prasseln auf dem Dach nach. Das ist das Zeichen dafür, die Nacht an diesem schon fortgeschrittenen Vormittag zu beenden.
Mit einem vorsichtigen Blick nach draußen stellen wir fest, dass die meisten Wohnmobile bereits abgefahren sind. Offenbar ist dies ein beliebter Platz für Durchreisende. Nur ausgerechnet der „Kuschelcamper“ neben uns ist eines der wenigen Fahrzeuge, das noch da ist.
Beim verspäteten Frühstück überlegen wir, wie es heute weitergehen soll. Auf jeden Fall ein Stück nach Osten und, wenn es das Wetter hergibt, vielleicht noch ein Versuch, in den Bergen eine schöne Aussicht zu finden.
Gesagt, getan. Um 12:01 Uhr brechen wir am Stellplatz in Ribadesella auf und legen erst einmal eine kleine Irrfahrt durch den Ort hin, wohl auch deswegen, weil dem ersten entscheidenden Kreisverkehr, den wir passieren, eine entsprechende Beschilderung fehlt.
So erreichen wir ein wenig verspätet die Auffahrt 326 der Autovía de Cantábrico. So wie schon gestern wird die Fahrt auf der Autobahn nicht langweilig. Wieder die grünen, hoch und steil aufragenden Berge des Kantabrischen Gebirges. Nach wenigen Kilometern geht es auf einer 540 Meter langen Brücke über den Río Sella, von dem wir uns so endgültig verabschieden.
Wieder stehen Berge im Weg, die die A-8 in Tunneln durchquert, wieder sind Gebirgsflüsse zu überwinden, die vom Gebirge kommend dem Meer zuströmen. Steffi versucht während der Fahrt, einige Eindrücke dieser Landschaft mit der Kamera einzufangen.
Hinter Naves wird die Aussicht besonders schön, denn dort führt die Trasse für eine kurze Strecke direkt am Meer entlang. Hinter Llanes rücken die Berge ein wenig in den Hintergrund und die Landschaft wird flacher.
Gegen 12:50 Uhr überquert die Autobahn den Río Deva. Mit einem Blick auf den zunehmend heiteren Himmel entschließen wir uns, es noch einmal mit einem Abstecher in die Berge zu probieren.
Wir verlassen die Autobahn an der Abfahrt 272 und erreichen das Städtchen Unquera und so auch den Río Deva, dessen Tal wir nun folgen werden.
Die ersten Kilometer führt die Nationalstraße 621 hoch über den Río Deva entlang. Bei El Mazo öffnet sich ein weites Hochtal mit grünen Wiesen und Äckern.
Hinter Panes beginnt die Strecke besonders spektakulär zu werden. Dort beginnt die dramatisch schöne Deva-Schlucht. Auf der immer schmaler werdenden zweispurigen Straße geht es durch eine zerklüftete Flusslandschaft. Schroff ragen links und rechts des Flusses steile Felswände auf. Teils durch enge Kurven folgt die Straße dem Fluss, der seinerseits hier und dort mit Gewalt an den Ufern nagt. Dabei ist es ihm egal, ob dort urwüchsige Landschaft ist oder eine mit vielen Mühen errichtete Straße verläuft. An einigen Stellen hat er sich die Gegenfahrbahn unserer Straße zurückgeholt. Dort wird gebaut. Es entstehen massive Befestigungen und Mauern aus Beton, die der Erosion durch Wasser, Geröll und winterliches Eis für viele Jahre trotzen sollen.
Eng und kurvenreich wie die Straße ist, hat sich hinter uns eine kleine Autoschlange gebildet. Ein Überholen ist den Autos hinter uns nicht möglich, da der Gegenverkehr für sie kaum einzusehen ist. Auch wir finden keine Gelegenheit, rechts heranzufahren, um die schnelleren und wendigeren PKW hinter uns vorbeizulassen. Und eigentlich ist dies auch gar nicht nötig. Wir sind gefühlt recht flott unterwegs, oft geht es wegen der Kurven auch nicht schneller, und ein wenig wollen wir ja auch die Landschaft genießen. So geht es den meisten hinter uns offenbar auch.
Es gibt dort nur einen Drängler, wie ich im Rückspiegel beobachten kann. In gewagten Manövern überholt ein schwarzer Jeep Grand Cherokee die Autos hinter uns. Mal eines, mal gleich mehrere, um dann dem Gegenverkehr auszuweichen und wieder in die Reihe zurückzukehren.
Als er sich uns nähert, halte ich unser Auto so weit rechts wie möglich. Aber das wird nicht reichen, denke ich. Der Platz auf der Gegenfahrbahn ist wohl für ihn nicht ausreichend. Er sieht das wohl anders und beginnt hupend den Überholvorgang. Ich bremse ein wenig ab, sodass er möglichst schnell vorbeifahren kann.
Aber offensichtlich hat er den Platz, den er zum Überholen benötigt, überschätzt. Genau in dem Moment, in dem die Außenspiegel beider Autos fast auf gleicher Höhe sind, ist er wohl gezwungen, ein wenig nach rechts in unsere Richtung zu ziehen. Dann passiert es. Er kracht mit seinem Außenspiegel in unseren. Plastik und Glas splittern mit einem fiesen Geräusch, und als er uns passiert hat, baumelt nur noch eine Ruine seines Spiegels von seiner Beifahrertür herunter.
Wir haben deutlich mehr Glück. Die Außenspiegel des Fiat Ducato lassen sich um einige Grad nach vorne klappen, und genau das ist bei dem kleinen Crash passiert. Während wir fahren, können wir zunächst keinen Schaden ausmachen.
Der Jeep gibt, als er uns überholt hat, Gas und rauscht davon. Wir haben keine Gelegenheit, sein Kennzeichen zu notieren, und ihm folgen können und wollen wir auch nicht.
Einige Kilometer weiter, hinter La Hermida, finden wir einen Parkplatz. Wir steigen aus und inspizieren die linke Fahrzeugseite. Bis auf eine kleine Abriebspur am Außenspiegel können wir keinen Schaden entdecken. Angesichts der Fahrerflucht des Unfallgegners und seiner dreisten Fahrweise können wir eine gewisse Genugtuung über den weitaus größeren Schaden an dessen Auto nicht unterdrücken.
Wir fahren weiter und versuchen, uns wieder auf die schöne Landschaft um uns herum zu konzentrieren. So richtig gelingt das jedoch nicht. Noch immer steckt uns der Schreck ein wenig in den Knochen, und der Gedanke, dass das auch deutlich schlimmer hätte ausgehen können, macht die Situation nicht besser.
Kurz vor Tama endet nach 19 Kilometern die enge Schlucht des Deva. Die Landschaft wird wieder weiter, und wir haben 234 Meter Meereshöhe erreicht. Bald sind Ojedo und Potes erreicht, beide Orte gehen ineinander über.
In Potes scheint der Teufel los zu sein. Hunderte Besucher wurden wohl in den malerischen Ort ausgeschüttet. Wir schlagen nach und erfahren, dass Potes einer der am besten erhaltenen und bekanntesten Orte in Nordspanien ist. Und er ist alt: Im Jahr 847 wurde er erstmals urkundlich erwähnt.
Mehrere alte steinerne Brücken, die Kirche San Vicente und der Torre del Infantado, ein einmaliger mittelalterlicher Wohnturm aus dem 15. Jahrhundert, sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten dort. Die Wirtschaft vor Ort hat sich voll auf den Besucherstrom eingerichtet. Manche Bars, Restaurants und Geschäfte haben sich links und rechts der Straße in der Ortsmitte angesiedelt und werden heute, am Samstag, auch gut besucht sein.
Für uns ist dieser Trubel nichts, und wir fahren weiter in Richtung Fuente Dé. Hierzu nehmen wir die CA-185, die nun dem Río Deva folgt. Sie ist gut ausgebaut, und wir kommen schnell voran. Nur der Blick hoch in den Himmel lässt uns die Stirn runzeln. War unten in Potes noch hier und da die Wolkendecke aufgerissen, so hängen die Berge hier oben in schweren Wolken. Trotzdem fahren wir hinauf bis an das Ende des Tals nach Fuente Dé, wo der Río Deva entspringt.
Oben angekommen sind wir ein wenig enttäuscht, dass es mit der Fahrt mit der Seilbahn hinauf zum Mirador del Cable auf 1.850 Meter wohl nichts werden wird. Um alle Chancen zu nutzen, bleiben wir noch eine halbe Stunde in der Hoffnung, dass ein Wind die Wolken vom Berg vertreibt. Die Wolken sind aber so dicht, dass die Bahn den Betrieb scheinbar sogar eingestellt hat. Da ist nichts zu machen.
Also fahren wir wieder hinunter nach Potes, wo noch immer die Touristen den Ort beherrschen.
So ganz unverrichteter Dinge wollen wir die Berge aber noch nicht verlassen. Daher biegen wir in Ojedo rechts auf die CA-184 ab, anstatt entlang der Nationalstraße wieder zurück ans Meer zu fahren.
Die Straße folgt dem Río Bullón hoch in die Berge. Zunächst geht es durch ein schönes Tal, das offenbar bei Touristen beliebt ist, wovon zwei Campinganlagen zeugen, die dicht hintereinander an der Straße liegen. Dann schraubt sich die Straße kurvenreich immer weiter hinauf in die Berge. Wir kommen am Flecken Valdeprado vorbei. Der besteht aus kaum mehr als einem Dutzend Höfen und klebt rechts über uns am Berg. Bisher war die Fahrt auf der CA-184 recht anstrengend und schien irgendwie kein Ende zu nehmen.
Dann ist aber der Abzweig auf die CA-281 erreicht. Die spitze Kehre passieren wir gerade so, dass wir nicht zurücksetzen müssen. Wenn, wäre das aber auch kein Problem gewesen. Die Gegend ist recht einsam geworden, und es sind kaum andere Autos unterwegs.
Wir erreichen mit einer Höhe von 1.238 Metern über dem Meer den höchsten Punkt der heutigen Etappe und gleich danach, gegen 16:00 Uhr, den Mirador del Jabalí. Wir hofften, von dort aus noch einmal einen schönen Blick auf die Picos de Europa zu haben – so ähnlich wie vor Jahren vom Mirador de Piedrasluengas, keine drei Kilometer Luftlinie von hier entfernt.
Während wir daran denken, wird uns klar, dass wir die Strecke von Potes hier hinauf 2019 bei unserem ersten Besuch in den Picos de Europa schon einmal gefahren sind – nur dass wir damals nicht auf die CA-281 abgebogen sind, sondern über die Berge hinunter bis Aguilar de Campoo mit einem Zwischenstopp am Mirador de Piedrasluengas gefahren sind.
Die Hoffnung auf eine gute Aussicht erfüllt sich heute jedoch leider nicht. Schwere dunkle Wolken hängen noch immer über den Bergen und lassen keinen Blick auf die schroffen und baumlosen Gipfel des Gebirges zu.
Daher wenden wir uns einem ganz anderen Naturschauspiel gleich hinter uns auf der anderen Straßenseite zu. Von den Straßenbauern musste dort der Fels angeschnitten werden, um Platz für die Straße zu schaffen. So liegt das Gestein nun nackt vor uns.
Verbogen und zerbrochen, wie verknetet, liegen die Gesteinsschichten vor uns, die sich vor 350 Millionen Jahren aus den Resten von Korallenriffen, Muschel- und Schalentieren sowie Kalkschlämmen zu bilden begannen.
Später, lange vor der Entstehung der Alpen, wurden sie erstmals angehoben und über Hunderte Millionen Jahre wieder abgetragen. Vor 60 Millionen Jahren begann, zeitlich parallel mit der Auffaltung der Alpen, eine erneute Hebung, bei der das Kantabrische Gebirge entstand – allerdings nicht so, wie wir es heute kennen. Mehrere Eiszeiten zogen seitdem über das Land, und mächtige Gletscher schliffen die Grundmoränen. Die Erosion durch Wind, Wasser und Frost tat dann bis heute das Übrige, um diese beeindruckende Landschaft entstehen zu lassen.
Welche gigantischen Kräfte müssen wohl gewirkt haben, um ganze Bergmassive so zu falten und zu stauchen?
Und welche Kraft das Leben hat, zeigt eine violett strahlende kantabrische Grasnelke, die sich in einer Nische auf dem blanken Fels ein Quartier gesucht hat.
Mit diesem kleinen erdhistorischen Rückblick fahren wir weiter. Auch an dem nur wenige Kilometer entfernten Mirador del Zorro sind die Ausblicke nicht besser, sodass wir dort erst gar nicht mehr anhalten.
Nun geht es konsequent bergab. Wir kommen vorbei an einsamen Nestern wie Salceda oder Santa Eulalia. Dort, wo die Straße den Arroyo Bejudal überquert, der nur ein paar Kilometer weiter oben seine Quelle hat, steht im Gebüsch ein verfallenes Gehöft. Ob es einst eine Mühle war, können wir im Vorbeifahren nicht ausmachen. Die Lage direkt an dem Gebirgsbach lässt es allerdings vermuten.
Ein wenig weiter haben sich die vielen Gebirgsbäche, die rundherum entspringen, zum Río Nansa vereint. Die Kraft, mit der er zu Tale rauscht, wird nach wenigen Kilometern jäh gestoppt.
Schon seit 1951 steht dem einst wilden Fluss der Embalse de la Cohilla im Weg. Man nutzte die engste und tiefste Schlucht, die Hoz de Bejo, für seinen Bau. Die Bogenstaumauer, die als erste moderne Staumauer in Spanien gilt, reicht von der Talsohle 116 Meter in die Höhe. Eine erstaunliche Leistung für die Zeit, in der sie errichtet wurde. Gebaut von 1943 bis 1950 erfolgte 1951 die vollständige Füllung. Seitdem leistet sie einen kleinen, aber feinen Teil zur Energieversorgung in Nordspanien.
Hinter der Staumauer wird die Straßenführung spektakulär. Immerhin gilt es, auf 2,3 Kilometern einen Höhenunterschied von 252 Metern hinunterzufahren. Durchschnittlich macht das 11 % Gefälle.
Zwei spitze Kehren verlängern den Weg nach unten und sorgen dafür, dass das Gefälle erträglich und beherrschbar ist. Rechts rückt die Felswand dicht an die Straße. Moderne Reflektoren sind dort angebracht und verhindern, dass im Dunkeln etwas Schlimmeres passiert. Der anderen Straßenseite mangelt es an modernen Leitplanken, die einen Sturz in die Tiefe verhindern könnten. Diese Rolle übernehmen kniehohe, massive Mauerblöcke, die sich am Straßenrand entlangziehen. Ob diese allerdings vermögen, schwere Fahrzeuge aufzuhalten, halten wir für fraglich.
Die Straße führt zunächst noch nicht ganz hinunter an den Río Nansa, sondern verläuft noch eine ganze Weile hoch über dem Fluss. Das gibt uns eine gute Aussicht über das sich weiter öffnende Tal. Es ist eine einsame, aber schöne Landschaft, die sich vor uns ausbreitet. Nur in ein, zwei Ortschaften siedeln hier Menschen unten am Fluss.
Die Gipfel der vielgestaltigen Berglandschaft reichen noch immer bis zu 1.000 Metern. In Rozadío sind wir kurz auf dem Niveau des Río Nansa unterwegs, nur um dann wieder an die 100 Meter hinaufzuklettern. So verläuft die Fahrt zurück ans Meer kurven- und abwechslungsreich. Hinter Puentenansa wird die Besiedlung dichter, und immer mehr Siedlungen sind links und rechts des Flusses auszumachen.
So geht es weiter, bis wir die Autobahn und die Bahnstrecke unterqueren, dort, wo der Río Nansa in die Ría de Tina Menor mündet.
Wir wechseln auf die Nationalstraße 634, um in das malerische, an einer geschützten Meeresbucht gelegene San Vicente de la Barquera zu fahren. Dort hoffen wir, einen schön gelegenen Stellplatz für eine Nacht zu finden.
Wir nähern uns der Stadt von Südwesten und haben einen schönen Blick auf das alte Castillo del Rey und die Iglesia de Santa María de los Ángeles. Beide liegen exponiert über der Stadt auf einem Bergsporn an der anderen Seite der Ría de Peral.
Unten in der Stadt angekommen, fahren wir auf engen Straßen zur Kirche Santuario de la Barquera. Diese liegt etwas außerhalb, direkt am westlichen Ufer der Ría San Vicente. Dort soll es einen kleinen, ruhig gelegenen Parkplatz geben, auf dem man auch übernachten kann. Aber Fehlanzeige. Bis auf den kleinen Vorplatz rechts am Straßenrand können wir nichts ausmachen, was sich als Stellplatz für die Nacht eignen würde, und der ist belegt.
Wir wollen es nun auf dem örtlichen Campingplatz versuchen. Also fahren wir zurück in die Stadt und über die Puente de la Barquera hinüber auf die andere Seite der Bucht. Durch das quirlige Stadtzentrum und über die Puente de la Maza, die den Río Escudo überspannt, geht es nun zum Playa de Tostadero, an dem der Campingplatz El Rosal liegt.
Wir drehen eine Runde um den für Wohnmobile vorgesehenen Bereich und stellen fest, dass dieser sehr gut ausgelastet ist – zu gut, als dass für uns noch ein Plätzchen übrig wäre.
Auch an der nächstgelegenen Möglichkeit, einem Parkplatz an der N-634 gleich hinter der Stadt, ist nichts zu machen. Alles belegt.
Wir entschließen uns, weiter nach Comillas zu fahren. Wir kommen am Playa de Bederna vorbei und schöpfen noch einmal Hoffnung. Oberhalb der Straße stehen eine Reihe von Wohnmobilen. Mal sehen, ob es dort noch einen Platz für uns gibt. Aber die einzige noch freie Lücke erscheint uns zu eng, um einen angemessenen Abstand zu den Nachbarn einzuhalten. Also geht es weiter nach Comillas. Bis dorthin sind es keine zehn Kilometer mehr.
Während die Straße bis Comillas eigentlich oben auf der Steilküste einige hundert Meter vom Meer entfernt entlangläuft, müssen wir bei El Tejo hinunter in ein grünes Tal. Dort reicht die Ría Capitán, eine Trichterbucht, ein gutes Stück ins Land. Als wir sie über Brücken und Dämme überqueren, ist sie gut mit Wasser gefüllt – keine Selbstverständlichkeit. Als wir hier schon einmal unterwegs waren, war nur ein Rinnsal im trocken liegenden, schmutzig graubraunen Watt zu sehen.
Wir erreichen Comillas und drehen eine Runde durch die Stadt in der Hoffnung, einen Platz für die Nacht zu finden. Schließlich landen wir auf dem Camping de Comillas, wo wir oben auf der flachen Steilküste einen letzten Platz mit einer schönen Aussicht auf das Meer finden. Wir gehen zur Anmeldung und werden so penibel wie sonst nirgends eingecheckt. Niemand hat uns bisher auf dieser Reise nach einem Personalausweis gefragt – hier schon. Und 34,00 Euro kostet uns der Spaß. Für einen Campingplatz mit toller Lage in einem bekannten Badeort gar nicht so schlecht.
Als alles erledigt ist, ist es gegen 19:00 Uhr, und wir haben für heute 261 Kilometer auf dem Tacho.
Es folgt ein Abendessen aus Nudeln mit Paprikagemüse und Tomatensoße – natürlich selbst zusammengerührt. Wir gönnen uns die Flasche Cidre, die gestern bei unserem Einkauf mit in den Einkaufskorb wanderte. Ein schreckliches Gesöff!
Dafür wird der Abend umso schöner. Bei bestem Wetter sitzen wir noch lange draußen. Das Wetter hat sich beruhigt, und wir schauen auf das Meer hinaus und beobachten Schiffe, die wohl von Bilbao oder Santander kommen oder dorthin wollen. Wir genießen den Sonnenuntergang über dem Playa de Comillas. Nachdem die Sonne hinter der Landzunge, auf der ein Teil des Ortes erbaut wurde, versunken ist, wird es schnell dunkel. Comillas schmückt sich nun mit bunten Lichtern, die sich im ruhigen Wasser spiegeln.
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