Frankreich 2017 - Zugvogel - ein Reiseblog https://www.mit-uns-entdecken.de/category/reisen/westeuropa-reisen/frankreich-2017/ Wed, 15 Jan 2025 21:12:27 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.8 https://www.mit-uns-entdecken.de/wp-content/uploads/2018/09/cropped-favicon_-Zugvogel-1-32x32.png Frankreich 2017 - Zugvogel - ein Reiseblog https://www.mit-uns-entdecken.de/category/reisen/westeuropa-reisen/frankreich-2017/ 32 32 125620668 Frankreich 2017 Fazit https://www.mit-uns-entdecken.de/frankreich-2017-fazit/ https://www.mit-uns-entdecken.de/frankreich-2017-fazit/#comments Fri, 05 Jan 2018 22:37:17 +0000 http://www.mit-uns-entdecken.de/?p=7149 Reisefreiheit seit 1989 und erst jetzt, 28 Jahr später zieht es uns nach Frankreich. Nicht das wir Reisemuffel wären, ganz im Gegenteil. Viele Jahre schenkten wir Skandinavien unsere Aufmerksamkeit und […]

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Reisefreiheit seit 1989 und erst jetzt, 28 Jahr später zieht es uns nach Frankreich. Nicht das wir Reisemuffel wären, ganz im Gegenteil. Viele Jahre schenkten wir Skandinavien unsere Aufmerksamkeit und auch Deutschland hatten wir bei unseren Reisen immer im Focus. Im Sommer 2017 wurde es aber Frankreich und es war eine sehr gute Wahl.

Unser Reiseroute

21 Tage und ca. 5.000 Kilometer (mit an und Abreise durch Deutschland Belgien) brachten uns  in Frankreich unvergessliche Erlebnisse. Es begann mit einem traumhaften Abend auf dem Mont Saint-Michel an der Küste der Normandie. Wir besuchten die Bretagne mit ihrer rosa Granitküsten, dem Pointe Saint-Mathieu und dem Pointe du Raz mit einem phantastischen Sonnenuntergang am westlichsten Zipfel vom Festland Frankreichs. Anschließend erkundeten wir fast die gesamte Atlantikküste bis hinunter nach Moliet. Wir wagten einen Abstecher in die Pyrenäen, erklommen den Col de Tourmalet und folgten der historischen Route der ersten Tour de France und entdeckten das mondäne Bad Bangeres-de-Luchon. 

Dann ging es quer durch die Region der Midi-Pyrénées über Toulouse nach Albi mit seiner außergewöhnlichen Backsteinkathedrale und in das zauberhafte Cordes sur Ciel. Quer durch die Auvergne führte uns unser Weg dann weiter durch die einsamen Bergregionen des Zentralmassivs. Die Vulkangipfel der Auvergne boten uns einmalige Aussichten. 

Über einen Abstecher zum Lac des Settons im Naturpark des Morvan fuhren wir weiter in nordwestliche Richtung. Unsere Urlaubszeit ging leider zur Ende. Mit unseren Besuchen in Dijon und Colmar fanden wird aber noch zwei Städte die uns ganz neue Blickwinkel auf die französische Kultur, Geschichte und Architektur eröffneten. 

Die  Highlights

Natur und Landschaft

Gefragt nach den Highlights der Reise würde ich mit dem Mont Saint-Michel beginnen. Vielleicht blieb er uns auch deshalb in so guter Erinnerung, weil wir diesen einmaligen Klosterberg in den späten Abendstunden besuchten. So blieb uns ein übermäßiger Besucheransturm erspart und wie konnten diesen Ort bei ganz besonderem Licht bis in die blaue Stunde hinein genießen.

Ähnlich beeindruckend, aber ganz anders, der Sonnenuntergang am Pointe du Raz. Hier erlebt man eine schroffe Natur. Mit einer Urgewalt umströmen die Gezeiten des Atlantiks die bis zu 72 Meter hoch aus dem Wasser ragenden Felsen.  Die Sonne malt eine vielfarbige Stimmung in den abendlichen Dunst über dem Meer. 

Die Aussichten von den Gipfeln der Auvergne (Puy Mary und Puy de Dôme) waren dagegen von ganz anderer Art, aber nicht minder beeindruckend. Hier boten sich uns von vulkanischen Fels Rundumsichten bis an den Horizont, der immer irgendwo mitten in Frankreich endete und eine vielfältig gegliederte Kulturlandschaft umschloss. Weiden, Felder, wenige Wälder, Dörfer und Städte bilden von dort oben aus gesehen eine sehenswertes geografisches Patchwork.

Auf ganz anderem Grund steht man auf der Dune de Pilat am Atlantik bei Archacon. Die größte Wanderdüne Europas zu erklimmen ist ein sehr anstrengendes Unterfangen. Ober angekommen wird am jedoch mit einer Aussicht belohnt, die ihres Gleichen sucht. Der Abstieg durch den weichen Sand steil bergab ist im Gegensatz um Aufstieg ein wahres Vergnügen. 

Île des Madame
Île des Madame

Städte und Architektur

Die gewaltige Kathedrale Sainte Cécile in Albi – der größte Backsteinbau der Welt – mit ihrem unglaublichen Interieur war neben dem Mont Saint-Michel sicher das architektonische Highlight auf unserer Reise. Als schönsten Ort konnten wir Cordes sur Ciel auf unserer Reise besuchen.

Porte Brouage und Orchival waren ganz besondere Orte ein zwei so unterschiedlichen Landschaften wie sie für Frankreich so prägend sind. Port Brouage, die vergessene Festungsstadt in mitten den verlandeten Salzwiesen an der Atlantikküste der Saintonge erlebten wir bei 36°C. Orchival, Heimat für gerade einmal 250 Einwohnern, mitten in der Auvergne gelegen, barg mit seiner romanischen Wallfahrtskirche Notre-Dame aus dem Jahr 1166!!! eine ganz besonderen Schatz.

Kleine, fast vergessene Orte wie Saint-Martory am Fuß der Pyrenäen, das verschlafene Vieillevie im Tal des Lot oder Allanche in der Auvergne wurden für uns durch ihre Ambivalanz zwischen reicher Geschichte, die in toller historischer Architektur ihren Ausdruck findet und den gegenwärtigen wirtschaftlichen Problemen, die zu überall sichtbaren Verfall Landflucht führen, interessant.

Dijon und Colmar am Ende unsere Reise ließen nochmals die europäische Dimension Frankreichs deutlich werden.

Da ist Dijon, mit seinem prachtvollen Zentrum um den Place de la Libération, begrenzt vom großartigen Bauensemble des ehemaligen Herzogspalastes oder seiner gotischen Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert. Das alles wird gesäumt von prachtvollen Patrizierhäusern aus dem Mittelalter. Westlich schließt sich die Rue de Liberté an. Eine mondäne Flanier- und Einkaufsmeile mit architketonischen Spuren aus vielen Jahrhunderten bis in die Neuzeit. Französischer kann ich mir ein Stadtbild kaum vorstellen.
Im historischen Zentrum von Colmar hingegen ist der Einfluss der deutschen Kultur unübersehbar. Prächtige Fachwerkensemble säumen Plätze, Strassen und Gassen. Hier sind noch heute die Zeichen der ehemaligen deutschen Handwerksgilden zu finden. Und wir lernen, Colmar war schon früher interkulturell. Katholiken und Christen evangelischen Glaubens lebten hier friedfertig Haus an Haus und internationaler Handel hat die Stadt reich gemacht.

Mont St. Michel
Mont Saint-Michel

Kunst und Krempel 

Unfassbar reich kamen uns die Ausstattungen der vielen Kirchen und Klöster vor, die wir besuchen konnten. Neben der Kathedrale von Sainte Cécile in Albi war die Schatzkammer des Klosters von Conques ein besonderer Höhepunkt. Hier waren die Stücke zu bewundern, die Karl der Große vor über 1.200 Jahren gestiftet hat. Sehr beeindruckend.
Die Kalvarienberge in der Bretagne, die Menhire von Carnac und schließlich das Museé unter Linden in Colmar mit dem Isenheimer Altar boten unterschiedlichsten Kunstgenuss. In Richtung Kitsch ging es im Museé des Arts du Sucre et du Chocolat in Cordes sur Ciel und jede Mengen Krempel fanden wir auf den unzähligen Flohmärkten die offenbar für viele Franzosen ein wochenendliches Ritual sind.

Isenheimer Altar
Isenheimer Altar

Lecker essen

Ja, die Franzosen habe ein anderes Verhältnis zum Essen als wir hier in Deutschland. Es beginnt mit der Auswahl an Lebensmitteln in den großen aber auch kleinen Supermärkten. Ein ungleich reicheres Angebot als hierzulande wird dort angeboten. Frische Waren bilden einen großen Teil des Sortiments. Alles was in unseren Einkaufswagen wanderte war sehr lecker und oft aus der Region in der wir uns gerade befanden.

Da wir mit dem Wohnmobil unterwegs waren und die Küche an Bord hatten blieb die Zahl der Restaurantbesuche überschaubar. Die wenigen waren meist ganz wunderbar. Wie auf der zauberhaften Terrasse des Bistros Cordais in Cordes sur Ciel mit einem einmaligen Blick auf die Landschaft ringsum. Mein Favorit war hier eine Cassoulet Simple. Weiße Bohnen mit einheimischen Würsten und Gänsekeule. Eine sagenhafte Sünde, aber sehr, sehr lecker. Auch ganz bodenständig und regional und dabei nicht minder lecker das Baeckeoffe im Garten des Restaurants Koifhus  an einem zauberhaften Sommerabend in Colmar. 

Ein besonderer Tipp sind die kleinen imbissartigen Bistros die wir oft an unseren Stellplätzen fanden. Nicht für vergleichen mit den hiesigen Bratwurstbuden. Dort wir oft eine respektable Speisekarte angeboten und ein Entrecôte wird auch hier mit großer Meisterschaft zubereitet.

Und natürlich haben wir uns an der Atlantikküste auch an Austern heran gewagt. Frisch von den Ufern der Mündung Seudre in den Atlantik schmeckten Sie einfach  – wie der Ozean. 

Austern
Austern unser Premiere

21 Tage und ca. 5.000 Kilometer

waren gut investiert. Wir sind auf ein Land gestoßen, das große Lust auf mehr macht. Wir werden sicher wiederkommen. Vieles habe wir nicht sehen können. Die Provence, die Camargue und das Langedoc sind noch zu entdecken, genau wie die Schlösser an der Loire, der Mont Ventox oder eine Stadt mit dem Namen Paris.

Alle Beiträge zur unserer Frankreichtour findet Ihr hier.

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Museé unter Linden, Isenheimer Altar https://www.mit-uns-entdecken.de/isenheimer-altar/ https://www.mit-uns-entdecken.de/isenheimer-altar/#respond Thu, 07 Sep 2017 17:26:42 +0000 http://www.mit-uns-entdecken.de/?p=6372 Museé unter Linden in Colmar Sichwort: Museé unter Linden, Isenheimer Altar Den heutigen Vormittag nutzen wir dazu, das Musée Unter Linden in Colmar zu besuchen. Untergebracht im ehemaligen Dominikanerinnenkloster, bietet es […]

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Museé unter Linden in Colmar

Sichwort: Museé unter Linden, Isenheimer Altar

Den heutigen Vormittag nutzen wir dazu, das Musée Unter Linden in Colmar zu besuchen. Untergebracht im ehemaligen Dominikanerinnenkloster, bietet es den idealen Rahmen für die Präsentation mittelalterlicher sakraler und profaner Kunst. Ein supermoderner Neubau auf der anderen Straßenseite ist durch einen Tunnel zu erreichen, der als Galerie für neuere französische Kunst genutzt wird. Impressionisten, Fotografie aus dem frühen 20. Jahrhundert usw.

Im Neubau beeindruckte uns ein monumentaler Wandteppich nach Pablo Picassos Guernica und die Sonderausstellung mit Werken des russischen Konstruktivisten  Rodtschenko aus der Sammlung Puschkin.

Der Isenheimer Altar

Das unumstrittene Hauptwerk des Museums wird aber der Kirche des ehemaligen Klosters inszeniert. Der Isenheimer Altar, zerlegt in seine einzelnen Bilder füllt das ehemalige Kirchenschiff fast in seiner gesamten Länge aus. Sitzgruppen vor jedem Bild geben die Gelegenheit jede Szene des Altars lange auf sich wirken zu lassen. Der im Eintritt enthaltene Audioguide erklärt (auch in deutsch) das Werk sowie die historischen und gesellschaftlichen Hintergründe hervorragend.

Wir sind von den vielen Details und der grandiosen Gesamtwirkung dieses Werkes sehr beeindruckt, geflasht sozusagen.

Das Antoniterkloster in Isenheim war im Mittelalter die letzte Hoffnung für die am “Antoniusfeuer” erkrankten Menschen. Die durch den Mutterkornpilz verursachte Erkrankung war für die Betroffenen damals fast immer tödlich und der Krankheitsverlauf schrecklich. Der Orden der Antoniter hatte es sich zu Aufgabe gemacht, genau diesen Menschen zu helfen und Hoffnung zu geben. 

So drehen sich die Motive des Altars um Tod und Auferstehung, um Hoffnung und Verzweiflung. Immer wieder taucht dabei der in den Bildern Antonius der Große auf, der Namenspate des Ordens. 

Wenn ihr in der Gegend von Colmar sein solltet: Das Musée Unter Linden und der Isenheimer Altar sind ein absolutes “Muss”. 

  • Isenheimer Altar

Nach diesem beeindruckenden Erlebnis machen sich Steffi und Paula zu Fuß auf den Rückweg. Ich habe das Fahrrad dabei und kreuze noch ein wenig durch die Innenstadt. Steffi und Paula finden für diese Zeit Asyl im Cafe am Womo-Stellplatz am Hafen.

Zugvogel Stellplatztipp

Wir finden wieder zueinander. Das Womo bekommt seine übliche Ver- und Entsorgung, was hier hervorragend klappt. Dann machen wir uns auf in Richtung deutscher Grenze die in ca. 20 Kilometern auf uns wartet. Nach vielleicht sieben Kilometern wir es unruhig im Womo. Das zweite mal auf unserer Tour fehlt eine Brieftasche, nicht meine diesmal. Ein Déjà-vu irgendwie.

Kurze Story – glückliches Ende. Seffi ließ Ihr Portmonee in dem kleinen Kaffee an der Rezeption des Womo-Stellplatzes in Colmar liegen. Womo gewendet, ein besorgter Anruf in der Rezeption, 15 Minuten später ist die Börse wieder in unserem Besitz. Nochmals Glück gehabt. 

Rückkehr nach Deutschland

Als nächstes Ziel steuern wir Breisach am Rhein an. Hier soll es einen Stellplatz direkt am Rhein gegen. Toll denken wir uns, am Nachmittag Schiffe gucken und für den Abend dann ein nettes Restaurant an einer Rheinterrasse. 

In Breisach angekommen erweist sich der Ort als sehr nettes Städtchen. Um den Münsterberg mit Kirche und Weinterrasse scharren sich hübsche historische Häuser. Nur das mit den Schiffen und dem Restaurant am Rhein will nicht so richtig klappen. Zwar liegt der Stellplatz direkt am Rhein, aber einerseits ist die erste Reihe am Wasser komplett belegt und anderseits gibt es hier kaum Schiffsverkehr. Der verläuft ab Breisach nämlich über den Rheinseitenkanal außerhalb unserer Sichtweite. Und ein Restaurant direkt am Rhein – Fehlanzeige. Auch den Stellplatz finden wir dann nicht so apart. 

So befragen wir ein letztes Mal auf unserer Reise den Online-Stellplatzführer von Promobil. Der Stellplatz auf dem Weingut Ritter in Kenzigen am Kaiserstuhl scheint uns eine geeignete Alternative.

Die 30 Kilometer Weg dorthin werden jedoch von einem unschönen Erlebnis unterbrochen. Auf der L113 bei Forchheim geraten wir in einen Stau. Polizei, Feuerwehr und Rettungswagen überholen uns auf der zweispurigen Landstraße. Den Unfallort können wir glücklicherweise nicht einsehen. 
Noch während die Rettungsfahrzeuge anrücken wenden die ersten Ungeduldigen aus dem Stau, hinein in die Gegenspur, die die Rettungsfahrzeuge gerade dringend brauchen. Unglaublich verantwortungslos. 

Kenzingen

Am Weingut angekommen finden wir uns an einem sehr lauschigen Plätzchen Erde wieder. Wir werden persönlich begrüßt und herzlich willkommen geheißen. Hier fühlen wir uns sofort wohl.
Da das schöne Wetter auch heute wieder die 35°C-Marke geknackt hat, ist es besonders schön, dass sich der Ort in unmittelbarer Nähe unseres Stellplatzes ein öffentliches Kneippbecken leistet. Welch eine Wohltat.

Den Abend verbringen wir dann in der Weinstube, die heute an einem Donnerstag gegen 19.00 Uhr gut gefüllt ist. Hoch geht es her unter den Gästen. Ein Bürgermeister wird sogar begrüßt. Hört hört! Alle Gäste scheinen sehr entspannt und zufrieden zu sein – wir sind es auch.

Zugvogel Stellplatztipp

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Dijon und Colmar https://www.mit-uns-entdecken.de/dijon-und-colmar/ https://www.mit-uns-entdecken.de/dijon-und-colmar/#respond Wed, 06 Sep 2017 18:35:38 +0000 http://www.mit-uns-entdecken.de/?p=5898 Hinaus aus dem Morvan Sechster September 2017. Schlagartig wird uns klar, dass wir nun Richtung Heimat müssen. Am neunten dieses Monats müssen wir das Womo in Bad Langensalza wieder abgeben. […]

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Hinaus aus dem Morvan

Sechster September 2017. Schlagartig wird uns klar, dass wir nun Richtung Heimat müssen. Am neunten dieses Monats müssen wir das Womo in Bad Langensalza wieder abgeben. Google Map sagt uns, dass wir bis dahin noch knappe neun Stunden Fahrzeit vor uns haben. Insgesamt bleiben und bis dahin noch gute 80 Stunden. Irgendwie eine seltsame Rechnung. Sie wird aber den Tatsachen gerecht. Was machen wir also mit den verbleibenden 71 Stunden außer zu schlafen. Wir beschließen die Sache offensiv anzugehen. Auf jeden Fall wollen den Rückweg dazu nutzen, Dijon anzuschauen, vielleicht auch Bessancon.

Wir starten kurz nach 10:00 Uhr und kurbeln uns anderthalb Stunden lang über kleine Straße hinaus aus dem Morvan. Bei Pouilly-en-Auxios erreichen wir die A38 die uns nun flott und mautfrei nach Dijon bringt.

Zugvogel Stellplatzinfo

Dijon

Wir kommen hier gegen 12:00 Uhr an und machen uns auf Entdeckungstour. Das Womo bleibt in der Rue Mariotte stehen. 

Steffi wappnet sich mit unserem Baedecker Reiseführer und übernimmt die Rolle der Stadtführerin.

Vorbei an der Cathérdrale Saint-Bégnigne und der Èglise Saint Philibert steuern wir über die Rue Michelet und der Rue Bossuet in Richtung Stadtzentrum. Wir erreichen die Rue de la Lieberté und finden uns auf der Flaniermeile von Dijon wieder. Kurz danach stehen wir auf dem Platz de la Libération. Wunderschön! Ein tolles Bauensemble umgibt den großzügigen Platz. 

  • Dijon

Weiter geht es auf der Rue de Rameau zum Place du Théâtre. Eng umgeben vom Theater, tollen Bürgerhäusern aus verschiedenen Epochen und der ehemaligen Handelsbörse (Chambre et Bourse le Commerce) hat dieser Platz einen ganz anderen aber nicht weniger beeindruckenden Charakter. 

In der ehemaligen Handelsbörse sind heute die öffentliche Bibliothek, die Zentrale der Museen von Dijon und das Museum Rude untergebracht. In das Museum Rude werfen wir einen kurzen Blick und stehen vor der Kopie des monumentalen Reliefs La Marseillaise (Auszug der Freiwilligen), welches im Original die Ostfassade des Triumphbogens in Paris ziert.

Dann widmen wir uns den sakralen Höhepunkten mit der katholischen Église Saint-Michel und der Notre-Dame de Dijon. Auch hier großes architektonisches Kino.

Wir schlendern zurück durch die Rue Musette und entdecken eine zweite Flaniermeile voller Leben, eingerahmt von tollen Häuserzeilen aus verschiedenen Epochen. Ein kurzer Abstecher führt uns zur großen Markthalle gleich nebenan die leider gerade ihre Türen schließt. Gerne hätten wir hier das sicher sehr lebendige Marktleben erlebt. Die Rue Musette führt und bis zum Place Grangier. Hier stehen wir vor dem Porte Guillaume und fühlen uns kurz in das Zentrum von Paris versetzt. 

 

Weiter nach Westen vorbei an den Vogesen

Um 13:40 Uhr verlassen wir diese tolle Stadt. Wir fahren via A39 und A36 weiter in Richtung Heimat. Dabei kommen wir sehr zügig voran und beschließen Bessancon rechts der Strecke liegen zu lassen. Steffi, die weiter im Reiseführer geblättert hat, ist nun Colmar ins Auge gefallen. Das ist zwar noch ein ganz schön weiter Weg, aber der dadurch gewonnene Vorsprung wird die weitere Heimreise entspannter gestalten. Auf dem Weg haben wir ab Belfort einen tollen Blick auf die Vogesen.

Colmar

Um 17:20 stellen wir den Motor auf dem Wohnmobilstellplatz am Hafen in Colmar ab.

Zugvogel Stellplatztipp

Von hier aus ist das historische Stadtzentrum zu Fuß in 10 Minuten erreicht und wir stehen in einem Traum aus Fachwerk und einem sehr lebendigen abendlichen Stadtleben. Wir fühlen und hier sofort sehr wohl. 

Alle Gebäude sind toll erhalten, die Restaurantgärten schon jetzt gut besucht, und das Wetter macht diesem Spätsommerabend alle Ehre.

Das “klein Venedig” benannte Viertel links und rechts des Flusses Lauch macht seinem Namen alle Ehre. Wir lassen uns zu einer kleinen Bootsfahrt auf dem Fluss hinreißen. Dazu gesellen wir uns zu einer Gruppe von Amerikanern die schon die meisten Plätze eines Kahns besetzt haben, der uns stark an einen Spreewaldkahn erinnert. Angetrieben von einen Elektromotor und gesteuert von einen sympathischen Studentin gleiten wir nun mitten durch dieses historische Stadtviertel. Sehr, sehr schön. Unsere Kapitänin steuert nicht nur das Fahrzeug mit sicherer Hand. Sie ist auch unsere Stadtführerin. In englisch gibt sie viele interessante Fakten sowie diese und jene Anekdote zum besten. 

Zu den Fakten gehört, das Colmar schon immer sowas wie eine Multi-Kulti-Stadt war. Katholiken und Protestanten z.B. lebten hier friedlich Haus an Haus. Sie machten aber über die Farbe ihrer Häuser auch deutlich wer zu wem gehört. Blaue Häuser beherbergten die Katholiken, die rote Häuser die Protestanten. Oder war es umgekehrt? Egal. Wichtig ist eigentlich, dass sich damit jeder ganz öffentlich zu einer ganz persönlichen Sache bekannte zu der er auch Stand.

Eine Tugend, die den sozialen Netzwerken heutiger Tage nicht immer gepflegt wird. 

Später leisten wir uns sehr leckere Elsässische Küche im Garten eines Restaurants am Place de l’Ancienne Douane und genießen die tolle Abendstimmung die uns hier umgibt. 

Mit dem festen Vorsatz auch den morgigen Vormittag dieser einmaligen Stadt zu schenken, schlendern wir zurück zum Womo und beenden den Tag. 

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Über Moulins in den Morvan https://www.mit-uns-entdecken.de/moulins-morvan/ https://www.mit-uns-entdecken.de/moulins-morvan/#comments Tue, 05 Sep 2017 18:22:28 +0000 http://www.mit-uns-entdecken.de/?p=5906 Châteauneuf-les-Bains Heute Morgen ist noch alles ruhig im Womo. Das Einzige was auf dem kleinen Campingplatz in Châteauneuf-les-Bains fehlt, ist ein Brötchenservice. Also nehme ich mir mein Rad und mache […]

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Châteauneuf-les-Bains

Heute Morgen ist noch alles ruhig im Womo. Das Einzige was auf dem kleinen Campingplatz in Châteauneuf-les-Bains fehlt, ist ein Brötchenservice. Also nehme ich mir mein Rad und mache mich auf die Suche nach frischen Backwaren. Ich folge der Hauptstraße und kann mir den gerade erwachenden Ort näher ansehen. Auch hier, so scheint es, ist sehr viel zu tun um die touristische Attraktivität des Ortes zu wahren. Allein im malerische Lage im Tal der Sioule  und die Thermalquellen werden da nicht ausreichen. Das Ortsbild ist angeschlagen, viele Ecken sind unansehnlich geworden, an einigen droht Verfall. Trotzdem wart der Ort den Charme der französischen Provinz, den wir in den letzten Tagen schätzen gelernt haben. 

Auf der Straße ist noch nicht viel los. Lediglich auf dem Hof der Mineralwasserfabrik herrscht schon reges treiben. Ein Marktstand baut gerade auf und wird den lediglich 300 Einwohnern sein Angebot an Obst und Gemüse offerieren. Einen Lebensmittelladen scheint es nicht zu geben. Aber ich finde einen Bäcker. Keine Boulangerie mit eigener Backstube, eher einen Backshop, der die leckeren Waren eines auswärtigen Bäckers anbietet.

Zufrieden mit meinem Einkauf mache ich mich auf den Rückweg und unternehme noch einen Abstecher über einen kleinen Weg der hinunter zu einer Fußgängerbrücke über die Sioule führt. Schön ist es hier.    

Am Womo angekommen, folgt das übliche eines Womo-Morgens. Frühstück, einpacken, Gasflaschen verschließen, alle Luken kontrollieren, alles Bewegliche in Schränke und Ablagen verstauen, Wasser tanken, Abwasser und Chemieklo entsorgen, Navi programmieren. Dann geht es los. Als wir Châteauneuf-les-Bains verlassen kommen wir noch an dessen wichtigsten Kapital vorbei, der Therme. Zwanzig Thermalquellen gibt es in Ort. In der Therme unterstützen sie die Behandlung rheumatischer Erkrankungen. Andere liefern der Mineralwasserfabrik ihren Grundstoff.

Zugvogel Campingplatztipp

Die Auvergne mit ihrer Vulkanlandschaft liegt nun hinter uns. Die Thermalquellen in Châteauneuf-les-Bains scheinen irgendwie ein letzter Gruß dieser einmaligen Landschaft zu sein. Der Morvan ist unser nächstes Ziel.

Ich kann mich entspannen, Paula hat das Steuer übernommen und schlägt sich souverän dabei.

Für das nächste Tagesziel ist uns heute nicht nach großer Stadt. So fallen Lyon und Dijon, die in akzeptabler Entfernung liegen, aus. Vielmehr hat unser Navi den Auftrag bekommen uns in den nächsten Naturpark, in den Morvan zu führen.

Moulins

Der Weg dorthin führt über Moulins. Dort treffen wir gegen 12:20 Uhr ein. Unser Navi hatte unterwegs wieder die abenteuerlichsten Vorschläge um dieses Zwischenziel zu erreichen. Die “Diskussion” mit dem guten Stück hat uns dann doch etwas Zeit gekostet. Wir finden in Moulins einen Parkplatz auf dem Place Jean Moulin.

Moulins

Wir machen uns zu Fuß auf, diese nicht einmal 20.000 Einwohner zählenden Stadt zu entdecken. Zwei große Kirchen dominieren das Stadtbild. Die Èglise du Sacré Coeur des Jesus (Kirche des heiligen Herzens Jesu) und die Catédrale Notre-Dame-de-l’Annonciation (unserer heiligen Frauen Verkündigung) 

Wir besuchen zunächst die Èglise du Sacré Coeur des Jesus. Immer wieder beeindruckend sind das architektonische Konzept und der Erhaltungszustand der Kirchen die wir in Frankreich besuchen. Wenn der Zustand der kommunalen Infrastruktur in den den kleinen Orten der französischen Provinz auf ähnlichen Niveau wäre, würde die französische Gesellschaft sicher weniger gespalten sein.

Wir schlendern weiter über den Place d’Allier und genießen diese französische Gelassenheit die auch zu dieser Mittagsstunde den zentralen Platz der Stadt erfüllt. Über die Rue d’Allier und die Rue de l’Horloge kommen wir zur Kathedrale und finden auf dem Wege tolle architektonische Zeugen aus unterschiedlichen Jahrhunderten.

Die Pracht der Kathedrale die wir nun besuchen, erklärt sich aus dem gleich nebenan gelegenen Schloß, welches jedoch nur noch in Fragmenten erhalten ist. Es war ein Sitz des Adelsgeschlechtes der Bourbonen, welches nicht nur acht französische Könige stellte, sondern auch auf sonstige europäische Geschichte, insbesondere die in Spanien einen erheblichen Einfluss hatte. Da darf die Kirche nebenan auch mal etwas üppiger ausfallen. 

Auf dem Weg zurück zum Womo begegnen uns noch ein paar kleinstädtischen Szenen, die für die französische Provinz typisch sein könnten.

Gegen 13:30 Uhr geht es weiter in Richtung Morvan. Es wird ein weiter Weg. Um 14:40 Uhr überqueren wir in Decize die Loire. Was wir vor 11 Tagen an der Atlantikküste als respektablen Strom kennengelernt haben, ist hier noch ein beschauliches Flüsschen. 

Morvan und Lac des Stettons

Eine Stunde später erreichen wir den Morvan. Eine Landschaft, es könnte auch der Thüringer Wald sein. Paula googelt was diese Gegend ausmacht. Sie deklamiert aus dem Text einer Website, dass es hier das Haus der Menschen und Landschaften, das Haus Charolaise-Rinderzucht, das Haus aus des mündlich überlieferten Erbes, das Haus der Rinderzüchter, das Haus des Roggens, das Haus des Holzschuhs, das Haus des Weins und der Weinfässer und das Haus der landwirtschaftlichen Berufe gäbe. Ein gestöntes “unglaublich” lässt ihre Begeisterung über diese Aussichten deutlich werden. 

Wir steuern den Lac des Stettons an und finden hier gegen 16:20 einen Stellplatz. Schön ist die Lage nicht unbedingt, aber das deckt sich mit dem trüben Wetter.

Zugvogel Stellplatzinfo

Wir machen uns zu Fuß auf die Gegend zu erkunden und ein nettes Restaurant für ein Abendessen zu finden. Wir gelangen zur Staumauer, die hier die Cure zum Lac des Stettons aufstaut. In einem herrschaftlichen Gebäude am nördlich der Staumauer residiert die Tourist Information. Hier soll des Coints für Strom sowie Ver- und Entsorgung am Euro-Relais am Womo-Stellplatz geben. Eine junge attraktive Dame nimmt diesen Wunsch von uns entgegen bedient uns – erstmal nicht. Ein gerade eingehender Telefonanruf geht vor. Für die nächsten gefühlten 10 Minuten sind wir für die junge Dame “Luft”. Dem Telefonhörer sind sicher wichtigere Botschaften entnehmen als ein Gespräch mit uns hergeben könnte. Nach dem Telefoncall bekomme wir aber immerhin noch unseren Coin und verlassen, im schlechtesten Sinne “bedient”, diesen Ort.

Wir schlendern über die Staumauer, in der Hoffnung dort ein Restaurant zu finden, in dem wir schon zu dieser Zeit ein verfrühtes Abendessen bekommen. Fehlanzeige, das Hotel La Morvandelle kann uns nur ein paar Getränke kredenzen. Der Koch ist noch außer Landes. 

Wir erkunden also weiter die nähere Umgebung. Dabei schließt sich uns ein freilaufender Hund an. Er fiel uns schon vorhin bei unserem Weg über die Staumauer auf. Er gesellt sich nun zu uns und weicht nicht mehr von unserer Seite. Wir fragen uns wem dieses schöne Tier wohl gehören wird, und Paula verpasst dem Köter gleich mal den Namen “Lotte”. 

Und tatsächlich bleibt dieser bellende Vierbeiner weiterhin im Modus “bei Fuß”. Wir gehen zurück über die Staumauer und bleiben stehen. Lotte legt sich hin und wartet auf uns. Wir biegen ab auf die Straße unterhalb der Tourist Information, Lotte an unserer Seite. Lotte läuft ein wenig voraus und blickt sich zu und um. Als ob sie sagen wollte: “los kommt schon”. Und dann am Restaurant Les Grillons do Morvan weicht Lotte plötzlich doch von unserer Seite und kuschelt sich in eine Mulde unterhalb eines Fensters des Restaurants. Ganz klar, die Hundedame hatte den Auftrag uns mittels eines geschickten Manövers hierher zu locken und den Umsatz dieses Hauses anzukurbeln. Hätte auch fast geklappt. Aber eben nur fast. Auch hier ist der Koch noch nicht im Dienst und wir haben keine Lust über eine Stunde auf der ersten Bissen zu warten.

Trotzdem liebe “Lotte”, es war ein guter Versuch.

Um unseren Hunger in akzeptabler Frist zu stillen, bleibt nun nur noch das Restaurant Les Terrasses. Aber nicht ohne vorherige Prüfung. Seit dem Paula mit dabei ist, wird jede Restaurantwahl mittels Trippadvisor oder Google+ gegengecheckt. Die Bewertungen dieses Hauses auf Google+ vergeben eine Durchschnittsnote von 3,3. Das macht uns nicht der hoffnungsvoll. Die automatische Übersetzung der Bewertung eines Emmanuel Raimbault macht uns dann aber doch neugierig: ” Sehr guter Empfang schöne Rahmen und ein herzhafte Mahlzeit, während Nickel-Server und Kellnerinnen kühler Blick”. 

Egal wie der Laden wirklich ist, wir müssen unbedingt herausbekommen was es mit dem Nickel-Server und dem kühlen Blick der Kellnerin auf sich hat. 

Um 18:20 Uhr lassen wir uns als einzige Gäste an einem Tisch auf der Terrasse nieder. Immerhin sind wir ja im Restaurant Les Terrasses angekommen und die Platzwahl sollte so schon stimmen. Kurz darauf werden wir eines besseren belehrt. Die geschwind herbeigeeilte Kellnerin, die mit dem jetzt noch leicht kühlen Blick, täuscht vor, um unserer Wohlergehen besorgt zu sein. Es wären doch heute Abend Temperaturen um die neun Grad angesagt und da könne man doch unmöglich auf der Terrasse sitzen. Eigentlich wollte Sie aber sagen, dass sie wegen eines auf der Terrasse besetzten Tisches nicht auch noch dieses weitläufige Areal in ihren Laufbereich für diesen Abend einbeziehen kann. 

So werden wir in die Gaststube dirigiert, die eine Mischung aus Tabakladen, Lottoannahmestelle, Bar und Restaurant ist. Um die weißen Tischdecken vor allen Ungeschicklichkeiten der Gäste zu schützen, sind diese in durchsichtige Plastikfolien gehüllt. Irgendwie kommt es uns vor, als ob diese Technik aus den letzten Tagen der DDR-Gastronomie importiert worden wäre. Igelit nannte sich damals dieses durchsichtige Wundermaterial.

Als wir unsere Bestellung in Deutsch und alternativ in Englisch aufgeben wollen, wandelt sich der bis dahin nur leicht kühle Blick der Kellnerin in einen unterkühlten bis leicht frostigen. Irgenwie klappt es dann aber doch und die ungekrönte Königin des Service in diesem Haus rauscht davon. Ein schwäbisches Paar mit Enkel am Nachbartisch hat die Szene beobachtet und bietet uns Ihre Dienste als Dolmetscher an. Wohl befürchtend, das es im Laufe des Abends noch zu Eskalationen kommen könnte. 

Die aufgetragen Speisen und Getränke entsprechen den Bewertung im Netz, 3,3 eben. Aber egal, wir lassen uns die Stimmung nicht verderben und finden letztendlich Spaß an den verschiedenen Absurditäten in diesem Haus.

Nur die Sache mit dem Nickel-Server konnten wir nicht aufklären. 

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Vulkane und ein Geheimnis der Auvergne https://www.mit-uns-entdecken.de/auvergne-vulkane/ https://www.mit-uns-entdecken.de/auvergne-vulkane/#respond Mon, 04 Sep 2017 18:13:05 +0000 http://www.mit-uns-entdecken.de/?p=5882 Weiter durch die Auvergne Wir brechen heute gegen 09:00 Uhr von unserem sehr schönen Stellplatz am Lac Chambon auf, um weiter die Auvergne zu entdecken. Dabei haben wir ein klares […]

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Weiter durch die Auvergne

Wir brechen heute gegen 09:00 Uhr von unserem sehr schönen Stellplatz am Lac Chambon auf, um weiter die Auvergne zu entdecken.

Dabei haben wir ein klares Ziel. Wir wollen auf den Puy de Dome. Der ist mit seine 1.264 Metern bei weitem nicht der höchste Berg in der Auvernge – der Puy Mary gestern brachte es auf 1.723 Meter – aber sicher der markanteste Gipfel in der Auvergne. Von unserem Stellplatz am Lac Chambon liegen bis dahin eigentlich nur 34 Kilometer vor uns.  Wir folgen aber der Empfehlung unseres Baedecker Reiseführers und legen die Route über Orcival, was uns zwar 20 Kilometer Umweg aber hoffentlich auch wieder eine tollen historischen Ort auf unserer Route einbringt. 

Zunächst geht es über Serpentinen hinauf zum Col de la Croix-Morand. Hier oben auf 1.406 Metern liegt die Baugrenze schon unter uns. Die karge Gebirgslandschaft bietet noch üppige Weidematten die für die Rinderzucht genutzt werden. Überhaupt sind die Rinder in der Auvergne irgendwie die Charaktertiere dieser Landschaft.

Über eine der Weiden führt von hieraus ein Wanderweg hinauf zum Puy de la Tache. Den nehmen wir jedoch nicht in Angriff. Das trübe Wetter lockt nicht unbedingt auf den Gipfel und direkt am Beginn des Weges  liegt ein sehr respektabler Bulle mir mürrischen Blick mitten auf dem Weg. Auf eine Diskussion mit diesem Zeitgenossen über die Freigabe des Wegerechtes wollen wir uns nicht einlassen. Paula übt sich noch im Dialog mit anderen Herdenmitgliedern, dann machen wir uns auf den weiteren Weg nach Orcival.

Orchival

Vorbei am Lac de Guéry führt uns der Weg zum Point de vue Roches Tuile`re et Sanadorie. Von dem Aussichtspunkt über dem großzügigen Parkplatz an der D983 hat man einen tollen Blick auf die Felsen von Sanadorie. Wir stehen vor den erkalteten Basaltkernen von drei Vulkanen die schon seit langer Zeit nicht mehr aktiv sind. An zweien hat die Erosion ganze Arbeit geleistet und die Kerne der Vulkane weitgehend freigelegt. 

Wir erreichen Orchival gegen 11:15 Uhr  und finden einen gesonderten Parkplatz für Busse und Wohnmobile gleich hinter dem Marktplatz. In Orcival scheint sich der das ganze Ort um die berühmte Basilika zu scharren. Laut unserem Reiseführer handelt es sich bei dieser Wallfahrtskirche um eines der schönsten Beispiele der auvergnatischen – welch ein Adjektiv – Romanik. 

Auch wir sind schwer beeindruckt.  

Neben der vielgliedrigen äußeren Gestalt, mit ihren vielen Apsiden sind es der schlichte romanische Innenraum und besonders die reich gestalteten Säulenkapitelle die uns in ihren Bann ziehen. Das Kapitel der Pelikane und das des reichen Narren erscheinen und besonders lebendig. 

Wir verlassen die Basilika und entdecken in dem Souvenirsshop gleich gegenüber eines der Geheimnisse Auvergne auf einer Postkarte, die uns schmunzeln lässt.

So ist das mit dem Mineralwasser aus der Auvergne
So ist das mit dem Mineralwasser aus der Auvergne

Puy de Dôme

Nun geht es weiter zum Puy de Dome. Schön, die Wolken reißen auf und wir hoffen auf tolle Aussichten vom Gipfel. Paula steuert das Mobil souverän über die großzügig ausgebauten Straßen. Am Fuß des Puy de Dome angekommen, lernen wir folgendes:

  1. Die Fahrt hinauf auf den Gipfel mit dem Auto ist nicht gestattet.
  2. Es gibt einen großzügigen kostenpflichtigen Parkplatz.
  3. Auf den Berg wird uns eine supermoderne elektrische Zahnradbahn bringen. 

Panoramique des Dômes ist der Name dieses Wunderwerks und  die Aussichten auf dem Weg hinauf auf den Berg sehr vielversprechend. 13,50 € pro Person für die Fahrt hinauf und hinunter erscheinen uns sehr günstig, wenn man an die alpinen Bergbahnen in Deutschland, in Österreich oder in der Schweiz denkt.   

Oben angekommen nehmen wir den Rundweg, der uns um das gesamte Gipfelplateau führt. Die Aussichten sind wirklich spektakulär. Man blickt viele, viele Kilometer in die Ebenen nördlich und östlich das Zentralmassivs. Der Rundblick in die Ferne wird immer wieder von den Vulkangipfeln der Auvergne unterbrochen. 80! erloschene Vulkane bilden hier eine 60 Kilometer lange Perlenkette. Zwischen 95.000 und 8.500 Jahre ist es her, dass sie das letzte Mal aktiv waren. Gleitschirmflieger drehen ihre Runden, Schafe säumen den Blick auf die ehemaligen Vulkane nebenan, die Reste eines römischen Tempels hier oben überraschen uns. 

Wir verbringen zwei tolle Stunden. 

Weiter durch die Auvergne

Gegen 15:00 Uhr setzt uns der  Panoramique des Dômes wieder an der Talstation ab. Wir sind ein wenig unschlüssig was den Rest des Tages angeht. Steffi studiert den schon oft benannten Reiseführer und macht ein nächstes Ziel aus. Der Mäander von Queuille soll es sein. Gegen 16:30 treffen wir an dem Aussichtspunkt ein, der einen tollen Blick auf eine Flussschleife der Sioule  bietet. Es erinnert ein wenig an die berühmten Moselschleifen ist aber weniger spektakulär. Auch das nähre Umfeld von Queuille verlockt uns nicht zu einem längerem Aufenthalt. Wir konsultieren ein weiteres mal unseren Reiseführer.

Mäander von Queuill

Der empfiehlt nun das Viaduct des Fades. Es handelt sich um die größte, aus einer Stahlkonstruktion bestehende Brücke Frankreichs. Eine Art Eiffelturm der Auvergne. Von diesem Superlativ angespornt, machen wir uns auf den Weg. Am Viadukt angekommen, sind wir allerdings ein wenig enttäuscht.

Viaduct des Fades

Jetzt, gegen 17:00 Uhr ist es an der Zeit einen Stellplatz für die Nacht zu finden. Wir vertrauen nochmal unserem Reiseführer, der uns nach Châteauneuf-les-Bains führt – einem renommierten Kurort wie unser Reiseführer vermeldet. 

Hier nehmen wir das erste Mal auf einen ausgewiesenen Campingplatz Quartier und sind sehr zufrieden. Ein ruhiger Platz mit einer engagierten Wirtin und allem was man so erwartet. Der Platz ist recht klein, Hecken schaffen unter den vielleicht 50 Stellplätzen eine gewisse Intimität. Wir fühlen uns hier sehr wohl und beenden den Abend mit kläglichen Versuchen das Boulespiel der Profis von Bagnéres-de-Luchon nachzuahmen und mit Federballmatches, in denen uns Paula mit ihrer jugendlichen Fitness abkocht. 

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Auvergne, Puy Mary und Lac Chambon https://www.mit-uns-entdecken.de/auvergne-puy-mary/ https://www.mit-uns-entdecken.de/auvergne-puy-mary/#comments Sun, 03 Sep 2017 21:01:23 +0000 http://www.mit-uns-entdecken.de/?p=5817 Puy Mary Gegen 08:30 Uhr brechen wir in Allanche auf. Blauer Himmel über uns, nur ein paar Federwolken dekorieren den Blick ins Firmanent. Bestes Wetter macht Lust auf den gestern […]

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Puy Mary

Gegen 08:30 Uhr brechen wir in Allanche auf.

Blauer Himmel über uns, nur ein paar Federwolken dekorieren den Blick ins Firmanent. Bestes Wetter macht Lust auf den gestern noch in den Wolken hängenden Gipfel der Auvergne. Nur schlappe 30 Kilometer liegen bis zum Parkplatz am Pas de Peyrol vor uns, der einen Aufstieg auf den Puy Mary in nur 30 Minuten verspricht. Später wollen wir dann noch Orchival mit seiner einmaligen Kirche besuchen.

Wir schaffen es durch eine besonders geschickte Navigation daraus ein paar Kilometer mehr daraus zu machen. Wir folgen zwischendurch der Radwegweisung zum Puy Mary und bleiben in dem kleinen Ort Le Jolan vor einem Feldweg stecken. Also wieder einmal auf engsten Straßen gewendet und zurück zur Hauptroute. 

Wir erreichen den Pas de Peyrol um 09:45 Uhr. 

Wir sind noch rechtzeitig genug, um auf dem kostenfreien Parkplatz freie Platzwahl zu haben. Eine Freiheit, die uns dazu verleitet, eine recht freie Interpretation der vorgeschriebenen Parkordnung zu wählen ;-).

gegen den Strich geparkt
gegen den Strich geparkt

Da der Parkplatz ein recht abfälliges Gefälle ist, sichern wir alle vier Räder des Womo mit großen Steinen als Vorlage.

Dann geht es mit Schwung hinauf auf in Richtung Gipfel. Der Schwung verlässt mich jedoch nach der ersten zweihundert Metern Anstieg. Es ist recht steil und Atmung sowie Kreislauf kommen gehörig in Bewegung. Hinzu kommt, dass man den Weg mit viel Aufwand befestigt und über weite Teile in Stufen gefasst hat. Der Abstand dieser Stufen widerspricht jedoch jeglich denkbaren Laufrhythmus der Gattung Homo sapiens und unterbricht diesen alle fünf Meter.

Mit anderen Worten: es ist sehr anstrengend.

Schon beim Aufstieg lohnt sich immer wieder der Blick zurück auf das tolle Gebirgspanorama im Norden. Gleich gegenüber grüßt der Puy da la Tourte, in dessen Thermik die ersten Gleitschirmabenteurer des Tages ihre Kreise ziehen. Links davon der Blick in das lange Tal der Mars.

Wir nehmen den letzten Teil des Aufstiegs in Angriff und erreichen das Gipfelkreuz gegen 10:20 Uhr. Mal die kurzen Fotopausen herausgerechnet, war die Voraussage mit 30 Minuten für den Aufstieg in unserem Beadecker Reiseführer vollkommen in Ordnung.

Das Gipfelpanorama ist sehr beeindruckend. Jeder Schritt und jeder Tropfen Schweiß beim Aufstieg ist dieses Erlebnis Wert.  Wissenswert ist noch, dass wir hier auf den Resten eines erloschenen Riesenvulkans stehen. Der Blick auf die Karthographie und das  Satellitenbild der Gegend machen dies besonders deutlich. 

Gegen 11:00 Uhr verabschieden wir uns von den tollen Aussichten hier oben und machen uns an den Abstieg. Paula gönnt sich noch einen Ausflug in unbefestigte Stiege, was uns durchaus ein wenig beunruhigt. 

Paula auf gefährlichen Abwegen
Paula auf gefährlichen Abwegen

Weiter unten am Weg noch ein nettes Erlebnis. Zwei durchtrainierte jungen Herren kommen uns entgegen. Paula murmelt ein “Bonjuor”. Beide Herren schmettern ihr einen begeisterten Gruß aus plötzlich strahlenden Gesichtern entgegen. Auch ich biete nun auch ein “Bonjour” als Gruß an und ernte nur verzweifelte Blicke und ein “Bonjour” das eher in die Kategorie Mitleid passt.

Egal, schön war es hier trotzdem.

Wieder am Womo angekommen, fahren wir ca. einen Kilometer auf der D17 in Richtung Aurillac. Hier kann man nicht nur parken. Hier finden wir auch einen Platz um Tisch und Stuhl vor einem tollen Panorama aufzustellen. So holen wir das Frühstück nach, das wir uns heute morgen in Allanche nicht gegönnt hatten, um rechtzeitig am Pas de Peyrol zu sein.

Frühstück über dem Tal der Mars
Frühstück über dem Tal der Mars

Gegen 12.20 Uhr geht es dann hinunter in das Tal der Mars.

An dieser Stelle sei noch auf eine besondere Verkehrsregelung rund um den Pas de Peyrol hingewiesen, die uns schon seit gestern beschäftigt.
Die Straßen hier sind schmal und eng. Das ist sicher der Grund, warum hier eine Art Kreisverkehrssystem eingerichtet wurde. Im ersten Teil des Tages ist das Bergmassiv rund um den LeSuc du Round nur im Uhrzeigersinn zu befahren. Im zweiten Teil des Tages nur in der entgegengesetzten Richtung. Achtet auf die Schilder, die dieses Verfahren erklären. 

Durch die Auvergne zum Lac Chambon

Wir folgen nun zunächst dem Tal der Mars, halten uns dann aber über Richtung Nordosten, überwinden Täler und Anstiege um weiter in die mittlere Auvergne vorzustoßen. Hinter Trizac finden wir gegen 13:20 Uhr einen tollen Parkplatz. Wir rollen die Schlafmatten aus und genießen für die nächste Stunde den Blick in die Täler der mittleren Auvergne und auf den Puy de Sancy in der Ferne. 

Puy de Sancy
Puy de Sancy

Dann geht es via Condat und vorbei an Super Besse (welche eine Ausgeburt der Tourismusindustrie) weiter auf die Suche nach einem Stellplatz für die kommende Nacht. Den finden wir gegen 16:00 Uhr in Murol am Lac Chambon. Ein toller Stellplatz. Zwar nicht ganz billig, aber mit allem ausgestattet, was der Wohnmobilist so braucht. Nur die Stromanschlüsse sind ein wenig triggy.

Hier nimmt man den Strom nicht von dem üblichen CEE-Stecker ab. Hier ist die französische Variante des Schuko-Steckers gefragt (der Schutzkontakt liegt nicht mit zwei Kontakten am Rad des Steckers, wie bei der deutschen Norm, sondern in einem Kontakt mitten im Körper des Steckers.) Den haben wir nicht mit dabei. Aber an der Rezeption erhalten wir kostenfrei einen entsprechenden Adapter. Toller Service.

Wir erkunden noch den Strand der Domaine du lac Chambon. Paula joggend und Steffi mit dem Rad begleitend umrunden dann den schönen Lac Chambon. Ich genieße den Blick von Norden auf den Puy Ferrand. Dann beenden wir den Tag bei leckerem Abendessen und guter Literatur.

Lac Chambon
Lac Chambon

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Morgenspaziergang und schlechtes Wetter https://www.mit-uns-entdecken.de/lot-auvergne/ https://www.mit-uns-entdecken.de/lot-auvergne/#respond Sat, 02 Sep 2017 20:08:36 +0000 http://www.mit-uns-entdecken.de/?p=5821 Vieillevie Heute Morgen um halb acht ist noch alles still im Womo. Bevor es weiter in die Auvergne geht, möchte ich mir Vieillevie näher ansehen. Ich schnappe mir die Kamera […]

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Vieillevie

Heute Morgen um halb acht ist noch alles still im Womo. Bevor es weiter in die Auvergne geht, möchte ich mir Vieillevie näher ansehen. Ich schnappe mir die Kamera und mache mich auf den Weg den Ort etwas näher zu entdecken. Der Ort wird von dem, für diesen kleinen Ort mächtigen Chateau Moyenâgeux überragt. Die hauptsächlich aus dem 13. bis 16. Jahrhundert stammende Burg wird von zwei mächtigen Türmen auf der Westseite dominiert. Die Fensterkreuze des Pallas zieren schöne Elemente die weder als gotischen noch romanisch eingeordnet werden können. Von hier aus hatten die damaligen Burgherren beste Kontrolle über jeden und jedes was sich entlang des Lot bewegte. Leider ist die Tür zur Burg heute morgen verschlossen.

Gleich neben der Burg, etwas weiter unten hin zur Straße steht die Èglise de Vieillevie. Die Kirche scheint mir recht unspektakulär. Aber gleich hinter der Kirche finde ich einen verwunschenen Pfad, der mich vorbei an verlassenen Häusern und malerische Obstgärten immer weiter nach oben führt. Vor hier aus eröffnet sich ein toller Blick über Vieillevie und das Tal des Lot. Die Sonne klettert gerade über die Berge ringsum erste mächtig Wolken mischen sich in das noch freundliche Morgenwetter.

Ich kehre zurück zum Stellplatz und besorge in dem kleinen Dorfladen noch frisches Baguette, Croissants und Schokoladenbrötchen. Das kleine Geschäft hat gerade erst geöffnet und ist offenbar ein “Ein-Frau-Unternehmen”. Ich bin dankbar für das Angebot an frischen Backwaren. Wie wir später erfahren werden, ist dies in den kleinen Orten hier hier im Zentralmassiv keine Selbstverständlichkeit.

Nach dem Frühstück packen wir zusammen. Unser Zeil ist der Puy Mary, unser erster Gipfel in der Auvergne. Bis dahin haben wir ca. 100 Kilometer vor uns. Wir hoffen die Mittagssonne oben auf dem Berg genießen zu können.

Lot, Aurilliac, Jodanne

Zunächst geht es weiter dem Fluß Lot, der hier ein schönes Tal, immer wieder gesäumt von malerischen Dörfern, in das Gebirge geschnitten hat.  In Saint-Georges biegen wird dann ab auf die D920, die uns aus dem Tal hinaufführt – nach Montsalvy und später nach Aurilliac. Hier legen wir im Einkaufzentrum am  Intermarché Super einen Stop ein, um Lebensmittel und einen Pack Mineralwasser zu bunkern. 

Anschließend machen wir und auf die Suche nach der Einfahrt in das Tal der Jordanne. Dies soll von hier aus der schönste Weg hinauf in die Auvergne sein. Unser Navi hat mal wieder eine ganz eigene Interpretation hinsichtlich des besten Weges. Nach einige Richtungsänderungen finden wir aber eine gemeinsame Linie und auch das Tal der Jordanne. 

Die Landschaft hier ist wirklich sehr reizvoll und erinnert ein wenig ans Allgäu. Nur das Hochgebirge im Hintergrund fehlt. Es sind weniger zusammenhänge Dörfer, sondern mehrheitlich einzelne Hofstellen die nun das Bild prägen. Dazwischen eng parzellierte Weiden. Acker-, Garten- oder Weinbau sind nicht mehr anzutreffen. Dafür nimmt die Dichte an Rindviechern pro Quadratkilometer erheblich zu.  

Leider hat sich inzwischen die Sonne rar gemacht. Hinter Mandailles-Saint-Julien mit seiner imposanten Burg und der mittelalterlichen Brücke über die Jordanne beginnen die ersten Serpentinen hinauf zum Puy Mary. Nicht weit entfernt von der Passhöhe finden wir einen Parkplatz mit Blick nach Süden hinunter ins Tal. Direkt unter uns die Sennereien, weiter hinten am Horizont Aurilliac.

Puy Mary im Nebel und Regen

Ein Blick nach Norden, hinauf zum Gipfel des Puy Mary genügt um zu wissen, dass es mit dem Aufstieg und mit der Mittagssonne ober auf dem Gipfel heute nichts wird. Schwere Wolken hängen über den Berg, ein unangenehmer Nieselregen hat eingesetzt und die Temperatur hat sich in Tiefen gestürzt, die uns mit einer Gänsehaut überziehen.

Daher beschließen wir hinunter ins Tal zufahren. Hier wollen wir uns einen netten Stellplatz suchen und bis zum nächsten Morgen abwarten. Vielleicht haben wir dann mehr Glück mit dem Wetter.  

Wir versuchen es zunächst in Murat und werden leider nicht fündig. Nächster Versuch in Neussargues. Hier gibt es  einen Stellplatz in unmittelbarer Nähe der Schnellstraße. Wir bekommen die Kreditkartenzahlung für den Strom nicht hin und sind auch sonst wenig angetan von dem Ort. So machen wir hier nur zwei Stunden Pause inklusive Nickerchen und fahren weiter nach Allanche.

Allanche

Hier finden wir am Ortsrand, neben dem Bahnhof der stillgelegten Bahnstrecke einen Platz für die Nacht.

Wir machen uns auf den Ort zu Fuß zu erkunden. Eigentlich eine sehr schöne kleine Stadt. Die meisten Gebäude scheinen sich um die Kirche des Frauenkloster zu scharren. Auf dem Marktplatz bricht gerade ein Zirkus seine Zelte ab. Das einzige was fehlt sind Menschen. Nur ein zwei Leute begegnen uns in der Grande Abbé de Pradt. Die zieht es in einzige geöffnete Bar. Dann sind wir wieder allein auf der Straße.

Um uns herum einer toll historische Bausubstanz, leider oft in schlechtem Zustand. Viele Geschäfte sind leergezogen. Ein wenig traurig gestimmt setzen wir unsern Abendspaziergang über die Rue Courte und den Kirchplatz fort. 

Ein wenig nachdenklich gestimmt, erreichen wir das Womo und beenden bei einem leckeren Abendessen den Tag.

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Cordes sur Ciel und Conques https://www.mit-uns-entdecken.de/cordes-sur-ciel-und-conques/ https://www.mit-uns-entdecken.de/cordes-sur-ciel-und-conques/#comments Fri, 01 Sep 2017 20:06:16 +0000 http://www.mit-uns-entdecken.de/?p=5819 Cordes sur Ciel Den Vormittag verbringen wir damit Cordes sur Ciel zu erkunden. Wir nehmen den steilen Weg hinauf zum Place Jeanne Ramel-Cals der uns gestern Abend schon dorthin führte. […]

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Stellplatz in Cordes sur Ciel

Cordes sur Ciel

Den Vormittag verbringen wir damit Cordes sur Ciel zu erkunden. Wir nehmen den steilen Weg hinauf zum Place Jeanne Ramel-Cals der uns gestern Abend schon dorthin führte. Von hier aus steigen wir über die Grand Rue de l’Horloge hinauf in eine Welt die pittoresker nicht sein kann. Der Weg durch fünf Stadtmauerringe bietet immer wieder neue Perspektiven aus Ausblicke. Enge Gassen, Mauern, Tore, Portale, Aussichten in die Landschaft lassen den Weg nie langweilig werden. 

Oben angekommen, betritt man durch das letzte Tor, der Porte du Vainqueur,  die Grand Rue Raimond VII. Wir befinden und nun in einem architektonischen Universum das uns schwer beeindruckt. Die hauptsächlich durch Stilelemente der Renaissance geprägten Kaufmannspaläste an der Grand Rue Raimond VII fesseln uns. Der überdachte Marktplatz am Place de la Halle regt unsere Fantasie an. Vor uns entsteht mittelalterliche Szenerie in der unter diesem Dach Händler Waren aller Art anbieten, Eselkarren vorbeiziehen, Kinder Leckereien stibitzen … 

Vom Place de la Bride hat man einen tollen Panoramablick nach Norden. Das Restaurant gleich nebenan hat das auch erkannt und nennt sich La Panoramique. Wir können uns nicht satt sehen, schlendern weiter auf der Rue Raimond VII., nun wieder abwärts zum westlichen Tor des inneren Mauerrings. Dann über die Rue Saint-Michel wieder hinauf zur Église Saint-Michel, die nun, um 10:40 Uhr, ihre Pforten für die Besucher geöffnet hat. Wir werfen ein Blick in das Kirchenschiff. Wie erwartet ist dieses reich ausgestattet. Auch hier wird klar – ein armer Ort war das nicht.

Musée des Arts du Sucre et du Chocolat

Ein besonderer Höhepunkt in Cordes sur Ciel soll das Musée des Arts du Sucre et du Chocolat sein. Wir glauben unserem Baedecker Reiseführer und besuchen auch dieses Haus. Der junge Mann am Empfang ist super drauf und läßt unsere Erwartungen an die Ausstellung noch weiter steigen. Als wir dann die Exponate zu sehen bekommen wissen wir: Hier waren excellente Handwerker am Werk aber keine Künstler. Die Stilistik der hier ausgestellten Werke grenzt oft an Kitsch und überschreitet diese Grenze hin und wieder. Aber die handwerkliche Ausführung nur aus gefärbter Zuckermasse verdient jeden Respekt und ist eines Besuches durchaus Wert. 

Wege finden

Zurück am Womo haben wir uns schon das nächste Ziel gesetzt. Unser Beadecker Reisführer empfiehlt den Ort Conquest.

Was nun folgt ist ein wenig exemplarisch für unsere Tour durch Frankreich. Unser Womo ist mit einen “Multimediawunderwerk” aus dem Hause Pionieer ausgestattet. Ein Gerät aus der AVIC-Baureihe mit allen Schikanen.

Das Navi in dem Teil scheint Schikanen auch zu mögen. Gerade heute wird das besonders deutlich. Beauftragt mit dem Zielort Conques, führt es uns über eine Route, die nicht immer der Logik eines schnellsten oder kürzesten Weges folgt. Gerade für schmalste Straßen im Nirgendwo scheint es eine besondere Vorliebe zu haben. Dabei gelingt es diesem, aus dem Olymp der modernen Verarbeitung von Bits, Bytes und Geokoordinaten herabgestiegenen “Device”, uns fast kreisrund um einen der vielen kleinen Orte an der Strecke herumzuführen. Nicht auszudenken, wenn wir aus dieser Schleife nicht wieder herausgefunden hätten. 
Auch der Michelin-Atlas 1 : 200 000, in dem Steffi fleißig versucht unsere Route nachzuverfolgen ist nur bedingt eine Hilfe. Die sagenhafte Vielfalt der Departementsstraßen bereitet auch dem geübtesten Vertreter der Navigation via klassischer Karte gewisse Probleme. 

So brauchen wir für die ca. 110 km nach Conques satte dreieinhalb Stunden. Nein, ich will das Stundenmittel jetzt nicht ausrechnen.  Ich könnte vor die Frage gestellt werden, ob eine Radtour durch Frankreich in diesem Fall nicht flotter gewesen wäre.

Conques

Unsere kleine Odyssee über die Straßen der Departements Tran und Aveyron bringt uns nach Conques. Den Namen verdankt der Ort Ludwig dem Frommen (778 – 840). Übersetzt bedeutet Conques soviel wie Muschel. Das Zeichen der Pilger auf dem Jakobsweg. Sie finden die seit Jahrhunderten in der hiesigen Abtei Ruhe und Andacht und in den Häusern rundum gastliche Aufnahme.

Der Ort klebt am Hang über dem Flüßchen Ouche. Im Zentrum die Abtei, umgeben von einem sehr sehenswerten Fachwerkensemble.

Die Kirche der Abtei, die Èglise Sainte-Foy bietet ein ganz anders Bild als die Kathedrale von Albi. Dort überquellenden Pracht, hier ein Ort der durch seine Schlichtheit nicht weniger auf uns wirkt. 

Wir leisten uns noch den nicht ganz günstigen Eintritt in die Schatzkammer und sind schwer beeindruckt. Was hier ausgestellt ist, ist wirklich alt. Viele Stücke aus karolingischer Zeit. Der Reliquienschrein der heiligen Fides ist sicher das Schmuckstück. Aber auch die anderen Exponate atmen Mittelalter pur. Das “A Karls des Großen” und der Heiligenschrein des Pippin sind z.B. nicht weniger beeindruckend. Leider ist das Fotografieren hier nicht gestattet. Die Website von Conques macht mit einigen Bilder Lust auf einen Besuch dieses wirklich einmaligen Ortes.

Schluß für heute

Gegen 16:50 fällt das letzte Mal der Verschluss meiner Kamera vor den nicht enden wollenden Motiven in Conques. Wir machen uns auf den weiteren Weg. Es geht hinunter an den Fluß Lot. Hier  finden wir in Vieillevie einen wunderschönen Stellplatz direkt an den Wiesen, die hinunter zum Lot führen. Der Dorfladen hat noch geöffnet. Wir nutzen gerne dessen Angebot und verbringen anschließend einen sehr schönen Abend zwischen Gärten, dem Fluß Lot und dem mittelalterlichen Dorf oberhalb des Stellplatzes. Schön, dass nun auch Paula mit dabei ist.

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Saint-Martory, Toulouse und Albi https://www.mit-uns-entdecken.de/albi/ https://www.mit-uns-entdecken.de/albi/#comments Thu, 31 Aug 2017 19:45:52 +0000 http://www.mit-uns-entdecken.de/?p=5602 Aufbruch in Bagnères-de-Luchon Der Morgen beginnt bei herbstlichen Wetter in Bagnères-de-Luchon. Die Wolken hängen tief ins Tal hinunter, die Feuchte des nächtlichen Dauerregens erfüllt noch die Luft. Wir müssen aufbrechen.Um 13.00 […]

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Aufbruch in Bagnères-de-Luchon

Der Morgen beginnt bei herbstlichen Wetter in Bagnères-de-Luchon. Die Wolken hängen tief ins Tal hinunter, die Feuchte des nächtlichen Dauerregens erfüllt noch die Luft. Wir müssen aufbrechen.

Um 13.00 Uhr wollen wir am Flughafen in Toulouse unsere Tochter Paula mit an Bord nehmen. Später wird es dann vielleicht Richtung Albi weitergehen. Mal sehen was der Tag so bringt.

Um 09:40 Uhr starten wir und kommen auf der D 125, immer dem Flüsschen La Pique folgend, gut voran. Schon kurz vor 10:00 Uhr erreichen wir Cierp-Gaud, wo die La Pique in die Garonne mündet. Damit wird nun die Garonne zu unserem Leitfaden für die Strecke bis nach Toulouse. Ein ganzes Stück weiter weist uns ein Schild auf das Kloster Abbaye de Bonnefont en Comminges hin. Wir sind neugierig und haben noch Zeit. Wir verlassen die Straße entlang der Garonne und fahren hinauf nach Arnaud-Guilhem. Hier weist wieder ein Schild den Weg zu dem Kloster aber auch darauf hin, daß der Weg für Wagen über sechs Meter Länge tabu ist. Davor haben wir Respekt, brechen den Abstecher ab, drehen eine kleine Schleife und erreichen in Saint-Martory wieder die Garonne. 

Saint-Martory

Die Architektur und das Ortsbild begeistern uns und wir beschließen eine Ortsbesichtigung einzuschieben. Einen Parkplatz finden wir an der Avenue du Gillon direkt am Ufer der Garonne, die hier zu einem respektablen Fluss herangewachsen ist. 

Zunächst besuchen wir schön erhaltene Église Saint-Martory, die mit tollen Details an der Fassade und im Innenraum glänzt. Etwas Besonderes ist der Menhir im Kirchhof. Erst 1850 fand der Menhir seinen Weg aus der unmittelbaren Umgebung von Saint-Martory hierher. 

Wir schlendern durch die Rue du Centre. So wie uns die historische Bausubstanz begeistert, so erschrocken sind wir über deren Zustand. Irgendwie erinnert mich der, an das Erfurter Andreasviertel vor der Wende. Verfall an allen Ecken und Enden. Hier merken wir deutlicher als bisher, das Frankreich ein Problem hat. Wenn man in einem solchen Haus wohnen muss, ist es sicher schwer, sich einer “Grande Nation” zugehörig zu fühlen.

 

Runden drehen am Flughafen Toulouse

Wir bleiben für den weiteren Weg zunächst abseits der Autobahn. Wir hoffen noch so auf noch mehr interessante Orte zu stoßen und werden z.B. in Martres-Tolosane fündig.  Um 12:30 Uhr wechseln wir dann bei Carbonne auf die A64. Nur so können wir es schaffen, um 13:00 Uhr am Flughafen zu sein, den wir auch rechtzeitig erreichen.

Mittels Googel-Earth und Google-Streetview hatten wir den Treffpunkt mit Paula auf plus-minus 20 Meter genau geplant. Ort des Rendezvous sollte der Ausgang des Terminals D sein. Laut den o.g. Quellen ein leicht anzufahrendes Ziel. Auch Parkplätze sollten nach den Satellitenbildern kein Problem sein. Sollten!!!

Die direkte Zufahrt zum Terminal D ist aus uns unergründlichen Umständen gesperrt. Alle Parkplätze sind nur für eine Fahrzeuge bis zu einer Höhe von 2,75 Metern zugelassen. Wir messen 2,80 Meter. Auch zeitlich haben wir uns verspekuliert. Paula sitzt im Flieger fest, da kein Shuttelbus bereit steht. Alles ganz wunderbar!!!

Steffi macht sich zu Fuß auf den Weg zum Ankunftsterminal und ich beginne mangels Parkmöglichkeiten Runden zu drehen. Vorbei an Parkhaus 1, Parkhaus 2, Parkplatz 3, über Kreisverkehr Round-Point de la Tour (welch treffender Name für meine Situation) über die Avenue de Londres wieder zum Parkhaus 1 usw.

Nach der zweiten Runde fahre ich einfach in den Parkplatz 3 ein, der ja direkt an meiner Runde liegt und kaum belegt ist. Ich quetsche mich durch die enge Einfahrt, die bestimmt nicht für Wohnmobile gemacht wurde, bis an die Schranke. Als ich das Ticket ziehn möchte, stelle ich fest, daß die Einfahrt nur mit einem gültigen Flugticket möglich ist. Super!!!

Also ganz ganz langsam zurücksetzen in diesem Nadelöhr. Dieses Manöver treibt mir ein paar Schweißperlen auf die Stirn, die in den nächsten gefühlten 10 Runden – Parkhaus 1, Parkhaus 2, Parkplatz 3, über Kreisverkehr Round-Point de la Tour … ;-) trocknen können. 

Zwischendurch kann ich Steffi via Handy erreichen. Sie hat inzwischen Paula gefunden. Wir verabreden einen Treffpunkt an meiner Runde. Um 13:42 Uhr sind beide dann an Bord.

Wir steuern über die Autobahnen und Schnellstraßen von Toulouse und halten dabei Familienrat, welches unser nächstes Ziel sein soll. Wir entscheiden uns für Albi. 

Albi

Albi –  das Wunder in Backstein. Wir erreichen die Stadt gegen 15:20 Uhr auch in der Absicht hier auch die Nacht zu verbringen. Dafür haben wir zwei Alternativen. Den Stellplatz an der Chemin de Pratgraussals, der sich, wie sich herausstellt,  in unmittelbare Nähe vom städtischen Klärwerk befindet und für uns, nach einer Besichtigung, nicht in Frage kommt. Um die Alternative zu erreichen müssen auf die andere Seite der Tran, die die Stadt mit ihren Wasser teilt. 

Im historischen Stadtzentrum und an der Kathedrale angekommen, müssen wir feststellen, daß der Stellplatz unterhalb der Kathedrale komplett belegt ist. So suchen wir uns den nächsten möglichen Parkplatz, den wir nach einigem Suchen in der Rue des Chalets finden. Wir machen uns von hier aus zu Fuß auf den Weg um die Stadt zu erkunden. 15 Minuten später stehen wir vor der Cathédrale d’Albi. 

Cathédrale Sainte-Cécile

Wir treten ein und stehen in einem ganz eigenem Universum. Die Ausmaße des Kirchenschiffs die Pracht der Ausstattung sind riesig. Der filigran aus Kalkstein geschnittene Lettner im Flamboyantstil mit seinen vielen Details  – atemberaubend. Die Darstellung des Jüngstens Gerichts überwältigt den  Betrachter mit ihrer gewaltigen Bildsprache. Die Fresken an der Decke, dominiert von blauen, goldenem und weißen Tönen  – unvergleichbar. Im großen Chor hinter dem Lettner kann der Blick nicht ruhen, angesichts der überquellenden aber wohlgeordneten Details über all im Raum.

Der wirklich gute Audioguide in deutsch begleitet uns die nächsten zwei Stunden ist eine hervorragende Hilfe um dieses Wunderwerk zu erkunden.  

Gegen 17:30 Uhr betreten wir wieder den Place Sainte-Cecilie und sind zurück in der Wirklichkeit.

Von außen erscheint die der Heiligen Cecilie geweihte Kathedrale überraschend Schlicht. Kein Zierwerk schmückt diesen größten Backsteinbau der Welt. Nur über dem Eingangsportal findet man draußen die für die Kathedralen hierzulande üblichen Pracht.  

Wir schauen noch kurz in die Église Saint-Salvy und schlendern dann durch die historische Altstadt von Albi. 

Dann geht es zurück zum Womo, wir haben uns mit Courdes-sur-Ciel eine neues Tagesziel ausgesucht.

Cordes sur Ciel

Schon auf dem Weg dorthin erkennen wir welchen Schatz wir uns hier ausgesucht haben. Auf einen weit sichtbaren Berg thront die mittelalterliche Stadt. Wand an Wand kleben die Häuser wie Waben an einem Bienenstock. Wir finden den Stellplatz unterhalb des nördlichen Stadtrandes. Vor hier aus sind es nur fünf Minuten Fußweg über einen steilen Stieg bis zu Place de la Bouteillerie, dem Eingang in die historische Altstadt. Die heben wir uns aber für morgen Vormittag auf. Es ist inzwischen 19:30 Uhr und wir haben jetzt ein gutes Abendessen nötiger als einen weiteren Architekturgenuss. 

Gleich am Platz finden wir das tolle Bistro Cordais mit seiner wunderbaren Terrasse auf der wir die nächsten zwei Stunden verbringen. Bei sehr leckerem Essen (ich gönne mir ein Cassoulet auf Toulouser Art) genießen wir den Blick über das Tal der Cerou und den Sonnenuntergang über den dahinter liegenden Bergen. Morgen werden wir uns Zeit für diesen traumhaften Ort nehmen.

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Abschied vom Atlantik – hinauf in die Pyrenäen https://www.mit-uns-entdecken.de/pyrenaeen/ https://www.mit-uns-entdecken.de/pyrenaeen/#comments Wed, 30 Aug 2017 19:07:39 +0000 http://www.mit-uns-entdecken.de/?p=5598 Gestern hatten wir Bergfest auf unserer Tour. Die erste Hälfte unseres Urlaubs ist leider schon wieder vorbei. Übermorgen werden wir in Toulouse sein um unsere Tochter Paula mit an Bord […]

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Gestern hatten wir Bergfest auf unserer Tour. Die erste Hälfte unseres Urlaubs ist leider schon wieder vorbei. Übermorgen werden wir in Toulouse sein um unsere Tochter Paula mit an Bord zu nehmen. Da wir nun schon soweit südlich sind, beschließen die nächsten beiden Tage den Pyrenäen zu widmen.
Bevor es los geht aber noch unser Stellplatztipp von der vergangenen Nacht:

Vorher aber müssen wir noch einem kleinen Familienaberglauben gerecht werden. Am Tag der Abreise muß man dem Meer, an dem man gerade ist, persönlich auf Wiedersehen sagen. Dann klappt es auf jeden Fall mit der Rückkehr an dessen Gestade. 

Moliet-et-Maa

Also fahren wir heute morgen zunächst an den Strand von Moliet-et-Maa. Jetzt gegen 09:30 Uhr ist hier noch nicht viel los. Erst wenige badelustige und Spaziergänger sind auf dem unglaublich breiten Strand anzutreffen. Wir erledigen unsere Pflicht des Abschieds vom Atlantik mit einem Fußbad und stapfen durch den tiefen, von der Nacht noch feuchten Sand, zurück in Richtung Womo. Als wir wieder festen Boden unter den Füßen haben, beginnt die hiesige Flaniermeile, die Avenue de l’Oecan, langsam zu erwachen. Bars und Restaurants haben zwar noch geschlossen, die Souvenir- und Klamottenläden aber öffnen gerade ihre Türen und an einer Boulangerie hat sich eine lange Schlage gebildet. Wir reihen wir uns für die nächsten 15 Minuten ein, um uns mit frischen Baguettes, Croissants und Schokoladenbrötchen einzudecken.

Weiter – die Pyrenäen sind das Ziel

Gegen 10:15 Uhr starten wir. Es ist Höchste Zeit, denn bis zum Col de Tourmalet liegen gute 200 Kilometer vor uns. Wir vertrauen dem Navi und lassen uns über Lèon, Saint-Geoures und Saubusse bei Peyrehorade auf die Autobahn 64 leiten. Die Landschaft ändert sich merklich. Weg von den Kiefern- und Pinienwäldern, hin zu einer satten, von Gräben und Flüssen durchzogenen Hügellandschaft. Wir durchqueren viele kleine und scheinbar verschlafene Ortschaften. Hin und wieder säumen alte Alleen die Straße. Fast eine Stunde brauchen wir bis zur Autobahn.

Von dort an geht es schneller voran. Die Autobahn ist im tadellosen Zustand. Baustellen und Staus scheinen hier unbekannt zu sein. Wir gleiten dahin. Rechts von uns erhebt sich langsam die Gebirgskette der Pyrenäen. Wir passieren Pau und verlassen gegen 12:20 Uhr die Autobahn bei Tarbes.

Damit liegt der größte Teil der heutigen Strecke schon hinter uns. Nun geht es aber deutlich langsamer voran. Unser Navi wählt die D 935 für unseren Aufstieg zum Col Tourmalet. Wir folgen ihr immer entlang des Tals, dass das Flüsschen L’Adour in die Landschaft geschnitten hat.

Die Ortsbilder sind hier ganz anders als am Atlantik. Mehrstöckige Häuser reihen sich an den langen Hauptstraßen der Orte die parallel zum Fluß verlaufen. Zunächst ist die Landschaft flach, geschaffen durch den Fluß, in den Millionen von Jahren seit der Auffaltung der Pyrenäen Schotter in die Ebene trug. Spätesten ab Sainte-Marie de Campan  geht des deutlich bergauf. Hinter Artigues  beginnen die ersten Serpentinen. Oberhalb des Ortes legen wir einen Fotostopp ein. Eine markante Schneise durch den Wald bietet einen Blick nach Süden in das Tal des L’Adour de Gripp. Im Osten leuchtet der Pic de la Ballonque in der Sonne. Wir fahren weiter und erreichen kurze Zeit später die Baumgrenze bei ca. 1600 Höhenmetern.

Col du Tourmalet

Wir erreichen La Mongie und erkennen wie der Massentourismus einen Ort mit seinen Hotelzweckbauten entstellen kann.  Es wird immer steiler. In einer Kehre der Serpentinen müssen wir in den ersten Gang herunterschalten. Trotz 150 PS bei 3,5 Tonnen Gesamtgewicht. Langsam zu fahren ist hier aber noch auch einem anderen Grund angesagt. Schon seit Artigues weisen Schilder auf die Radfahrer hin, die sich diesen Anstieg antun. Und es sind nicht wenige, viele davon sind in Seniorenalter. Respekt, denn für jeden Radfahrer hier oben.  Es ist einfach unglaublich steil.

Dann ist der Col du Tourmalet (2116 m) erreicht. Dieser legendäre Pass, der für jeden Fan des Radsports sowas wie eine Ikone ist, bietet einen tollen Ausblick nach Westen. Pic du Tourmalet (2486 m), La Taoulet (2341 m), Pic de Penne Blanque (2441 m) bestimmen das Panorama in Richtung Westen. Auf der Straße sind in großen Lettern die Helden der vorletzten Tour de France verewigt. 

Für alle die mal bei schönen Wetter in der Nähe sind: Auf jeden Fall hier herauffahren und die Aussicht genießen!

Col d’Aspin

Wir überqueren den Pass und fahren ein weinig hinunter, um auch die Aussicht nach Osten genießen zu können. Dann geht es für uns zurück bis nach Sainte-Marie de Campan. Von dort nehmen die D 918 um auf den Col d’Aspin zu gelangen. Hinweisschilder belehren uns darüber, daß wir uns nun auf der historischen Route der Tour de France von 1910 befinden. Auch hier auf den Schildern die Bitte um Rücksicht auf die Pedalritter, die diesen Pass zu ihrem Ziel erklärt haben. 

Dabei erinnere ich mich an eine Kino-Komödie die in meiner Jugend zum Gassenfeger wurden und uns viel Spaß bereitete: Schussfahrt nach San Remo

Oben angekommen halten wir an und genießen die Aussicht und die Bergidylle zwischen den frei laufenden Rindern. 

Nun gehen wir den vermeintlich letzten Abschnitt der heutigen Tour an. Im nächsten Tal, in Arreau, wollen wir den örtlichen Stellplatz für die kommende Nacht nutzen. Wir kurven mehrfach durch die engen Straßen des Ortes und umrunden ihn einmal auf der Umgehungsstraße. Erst dann finden wir Stellplatz. Leider zu spät, gerade belegt ein Womo den letzten Stellplatz.  Wir sind ein wenig frustriert. 

Bagnéres-de-Luchon

Uns bleibt nichts als nach Bagnéres-de-Luchon weiterzufahren. Eine Passstraße und 40 Kilometer sollten aber heute noch zu schaffen sein. Es geht zunächst hinauf zum Col de Peyresourde. Auf den Weg hinunter sind wieder die Helden der Tour de France auf den Asphalt gezeichnet.

In Bagnéres-de-Luchon finden wir recht schnell den ersehnten Stellplatz.

Wir machen die Räder bereit um den Ort zu erkunden.

Wir entdecken einen Kurort, den man gerade noch – oder gerade nicht mehr – mondän nennen könnte. Es ist eine seltsame Mischung aus langsam vergehender Pracht und offenen Verfall. Trotzdem oder gerade deswegen ist dieser Ort in unseren Augen sehr reizvoll. 

Pächtige Hotelfassaden, das alte Kurhaus im klassizistischen Stil, die Therme aus den siebziger Jahren, tolle Jugendstilvillen und ein vom Verfall angeschlagenes Casino bleiben uns von diesem Abend in Erinnerung. Auf jeden Fall aber auch die rüstigen Boulespieler in der Avenue J Boularan. Der ungekrönte König unter ihnen schaffte es bei vier von fünf Würfen die jeweils führende Kugel kurzerhand aus der Konkurrenz zu schlagen. 

Das angebrannte Entrecote im Hotel Francois wird mein Gedächtnis hoffentlich bald verlassen. 

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