Spanien Archive - Zugvogel - ein Reiseblog https://www.mit-uns-entdecken.de/tag/spanien/ Fri, 24 Jan 2025 19:47:10 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 https://www.mit-uns-entdecken.de/wp-content/uploads/2018/09/cropped-favicon_-Zugvogel-1-32x32.png Spanien Archive - Zugvogel - ein Reiseblog https://www.mit-uns-entdecken.de/tag/spanien/ 32 32 125620668 Frankreich und Spanien 2018 ein Fazit https://www.mit-uns-entdecken.de/frankreich-und-spanien-2018-ein-fazit/ Thu, 16 Aug 2018 19:19:18 +0000 http://www.mit-uns-entdecken.de/?p=15173 Es war schwer sich für ein Beitragsbild zu diesem Blog zu entscheiden. Soll es doch repräsentativ für unsere Reise nach Frankreich und Spanien sein, für die wir uns im Mai […]

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Es war schwer sich für ein Beitragsbild zu diesem Blog zu entscheiden. Soll es doch repräsentativ für unsere Reise nach Frankreich und Spanien sein, für die wir uns im Mai 2018 einen Monat Zeit nahmen. Ich habe mich dann für dieses kleine Motiv entschieden. Es kam uns am Abend des ersten Mai vor die Linse. Einem der stimmungsvollsten Abende auf unsere Reise. 

Die Reiseroute

Jetzt, über 3 Monate nach der Rückkehr, ist es an der Zeit einen kleines Fazit unserer Reise nach Frankreich und Spanien im Mai diesen Jahres zu ziehen. Wir waren einen Monat unterwegs und haben mit einem geliehenen Wohnmobil über 7.800 Kilometer zurückgelegt.

Die Route führe uns nach Südwestdeutschland. Vor hier aus ging es quer durch die Auvergne und in das Périgueux. Anschließend fuhren wir über Bordeaux an die Französische Atlantikküste. Von dort folgten wir der Küste der Biscaya an in die spanische Grenze. Weiter ging es durch Kanatabrien, Asturien und Galicien bis wir am Cabo Finistrerra auf den offenen Atlantik stießen. Dann ging es ein kleines Stück zurück nach Osten um Santiago de Compostella und Lugo zu besuchen.

Nun hielten wir und nach Südosten und überquerten die westlichen Ausläufer des Kantabrischen Gebirges. Dann ging es nach Süden durch die Extremadura. Zamora, Salamanca, Cáseres, Médrida und natürlich Sevilla waren die Höhepunkte auf unserem Weg durch diese karge Landschaft.

Vorbei an Ronda erreichten wir das Mittelmeer. Von der Costa de Sol bis zur Costa Blanca folgten wir vorwiegend dem Küstenverlauf. Hier und da unternahmen wir aber auch einen Abstecher ins Landesinnere, z.B. zum Kloster Montserrat bei Barcelona. 

Weiter ging es dann an der Französischen Mittelmeerküste bis an der Rand der Camargue. Dann zog es uns nach Norden. Dem breiten Tal der Rhone folgend unternahmen wir Abstecher an den Mont Ventoux, an die Ardéche und in das Vercors. Über Lyon und Muhlhouse ging es zum Abschluss wieder zurück nach Deutschland.

Im Rückblick eine gewaltige Strecke die uns unendliche viele Entdeckungen, Eindrücke und Erlebnisse bescherte. Lange werden wir noch von dem Erlebten zehren und die Reise hat Lust auf mehr gemacht. 

Die Highlights

Natur und Landschaft

Das die Auvergne zu den schönsten Landschaften Frankreichs gehört, konnten wir schon im letzen Jahr erfahren. Begeistert waren wir aber auch vom Périgueux mit seinen alten Städten an der Dordogne und ihren Nebenflüssen. Das Bordolais fanden wir hingegen weniger schön. Es mag an den endlosen “Weinäckern” gelegen haben, die die Landschaft bis an den Horizont prägen.

Fantastisch hingegen war die Küste im Norden Spaniens. Die Autovía del Cantábrico führte uns zwischen der Küste und dem Kantabrischen Gebirge entlang. Immer wieder gab es tolle Aussichten. Weiter draußen am Meer war sicher die Sierra de la Campeleda einer der landschaftlichen Höhepunkte. Schroff erhebt sich hier das Gebirge aus der Biscaya. Mit über 600 Metern Höhe gibt es hier die höchsten Klippen Europas. Gleich nebenan fanden wir den verwunschen wirkenden Wallfahrtsort San Andres de Teixido.

Herausragend war sicher auch unserer Besuch am Cabo Finisterra. Von ganz eigener Art war die Extremadura, eine gewaltige trockene Hochfläche, von der wir in der Ferne immer wieder schneebedeckte Gipfel sehen konnte. An der Küste des Mittelmeeres fuhren wir immer wieder auf spektakulären Küstenstraßen mit tollen Aussichten und romantischen Buchten. 

Zurück in Frankreich durften wir die Canyons der Adrèche und das Vercors als landschaftliche Höhepunkte auf unsere Reise besuchen.

Städte und Architektur

Große Städte und Kleinode in der Provinz begleiteten uns genauso wie jahrhundertealte Architektur mit christlichen und maurischen Wurzeln. Hin und wieder gab es aber auch Spuren der Moderne wie in Bilbao oder Aviles. Wirklich herausragend für uns waren die Städte Bordeaux, Saralat, Bilbao, Santiago des Compostella, Salamanca (OMG wie schön), Càceres, und Sevilla natürlich. Es muss aber nicht immer ein Superlativ wie Sevilla sein. Im Französischen Pellegrue oder im Spanischen San Vicente de la Barguera und Tossa de Mar fanden wir liebenswerte Städtchen mit beeindruckender Architektur und Geschichte. 

Aber auch die Römischen Spuren in Lugo, Mérida und Arles sowie die grandiose Pont du Grande haben uns schwer beeindruckt. Ungewöhliche Details machten die Reise in ihrer ganz eigenen Art interessant. Da war diese Mikwe in Montignac, die einmalige Felsenburg Roque Sait-Christophe, das malerische La Roque-Gageac und die Burg in Zahara de la Sierra. 

Als absolute Höhepunkte müssen wir den Real Alcázar und die Kathedrale in Sevilla herausheben.

Kathedrale Sevilla, Hauptaltar Retable

Kunst und Krempel

Es mag seltsam klingen, aber die Friedhöfe in Frankreich und Spanien scheinen uns ein Geheimtipp sein zu. In Pellegreue und San Andres des Texico lernten wir eine so ganz andere Art kennen, mit dem Tod umzugehen, als in unsere Heimat üblich. 
Großartig an der Reise war die Entdeckung von Kunst aus so vielen unterschiedlichen Epochen. Von den über 20.000 Jahre alten Höhlenmalereien in Lascoux, über römische Artefakte in Mérida oder Arles, den maurischen Spuren in Sevilla und Mérida, den großartigen mittelalterlichen in Kunstwerken in den vielen Kirchen und Kathedralen auf dem Weg, bis hin zur Werken der Moderne im Kunstmuseum von Montserrat reichte dabei die Spanne. 

Neben den Kirchenausstattungen in Santiago de Compostella, Lugo, Zamora, Cáceres und Sevilla war der Gobelinsaal in Zamora einer von vielen Höhepunkten. 

Gobelinsaal
Zamora, Kathedrale, Gobelinsaal

Die Sache mit dem Glauben

Religiösität und Spiritualität begleiteten uns auf dieser Reise in unbekannter Intensität. Das lag sicher daran. dass wir teilweise den berühmten Pilgerwegen nach Santiago de Compostella und weiter nach Finsterra folgten. Am Camino del Noorte, dem Camino Francés, der Via de la Plata und dem Camino Fisterra sahen wir so viele Pilger mit gequälten Körpern und lächelnden Gesichtern. Die Stimmung unter den Pilgern an den Zielen ihres Weges am Cabo de Finisterra und auf dem Praza do Obradorio in Santiago beeindruckten uns sehr. 

Alle Kirchen an unserem Weg, ob kleine Kapelle wie in San Andres de Teixido oder riesig wie die Kathedrale in Sevilla waren immer auch lebendige Heimstadt des Glaubens. Wir trafen dabei nicht nur ältere Menschen. Gerade in Spanien waren auch viele jüngere Menschen in den Gotteshäusern ständige Gäste. In Erinnerung blieben uns “Carlos” an dern Büste des heiligen Jakobs in Santiago den Compostela, das junge Paar in der großartigen Kathedrale in Sevilla oder die Betenden im Himmelfahrtstag in der Kathedrale Santa Maria in Lugo, die uns zu Tränen rührten. 

Parroquia de Santiago de los Caballeros, Cáceres

7.838 Kilometer und 30 Tage waren eine gute Investition

Ohne Frage, wir würden es wieder tun. Diese Reise brachte so viele neue Perspektiven, Erfahrungen und Entdeckungen, dass wir Lust auf eine andere Form des Lebens bekamen. Wir hätten gerne um viele Wochen verlängern wollen. Andererseits gab die Reise aber auch Kraft für das, was uns im Alltag der nächsten Monaten fordern wird.

30 Tage, 7.838 Kilometer

Alle Beiträge der Reise auf einen Blick

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Pineda de Mar – Tossa de Mar – Roses https://www.mit-uns-entdecken.de/pineda-de-mar-roses/ Fri, 18 May 2018 20:42:16 +0000 http://www.mit-uns-entdecken.de/?p=8238 Es geht von Penida de Mar nach Roses. Wir besuchen unterwegs den großartigen botanischen Garten Jardí Botànic Marimutra in Blanes und die sehr schöne Altstadt Tossa de Mar. Wir sind […]

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Es geht von Penida de Mar nach Roses. Wir besuchen unterwegs den großartigen botanischen Garten Jardí Botànic Marimutra in Blanes und die sehr schöne Altstadt Tossa de Mar. Wir sind entsetzt von den Betonschluchten in Lloret de Mar, cruisen über malerische Küstenstraßen und finden am Ende des Tages mit Roses einen sehr schönen und großzügigen Ferienort.

Morgen auf dem Camingplatz En Mar in Pineda

Heute morgen wird klar, warum wir Camingplätze lieber meiden. Es geht uns nicht um die höheren Kosten, denn die sind meist berechtigt. Bietet doch so ein Campingplatz einiges mehr an Komfort, als dass auf Stellplätzen üblich ist. Es sind eher die Camper selbst, die hin und wieder seltsame Wesenszüge an den Tag legen. Ein besonders krasses Beispiel ist heute morgen unserer Nachbar linker Hand. Schon gestern griff er empört ein, als wir die nach seiner Auffassung falsche Steckdose zur Stromversorgung für unser Mobil nutzen. Auch bei der unvermeidlichen Verlegung des Kabels über seine Parzelle, hatte er manches zu bemängeln. Nach dem Frühstück heute morgen konnte er erst dann zufrieden den Tag im Campingsessel fortsetzen, nachdem er aber auch wirklich jeden Krümel, welchen ein solches Frühstück im Freien nun mal mit sich bringt, von seiner Parzelle verbannt hatte.
Dann schweifte sein kritischer Blick über die Aktivitäten seiner Nachbarn und weit darüber hinaus.

Nein, das müssen wir nicht haben. Am besten irgendwo frei stehen, natürlich mit dem entsprechenden Respekt gegenüber der Natur oder dem Ort in dem man zu Gast sein darf.

Jardí Botànic Marimutra

Nach dem wir in der Rezeption unsere Schuld für die vergangene Nacht beglichen haben, machen wir uns auf den weiteren Weg. Die erste Etappe wird eine recht kurze. Gleich zwei Orte weiter, in Blanes, hat Steffi im Reiseführer den Botanischen Garten Jardí Botànic Marimutra ausgemacht. Er wurde von einem Deutschen angelegt. Das scheint uns irgendwie spannend zu sein und wir wollen erfahren welche Geschichte dahinter steckt. Spannend wird aber erstmal die Anfahrt zu dem Garten. Die Straße ist eng und geht steil bergan. Leider ist es keine Einbahnstraße, die Gegenverkehr ausschließen würde. Bei einigen Begegnungen und in einer engen Haarnadelkurve wir es echt kitzlig.

Die Sache mit den Kameras

Wir erreichen den Garten, die Parkmöglichkeiten sind nochmal 400 Meter entfernt. Wir packen die Kameras, hoffen auf tolle Bilder und machen uns auf dem Weg zum Eingang. An der Kasse werde ich skeptisch beäugt. Meine Kameras (zwei Spiegelreflexkameras) behagen der Dame an der Kasse überhaupt nicht. Ja man könne im Garten natürlich fotografieren teilt sie uns mit, aber mit solchen Kameras wären 60 €!!! für die Fotoerlaubnis fällig. Ich bin ein wenig perplex und versuche zu erklären, dass mein fotografisches Interesse ein ausschließlich privates sei und ich keinerlei kommerzielle Absichten verfolge. Es nützt nichts. Wären die Kameras übrigens von einem anderen Hersteller hätte man kein Problem. Was soll man dazu sagen.

Ich beuge mich dem Diktat und schleppe meine Kameras in den nächsten zwei Stunden ausschließlich zum Zweck der körperlichen Ertüchtigung mit mir herum. Das florale Wunder um uns herum wird ersatzweise auf dem Handy abgelichtet.

Die Gärten im Jardí Botànic Marimutra

Der Garten selbst ist jedoch sehr schön und lohnt den Besuch auf jeden Fall. Die Anlage gliedert sich in drei Teile, in denen verschiedene, ineinander übergehende Themengärten zu bestaunen sind. Am spektakulärsten ist sicher der dritte Garten, der direkt an den Klippen über dem Meer liegt. Hier gibt es die schönsten Aussichten der Anlage. Breite Treppen gesäumt von farbenfrohen Hecken und zu Kegeln gezogenen Zypressen führen dorthin hinab. Es gibt hier den Goetheplatz und einen Linné-Tempel!!! Der zweite Garten ist als großer Plamengarten angelegt. Im ersten Garten gibt es verschiedene Blicke in den florale Welt. Die Themengärten hier widmen sich Mexiko, den afrikanischen und amerikanischen Trockengebieten und Makronesien.

  • Mittelmeergarten - Jardí Botànic Marimurtra
  •  Epikus-Treppe - Jardí Botànic Marimurtra
  • Epikus-Treppe - Jardí Botànic Marimurtra
  • im Mittelmeergarten - Jardí Botànic Marimurtra
  • Plamengarten - Jardí Botànic Marimurtra
  • Dattelpalme - Jardí Botànic Marimurtra
  • Datteln - Jardí Botànic Marimurtra
  • Datteln - Jardí Botànic Marimurtra
  • Garten amerikanische Trockengebiete - Jardí Botànic Marimurtra
  • Garten amerikanische Trockengebiete - Jardí Botànic Marimurtra
  • Garten afrikanische Trockengebiete - Jardí Botànic Marimurtra

Carl Faust

Ach ja, wir wollten ja noch erkunden, wer dieser Deutsche war, der den Grundstein für diese Anlage legte. Carl Faust war ein deutscher Kaufmann der seinem Beruf in Spanien nachging. Seine Berufung war allerdings die Botanik. Er bildete sich im Selbststudium weiter und erfüllte sich ab 1928 hier in Blanes, auf 15 Hektar über dem Meer seinen Lebenstraum. Eine kurze, aber schöne Geschichte.

Gegen 12:00 Uhr verlassen wir diesen schönen und für den Fotoamateur durchaus zwiespältigen Ort und machen uns auf den Weg entlang der Küste nach Nordosten.

Lloret de Mar

Lloret de Mar

Wir passieren Lloret de Mar. Um das hiesige Flair zu beschreiben zitiere ich nun ungekürzt den entsprechenden Eintrag in unserem Baedecker Reiseführer (Baedecker Spanien, 16. Auflage 2016, Seite 335):
“Was El Arnenal für Mallorca, ist Lloret de Mar für die Costa Brava: Diskos, Lärm, Bars, Alkohol, englische Pubs und deutsches Schnitzel für massenhaft junges Publikum – vor allem Britten, Deutsche und Holländer – , das die Hotelbetten nur vormittags für eine kurze Erholungspause vor der nächsten Fete aufsucht. Spanien findet man in den Betonschluchten Llorets nicht, aber das sucht hier auch keiner”
Diese “Verlockungen” liegen so gar nicht auf unserer Wellenlänge. Das örtliche Tourismus-Marketing bemüht sich zwar mit großflächigen Plakaten diesem negativen Image entgegenzuwirken – Familienurlaub, Strand, Papa mit Lieblingstochter beim Schnorcheln und so. In unserem Fall bleibt das ohne Erfolg. Das mag auch daran liegen, dass wir recht aktuelle persönliche Berichte aus Llorett kennen, die das Zitat aus dem Reiseführer lebendig werden lassen. Für uns Grund genug dieser touristischen Ausgeburt keine Minute unserer kostbaren Urlaubszeit, außer der unvermeidlichen Ortsdurchfahrt, zu schenken.

Tossa da Mar

Wir suchen eine Parkplatz

Ganz anders als Llorett kommt Tossa de Mar daher.

Zunächst gilt es hier aber einen Parkplatz zu finden. Das ist gar nicht nicht so ganz leicht und eine eigene kleine Geschichte Wert:

Mitten in der Stadt finden wir die offenbar letzte unbebaute Fläche die als Parkplatz dient. Ein unbefestigter sandiger Platz, umzingelt von in Beton gegossenen Appartment- und Ferienanlagen. Man kann fast spüren, wie sie ihre Tentakeln auf dieses letzte freie Idyll für verzweifelte, parkplatzsuchende Automobilisten ausstrecken. Die Einfahrt schützt ein Pförtnerhäuschen. Der Insasse wird angesichts unseres Wohnmobils fast aggressiv und versucht sein Heiligtum vor dieser Gattung Fahrzeuge zu schützen. Übernachten, kochen oder  Campinggestühl  – das alles ist hier streng verboten. Erst als wir signalisieren, dass wir nur zwei bis drei Stunden parken wollen, um uns den Ort anzusehen, erlangen wir die Gnade des Einlasses auf diesem Platz.

Der Strand

Wir schlendern hinunter zu Strand. In einer Bucht gelegen, an der sich der Ort entlang zieht, ist er einfach sensationell. Alle Klischees die ich so vom Mittelmeer habe werden hier bedient. Allem voran das blaue Meer am weißgelben Stand. Kleine Wellen plätscher bei leichtem warmen Wind an das Ufer. Ein reger Schiffsverkehr bunter Barkassen zieht weiter weiter draußen seine Bahnen. Am Strand tummeln Badegäste die die Sonne genießen. Wer meint mehr Power zu brauchen, kann sich ein Speed(schlauch)boot ausleihen. Hinter der Uferstraße das alte und neue Tossa, getrennt durch den Riera de Tossa, der unter am Strand in das Meer mündet. Rechts das alte Fischerdorf und der alte Festungsberg, links die modernen Ferienhotels und -appartments.

  • Tossa de Mar
  • Tossa de Mar

Ava Gardner

Wir entscheiden uns für die rechte Seite. Der Berg auf dem sich die alte Festung und ein Teil der Altstadt befindet ist grandios, schon der Blicke wegen, die man von hier oben auf die Bucht von Tossa hat. Die Statue von Ava Gardner lässt jeden (zumindest jeden männlichen) Besucher hier eine Minute länger verweilen und ist einen beliebter Fotospot. Ava Gardner war einer der weiblichen Superstars der Traumfabrik Hollywood in den 40er und 50er Jahren des letzten Jahrhunderts . Dass sie hier steht, ist der Tatsache zu verdanken, dass Ava Gardner in dem Traumfabrikschinken “Pandora und der Fliegende Holländer” hier am Drehort in Tossa die Rolle der Pandorra spielte.

Ava Gardner

Der Burgberg von Tossa

Der weitere Spaziergang hinauf auf den Festungsberg schenkt uns tolle Ausblicke auf der Meer und die felsige Küste.  Bis ganz nach oben erklimmen wir den Berg und finden immer neue interessante Blickwinkel. Auf dem Turm oben auf dem Burgberg weht selbstbewusst die Katalonische Flagge. Ein Fanal in der aktuellen innenpolitischen Situation hier in Katalonien.

  • Klippen am Burgberg - Tossa de Mar
  • Klippen am Burgberg - Tossa de Mar
  • Klippen am Burgberg - Tossa de Mar
  • Ruine der Burgkapelle - Tossa de Mar
  • Tossa de Mar
  • Tossa de Mar
  • Viva Katalonia - Tossa de Mar

Die Altstadt von Tossa

Dann geht es wieder hinunter in die Gassen des alten Fischerdorfes Tossa. Ja, hier ist alles auf das Geschäft mit den Touristen getrimmt. Restaurants, Bars, Souvenirgeschäfte, Eisdielen und Imbißbuden haben in den alten Mauern Einzug gehalten. Aber gerade die alten Mauern sind es, die das Flair von Tossa ausmachen und uns durch einen schon vergangene Welt schlendern lassen.

  • Carrer Comte Miró - Tossa de Mar
  • Carrer Comte Miró - Tossa de Mar
  • Carrer Comte Miró - Tossa de Mar
  • Katalonien - Tossa de Mar
  • Carrer del Portal - Tossa de Mar
  • Capella de la Mare de Déu dels Socors - Tossa de Mar

Für uns geht es nun weiter. Der mürrische Kerl am Parkplatz ist einer spanischen “Mama” gewichen. Wir werden von ihr beim bezahlen der Parkplatzgebühr sehr freundlich und auch irgenwie “mütterlich” behandelt – die Armen Kinder, kein zu Hause und schlafen müssen sie in dieser Blechbüchse. Aber egal, sie ist auf jeden Fall cooler als ihr Vorgänger von heute Vormittag. Welch ein Kontrast zu unserer Ankunft hier.

Von Tossa de Mar nach Sant Feliu de Guíxols

Dann sind wir auf der vielleicht schönsten Küstenstraße unterwegs, die uns das Mittelmeer bisher bieten konnte. Sie windet sich durch gefühlt hundert Kurven und Kehren an der Steilküste entlang. Immer wieder flieht die Straße weg vom Meer landeinwärts, da sie den Rändern der Täler folgen muss, die sich tief in den Fels geschnitten haben. Gleich darauf strebt sie wieder hinaus ans Meer und bietet atemberaubende Aussichten. Anders als an der Costa Blanca, wo wir ähnliche Straßen entdeckten, erstrahlt hier alles in sattem Grün. Von der dortigen Trockenheit ist hier nichts zu spüren. Das tolle Erlebnis auf dieser Straße hat aber seinen Preis. Für die gerade einmal 20 Kilometer benötigen wir inklusive zweier kurzer Fotostopps fast eine Stunde.

  • Tossa de Mar
  • An der Küste - Tossa de Mar

Weiter nach Norden

Nun gilt es heute noch ein wenig Strecke zu machen. Seit unserem kleinen Bergfest in Playa Granda sind schon wieder sechs Tage vergangen und wir müssen langsam an die Rückfahrt nach Deutschland denken.

Da bringt uns jeder heute noch absolvierte Kilometer ein wenig Zeitreserve für nächsten Tage. Von San Feliu fahren wir deshalb weiter nach weiter nach L’Escala. Hierzu nehmen wir die gut ausgebauten Schnellstraßen, die mehr im Landesinneren verlaufen. So schaffen wir die 60 Kilometer nach L’Escala in einer knappen Stunde. Hier angekommen erweist sich der, in der Stellplatz-App “park4night” angepriesene Platz, als nicht existent. Also legen wir nochmal 30 Kilometer und 40 Minuten Fahrtzeit drauf und finden in Roses einen niegelnagelneuen Stellplatz mit allen Schikanen. Eine dieser Schikanen ist jedoch eine im wahrsten Sinne des Wortes. Der Bezahlautomat ist ein Monstrum in Sachen Usability. Ohne den netten und sehr um seine Gäste bemühten Platzwart hätten wir dieses Wunderwerk der Technik nicht beherrschen können. Geduldig führt er uns durch jeden Schritt des Menüs. Gefühlt nach 30 Eingabeschritten öffnet sich dann endlich die Schranke.

Roses

Wir nehmen die Räder und rollen an den Strand. Der erweißt sich als imposant in seinen Ausmaßen. Roses liegt am nördlichen Ende des gleichnamigen Golfes, einer Meeresbucht die sich von Nord nach Süd 20 Kilometern lang erstreckt. Am anderen Ende im Süden sehen wir in der Ferne im Dunst hinüber bis nach L’Escala.
Den Strand in Roses säumt ein breite Strandpromenade. Ein Ort an dem das Leben tost und wirkliches ausgelassenes Urlaubsfeeling zu spüren ist.

  • Kunst am Strand von Roses
  • L’Escala in der Ferne - Roses
  • Am Strand von Roses

Einen Straßenzug hinter dem Strand beginnt die Flaniermeile von Roses. In den engen Gassen findet man das typische Angebot. Restaurants, Bars, Cafès, Klamottenläden und Souvenirgeschäfte bilden den harten Kern. Es gibt aber auch originelle Angebote. Während Steffi durch die verschiedenen Läden streift, gönnen ich meinen Füßen eine ganz besondere Wohltat.

“Fische an die Füße”

Anschließend gehen wir noch Essen. Heute soll es nun endlich einer dieser angeblich so sensationellen Fisch- und Meeresfrüchteteller sein, die an der ganzen Mittelmeerküste in Spanien, vor den Restaurants in fantasievollen großformatigen Fotos angeboten werden. Wir lassen uns überraschen. Zunächst können wir nicht alles identifizieren was uns aufgetragen wird. Miesmuscheln und Kaisergrant, soviel ist klar. Was aber ist dieses flunderartige Stück mir den vielen knorpelartigen Gräten? Und dann die beiden in ihrer Konsistenz so unterschiedlichen Koteletts. Eine Frage bei der Kellnerin, die sich weder der deutschen noch der englischen Sprache bedienen kann, bringt Aufklärung. Nicht mit Worten, sondern mit den Kugelschreiber skizziert auf eine Serviette, beantwortet sie unsere Frage. Rochen, Hai und Conger vervollständigen das Menü. Der Geschmack? Eher gewöhnungbedürftig für jemanden der europäische Süßwasserfische wie Zander und Barsch bevorzugt und aus nordischen Urlaubserlebnissen an Dorsch, Makrele und Seelachs gewöhnt ist. Anders gesagt: wir würden dieses Menü nicht mehr ordern. 

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Playa Puçol – Montserrat – Pineda de Mar https://www.mit-uns-entdecken.de/playa-pucol-montserrat-pinneda-de-mar/ Thu, 17 May 2018 23:49:31 +0000 http://www.mit-uns-entdecken.de/?p=8236 Heute geht es mit großen Schritten weiter nach Norden. Wir sind auf der Autopista Mediterraneo  bis Martorell bei Barcelona unterwegs. Dann fahren wir hinauf in das Gebirge, um das weltberühmte […]

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Heute geht es mit großen Schritten weiter nach Norden. Wir sind auf der Autopista Mediterraneo  bis Martorell bei Barcelona unterwegs. Dann fahren wir hinauf in das Gebirge, um das weltberühmte Kloster Montserrat zu besuchen. Es ist Ort mit besonderer Spiritualität, der Schwarzen Madonna Montserrat und alten und neuen Kunstschätzen in einer dramatischen Landschaft.

Playa Puçol

Es still heute morgen am Strand von Puçol. Nur noch ein Campingbus aus den Niederlanden mit beneidenswert junger und gut aussehender Besatzung kam gestern Abend kurz vor Sonnenuntergang hier an. Wir genießen kurz nach Sonnenaufgang den Blick aus unserem offenen “Schlafzimmerfenster” direkt auf das Meer und lauschen dem leichten Plätschern der Wellen am Strand. So dämmern wir noch ein wenig dem Tag entgegen.

Beim Frühstück überlegen wir wie jeden Morgen, wo es heute hingehen soll. Das ist ein kleines Ritual auf unserer Reise geworden. Reiseführer und Atlanten werden gewälzt, “Anna” – unser Navi und GoogleMaps befragt und diverse Handy-Apps listen die Möglichkeiten für interessante Stellplätze auf. Barcelona liegt eigentlich in Schlagdistanz. Wir entscheiden uns aber dagegen.

Die Erfahrung der letzten Wochen zeigt, dass große Städte oft immer gleichbedeutend mit einer langwierigen Suchen nach Parkplätzen sind. Die meisten Parkplätze dort sind auf ein Einfahrthöhe von zwei Metern limitiert und die Parkhäuser kommen für uns ohnehin nicht in Frage. Eine Erfahrung wie in Santiago de Compostela wollen wir uns heute ersparen.

So soll unser erstes Etappenziel hetue  nicht Barcelona sondern der Felsen von Monserrat mit seinem weltberühmten Kloster sein. Der zersägte Berg, der heilige Berg der Katalanen – das macht uns neugierig. Allerdings liegt dieses Ziel nicht gleich um die Ecke. Fast 350 Kilometer liegen bis dahin vor uns. Da ist es um 09:40 Uhr höchste Zeit aufzubrechen.

Playa Puçol – Montserrat

Von der Fahrt, für die wir zunächst wieder die Autovia Mediterraneo nutzen, gibt es nur wenig zu berichten. Es geht vorbei an Sagunt, wo wir auf die Autovia de la Plana wechseln. Die Autovia Mediterraneo wird ab hier zur kostenpflichtigen Autopista. So fahren wir auf einer mehr im Land gelegenen Route vorbei Castellón de la Plana. Ab hier nutzen wir die zunächst autobahnähnlich ausgebaute CV10. Bis zum Flughafen von Castellón kommen wir gut voran. Dann wird die Strecke zweispurig und wir sind dem Geschwindigkeitsdiktat der Lastwagen vor uns unterworfen. Das macht aber nicht die Bohne, denn wir haben ja Urlaub.

Ab Torreblanca  nehmen wir dann die mautpflichtige Autopista Mediterraneo und lernen schnell ihre Vorzüge kennen. Hier gibt es kaum LKW-Verkehr, nur die Brummis die auf Transit sind, dürfen hier entlangfahren. Alle anderen quälen sich auf der parallel verlaufenden Nationalstraße dahin. Die Art des Ausbaus, die Qualität der Fahrbahn und der allgemeine Zustand sind besser als auf einer Autovia. Die Tankstellen haben immer einen Service für die Ver- und Entsorgung von Wohnmobilen. Das ganze hat natürlich seinen Preis. 25,55 € zahlen wir am Ende für 220 Kilometer.

Die Autopista führt uns vorbei an der Sierra de Itra, dem Gebirgszug der uns von Peníscola draußen am Meer trennt. Dann geht es durch das enge, mit Organgen- und Zitronenplantagen geschmückte Tal zwischen der Sierra de Godall im Westen und der Sierra del Montsià im Osten hinunter in das Stromtal des Ebro. Das Delta, das sich nach Osten über 20 Kilometer weit ins Meer erstreckt und eine fruchtbare Ebene bildet, können wir nur teilweise überblicken.

Wenn wir es recht überlegen, ist der Ebro seit dem Guadalquivir in Sevilla der erste Strom, der diese Bezeichnung auch wirklich verdient. Alles was wir seither überquert haben, waren ausgetrocknete Rinnen, die offenbar nur nach starken Regenfällen Wasser führen oder mehr oder weniger unbedeutende Rinnsale.

Tarragona und Vilafrance sind noch zu passieren, bevor wir die Autopista bei Martorell verlassen, um für eine kurze Strecke der Autovia del Nord-Est zu folgen.

Montserrat das Gebirge

Die Autovia verläuft westlich am Fuß des Montserrat. Nun können wir deutlich erkennen, warum das gewaltigen Sandsteinmassiv den Beinamen “Der zersägte Berg” trägt. Wie mit einer riesigen Laubsäge kunst- und fantasievoll herausgearbeitet erscheint seine Silhouette  – ein gewaltiger, grotesker Schwibbogen vom Meer und der Erosion geschaffen.

Montserrat

Wir verlassen die Autovia an der Ausfahrt 570 und stehen vor einem kleinen Problem. Ein Hinweisschild berichtet von einen Tunnel mit nur 2,60 Meter Breite vor uns auf der Strecke. Wir sind echt verunsichert. Unser Mobil ist laut Zulassung 2,27 Meter breit. Hinzu kommen noch die Außenspiegel. Vielleicht 10 Zentimeter auf jeder Seite. Das würde echt knapp werden. Wir halten kurz an einer verlassenen Tankstelle und schauen nach Alternativrouten. Dann kommen uns aber auch der Richtung der vermeintlichen Engstelle zwei ausgewachsene Reisebusse entgegen.

Wenn die das können, dann meistern wir diese Strecke auf jeden Fall auch. Die enge Straße führt hinüber auf die östliche Seite des Montserrat. Hier schlängelt sie sich, hoch über dem Tal in spektakulären Kurven und Schleifen auf das Kloster Montserrat zu. Die Ausblicke sind atemberaubend und die Straße erwartet ein wenig Konzentration vom Fahrer. Das letzte Stück des Weges wird zu einer Sackgasse, die an der Schranke zu den großzügigen Parkplätzen am Kloster Montserrat endet. Trotz der vielen Parkplätze haben wir großes Glück, einen freien Platz ergattern zu können.

Kloster Montserrat

Als wir dann zu Fuß die Klosteranlage erreichen, sind wir zunächst etwas enttäuscht. Ein moderner Bau aus Glas und Beton begrüßt uns. Am Rand einer großen Terrasse an den Berg geklebt, vermittelt er alles andere als klösterliche Beschaulichkeit. Die kommt auch sonst hier kaum auf. Wir befinden uns immerhin an einem der am meisten besuchten Orte in Spanien. Die Abfertigung der Massen erfordert offenbar diesen modernen Zweckbau.

Vor hier führt eine Treppe hinunter zu einer wunderbaren Aussichtsterrasse. Die spektakulären Blicke hinunter in das Tal des Flusses El Elobregat und auf die eigentliche Klosteranlage, die sich von hier aus bieten, sollte man auf keinen Fall verpassen. Die knallgelben Gondeln der Seilbahn, die das Tal mit dem Kloster verbindet, sind bunte Farbtupfer über dem Torrent de Santa Maria.

Wir gehen hinüber zum Besucherzentrum und leisten uns zwei Tickets und Audioguides. 32 € sind hierfür fällig. Die Klosterkirche kann man jedoch auch kostenfrei betreten. Wir schlendern über den großen Platz vor der Klosterkirche mit ihrer gewaltigen Fassade aus neueren Tagen. Linker Hand das gotische Kloster. Geschickt werden hier die filigranen, fast zerbrechlich wirkenden gotischen Bögen des alten Kreuzganges als Kolonaden genutzt.

Die Abteikirche

Durch das moderne Portal, das erst nach dem zweiten Weltkrieg erreichtet wurde, erreicht man einen Lichthof und steht vor der eigentlichen Fassade der Abteikirche . Über der Pforte eine beeindruckenden Skulpturengruppe die Jesus und die 12 Apostel zeigt.

In der Basilika

Die Basilika hat nicht die ausufernde Herrlichkeit der großen Kathedralen in Lugo, Santiago oder Sevilla. Hier geht es bescheidener zu. Dass das durchaus prächtige Interieur nicht in seinem vollen Glanz erstrahlt, mag an den der dunklen Lichtstimmung liegen. Vorwiegend ist es Tageslicht, welches durch die großartige Rosette und die runden Fenster über den Seitenkapellen hierher dringt. Das künstliche Licht hält sich im Hintergrund, konzentriert sich auf den Bereich über dem Hauptaltar und lässt die Skulptur der Mutter Gottes – der schwarzen Madonna von Montserrat – hell erstrahlen.

Eine Besonderheit sind sicher die zahlreichen Votivlampen, die über das gesamte Mittelschiff der Kirche verteilt sind. Sie sind nicht sehr alt. Die meisten stammen aus der Mitte des 20. Jahrhunderts. Einige von ihnen sind von hohem künstlerischen Wert. Die Votivlampen sollen eine mittelalterliche Tradition wieder beleben. Danach ist die brennende Lampe Ersatz, für die Anwesenheit des Gläubigen hier zu den Füßen der Mutter Gottes, der die Lampe hier hinterließ. Dabei frage ich mich, welche Gläubigen sich seinerzeit dieses religiöse Privileg leisteten.

Nebenkapellen und die schwarze Madonna

Interessant sind auch die kleinen, in hervorragender künstlerischer Qualität gestalteten Seiten- und Nebenkapellen. Die Allerheiligstenkapelle und die Kapelle des heiligen St. Martin, der auf dem Bildnis gerade dem frierenden Bettler seinen Mantel überwirft, bleiben in besonderer Erinnerung, ebenso das schlichte, aber beeindruckende Bildnis des heiligen Benedikt, dessen Regeln der hiesige Orden heute noch folgt.

Dann gelangen wir durch einen Aufgang, der von prächtigen Stuckaturen geschmückt ist in das Heiligste dieses Hauses, das Bildnis der Mutter Gottes die auf einen Thron sitzt. Sie stützt das Kind auf ihrem Schoss mit Ihrer linken Hand.  Die rechten Hand hält sie eine Kugel, das Symbol für das Universum. Bei trage eine Krone. Geschützt wird die Figurengruppe durch eine Glasscheibe, nur ein Teil der Kugel schaut heraus.
Die Figur hat einen dunkle Hautfarbe – daher auch die schwarze Mandonna – und ist sehr sehr alt. Aus der 12. Jahrhundert soll sie stammen. Auch wir berühren natürlich die Kugel in ihrer Hand. Wir sind zwar eher atheistisch und nicht abergläubig, aber wenn man schon so weit gefahren ist, um hier her zu kommen, kann es sicher nicht schaden.

Dann gehen wir den Weg der Pilger – den Camin de L’Avemaria. Jeder Besucher kann hier gegen einen kleinen Obolus das Meer der Kerzen um seine ganz persönliche Flamme bereichern.

Kunstmuseum Montserrat

Unser Ticket berechtigt uns auch zum Besuch des Kunstmuseums des Klosters. Und das hat es in sich. Ein Picasso hier, ein Dali dort und um die nächste Ecke auch mal ein Monet. Degas, Pissarro und Mir – große Namen der modernen Kunst geben sich hier die Klinke in die Hand. Das Geld für das Ticket hat sich für uns auf jeden Fall gelohnt.

Zum Abschluss unseres Besuches auf Montserrat schauen wir uns noch die Muiltivisionsshow an. Die Story ist schnell erzählt. Zwei Absolventen der Chorschule von Montserrat erzählen musikalisch von ihrer Schulzeit auf Montserrat. Sie preisen das Kloster und ihre Schuljahre hier. Einer der jungen Herren ist ausgebildeter klassischer Tenor, der andere im spanischen Pop-Geschäft als Sänger erfolgreich. Vielleicht ein wenig zu dick aufgetragen im Pathos aber emotional sehr bewegend ist der Film, der in 3D auf große eine Leinwand projiziert wird.

Nun müssen wir uns aber sputen. Um 17:30 Uhr schließt das Besucherzentrum. Bis dahin müssen wir unsere Audioguides dort abgegeben.

Zurück am Parkplatz sind die meisten Autos schon verschwunden. Wir gehören wohl zu den letzten Gästen. Am Kassenautomaten bekommen wir dann noch einen kleinen Schreck. 57 € sollen wir bezahlen. Das ist die Tagesgebühr für einen Reisebus. Wir sind zunächst ein wenig ratlos. Entweder reichen unsere Sprachkenntnisse nicht aus, um den Automaten richtig zu bedienen, oder es liegt ein technisches Problem vor. Wir fahren vor an die Schranke. Dort legen wir in dem kleinen Wachhäuschen unser Parkticket vor und kommen mit 6,50 € davon.

Auf dem Weg wieder ans Meer

Wir fahren nun an der östlichen Seite des Montserrat hinunter nach Monistrol de Monstserrat in das Tal des El Elobregat. Bald erreichen wir die Schnellstraße und nutzen in Olesa de Montserrat noch schnell die Möglichkeit zu einem Einkauf. Dann stürzen wir und in das Straßengewirr rund um Barcelona. Ohne unser Navi hätten wir hier ganz sicher nicht so schnell hindurch gefunden. Es lost uns zuverlässig über Autobahnen und Schnellstraßen auf die Autopista Maresme. Mautgebühren sind uns hier egal. Hauptsache ist, wir kommen hier schell hindurch. Es geht nun schon auf 20:00 Uhr zu und wir haben noch keinen Stellplatz in Sicht. 

Bei Premià de Mar verlassen wir die Autobahn und hoffen an der Küstenstraße, die nun direkt am Strand entlang führt, einen Platz zu finden. Unsere Suche wird ein aussichtsloses Unterfangen. Die nächsten 30 Kilometer in Richtung Nordosten sind gesäumt von Wohn-, und Ferienanlagen. Eine direkte Zufahrt zum Strand ist nur an wenigen Stellen möglich, da die Gleise der S-Bahn-Strecke nach Barcelona rechts von uns zwischen Straße und Strand verlaufen. 

Camping En Mar in Pineda de Mar

Die wenigen Stellplätze, die unsere nun schon diversen Handy-Apps vorschlagen, erweisen sich als Fehltreffer. Wohnmobile sind in dieser Gegend außerhalb von Campingplätzen offenbar nicht erwünscht. So ergeben wir uns dann gegen kurz vor 21:00 Uhr einer solchen Offerte und stehen vor der Schranke des Campingplatzes En Mar in Pineda de Mar. Innerstädtisch und strandnah gelegen, bietet der Platz alles was man so braucht, inklusive Schwimmbad und Bungalowvermietung. Wir haben Glück noch eingelassen zu werden, denn um 21:00 schließt die Rezeption und die Schranke an der Einfahrt wird für alle Neuankömmlinge zu einem unüberwindbaren Hindernis.

Wir werden nett empfangen und mit einem Gutschein für zwei Glas Sangira werden wir in das platzeigene Restaurant gelockt. Diese Geste wäre aber nicht notwendig gewesen. Wir haben nun wirklich Hunger und wollen jetzt nach 21:00 Uhr keinen Küchenbetrieb mehr im Wohnmobil eröffnen. Die Küche im Restaurant entspricht unseren Erwartungen und ist für einen Campingplatz o.k. Wir sind fast die einzigen Gäste, so dass uns die volle Aufmerksamkeit des Kellners gehört. So werden wir schnell und zuvorkommend bedient und bleiben hier entspannt bis kurz vor 23:00 Uhr sitzen, um unsere Erlebnisse des Tages revue passieren zu lassen. Dann werden hier die Lichter ausgeknipst und wir schlüpfen in unser Wohnmobil 

  

477 Kilometer von Playa Puçol nach Pinneda de Mar

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Santa Pola – Playa de Puçol https://www.mit-uns-entdecken.de/santa-pola-playa-de-pucol/ Wed, 16 May 2018 22:10:17 +0000 http://www.mit-uns-entdecken.de/?p=8234 Nach einem Vormittag am Strand von Santa Pola bei Alicate wollen wir heute weiter Richtung Norden. Dazu verlassen wir zunächst die Küste und fahren den Pass Port de la Carrasqueta. Hier […]

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Nach einem Vormittag am Strand von Santa Pola bei Alicate wollen wir heute weiter Richtung Norden. Dazu verlassen wir zunächst die Küste und fahren den Pass Port de la Carrasqueta. Hier entdecken wir Plantagen von Mandelbäumen. Hinter Valencia treffen wir bei Sagunt wieder auf das Meer.

Am Cap de Santa Pola

Wir verschwenden heute Morgen erstmal keine Gedanken an die Strecke die vor uns liegt und an das Ziel des Tages. Wo immer es auch sein möge.
Das Wetter ist phantastisch.Wir verbringen den Vormittag an Ort und Stelle und genießen den einzigartigen Strand mit seinen flachen Felsen.

Bevor sich Steffi mit der Videokamera aufmacht, um zwischen den Felsen die Fauna und Flora über und unter dem Wasser zu erkunden, hat Sie unsere private Saline wieder in Betrieb genommen. Das gestern geschöpfte Fleur de Selle  liegt wieder zum trocknen in der Sonne.

Ich versuche micht zunächst an einigen Unterwasseraufnahmen mit der Gopro.  Mit den Ergebnissen bin ich alles andere als zufrieden. Daher begebe ich mich an Land, währed Steffi noch immer auf der Suche nach weiteren Motiven über die Felsen balanciert. Hoffentlich bleibt da alles trocken, die Steffi und die Videokamera.

Ich gerate in ein Gespräch mit dem Wohnmobilisten hinter uns. Er, sonnengebräunt Mitte bis Ende vierzig ist schon seit einigen Tagen hier. Demnächst kommt seine Frau mit dem Flieger dazu, erzählt er. Die fahre nicht so gerne und so weit mit dem Auto und er ist gerne mal alleine auf Strecke.

Er berichtet über seine Erfahrung mit dem Kastenwagen den er fährt. Klein ist der Wagen nicht, sicher an den sieben Meter Länge hat das Teil.

Eigentlich sei er im Moment zufrieden mit der Wahl, aber später im Alter sollte es dann doch wenigstens ein Teilintegrierter sein. Im Kastenwagen zu zweit, so meint er, müsse immer einer sitzen. Das sich zwei Personen ohne Kollision in einem Kastenwagen aneinander vorbei bewegen, sei nach seiner Erfahrung ausgeschlossen.

Wir werden das sicher mal testen. Unsere nächste Anmietung wird vielleicht ein Kastenwagen sein.

In der Sierra Carrasqueta

Gegen 12:00 Uhr brechen wir auf.

Auf jeden Fall wollen wir ein zweites Touristeninferno vermeiden und nehmen nicht den Weg entlang am Meer. So vermeiden wir die Begegnung mit Benidorm. Mann will es kaum glauben, aber hier gibt es bezogen auf die Fläche mehr Hochhäuser als sonst wo auf der Welt!!! New York, Singapur oder Dubai. Vergesst es, in dieser Sache ist das ehemalige Fischerdorf Benidorm der Nabel der Welt.

So nehmen wir den Weg über den Port de la Carrasqueta. Der Weg hinauf auf den Pass in 1082 Meter Höhe führt durch eine Gegend, die vor nicht all zu langer Zeit vielleicht bessere Zeiten erlebt hat. Im immer steiler werdenden Gelände sind viele Flächen durch Menschenhand in Terrassen verwandelt worden. Ganz sicher mit dem Zweck der landwirtschaftlichen Nutzung. Heute ist hier alles vertrocknet. Auch die Höfe, die weiter weg von der Straße liegen, scheinen verödet zu sein. Warum funktioniert das hier mit der Landwirtschaft nicht mehr, fragen wir uns?

Dann ist Xixona erreicht. Unser Reisführer gibt Auskunft. Dieses Städtchen ist für Nugat bekannt. Die hiesige Variante der Leckerei, das “Turrón” basiert jedoch nicht auf Haselnüssen sondern auf Mandeln. Warum das hier so ist, erfahren wir kurze Zeit später.

 Als wir noch höher kommen, wechselt der Farbton der Landschaft von ocker-blassgrün in sattgrün-optimistisch. Plantagen mit Bäumen die wir noch nicht kennen, begleiten uns auf einer immer steiler ansteigenden Straße. Die müssrt sicher irgendwie mit dem einzigartigen Nugat zusammenhängen. Bei nächster Gelegenheit stoppen wir. Einmal mehr ist fühlen, riechen und entdecken angesagt. Die noch grünen Früchte erweisen sich als Mandelfrüchte. Noch nie gesehen und sehr interessant.

Oben vom Pass Port de la Carrasqueta ergibt sich dann ein grandioser Blick hinunter nach Allicante. Die Mandelplantagen oberhalb von Xixona zeichnen abstrakte Muster in die Berghänge. Über Allicante und Benidorm hängt ein Dunstschleier und in der Ferne dahinter erstreckt sich das Mittelmeer bis an den Horizont.

Der Weg hier hinauf hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Über Valencia nach Playa Puçol

Dann geht es hinunter und bei Alcoy erreichen wir wieder die Autopista Mediterraneo. Die Landschaft ist nun angenehm und hat nichts mehr mit den karstig trockenen Sierras um Alicante zu tun. Orangen und Zitronenplantagen tauchen alles um uns herum in ein dunkles Grün. Zwischen den Ausfahrten 395 und 389 gibt es einen schön gelegenen Rastplatz den wir für eine kleine Kaffeepause nutzen.

Unsere Stellplatz-App „Park4Night“ hat auch heute einen Tipp für uns. Der liegt bei Sagunto direkt an Strand. Wir geben die Koordinaten in unser Navi ein und machen uns auf die letzte vielleicht 80 Kilometer lange Etappe für diesen Tag.

Die führt uns direkt durch Valencia. Da es schon recht spät ist, nehmen wir uns vor, diese Stadt bei der nächsten Gelegenheit zu erkunden. So rollen wir geschwind durch Valencia hindurch. Dabei überqueren wir das trockengelegte alte Flussbett des Gualdalaviar (weißer Fluss), welches zu einen üppigen mediterranen Park umgestaltet wurde.

Die finale Suche nach dem empfohlenen Stellplatz gestaltet ich ein wenig schwierig. Nicht zum ersten mal scheinen die auf „park4night“ angegeben Koordinaten nicht mit der Wirklichkeit übereinzustimmen. Der erste Versuch führt uns an den Rand eines kleinen Industrieparks. Wir sind nun vielleicht drei Kilometer Luftlinie von unserem Ziel entfernt.

In solchen Fällen hat sich bisher die Kombination von „park4nights“ und „googleMaps“ als zuverlässige Navigationshilfe erwiesen. Nach weiteren 11 Kilometern Straße ist die Luftlinie von drei Kilometern überwunden und wie stehen wirklich am Strand von Playa Puçol. Die Gegend ist zwar etwas einsam, aber für eine Nacht vollkommen o.k.

Wir stehen zwischen den Orten Playa Puçol und Mar Plata. Beide scheinen noch Geistersiedlungen zu sein. Leere Straßen und Plätze, die Fensterladen der meisten Appartements noch geschlossen, genau wie die Geschäfte und Restaurants. Sicher wir hier in einem Monat mit den Touristenströmen Leben einkehren. Heute kommen sie uns aber seltsam vor, diese saisonal bedingten urbanen Leichen in der Landschaft.

Der Sonnenuntergang über dem Festland hinter uns ist dagegen sehr Stimmungsvoll.

Sonnenuntergang bei Puçol

 

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Mojacar – Murcia – Playa Cristal – Santa Pola https://www.mit-uns-entdecken.de/mojacar-santa-pola/ Tue, 15 May 2018 23:12:03 +0000 http://www.mit-uns-entdecken.de/?p=8232 Der Sonnenaufgang am Playa Noche y Baño, das klare Wasser am Playa Cristal, die Fahrt durch die Murcia und Palmen im Elche sind vom heutigen Tag geblieben. In Santa Pola […]

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Der Sonnenaufgang am Playa Noche y Baño, das klare Wasser am Playa Cristal, die Fahrt durch die Murcia und Palmen im Elche sind vom heutigen Tag geblieben. In Santa Pola finden wir einen tollen Stellplatz mit einem schönen Blick auf die Skyline von Alicante.

Morgen am Playa Noche y Baño 

Spektakulär erhebt sich heute morgen gegen sieben Uhr die Sonne über dem Mittelmeer. Es ist eine sehr schöne Stimmung die mich zu so früher Stunde an den Strand lockte. Auch wenn dieses Schauspiel schon nach fünf Minuten seinen Höhepunkt überschritten hat, hat sich das frühe Aufstehen gelohnt. 

Das es jetzt noch recht frisch ist, wage ich es noch nicht an ein Bad im Mittelmeer zu denken. Es zieht mich zurück ins Wohnmobil um die Erlebnisse und Eindrücke der letzen Tag in Wort und Bild zu ordnen. 

Viel später dann, gegen 10:00 Uhr herrscht draußen ein ganz anderes Bild. Blauer Himmel, geziert von weißen Wolkenbändern, die über den Bergketten landeinwärts aufquellen. Nun ist es auch Zeit für ein Bad in den Fluten, die nun schon, bei der aufkommenden Vormittagshitze, eine erfrischende Wirkung haben. Nur Steffi ziert sich noch immer. Mehr als Fuß und Knöchel hat Sie bisher weder in den Atlantik, noch ins Mittelmeer gesetzt.

Dafür schlägt hier ihr gärtnerisches Herz höher. Was in Deutschland als exotische Zierpflanze mühevoll in Gärten gezogen wird, wächst hier wie Unkraut in freier Wildbahn. Und natürlich wird die Gelegenheit genutzt, um einen Strauß Statice (auch Strandflieder, Meerlavendel oder Widerstoss genannt) zu pflücken, um einen getrockneten Blumengruß von dieser Küste mit nach Hause zu nehmen. Ein Ansinnen, das spätestens bei der abschließenden Reinigung unseres Wohnmobils am Ende der Reise wieder in Erinnerung kommen wird. 

Wir brechen auf und werfen einen Blick zurück auf diesen sehr schönen Platz. Das Flussbett des Barranco del Agua del Medio ist genauso vertrocknet wie gestern Abend und kann unseren Aufbruch nicht verhindern.

Einkaufen in Garrucha

Heute ist nicht das Wohnmobil zu versorgen sondern unser Kühlschrank. Hierzu fahren wir ein Einkaufszentrum in Garrucha an. Wir parken neben einem Hymermobil von der guten alten Sorte. Im Wagen hält die Dame des Hauses Wache, während er offenbar die Dinge erledigt, die zu erledigen sind. Mir kommen dabei die immer wieder verbreiteten Geschichten über Wohnmobileinbrüche in Südspanien in den Sinn.

Trotzdem lassen wir das Mobil allein, die Dame gleich neben uns hält ja schließlich Wache. Nach einer halben Stunde ist der Kühlschrank gefüllt und es kann weiter gehen.

Playa Cristal

Wir versuchen uns nah an der Küste zu halten und folgen der Straße 7107. Es geht hier flotter voran als gestern. Die Küste ist weniger zerklüftet, die Fahrt damit weniger kurvenreich. Aber es geht noch immer auf halber Höhe einer pittoresken Steilküste entlang. Die Aussichten sind sehr schön und immer wieder gibt es nun kleine Buchten die man zu Fuß erreichen kann und die zu einem Bad einladen. Wir entscheiden uns für die am Playa Cristal. Oben ein ausreichender Parkplatz, unten eine kleiner Kiesstrand zwischen den Felsen. Wir sind hier fast alleine hier genießen die Ruhe, die raue Schönheit dieses Ortes und das Badevergnügen in kristallklarem Wasser.

Selbst Steffi ist hier nicht mehr zu halten und verschwindet nun bis zu Hals in den Fluten. Ich ärgere mich Flossen, Schnorchel und Taucherbrille in Erfurt gelassen zu haben. Die Unterwasserwelt scheint hier sehr vielfältig und lebendig zu sein. Die Gopro im Unterwassergehäuse hätte sicher interessante Bilder geliefert. 

Auf dem weiteren Weg windet sich die Straße oberhalb einiger kleiner Küstenorte entlang und bleibt bis Águilas eine interessante Streckenvariante mit Meerblick.

Auf ins Inland

Dann fahren wir landeinwärts und die Landschaft bleibt weiter trocken, karg und bergig. Die Erosion hat hunderte von Kerben und Schluchten in die Berghänge geschnitten und die Landschaft so reich gegliedert. Die Trockenheit und die karstigen Böden ringsum machen uns auch hier ein wenig Angst. Die Landschaft erscheint auch hier fast lebensfeindlich. Das wird besonders deutlich, als wir Küste bei Águilas verlassen und landeinwärts hinauf in die Sierra de Alemenara mit dem Ziel Lorca fahren. 

Nachdem wir den Pass zwischen den Gebirgszügen der Sierra de la Carrasquilla und der Sierra de Alemenara überquert haben, geht es hinab in die Murcia.

Zunächst erreichen wir Lorca. Hier führt ein Tunnel unter dem Felsen hindurch, auf dem das gewaltige Castillo de Lorca trohnt. 

Murcia, die größte Stadt im Tal des Rio Guadalentin, gab diesem Landstrich  ihren Namen. Die Landschaft zieht sich zwischen zwei Gebirgszügen von Südwesten nach Nordosten dahin.  Zunächst ist es steppenhaft und nur dünn besiedelt. Nur unten in der Talaue Rio Guadalentin finden sich einige Orte. Hier in der Nähe des Flusses wir es auch immer grüner. Plantagen von Organen- und Zitronenbäumen beginnen das Bild zu prägen. Um das zu ermöglichen, ist ausgeklügeltes Bewässerungssystem angelegt worden.

[arve url=”https://www.youtube.com/watch?v=fUZPkxnzNPE” /]

Hinter Murcia in Richtung Elche wird es dann immer angenehmer. Die Zahl der Orte und der Plantagen nimmt zu und ab Elche sind des plötzlich Palmen, die das Bild bestimmen. Unser Reiseführer verrät, dass es hier den größten Plamenhain in Europa gibt. Auf 120 Hektar stehen hier 11.000 Palmen in einem Park mitten der Stadt. Wir streifen Elche nur an Stadtrand, aber auch hier scheinen die Dattelpalmen beliebte Schattenspender zu sein. 

[arve url=”https://www.youtube.com/watch?v=ctmL-bK27Mk” /]

Santa Pola

Wir fahren zum Cap Santa Pola, wo wir wieder auf das Mittelmeer stoßen. Oben auf den Klippen ragt der Leuchtturm empor. Wir finden unten, direkt am leicht felsigen Ufer einen super Platz zum Übernachten.

Vielleicht sind es an die zehn weiteren Mobile, die sich wie wir entschieden haben hier die Nacht zu verbringen. Links von uns liegt die moderne Kulisse von Alicante. Die im Zehnminutentakt über Alicante aufsteigenden Ferienfleiger beleben die Szenerie, ohne das der Fluglärm zu uns dringt. Ganz hinten im Dunst die Hochhäuser von Benidorm.

Der felsige Strand erweist sich als interessante Rohstoffquelle. In den vielen kleinen Mulden im Fels hat sich Meereswasser gesammelt und verdunstet nun. Übrig bleibt eine breiige weiße Masse. Reines Meersalz. Wir beginnen zu ernten. Natürlich nur in reinste obere Schicht, das Fleur de Sel. Wie kleine Eisschollen lässt es sich abnehmen. Wir sammeln die noch nassen Stückchen ein und legen sie auf eine Küchenbrett zum trocknen in die Sonne.

In der Zwischenzeit drehen Gleitschirmflieger von den Klippen oben am Leuchtturm kommend ihre Runden uns landen direkt zwischen den Wohnmobilen. Ein Streifenwagen der örtlichen Polizei kreuzt auf. Die hier frei stehenden Camper werden offenbar akzeptiert und so ist es eher eine Beruhigung für uns, dass die Ordnungsmacht hier hin und wieder nach dem Rechten schaut.

Trotz der anderen Camper um uns herum, wird es eine ruhiger Abend mit einem tollen Blick auf das nun hell erleuchteten Alicante.

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Playa Granada – Cabo de Gata – Mojacar https://www.mit-uns-entdecken.de/playa-granada-cabo-de-gata-mojacar/ Mon, 14 May 2018 23:33:44 +0000 http://www.mit-uns-entdecken.de/?p=8230 Die Agraindustrie in Spanien mit seinem Mar del Plástico, das Cabo de Gata mit dem gleichnamigen Naturpark, der Felsen der Sirenen und wilde Flamingos gehören heute zu den Höhepunkten. Sensationell […]

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Die Agraindustrie in Spanien mit seinem Mar del Plástico, das Cabo de Gata mit dem gleichnamigen Naturpark, der Felsen der Sirenen und wilde Flamingos gehören heute zu den Höhepunkten. Sensationell für uns als “Freicamper” ist aber auch der Stellplatz am Playa Noche y Baño an dem wir die kommende Nacht verbringen.

Morgens auf dem Campingplatz Playa de Poniente

Auch auf dem Campingplatz den wir gestern Abend ansteuerten ist noch Vorsaison. Alles geht sehr behäbig vor sich. Einige der Wenigen schon anwesenden Dauercamper, in der Überzahl sind es Spanier, bereiten Ihre „Hazienda“ auf die Saison vor. Da wir gefegt und geputzt, Vorzelte und Antennen neu ausgerichtet und die Campingmöbel auf fordermann gebracht. Es ist ein friedliches Bild, durch das ungewöhnlich viele Hauskatzen jeglicher Fasson streifen. Offenbar die Lieblingshaustiere all jener, die sich mit ihren Wohnwagen für die Saison hier eingemietet haben. Dieses so friedliche Bild wird in einem Monat, mit dem Beginn der Hauptsaison, sicher einen eher turbulenten Charakter annehmen.

Wir reihen uns bei den fleißigen Campern ein und gönnen unserem Wohnmobil einen vollen Tank Frischwasser, während wir uns gleichzeitig dem Inhalt von Grauwassertank und Toilette entledigen. Die Einrichtungen am Platz hierfür sind vorbildlich.

 

Agrarindustrie in Andalusien – eine Gewächshaushölle

Dann geht es wieder auf die Strecke. Das Touristeninferno der Costa de Sol liegt hinter uns und wir hoffen auf tolle Bilder zwischen der Küste des Mittelmeers und der Sierra Nevada, die uns eine Zeit lang im Norden begleiten wird.

Wir sind weiter auf der Autovia Mediterraneo unterwegs und es beginnt gleich hinter Motril. Aus dem Touristeninferno ist ein Gartenbauinferno geworden. Wir sind im Mar del Plástico . Zunächst sind es nur einige vereinzelte Gewächshäuser. Dann, wie mit einem Schlag, scheint das ganze Land unter einem Gespinst von Plastikfolien zu verschwinden, die gewaltige Gewächshausflächen überdecken. Das Ganze reicht von der Küste, die wir in südlicher Ferne sehen, bis hinauf an die steil aufsteigenden Hände der Vorgebirge der Sierra Nevada. Dort wo es zu steil wird, wurden offenbar mit erheblichen Aufwand große Terrassen in die Berge geschlagen, um noch mehr Flächen für den Anbau zu erschließen.

Wohin wir auch schauen, Gewächshäuser soweit wir sehen können. Ganz extrem erscheint uns die Landzunge zwischen Adra und Almeria. Die ist immerhin an die 30 Kilometer breit und reicht vielleicht 15 Kilometer in einen Halbkreis ins Meer hinaus. Bis auf Straßen und Wege, die wie Adern das Weiß er Plastikdächer durchziehen, scheint es hier bis ans Meer nichts anderes zu geben. Kurz vor Almeria gesellen sich unter die Gewächshäuser noch andere Betriebe. Ohne diese wäre dieser Wahnsinn nicht zu organisieren. Es sind in erster Linie Speditionen, aber auch Lagerhäuser, Großtankstellen, eine Betonfabrik (irgendwer muss ja für die Fundamente sorgen) und eine Vielzahl anderer Branchen, die hier vom Obst und Gemüse leben.

Wir sind schockiert und machen uns viele Gedanken. Über das Gemüse im Supermarkt daheim in Erfurt und wo es herkommt, über die trockene Landschaft um uns herum, der dieser an Wasserverbrauch so intensive Wirtschaftszweig sicher nicht gut tut, über die Menschen, die hier schuften, woher sie kommen, ihre Träume und was sie hierher lockte. An das, was vor der Plastik hier gewesen sein könnte. Oder wo das hier billigst Produzierte hingeht. Gefördert mit EU-Subvention vielleicht auch nach Afrika um den heimischen Markt zu zerstören? Mit all den sozialen Folgen dort, die nun auch an unsere Türen klopfen. 

Die andere Seite dieser Medallie ist, dass El Ejido, die Stadt mitten in dem Anbaugebiet zu den reichsten Städten in Spanien gehört. Trotz- oder gerade deswegen sind soziale Konflikte zwischen den meist marokkanischen Gastarbeitern und den einheimischen Andalusiern vorprogrammiert. 

Mit Stirnrunzeln sind wir so mehr als eine Stunde auf der Autovia Mediterraneo unterwegs. Unvergesslich für uns auch diese Zeit – in ihrer ganz speziellen Art.

Wir haben versucht das Ganze aus dem fahrenden Auto fotografisch zu dokumentieren, was nur unzureichend gelang.

[arve url=”https://youtu.be/qSfprCAzvpU” thumbnail=”10389″ /]

Einen besseren Blick bietet vielleicht der Satellit. Alles was Ihr hier an weißen Flächen seht ist unter Plastikfolie konserviert. Dieser Bildausschnitt umfasst in der Ost-West-Richtung vielleicht 40 Kilometer und in Nord-Süd-Richtung 15 Kilometer. Insgesamt begleitete uns dieses Bild, immer wieder unterbrochen durch eine für diese Nutzung zu steile oder zu karge Flecken im Plastikmeer, über 120 Kilometer. 

Schon wieder so eine Bausünde

Auf unserem heutigen Weg bis hier her haben noch ein besonders krasses Beispiel für die Bausünden in Spanien entdeckt. Unmittelbar am Fuß des markanten Burgbergs des Castell de Ferro im gleichnamigen Ort siecht eine der schon besprochenen Investitionsruinen dahin und entstellt den Anblick auf die maurischen Festung oben auf dem Berg. Was veranlasst die Leute hier nur so verantwortungslos mit ihrem kulturellen Erbe umzugehen? Ist es nur die Aussicht auf das schnelle Geld? Oder lassen die Gesetze in Hinsicht auf Landschafts- und Denkmalschutz hier mehr zu als bei und zu Haus? Vielleicht sollte die EU sich auch um solche Frage kümmern, um europäisches Kulturerbe vor derartigen Entstellungen schützen.

Cabo de Gata

Dann wollen wir aber an den Strand. Schließlich scheint die Sonne bei angenehmen Temperaturen und wir sind am Mittelmeer. Der Strand von San Miguel de Cabo de Gata scheint uns hierfür der beste Platz. Der Parkplatz ist großzügig und liegt direkt am schönen Strand, den ich gerne für Bad nutze. Steffi hingegen geht auf Muschelsammelsafari. Sie erbeutet die Schalen einer für uns neuen Muschelart und ein Stück Angelsehne mit Haken. Beides in Kombination ergibt ein neues Dekorationsobjekt, dass seit dem das Wohnmobil schmückt.  Diese neuen Muschelschalen haben einen unschlagbaren Mehrwert. 90 Prozent haben im Wirbel schon ein kleines Loch, dass sich bestens zur Auffädelung der Muscheln zu einer Kette eignet. Damit haben wir eine hervorragende Lösung für ein Mitbringsel an alle Anverwandten. 

San Miguel de Cabo de Cata

Weiter geht es dann an das Cabo de Gata. Eine enge Straße mit dramatischen Ausblicken windet sich auf und ab. Dann erreichen wir diesen ganz besonderen Ort. Denn hier soll gleich vor der Küste der Felsen der Sirenen aufragen. Eine Informationstafel erzählt diese Geschichte.

Wir können auf jeden Fall bestätigen, dass es hier neben dem imposanten Leuchtturm und einen sehr fotogenen Felsen gibt. Ob es tatsächlich jener ist, an dem Odysseus nur mit dem Rat der Kirke vorbeikam ohne mit seinen Kameraden daran zu zerschellen kann ich nicht sagen. Diese Geschichte an diese Stelle zu verlegen, ist aber auf jeden Fall ein gelungener Marketingtrick.

Unscharfe Flamingos

Vom Cabo de Gata müssen wir ein Stück des Weges zurückfahren, da sich die weitere Route nach Norden als Sackgasse erweist. Auf dem Rückweg schauen wir hinüber zu den Salinen. Sie sind  vom Meer nur getrennt durch Strand, Straße und eine dünenartige Heide. Sie liegen sie vielleicht 300 Meter hinter dem Strand.

Und hier entdecken wir sie. Unsere ersten Flamingos in freier Wildbahn. Wir sind fasziniert von den imposanten großen Vögeln, die wie selbstverständlich die kuriosesten Körperhaltungen einnehmen. Eine überdachte Aussichtsplattform kurz vor dem Ufer der Saline ist für uns ein willkommener Ort für diese Begegnung.

Wir packen Kameras und das große Teleobjektiv aus und gehen auf “Ansitz”. Die fotografischen Ergebnisse sind jedoch ernüchternd und hier eigentlich nicht präsentabel. Die Flamingos stehen vielleicht 500 Meter vor uns, bei bestem Licht und einem klaren Bild im Sucher. Trotzdem gelingt uns mit 600 Millimeter Brennweite und einer sechshundertstel Sekunde Belichtungszeit vom Stativ fotografiert, nicht ein wirklich scharfes Foto. Ich rede mir ein, das nur die heiße Luft über dem Wasser der Grund hierfür sein kann. Oder hab Ihr eine Idee was hier schief gegangen sein kann?

Flamingos

Nach unserer „Flamingostunde“ fahren zurück auf die Autovia Mediterraneo, die wir bis zur Ausfahrt am Kilometer 494 nutzen. Von dort geht es in die trockene Karstlandschaft des Naturparks Gabo de Gata und Nijar. Die Trockenheit der Landschaft fasziniert und macht ein wenig Angst, sie scheint fast lebensfeindlich zu sein. Dann geht es wieder entlang der Küste von Carboneras nach Mojacar.

Zwischen dem Meer und der Sierra Cabrera

Auch hier erweist sich der von uns benutzte Michelin-Atlas als sehr hilfreich. Oft nehmen wir, ohne Rücksicht auf die damit verbundene längere Fahrzeit, gerne die grün gekennzeichneten Straßen. Landschaftlich reizvoll wären diese, so die Legende im Atlas. Und Recht hat er, der Atlas. Es ist in diesem Fall ist es sogar eine traumhafte Route die uns bei bestem Wetter und bester Aussicht durch eine karge, mit dem Meer wie verschmolzene Kulisse führt. An der Mirador de la Granatilla halten wir, um die grandiosen Aussichten in aller Ruhe genießen zu können. 

Stellplatzglück

Wir fahren weiter bis Mojacar, ein Badeort der uns im Vergleich zu Marbella oder Malaga fast familiär vorkommt. Hier finden wir jedoch keinen Stellplatz. So fahren wir einige Kilometer zurück an den Playa Noche y Baño und finden  einen dieser genialen Stellplätze, wie sie nicht so oft an Südküste von Spanien zu finden sind.

Fast direkt an Strand. Eine kleine Bar gleich dabei. Links das Castillo de Macenas. Rechts ein alter Wachturm auf einem Felsen. Besser kann man es nicht treffen. Um hierher zu gelangen, müssen wir aber noch das Flussbett des Barranco del Agua del Medio durchqueren und hoffen dabei inständig, dass nicht ausgerechnet in dieser Nacht ein Platzregen niedergeht und das ausgetrocknete Flussbett zu einem unüberwindbaren Strom anschwellen lässt. Dann wäre unsere Rückkehr auf die befestigte Straße auf der anderen Seite für einige Zeit sicher unmöglich. Aber: No Risk no Fun.

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Zahara de la Sierra – Playa Granada https://www.mit-uns-entdecken.de/zahara-de-la-sierra-playa-granada/ Sun, 13 May 2018 22:47:56 +0000 http://www.mit-uns-entdecken.de/?p=8228 Es geht hinauf in die Sierra Grazalema, vorbei an Gautschos und Korkreichen. Ronda besuchen wir nicht. Wir sehen von den Bergen der Sierra Bermeja erstmals das Mittelmeer, den Felsen von […]

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Es geht hinauf in die Sierra Grazalema, vorbei an Gautschos und Korkreichen. Ronda besuchen wir nicht. Wir sehen von den Bergen der Sierra Bermeja erstmals das Mittelmeer, den Felsen von Gibralta und Nordafrika. Dann erleiden wir die Costa del Sol und beenden den Tag am Playa Granada.

Durch die Sierra de Grazalema

Der Tag beginnt bei wunderbaren Wetter in zauberhafter Landschaft. Wir lassen uns Zeit mit dem Aufbruch. Ein wenig spiele ich mit dem Hund des Nachbarn, der eine leere Mineralwasserflasche gerne als „Stöckchen“ akzeptiert und begeistert dem so geworfenen Objekt nachjagt.

Heute soll es ans Mittelmeer gehen. “Mare” wie der alte Lateiner einfach sagte. Aber der kannte ja auch kein anderes.

Doch bevor wir auf dessen Gestade treffen, die schon Odysseus und seiner Crew manches Ungemach brachten, cruisen wir durch die Höhen der Sierra de Grazalema. Wir fahren über ein Flußtal hinauf, das sich tief in das Kalksteingebirge gegraben hat. Dann streifen wir den Ort Grazalema, dem die Sierra ihren Namen verdankt. Es ist grandios wie die schneeweißen Häuser von Grazalema förmlich am Berg kleben.

Wir entscheiden uns gegen die von hier aus mögliche und wohl sehr attraktive Runde um das Bergmassiv zu dem Grazalema den Einstieg bietet. Wir fahren weiter Richtung Ronda.

Auf den recht einsamen Straßen hier oben haben wir zwei Erlebnisse, die uns besonders in Erinnerung bleiben. Zunächst treffen wir an diesem Pfingstsonntag auf eine Gruppe von – ich würde sagen Gautschos. In Sachen Pferde wurde ich bisher fast immer nur mit jungen Damen konfrontiert. Und in dieser Sache weiß ich wovon ich spreche. Immerhin macht unsere Tochter ihr seit Kindertagen geliebtes und gelebtes Hobby zurzeit zum Beruf. Hier sind es aber gesetzte Herren, die sich mit Sonnenhut und auf edlen Tieren sitzend, auf einen Ausritt vorbereiten. Als wir Sie fotografieren, grüßen sie freundlich. Bei ihren Anblick verstehen wir sofort das hiesige Sprichwort. “Setze einen Andalusier auf ein Pferd und er wird es reiten können

Als nächstes ist es ein seltsamer Wald, der unsere Aufmerksamkeit erregt. Die Stämme der niedrigen Bäume sind bis hinauf die ersten Verzeigungen der Krone abgeschält. Wir halten an um uns da näher anzusehen. Auch hier ist wieder anfassen, fühlen und entdecken angesagt. Und unsere Ahnung wird bestätigt. Wir stehen mitten in einem Hain von Korkeichen. Wir versuchen ein paar Quadratzentimeter zu „ernten“. Mit meinen in Frankreich erworbenen Langiol ein mühsames Unterfangen. Aber bei der Rinde handelt es sich eindeutig um Kork. Hellbraun gemasert mit dunklen Einschlüssen, weich, elastisch und trotzdem sehr zäh. Es wurde ein lehrreicher Stopp für uns.

Zur Sierra Bermeja und dann hinunter ans Mittelmeer

Bevor wir das Mittelmeer sehen können geht es vorbei an Ronda. Steffi zitiert zu spät auf unserem Reiseführer Begriffe wie: „einer der schönsten Orte in Südspanien“, „Wiege des modernen Stierkampfs“ oder „Wallfahrtsort“. Wir sind in diesem Moment aber schon an Ronda vorbeigerollt und wollen nicht mehr umdrehen.

Es geht es weiter hinauf in die Sierra de Ronda und dann über Sierra Bermeja. Von hier aus stürzt die Straße hinab nach San Perdo unten am Mittelmeer.

Auch hier oben mitten in den Bergen finden wir eine der für Spanien so typischen Investitionsruinen. Gerade hier im Süden beginnen sie das Bild der Landschaft an vielen Stellen zu verschandeln. Aber auch schon in Norden, wie z.B. in Lugo war das Phänomen der geplatzten Immobilenträume auffallend. 

Investruine

Noch oben in den Bergen finden wir einen fast beschaulichen Platz an einem Restaurant, von wo wir unseren ersten Blick auf das Mittelmeer festhalten. Dann windet sich die A-397 in unendlichen Kurven und Schleifen hinunter nach San Pedro Alcántara. Auch die tollen Ausblicke hinunter über das Meer bis hin zum Felsen von Gibraltar und hinüber nach Afrika lassen diese Abfahrt kurzweilig werden. 

Costa de Sol

Als wir noch weit oberhalb von San Pedro El Madronal erreichen, verändert sich das Landschaftsbild. Nicht zu seinem besten jedoch, wie wir finden. Jeder irgendwie bebaubare Flecken ist oder wird gerade bebaut. Unten in San Pedro erkennen wir dann das ganze Ausmaß. Wir sind an der Costa de Sol, dem Touristeninferno Europas angekommen. Von San Pedro bis hinter Malaga fahren wir durch eine Landschaft, die diesen Begriff nicht mehr verdient hat.

Hotel reiht sich an Hotel, Restaurant an Restaurant. Eingestreute Diskotheken und Einkaufsmärkte können die Szenerie auch nicht auflockern, im Gegenteil. An der Autovia Mediterraneo reihen sich wie an einer Perlenschnur Touristenhochburgen wie San Predro, Marbella, Fuengirola, Torremolinos und natürlich Málaga. Zeitweise riecht es sogar auf der Autovia kräftig nach Frittenfett. Es ist für uns ein schreckliches Bild, dass sich da über 70 Kilometer lang abzeichnet. Anderen gefällt es aber, wenn man auf die jährlichen Buchungszahlen für diesen Küstenabschnitt schaut. Für uns ist es eher ein Grund für eine schnelle Weiterfahrt.

Nach den so vielfältigen Eindrücken der letzten anderthalb Wochen wissen wir nun auch, dass jeder Unsinn erzählt, wenn er nach einem Sieben-Tage-Badeurlaub an der Costa de Sol behauptet, er wäre in Spanien gewesen. Das Spanien das wir bis hier her kennen lernen durften, hat mit dem was wir hier entlang der Strecke ausmachen wenig zu tun. 

Wir beenden diese für uns so widersprüchliche Etappe am Playa de Granada bei Motril. Wir gehen erstmals auf unserer Tour auf einen Campingplatz. Das Wohnmobil benötigt dringend eine Ver- und Entsorgung, die in dieser Gegend nicht anders zu bekommen ist.

Camping Playa de Poniente

Hier setzt man auf High-Tec. Selbst die Aufschaltung des Stroms auf die Steckdose an unserem Stellplatz erfolgt von der Rezeption aus via Computersteuerung. Sehr beeindruckend! Funktioniert aber leider nicht! Zweimal pendle ich zwischen unserem Stellplatz und den Rezeption hin und her, nur um dort zu berichten, dass noch immer kein Strom ankommt. Dann wird der rettende Engel entsandt. Natürlich von der Rezeption aus. Natürlich via Computerprogramm. Bei uns angekommen entpuppt sich der Engel als ganz normaler Platzwart. Oder ist er gar ein Facility-Mananger? Oder schon an Android? Jedenfalls führt er recht archaisches Werkzeug mit sich: Schraubenzieher, Kombizange und Phasenprüfer. Ob das bei dieser High-Tec-Anlage wohl gut geht? Er klemmt kurzerhand ein paar Kabel um, und lässt in einem spanisch, das selbst wir verstehen, heraussprudeln, was er von der High-Tec hält. Aber egal, wir haben nun unseren Strom.

Heute ist sowas wie das Bergfest auf unserer Tour und auch ein Waschtag ist damit dringend angesagt.

Den Rest unseres Tages schenken wir dann dem Strand und dem Restaurant direkt am Campingplatz, wo man uns ein leckeres Menü serviert.

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Sevilla – Zahara de la Sierra https://www.mit-uns-entdecken.de/sevilla-zahara-de-la-sierra/ Sat, 12 May 2018 23:55:27 +0000 http://www.mit-uns-entdecken.de/?p=8226 Der Real Alcázar, der königliche Palast mit seinen fantastischen Gärten und die grandiose Kathedrale von Sevilla sind zwei herausragende Höhepunkte auf unserer Reise durch Spanien. Am Abend fuhren wir dann […]

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Der Real Alcázar, der königliche Palast mit seinen fantastischen Gärten und die grandiose Kathedrale von Sevilla sind zwei herausragende Höhepunkte auf unserer Reise durch Spanien. Am Abend fuhren wir dann noch hinauf in die Sierra de Grazalema, wo wir den Tag bei Zahara de la Sierra unter einem tollen Sternenhimmel beendeten.

Sevilla

Der Tag beginnt leise für einen Parkplatz, auf dem sich um die 60 Wohnmobile für diese Nacht versammelt haben. Um 7:00 Uhr ist noch alles still. Die leichten Federwolken schimmern im Morgenrot. Ich nutze die frühe Stunde für ein paar Zeilen, bin schon drei Tage im Rückstand. 

Gegen 8:30 Uhr spüren wir zunehmende Aktivität um uns herum. Nun ist es Zeit selbst “in die Gänge” zu kommen. Frühstück, stadtfein machen und die Räder aus der Heckgarage geholt. Es geht auf die andere Seite des Canal de Alfonso XIII. Hier kommen wir auf der Promenade des Christoph Columbus schnell voran. In der Ferne grüßt der Torre Sevilla.  Um 09:50 Uhr erreichen wir die Kathedrale und gleich gegenüber die Warteschlange, die sich an die Mauern des Real Alcázar geschmiegt hat. Wir reihen uns ein. Egal wie lange es dauert, hier wollen wir unbedingt hinein. Es wird jedoch eine Geduldsprobe. Unter den vielen Wartenden herrscht aber eine gute, erwartungsvolle Stimmung.

Wir machen so mache bevorzugte Arten aus, wie man die Wartezeit totschlagen kann.

  • Erster Platz: Small Talk – uns umgibt ein babylonisches Sprachengewirr.
  • Zweiter Platz: Bücher lesen – auch das Werk über Coco Chanel, dass Steffi gerade am Wickel hat, ist in mehreren Sprachvarianten auszumachen.
  • Dritter Platz: yoga-artige Lockerungsübungen – Die vollzieht zwar nur einer unter den hunderten von Wartenden. Er stiehlt aber allen anderen eindeutig die Show.
  • Vierter Platz: Getränke beschaffen unter einer immer höher steigenden Sonne.  
  • Fünfter Platz: Die edlen Pferde vor den Kutschen auf dem Plaza del Triunfo bewundern.

Nach etwa zweieinhalb Stunden sind wir noch immer in der Schlange, nun aber vom Schwanz an den Kopf vorgerückt. Vorwärts geht es für die Besucher ohne vorab gebuchtes Ticket immer nur schubweise. Vielleicht 30 Personen alle Viertelstunde. Der Wachmann am Einlass zu den Kassen beherrscht die Situation mit bewundernswerter Ruhe und Souveränität. Jeder Versuch von besonders “wichtigen” Zeitgenossen die Schlange gleich am Kopf zu packen wird nonchalant und konsequent pariert. 

Real Alcázar

Nach fast drei Stunden werden wir eingelassen. Vor den Kassen ist aber noch ein Sicherheitscheck wie an einem Flughafen zu überstehen. Und wir haben natürlich ein Taschenmesser dabei. Das gute Opinell, ein Weihnachtsgeschenk von vor Jahren. Freundlich wird es sichergestellt und mir eine Quittung für die Aushändigung nach unserem Besuch des Real Alcázar ausgehändigt. Bevor wir dieses Wunder nun betreten, leisten wir uns an der Kasse gegenüber noch einen Audioguide in deutscher Sprache. Der ist auf jeden Fall allen n zu empfehlen, die diesen Palast ohne einen Führer erkunden wollen.

Patio Leon, Sala de la Justicia und Patio del Yeso

Einen ersten Eindruck von dem was uns nun erwartet, bekommen wir im Patio Leon, im Sala de la Justicia und im Patio del Yeso. Die maurischen Elemente dominieren. Alles ist von Leichtigkeit und Licht getragen. Die filigranen Wandelemente sind atemberaubend, die Einbindung von fließendem Wasser in die Architektur wunderschön und die Verbindung von Gärten und Gebäuden sehr harmonisch. Das ist aber nur ein Vorgeschmack von dem, was uns in den nächsten Stunden erwartet. 

Patio de la Monteria

Der Patio de la Monteria, der Jagdhof, ist das grandiose Entree für alles was uns nun folgt. Die Fassaden sind auch hier maurisch geprägt und sehr filigran. Vorboten einer Zauberwelt wie aus tausend und einer Nacht. 

Rechts unter den Kolonaden gelangt man u.a. in die Capilla de la Virgin de los Navegantes, die Kapelle der Jungfrau der Seefahrer. Sie ist den Größen der Seefahrt jener Tage und natürlich der Entdeckung Amerikas gewidmet. Das zentrale Altarbild von Alejo Fernández kündet erstmals in der Kunstgeschichte von der Entdeckung des Doppelkontinents. Die Wände zieren die Wappen der Admiräle, die die damals größte Seemacht der Welt anführten.

Weiter geht es durch die Casa und den Patio de la Asistente – auch die Bediensteten sollten es hier gut haben – in den Garten der Prinzen. Hier bekommt man einen ersten Eindruck, was maurischen Gartenkunst vermag. Die Columna da Al-Mutamid führt dann in den eigentlichen maurischen Palast.

Patio de las Doncellas

Um den Hof der Mädchen – Patio de las Doncellas – dem Herzstück des Palastes gruppieren sich verschiedene Räume, die in ihrer Pracht kaum zu übertreffen sind. Es sind in erster Linie die filigranen maurischen Motive und Ornamente die uns so beeindrucken. Sie schmücken Wände und Decken. Aber auch die Sichtachsen zwischen den Räumen und in den Patio de las Doncellas stellen eine vollendete Harmonie her. Bögen im maurischen Stil über den Durchgängen tun ihr Übriges um das prachtvolle Gesamtbild abzurunden. 

Dann treten wir hinaus auf den Patio de las Doncellas. Wir versuchen uns gedanklich um Jahrhunderte zurück zu versetzen. In einer sonst von Stein- und Lehmhütten geprägten Welt, muss dieser Hof auf den Besucher einen ungeheuren Eindruck gemacht haben. Ein unfassbares Wunder in der damaligen Zeit. Neben der maurischen Ornamentik ist auch hier das fließende Wasser ein wichtiges Gestaltungselement. Die kleinen Orangenbäume im Patio de las Doncellas entspringen einen Grund, der deutlich unter dem Niveau des Hofes liegt. So kann man mit den Armen die Früchte der Bäume erreichen. Eine Anspielung auf die Beschreibung des Paradieses im Koran. 

Zurück in den Schatten der Räume ringsum kommen wir in den Puppenhof. Hier kann der aufmerksame Besucher neben den reichen maurischen Ornamenten, die sonst frei jeglicher figürlicher Elemente sind, zwei Puppenköpfe finden. Daher der Name dieses Hofes, der heute von einer Glaskuppel überdacht ist. Auch der Streifzug durch die anderen, an den Patio de las Doncellas anschließenden Räume bringt uns tolle Einblicke. 

Der gotische Palast

Dann geht es hinüber in den gotischen Teil des Palastes. Er geht aus Kaiser Karl V. zurück. Hier nur Carlos I. genannt. Er war immerhin ein Kaiser des Heiligen Römisches Reiches aus dem Haus der Habsburger. Er war der erste König Spaniens, der über mehrere spanische Reiche (Kastilien, Leòn und Aragòn) herrschte. Und er ließ es sich gut gehen, hier im Real Alcázar. Als christlicher König wohl nicht ganz so mit dem maurischen Wohnstil vertraut, hat er kurzer Hand einen Teil das Palastes im Stil der Gotik überbauen lassen. Ein interessanter Kontrast zu der sonst hier dominierenden Mudèjar-Architektur.

Die Gärten

Nun geht es hinaus in die großen Gärten, die sich nach Osten dem Palast anschließen. Vom Estanque de Mercurio, dem Becken des Merkur, hat man einen tollen Blick in weite Teile des Parks. Besser ist die Aussicht noch von der Galeria del Grutesco. Sie teilt die Anlage in einen nördlichen und in einen südlichen Teil und bildet die architektonische Dominante in den sonst von Hohen Palmen beherrschten Gärten.

Wie kommen an dem Pavillon vorbei, in dem sich Kaiser Carlos I. oft zurückzog und der nun seinen Namen trägt. Vorbei am Brunnen des Neptun erreichen wir wieder den Jardin de la Daza, in dem viele Feste sicher nicht nur mit Tänzen begangen wurden. 

Hier ist auch der Zugang zum Bad der Doña Maria de Padilla, der Mätresse von Peter I. dem Grausamen, König von Kastillien und León, zu finden. Angenehm kühl ist es hier unten. Und hinten am Wasserbecken werfen natürlich auch wir eine Münze über die Schulter ins kühle Nass und hoffen auf die Erfüllung eines Wunsches.  

Alcázar – ein Fazit

Der Palast ist phantastisch und das Warten heute Morgen hat sich auf jeden Fall gelohnt. Auch wenn es noch eine Stunde länger gedauert hätte.

Der Real Alcázar ist zauberhaft, exotisch, märchenhaft, königlich und und und…  Ich vermag mit Worten die unendlichen Eindrücke nicht zu beschreiben die uns in den Mauern und Gärten dieses einzigartigen Ortes berührten. Vielleicht können das die Bilder ja besser.

Ein Tipp noch: Wenn ihr an keiner Führung teilnehmt, leistet Euch auf jeden Fall den Audioguide. Auch wenn er fünf Euro pro Person kostet, ist es gut investiertes Geld. Ohne ihn ist das Erlebnis weniger als die Hälfte wert.

Nach drei Stunden stehen wir wieder in der Wirklichkeit und in der nächsten Schlange.

Catedral de Sevilla

An der Kathedrale geht es aber viel schneller. Nach zwanzig Minuten Wartezeit auf dem Platz vor der prächtigen Puerta del Principe haben wir unsere Tickets in der Hand und wieder einen Audioguide um den Hals. 

Als wir in den Kirchenraum kommen, haben wir den Eindruck, eine Stadt in einer Stadt zu betreten. Eine sakrale Markthalle sozusagen. Es ist das größte Gotteshaus, in dass wir je unsere Füße setzten. Nur der Petersdom in Rom und St. Pauls Cathedrale in London sind größer. Beides konnten wir noch nicht besuchen. Also ist das nun unser Superlativ in Sachen sakraler Monumentalbau.

Die Seitenkapellen

Der gut gemachte Audioguide führt uns vorbei an der Rückseite des gewaltigen Chores und beginnt uns die Seitenkapellen vorzustellen. Er startet dabei an der Capilla de San Francisco an der Nordseite und arbeitet sich dann gegen den Uhrzeigersinn vorwärts. Wir haben einiges vor uns. Um den Chor reihen sich allein 18 Seitenkapellen. Hinzu kommen diverse Sakristeien und Säle. Und dann natürlich, nicht zu vergessen, rund um die Vierung der fünfschiffigen Basilika der Hauptaltar in der Capilla Real, der gewaltige Chor, der prächtige Silberaltar und das Grabmal des Christoph Columbus. 

Da werden wir ein wenig selektieren müssen, um bis 17:00 Uhr einen Überblick zu bekommen und anschließend noch den Organgenhof erkunden zu können. Von den Seitenkapellen bleiben die Kapelle der unbefleckten Empfängnis, die Kapelle der Jungfrau von Antigua, die Kapelle San Antonio und das Grabmal des Bischofs Cervantes in der Kapelle San Hermenegildo in besonderer Erinnerung. Übrigens ein wankelmütiger Zeitgenosse dieser Bischof in den Zeiten von Papst und Gegenpapst und Absolvent der Universität von Salamanca

Die Vierung

Der Höhepunkt ist sicher der Bereich um die prächtige Vierung – der Kreuzung von Längs- und Querschiff. Allein die Deckengewölbe sind den Weg hierher Wert. Sie sind aber fast unbedeutend gegenüber dem was am Boden rund im die Vierung angeordnet ist. An der Nordseite der schillernde Silberaltar, der von einer gewaltigen Monstranz überstrahlt wird. Gegenüber das sehr originell gestaltete Grabmal des Christoph Columbus. Es bildet in seiner Art einen interessanten Kontrast zu der Welt der Kapellen, Säle und Sakristeien ringsum – ein Monument in einem Monument sozusagen.  

Westlich der Vierung erhebt sich der gewaltige Chor. Das Gestühl strebt, vorangetrieben von einmaligen Schnitzereien, in unerwartete Höhen. Dem Chor gegenüber dann die gewaltige Capilla Real mit dem Hauptaltar. Ihn schmückt das größte Retabel der Welt. Es ist nicht nur in den Dimensionen Höhe und Breite unübertroffen. Auch die Pracht, der Detailreichtum und die Harmonie suchen ihres Gleichen. 

Ich verbringe hier eine lange Zeit. Sitze einfach im Gestühl unter der Vierung und lasse diese vier Wunder auf mich wirken. Steffi nutzt diese Zeit um den Torre Giralda zu erklimmen. Wir hatten uns in der Bewunderung der Pracht ringsum einfach aus den Augen verloren und sind nun jeder auf eigene Faust unterwegs. 

Der Orangengarten

Ich verlasse die Kirche vorbei an dem riesigen Silberaltar und finde mich im Orangenhof gleich unterhalb der Puerta de la Concepción wieder. Während ich im Schatten der Organgenbäume das gesehene Revue passieren lasse, ist Steffi noch oben auf den Torre Giralda unterwegs und sammelt Eindrücke von oben. Eine halbe Stunde später treffen wir uns hier unten wieder. Bevor wir den Orangengarten und damit die Kathedrale verlassen, bleibt noch eine Frage zu stellen. Mit “Where is the crocodile” wenden wir uns an eine nette Hostess, die in einem kleinen Schalterhäuschen ihren Dienst versieht.  Es geht uns bei der Frage um ein exotisches Mitbringsel das ein liebestoller Ritter einst seiner Angebeteten zu Füßen legte. Nun hängt es geschnitzt über der Puerta del Lagarto, der Eidechsenpforte. Wie passend!

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Aufbruch in die Sierra de Grazalema

Eigentlich haben wir Lust noch einen Tag in Sevilla zu bleiben. Zu viele Dinge gäbe es noch zu entdecken. Leider gibt es einen sehr banalen und unappetitlichen Grund der dem entgegen steht. Unser Wohnmobil benötigt dringend eine Entsorgung. Besonders das Chemie-WC ist am Ende seiner Aufnahmekapazität. Ein Problem das sich auf unserem Stellplatz in Sevilla genauso wenig lösen lässt, wie dort alternativ ein WC zur Nutzung durch die Gäste bereit stehen würde.

So machen wir uns mit den Rädern auf dem Weg zum Wohnmobil, um von dort aus in Richtung Süden zu fahren. 

Am Stadtrand von Sevilla finden wir gleich an der A-375 ein Einkaufszentrum, an dem wir nicht nur unsere Vorräte an Verpflegung aufstocken, sondern auch die Tankanzeige für unseren Kraftstoff  wieder auf ein akzeptables Maß heben können. Was uns hier auffällt ist der Sicherheitsdienst der am hellerlichten Tag über den Parkplatz patroulliert. Das dies hier durchaus notwendig ist, ist auch eine Seite unseres aktuellen Gastlandes.
Später finden wir an einer Tankstelle an der Schnellstraße dann auch noch eine Gelegenheit, unser Bordtoilette wieder in einen gebrauchsfähigen Zustand zu versetzen. 

Bei Uterea endet die vierspurig ausgebaute Schnellstraße und wir müssen in Sachen Geschwindigkeit kleinere Brötchen backen. Auffällig ist nun die Landschaft mit wiederum einem ganz eigenen Charakter. Auffällig ist aber auch ein seltsamer Konvoi der uns entgegen kommt. Zunächst ein Traktor, der unverkennbar eine Art Prozessionswagen zieht. Dem folgen 10 oder 12 weitere Traktoren, die so etwas wie moderne Planwagen im Schlepp haben. Wir können uns bis heute leider keinen Reim darauf machen.

Zahara de la Sierra

Die Suche nach einen Stellplatz rund um den traumhaft gelegenen Ort Zahara de la Sierra wird zu einer kleinen Odyssee. Schuld daran hat unsere die Promobil-Stellplatz-App. Wir folgen ihr blind, nur um festzustellen, dass der wirklich schwer zu erreichende Stellplatz geschlossen hat, und vom Gelände her für unser Wohnmobil nicht geeignet ist. Das ist sehr ärgerlich.

Trotzdem endet der Tag versöhnlich. Wir stehen mit drei anderen Mobilen unterhalb von Zahara und oberhalb des Stausees Embalse de Zahara-el Gastor. Ein traumhafter Ort, über dem sich später ein grandioser Sternenhimmel breit macht. 

Als es schon dunkel ist, klopft eine junge Dame an unser Fenster und erkundigt sich auf englisch nach unserem Woher und Wohin. Sie berichtet ihrerseits, das Sie und Ihr Freund aus Kolumbien nach Spanien gereist sind, um dieses Land zu entdecken. Sie in in einem Fiat 500 unterwegs, in dem auch übernachtet wird. Das ist sehr sportlich denke ich mir, aber sicher auch unendlich romantisch.

Was vom Tag bleibt

Von dem Tag bleiben noch eine bemerkenswerte Erinnerung und eine wichtige Überlegung. Zunächst die Erinnerung: 

Die Erinnerung

Unter den vielen Besuchern in der Kathedrale von Sevilla fiel mir ein junges Paar auf. Er großgewachsen, sportlich gekleidet. Ein moderner Spanier wir er im Buche steht. Ob Sie eine Schönheit ist, war nicht zu erkennen. Denn Sie war bis auf die Augen in grauem Gewand voll verschleiert. Ich denke aber schon sie eine Schönheit ist und sie ihren Spross mit Stolz in einem sehr modernen Kinderwagen durch diesen durch und durch katholischen Ort vor sich her schob. Welch ein schönes Bild an diesem Ort in dieser Zeit.

Die Überlegung

Die Kathedrale von Sevilla ist sicher ein Höhepunkt im Schaffen der Christenheit. Sie wurde in den Jahren 1401 bis 1519 im Stil der Gotik auf den Überresten der im 12. Jahrhundert errichteten arabischen Mezquita Mayor gebaut.

Hier einige wichtige Jahreszahlen aus dieser Zeit und danach:

  • 1492 – Christoph Columbus landet in der Karibik
  • 1497 – Amerigo Vespucci erreicht in spanischen Diensten das heutige Mexico.
  • 1519 bis 1521 – Hernàn Cortés sorgt für den Untergang der atztekischen Kultur verbunden mit dem Tod aber Tausender Indios.
  • 1532 – Francisco Pizarro, ebenfalls in spanischen Diensten, zerstört die Kultur der Inka. Auch hier wird ein ganzes Volk vernichtet.
  • 16. und 17. Jahrhundert – Sevilla ist der Hauptumschlagsplatz des Seehandels mit Amerika und gelangt zu ungeahnter Blüte.

Wir Europäer sollten demütig sein und allen Völkern auf allen Kontinenten die Hand reichen, auch wenn sie an unsere Pforten klopfen. Unsere Schuld ist groß genug – auf allen Kontinenten, die Antarktis vielleicht ausgenommen. 

Als es dann ganz finster geworden ist, raffe ich mich nochmal auf um Stativ, Kamera und Fernauslöser auf den einmaligen Sternenhimmel zu richten und ihn in Pixeln festzuhalten.

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Salamanca – Cárceres – Merida – Sevilla https://www.mit-uns-entdecken.de/salamanca-carceres-merida-sevilla/ Fri, 11 May 2018 22:45:38 +0000 http://www.mit-uns-entdecken.de/?p=8224 Weiter geht es durch die karge Landschaft der Extremadura. Wir besuchen Cáceres. Die Altstadt ist ein einmaliges Ensemble aus Bauten vom Mittelalter bis zur Renaissance. Dann geht es weiter nach […]

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Weiter geht es durch die karge Landschaft der Extremadura. Wir besuchen Cáceres. Die Altstadt ist ein einmaliges Ensemble aus Bauten vom Mittelalter bis zur Renaissance. Dann geht es weiter nach Mérida, wo uns Römische und Maurische Spuren begeistern. Danach noch durch die südliche Extremadura und über die Sierra Morena und wir erreichen endlich Sevilla.

Tagesplan verworfen

Wir brechen früh auf, schon um 08:45 starten wir von unserem Stellplatz in Salamanca.

13:20 Uhr Ankunft in Sevilla hat „Anna“ unser neues Navi errechnet. Schön denke ich mir, da klappt es heute noch mit der Kathedrale in Sevilla. „Anna“ hat allerdings ihre Rechnung ohne Steffi gemacht hat. Als wir auf der Autovia 66, der Route de la Plata Richtung Süden fahren, beginnt Steffi unseren Baedecker-Reiseführer zu studieren. Und da die Autobahn hier der Route es alten Pilgerweges von Sevilla nach Stantiago de Compostela folgt, dauert es bis zum ersten Treffer nicht lange. Cárceres – Welterbe!!! Daran führt kein Weg bei. Also verlassen wir die Autobahn nach ca. 180 Kilometern, um auch dieses Kulturwunder zu besuchen.

Bevor wir soweit sind, durchqueren wir eine interessante Landschaft. Vor uns in der Ferne leuchten die noch schneebedeckten Gipfel der Sierra de Francia. Die Autovia windet sich immer höher hinauf, bis ca. 1.200 Meter über dem Meer erreicht sind. Hinter Béjar ändert sich die Vegetation. Olivenhaine soweit das Auge reicht.

Es mag banal klingen, aber für uns sind es die ersten Olivenbäume überhaupt. So halten wir an der Ausfahrt zum dem Ort mit dem malerischen Namen Olivia de Plasencia.

Anfassen, riechen, entdecken ist hier angesagt.

CárceresCáceres

Als wir in Cárceres einfahren, landen wir in einer modernen Stadt. Vom Welterbe ist zunächst nichts zu sehen. Moderne Hochhäuser, breite von Palmen gesäumte Alleen und viel Verkehr umgeben uns. Von der im Reiseführer angekündigten herrlichen mittelalterlichen Stadt, aber auch von einer Parkmöglichkeit ist nichts zu sehen. Wir kurven auf der Suche nach einem Parkplatz mehrfach erfolglos durch die großzügigen Alleen der Innenstadt.

Später am Stadtrand dann finden wir eine große Parknische für unser Mobil.

Vor hier aus ist nun auch die lang ersehnte Altstadt zu sehen. Elf Minuten Fußweg sind es dorthin, meint GoogleMaps. Das sollte zu schaffen sein.

Als wir die Altstadt erreichen, tauchen wir in eine Welt aus dem Mittelalter und der Renaissance ein, wie sie sicher einmalig ist. Zunächst stören uns die vielen Stände, Bühnen und Buden, die gerade in der ganzen Altstadt aufgebaut sind. Das Pfingstwochenende mit seinen Festivitäten steht an. Dann denke ich mir aber, dass im Mittelalter das Bild vielleicht ein ganz ähnliches war. Leer waren die Plätze an den Markttagen damals sicher auch nicht.

Wir laufen durch eine Art verzauberte Welt und können uns nicht satt sehen. Es ist wie ein großes Freilichtmuseum des Mittelalters und der Renaissance. Erfrischend wird mischt sich aber auch so mancher maurische Einfluss in der Architektur der alten Stadt. In den verwinkelten Gassen ergeben sich immer wieder neue interessante Blickwinkel.

Parroquia de Santiago de los Caballeros

Wir besuchen die Parroquia de Santiago de los Caballeros, die Kirche der Gemeinde der Ritter von Santiago. Sie hat wieder eine ganze eigene Spezialität, die man gesehen haben muss. Einen sakrale USP sozusagen. Es sind hier Lebensgroße, in feinste Gewänder gekleidet Figuren in Lebensgröße. Die große Gruppe am Hauptaltar stellt das letzte Abendmahl dar. Warum der Runde allerdings nur 11 Jünger beiwohnen, hat sich uns nicht erschlossen. 

Als wir die Kirche wieder verlassen, ist ein Stück des Weges am Gotteshaus pitschnass. Was hier geschehen ist, erklärt ein Blick nach oben. Familie Adebar nutzt den Turm des Heiligen Hauses ungeniert als Unterkunft. Dabei benehmen sich die Familienmitglieder nicht immer Anständig, was zu einen erhöhten Reinigungsbedarf unten auf dem Gehweg führt.

Weiter durch die Altstadt Cárceres

Wir betreten nun die innere Altstadt. Sie umfasst alles was innerhalb der alten Stadtmauer liegt. Wir treffen hier auf eine Welt aus engen Gassen, Kirchen, Villen, Palästen und Adelshäusern. Es ist die Dichte all dieser Baudenkmale die Cáceres so einmalig macht. Es geht vor bei an der Kathedrale Santa Maria und der Kirche San Fransico Javier zur pittoresken Plaza de las Veletas. Durch einige Gasse eröffnet sich der Blick hinaus in die Ferne auf die karge Landschaft der Extremadura.
Wir wenden uns nach Westen erreichen die zinnenbewehrten Reste der alten Stadtmauer und ihrer Türme.

Zum Abschluss unsres Besuches in Cárceres erklimmen wir so noch die Stadtmauer, die auf einem kleinen Teil begangen werden kann und den Torre Burjacos, den Uhrenturm. Dieses kostenpflichtige Vergnügen beschert uns einen schönen Blick über das historische Stadtensemble. Aber auch das neue Cáceres mit seinen Hochhäusern auf den Berg gegenüber kommt ins Sichtfeld. Unter uns ersteckte sich der schöne Plaza Mayor. Wir gönnen uns hier noch ein Selfi mit dem Palast im Rücken, den einst der Urenkel von Montezuma bewohnte. Wo hat man schon sowas. Ein Aztekischer Prinz in einer katholischen Umgebung mit maurischem Einschlag. Das ist Multikulti und hat Jahrhunderte gehalten!

Nun aber wieder auf die Autovia. Vielleicht klappt es ja heute noch mit der Kathedrale in Sevilla.

Mérdia

Doch weit gefehlt, schon ist das nächste Welterbe in Sicht. Mérdia ruft mit seiner Brücke aus der Römerzeit, die den Fluss Guadina überspannt. Gleich am östlichen Brückenkopf der Puente Romano erhebt sich die Mezquita-Aljibe Árabe. Die Reste einer muslimischen Festung auf römischen Grundmauern. Auch da müssen wir natürlich vorbei schauen.

Wir finden schell einen Parkplatz in der Nähe der Puente Romana und machen uns auf auch das hiesige Welterbe zu erkunden. Als erstes erreichen wir die Puente Romana. Sie gilt als die längste erhaltenen Brücke aus der Antike überhaupt. 60 Bögen sind nötig um die über 700 Meter lange Brücke zu tragen. Wenn Ihr die Böegn zählt, werdet Ihr aber nur bis zur Nummer 57 kommen. Drei Bögen befinden sich heute unter der Erde an den Brückenköpfen. Am östlichen Ende der Brücke findet sich in der Mitte des Platzes eine Statue mit einer Nachbildung der berühmten kapitolinischen Wölfin mit Remus und Romulus an ihren Zitzen.

Mezquita-Aljibe Árabe

Die Mezquita-Aljibe Árabe, die wir für einen Obolus von sechs Euro pro Person betreten dürfen, ist sehenswert. Ein Teil der gewaltigen Festungsmauer ist begehbar und bietet nach Nordosten einen guten Überblick über die Anlage. Zur anderen Seite genießen wir den Blick auf die Guadina und die Puente Romana.

Der architektonische Höhepunkt der Anlage liegt jedoch unter der Erde. Es ist der Brunnen über dem sich oberirdisch ein weitgehend schmuckloser Bau erhebt. Hinunter führen zwei Rampen, die in eine Tiefe von vielleicht vier Metern. Hier hier unten befindet sich das Brunnenbecken, welches sich Mittels des kapillarischen Prinzips durch das umgebende Gestein mit Wasser aus der Guadina füllt. Dabei wirkt das Gestein auch gleich als Filter – sehr praktisch.

Hier ist es schön kühl. Die leichten Bewegungen des Wassers reflektieren sanft ein von oben einfallendes Licht. Ein angenehmer Ort, jetzt in der Hitze des frühen Nachmittags.

Obwohl die Festungsanlage recht weitläufig ist, kann man sich nur schwer vorstellen, wie hier an die 2000 maurische Krieger gehaust haben sollen.

Man erfährt auch manches aus der römischen Epoche. Fundstücke wie Fragmente von Säulen, die sie schmückenden Kapitelle oder steinerne Haushaltsgeräte wie eine Handmühle oder eine Olivenpresse sind auf dem Gelände ausgestellt.

Nach einer Stunde haben wir das wichtigste gesehen und machen uns nun ohne weiteren Aufenthalt auf den Weg nach Sevilla. Dabei gäbe es in Mérida noch viel mehr zu sehen. Ein römisches Amphietheater, Hippodrom und und und… Wir kommen sicher noch einmal  wieder.

Weiter nach Sevilla

Die nun folgende Strecke nach Sevilla führt zunächst weiter durch die karge Landschaft der Extremadura. Hier ist es sehr einsam und recht öd, so erscheint es uns. Die Olivenhaine sind verschwunden.

Dann geht es durch die sumpfige Ebene der Tierra Barros und vorbei an Villafranca. Der Storch scheint hier das Leittier der regionalen Fauna zu sein. Viele Masten der Stromtrasse die parallel zur Autovia läuft, zieren gewaltige Storchennester. Immer wieder kreisen die stolzen Vögel über der Landschaft.

Bevor wir Sevilla erreichen, ist nun noch die Sierra Morena zu überwinden. Dann geht es hinab in das Tal des Rio Guadalquivir wo sich in der Ferne die große Stadt abzeichnet. Im Vordergrund hebt sich markant der Torre Sevilla mit seinen 181 Metern Höhe ab.

Als wir die nördlichen Sattelitenviertel hinter uns gelassen haben, biegen wir auf die Calle Torneo ein. Die Prachtstraße führt entlang des Rio Guadaira und bringt uns fast bis zu unserem Stellplatz, der auf der anderen Seite des Flusses liegt.

Die Lage des Stellplatzes zur City ist toll und das Platzangebot für bis zu 100 Mobile ausreichend. Es gibt aber keinerlei Möglichkeit der Ver- und Entsorgung. Dafür ist der Platz aber bewacht, beleuchtet  und eingezäunt. So lassen wir beruhigt das Auto hier stehen und versuchen die in der Nähe gelegenen Restaurants zu erkunden. Das wird eine ziemliche Pleite. So beenden wir den Tag bei einem selbst angerichteten Menü.

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Lugo – Zamora – Salamanca https://www.mit-uns-entdecken.de/lugo-salamanca/ Thu, 10 May 2018 23:39:54 +0000 http://www.mit-uns-entdecken.de/?p=8222 Wir schauen uns heute Morgen Lugo an. Die Cathedrale de Santa Maria und die uralte Römische Stadtmauer, die Murallla Romano, sind hier besonders interessant. Dann überqueren wir die westlichen Ausläufer […]

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Wir schauen uns heute Morgen Lugo an. Die Cathedrale de Santa Maria und die uralte Römische Stadtmauer, die Murallla Romano, sind hier besonders interessant. Dann überqueren wir die westlichen Ausläufer des Kantabrischen Gebirges und erreichen die Region Kastilien-Léon und das zauberhafte Zamora. Den eigentliche Höhepunkt des Tages finden wir aber Abends in Salamanca mit seiner uralten und trotzdem sehr lebendigen Altstadt.

Lugo

Der Stellplatz in Lugo ist sehr schön und zentral gelegen. So blicken wir heute morgen von einer großen Terrasse nach Südwesten über das tief unten liegende Tal des Rio Mino.

Ganz in der Nähe befindet sich das historische Stadtzentrum von Lugo. Um dieses zu erreichen müssen wir zwar nicht weit, aber tüchtig bergauf gehen. Dabei kommen wir durch den sehr schönen Parque de Rosalia de Castro.

Wenige hundert Meter weiter stehen wir vor der Stadtmauer, der Muralla Romano für die Lugo so bekannt ist. Als wir wenig später durch die Puerta Santiago den inneren Teil der Stadt betreten, stehen wir vor der imposanten Cathedrale de Santa Maria.

Cathedrale de Santa Maria

Die Kathedrale ist prächtig ausgestattet und zieht uns sofort in ihren Bann. Hier finden wir ein uns bisher unbekanntes Prinzip der Anordnung der Hauptelemente in einer Kirche. In der Mitte des Hauptschiffes befinden sind große Chor und prächtige Hauptaltar. Rundherum in den Seiten- oder Nebenschiffen finden sich nicht minder schön und aufwendig gestaltete Nebenkapellen, die unterschiedlichsten Heiligen gewidmet sind. Ungewöhnlich viele, offenbar sehr gläubige Menschen sind heute am Himmelfahrtstag hier, und nutzen Gelegenheit (oder Pflicht?) zu einem Gebet. 

In Lugo ist es die Pracht des Chores und die Andacht der dort Betenden, die Steffi spontan zu Tränen rührt. Der Hochaltar gegenüber, mit der gewaltigen silbernen Monstranz tut ihr Übriges. Eine junge Dame gibt sich viel Mühe uns die Geheimnisse dieses Hauses in englischer Sprache zu erklären und erzählt u.a. von den besonders großen Augen der Statuette der Maria, die die Schutzheilige von Lugo ist. Sehr beeindruckt verlassen wir dieses Haus, nicht bevor Steffi noch ein- zweimal zum Hauptaltar zurückgegangen ist, bevor sie sich trennen kann.

Muralla Romano

Wieder im richtigen Leben angekommen stehen wir nun auf dem Praza Pius XII direkt vor der Stadtmauer, der Muralla Romano. Sie ist römischen Ursprungs und stammt aus dem dritten Jahrhundert. Eine seichte Rampe führt von hier aus auf die Mauerkrone. Auf dem meist um die 8 Meter breiten Weg kann man die gesamte Mauer begehen. Halbkreisförmige Bastionen alle 100 bis 200 Meter bieten Ausblicke in die Straßen und die Stadtteile außerhalb der Mauer. Auf dem Weg gibt es zwar dieses und jenes Sehenswerte, eine mittelalterliche Pracht innerhalb der Mauer sucht man von hier oben allerdings vergebens.

Trotzdem lohnt sich die Umrundung, weil Mauer eine Attraktion an sich darstellt. Reizvoll sind die Blicke besonders deswegen, weil die Mauer dem Profil des Berges folgt, auf dem der Stadtkern von Lugo erbaut ist. Es ist ein ständiges Auf und Ab. Man wird irgendwie an die Große Mauer in China erinnert, natürlich nur im Miniaturformat. Und die Mauer gehört zum UNESCO-Welterbe der Menschheit.

Nach einer dreiviertel Stunde haben wir den Kreis mit vielen neuen Eindrücken geschlossen und machen uns auf den Weg zurück zum Wohnmobil und starten gegen 12:00 Uhr unsere nächste Etappe. 

Weiter nach Süden

Mir schwebt Sevilla als nächsten Ziel vor. 850 Kilometer auf der Autovia Route da la Palta, entlang der alten Silberstraße. Das sollte bis morgen Mittag mit einer Übernachtung irgendwo im nirgendwo zu machen sein. Diese Rechnung habe ich aber ohne Steffi gemacht.

Unseren Bedaecker-Reisefüher auf dem Schoss identifiziert sie gnadenlos jedes Welterbe an der Strecke. Drauf wird Verlass sein.

Noch ganz zuversichtlich, Sevilla fest im Blick, fahren wir hinauf in Cordilliere Cantabria und die Montes de Leon. Bis Astorga grüßt noch immer hin und wieder der Jakobsweg an der Strecke. Langsam schwindet dabei das grüne Spanien. Die Landschaft nimmt mehr und mehr den Grundton Ocker an.

Wir durchqueren eine Hochebene. In der Ferne heben sich die Gebirgszüge der Sierra de la Culbera markant aus der Landschaft.

Nun macht Steffi den ersten Treffer aus. Zamora, Welterbe der Menschheit. Daran führt kein Weg vorbei. Und tatsächlich, es ist ein Ort, den man nicht links oder rechts liegen lassen sollte.

Zamora

Wir finden recht schnell einen Parkplatz unterhalb der historischen Stadtmauer. Zu Fuß ist der Burgberg schnell erklommen und wir stehen vor der Cathedrale del Salvador. Wir zahlen einen kleinen Obolus für den Eintritt. Zur Kathedrale gehört auch ein Museum das wir natürlich gerne besuchen möchten. Für uns sind die Museen und Kirchen die wir besuchen oft wie eine Art Wundertüte. Wir wissen nicht was uns erwartet und sind dann meistens positive überrascht bis begeistert.

Cathedrale del Salvador

So ist es auch hier in der Cathedrale del Salvador. Im Obergeschoss eines Nebengebäudes hat eine Gobelin-Sammlung Ihren Platz gefunden. Und die ist einfach sensationell. Die Bildteppiche haben eine Qualität, die aus der Ferne betrachtet fast an riesige Ölgemälde erinnert. Der Detailreichtum ist verblüffend. Mit dem monumentalen Bild „Die Krönung des Tarquino Prisco“ findet sich hier der weltweit bedeutendste Gobelin überhaupt. Aber auch der gegenüber hängende Wandteppich „Die Schlacht von Troja“ steht dem kaum nach. Komisch ist hier, wie man sich im Mittelalter die in Troja Streitenden vorstellte. Im Outfit Maurischer Krieger und Christlicher Ritter prallen die Heerscharen aufeinander. Ajax und Agamemnon kommen farbenprächtig in Strumpfhosen, Spitzenschuhen und prächtigem Wams daher. Eine komplette Reflexion der damaligen mittelalterliche Verhältnisse auf ein antikes Sujet.

  • Gobelinsaal

Neben dem Gobelinsaal ist es natürlich die Kathedrale selbst, sie wird über den Kreuzgang erreicht, die den Besuch hier lohnend macht. Chor, Hochaltar und 11 Nebenkapellen bilden den Kern. Alles sehr reich ausgestattet – Staunen vorprogrammiert. Die Höhepunkte sind sicher der silberne Schrein in der östlichen Seitenkapelle, der Chor mit seinem unfassbar detailreich gestalteten Gestühl und natürlich der imposante Hochaltar.

Altstadt

Wir verlassen die Kathedrale und setzen unseren Spaziergang durch die Altstadt fort, die sich oben auf einem Bergsporn entlangzieht. Wir erkunden von außen das Kastell sowie einige der sehr schönen mittelalterlichen Gassen und genießen einen tollen Ausblick den Fluß Douro, der sich unten an den Bergsporn schmiegt.
Was uns noch auffällt sind die Störche, die die Türme der Altstadt ungeniert zu Ihrer Wohnstatt gemacht haben. Ein für uns ungewohnter Anblick mitten in einer Stadt.

Inzwischen ist es recht warm geworden, fast zu heiß für unseren Geschmack. Wir machen uns daher auf den Weg nach Salamanca. Die Autovia Route de la Plata hat auf diesem Abschnitt wenig neues für uns zu bieten. Trotzdem ist die nun beginnende Landschaft der Extremadura von ganz besonderer Art. Karg, trocken, feindlich und doch anziehend.

Salamanca

Die 70 Kilometer nach Salamanca sind schnell geschafft. In Salamanca haben wir einer Stellpatz ausgemacht, der direkt am Fluss Tormes gegenüber der Altstadt liegt. Die Anfahrt zum Platz ist etwas kompliziert nun nur mit einem Schlenker über das andere Ufer des Tormes zu schaffen. Hier soll unser heutiges Nachtlager sein.

Durch die Altstadt von Salamanca

Schnell machen wir uns „Stadtfein“ und beginnen die Altstadt zu erkunden. Schon vom Anblick des Klosters San Esteban sind wir angetan. Aber es soll noch viel besser werden. Rechts geht es den Berg hinauf Richtung Calle Rua Mayor. Wir steuern einen gewaltigen Renaissancebau an, dessen Portal zwei große Türme krönen. Wir nehmen an, dass wir vor der Kathedrale stehen. Die nette Dame am Einlass erklärt uns jedoch, dass wir damit ein wenig falsch liegen. Es ist das Hauptgebäude der Universität von Salamanca und beherbergt die katholische Fakultät.

Sie ist für Besucher eigentlich zugänglich, schließt aber leider gerade.

So gehen wir hinüber zur mächtigen Kathedrale. Der Weg ist kurz, die Enttäuschung dafür groß. Auch hier werden in einer viertel Stunde die Tore geschlossen. Da kann man nichts machen.

So beginnen wir die Altstadt vom Dom über die Universität bis hin zum majestätischen Plaza Mayor zu erkunden. Die Eindrücke auf unserem Spaziergang durch diesen mittelalterlichen Traum sind so vielfältig, dass sie sich schwer auf einen Punkt zu bringen sind.

Menschen in Salamanca

Das Besondere hier ist wohl das pralle Leben, das uns umgibt. Orte wie Zamora oder Lugo wahren eher von der stillen Art. Selbst Santiago wäre ohne die Pilger vielleicht eher eine verschlafene Stadt. Hier in Salamanca aber brodelt es förmlich. Der überwiegende Teil sind junge Leute, sicher in der Mehrheit Studenten. Aber auch Familien und ältere Leute sind zahlreich auf den Beinen.

Wir setzten uns in des Garten des Restaurants La Platea in der Calle Compania, gleich neben das Denkmal für den  Studenten von Salamanca und beobachten das Treiben. Viele junge Leute streben in Richtung Universität. Heute Abend soll in der Nähe der Patio des Esculas mit einer Lichtshow illuminiert werden.

Ganz unterschiedliche Leute kreuzen den Platz. Da ist die eher untersetzte und aufwendig geschminkte Dame in einem eleganten bis aufdringlichen Outfit, die stolz ihre Einkaufstüten aus den Boutiquen ringsum zur Schau trägt.

Ein Herr um die fünfzig nimmt mit seinem greisen Vater auf einer Bank gegenüber Platz. Sie reden, genießen die letzten Sonnenstrahlen des Tages und erfreuen sich wie wir an der Szenerie ringsum. Ein älterer Herr mit einem markanten Gesicht, dass mich stark an die französische Schauspielerlegende Jean Gabin erinnert, genießt eine Abendzigarette.

Tagesabschluss

Während unserer Beobachtungen genießen wir ein Abendessen und einen guten Rotwein. Lange könnten wir noch sitzen, wenn nicht die Sonne für heute verschwunden wäre. Es wird nun empfindlich kühl in Salamanca. Wir machen uns mit der hereinbrechenden Dunkelheit auf den Heimweg. Hierzu nehmen wir den Weg über die alte Bogenbrücke, die zu Teilen noch aus der Römerzeit stammt. Sie bietet uns noch einige neue Blickwinkel auf die Altstadt und die Kathedrale.

Abschließend werden wir noch kurz Zeugen einer Konzertprobe in einer ehemaligen Kirche gleich bei unserem Stellplatz. Junge Leute üben sich an Blasinstrumenten und erzeugen einen durchaus beschwingten Sound. So findet unser Tag ein ebenso beschwingtes Ende. Auf den letzten Schritten zum Wohnmobil werden wir mal wieder von Fledermäusen begleitet, die hier am Flussufer mit seinen vielen Insekten wohl ein gutes Auskommen haben.

Der Beitrag Lugo – Zamora – Salamanca erschien zuerst auf Zugvogel - ein Reiseblog.

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