Route des Grandes Alpes Archive - Zugvogel - ein Reiseblog https://www.mit-uns-entdecken.de/category/reisen/westeuropa-reisen/frankreich-2021/route-des-grandes-alpes/ Sun, 19 Nov 2023 15:29:46 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 https://www.mit-uns-entdecken.de/wp-content/uploads/2018/09/cropped-favicon_-Zugvogel-1-32x32.png Route des Grandes Alpes Archive - Zugvogel - ein Reiseblog https://www.mit-uns-entdecken.de/category/reisen/westeuropa-reisen/frankreich-2021/route-des-grandes-alpes/ 32 32 125620668 Route des Grandes Alpes – Barcelonnette – Gourdon https://www.mit-uns-entdecken.de/route-des-grandes-alpes-barcelonnette-gourdon/ Wed, 08 Sep 2021 22:08:47 +0000 https://www.mit-uns-entdecken.de/?p=26256 8. September 2021 – Le Lauzet-Ubaye – Cime da la Bonette – Nizza- Gourdon Bis Barcellonette Als wir am Morgen den Blick von Stellplatz in Lauzet-Ubaye nach Osten richten ist […]

Der Beitrag Route des Grandes Alpes – Barcelonnette – Gourdon erschien zuerst auf Zugvogel - ein Reiseblog.

]]>
8. September 2021 – Le Lauzet-Ubaye – Cime da la Bonette – Nizza- Gourdon

Bis Barcellonette

Als wir am Morgen den Blick von Stellplatz in Lauzet-Ubaye nach Osten richten ist die Sonne gerade über die steilen Berghänge aufgestiegen. Geradezu liegt die Westseite des Grande Séolande noch im Schatten und Morgendunst. Hier auf dem Stellplatz hat haben uns die Strahlen der Sonne aber schon erreicht und künden von einem weiteren schönen Tag. Heute soll es auf der Route des Grandes Alpes weiter durch die Seepalpen Richtung Menton an der Cotè Azure gehen.

Um wieder in die Route des Grandes Alpes einsteigen zu können, müssen wir zurück nach Barcellonette. Bevor wir aber abfahren bezahlen wir in der mikroskopisch kleinen Postfiliale von Lauzet le Ubaye wenige Euro für unsere Aufenthalt hier. Statt im Kassensystem der Post verbucht zu werden, landen die Münzen klappernd in einer Blechbüchse. Wir sind überzeugt, dass dies seine Richtigkeit hat.

Dann geht es auf der D 900 in Richtung Barcellonette. Dort angekommen nutzen wir die Gelegenheit für einen Tankstop an der Garage de Restefond – einer Mischung aus Total-Tankstelle und Reparaturwerkstatt. Hier sieht man das gearbeitet wird. Die Hallentüren stehen offen, auf der Hebebühne aufgebockt ein Jeep, der offenbar schon manches Jahr hinter sich hat. Fleißige “Schrauberhände” machen sich am Fahrgestell zu schaffen.

Enttäuschung in Richtung Col de la Couillole

In Barcellonette biegen wir auf die D 902 ab und befinden uns nun wieder auf der Route des Grandes Alpes. Weit kommen wir hier jedoch nicht. Am Ortsausgang von Ubernet-Foures weisen Verkehrsschilder eine Strecke aus, die für uns zu schmal ist und zu niedrig ist. Offenbar haben die Tunnel vor uns nur eine maximale Durchfahrtshöhe von drei Metern. Auch sollen hier nur Autos mit einer Länge von maximal sieben Metern unterwegs sein. Alles Abmaße die unser Wohnmobil überschreitet.

Also drehen und disponieren wir um. Statt über den Col de la Couillole, den Col de Valberg und den Col de la Couillole werden wir die Route über den Cime de la Bonette nehmen. Wir machen dies mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Einerseits ist unser Vorhaben gescheitert, die Route des Grandes Alpes komplett vom Genfer See bis zum Mittelmeer zu erkunden. Andererseits lockt der Cime de la Bonette mit einer großartigen Hochgebirgslandschaft und der höchst gelegenen Straße Europas.

Um die alternative Route zu erreichen, müssen wir zurück nach Barcellonette. Von dort aus geht es nochmal auf die D 900 in Richtung Jausiers. Kurz bevor wir den kleinen Ort erreichen, finden wir am rechten Straßenrand einen Parkplatz mit einer Entsorgungstation. Für uns ist das ein kleiner Glückfall. Das letzte Mal konnten wir uns vor drei Tagen in Le Reposoir um Wasser, Abwasser und Chemietoilette kümmern.

Jausiers ist ein beschauliches Örtchen, in dem der Tourismus offenbar eine nicht unbedeutende Rolle spielt. Davon zeugen mehrere Restaurants und Pensionen entlang der Hauptstraße. Wir biegen in Jausiers rechts ab, überqueren ein letztes Mal die Ubaye und beginnen unseren Aufstieg zur Cime de la Bonette.

Route de la Bonette aufwärts

Fast 23 Kilometer wird es nun nur bergan gehen. Die durchschnittliche Steigung der Strecke liegt bei 6,9 Prozent. Der letzten Kilometer ist mit 10 Prozent Steigung das steilste Stück.

Gleich am südlichen Ortsrand von Jausiers geht es mit den ersten Straßenkehren los. Dann folgt die Straße hoch über dem Tal dem Bergbach Riou Versant. Saftige Almen, das Dorf Lans und einige einzelne Höfe sind letzte bewohnte Bastionen, bevor es in eine einsame Bergwelt geht. Ein paar weitere Serpentinen führen uns den letzten bewaldeten Hang hinauf. Unterwegs passieren wir auf 2.000 Meter Höhe die “Halte 2000”. Das kleine Restaurant ist der letzte gastronomische Vorposten vor dem Gipfel.

Dann wir unser Aufstieg gestoppt. Eine Schafherde unter der Obhut ihres Hirten nutzt selbstbewusst die Straße für den Abstieg ins Tal. Das Gelände lässt es aber zu, dass die Tiere rechts von uns ausweichen können. So wird der Verkehr für uns wieder freigegeben.

Schafe auf der Route de la Bonette
Schafe auf der Route de la Bonette

Dann lassen wir die Baumgrenze unter uns. Es geht immer höher hinauf. Die Ausblicke werden immer großartiger. So lohnt sich hier natürlich ein Fotostop. Dabei bewundern wir nicht nur die schönen Aussichten, sondern auch die Radfahrer, die es sich nicht nehmen lassen, auch diesen Pass zu bezwingen. Leider ziehen sich nun immer mehr Wolken über dem Gebirge zusammen. Wir ahnen, dass es mit ebenso großartigen Aussichten am Cime de la Bonette schwierig werden könnte.

Auf einer Höhe von 2.540 Metern stehen plötzlich wieder Gebäude am Weg. Massiv gemauert, offenbar aus dem Gestein der umliegende Felslandschaft wirken die Bauten wehrhaft. Die Caserne des Resterfond ist jedoch dem Verfall preisgegeben. Sie gehörte einst zur zu sogenannte Maginot-Linie, die Frankreich vor Angriffen aus Italien schützen sollte.

Cime de la Bonette

Ein wenig später zweigt die Piste nach St. Dalmas Le Selvage ab. Sie umgeht den Cime de la Bonette, ist unbefestigt und sicher keiner Alternative für uns. Und wir wollen ja hinauf, um die höchst gelegene Straße Europas kennenzulernen.

Als nächstes erreichen wir den Col de la Bonette, den eigentlichen Pass-Übergang. Vor dort zweigt rechts die höchstgelegene Straße Europas ab. Sie ist asphaltiert, knappe zwei Kilometer lang, umrundet die Cime de la Bonette und endet wieder hier am Pass. Selbstverständlich wagen wir die kleine Runde.

Am höchsten Punkt auf 2.802 Meter Meereshöhe angekommen, werden unsere Befürchtungen hinsichtlich einer schlechten Aussicht leider war. Eine dicke Wolke hat die Cime de la Bonette eingehüllt. Und die Wolke will nicht weichen. Das ist schade aber nicht zu ändern.

So haben wir dort oben nur einen klaren Blick auf das Schild, dass den Namen die und Höhe der Straße ausweist. Es ist wie üblich mit unzähligen Aufklebern bepflastert, die meist von der Herkunft der Besucher dort oben berichten. Auch die Gedenktafel, die von der Geschichte und der Bedeutung der Straße erzählt und die wichtigsten ihrer Erbauer ehrt, können wir klar entziffern. Nur der Blick hinunter ins Tal und weiter über die Gipfel der südlichen Seealpen bleibt uns versperrt.

Durch unsere alternative Route über den Col de la Bonette ist dieser wolkenverhangene Ort nun das “Dach” unserer Reise geworden. Eigentlich hatten wir das schon vor zwei Tagen am Col de l’Iséran erreicht.

Route de la Bonette abwärts

Etwas enttäuscht machen wir uns an die Weiterfahrt. Die Straße ist bis zum Col de la Bonette ist bedenklich schmal. Das ist aber kein Problem. Der langgezogene Straßenring um die Cime de la Bonette ist eine Einbahnstraße. Mit Gegenverkehr ist somit nicht zu rechnen. Ab den Col de la Bonette wir die Straße breiter und die Weiterfahrt entspannter. Ca. 200 Höhenmeter weiter unten am Col de Raspillion halten wir noch einmal. Die Wolken sind nun über uns und wir können den Blick in die Berglandschaften auf der anderen Seite des Cime de la Bonette genießen.
Der Blick zurück zeigt uns, dass der Cime de la Bonette noch immer in die gleiche dicke Wolke gehüllt ist.

Bei unserer weiteren Abfahrt beobachten wir große Raubvögel, die über uns kreisen. Sind 10, 15 oder 20? Ihre Zahl und ihre Art sind in der großen Höhe kaum auszumachen. Sicher haben sie es auf die Murmeltiere abgesehen, die ein paar hundert Straßenmeter weiter oben über die Wiesen huschten.

Camp des fourches und Bousieyas

Weiter unten kommen wir an einer Art Geisterstadt vorbei. Es ist das Camp des fourches. In der zwischen 1899 und 1910 errichteten Bergkaserne hausten einst bis zu 150 Männer. Die Gebirgsjäger lebten praktisch autark. Küchen, Lager, Toiletten und ein Brotbackofen gehörten zur Ausstattung. Einst waren sogar Stallungen für Maultiere vorhanden. Und ab 1930 gab es sogar eine Seilbahn hinunter zum Weiler Pra. Mit ihr konnten Lasten hinaufgebracht und Verwundete evakuiert werden. Das war sicher eine große Erleichterung für die Besatzung des Camps. Denn die Straße dort hinauf wurde erst 1960 errichtet. Heute ist vom Camp des fourches nicht viel übrig. Die 26 Gebäude stehen ohne Dach da und sind dem Verfall preisgegeben.

Als nächstes erreichen wir Bousieyas, Der kleine Ort liegt recht verlassen da. Vor vielen der Fenster sind die schweren Holzläden geschlossen. Bewohnt scheint der Ort nicht zu sein, aber bewirtschaftet. Vielleicht dienen die Häuser in der Wander- und Skisaison als Herbergen. Kurz hinter Bousieyas haben wir die Baugrenze wieder erreicht, Das Hochgebirge haben wir aber noch nicht verlassen. Immerhin befinden wir uns dort auf 1.800 Meter Meereshöhe.

Im Tal der Tinnée

Wir folgen nun dem Flüsschen Tinnée. Es wird uns die nächsten 46 Kilometer begleiten. Die erste Siedlung an seinem Ufer ist der Weiler Par. Einst war hier die Talstation der Seilbahn die zum Camp des fourches. Auch Par scheint verlassen zu sein. Die Gebäude sind aber noch intakt.

Immer enger wird nun das Tal der Tinée. Längst klettern Nadelwälder die Hänge hinauf. Wir haben die großartige Hochgebirgswelt rund um dem Cime de la Bonette hinter uns gelassen. Weiter unten im Tal die ersten bewohnten Orte. Als erstes kommen wir in den 1.500-Seelen-Gemiende Saint-Etienne-de-Tinée. Ein gutes Stück weiter dann Isola. Hier unten im Tal ist Isola ein fast beschaulicher Ort. Das alte Isola ist aber nur der Vorposten einer ganz anderen Welt 1.100 Höhenmeter weiter oben. Dort liegt Isola 2000, eine der typischen Winterurlaubsretorten in den französischen Alpen. Geboren aus Stahl und Beton ragen dort oben klobige Hotels in den alpinen Himmel. 13 Liftanlagen nehmen im Winter die Gäste auf um sie noch höher hinauf, bis auf über 2.300 Meter Höhe zu tragen.

Für uns ist ein Abstecher dort hinauf keine Option. Wir fahren weiter auf der M 2205 und erreichen Saint-Sauveur-sur-Tinée. Hier mündet aus Westen kommend nicht nur der Gebirgsbach Vionéne in Tinée. Aus gleicher Richtung kommt auch die Departementstraße D 30. Das wäre kaum der Rede wert. Aber mit der D 30 kommt auch die Route des Grandes Alpes zu uns zurück. Unsere Alternativroute über den Cime de la Bonette findet hier also ihr Ende und wir sind mit unserer Alpenroute wieder vereint.

Über den Col Saint Martin

Wenige Kilometer weiter bricht die Route des Grandes Alpes aus dem Tal der Tinée aus. Sie biegt nach Osten ab und führt über die Orte Valdeblore und Saint Dalmas hinauf auf den Col Saint-Martin. Wir folgen. Oben angekommen scheint uns der Pass zwar ein zivilisierter, aber in seiner zu Beton erstarrten Neuzeitlichkeit ein irgendwie trostloser Ort zu sein. Es mag sein, dass es zu den Zeiten des Heiligen Martin hier anders ausgesehen hat, wenngleich es unwahrscheinlich erscheint, dass er gerade hier oben seinen Mantel mit einem Mittelosen geteilt haben soll. Heute gibt es dort das Skiresort La Colmiane. Acht Liftanlagen verteilen dort die Skifahrer auf 21 Pisten mit einer Länge von insgesamt 30 Kilometern. Uns reizt nichts dort oben zu verweilen.


Die Katastrophe an der Vésubie

So fahren wir hinunter nach Saint-Martin-Vésubie. Schon oben über dem Tal erkennen wir das sich dort unten vor nicht allzu langer Zeit eine Katastrophe ungeahnten Ausmaßes ereignet haben muss. Wo früher Häuser den Lauf des Bergbaches Le Boréon säumten, ist aus der Ferne nur ein großer grauer Streifen zu erkennen. Aber als wir unten im Ort ankommen erkennen wir, wie die Natur sich hier mit ungeheurer Kraft ihre Bahn gebrochen hat. Dort wo sich vor dem 3. Oktober 2020 noch lauschige Auwiesen am beschaulichen Bach Boréon ausbreiten und Chalets die bevorzugte Lage am Wasser nutzen, hat sich ein gewaltiges Geröllfeld ergossen.

Was geschehen war beschrieben die Medien Anfang Oktober 2020 mit Superlativen wie “katastrophaler denn je”, “meteorologischen Bombe” oder “kriegsähnliche Szenen”. Ein Video auf YouTube lässt erahnen, welche Urgewalt dort über die Menschen, ihr Hab und Gut hereinbrach.

Was war geschehen? Das Sturmtief Alex mit kalter Atlantikluft zog von den Britischen Inseln kommend über Frankreich. Schon in der Bretagne richtete es große Schäden an. Es zog weiter über Mittelfrankreich bis an die Alpen. Hier traf es auf außergewöhnliche warme Luft. Dies führte zu den stärksten Niederschlägen in dieser Gegend seit menschengedenken.

Bilder der Zerstörung in Saint Martin-Vésubie

Google Streetview zeigt die Halle von der der anderen Seite. Die Straße, von der aus diese Aufnahme gemacht wurde, wurde nach der Katastrohe behelfsmäßig weiter nach unten ins Tal verlegt.

Chambres d’hôtes La Transhumance

Das Grundstück des Chambres d’hôtes La Transhumance war einst grüner Garten am Ufer des Bergbaches. Die Streetview-Sequenz zeigt die Einfahrt zum Grundstück von der Route de la Vésubie die dort nicht mehr existiert.

Polizeistation von Saint Martin-Vésubie
Polizeistation von Saint Martin-Vésubie

An der Route de la Vésubie befindet sich auch die Polizeistation von Saint-Martin-Vésubie. Street-View zeigt, dass einst zwei Gebäude zu der Station gehörten. Das vordere existiert nicht mehr.

Diese schwer gezeichnete Villa war einst die Pension Clos Joli.

Die Brücke über die Vésubie musste durch eine Behelfsbrücke ersetzt werden. Die Tankstellte am rechten Flussufer ist verschwunden, ebenso eines der beiden Gebäude auf der anderen Seite. Eine Fahrt über die Brücke vor der Flut könnt ihr hier unternehmen.

Das Tal des Boréon hat sich auch weiter unter in Saint Martin-Vésubie in ein Geröllfeld verwandelt. Vor dem 02. Oktober 2020 lagen dort unten Sportplätze und eine kleine Parklandschaft.

Bilder der Zerstörung weiter unten an der Vésubie

Das Bild der Zerstörung setzt sich auch weiter unten im Tal fort. Hier eine Street-View-Sequenz die den Vergleich von 2020 zum oben stehenden Bild zeigt.

Auch 10 Kilometer unterhalb von Saint Martin bei Roquebillière, wo sich das Tal weitet, wird das ungeheure Ausmaß der Zerstörung deutlich. Auch hier ein Vergleich aus Google Street-View.

Nicht nur Hab und Gut der Menschen an Boréon und Vésubie wurden von der Flut zerstört. Auch die Vegetation im Tal wurde zu großen Teilen hinweggefegt. Vor dem Oktober 2020 war hier dichter Bewuchs vom Bäumen und Sträuchern, die kaum einen Blick in das Tal zuließen.

Ein letztes Symbol der Zerstörung begegnet uns an der Pont du Martinet ca. 15 Kilometer unterhalb von Saint Martin. Pont du Martinet in Google Streetview.

Weiter unten im Tal hinter, dort wo die Vésubie in die Var mündet ist der Schrecken vorbei. Das weite Tal vermochte offenbar die Wassermassen aufzunehmen. Hier sieht aus wie eh und je.

Abschied von der Route des Grandes Alpes

Für uns ist die Route des Grandes Alpes im Tal der Vésubie zu Ende gegangen. Zu verlockend erschien uns ein Wegweiser, der Nizza und das Mittelmeer in knapp 50 Kilometern Entfernung anzeigte. Außerdem war unser Ehrgeiz gebrochen die ganze Route des Grandes Alpes zu entdecken, nachdem wir heute Morgen bei Barcellonette umkehren und den Umweg über dem Cime de la Bonette nehmen mussten.

Somit folgen wir weiter dem Lauf der Var und erreichen die westlichen Vororte von Nizza. Am Flughafen biegen wir auf die Promenade des Anglais ab. Hier verstehen wir sofort, warum sich dieser Küstenabschnitt mit dem Namen Cote d’Azur schmücken darf. Das Meer hier ist einfach unfassbar blau.

Nizza

Obwohl wir ahnen, dass nur wenig Hoffnung besteht eine Parkmöglichkeit zu finden, wagen wir die Fahrt durch Nizza am Meer entlang Richtung Monaco. Hierzu verlassen wir die Promenade Anglais und fahren über den Boulevard Jean Jaurés am Jardin Albert 1er vorbei. Dicht und quirlig ist der Verkehr dort. Viele Fußgänger strömen über den prachtvollen Place Masséna. Prächtige Bauten säumen diesen Ort.

Place Masséna

Dann geht es rechts ab in Richtung des Hafenviertels. Zuerst vorbei am Place Garibaldi mit seinen Cafés und Restaurants. Die Straße hier ist breit aber die Fahrbahn schmal. Der meiste Platz ist den Fußgängern vorbehalten. Am Port Lympia erhaschen wir einen ersten Blick auf die Exklusivität des Wassersportzentrums Nizza.

Port Lympia

Die Straße führt nun hoch über dem Ufer an der Küste entlang. So geht es um Cape de Nice hinüber zu den Ortsteilen Villafranche-sur-Mer und Beaulieu-sur-Mer. Dort angekommen, haben wir eigentlich genug gesehen. Von den Küstenvierteln Nizzas und vom dichten Stadtverkehr. So machen wir kehrt. Auch auf dem Rückweg hadern wir ein wenig mit den unzähligen Motorrollern, die bei jedem Ampelstop links und rechts wie ein Wespenscharm an uns vorbeiziehen. Ganz vorn in der Reihe an der Roten Ampel angekommen kämpfen sie dann um den besten Startplatz für die nächste Grünphase.

Als wir wieder in der Nähe des Port Lympia sind, haben wir für die 25 Kilometer Wegstrecke in Nizza deutlich mehr als eine Stunde benötig. Und es ist schon gegen 17:30 Uhr. Höchste Zeit unser “Straßenabenteuer” in Nizza zu beenden.

Weiter nach Gourdon

Wir fahren Richtung Autobahn, die jetzt zum Feierabendverkehr mit Staus und stockenden Verkehr auf uns wartet. So geht es auf der A 8 manchmal nur im Schritttempo rund um Nizza, vorbei am Flughafen und dann Richtung Cannes. Die Stunde die wir für die nächsten 30 Kilometer benötigen, nutzen wir für die virtuelle Suche nach einem Stellplatz für die kommende Nacht. Es gibt zwischen Nizza und Cannes mehrere Campingplätze in der Nähe der Küste, aber keinen unmittelbar am Meer. Mit Wohnmobilstellplätzen sieht es noch schlechter aus.

Daher entscheiden wir uns für ein kostenfreien Parkplatz in Gourdon, einem kleinen Ort an den südlichen Ausläufern der Seealpen. Als wir dort gegen 19:40 Uhr angekommen, hoffen wir auf ein nettes Restaurant für eine schönes Abendessen. Restaurants gibt es hier ausreichend. Allerdings haben alle schon geschlossen. Der Ort, der malerisch gelegen, wie ein Adlerhorst auf einen Bergsporn thront, lebt offenbar eher vom Tagestourismus. Nach 18:00 Uhr werden dort scheinbar alle Pforten geschlossen.

Zugvogel Stellplatztipp

So bleibt uns nur ein kleiner Spaziergang durch den pittoresken Ort. Auf dem Weg zum Place Victoria überqueren wir eine Art Burgbrücke. Der Ort besteht aus einem schönen Ensemble mittelalterlicher Bauten. Am Place Victoria angekommen genießen wir den großartigen Blick Richtung Cannes und Antibes unten am Mittelmeer. Wir verweilen hier ein wenig bis die blaue Stunde anbricht. Die Sonne senkt sich immer schneller in Richtung der Bergkuppen im Westen. Bald wird sie hinter ihnen verschwunden sein.

In Gourdon sind nun die Lichter angegangen. Sie tauchen den Ort in eine zauberhafte Lichtstimmung. Die fangen wir auf unserem Rückweg hier und da ein.

Unsere Tagesstrecke

[/leaflet-marker] [/leaflet-marker] [/leaflet-marker] [/leaflet-marker] [/leaflet-marker] [/leaflet-marker]

Der Beitrag Route des Grandes Alpes – Barcelonnette – Gourdon erschien zuerst auf Zugvogel - ein Reiseblog.

]]>
26256
Route des Grandes Alpes – Bessans bis Barcelonnette https://www.mit-uns-entdecken.de/route-des-grandes-alpes-bessans-bis-barcelonnette/ Tue, 07 Sep 2021 23:10:08 +0000 https://www.mit-uns-entdecken.de/?p=26251 Start in Bessans Es ist kühl heute Morgen auf dem Wohnmobilstellplatz am “Stade International De Biathlon De Haute Maurienne Vanoise” in Bessans. Gerade einmal vier Grad Celsius zeigt unser Bordthermometer. […]

Der Beitrag Route des Grandes Alpes – Bessans bis Barcelonnette erschien zuerst auf Zugvogel - ein Reiseblog.

]]>

Start in Bessans

Es ist kühl heute Morgen auf dem Wohnmobilstellplatz am “Stade International De Biathlon De Haute Maurienne Vanoise” in Bessans. Gerade einmal vier Grad Celsius zeigt unser Bordthermometer. Noch steht die gerade aufgegangene Sonne hinter dem Hauptkamm der Alpen. Und noch wirft der Albaron seinen Schatten auf Bessans an der L’Arc.

Ein wenig später jedoch, unser Frühstück liegt hinter uns, erstrahlt der Platz im gleißenden Sonnenlicht unter stahlblauen Himmel. Zeit für uns, uns auf den Weg für eine weitere Etappe auf der Route des Grandes Alpes zu machen.

Wohnmobilstellplatz Bessans - Route des Grandes Alpes

Col de Madleine – Route des Grandes Alpes

Kaum haben wir Bessans auf der D 902 verlassen stehen wir schon auf dem nächsten Pass der Route des Grandes Alpes. Würde hier nicht ein Schild auf den 1.746 Meter hohen Col de Madleine hinweisen, hätten wir ihn kaum bemerkt. Die L’Arc wird hier in einen engen Canyon gepresst. Die Straße kann so dem Flussufer nicht mehr folgen und muss über den Berg ausweichen. Gerade mal 100 Höhenmeter mussten wir überwinden, um hier hinaufzugelangen. Wir stoppen kurz. Der Blick zurück Richtung Bessans lässt ersten Dunst erkennen, den die Sonne aus dem Tal zieht. Vor uns in Richtung Val Cenis ist die Sicht offenbar klar.

Weiter geht es. Als nächstes erreichen wir Lanslevillard und Lanslebourg-Mont-Cenis. Dort vereint sich die D902 in die D 1006. Die kommt von der italienischen Seite vom Mont-Cenis-Pass hier herunter. Hinter Lanslebourg-Mont-Cenis verläuft die Straße Richtung Westen. Vor uns ragt als mächtiger Solitär der 3.697 Meter hohe Dent Parrachèe auf. Dabei mach er seinen Namen alle Ehre. Wie eine überdimensionaler Haifischzahn ragt er aus der Landschaft. In Val des Cenis biegt die Straße nach Süden ab.

Im Tal des L’Arc

Die D 1006 folgt weiter dem Lauf der L’Arc. Zunächst ist das Tal noch recht weit. Der noch immer junge Bergfluss häuft Sand- und Schuttbänke auf, verschiebt sie immer wieder ändert nach jedem Hochwasser seinen Lauf ein wenig.

Fort Victor-Emanuell – Route des Grandes Alpes

Dann aber gräbt sich die L’Arc immer tiefer ins Gebirge ein. Sie verläuft nun weit unter uns in einer engen Schlucht. Auf der anderen Seite wird plötzlich ein mächtiger Bau sichtbar.

Das Fort Victor Emanuell seht seit 1818 dort drüben auf dem Bergsporn. Es bildet das Zentrum eines ganzen Komplexes von Verteidigungsanlagen. Die Barrière de l’Esseillon wurde Anfang des 19. Jahrhunderts zu Schutz Savoyens erreichtet. Es galt hier die Durchgänge an der L’Arc zwischen Frankreich und Savoyen abzuriegeln. Nördlich und südlich von hier machen das Massiv Vanoise und das Massiv Ceres den Übergang unmöglich. Da hier aber mehrere Straßen von West nach Ost führen, waren gleich mehrere Verteidigungsanlagen erforderlich, um alle Durchgänge abriegeln zu können.

Die südlichste von ihren können wir einen Kilometer weiter näher in Augenschein nehmen. An Redoute Marie Therese gibt es einen Parkplatz. Von hier aus unternehmen wir einen kleinen Spaziergang, um die Anlage genauer in Augenschein zu nehmen. Leider ist das Fort, jetzt am frühen Vormittag noch geschlossen.

Ab Modane wir das Tal der L’Arc mehr und mehr zur internationalen Verkehrsader. Zunächst gesellt sich die Trasse der Mauriennen-Stecke, der Bahnlinie zwischen Culoz und Modane zu uns. Sie führt hier weiter in das Westportal des Mont-Cenis-Tunnel, durch den die Bahnlinie weiter in Richtung Turin führt.

Dann kommt noch die Autobahn A 43 hinzu. Sie führt durch den über 13 Kilometer langen Frejus-Tunnel ebenfalls aus Richtung Italien hier in das Tal des L’Arc. Somit wir es nun eng hier.

Die internationalen Verkehrsverbindungen stoßen immer öfter an ihre Kapazitätsgrenzen. Entlastung soll bis 2029 der in Planung befindliche, 52 Kilometer lange Mont-Cenis-Basistunnel bringen. Als Teil der Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke Lyon-Turin sollen Passagiere und Fracht den Alpenhauptkamm dann unterqueren.

Col du Télegraphe – Route des Grandes Alpes

Wir folgen dem Tal noch bis Saint-Michelle-de-Maurienne. Dann biegen wir nach Süden auf die auf die D 902, die Route de Galibier ab.

Steil geht es über viele Kehren und Kurven 871 Höhenmeter hinauf. 7,1 % Steigung sind so im Durchschnitt zu meistern. Heute Morgen stellen sich viele Pedalritter dieser sehr sportlichen Herausforderung. Wir überholen sie im weiten Abstand oder tuckern auch mal ein paar hundert Meter hinter ihnen her, wenn es der Gegenverkehr nicht anders zulässt.

Das lässt uns Zeit hier und da einen letzten Blick zurück in das Tal der L’Arc zu werfen.

Auf der Passhöhe des Col du Télegraphe angekommen warten viele Radler, die den Pass schon erklommen haben. Sie verschnaufen dort und begrüßen mit großem Hallo weitere Fahrer bei ihrer Bergankunft. Sie gratulieren sich einander und sind Stolz auf die sportliche Leistung.

Neben den Radfahrern ist eine überdimensionale Strohfigur angetreten, um die Gäste hier oben willkommen zu heißen. Sie stellt einen Geher oder Walker dar. In anderen Jahren waren es andere Sportler die dort oben aus Stroh gebunden am Weg standen. Mal war es ein Skifahrer mal waren es natürlich Radfahrer in unterschiedlichsten Posen. Eine schöne Tradition wir finden.

Vom Col du Télegraphe führt die Straße nun hinunter nach Valloire im Tal der Valloriette. Das Skigebiet „Galibier Thabor“ mit 83 Skipisten von insgesamt 150 km Länge, die von ca. 35 Skiliften erschlossen sind mach den Ort zu einem Eldorado für Wintersportler. Die Gemeinde erstreckt sich vom Tal der L’Arc (700 Meter) bis zu den drei Gipfeln des 3514 m hohen Aiguilles d’Arves. Der Ort selbst liegt auf 1.417 Meter Höhe. Dort beginnt der Anstieg zum fünfthöchsten asphaltierten Pass der Alpen – der Route du Galibier.

Route du Galibier

Der Col de Galibier ist auch eine der schwersten Bergprüfungen im Repertoire der Tour des France. Von Valloire geht es 17 Kilometer nur bergan. Die durchschnittliche Steigung von 6,9 % steigert sich auf dem letzten Kilometer bis auf 10%. Dabei muss man bedenken, dass die Fahrer vorher schon die Anstrengungen hinauf zum Col du Télegraphe meistern mussten.

Zunächst beginnt es noch recht sachte. Die Straße folgt zunächst dem Lauf des Baches Valloirette die hier munter zu Tal plätschert. An der ersten Kehre, kurz hinter dem einsam gelegenen Berggasthof Plan Lachat ist es damit allerdings vorbei.

Der Straße überquert hier den Bach und nimmt von ihm Abschied. Steil schwingt sie sich nun hinauf in eine fantastische Bergwelt. Da sind zunächst die Rochers de la Grande paré direkt über dem Gasthof. Wie die Zähne es gigantischen Sägeblattes zieht sich die Kette von Feldnadeln von Nord nach Süd. Die Waldgrenze liegt schon lange unter uns. Nur dünne alpine Matten bedecken die Bergflanken aus grauem Kalkschotter. Je höher wird kommen, umso mehr treten Schutt und Fels zu Tage. Ein paar Serpentinen weiter oben haben einen schönen Blick zurück in das Tal von Vallorie.

Es geht immer höher. Beim nächsten Stopp stehen wir vor der Pointe du Vallon. Im Gegensatz zu den Rochers de la Grande paré hat er eine fast sanfte Form. Irgendwie erinnert er mich an die Schären Skandinaviens. Ein Blick zurück lässt uns einen Radfahrer anfeuern der von hieraus noch ca. 500 Höhenmeter bis zum Col du Galibier vor sich hat. Sollte er unten in Saint-Michelle-de-Maurienne an der L’Arc gestartet sein, hat er hier schon 1.500 Höhenmeter hinter sich.

Les Grange du Galibier

Anderthalb Kilometer weiter bietet sich ein nächster Stopp an. An den Les Granges du Galibier wird Käse aus der Region der Savonie angeboten. Das wollen wir und nicht entgehen lassen. Als wir aussteigen meint Steffi, dass ich Kreditkarten ruhig im Auto lassen könnte. Hier oben in der Einsamkeit wird sicher keine Kartenzahlung möglich sein. Doch da liegen wir falsch. Als nach der Verkostung und der Auswahl ans Zahlen geht, sind die Geldkarten gerne gesehen. Die Satellitenschüssel rechts an der alten Feldscheune macht es wohl möglich. Anderthalb Kilo feinster Bergkäse drei unterschiedlicher Sorten wandern für knapp 40 Euro in unsere Einkaufstüte. Da werden wir einige Tage Freude dran haben.

Nun sind es noch 5 Kilometer bis zum Col du Galibier. Einen Kilometer vor dem Gipfel kommen wir am Nordportal des Galibier-Tunnels vorbei. Eine Abkürzung auf die wir gerne verzichten. Viel lieber wollen wir oben am Pass halten und das Bergpanorama genießen.

Col du Galibier – Route des Grandes Alpes

Oben auf dem Col du Galibier angekommen müssen wir feststellen, dass heute bei diesem prächtigen Wetter hier oben der Teufel los ist. Autos, Motoräder und Wohnmobile haben alle Parkmöglichkeiten belegt. Wegen der schmalen Straße hier oben ist das Warten auf einen freien Platz keine Option. Also fahren wir über den Pass und finden 200 Meter weiter unten einen Parkplatz auf groben Schotter. Das Einbiegen auf diesen Parkplatz ist wegen der steilen Einfahrt ein wenig knifflig. Kurz scharrt ein größerer Stein an unserem Fahrgestell dann haben wir unsere Parkposition erreicht. Wir schnappen und die Kameras und das Fernglas und machen uns auf den Rückmarsch hinauf zum Pass.

Von dort oben sind die Aussichten atemberaubend schön. In Norden reicht der Blick bis zum Mont-Blanc, der inzwischen über 90 Kilometer Luftlinie von uns entfernt ist. Im Südwesten ragt die 4.102 Meter hohe Barre des Écrins über dem Felslabyrinth der Dauphiné-Alpen auf. Links davon geht der Blick in das weite Tal der Guisane, die uns heute noch bis nach Briançon begleiten. wird.

Gäste am Col du Galibier

Neben den großartigen Aussichten sind natürlich auch die Menschen hier oben interessant. Heute lassen sich in drei Gruppen einteilen. Da sind zunächst die Radfahrer, die sich zurecht stolz auf ihre Leistung auf dem Rennrad vor dem Passschild ablichten oder ablichten lassen. Steffi leistet auch hier gerne Hilfestellung. Die zahlenmäßig größte Gruppe sind die Biker, die nach dem Rausch der Fahrt durch schier unzählige Kurven und Kehren in großartiger Landschaft hier nun ihre PS-starken Maschinen abgestellt haben. Ihrer Helme entledigt, die Jacken der schweren Ledermonturen geöffnet stehen sie nun hier oben und bestaunen das grandiose Panorama.

Dann sind da noch die Autofahrer wie wir. Ob im gewöhnlichen PKW, im Oldtimer oder im Wohnmobil hier heraufgekommen. Alles genießen das sensationell schöne Wetter in einer außergewöhnlichen Bergwelt.

Nur Wanderer sind kaum auszumachen. Sie meiden wohl den Trubel hier am Col du Galibier, der durchaus nicht nur positive Seiten hat. Das beweist der eine oder andere Müllhaufen dort oben.

Col du Lautaret – Route des Grandes Alpes

Wir nehmen Abschied vom Col du Galibier. Zu Fuß geht es hinunter zum Parkplatz etwa 40 Höhenmeter unter uns. Bei schönstem Wetter machen wir uns auf dem Weg Richtung Briançon. Zunächst geht es steil bergab durch die einsam wilde Berglandschaft am Südhang des Galibier.
Am Col du Lautaret finden wir dann inmitten der einsamen Berge auf eine Insel der Zivilisation. Der Col du Lautaret ist für uns als Gebirgspass nicht zu erkennen. Aus der Richtung des Col du Galibier kommend geht es für uns einfach nur bergab. Anders für jene die von links und rechts kommend hier hinauffahren. Für sie ist der Col du Lautaret der Pass zwischen den Tälern Oisans und Briançons.

Die kleine Siedlung dort oben besteht aus dem Chalet “La Tourmente” mit Regionalladen und Unterkünften, dem Restaurant „Le Ferme“, dem Hotel “Les Galciers” und dem Nationalparkhaus.

Nach Briançon

Wir fahren vom Col du Lautaret Richtung Südosten. Der nun nur mäßig steile Abstieg folgt dem Tal, welches die Guisane hier gegraben hat. Sie wird uns die nächsten 25 Kilometer bis nach Briançon begleiten. Die Straße ist gut ausgebaut und wir kommen schnell voran. Weit oben schützt uns eine Galerie aus Stahlbeton vor Steinschlag und Bergstürzen die von oben, vom Galibier her drohen könnten. Dann passieren wir das Portal zum Tunnel Rif Blanc. Er wurde offenbar aufgeben. Heute führt die D 1091 direkt am alten Tunnelverlauf vorbei.

Dann haben wir die Baumgrenze wieder erreicht. Noch scheinen aber die Lärchen und Bergkiefern zu zögern unseren Weg zu begleiten. Aber mit der Zeit werden es immer mehr. Fels und alpine Matten weichen immer mehr zurück. Der Wald schafft es allerdings nicht die Landschaft zu dominieren. Schon wird das Tal breiter, Wiesen und Weiden übernehmen kurz das Kommando. Ab Monétier-les-Bains wird die Besiedlung dichter. Immer mehr Höfe, Weiler und Orte liegen nun an der Strecke.

Croix de Sainte-Marguerite - Route des Grandes Alpes
Croix de Sainte-Marguerite

Briançon

Dann ist Briançon erreicht. Die Straßen sind eng, der Verkehr ist quirlig. Wir nutzen die Begegnung mit der Stadt, um unsere Vorräte aufzustocken. Hierzu fahren wir an den Stadtrand in Richtung Embrun. Hier gibt es ein großes Gewerbe- und Einkaufzentrum, wo wir den Carrefour-Markt besuchen.

Dann geht es zurück durch die Unterstadt, über die Durance und dann auf der D 902 hinauf in Richtung Cervières. Dabei haben wir schöne Ausblicke auf die drei Festungen der Stadt – die Festung der Oberstadt, das Fort des Tétes und das Fort du Randouillet, Das Briançon so stark befestig war hängt mit seiner Nähe zu Italien zusammen. Die Stadt war Jahrhunderte lang ein Vorposten Frankreichs gegenüber den Machtblöcken von Österreich/Ungarn und Italien.

Die D 902 folgt nun dem engen Tal der Cerveyrette. Der Gebirgsfluss entspring auf ca. 2.800 Metern unter dem Namen Ravin du Ventou nahe der Grenze zu Italien, an der Westflanke des Berggipfels Petit Rochebrune. In Cervières biegt die D 902 jäh nach Süden ab. Von hier aus geht es immer steiler bergan. Oben wartet mit dem Col d’Izorad der nächste Pass auf der Route des Grandes Alpes auf uns.

Col d’Izorad – Route des Grandes Alpes

Ob angekommen kennzeichnet eine große Stele den Bergübergang. Sie wurde 1934 vom Touring Club de France errichte. Die Gedenktafel erinnert an den General Baron Berger und seine Truppen. Sie haben diese Passstraße errichtet. Genauso wie die Passstraße über den Col de Vars und dem Col de la Cayolle. So war es den Radtouristen, die der Touring Club de France einst vertrat,mit die “Route des Alpes” zu entwerfen.

Von hier oben geht der Blick zurück nach Norden in Richtung der Thabor-Gruppe. Im Süden warten die Seealpen auf uns. Damit lassen wir auch die höchsten Gipfel der französischen Alpen hinter uns.

Unterhalb des Col d’Izorad erstreckt sich die Casse déserte, die menschenleere Wüste. Das Gebirge scheint plötzlich ein riesiger Schutthaufen geworden zu sein. Nur wenige Bäume und Sträucher haben auf dem Geröll aus verwitterten Kalkstein und Dolomit halt gefunden. Hier und da ragen bizarre Felsnadel aus den Schutthalden auf. Offenbar haben die Kräfte von Wind, Wasser und Eis diese eigentümlichen Gebilde aus den Felsen geschält.

Dann haben wir wieder die Baumgrenze erreicht. Immer mehr Bäume säumen auf unsern Weg hinunter in Tal des Guil, dem wir bis nach Guillestre folgen. Die Guil bildet hier einen großartigen Canyon in dessen Bett zunächst auch die Straße verläuft. Dann weitet sich das Tal wieder. Der sonst wild dahinrauschende Gebirgsfluss bildet kurz einen kleinen See und fällt dann wieder in eine tiefe enge Schlucht. Dort hinunter kann die Straße nicht folgen. Sie führt nun hoch über der Guil nach Guillestre. Das Städtchen liegt in einem großen Talkessel. Die Berge rundum reichen bis auf 2.500 Meter auf.

Col du Vars – Route des Grandes Alpes

Die D 902 biegt in Guillestre nach Süden ab und schwingt sich hinauf zum Col de Vars. An der Straße hinauf gibt es gleich hinter der Brücke über den Torrent de Riou Flanq einen Parkplatz hoch über dem Tal. Hier begrüßt die Gemeinde Vars ihre Gäste. Wir stoppen und verweilen ein wenig in der Einsamkeit hier oben. Im angenehm warmen Sommerwind genießen wir den Ausblick. Zwei emaillierte Schautafeln erleichtern uns dabei die Orientierung. Nach Norden geht der Blick zurück in den Talkessel von Guillestre und dann viel weiter über den Nationalpark Écrins mit seinem höchsten Gipfel, der Barre des Écrins. Den konnten wir heute Vormittag schon vom Col du Galibier bewundern. Über 50 Kilometer Luftlinie ist der nun schon von uns entfernt. Der Blick nach Süden geht hinauf zu den Bergen um den Col de Vars.

Dann ist es an der Zeit wieder aufzubrechen. Es ist schon 17:30 Uhr. 20 Minuten später erreichen wir den Col de Vars auf 2.108 Meter Meereshöhe. Er ist im Vergleich zum Col du Galibier oder dem Col du Iserod ein eher trostloser Ort. Ein Parkplatz und eine Hütte, die die Bar L’ Igloo beherbergt. Das wars schon dort oben. Auch das Panorama kann mit dem Erlebten den letzten beiden Tage nicht so richtig mithalten. So bleiben wir nicht lange dort oben.

Weiter nach Lauzet de Ubaye

Dann geht es den langen Weg hinunter in das Tal der L’Ubaye und weiter bis nach Barcelonette wo die Route des Grandes Alpes in Richtung des Col de Cayolle abbiegt. Immer wieder schauen wir auf diesen 30 Kilometern nach einem geeigneten Stellplatz für die Nacht. Da uns nichts so richtig zusagt, beschließen wir,

für diese Nacht die Route des Grandes Alpes zu verlassen. Wir fahren nach Lauzet de Ubaye. Dort kennen wir von unserer Reise vor zwei Jahren einen netten Stellplatz mit einem sehr rustikalen Restaurant gleich in der Nähe.

Zugvogel Stellplatztipp

Als wir dort endlich ankommen ist es bereits 19:00 Uhr. Noch können wir von dort einen Blick auf den in die letzten Strahlen der Abendsonne getauchten Grande Séolande werfen. Die Idee mit dem Restaurantbesuch verwerfen wir allerdings wieder. Zu rustikal sind unsere Erinnerungen an das Relais du Lac gleich auf der anderen Straßenseite.

So holen wir unseren “Errungenschaften” aus den Granges du Galibier hervor und genießen wunderbaren Käse zu Baguette und einer Flasche rotem Wein. Dabei versuchen wir die unzähligen Eindrücke dieses Tages noch einmal Revue passieren zu lassen. Es gelingt uns kaum.

Unsere Tagesstrecke

Der Beitrag Route des Grandes Alpes – Bessans bis Barcelonnette erschien zuerst auf Zugvogel - ein Reiseblog.

]]>
26251
Route des Grandes Alpes – Le Reposoir bis Bessans https://www.mit-uns-entdecken.de/route-des-grandes-alpes-le-reposoir-bis-bessans/ Mon, 06 Sep 2021 22:44:17 +0000 https://www.mit-uns-entdecken.de/?p=26230 6. September 2021 -Le Reposoir bis Bessans – Route des Grandes Alpes Als wir uns am 06.09.2021 gegen 08:30 Uhr dem neuen Tag entgegenblicken, liegt Le Reposoir noch im kühlen […]

Der Beitrag Route des Grandes Alpes – Le Reposoir bis Bessans erschien zuerst auf Zugvogel - ein Reiseblog.

]]>

6. September 2021 -Le Reposoir bis Bessans – Route des Grandes Alpes

Als wir uns am 06.09.2021 gegen 08:30 Uhr dem neuen Tag entgegenblicken, liegt Le Reposoir noch im kühlen Schatten der Chaîne du Reposoir. Die Bergkette auf der östlichen Seite des Ortes reicht steil bis auf 2.100 Meter hinauf. Noch versperrt sie der Sonne den Weg zu uns. Dafür erstrahlt im Westen der Kamm der Chaîne di Bargy auf der gegenüberliegenden Seite des Ortes schon in ihrem gleißenden Licht. Wie die schartige Klinge eines alten riesigen Schwertes ragt die Kette von Gipfeln aus Kalkstein über die Baumgrenze hinaus.

Le Reposoir - Route des Grandes Alpes
Wohnmobilstellplatz in Le Reposoir

Col de la Colombière – Route des Grandes Alpes

Als wir eine Stunde später aufbrechen füllt die Sonne nun das ganze Tal aus. Von Reposoir aus führt die D 902, die Route de Colombière, über einige enge Kehren steil bergauf Zum Col de la Colombière. Ein erster kurzer Stopp gibt uns die Gelegenheit einen Blick zurückzuwerfen. Unter uns das zerklüftete Tal des Foron. Weit hinten im Dunst die Gipfel der östlichen Chabalais-Alpen.

Route de la Colombière - Route des Grandes Alpes
Route de la Colombière

Gegen 10:00 Uhr erreichen wir den Col de la Colombière auf 1.618 Metern Meereshöhe. Hier parken schon viele Autos. Offenbar nutzen viele den Col de la Colombière als Ausgangspunkt für Wanderungen in die schroffen Bergwelten links und rechts des Passes. Bei Ihrer Rückkehr werden einige froh über die Gastfreundschaft im Restaurant La Colombière sein. Noch hat es seine Türen geschlossen, die Sonnenschirme auf der Terrasse sind noch zugeklappt und die Plastikstühle warten aufgestapelt oder an den Tischen lehnend auf die Gäste. Für den der eher an den spirituellen Vorzügen dieses Ortes interessiert ist, für den gibt es etwas abseits gelegen eine kleine Kapelle aus scheinbar neuerer Zeit.

Der Col de la Colombière gehörte schon oft zum Programm der Tour des France. Zweiundzwanzig Mal führte die Tour zwischen 1960 und 2018 dort hinauf. Obwohl es einer der leichteren Bergpässe im Tour-Programm ist, waren manche Fahrer sicher froh, als das große Steinkreuz am Scheitelpunkt der Straße die bevorstehende Abfahrt ankündigte.

Col d la Colombière - Route des Grandes Alpes
Steinkreuz am Col d la Colombière

Col des Aravis – Route des Grandes Alpes

Vom Col de la Colombière fahren wir weiter nach Süden hinunter auf 900 Meereshöhe. Dort liegt Grand Bornand. In dem Wintersportort macht regelmäßig der Biathlon-Weltcup Station. Von Grand Bornand geht wieder bergan. Zunächst über den kleinen Berg zwischen den Bergflüssen Le Borne und Le Nom. Oben liegt der kleine Ort Saint-Jean-de Sixt.

Den gleichnamigen Pass bemerkt man kaum. Dann geht es über La Cluzas hoch hinauf zum Col des Aravis. Über diesen Pass quert die Departementstraße 909 die Chaîne des Aravis. Ein breiter Bergsattel schneidet sich dort tief in das ca. 25 Kilometer lange Bergmassiv. Die Chaîne des Aravis erstreckt sich westlich des Mont-Blanc-Massivs vom Südwest nach Nordosten bis kurz vor Cluses.

Oben am Pass ragen die Gipfel hoch auf. Links von uns im Norden reihen sich wie eine Wand der Pointe de la Blonnière (2.369 m), der Dent du Châtelet (2.356 m) und der Pointe de Merdassier (2.323 m) über den saftigen Almen aneinander. Rechts von uns im Süden sind es der Pointe de Aravis (2.325 m) und die Aiguille des Boderean (2.492 m) die die Landschaft überragen. Vor uns in weiter Ferne erhebt sich über dem nahen grünen Nadelwald die weiße Kappe des Mont-Blanc. Ihm nähern wir uns nun aus Richtung Westen.

Ansonsten gibt es dort das Übliche an einem touristisch erschlossenen Gebirgspass in den französischen Voralpen. Reichlich Parkplätze, ein Imbiss, drei Restaurants und eine Kapelle. Schon ist sie fertig die Touristenattraktion auf 1.498 Meter Meereshöhe.

Durch das südliche Mont-Blanc-Massiv – Route des Grandes Alpes

Dann geht es auf der D 909 über La Giettaz hinunter nach Flumet. Das kleine Dorf Giettaz (ca. 400 Einwohner) wird vom Massif de Balme und dem schroffen Gipfeln der Ètale-Gruppe überragt. Dahinter geht der Ort in das bewaldete Tal der L’Arrondiene über. Ab hier verdecken uns Wald und Flusstal die Aussicht.

Unten in Flumet ist es Zeit zu tanken. Daher biegen wir kurz auf die D 1212 in Richtung Ugine ab. Am Ortsrand finden wir eine Tankstelle. Allerdings müssen wir hier mehrere Kreditkarten ausprobieren, bis sich ein Schwall von Diesel in unseren Tank ergießen kann. Dann geht es zurück zur Ortsmitte. Dort führt eine schmale Bogenbrüche über die L’Arly, die tief unter uns zu Tal plätschert. Die L’Arly ist die Grenze zwischen den Bornes-Alpen und dem südlichen Mont-Blanc-Massiv. Vom Tal geht es in vier sehr engen Kehren wieder hinauf. Oben weicht der Wald und wieder weitet sich der Blick über Almen, Gipfel und Weiler links und rechts unseres Weges.

Les Saisles

Bald erreichen wir Les Saisles. Der Ort begrüßt uns mit einem großen, grau geschotterten Parkplatz, auf dem wir eine kurze Rast einlegen. Von hier aus werfen wir einen letzten Blick auf die Chaîne de Aravis. Weiter vorne im Ort sticht die moderne Architektur der Chapelle Notre-Dame-de-Haute Lumière hervor. Ansonsten ist der Ort zu dieser Jahreszeit recht seelenlos. Die einsam im Wind baumelnden Gondeln des Sesselliftes direkt über der Straße sind ein Sinnbild dafür. In den schneereichen Wintermonaten wird hier sicher sehr viel mehr los sein. Für uns ist der Ort auf unserer Tour entlang der Route des Grandes Alpes nicht ohne Bedeutung. Denn hier befindet sich mit dem Col des Saisies (1.650 Meter über dem Meer) der nächste Pass auf der Tour.

Von Les Saisles geht es hinunter nach Beaufort in das Tal des Baches Dorinet. Es ist erstaunlich wie tief sich auch ein vermeintlich kleiner Bach über die Jahrmillionen in das Gelände gegraben hat. In der Ferne vor uns erhebt sich das Mont-Blanc-Massiv, dem wir uns immer noch von Westen her nähern. Der Gipfel des weißen Riesen wird heute von Cumulus-Wolken gestreichelt.

Tal des Dorinet - Route des Grandes Alpes
Tal des Dorinet

Weiter bis zum Lac de Roselend

Der Abfahrt nach Beaufort folgt sogleich der Anstieg zum Col du Méralliet. Zunächst ist Steigung der Route de Rose, der wir nun folgen, moderat. Folgt die Straße doch dem Tal des Bergflüsschens Doron bis auf eine Höhe von 1.050 Metern. Dort überquert eine Brücke den Fluss und die Straße führt in engen Kehren weitere 600 Höhenmeter hinauf. Dann ist mit dem Col du Méralliet (1.605 m), der nächste Pass auf der Route des Grandes Alpes erreicht. Kurz danach weichen die Bäume zurück und geben den Blick auf den Lac de Roselend frei. Hier wird seit 1960 die Doron von zwei Pfeilerstaumauern und einer Bogenstaumauer aufgestaut. Das Bauwerk ist insgesamt 804 Meter lang und 150 Meter hoch.

Am Lac de Roselend – Route des Grandes Alpes

Wir fahren an das nördliche Ufer und haben auf dem Weg dorthin einen schönen Blick auf den 2.360 Meter hohen Roche du Vent. Rechts von uns im Süden die beeindruckende Felswand des Roc du Bioley. Dahinter das mächtige Massif du Mont. Die Gipfel dort oben reichen bis auf fast 3.000 Meter hinauf.

Dann kommen wir an der Chapelle de Roselend vorbei. Sie thront auf einem markanten Bergvorsprung über dem See. Mit ihrem spartanischen Glockenturm und den aus groben Felssteinen gesetzten Mauern macht sie den Eindruck recht alt zu sein. Den Baustil könnte man als romanisch einordnen. Sie ist aber viel jüngeren Datums. Seit 1962 steht sie hier und ist eine Reminiszenz an die alte Kapelle im Weiler Roselend, der mit Stau der Doron in den Fluten verschwand.

Wir halten an der Brücke, die die D 925 über das Bergflüsschen Nant des Lautarets führt. Die Nant des Lautarets ist einer von neun natürlichen Zuflüssen, die den Stausee speisen. Wichtiger für den Wasserhaushalt des Sees sind aber die unterirdischen Kanäle, die Wasser aus weiter entfernten Gegenden heranführen. Um die 30 Kilometer ist das System der Zuleitungsstollen lang. Unten im Tal der Isére nahe Albertville wird das Wasser in elektrische Energie umgesetzt. Dazu stürzt es durch eine ca. 15 Kilometer lange gewaltige Druckleitung ca. 1.200 Meter zu Tal. Im Wasserkraftwerk La Bathie trifft es auf 6 Turbinen, die in der Lage sind, 550 MW elektrische Energie zu erzeugen.

Wir fahren weiter und erhaschen oberhalb des Sees den schönsten Blick über den Lac de Roselend inklusive seiner Staumauer auf der anderen Seeseite.

Cormet de Roselend – Route des Grandes Alpes

Nun geht es auf der Route du Cormet in Richtung Cormet de Roselend, dem nächsten Pass an der Route des Grandes Alpes. Auf den Weg dort hinauf haben wir nochmal einen großartigen Blick auf den Roche du Vent. Dann weitet sich der Blick. Eine grandiose Landschaft liegt nun vor uns. Die Baumgrenze lieg nun unter uns und alpine Matten bedecken den Fels. Am Cormet de Roselend (1.968 m) ist der Schild mit dem Hinweis auf den Pass mit einigen Aufklebern aus der Heimat seiner Besucher geschmückt. Ein fahrender Händler bietet dort oben kulinarische Spezialitäten und manchen Kitsch aus der Savonie an. Wir vertreten uns in wenig die Füße bevor wir weiterfahren.

Weiter auf der Route du Cormet

Ist der Abstieg vom Cormet de Roselend zunächst noch moderat, so windet sich die Straße ein wenig später in ersten Serpentinen zu Tal. Dann geht es entlang des wilden Flussbettes des Torrent des Glacier weiter. Der Wildbach schiebt Sand und Schotter zu Tal. Immer wieder teilen Sandbänke den Lauf des Flusses. Nach jedem Hochwasser wird es hier wohl ein wenig anderes aussehen. Dann stürzt der Torrent des Glacier in eine enge Klamm. Dort kann die Straße ihm nicht mehr folgen. Sie weicht von seinem Ufer und schlänget sich abseits über 10 enge Kehren zu Tal. 300 Höhenmeter tiefer treffen wir bei einem einsam gelegenen Gehöft wieder auf den Bach. Hier auf 1.180 Meter über dem Meer finden wir eine Informationstafel, die uns überrascht. Der Torrent des Glacier ist hier oben als Angelgewässer ausgewiesen.

Die Regeln allerdings sind streng. Nur von März bis September dürfen die Petrijünger hier auf die Jagd nach edlen Salmoniden gehen. Nur einen Fisch mit der Mindestgröße von 23 Zentimetern darf der Angler pro Tag entnehmen. Wider- und Mehrfachhaken sind verboten. Das ist schon die höhere Schule des Angelns. Außerdem ist die Sache nicht ganz risikolos. Ganz besonders wird auf die Gefahr rasch ansteigender Wasserpegel gerade im Frühjahr hingewiesen. Für uns ist das Angeln dort keine Option. Weder haben wir die Angelausrüstung mit dabei, noch besitzen wir die erforderliche Berechtigung. So geht unsere Jagd nach den Pässen entlang der Route des Grandes Alpes weiter. Zwei besonders bekannte wollen wir heute noch erreichen.

Nach Val d’Isére – Route des Grandes Alpes

Somit geht es für uns weiter hinunter nach Bourg-Saint-Maurice. Wir streifen den Wintersportort nur an seinem nördlichen Rand. Dort biegt die D 902 nach Südosten ab und nimmt den Namen Route de Val d’Isére an. Ein deutlicher Fingerzeig auf unser nächstes Ziel. Von der Wildheit der Landschaft oben am Cormet de Roselend ist hier unten nichts mehr zu sehen. Die Isére hat dort ein breites Tal geschaffen. Wir kommen gut voran. Bei Sainte-Foy-Tarantaise schwenk die Isére nach Süden und die Straße folg ihr. Dann erreichen wir die Barrage du Chevril. Die gewaltige Bogenmauer (180 Meter hoch) staut dort die Isére zur Tignes-Talsperre auf (französisch Lac du Chervle).

Eng ist es dort, wo sich die D 902 nun einen Weg zwischen dem Seeufer und den steil ansteigenden Bergen suchen muss. Sie verkriecht sich über lange Abschnitte am Seeufer unter einer Galerie aus Beton und Stahl. Sie soll die Reisenden vor Steinschlag und Lawinen schützen. Dann fahren wir an La Daille vorbei. Dort finden meist Mitte Dezember die berühmten alpinen Weltcuprennen von Val d’Isére statt. Zunächst sind die Herren mit den eher technischen Disziplinen Slalom und Riesenslalom daran. Eine Woche später rasen dann die Damen mit Abfahrt und Super-G zu Tal.

Val d’ Isére

In Val d’Isére ist heute nicht viel los. Kein Wunder, lebt der Ort doch vom Schnee und Wintersport. An Beides ist jetzt Anfang September noch nicht zu denken. Das Ortszentrum kommt uns irgendwie wie aus der Retorte vor. Die großen modernen Bauten links und rechts der Hauptstraße beherbergen Hotels, Pensionen, Restaurants, Sportgeschäfte, Boutiquen und manches mehr was der moderne Wintertourist in einer exklusiven, international bekannten Destination erwartet.

Was in Val d’ Isére auffällt sind die Hausfassaden. Meist sind sie mit Natursteinen aus der Region oder mit Holz verkleidet. Die Balkone, Fenster oder Dächer scheinen einen einheitlichen Stil zu waren. Ein erfreuliches Bild gegenüber den üblichen französischen Winterurlaubsfabriken in den Alpen, der Auvergne oder den Pyrenäen die meist mit Fassaden aus Beton, Glas und Stahlblech “glänzen”.

Val d' Isére  - Route des Grandes Alpes
Val d’ Isére

Wir verlassen Val d’Isére und bleiben weiterhin auf der D 902. Nun trägt die Straße den Namen Route de l’Iseran. Nach wie vor folgt ihre Trasse der Isére, die irgendwo hoch über uns auf fast 3.000 Meter Meereshöhe dem Glacier des Sources de l’Isére entspringt. Bis dahin kann die Straße dem nun munteren Bergbächen natürlich nicht folgen. Kurz hinter dem Örtchen La Fornet nimmt die Straße von der Isére Abschied und beginnt den Aufstieg zum Col de Iséran (2.770 m). Auf dem Weg hinauf versperren zunächst noch einzelne Baugruppen die Sicht. Dann schlägt die Straße einen Bogen um einen Felsvorsprung. Darauf thront die in Beton gegossene Bergstation der Kabinenseilbahn von Fornet. Weiter oben dann ergeben sich immer wieder großartige auf das Val de Isére und die gegenüberliegende Berggruppe mit der Aiguille du Dome.

Col de l’Iseran – Route des Grandes Alpes

Am Col de l’Iseran angekommen sind die Ausblicke weniger spektakulär. Zu steil ragen die Gipfel von Signal de l’Iséran im Norden und Pointe des Lessibéres im Süden auf. Die Aussichten nach Norden und Süden sind uns so verstellt. Wir verweilen trotzdem dort oben ein wenig. Viele Motorradfahrer zieht es mit ihren Bikes hier hoch. Kein Wunder, ist der Col de l’Isére doch der höchste zu befahrende Pass in Europa. So ein Superlativ schreibt man sich natürlich gerne in sein Roadbook.

Wir werfen einen Blick in Richtung Val de Isére. Unter uns liegt der Lac de l’Ouillette. Der offenbar künstliche angelegte See dient wohl auch als Wasserspeicher für die Skipisten an der Seilbahn Leissieres Express. Diese Vermutung treibt mir ein Runzeln auf die Stirn. Kunstschnee vermag hier oben sicher die Wintersportsaison zu verlängern. Allerdings sind die Schneekanonen extreme Energiefresser. Ein Energieverbrauch der in Zeiten des Klimawandels sicher kritisch zu besprechen ist. Und je wärmer es wird, des so kürzer werden die Wintersportsaisonen. Die müssen dann mit immer mehr Kunstschneetagen verlängert werden. Merkt Ihr etwas … Und warum muss man zu Ostern eigentlich noch Ski fahren???

Im Sommer allerdings soll der Lac de l’Ouillette ein wunderbarer Ort für ein Picknick sein.

Ansonsten ist heute hier oben nicht viel los. Der Souvenirladen, untergebracht in dem markenten Steinhaus auf der Passhöhe ist geschlossen. Die wenigen Gäste scheinen sich im Aufbruch zu befinden. Unangenehm scharfe und kühle Böen fegen über den Pass. Wir spielen kurz mit dem Gedanken die Nacht dort oben zu verbringen. Platz wäre dort genug. Dann aber entscheiden wir uns für die Weiterfahrt.

Hinunter ins Tal der L’Arc

Wir verlassen den Col de l’Iséran mit ein wenig Wehmut. Haben wir doch hier schon das Dach unserer Urlaubsreise erreicht. Dabei sind wir gerade erst vier Tage unterwegs und unsere Tour soll noch über drei Wochen dauern. Von nun an wird es in Richtung Mittelmeer auf der Route des Grandes Alpes tendenziell eher bergab gehen.

Uns das gleich mal ganz gewaltig. Vom Col de l’Iséran bis ins Tal der Arc bei Bonneval-sur-Arc geht es 979 Höhenmeter hinunter. Auf einer Strecke von 13 Kilometern ist das ein durchschnittliches Gefälle von 7,5 %. Unsere Bremsen werden unten in Bonneval-sur-Arc gut durchgewärmt ein.

Der Weg ins Tal bietet großartige Ausblicke. Zunächst haben wir freien Blick auf die Gipfel rund um den L’Albaron. Wie eine gewaltige Mauer aus Felsen und Eis steht die Gebirgsgruppe in ca. neun Kilometer Entfernung vor uns. Bis über 3.600 Meter Höhe ragen die Berge dort hinauf. Für den Verkehr mit dem Auto oder der Bahn scheint diese Barriere unüberwindbar zu sein. Und tatsächlich. Weder versucht eine Straße den Weg hinauf, geschweige denn ist ein Pass auszumachen, der auf die italienische Seite führt. Respektvoll umgehen die internationalen Verkehrstrassen das gewaltige Bergmassiv nördlich (kleiner St. Bernhardt) uns südlich (Col du Mont Cenis) von hier.

Unser Weg hinab folgt inzwischen dem Wildbach La Lente. Bis in 2.300 Meter Höhe haben die Menschen versucht hier heimisch zu werden. Das erste Haus oberhalb von Bonneval-sur-Arc ist Zeugnis dafür. Offenbar scheint das Ansinnen aber gescheitert zu sein. Verlassen liegt der Hof heute da.

Die letzten Kilometer hinunter führen durch das Tal des Le Lente. Kurz vor Bonneva-sur-Arc haben wir einen letzten Blick auf das Bergmassiv um den L’Albaron, Nun noch näher vor uns, wirkt es unnahbarer denn je.

Weiter bis Bessans – Route des Grandes Alpes

In Bonneval-sur-Arc biegen wir nach Südwesten ab und folgen nun dem Lauf der L’Arc. Über die wenigen Kilometer bis zu unserm Tagesziel gibt es nicht viel zu berichten. Nur ein uns noch unbekannter Baustil fällt uns auf. Zuerst an einer verfallenden Hütte am Straßenrand. Wände und Dach sind ganz aus Felsgestein konstruiert. In Bonneval und Bessans können wir beobachten, dass sich auch die Bauherren von heute diesen Stil zu eigen machten.

Wir finden in Bessans, gleich an der Straße einen Stellplatz für die Nacht. Steffi unternimmt noch einen kleinen Spaziergang durch den Ort. Gleich neben der Kirche entdeckt sie ein Arma-Christi-Kreuz. Die ikonografischen Symbole, mit denen das Kreuz versehen wurde, erzählen von der Passion Christi. Als sich Steffi auf den Weg zurück zum Wohnmobil macht, senkt sich die Sonnen hinter der Pointe des Triece und taucht Bessans in einen tiefen Schatten. Kaum ist die Sonne verschwunden macht sich hier auf 1.740 Meter Höhe eine unangenehme Kühle breit. Deshalb ziehen wir uns ins Wohnmobil zurück und blicken auf einen erlebnisreichen Tag zurück.

Zugvogel Stellplatztipp

Unsere Tagesstrecke

Der Beitrag Route des Grandes Alpes – Le Reposoir bis Bessans erschien zuerst auf Zugvogel - ein Reiseblog.

]]>
26230
Route des Grandes Alpes – Thonon bis Le Reposoir https://www.mit-uns-entdecken.de/route-des-grandes-alpes-thonon-bis-le-reposoir/ Sun, 05 Sep 2021 23:33:18 +0000 https://www.mit-uns-entdecken.de/?p=26173 Über die ersten Pässe bis Cluses – Route des Grandes Alpes Wir starten unsere Reise entlang der Route des Grandes Alpes am 5. September 2021 am Plage Champ de l’Eau […]

Der Beitrag Route des Grandes Alpes – Thonon bis Le Reposoir erschien zuerst auf Zugvogel - ein Reiseblog.

]]>

Über die ersten Pässe bis Cluses – Route des Grandes Alpes

Wir starten unsere Reise entlang der Route des Grandes Alpes am 5. September 2021 am Plage Champ de l’Eau in Corzent am Lac Léman (Genfer See). Das schöne Wetter, welches uns gestern Abend einen großartigen Sonnenuntergang über dem See bescherte, hat sich gehalten. Daher genießen wir noch ein wenig die klare Luft hier am See und die Wärme der morgendlichen Sonnenstrahlen.

Plage Camp de l'Eau - Corzent
Plage Camp de l’Eau – Corzent

Um zum eigentlichen Startpunkt der Route des Grandes Alpes zu gelangen, müssen wir einen Ort weiterfahren. In Thonon-les-Bains beginnt die D 902, die bis Cluses an der Arve die erste Etappe der Route des Grandes Alpes bildet. Die Straße folgt dabei dem Lauf der Dranse die in Thonon-les-Bains in den Genfer See mündet. Der Bergfluss entspring im Schweizer Kanton Wallis nur ca. 45 Kilometer von hier. Wir folgen er Departementstraße von Thonon aus nach Süden. So geht es für uns in die Chabalais-Alpen. Sie erheben sich am Ufer der Lac Léman und reichen bis an das Tal der Arve im Süden.

Über den Col des Gets

Zunächst geht es durch einen dichten Wald nur sachte bergan. Rechts unter uns rauscht der Fluss. Wir legen einen kurzen Stop ein, um diese erste Stimmung an der Route des Grandes Alpes mit der Kamera einzufangen.

Dranse - an der Route des Grandes Alpes
Dranse

Nach ca. 15 Kilometern könnten wir eine erste Attraktion besichtigen. Links von uns liegen die Gorges Pont du Diable, die Schluchten an der Teufelsbrücke. Zu schlecht sind allerdings die Bewertungen über in diese Sehenswürdigkeit im Internet. Deshalb verzichten wir auf eine Begegnung mit dem Beelzebub.

Ein wenig später erreichen wir Saint-Jean-d’Aulps, den ersten größeren Ort an der Route des Grandes Alpes. Ging es bisher an der Dranse durch dichten Wald, so lichtet dieser sich nun. Somit werden immer öfter Blicke auf ein noch sanftes Bergpanorama frei.

  • Saint-Jean-d'Aulps - Route des Grandes Alpes
  • Bergpanorama an der Dranse - Route des Grandes Alpes

Ein wenig später und ca. 280 Höhenmeter über Saint-Jean-d’Aulps erreichen wir den ersten von 21 Pässen auf der Route des Grandes Alpes – den Col des Gets. Mit unseren Erwartungen an einen einsamen Bergpass, gesäumt von Almen und Berggipfeln liegen wir hier vollkommen falsch. Le Gets ist ein respektabler Wintersportresort auf 1.172 Metern Höhe. Nicht nur im Ortskern entlang der Hauptstraße reihen sich Hotels und Restaurants aneinander. Auch oben an den Berghängen über dem Ort bieten verschiedenste Chalets dem Gast Unterkunft.

Let Gets - Routes des Grandes Alpes
Let Gets

Taningnes

Von Let Gets geht es hinunter Taningnes. Am Ortsrand fällt uns ein seltsames Depot mit gebrauchten Verkehrsmitteln auf. Ausrangierte Seilbahnkabinen stapeln sich auf dem Gelände. Die Firma Taninges Télécabines haucht den gebrauchten Schmuckstücken neues Leben ein. Man kann sie mieten oder zu Dekorationsobjekten umarbeiten lassen. Auf der Website von Taninges Télécabines kann man mehr hierzu erfahren – was es nicht alles gibt.

Und Tanignes hat noch eine weitere Überraschung für uns. Vor uns fährt ein kleiner Korso von Oldtimern durch die Ortsmitte. Natürlich ist hier in Frankreich der legändere CV11, der berühmte Gangster-Citroen mit von der Partie. Das ist nicht weiter verwunderlich. Das der aus unzähligen Filmen bekannten “Verbrecherkarre” allerdings ein Trabant 601 aus Zwickau folgt, ist aber eher eine Überraschung für uns. Himmelblau und glänzend aufpoliert tuckert er vor uns her.

  • Taninges Télécabines - an der Route des Grandes Alpes
  • Trabant 601  - auf der Route des Grandes Alpes

Über den Col Châtillion-sur-Cluses

Tanignes liegt unten im Tal des Giffre. Um Cluses zur erreicht geht es nochmal bergan. Oben in Châtillion-sur-Cluses angekommen bemerken wir gar nicht, dass wir nun schon den zweiten Pass auf der Route des Grandes Alpes passieren. Kein Wunder, ist er 742 Metern Höhe doch kaum der Erwähnung wert.
Von Châtillion-sur-Cluses geht es dann hinunter nach Cluses. Die kleine Industriestadt mit ihren mehr als 16.000 Einwohnern füllt den ganzen Talkessel links und rechts der Arve aus. In Cluses wird uns mit einem Blick auf unserer Michelin-Atlas klar, dass wir uns ganz in der Nähe des höchsten Bergmassives in Europa befinden. Chamonix und der Mont Blanc sind gerade einmal 45 Straßenkilometer entfernt.

Cluses - Route des Grandes Alpes
Cluses

Nach Chamonix

Autobahn fahren heißt in Frankreich oft auch Geld bezahlen. 3,80 Euro werden uns gleich nach der Auffahrt abverlangt. Ein Betrag der sich aber lohnt. Die Autobahn folgt ab hier dem Lauf der Arve hinauf durch eine beeindruckende Bergkulisse. Weit über 2.000 Meter ragen rechts von uns die Gipfel der Chaîne des Aravis auf. Das helle Grau des Deckgebirges aus Kalkstein zeugt von deren maritimen Ursprung. Kaum vorstellbar, dass dies vor Jahrmillionen einmal Meeresboden war.

  • Chaîne des Aravis - Route des Grandes Alpes
  • Chaîne des Aravis - Route des Grandes Alpes

Entlang der A 40

Am Autobahnrastplatz Aire De Passy-Mont-Blanc legen wir eine kurze Pause ein und lassen das Bergpanorama auf uns wirken. Vor uns, noch etwas entfernt das gewaltige Mont-Blanc-Massiv. Links über dem Téte de Colonney drehen kühne Gleitschirmflieger ihre Runden. Sie wollen wohl in der aufsteigenden Thermik dieses strahlenden Sommertages Höhe gewinnen. Hinter uns die Bergkette des Massifs des Bornes-Aravis.

  • Téte de Colonney
  • Mont-Blanc-Massiv
  • Massifs des Bornes-Aravis

Wir fahren weiter nach Osten. Die Autobahn wandelt sich in die zweispurige Nationalstraße N 205. Die führt nicht nur nach Chamonix. Sie ist auch die Zubringerstraße für den 11.611 Meter langen Mont-Blanc-Tunnel. Er verbindet Frankreich mit Italien seit 1965. Wohl deshalb sind hier heute auch viele LKW mit Kennzeichen aus vieler Herren Länder unterwegs.

Spektakulär wird die Straßenkonstruktion am Viaduc des Égratz de Passy. Kühn schwingt sich die Fahrbahn auf bis zu 68 Meter hohen Pfeilern über der Arve hin und her. Dreimal überquert sie den wilden Gebirgsfluss. Das zunächst noch weite Tal wird dort vom Städtchen Passy ausgefüllt. Am Ende des Ortes macht das Viadukt eine jähe Kurve nach Osten. Fast ein Halbkreis ist vollendet, als das Viadukt endet. Von weiter Aussicht kann hier nicht mehr die Rede sein. Das Tal hat sich verengt. Es wird von dicht bewaldeten Hängen gesäumt.

Kurz vor Chamonix windet sich die Nationalstraße 205 in 4 Serpentinen weitere 180 Höhenmeter hinauf. Dort oben auf 1.258 Meter befindet sich das nördliche Portal des Mont-Blanc-Tunnels.

Chamonix

Wir aber verlassen die Nationalstraße und sind quasi schon in Chamonix. Schnell finden wir einen Platz für unser Wohnmobil auf dem Parkplatz Grepon. Von hier aus sind es nur wenige hundert Meter zur Talstation der Télépherique de l’Aiguille du Midi. Sie ist eine der spektakulärsten Seilbahnen im ganzen Alpenraum. Der Besucherandrang ist gerade überschaubar und die Tickets sind schnell erworben.

Günstig ist der Spaß nicht. 134 Euro müssen wird für eine Berg- und Talfahrt für 2 Personen berappen. Aber was soll’s. Wir haben immerhin Urlaub. Viel wichtiger aber ist, dass sich das Wetter sensationell gibt. Blauer Himmel und wenig Dunst oben in den Bergen lassen großartige Fernsichten erwarten.

So lassen wir uns in eine der Gondeln pferchen. Von Mindestabstand in Pandemiezeiten kann keine Rede sein. Allerdings mussten wir per Handy-App nachweisen, dass wir gegen das Corona-Virus geimpft sind. “Pass sanitaire” nennt man das in Frankreich. Eine Kontrolle die wir in den nächsten Wochen in Frankreich wohl noch oft passieren müssen.

Télépherique de l’Aiguille du Midi – erste Sektion

Die Seilbahn Télépherique de l’Aiguille du Midi ist wirklich spektakulär. In zwei Sektionen führt sie 2.800 Höhenmeter hinauf zur L’Aiguille du Midi. Die aufwendig für den Tourismus ausgebaute Felsnadel auf 3.842 Metern Höhe ist ein direkter Vorposten des Mont-Blanc-Gipfels. Erste Sektion der Seilbahn führt hinauf zur Plan de l’Aiguille auf 2.258 Meter Meereshöhe.

Unsere Gondel schwebt zunächst über dichten Nadelwald. Dann weitet sich der Blick auf das Tal von Chamonix. Leider ist die Aussicht durch die von Skiern stark zerkratzten Kabinenfester getrübt. Drei Pfeiler stützen das Seil der ersten Sektion. Immer wenn das Laufwerk über einen der Pfeiler gleitet, scheint es einem Moment so, als ob die Gondel plötzlich in die Tiefe fällt. Ein kollektives Jauchzen in der Kabine quittiert den kleinen Fall. Kurz bevor wir die Station Plan de l’Aiguille erreichen, passieren wir die Baumgrenze.

  • Télépherique de l’Aiguille du Midi
  • Arvetal abwärts
  • Chamonix
  • Arvetal aufwärts

Plan de l’Aiguille

An der Zwischenstation angekommen gilt des in die zweite Seilbahn umzusteigen. Während wir auf die nächste Bergfahrt warten, haben wir ein wenig Zeit die Bergwelt um uns herum zu genießen. Ca. 2.200 Meter westlich von uns endet die Gletscherzunge des Glacier des Bossons auf ca. 1.700 Meter Höhe. Laut Wikipedia ist sie damit die am weitesten ins Tal reichende Gletscherzunge in den Alpen. Ende des 19. Jahrhundert reichte sie allerdings noch ca. 600 Meter weiter in das Tal hinunter. So stand der Gletscher direkt von den Toren des Örtchens Bossons. Es gab den Gletscher seinen Namen.

Südlich von unserer Aussichts-Terrasse, hoch über uns ragt die Felsnadel Aiguille du Midi auf. Die mächtigen Drähte der zweiten Sektion der Seilbahn führen ohne jeden Stützpfeiler zu ihr hinauf. Fast direkt über der Aiguille du Midi steht jetzt zur Mittagszeit blendend hell die Sonne am stahlblauen Himmel. Rechts davon die schneedeckte Kappe des Mont Blanc. Dass er von hier aus etwas entrückt erscheint liegt daran, dass er noch fast acht Kilometer Luftlinie von uns entfernt ist. Zur Aiguille du Midi sind es hingegen nur zweieinhalb Kilometer. Mit seinem weißen Kleid macht Mont Blanc seinen Namen jetzt Anfang September alle Ehre.

  • Glacier des Bossons
  • Aiguille de Midi

Télépherique de l’Aiguille du Midi – zweite Sektion

Wir steigen in die Gondel, die uns vom Plan de l’Aiguille fast weitere 1.500 Meter Höhenmeter hinauf zur Aiguille du Midi bringen wird. Das Gedränge in der Gondel ist das gleiche wie auf der ersten Etappe. Niemand ist an dieser Station ausgestiegen. Als wir die Plan de l’Aiguille verlassen, wird der Blick nach Westen frei. Gleich neben der Plan de l’Aiguille können wir nun das Buvette du Plan de l’Aiguille sehen. Eine Berghütte mit Imbiss und Terrasse keine 50 Meter von der Seilbahnstation entfernt. Dann geht es über den nur noch kümmerlichen Glacier Les Pelerins. Bis dahin fuhren wir kaum bergan. Die Seile der Bahn führen in einem Bogen, der erst über den ehemalige Gletscher anfängt emporzusteigen. So geht es in einer Art Parabel nach oben in eine wilde Fels- und Gletscherwelt.

Die Gegend ist heute offenbar bei den Gipfelstürmern beliebt. Aus der Kabine können wir mehrere Seilschaften ausmachen. Scheinbar sind sie auf der Tour Frendopfeiler Aiguille du Midi unterwegs. Winzig wirken die Bergsportler in der gewaltigen Felskulisse. Am steilen Anstieg den Firngrad hinauf kann man die Anstrengungen der Seilschaften erahnen. Wir als fußlahme Flachländer kommen nicht umhin ihnen unseren größten Respekt zu zollen.

  • Buvette du Plan de l'Aiguille - Aiguille du Midi
  • Aiguille du Plan - Aiguille du Midi
  • Winzig im Fels - Aiguille du Midi
  • Bergauf - Bergab - Aiguille du Midi
  • Zwischen Schnee und Fels - Aiguille du Midi

Für die schwere Bergtour Frendopfeiler Aiguille du Midi von der Plan de l’Aiguille hinauf zur Aiguille du Midi veranschlagt die Plattform Outdooravtive.com eine Gehzeit von neuneinhalb Stunden. Mit der Télépherique de l’Aiguille du Midi sind es gerade 10 Minuten. Eine Eile die sich bei uns in Kürze unangenehm bemerkbar machen wird.

Aiguille du Midi

Nach dem rasanten Anstieg speit die Gondel ihre Fahrgäste auf einer Höhe von 3.777 Metern am Piton Nord aus. Schon nach wenigen Minuten bemerken wir, dass hier oben nicht nur die Ausblicke im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend sind. Zunächst bemerken wir ein leichtes Schwindelgefühl. Dann, als wird die wenigen Stufen zur Aussichtsterrasse hinaufgehen, empfinden wir den Weg als ungewöhnlich anstrengend. Dann geht uns ein Licht auf. Wir spüren erste Symptome des Sauerstoffmangels hier oben. Der lieg hier nur bei 60 Prozent von dem was auf Meereshöhe üblich ist. Hinzu kommt, dass wir uns keinerlei Zeit für die Anpassung an diese Höhe gegönnt haben und der Aufenthalt in größeren Höhen für uns vollkommen ungewohnt ist.

Schnell wird klar, dass dieser unangenehme Umstand unseren Aufenthalt hier oben begleiten wird. Wir bewegen uns langsam und legen so mache Pause zum Ausruhen ein.

Piton Nord – Aiguille du Midi

Nun aber zu dem atemberaubenden Ausblicken hier oben. Unsere erste Station ist die Aravis-Terrasse. Ihren Namen hat sie von der Chaîne des Aravis, der Bergkette, die uns vorhin rechts der Autobahn mit ihren rauen Gipfeln begrüßte. Die Terrasse bietet auch sensationelle Ausblicke hinunter ins Tal von Chamonix. Im Vordergrund zwei Gletschertäler die in Richtung Chamonix hinabführen. Links der Glacier des Bossons, der trotz glazialer Schwindsucht noch immer zu Tal kriecht. Rechts das Tal des Glacier Les Pelerins. Nur grauer Schutt ist zwischen den Seitenmoränen auszumachen. Längst sind Nähr- und Zehrgebiete des nun ehemaligen Gletschers von ewigen Eis befreit. Wie eine grüne Pest kriecht die Vegetation den Hang zwischen den Gletschermoränen hinauf.

Am Horizont im Westen die Chaîne des Aravis, Cumuluswolken dekorieren gerade ihre Gipfel. Der Blick nach Norden zeigt den Carlaveyron, die Gebirgsgruppe von Chamonix. Auch über ihr rollen erste Wolken heran.

Der Blick nach Südwesten geht hinauf zum schneebedecken Gipfel des Mont Blanc. Hier wird auch deutlich, dass wir die eigentliche Aiguille du Midi auf dem Piton Zentral noch gar nicht erreicht haben. Die befindet sich gegenüber und ragt weitere 80 Meter über uns auf. Die Aravis-Terrasse klebt wir eine Art Vogelnest an der Piton Nord, einer Art felsiger Vorposten der Aiguille du Midi. In ihr Gestein wurde die Bergstation der Télépherique de l’Aiguille du Midi getrieben. Weiter oben auf dem Dach befindet sich die Chamonix-Terrasse mit den besten Ausblick nach Norden.

Wir finden allein schon die Ausblicke von der Piton Nord rechtfertig die Kosten der Fahrt hier hinauf.

  • Carlaveyron - Aiguille du Midi
  • Glacier des Bossons - Aiguille du Midi
  • Piton Zentral - Aiguille du Midi
  • Mont Blanc - Aiguille du Midi

Piton Zentral – Aiguille du Midi

Über eine Brücke, der sogenannte “Passerelle” gelangen wir von der Piton Nord zur Piton Zentral – der eigentlichen Aiguille du Midi. Von der Brücke blicken wir nach Osten. Links unter uns kommen noch immer Bergsteiger über den Firngrad hinauf. Weiter hinten am Ende des Tals von Chamonix und weiter über dem Rhonetal werden die Cumuluswolken scheinbar immer dichter. Uns gegenüber die Aiguille du Plan. Davor ein riesiges Schneefeld über das Bergsteiger von der italienischen Seite zur Aiguille du Midi aufsteigen.

  • Passerelle - Aiguille du Midi
  • Blick von der Passarelle zum Firngrad - Aiguille du Midi
  • Schneefeld im Osten - Aiguille du Midi

Ein System von Galerie und Tunnel führt auf die Südseite der Anlage. Auf dem halben Weg durch den Fels kommen wir an dem Lift vorbei, der weitere 65 Meter hinauf zur Aussichtstrasse mit Skywalk auf der oberen Felsspitze führt.

Terrassen nach Süden und Westen – Aiguille du Midi

Wir halten uns aber weiter geradeaus und biegen dann nach links in den Tunnel “Le Tube” ab. Die Stahlröhre scheint wie an den Fels geklebt zu sein. An Ende treten wir hinaus auf eine weitere der vielen Panoramaterrassen hier oben. Von dort erschließen sich Blicke in das Meer von Fels, Schnee und Gletschern im Süden. Eine Dominat auf dieser Seite der Piton Zentral ist die Felsnadel, die nun den Kletterern als höchster Punkt hier oben dient. Die eigentliche Aiguille du Midi ist mit Sendeturm, Aussichtsterrasse und Skywalk komplett überbaut und für den Kletterer in seiner eigentlichen Passion unerreichbar geworden. Nur mit dem Lift kommt man dort noch hinauf.

Rechts geht es des durch einen Schneetunnel in Richtung der Bergstation der Panoramic Mont-Blanc Cable Car. Die Gondelseilbahn bringt die Besucher von der italienischen Seite hier hinauf. Von dort hat man den besten Blick auf das etwa acht Kilometer entfernt liegende Becken des Glacier de Taléfre im Westen. Jahrtausende mündete er in den 900 Meter tiefer liegenden Glacier de Leschaux und nähre so das berühmte Mer de Glace von Chamonix. Heute blicken wir dort allerdings nur auf den grauen Schutt der leeren Gletschermoräne. Reste ewigen Eises sind nur sehr weit oben, in vielleicht 3.000 Metern Höhe auszumachen.

  • Die Felsnadel, Ziel für Kletterer - Aiguille du Midi
  • Übergang zur Panoramic Mont-Blanc Cable Car - Aiguille du Midi
  • Panoramic Mont-Blanc Cable Car - Aiguille du Midi
  • Blick nach Süden - Aiguille du Midi
  • Glacier de Taléfre - Aiguille du Midi

Mont-Blanc Terrasse – Aiguille du Midi

Wir wechseln hinüber auf die Mont-Blanc Terrasse. Unterwegs machen wir eine Pause. Die “dünne” Luft hier oben macht uns mehr und mehr zu schaffen. Die ca. 50 Treppenstufen dort hinauf bringen uns ganz schön außer Puste. Wie zum Hohn für uns gibt es auf einem Treppenabsatz nach oben eine kleine Ausstellung zu Thema Hypoxie – der Sauerstoffarmut in der Höhe. Aber die Anstrengungen hinauf auf die Mont-Blanc Terrasse lohnen sich. Die Ausblicke hier oben sind grandios. Und man findet dort auch ein Plätzchen, auf dem man sich nach all der Anstrengung niederlassen kann. Für uns wird es der Lieblingsplatz hier oben.

Die Mont-Blanc Terrasse scheint aber auch ein Geheimtipp für manch anderen Besucher zu sein. Von den Gästen aus vieler Herren Länder verweilen viele hier länger. Selbst aus Grand Bavaria taucht hier ein Herrenrudel auf. Stolz tragen sie den Gamsbart am Hut, stramme Waden wachsen aus den Lederhosen. Mach einer von ihnen, durchaus jünger als wir, scheint aber ebenfalls mit der Hypoxie zu hadern.

Noch kurz zu den Ausblicke von hier oben: Nach Süden geht der Blick über das Mont-Blanc-Massiv. Wir meinen am Horizont das Aostatal ausmachen zu können. Unter uns winzig die Wanderer im Schneefeld auf dem Weg zum Mont-Blanc. Rechts von uns der Gipfel des Mont-Blanc, ein Meer von Schneefeldern darunter, die Pfade hinauf zum Gipfel sind gut zu erkennen. Noch ein wenig genießen wir die Aussicht hier oben, das geht es wieder hinunter ins Tal.

  • Gäste als aller Welt - Aiguille du Midi
  • Blick nach Süden - Aostatal? - Aiguille du Midi
  • Seilschaft zum Mont Blanc - Aiguille du Midi
  • Mont Blanc - Aiguille du Midi

Abstieg von der Aiguille du Midi

Wir sind froh mit der Télépherique de l’Aiguille du Mid wieder ins Tal fahren zu können. Die Hypoxie hier oben lässt unsere Stippvisite nun langsam zu einem recht anstrengenden Ausflug werden. Weiter unten auf der Plan de l’Aiguille gönnen wir uns eine Pause und steigen nicht gleich in die nächste Anschlussbahn hinunter nach Chamonix ein. Der Blick hinauf zur Aiguille du Midi zeigt uns welch ein unverschämtes Glück wir mit dem Wetter dort oben hatten. Schon hüllt die erste Wolke die Felsnadel ein und von Norden kündigen sich dunkle Wolken an. Sie werden das Tal von Chamonix wohl bald erreichen.

Unten in Chamonix angekommen strahlt dort noch immer die Sonne. Von Norden her kriecht jedoch ein Schatten die Berghänge hinunter. Dunkle Regenwolken die sich von Norden über die Stadt schieben sind die Ursache. Erste Tropfen klatschen auf den Platz vor der Talstation der Télépherique de l’Aiguille du Midi. Schnellen Schrittes machen wir uns auf den Weg zum Wohnmobil. Als dort ankommen ist aus ersten Tropfen ein starker Platzregen geworden. Auf dem vorhin noch staubigen Parkplatz bilden sich große Pfützen.

Zurück nach Cluses

Wir machen uns auf den Weg nach Westen in Richtung Cluses. Mit uns sind plötzlich sehr viele Autos unterwegs. Es scheint, als ob der einsetzende Regen wie eine Art Startschuss für sie war. Alle wollen nun hinaus aus Tal von Chamonix. So geht es bis zum Beginn der Autobahn in Passy nur langsam vorwärts. Die Regenschauer haben sich verzogen und wir kommen bis Cluses gut voran. Südlich der Stadt biegen wir auf die Departementstraße 4 ab und haben die Route de Grandes Alpes wieder erreicht.

Bis Le Reposoir – Route des Grandes Alpes

Nach unserer Rückkehr aus Chamonix biegen wir südlich der Stadt nach Süden auf die Departementstraße 4 ab. Schon am Ortsrand von Cluses geht es tüchtig bergan. In Blancy macht die Straße eine weitere Kehre von fast einhundertachtzig Grad und gibt einen letzten Blick auf Stadt an der Arve frei.

Damit haben wir die Chabalis-Alpen verlassen und steigen nun in den Bornes-Alpen hinauf.

Die Straße führt uns durch einen dichten Mischwald bergan. Link von uns, 200 Meter tiefer im Tal fließt ein Bergbach, der Foron du Responsir. Weiter oben folgt die Straße seinem Flussbett und der Wald weicht zurück. Als wir dann gegen 18:00 Uhr Reposoir erreichen, finden wir dass es an der Zeit ist, unsere erste Etappe auf der Route des Grandes Alpes zu beenden. Schön, dass es in Reposoir einen kleinen Wohnmobilstellpatz mit einer Entsorgungsstation gibt.

Zugvogel Stellplatztipp

Unsere Tagesstrecke

Der Beitrag Route des Grandes Alpes – Thonon bis Le Reposoir erschien zuerst auf Zugvogel - ein Reiseblog.

]]>
26173