Werratalradweg, Eisenach – Hörschel – Eschwege

Wir wollen den Werratalradweg zwischen Hörschel und Hann. Münden in zwei Tagen erkunden. Dazu geht es mit dem Zug nach Eisenach. Von dort folgen wir dem Lauf der Hörsel nach Hörschel. Hier treffen wir auf den Werratalradweg. Er führt uns am ersten Tag durch das malerische Werratal über Creuzburg, Mihla, Treffurt und Wanfried nach Eschwege. Die älteste Steinbrücke nördlich des Mains, tolle Fachwerkstädte und -dörfer liegen am Weg. Mal ist das Werratal dramatisch eng, mal weitet es zu einer großen Ebene. Der Wanfrieder Schlagd wird zu unserem Favoriten auf dieser Etappe.

Aufbruch an die Werra

Wir stehen früh auf an diesem Samstag im Frühherbst. Um 08:00 Uhr geht unser Zug von Erfurt nach Eisenach. Wir haben die Räder mit dabei und wollen eine uns bisher unbekannte Route erkunden. Es soll an der Werra entlang gehen. Von der Mündung der Hörsel in Hörschel, dem Ausgangsort des berühmten Rennsteigs bis nach Hann. Münden wollen wir unterwegs sein. Wir sind gespannt was uns alles auf dem Weg erwarten wird.

Zunächst aber sitzen wir aber im Zug nach Eisenach. Der Herbst macht sich bemerkbar. Über dem kleinen Bach Roth nördlich der Bahnstrecke zwischen Neudietendorf und Gotha liegen Nebelbänke, die mit der kräftiger werdenden Sonnen im Streit liegen. Ein geradezu mystischer Anblick. Im Tal der Hörsel hinter Sättelstädt sind es gar schwarze Nebel die südlich der Bahnstrecke aufziehen und wir fragen uns, ob die Sonne heute noch die Oberhand gewinnen wird.

Eisenach – Hörschel

Der Zug rollt pünktlich um 08:43 Uhr in den Bahnhof von Eisenach. Die Sonne hat sich nun doch durchgesetzt. Wir passen auf dem Bahnsteig noch ein wenig die Halterung der Gepäcktaschen von Steffi an und machen uns anschließend auf den Weg.

Eisenach

Zunächst geht es durch die City von Eisenach. Gleich hinter dem Bahnhof fragen wir uns, was hinter dem langen Bauzaun in der Bahnhofstraße auf dem Gelände des alten Busbahnhofes wohl entstehen wird.

Dann geht es mitten durch die schöne City von Eisenach. Heute Morgen ist es noch recht ruhig hier. Kaum Verkehr in den engen Straßen und Gassen. Wir erreichen dem Marktplatz mit der mächtigen Georgenkirche um dem ehemaligen Stadtschloss. Auch hier ist es kurz nach 09:00 Uhr noch recht ruhig. Einige Gemüsehändler bieten ihre Waren feil. Uns zieht es nach einem kurzen Stop weiter nach Westen.

Georgekirche Eisenach

Es geht durch die Georgen- und Katharinenstraße. Hier bekommt das Stadtbild einen anderen Charakter. Die Katharinenstraße erinnert an einen langen Dorfanger, der von meist zweigeschossigen Häusern gesäumt ist. Die Via Regia und der Jacobsweg verlaufen hier entlang.

Ein wenig später verläuft der Radweg entlang der Bahnstrecke Richtung Westen. Auf der Siebenbornstrasse verlassen wir die Stadt und sind plötzlich mitten im Grünen. Der große Siebenbornteich ist nach dem heißen und langen Sommer teilweise trocken gefallen. Sicher kein schöner Anblick für die Angler des Vereins „Eiserne Ruhe“ von dem ein Schild am Wegesrand kündet.

Auf der anderen Seite des Teiches und der Bahnlinie steht das Eisenacher Werk der Adam Opel AG. Immer wieder von Kurzarbeit geplagt, ist es dennoch ein wirtschaftlicher Hoffnungsträger der Region. Bleibt zu hoffen, dass auch der neue französische Inhaber dem Werk eine langfristige Perspektive bietet.

Hörschel

Dann liegt Eisenach endgültig hinter uns. Entlang von Bahnstrecke und der Hörsel geht es in deren Tal weiter. Wiesen und Weiden säumen nun den Weg in dem immer enger werdenden Flusstal. Ein reich behängter Apfelbaum lädt uns zu einer kleinen Pause ein. Rechts über uns spannt sich dass gewaltige Autobahnviadukt, dass die A4 über die Werra trägt.

Erste Rast unterm Apfelbaum

Noch ein steiler Anstieg, die Hörsel verläuft hier direkt an der Bergflanke und treibt so den Rad- und Wanderweg in die Höhe und wir haben Hörschel erreicht. Hier mündet die Hörsel von den Hörselbergen östlich von Eisenach kommend in die Werra. So können wir hier nun unsere eigentliche Tour auf dem Werrtalradweg beginnen.

Hörschel – Creuzburg – Treffurt

In Hörschel beginnt aber auch der bekannteste Wanderweg Deutschlands. Von hieraus windet sich der Rennsteig hinauf auf den Kamm des Thüringer Waldes. Immer dem Grat des Gebirges nach Westen und Südwesten folgend erreicht er nach 163 Kilometern die Saale bei Blankenstein.

Für uns geht es aber von hieraus nach Norden. Bis zu nächsten Ort Spichra unterqueren wir das Autobahnviadukt und dann begleitet uns erstmal die Werra direkt an unserem Weg. Wir müssen ein kleine Anhöhe überwinden und in Spichra nochmal einen kurzen knackigen Anstieg. Dort passiert es dann, meine Kette springt bei vollem Antritt am Berg über das Ritzel oder das Kettenblatt und ich bleibe stehen. Kein schönes Geräusch. Aber immerhin ist die Kette nicht abgesprungen.

Hinter Spichra weitet sich die Werraaue und der Radweg folgt dem Flussverlauf in einem großen Bogen. Am Scheitelpunkt dieses Abschnittes liegt das Biohotel und Stiftsgut Wilhelmsglücksbrunn. 1426 wurde die ehemalige Saline erstmals erwähnt und – wie sollte es in Thüringen auch anders sein – Goethe war auch hier einstmals zu Gast.

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Creuzburg

Wenig später erreichen wir die alte Steinbogenbrücke vor Creuzburg. Sie ist wirklich sehr alt, bereits 1223 erbaut, ist sie heute ein Denkmal und den Wanderern und Radfahrern vorbehalten. Damit ist Sie übrigens die älteste erhaltene Brücke nördlich des Mains.

Am östlichen Brückenkopf können wir noch die dem Heiligen Liborius gewidmete Kapelle aus dem Jahr 1499 mit Fresken aus der Zeit ihrer Erbauung bewundern.

Dann geht es für uns weiter hinüber auf die andere Seite der Werra und wir fragen uns wer und was in den vergangenen fast 800 Jahren die Brücke mit welchem Ziel überquert hat.

Im Creuzburg verzichten wir auf den Besuch der Burg und legen nur einen ganz kurzen Stop am Marktplatz mit Rathaus und Brunnen ein.

Creuzburg, Rathaus und Marktbrunnen

Ab Creuzburg verläuft der Werratalradweg zu guten Teilen auf der alten Bahnstrecke von Wartha über Creuzburg nach Eschwege. Das ist eine gute Nachricht. Damit sind lange und unangenehme Steigungen kaum zu erwarten. Von 1907 bis 1962 waren hier Passagiere unterwegs und noch bis 1969 führen hier Güterzüge. Danach war hier Schluss mit dem Schienenverkehr. Mehr über diese ehemalige  Bahnverbindung könnt Ihr auf Wikipedia oder auf bahntrassenwege.de erfahren.

Buchenau und Mihla

So windet sich die Strecke im durchaus malerischen Tal der Werra entlang und führt uns zunächst vorbei an Ebenau nach Buchenau und Mihla. Beiden Orte konnten uns nicht in ihren Bann schließen. Die Ortslage von Ebenau wird von dem Werksgelände einer Fabrik für Klebetechnik dominiert. Einzig ein großer alter Dreiseitenhof am Ortseingang, der nun als Pension genutzt wird hat uns hier gefallen.

Buchenau Pension Gutshof

In Mihla ist es nicht viel besser. Das liegt vielleicht auch daran, dass der Werratalradweg die alte Ortsmitte umgeht. Wir überqueren in Mihla die Werra und der Weg führt nun bergan auf ein kleines Plateau. Hier umgeht der Werratalradweg die weite Werraschleife nach Osten zwischen Mihla und Ebenshausen. Oben auf dem Plateau befindet sich ein großer Parkplatz auf dem gerade ein paar Tagesradler Ihre Räder vom Auto nehmen und sich für Ihre Tour bereit machen. 

Unser Weg führt uns vorbei am Freibad von Mihla wieder hinunter an die Werra. Bei Ebenshausen lockt uns eine schöne Fahrradbrücke hinüber in den Ort. Für uns, die die Werra weiter erkunden wollen, erweist sich dieser Übergang jedoch als Sackgasse. Diese Brücke bindet nur den Ort Ebenshausen mit seinem schönen Campingplatz an den Werratalradweg an. Wir bleiben am linken Werraufer und erreichen bald Frankenroda.

Frankenroda und Porbsteizella

Hier machen wir unsere erste richtige Rast. Der Proviant wird ausgepackt und wie strecken die Beine aus. Es ist malerisch hier. Zu unsern Füßen windet sich die Werra an der Bergflanke des steil aufragenden  Mönchsberges entlang. 100 Meter geht es dort steil empor und oben lockt der Aussichtspunkt am Türmchen. Uns fällt am anderen Ufer noch ein alter Brückenkopf auf. Heute ist er mit einer Bank geschmückt. Vor dem 3. April 1945 gab es hier die Brücke der Bahnstrecke die nach Treffurt oder Mihla führt. Die Sinnlosigkeit des von Deutschland herbeigeführten zweiten Weltkrieges schnitt Frankenroda nicht nur vom Bahnverkehr ab. Bereits am 22. November 1944 legte eine Fliegerbombe das Schulgebäude in Schutt und Asche. 
Heute jedoch ist es hier sehr, sehr friedlich. Es ist einfach ein schöner Ort für uns um eine halbe Stunde lang die Beine auszustrecken und die schöne Umgebung zu genießen.

Indian Summer

Wir brechen nach unsere Pause motiviert auf um Neues zu entdecken. Zunächst fällt uns auf den Schildern die uns den Weg weisen, ein noch unbekannter Aufkleber in den Blick. 12 Sterne und die Zahl 13 werden durch die Bezeichnung Iron Curtain Trail ergänzt. Der Iron Curtain Trail ist ein europäisches Radwegeprojekt das eine Route entlang des Korridors der ehemaligen Grenze zwischen dem freien Europa und dem ehemaligen Ostblock bewegt. Dies erinnert uns an die jüngste Vergangenheit links und rechts unseres Weges. 

Iron Curtain Trail

Dann passieren wir Probsteizella. Hier findet man eine Kombination von Hotel, Reiterhof, Kanustation, Campingplatz und Gasthof. Mehr braucht kein Mensch. Dazu ist die Anlage direkt am Ufer der Werra und unterhalb der Falkner Klippen sehr idyllisch gelegen. 

Probsteizella

Falken und Treffurt

Uns zieht es jedoch weiter in Richtung Treffurt. Auf dem Weg dorthin passieren wir zunächst Falken. Hier fällt uns das mittelalterliche Bauensemble „Güldenes Sift“ auf. Durch ein Torhaus gelangen wir zur Martinskirche, die  teilweise von Speicherschuppen umgeben ist. Die alte Wehrkirche macht auf uns einen mächtigen Eindruck. Leider ist sie verschlossen so dass wir das aus dem Jahre 1420 stammende Tafelbild von Conrad von Soest nicht bewundern können. 

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Wir verlassen Falken wieder auf den alten Bahntrasse. Nun liegt Treffurt vor uns. Über der kleinen Stadt thront auf dem Normannstein die gleichnamige Burg. Den Besuch der Burg wollen wir uns für später aufheben. Dafür schlendern wir heute ein wenig durch den von schönen Fachwerkhäusern bestimmten Ortskern. Am Rathaus angekommen steht ein Wirt der italienischen Art stolz vor dem Eingang des Ratskellers. Wir interpretieren das als eine Art Einladung uns nehmen an einem Tisch unter einem der großen Sonnenschirme Platz. Eigentlich ist Mittagszeit und eine entsprechende Pause mit kulinarischer Versorgung würde uns nun gut tun.

Aber wir halten uns mit unserem Ansinnen noch etwas zurück und bestellen erstmal ein Getränk. Während die Bestellung bearbeitet wird, treffen weitere Gäste ein. Offenbar haben die noch größeren Appetit als wir und tun dies dem Wirt auch kund. Der wirkt nun etwas mürrisch und meint, dass die Speisekarte jetzt nicht gültig wäre und er bestenfalls eine Pizza kredenzen könne und sowieso wäre der Koch noch nicht da und um 14:00 Uhr sei eine Gruppe zu verköstigen was alles noch komplizierter machen würde. Wir fragen uns inzwischen, ob er den Laden nicht lieber geschlossen lassen sollte als sich in den heroischen Abwehrkampf gegen die Wünsche seiner Gäste zu begeben. Uns war bei der Beobachtung der Szene der Appetit vergangen. 

Mitgehört

Dann treffen noch zwei Radler aus Richtung Eschwege ein. Einer der Beiden zückt sein Handy und beginnt lauthals zu palavern. Nach zehn Minuten sind wir bestens informiert. Wir wissen wo das Gespann aufgebrochen ist, wo Sie noch hin wollen, wann der Zug in Hörschel geht, der sie nach einem Umstieg in Fulda nach Göttingen bringen soll. Weitere Details erspare ich mir. Wir wundern uns ein wenig über die sorglose Mitteilsamkeit dieses Zeitgenossen, den es offenbar nicht stört, dass quasi der ganze Marktplatz sein Telefonat mithört.  

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Treffurt – Wanfried – Eschwege

Von Treffurt geht es dann weiter über Altenburschla nach Wanfried. Am alten Bahndamm stehen prächtige alte Apfelbäume deren Früchte wie Trauben in der Sonne leuchten. Altenburschla entpuppt sich als ein wunderschönes Dörfchen. Auch hier ist es toll restauriertes Fachwerk das uns begeistert. Potenziert wird diese Begeisterung jedoch in Wanfried. Ein wirklich sehenswertes Städtchen das auch einen längeren Abstecher lohnt. Nachdem uns die tollen Fachwerkensembles des Rathauses und des heutigen Hotels „Zum Schwan“ begeistert haben kommen wir zum „Schlagd“, dem historischen Hafen von Wanfried.

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Hier ist ordentlich was los. Einer der historischen Hafenspeicher ist zum Restaurant „Schlagdspeicher“ umgewandelt worden. Ein Schild „Deutschland, Land der Ideen“ hängt neben der Tür. Und hier hatte jemand eine prächtige Idee. Bestimmt an die hundert Gäste haben es sich vor dem Restaurant auf dem alten Hafenkai gemütlich gemacht. Radfahrer, Biker, Familien und andere Ausflügler genießen die Sonne, den Blick auf die Werra und den leckeren Kuchen und andere Köstlichkeiten aus dem Angebot des Restaurants. Kinder haben Spaß auf der an der Kaimauer festgemachten „Wisera“, einem Nachbau eines mittelalterlichen Lastkahns. Junge Leute wuseln hin und her um die Gäste zufriedenzustellen. Dabei haben sie immer ein Lächeln auf den Lippen und Spaß an der Arbeit. Welch ein Unterschied zu unserem italienischen Wirt von vorhin im Ratskeller in Treffurt. 

Hafengeschichte

Interessant ist die Geschichte dieses Ortes. Im Mittelalter war die Werra bis hier her schiffbar und Wanfried war quasi der Hafen des ca. 25 Kilometer entfernten Mühlhausens. Viele Waren wurden von dort aus mit Pferdefuhrwerken hier her gebracht. Allen voran das berühmte Färberwaid aus den Anbaugebieten im Thüringer Becken. Aber auch Kupfererz aus Sontra, Getreide, Flachs, Raps, Mohn, Bayerische Lohe, Erze und Steine gehörten zu von hier verschifften Gütern. Schleusen in Allendorf und Eschwege machten schon damals die Werra bis Münden schiffbar. Dort entstand ein großer Stapelplatz da die Waren Mangels einer Schleuse auf andere Schiffe umgeladen werden mussten. Von Münden ging des dann nach Bremen und von dort aus in die Weite Welt. So gelangten die Güter nach Holland, Frankreich, England und sogar bis nach Amerika. 

Wir lassen uns hier für eine Stunde nieder und genießen das Treiben um uns herum. Wenn Ihr mehr über diesen tollen Ort und seine Geschichte erfahren wollt, empfehlen wir die Website des Fördervereins Historischer Hafen Wanfried e.V. 

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Wir würden gerne den verbleibenden Nachmittag hier verbringen, aber wir wollen heute ja noch weiter bis nach Eschwege. So brechen wir entschlossen auf, nur um nach hundert Metern schon wieder zu halten. Ein Kneippbecken direkt am Wegesrand bietet noch die Möglichkeit einer herrlichen Erfrischung bei sommerlichen Temperaturen, die wir uns nicht entgehen lassen. 

Eschwege

Nun kann es nicht mehr weit bis nach Eschwege sein. Hinter dem kleinen Ort Frieda weitet sich die Werraaue zu einer breiten Ebene. Nun sind es nur noch sechs Kilometer bis zu unserem Tagesziel. Aber von der Stadt Eschwege ist weit und breit nichts zu sehen. Kein Kirchturm, keine Schornsteinspitze, nichts. Das Rätsel ist aber schnell gelöst. Eschwege verbirgt sich, wenn man sich aus Richtung Osten auf dem Werratalradweg kommt hinter dem markanten Leuchtberg mit seinen zwei Gipfeln. Die ragen immerhin bis zu 120 Meter aus der Ebene heraus und gestatten uns keinen Blick auf die Stadt. Erst als wir die Nordflanke des Berges umfahren haben erreichen wir Eschwege. 

Das historische Stadtzentrum kann mit tollen Fachwerkbauten im besten Sinne des Wortes protzen. Wir sind schwer beeindruckt und streifen ein wenig über die vielen Plätze und durch enge Gassen. Alles hier ist sehr, sehr schön und der Hauch einer langen und bemerkenswerten Geschichte umfängt uns. 

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Hotel zu Struth Eschwege

Nun wollen wir aber in unsere Unterkunft und nehmen uns vor, die historische Altstadt am nächsten Morgen näher zu erkunden. Also auf ins Hotel „Zur Struth“. Hierzu müssen wir noch ein gutes Stückchen bergan. Oben angekommen müssen wir leider feststellen, dass dieses Haus ein ausgeprägtes Potential hat, seine Gäste zu enttäuschen. Es ist weniger die Ausstattung und der Zustand des Zimmers in Stil der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts was uns stört. Damit kann man für eine Nacht gut leben. Vielmehr ist es der Service im Haus. Wir haben extra ein Hotel gebucht, um nach einem Tag auf dem Rad die Annehmlichkeiten eines Hotels genießen zu können. Dabei sind unsere Ansprüche nicht besonders groß. Wir wollen nur im Hotelrestaurant oder in dem auf der Website des Hotels angepriesenen Biergarten den bisher sehr schönen Tag ausklingen lassen. 

Daraus wird leider nichts. Wenig freundlich erklärt uns der Herr an der Rezeption, dass heute sowohl das Restaurant als auch der Biergarten geschlossen seien. Eine Familienfeier im „Struth-Keller“ unter dem Restaurant sei zu bedienen und damit wären die Kapazitäten des Hauses erschöpft.

Wir haken nach und fragen ob es nicht möglich sei, uns zwei Essen oder wenigstens eine Flasche Wein zu kredenzen. Mit beiden Anliegen werden wir barsch abgewiesen. Wir könnten ja hinunter in die Stadt gehen, dort gäbe es ausreichend viele Restaurants. Wir sind ziemlich sauer.

Erstens begreift der Herr hinter der Rezeption nicht, dass seine Gäste ein Problem haben um das er sich kümmern sollte. Im Gegenteil faselt er etwas davon, wie schwierig alles für ihn sei und das er kein Personal finden könne. Andererseits lockt er mit dem Versprechen eines Restaurants im Haus und verlangt dafür einen üblichen Hotelpreis. Hätten wir das vorher gewusst, hätten wir uns für eine Übernachtung in einer Pension entschieden, was in der Regel deutlich günstiger ist. 

Ein Abend in Eschwege

Ja der Herr im Hotel „Zur Struth“ hatte recht. Es gibt im Zentrum von Eschwege eine ganze Reihe von Restaurants. Nur dass an einem Samstag Abend ohne Reservierung kaum ein Platz zu bekommen ist. Besonders schade fanden wir es, dass wir im „Altstadtgasthof Krone“ keinen Platz bekommen konnten. Hier ist es urgemütlich und die Gerichte auf der Speisekarte klingen sehr lecker. Wir irren noch ein wenig durch die verschiedenen Restaurants der Stadt ohne etwas wirklich Einladendes zu finden. So landen wir in der Pizzeria San Remo die auch griechische Küche kann. Wir werden sehr nett bedient, die Qualität des griechischen Spezialitätentellers für Zwei hielt sich jedoch in Grenzen. Für den verlangten Preis jedoch, war es vollkommen in Ordnung. 

Wir machen uns gegen 21:30 Uhr wieder auf den Weg ins Hotel. Dort angekommen stellen wir fest, dass die angekündigte Familienparty im „Struth-Keller“ voll im Gange ist. Ein Ereignis, dass uns in unserem Zimmer mit seiner Geräuschkulisse bis in die frühen Morgenstunden wach halten wird. Gute Nacht!

Werratalradweg, Eisenach - Hörschel - Eschwege
Werratalradweg, Eisenach – Hörschel – Eschwege

 

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