Umgebindehaus

Spreeradweg 2015

Auf an die Spree – erster Tag

30. April 2015. Es steht ein verlängertes Wochenende bevor. Der Plan: Spreeradweg von der Quelle bis in den Spreewald. Wir nehmen gegen Mittag ab Erfurt den InterCity über Leipzig nach Dresden. Ein Regionalexpress bringt uns weiter bis nach Neugersdorf. Von dort geht es über einen Feldweg in den kleinen Ort Walddorf am Fuß des Kottmar, an dessen Südhang die Spreequelle liegt. Hier haben wir uns die „Spinnwebe„ausgesucht. Ein sehr gemütliche Pension, deren Spezialität mehrere Webstühle sind. Wochenendseminare für „Weibergesellschaften“ in Sachen Webstuhl und Schiffchen scheinen hier der Renner zu sein.

Walpurgisnacht

Wir erfahren, daß auch hier die Walpurgisnacht gefeiert wird und machen uns auf den Weg zum Festplatz der Gemeinde. Bei unserer Ankunft werden auf dem Grill schon leckere Sachen gebrutzelt und nebenan Eibauer Bier ausgeschenkt. Die lange Bahnfahrt wird offenbar mit einem netten Abend belohnt.

Erster Höhepunkt ist der Lampion-Umzug für die Kleinen des Ortes, die sich begeistert auf den Weg machen. Nach Ihrer Rückkehr wird verkündet, dass die Puppe, die auf einem Scheiterhaufen so nett angezogen drapiert ist, eine Hexe darstellt und von den Kindern der hiesigen KiTa angefertigt wurde. Um diesem Umstand auch einen pädagogischen Sinn zu geben, entfacht die Jugendfeuerwehr kurzerhand Scheiterhaufen samt Hexe zu einem lustigen Feuerchen. Andere Landstriche, anderen Sitten denken wir uns.

Wir lernen noch eine ältere Dame kennen, die ihr Arbeitsleben in den Werkhallen gleich gegenüber des Festplatzes verbracht hat. Die Textilfabrik ist schon lange geschlossen. Sicher auch ein Ergebnis der „Treuhandpolitk“ nach der Wende in der DDR. 

Da Abend endet für uns stimmungsvoll unterm Sternenhimmel am „Hexenlagerfeuer“.

 

Bilderbuchland Oberlausitz – zweiter Tag

Der nächste Morgen in der Spinnwebe beginnt mit einem reichhaltigen und leckeren Frühstück. Das Wetter allerdings lässt zu wünschen übrig. Feuchte Fäden fallen aus einem grauem Himmel. Wir strecken die Zeit bis zu erträglichem Wetter mit einem Besuch in dem kleinen Laden der zum Projekt Spinnwebe gehört. Hier werden Arbeiten angeboten, die auf den Webstühlen einen Etage höher entstanden sind. Kunsthandwerklich durchaus ansprechend findet auch ein Tischläufer als Mitbringsel den Weg in unser Reisegepäck. 

Ein Fundstück bei Neugersdorf

Nun aber los! Wir haben heute noch einige Kilometer vor uns. Auf den Weg hinauf zur Spreequelle am Kottmar verzichtet Steffi gerne. Immerhin wären auf kurzem Weg fast 100 Höhenmeter zu überwinden. Das ist nicht ganz so ihr Ding. Das ist aber auch weiter nicht schlimm, den in der Gegend herrscht eine gewisse Inflation an Spreequellen. So werden wir sicher noch eine Chance bekommen die Wasser der Spree aus einem Quell sprudeln zu sehen.  Zunächst geht es durch Walddorf und Eibau. Das schöne Ortsbild ist durch große Umgebindehäuser geprägt, die für diesen Landstrich so typisch sind.

Wir kommen am Faktorenhof in Eibau vorbei, der heute, am ersten Mai leider noch geschlossen ist. Gerne hätten wir dieses „Zentrum der Oberlausitzer Traditionspflege“ etwas näher besichtigt.  

Es geht weiter nach Neugersdorf über die gleichnamige Straße. Dabei geht es tüchtig bergan und oben auf dem Berg findet Steffi eine Geldbörse mit allem was man heutzutage so in der Geldbörse mit sich herum trägt. EC-Karte, AOK-Karte und ein wenig Kleingeld. Wir sammeln das gute Stück auf und rollen hinunter nach Neugersdorf. Unten angekommen, gleich vor dem Volksbad sprudelt die nächste Spreequelle, nett gefasst in einer Art Brunnen.

Wir stoppen für ein paar Fotos und recherchieren via Smartphone und Internet die Telefonnummer des sicher schon sehr unglücklichen Besitzers unseres Fundstückes. Eine Festnetznummer in Eibau können wir ausmachen und rufen an. Am anderen Ende der Leitung meldet sich der Pechvogel, der zunächst nicht unglücklich erscheint. Er hatte den Verlust noch nicht bemerkt. Um so schneller macht er sich aber auf den Weg und steht als rüstiger Rentner zehn Minuten später vor uns. Er stellt dem Motor seines Rollers ab, bedankt sich höflich und wünscht uns eine gute Weiterfahrt.

Diese führt uns zunächst weiter zur nächsten Spreequelle in einem kleinen Park ebenfalls in Neugersdorf. Um ihre Einzigartigkeit sicherzustellen, nennt sich diese Quelle nun „Spreeborn“ während die schon besuchte am Volksbad unter dem Namen „Spreequelle“ firmierte. Von hier an hat sich die Spree aber zu einen respektablen Bach gemausert, so das sich alle weiteren Diskussionen um die Quelle nun erledigt haben.  

Weiter auf dem Spreeradweg bis Bautzen

Die nächsten Stationen fliegen an uns vorbei: Ebersbach, Neusalza-Spremberg, Taubenheim. Eine Bilderbuchlandschaft lässt uns an ihrem Charme teilhaben. Hügel, tolle Aussichten, Umgebindehäuser und der mänanderartige Verlauf der Spree prägen den Weg.  

Erst die Himmelsbrücke kurz von Sohland läßt und einen kurzen Stopp einlegen. Der kühne Bogen über die Spree und der benachbarte Rastplatz verlocken zu einem zweiten Frühstück. 

Hier lernen wir an der Infotafel auch die Geschichte vom „Böhmischen Lotto“ und der „Freien Republik Schieringswalde“ kennen. Recht amüsant die Story über die u.a. auch die Berliner Zeitung in einem geschichtlichen Rückblick erinnerte.

Weiter geht es durch die Oberlausitz Richtung Bautzen. Oft geht es durch schöne Ortschaften, immer entlang den noch immer wilden Verlauf der Spree. So erreichen wir am führen Nachmittag Bautzen, dem Tor zur Oberlausitz die wir nun hinter uns lassen. Altstadt, Burg und Petri-Dom grüßen rechts oben. Wir kennen das sehr beeindruckende historische Stadtzentrum schon und folgen lieber dem Lauf der Spree unten im Tal. 

Der neue Verlauf des Spreeradweges zwingt uns dann doch bergauf. Die Muskauer Straße führt hinaus aus der Stadt, unterquert die Autobahn A4, erreicht den Ortsteil Harbowka. Von dort geht es wieder hinunter zur Spree, die sich hier in der imposanten Talsperre Bautzen auf zweieinhalb Kilometern breitmacht.  Wir folgen der Strandpromenade am Ostufer der Talsperre. Herr treffen wir auf einen Imbißstand mit Gulaschkanone. Diesen steuern wir auch deshalb an, weil wir uns hier mit dem Vermieter unserer Unterkunft  für diese Nacht verabredet haben. Er betreibt diesen Ort der Gaumenfreuden. Auch wir lassen uns hier eine Kleinigkeit schmecken  und werden nicht enttäuscht.

So ein Quartier – nie wieder

Wir bekommen die Schlüssel zu unserer Unterkunft ausgehändigt und machen uns auf Weg nach Niedergurig wo uns ein nettes Einfamilienhaus begrüßt. Nach den vielen schönen Erlebnissen diesen Tages kommt nun aber der Tiefpunkt. Es ist definitiv die schlechteste Unterkunft die wir je bezogen haben, inklusive allem was wir zu DDR-Zeiten erlebt haben.

Ein Keller mit zwei Oberlichtern, Metallbetten und Möbel aus dem Anfang der achtziger Jahre. Weiter will ich dieses „Komfort-Inferno“ nicht beschreiben. Wir denken uns „eine Nacht wird es schon gehen“ und flüchten auf der Suche nach einer besseren Welt. Die finden wir an der kleinen Malschwitzer Spree,  wo die Malschwitzer Teiche die hiesige Landschaft prägen. Wir rasten unter einer jahrhundertealten Eiche und genießen den Blick auf die Teichlandschaft und den Park rund um ein altes Schloss.

Den Abend beenden wir dann in der „Guten Quelle“, einem urgemütlichen Gasthof mittem im Ort. Das Essen hier ist sehr lecker und die quasi Teilhabe an der Jubiliäumsfeier eines 80-jährigen Seniors machen den Abend noch interessanter. Schlussendlich müssen wir aber zurück in unser „Komfort-Inferno“ und schlafen zu Glück schnell ein.

 

Weites Land und rotes Wasser – dritter Tag

Auch das Frühstück in Niedergurig kann den „Wohnkeller“, in dem wie die letzte Nacht verbringen mussten, nicht aufwerten. Wir machen uns mit Grausen auf den Weg, in der Hoffnung das der Tag Besseres bringt. 

Oberlausitzer Teich- und Heidelandschaft

Das Wetter zeigt sich von seiner schönen Seite und wir machen uns auf Richtung Norden. Der Spreeradweg folgt der Spree hier nur mittelbar. Zunächst durchqueren wir die toll anzusehende Malschwitzer Teichlandschaft. Ein Stopp um die reiche Vogelwelt zu beobachten lohnt sich auf jeden Fall. 

Dann geht es über Wiesen weiter bis Lömischau um kurz danach Ziegenfauze zur erreichen. Ab hier beginnen die für das nördliche Sachsen und Brandenburg so typischen Kiefernwälder zu dominieren. Der Weg führt über einsame Straßen, die die Radtour zu einem Genuss werden lassen.  In Halbendorf überquren wir wieder die Spree und bleiben nun in ihrer Nähe. Kiefernwald, Wiesen und Teiche prägen die nächsten Kilometer bis Uhyst. Neudorf, Lieske und Mönau  heißen sie nächsten Stationen bis hier her. 

Uhyst, Bärwalder See und Bärwalde

Uhyst überrascht mit einem leckeren Bäcker, einer Barockkirche die zu den schönsten ihrer Art in Sachsen zählt, einem verwunschenen Schloss und den Gestaden des Bärwalder See’s. Hier lohnt es sich sicher noch einmal vorbeizuschauen und mindestens einen halben Tag zu investieren. Heute aber wollen wir weiter.

Vom Schloßpark rollen wir direkt an den Bärwalder See. Eine Tagebaufolgelandschaft. Auf der anderen Seite des See „grüßt“ das Kraftwerk Boxberg. Auf der hiesigen Seite wurde ein Erlebnisbereich mit Wildgehege und Ruhemöglichkeiten eingerichtet. 

Gleich hinter Boxberg im kleinen Ort Sprey finden wir neben der Schrotholzkirche, die entfernt an Norwegische Stabkirchen erinnert, Uwes Fischland. Einen super leckeren Fischimbiß mitten im nun schon Märkischen Sand. Das sich hier ein Halt lohnt, fanden nicht nur wir sondern auch ein Quad-Corso mit dessen Teilnehmern wir kurz ins Gespräch kamen. Meine Leidenschaft für die Fotografie weckte bei den Jungs gleich Fantasien nach medialer Präsens, die ich allerdings enttäuschen musste.

Über Spreewitz und Trattendorf nach Spremberg

Die nächsten Kilometer auf dem Radweg entlang der Straße zwischen dem Tagebau Nochten im Nordosten und dem Truppenübungsplatz Oberlausitz im Südwesten sind wenig beschaulich. Erst nach ca. sechs Kilometern verlässt der Spreeradweg diese öde Trasse und führt durch Kiefernwälder in Richtung Ruhlmühle. Hier rollt man mit dem Rad jedoch nicht über die Spree, sondern in einer Furt mitten hindurch. Ein wenig Mut bedarf es dazu schon.

Die Furt ist aber mit Straßenpflaster ausgelegt und leicht zu befahren. Jedoch ist das Wasser der Spree hier plötzlich rostrot. Eisenverbindungen aus den ehemaligen Tagebauen der Lausitz sind der Grund für dieses Problem. Das rote Wasser ist zwar für den Menschen nicht giftig, bringt aber andere Probleme mit sich. Für die touristische Entwicklung ist der Anblick sicherlich nicht förderlich und die im Wasser enthaltenen Sulfate greifen den Beton von Brücken und anderen Wasserbauten (Dämme, Wehre usw.) an. Die Berliner Zeitung hat im Dezember 2014 über dieses Problem berichtet.

Die Folgenden Kilometer entlang der Spree sind recht beschaulich. Über Spreewitz geht es nun am rechten Spreeufer weiter. Mitten auf der Wiese ein Meer von weißen und blauen Hornveilchen. Dann wieder auf die linken Spreeseite steifen wir das Gelände des  zurückgebauten Großkraftwerks Trattendorf. Direkt auf dem Uferweg erreichen wir kurze Zeit später Spremberg.

Großen Teilen der Stadt sieht man an, dass sie lange als Wohnstadt für die Beschäftigen von Trattendorf und Schwarze Pumpe diente. Sozialistischer Wohnungsbau an allen Ecken. Trotzdem konnte sich der historische Stadtkern auf der Spreeinsel einen gewissen Charme bewahren. Am Marktplatz legen wir eine Pause ein. Wir wählen eine der beiden Filialen der auch hier wie Landauf und Landab bekannten Bäckereiketten und lassen uns Kuchen, Kaffee und Pfefferminztee schmecken. Dabei können noch einer Hochzeitsgesellschaft auf dem Markt zusehen.

Rotes Wasser

Wieder auf dem Spreeradweg folgen wir zunächst der Kleinen Spree am rechten Ufer. Bald verbindet sie sich mit der Hauptspree der wir nun fast genau Richtung Norden folgen. Das Wasser ist auch hier Rostrot und macht gar keinen gesunden Eindruck. So folgen wir dem geschundenen Wasser bis zum erstem Vorbecken der Talsperre Spremberg. Die aktuellen Satellelitenbilder lassen die Misere gut erkennen.   

Auf dem gleichen Bild erkennt man aber auch, daß nach dem Vorbecken das Wasser der Spree jegliche Rotfärbung verloren hat. Mittels einer unbedenklichen Chemikalie werden hier die Eisensulfate ausgeflockt und sinken auf dem Boden des Sees. Später werden sie dann abgebaggert. Die rötlichen Halden westlich und östlich des Vorbeckens scheinen erste Zwischenlager für den Aushub zu sein. Lasst Euch von dieser Geschichte nicht abhalten diesen Gegend zu besuchen. Das Wasser ist auf keinen Fall giftig und die Leute und die Landschaft haben Euren Besuch auf jeden Fall verdient.

Weiter nach Cottbus

Nun geht es am Westufer der Talsperre durch einen dichten Kiefernwald. Seit Spremberg nieselt es leicht, aber das stört uns nur wenig. Eigentlich wollten wir an diesem Streckenabschnitt im Hotel Waldhütte übermachten. An diesem verlängerten Wochenende um den ersten Mai hatten wir aber keine Chance. Lange vor unserer Abfahrt war alles ausgebucht. So müssen wir weiter bis nach Cottbus. 

Die nächsten Kilometer sind wenig attraktiv. Sie führen weitab von der Spree über Felder, überqueren eine Bahnstrecke und unterqueren die Autobahn A15. Ab hier treffen wir wieder auf die Spree. Wie durchqueren nun den Cottbuser Stadtteil Branitz. Auf einen Besuch des bekannten, von Fürst Pückler gestalteten Schlossparks verzichten wir. Wir haben jetzt fast 90 Kilometer in den Beinen und genießen daher lieber die wieder hervorgekommene Sonne im dem Liegestühlen des Biergartens an der Markgrafenmühle.

Gegen 18.00 Uhr beziehen wir dann unser schönes Appartement im Hotel-Gasthof „Zum Postkutscher“. Leider gibt es hier heute kein Abendessen. Man empfiehlt uns das Spanisches Restaurant „El Toro“ in der Nähe. Mit den Rädern sind wir in 10 Minuten dort und werden nicht enttäuscht. Bei einem sehr leckeren Essen in gemütlicher Atmosphäre lassen wir die Erlebnisse des Tages Revue passieren. Gegen 23:00 Uhr zurück in unserem Appartement, begeben wir und schnell in die Fänge und Gott Morpheus, dem Sohn des Hypno.

Gegenwind und Gewürzgarten – vierter Tag

Schon lange vor der Morgendämmerung schleicht sich der Gesang einer Nachtigall in unseren Schlaf und begleitet uns lange nach Sonnenaufgang. Und das mitten in der Stadt. Wir sind nicht unangenehm berührt von dem Störenfried und lassen ihn gewähren. 

Cottbus

Nach dem Frühstück im „Postkutscher“ machen wir uns auf die letzte Tagesetappe unserer Tour. Bis nach Lübbenau soll es gehen. Also wieder hinter zur Spree und ca. einen Kilometer nach Norden bis zur Hochstraße die direkt am Stadion der Freundschaft, der Heimstatt des FC Energie Cottbus vorbei führt. Dann weiter durch die Stadt Richtung Norden. Die Streckenführung des Spreeradwegs erscheint uns nun ein wenig verwirrend. Wir erreichen aber irgendwie wieder sie Spree und machen an der Spreewehrmühle einen ersten Fotostopp. Das Wetter ist super und wir folgenden dem Spreeradweg der zunächst immer dem Flusslauf  an seiner westlichen Seite folgt.

Nach drei weiteren Kilometern erreichen wir die Straße von Saspow nach Lokama. Der Spreeradweg nimmt eigentlich diese Route die dann weiter über Wilhelmsdorf, und die Peitzer Teichlandschaft führt. Eine reizvolle Variante der Tour die ich vor zwei Jahren gemeinsam meinem Bruder gewählt hatte.

An der Spree bis nach Burg bei Gegenwind

Heute aber bleiben wir direkt an der Spree, auf deren Ostufer wir an dieser Stelle wechseln. Felder und alte Baumreihen prägen nun den Weg der uns vorbei an Döbbrick nach Maiberg führt. Hier vollendet der Lauf der Spree eine jähe Wendung nach Osten. 

Die nächsten 11 Kilometer sind eine einsame Landschaft. Ortschaften direkt am Weg gibt es nicht. Vielmehr grüßen Kirchtürme und Gehöfte aus einiger Entfernung. Die Spree verläuft hier zwischen mächtigen Deichen. Dazwischen hat der Fluss im Fall eines Hochwassers bis zum 500 Meter Platz.

Hier werden derzeit alte Flussarme wieder an den weitgehend kanalisierten Flussverlauf angeschlossen. Eine Maßnahme, die das ieintönige Landschaftsbild auf diesem Abschnitt erfreulich aufwertet. Es gibt auf diesem Abschnitt noch eine kleine Unannehmlichkeit. Wir fahren oben auf dem nördlichen Deich durch eine durchgängig offene Landschaft. Uns quält nun ein widerwärtiger Gegenwind auf Richtung Westen. 

Wir beißen und aber durch, wechseln am Abzweig des sogenannten Nordumfluters auf dessen Südseite und folgen ihm bis zum nördlichen Rand von Burg im Spreewald. Hier beginnt die so unbeschreibliche schöne (Kultur)Landschaft des Oberspreewalds. Wiesen, Gemüseäcker, wenige Getreidefelder und immer wieder Baumreihen und Haine aus Weiden und Erlen säumen die unzähligen Fließe die das Land zerteilen. Der Radweg folgt meist den Fließen oder überquert sie über malerische Brücken. Traumhaft! 

Im Gewürzgarten

So bewegen wir und auf das Ortszentrum von Burg zu. Auf dem Weg werden wir auf ein Plakat aufmerksam, dass auf ein Fest im Arznei- und Gewürzgarten in Burg hinweist. Das lassen wir und nicht entgehen.  

Die Anlage empfiehlt sich mit einer Auswahl aktueller und historischer Arznei-, Gewürz- und Nutzpflanzen. Die Gastgeber geben gerne Auskunft zu allen Fragen rund um die hier angebauten Pflanzen. Wir erwerben Samen von einem uns unbekannten aber schmackhaften Kraut und hoffen, dass diese im nächsten Jahr in Opas Thüringer Garten das reiche Angebot ergänzen.

Weiter für uns unser Weg durch das Zentrum von Burg, einem der touristischen HotSpots des Spreewalds. Das ist nicht ganz so unser Ding.

Durch den Spreewald nach Lehde 

Den weiteren Weg nach Lübbenau über Burg Kolonie, Leipe und Lehde genießen aber wird sehr. Die Landschaft ist einmalig. Es geht immer wieder entlang der Fließe, vorbei an schöne Gehöften, Wiesen, Gurken- und Meerrettichfeldern. Oft säumen sehr alte Weiden den Weg und alles ist irgendwie wie „Urlaub“.

Den Abstecher nach Lehde nutzen wir um uns ein wenig zu stärken und dem bunten Treiben der Paddler und Spreewaldkähne zuzusehen. Lehde ist zwar von Touristen überlaufen aber durchaus pittoresk. Auf jeden Fall sollte man das Freilichtmuseum besuchen. Hier wird die Geschichte der Menschen und der Landschaft in diesem einmaligen Kulturraum wunderbar erzählt.

Lübbenau

Nun sind es nur noch wenige Kilometer bis nach Lübbenau. Hier haben wir ein bestimmtes Ziel. Petricks Bootverleih ist uns aus unsern Faltboottouren in den Spreewald aus früheren Jahren noch sehr gut in Erinnerung. Hier haben wir mache gemütlich Abende mit sehr gutem Essen zu zivilen Preisen verbracht. Wir erreichen dieses Ziel über den Weg durch den sehr schönen Schlossgarten von Lübbenau und belohnen und für die „Entbehrungen“ der letzen drei Tage mit Eierkuchen aus Petricks Küche. Wir lassen hier noch eine Stunde die Seele baumeln und machen uns dann auf den Weg zum Bahnhof in Lübbenau.

Die Deutsche Bahn bringt und dann via Calau und Leipzig wohlbehalten zurück nach Erfurt.

Mehr über den Spreeradweg könnt Ihr hier erfahren.

Print Friendly, PDF & Email

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.