Santa Pola – Playa de Puçol

Nach einem Vormittag am Strand von Santa Pola bei Alicate wollen wir heute weiter Richtung Norden. Dazu verlassen wir zunächst die Küste und fahren den Pass Port de la Carrasqueta. Hier entdecken wir Plantagen von Mandelbäumen. Hinter Valencia treffen wir bei Sagunt wieder auf das Meer.

 

Am Cap de Santa Pola

Wir verschwenden heute Morgen erstmal keine Gedanken an die Strecke die vor uns liegt und an das Ziel des Tages. Wo immer es auch sein möge.
Das Wetter ist phantastisch.Wir verbringen den Vormittag an Ort und Stelle und genießen den einzigartigen Strand mit seinen flachen Felsen.

Bevor sich Steffi mit der Videokamera aufmacht, um zwischen den Felsen die Fauna und Flora über und unter dem Wasser zu erkunden, hat Sie unsere private Saline wieder in Betrieb genommen. Das gestern geschöpfte Fleur de Selle  liegt wieder zum trocknen in der Sonne.

Ich versuche micht zunächst an einigen Unterwasseraufnahmen mit der Gopro.  Mit den Ergebnissen bin ich alles andere als zufrieden. Daher begebe ich mich an Land, währed Steffi noch immer auf der Suche nach weiteren Motiven über die Felsen balanciert. Hoffentlich bleibt da alles trocken, die Steffi und die Videokamera.

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Ich gerate in ein Gespräch mit dem Wohnmobilisten hinter uns. Er, sonnengebräunt Mitte bis Ende vierzig ist schon seit einigen Tagen hier. Demnächst kommt seine Frau mit dem Flieger dazu, erzählt er. Die fahre nicht so gerne und so weit mit dem Auto und er ist gerne mal alleine auf Strecke.

Er berichtet über seine Erfahrung mit dem Kastenwagen den er fährt. Klein ist der Wagen nicht, sicher an den sieben Meter Länge hat das Teil.

Eigentlich sei er im Moment zufrieden mit der Wahl, aber später im Alter sollte es dann doch wenigstens ein Teilintegrierter sein. Im Kastenwagen zu zweit, so meint er, müsse immer einer sitzen. Das sich zwei Personen ohne Kollision in einem Kastenwagen aneinander vorbei bewegen, sei nach seiner Erfahrung ausgeschlossen.

Wir werden das sicher mal testen. Unsere nächste Anmietung wird vielleicht ein Kastenwagen sein.

In der Sierra Carrasqueta

Gegen 12:00 Uhr brechen wir auf.

Auf jeden Fall wollen wir ein zweites Touristeninferno vermeiden und nehmen nicht den Weg entlang am Meer. So vermeiden wir die Begegnung mit Benidorm. Mann will es kaum glauben, aber hier gibt es bezogen auf die Fläche mehr Hochhäuser als sonst wo auf der Welt!!! New York, Singapur oder Dubai. Vergesst es, in dieser Sache ist das ehemalige Fischerdorf Benidorm der Nabel der Welt.

So nehmen wir den Weg über den Port de la Carrasqueta. Der Weg hinauf auf den Pass in 1082 Meter Höhe führt durch eine Gegend, die vor nicht all zu langer Zeit vielleicht bessere Zeiten erlebt hat. Im immer steiler werdenden Gelände sind viele Flächen durch Menschenhand in Terrassen verwandelt worden. Ganz sicher mit dem Zweck der landwirtschaftlichen Nutzung. Heute ist hier alles vertrocknet. Auch die Höfe, die weiter weg von der Straße liegen, scheinen verödet zu sein. Warum funktioniert das hier mit der Landwirtschaft nicht mehr, fragen wir uns?

Dann ist Xixona erreicht. Unser Reisführer gibt Auskunft. Dieses Städtchen ist für Nugat bekannt. Die hiesige Variante der Leckerei, das „Turrón“ basiert jedoch nicht auf Haselnüssen sondern auf Mandeln. Warum das hier so ist, erfahren wir kurze Zeit später.

 Als wir noch höher kommen, wechselt der Farbton der Landschaft von ocker-blassgrün in sattgrün-optimistisch. Plantagen mit Bäumen die wir noch nicht kennen, begleiten uns auf einer immer steiler ansteigenden Straße. Die müssrt sicher irgendwie mit dem einzigartigen Nugat zusammenhängen. Bei nächster Gelegenheit stoppen wir. Einmal mehr ist fühlen, riechen und entdecken angesagt. Die noch grünen Früchte erweisen sich als Mandelfrüchte. Noch nie gesehen und sehr interessant.

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Oben vom Pass Port de la Carrasqueta ergibt sich dann ein grandioser Blick hinunter nach Allicante. Die Mandelplantagen oberhalb von Xixona zeichnen abstrakte Muster in die Berghänge. Über Allicante und Benidorm hängt ein Dunstschleier und in der Ferne dahinter erstreckt sich das Mittelmeer bis an den Horizont.

Der Weg hier hinauf hat sich auf jeden Fall gelohnt.

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Über Valencia nach Playa Puçol

Dann geht es hinunter und bei Alcoy erreichen wir wieder die Autopista Mediterraneo. Die Landschaft ist nun angenehm und hat nichts mehr mit den karstig trockenen Sierras um Alicante zu tun. Orangen und Zitronenplantagen tauchen alles um uns herum in ein dunkles Grün. Zwischen den Ausfahrten 395 und 389 gibt es einen schön gelegenen Rastplatz den wir für eine kleine Kaffeepause nutzen.

Unsere Stellplatz-App „Park4Night“ hat auch heute einen Tipp für uns. Der liegt bei Sagunto direkt an Strand. Wir geben die Koordinaten in unser Navi ein und machen uns auf die letzte vielleicht 80 Kilometer lange Etappe für diesen Tag.

Die führt uns direkt durch Valencia. Da es schon recht spät ist, nehmen wir uns vor, diese Stadt bei der nächsten Gelegenheit zu erkunden. So rollen wir geschwind durch Valencia hindurch. Dabei überqueren wir das trockengelegte alte Flussbett des Gualdalaviar (weißer Fluss), welches zu einen üppigen mediterranen Park umgestaltet wurde.

Die finale Suche nach dem empfohlenen Stellplatz gestaltet ich ein wenig schwierig. Nicht zum ersten mal scheinen die auf „park4night“ angegeben Koordinaten nicht mit der Wirklichkeit übereinzustimmen. Der erste Versuch führt uns an den Rand eines kleinen Industrieparks. Wir sind nun vielleicht drei Kilometer Luftlinie von unserem Ziel entfernt.

In solchen Fällen hat sich bisher die Kombination von „park4nights“ und „googleMaps“ als zuverlässige Navigationshilfe erwiesen. Nach weiteren 11 Kilometern Straße ist die Luftlinie von drei Kilometern überwunden und wie stehen wirklich am Strand von Playa Puçol. Die Gegend ist zwar etwas einsam, aber für eine Nacht vollkommen o.k.

Wir stehen zwischen den Orten Playa Puçol und Mar Plata. Beide scheinen noch Geistersiedlungen zu sein. Leere Straßen und Plätze, die Fensterladen der meisten Appartements noch geschlossen, genau wie die Geschäfte und Restaurants. Sicher wir hier in einem Monat mit den Touristenströmen Leben einkehren. Heute kommen sie uns aber seltsam vor, diese saisonal bedingten urbanen Leichen in der Landschaft.

Der Sonnenuntergang über dem Festland hinter uns ist dagegen sehr Stimmungsvoll.

Sonnenuntergang bei Puçol

 

209 Kilometer von Santo Pola nach Playa de Puçol
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