Salamanca – Cárceres – Merida – Sevilla

Weiter geht es durch die karge Landschaft der Extremadura. Wir besuchen Cáceres. Die Altstadt ist ein einmaliges Ensemble aus Bauten vom Mittelalter bis zur Renaissance. Dann geht es weiter nach Mérida, wo uns Römische und Maurische Spuren begeistern. Danach noch durch die südliche Extremadura und über die Sierra Morena und wir erreichen endlich Sevilla.

 

Tagesplan verworfen

Wir brechen früh auf, schon um 08:45 starten wir von unserem Stellplatz in Salamanca.

13:20 Uhr Ankunft in Sevilla hat „Anna“ unser neues Navi errechnet. Schön denke ich mir, da klappt es heute noch mit der Kathedrale in Sevilla. „Anna“ hat allerdings ihre Rechnung ohne Steffi gemacht hat. Als wir auf der Autovia 66, der Route de la Plata Richtung Süden fahren, beginnt Steffi unseren Baedecker-Reiseführer zu studieren. Und da die Autobahn hier der Route es alten Pilgerweges von Sevilla nach Stantiago de Compostela folgt, dauert es bis zum ersten Treffer nicht lange. Cárceres – Welterbe!!! Daran führt kein Weg bei. Also verlassen wir die Autobahn nach ca. 180 Kilometern, um auch dieses Kulturwunder zu besuchen.

Bevor wir soweit sind, durchqueren wir eine interessante Landschaft. Vor uns in der Ferne leuchten die noch schneebedeckten Gipfel der Sierra de Francia. Die Autovia windet sich immer höher hinauf, bis ca. 1.200 Meter über dem Meer erreicht sind. Hinter Béjar ändert sich die Vegetation. Olivenhaine soweit das Auge reicht.

Es mag banal klingen, aber für uns sind es die ersten Olivenbäume überhaupt. So halten wir an der Ausfahrt zum dem Ort mit dem malerischen Namen Olivia de Plasencia.

Anfassen, riechen, entdecken ist hier angesagt.

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Cárceres

Als wir in Cárceres einfahren, landen wir in einer modernen Stadt. Vom Welterbe ist zunächst nichts zu sehen. Moderne Hochhäuser, breite von Palmen gesäumte Alleen und viel Verkehr umgeben uns. Von der im Reiseführer angekündigten herrlichen mittelalterlichen Stadt, aber auch von einer Parkmöglichkeit ist nichts zu sehen. Wir kurven auf der Suche nach einem Parkplatz mehrfach erfolglos durch die großzügigen Alleen der Innenstadt.

Später am Stadtrand dann finden wir eine große Parknische für unser Mobil.

Vor hier aus ist nun auch die lang ersehnte Altstadt zu sehen. Elf Minuten Fußweg sind es dorthin, meint GoogleMaps. Das sollte zu schaffen sein.

Als wir die Altstadt erreichen, tauchen wir in eine Welt aus dem Mittelalter und der Renaissance ein, wie sie sicher einmalig ist. Zunächst stören uns die vielen Stände, Bühnen und Buden, die gerade in der ganzen Altstadt aufgebaut sind. Das Pfingstwochenende mit seinen Festivitäten steht an. Dann denke ich mir aber, dass im Mittelalter das Bild vielleicht ein ganz ähnliches war. Leer waren die Plätze an den Markttagen damals sicher auch nicht.

Wir laufen durch eine Art verzauberte Welt und können uns nicht satt sehen. Es ist wie ein großes Freilichtmuseum des Mittelalters und der Renaissance. Erfrischend wird mischt sich aber auch so mancher maurische Einfluss in der Architektur der alten Stadt. In den verwinkelten Gassen ergeben sich immer wieder neue interessante Blickwinkel.

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Parroquia de Santiago de los Caballeros

Wir besuchen die Parroquia de Santiago de los Caballeros, die Kirche der Gemeinde der Ritter von Santiago. Sie hat wieder eine ganze eigene Spezialität, die man gesehen haben muss. Einen sakrale USP sozusagen. Es sind hier Lebensgroße, in feinste Gewänder gekleidet Figuren in Lebensgröße. Die große Gruppe am Hauptaltar stellt das letzte Abendmahl dar. Warum der Runde allerdings nur 11 Jünger beiwohnen, hat sich uns nicht erschlossen. 

Als wir die Kirche wieder verlassen, ist ein Stück des Weges am Gotteshaus pitschnass. Was hier geschehen ist, erklärt ein Blick nach oben. Familie Adebar nutzt den Turm des Heiligen Hauses ungeniert als Unterkunft. Dabei benehmen sich die Familienmitglieder nicht immer Anständig, was zu einen erhöhten Reinigungsbedarf unten auf dem Gehweg führt.

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Weiter durch die Altstadt Cárceres

Wir betreten nun die innere Altstadt. Sie umfasst alles was innerhalb der alten Stadtmauer liegt. Wir treffen hier auf eine Welt aus engen Gassen, Kirchen, Villen, Palästen und Adelshäusern. Es ist die Dichte all dieser Baudenkmale die Cáceres so einmalig macht. Es geht vor bei an der Kathedrale Santa Maria und der Kirche San Fransico Javier zur pittoresken Plaza de las Veletas. Durch einige Gasse eröffnet sich der Blick hinaus in die Ferne auf die karge Landschaft der Extremadura.
Wir wenden uns nach Westen erreichen die zinnenbewehrten Reste der alten Stadtmauer und ihrer Türme.

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Zum Abschluss unsres Besuches in Cárceres erklimmen wir so noch die Stadtmauer, die auf einem kleinen Teil begangen werden kann und den Torre Burjacos, den Uhrenturm. Dieses kostenpflichtige Vergnügen beschert uns einen schönen Blick über das historische Stadtensemble. Aber auch das neue Cáceres mit seinen Hochhäusern auf den Berg gegenüber kommt ins Sichtfeld. Unter uns ersteckte sich der schöne Plaza Mayor. Wir gönnen uns hier noch ein Selfi mit dem Palast im Rücken, den einst der Urenkel von Montezuma bewohnte. Wo hat man schon sowas. Ein Aztekischer Prinz in einer katholischen Umgebung mit maurischem Einschlag. Das ist Multikulti und hat Jahrhunderte gehalten!

Nun aber wieder auf die Autovia. Vielleicht klappt es ja heute noch mit der Kathedrale in Sevilla.

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Mérdia

Doch weit gefehlt, schon ist das nächste Welterbe in Sicht. Mérdia ruft mit seiner Brücke aus der Römerzeit, die den Fluss Guadina überspannt. Gleich am östlichen Brückenkopf der Puente Romano erhebt sich die Mezquita-Aljibe Árabe. Die Reste einer muslimischen Festung auf römischen Grundmauern. Auch da müssen wir natürlich vorbei schauen.

Wir finden schell einen Parkplatz in der Nähe der Puente Romana und machen uns auf auch das hiesige Welterbe zu erkunden. Als erstes erreichen wir die Puente Romana. Sie gilt als die längste erhaltenen Brücke aus der Antike überhaupt. 60 Bögen sind nötig um die über 700 Meter lange Brücke zu tragen. Wenn Ihr die Böegn zählt, werdet Ihr aber nur bis zur Nummer 57 kommen. Drei Bögen befinden sich heute unter der Erde an den Brückenköpfen. Am östlichen Ende der Brücke findet sich in der Mitte des Platzes eine Statue mit einer Nachbildung der berühmten kapitolinischen Wölfin mit Remus und Romulus an ihren Zitzen.

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Mezquita-Aljibe Árabe

Die Mezquita-Aljibe Árabe, die wir für einen Obolus von sechs Euro pro Person betreten dürfen, ist sehenswert. Ein Teil der gewaltigen Festungsmauer ist begehbar und bietet nach Nordosten einen guten Überblick über die Anlage. Zur anderen Seite genießen wir den Blick auf die Guadina und die Puente Romana.

Der architektonische Höhepunkt der Anlage liegt jedoch unter der Erde. Es ist der Brunnen über dem sich oberirdisch ein weitgehend schmuckloser Bau erhebt. Hinunter führen zwei Rampen, die in eine Tiefe von vielleicht vier Metern. Hier hier unten befindet sich das Brunnenbecken, welches sich Mittels des kapillarischen Prinzips durch das umgebende Gestein mit Wasser aus der Guadina füllt. Dabei wirkt das Gestein auch gleich als Filter – sehr praktisch.

Hier ist es schön kühl. Die leichten Bewegungen des Wassers reflektieren sanft ein von oben einfallendes Licht. Ein angenehmer Ort, jetzt in der Hitze des frühen Nachmittags.

Obwohl die Festungsanlage recht weitläufig ist, kann man sich nur schwer vorstellen, wie hier an die 2000 maurische Krieger gehaust haben sollen.

Man erfährt auch manches aus der römischen Epoche. Fundstücke wie Fragmente von Säulen, die sie schmückenden Kapitelle oder steinerne Haushaltsgeräte wie eine Handmühle oder eine Olivenpresse sind auf dem Gelände ausgestellt.

Nach einer Stunde haben wir das wichtigste gesehen und machen uns nun ohne weiteren Aufenthalt auf den Weg nach Sevilla. Dabei gäbe es in Mérida noch viel mehr zu sehen. Ein römisches Amphietheater, Hippodrom und und und… Wir kommen sicher noch einmal  wieder.

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Weiter nach Sevilla

Die nun folgende Strecke nach Sevilla führt zunächst weiter durch die karge Landschaft der Extremadura. Hier ist es sehr einsam und recht öd, so erscheint es uns. Die Olivenhaine sind verschwunden.

Dann geht es durch die sumpfige Ebene der Tierra Barros und vorbei an Villafranca. Der Storch scheint hier das Leittier der regionalen Fauna zu sein. Viele Masten der Stromtrasse die parallel zur Autovia läuft, zieren gewaltige Storchennester. Immer wieder kreisen die stolzen Vögel über der Landschaft.

Bevor wir Sevilla erreichen, ist nun noch die Sierra Morena zu überwinden. Dann geht es hinab in das Tal des Rio Guadalquivir wo sich in der Ferne die große Stadt abzeichnet. Im Vordergrund hebt sich markant der Torre Sevilla mit seinen 181 Metern Höhe ab.

Als wir die nördlichen Sattelitenviertel hinter uns gelassen haben, biegen wir auf die Calle Torneo ein. Die Prachtstraße führt entlang des Rio Guadaira und bringt uns fast bis zu unserem Stellplatz, der auf der anderen Seite des Flusses liegt.

Die Lage des Stellplatzes zur City ist toll und das Platzangebot für bis zu 100 Mobile ausreichend. Es gibt aber keinerlei Möglichkeit der Ver- und Entsorgung. Dafür ist der Platz aber bewacht, beleuchtet  und eingezäunt. So lassen wir beruhigt das Auto hier stehen und versuchen die in der Nähe gelegenen Restaurants zu erkunden. Das wird eine ziemliche Pleite. So beenden wir den Tag bei einem selbst angerichteten Menü.

489 Kilometer von Salamanca nach Sevilla
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