Sørfjorden – Bodø – Lofoten

Kilboghavn – Jetvik

Die Außentemperatur macht heute Morgen dem Namen dieses Campinglatzes alle Ehre – Polar Camping eben. Die Schlafsäcke und das Zelt  sind schnell eingeräumt und los geht es zum Fähranleger Kilboghavn.

Zugvogel Campingplatztipp

Über Bodø  wollen wir heute bis auf die Lofoten. Ein Café to go verschönert Steffi die Wartezeit am Fähranleger in Kilboghavn. Die nun fünfte Überfahrt ist die bisher längste auf unserem Weg entlang der Küstenstraße 17. In ca. 1:30 Stunden werden die ca. 23 km geschafft sein. Zunächst steuert die Fähre das gegenüberliegende Oldervik an. Ein Fischerdörfchen im irgendwo im Nirgendwo. Dann macht sie sich auf den Weg nach Norden. 

Durch den Sørfjorden und den Værangfjorden geht es nach Jetvik. Ungefähr auf der halben Strecke passieren wir der Polarkreis dessen Position an Land mit einer großem Erdkugel aus Stahl markiert ist. Ein Greifvogel schert sich herzlich wenig um die Einzigartigkeit dieses Exponats. 

Kurz danach begegnet uns die MS Nordlys, ein Schiff der berühmten Postschifflinie Hurtigruten auf ihrem Weg von Bodø nach Nesna.

Neben uns nutzen auch andere Reisende diese für uns frühe Stunde zur Überfahrt. Dabei auch zwei originelle „Motorradgangs“. Die eine wird von offenbar recht seriösen Herren in Lederkluft, alle Anfang fünfzig, gebildet. Die andere, die „Queens Tromsø“, offenbar von deren Ehefrauen. Auch eine schöne Art zu reisen.

Wir halten uns wie fast immer nicht in dem durchaus gemütlichen Salon der Fähre auf. Wen immer das Wetter es zulässt, sind wir an Deck. Diesmal auf dem Achterdeck an einer windgeschützten Ecke. Fast immer findet man auf den Decks einige Gartenstühle, die man dort hinstellen kann wo man sich am wohlsten fühlt oder von wo man die beste Aussicht hat. Wir genießen den Blick auf Fjord, Schären und Berge links rechts der Fjorde die bis zu über 600 Meter aus dem Meer aufragen. 

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Svartisen und Glomfjord

Nach unser Ankunft in Jetvik geht es weiter auf der Küstenstraße 17. Nach ca. 10 km erreichen wir den 3232 Meter langen Straumdaltunnelen. Er taucht auf ca. 140 Meter über NN in den Fels um das bis zu 900 Meter hohe Massiv des Blokktinden zu unterqueren. Auf der anderen Seite geht es wieder hinunter an der Fjord, vorbei am markanten Reppahesten dessen stumpfer Kegel 700 Meter hoch aufragt. Nun ist es nicht mehr weit bis zur letzten Fähre an der Küstenstraße. Schnell ist Ågskaret erreicht, und die Fähre bringt uns in kurzer Zeit hinüber in das 3 km entfernte Halsa. 

Der nächste Höhepunkt ist der Blick auf den Engabreen, einer Gletscherzunge des Svartisen, dem zweitgrößten Gletscher in Norwegen. Leider ist das Wetter heute weiterhin trüb und nicht ideal für Hochglanzfotos. Wir erreichen den Rastplatz Brastevik dessen Wiese junge Leute aus Tschechien unkompliziert als Möglichkeit zum Campen nutzen. Das dies unkompliziert gestattet wird macht uns Norwegen immer wieder sehr sympathisch. 

Der nächste Tunnel unterquert mit stolzen 7624 Metern Länge die vereisten Gipfel zwischen dem Bjærangsstaven und dem Botntinden. Dieser Wert erinnert mich an meine Heimat Thüringen. Der Rennsteigtunnel dort ist mit 7916 Metern nur ein wenig länger.

Vorbei an Glomfjord erreichen wir einige Zeit später den bei diesem Wetter fast mystisch anmutenden Ort Storvik. Hier hat jemand dem Herrn Peder Johnson ein Denkmal gesetzt. Bürgermeister, Kontorleiter und Vater der Küstenstraße lautet die Inschrift. Gerne hätten wir mehr darüber erfahren. Wir nutzen diesen Ort um einen Strandspaziergang zu unternehmen. Wir werden mit dem Fund von Muschelschalen beachtlicher Größe belohnt.

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Saltstraumen und Bodø 

Weiter geht es zum Saltstraumen. Ein maritimes Naturwunder der besonderen Art. Wir schauen ein wenig den Anglern zu. Die Enge Stelle zwischen dem Saltfjord auf der Meerseite und dem Binnefjord, durch die der Gezeitenwechsel Unmengen von Meerwasser presst, gilt als besonders Fischreich. Und tatsächlich: ein Wurf ein Fisch, meistens sind es Seelachse zwischen 20 und 30 cm länge. Verrückt.

Nun wollen wir aber schnell weiter nach Bodø um die Fähre aus die Lofoten zu nehmen. Unser schneller Aufbruch am Saltstraumen wird nicht belohnt. Wir reihen uns am frühen Nachmittag in die Warteschlange zur Fähre ein. Es ist kaum glauben, wir sind das zweite Fahrzeug das wegen der vollständigen Auslastung nicht mehr auf die Fähre kommt. Sehr ärgerlich. Nächste Abfahrt 17:45 Uhr.

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Wir drehen eine Runde durch das nicht gerade beschauliche Bodø, ein wenig einkaufen und dann wieder in den Hafen. Kurz vor sechs läuft die MS Bodø mit uns an Bord aus. 😉

Über den Vestfjord auf die Lofoten

Eine wird eine tolle und abwechslungsreiche Überfahrt. Gegen  19:50 Uhr taucht vor uns die Lofotenwand im Dunst auf. Ein gewaltiger Anblick! Bis über 800 Meter ragen einige Gipfel direkt aus dem Meer hinauf. Sicher einzigartig auf unser Erde. Wir sind sehr bewegt. 

Gegen 21:30 laufen wir im Hafen von Moskenes ein. Nur wenige hundert Meter entfernt erreichen wir Mosekenes Camping und haben großes Glück. Wir ergattern des letzen Stellplatz für unser Bergzelt und unser Auto. Alle nach uns Eintreffenden werden abgewiesen.  

Bei der Abendgestaltung entscheiden wir uns gegen die sehr einladende aber auch teuer erscheinende Campingplatzbar und für einen Spaziergang über den Campingplatz, vorbei den der Kirche von Moskenes bis in den Hafen.

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Jetzt aber schnell ins Zelt. Es ist 22:30 Uhr.

Zugvogel Campingplatztipp

Hier noch unsere Tagesroute

Route am 23.6.2015
Route am 23.6.2015
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