Himmel über Rhoda

Nasse Füße am Peterbach

Rundweg am Peterbach

Sonntagvormittag. Seit gefühlten 15 Stunden hat es dauernd geregnet. Wie müssen einfach nochmal raus an diesem Wochenende. Es muss nicht weit weg sein. Vielleicht ein zwei Stunden die Beine vertreten. Unsere Wahl fällt auf Büßleben bei Erfurt, keine 15 Minuten mit dem Auto. Durch den beschaulichen Ort fließt der Peterbach.
Ein kleines Bächlein, dass aber hin und wieder das Zeug hat den Ortskern unter Wasser zu setzen. Und ja, wir werden uns heute auch ganz sicher nasse Füße holen.

Obernissaer Chaussee

Hinwärts führt der Weg bergauf entlang der Obernissaer Chaussee. Gleich hinter Büßleben hat der Regen der letzten Tage auf den Feldwegen eine kleinen Seenlandschaft gebildet. Schon hier gibt es nasse Füßen Schlamm satt. 
Ein wenig weiter oben wird die alte Chaussee, deren Kopfsteinpflaster Jahr für Jahr mehr von der Vegetation überwuchert wird, von Büschen und alten Obstbäumen gesäumt. Mann läuft dabei durch einen regelrechten Tunnel. Gerade im Sommer ein Weg, der einem irgendwie verwunschen vorkommt. Ein Paradies für Insekten und kleine Vögel.

Hin und wieder lichteten sich die Büsche und man hat eine schöne Aussicht auf den Erfurter Südosten bis hin zu Dom und Serveri-Kirche. Oben angekommen biegt die Obernissaer Chaussee nach rechts ain Richtung ihres namensgebenden Ortes ab. Wir laufen weiter geradeaus und überqueren Sie Straße von Obernissa nach Rhoda und steigen nun langsam ab ins das Tal des Petersbach. Dabei nähren sich uns von Rechts gleich zwei Hochspannungsleitungen. Die mit den deutlich höheren Masten wurde erst vor einigen Jahren in Betrieb genommen und führt weiter über den Thüringer Wald nach Nordbayern. Einer der Beiträge Thüringens zu Energiewende.

 

Im Peterbachtal

Unten am Peterbach trifft man auf ein urwüchsiges Tal. Der Bach verläuft in Mäandern die hier den Raum haben sich auch vom bisherigen Bachbett zu lösen. Aber schon seit langer Zeit, so macht es den Eindruck, verläuft er an eng am Hang des sogenannten Wechselholzes, einem Waldstück zwischen Rhoda und Obernissa.  Dabei hat er eine steile Abbruchkante an den Hang geschnitten. Die Kalkstein-Formationen die den Berg bilden, werden hier sehr gut erkennbar. Vielleicht lohnt es sich ja hier nocheinmal mit einem Geologenhammer herzukommen.

Wir erreichen Rhoda, einen der schönen Ortsteile am Rand von Erfurt, die noch eine recht ländliche Struktur aufweisen. Dabei geht es vorbei an Gärten und Weiden die sich jetzt links und rechts des Baches breit machen.

Hinter Rhoda wird die Landschaft wieder Flacher, die fruchtbaren Äcker mit Ihrer Schwarzerde, die man nach den letzten Regentagen förmlich riechen kann, reichen nun bis fast hinter zum Peterbach. Gesäumt wird der Bach hier von Hecken, alten Eichen und hin und wieder einem Apfelbaum. Teilweise verschwindet der Bach in trockenen Zeiten plötzlich unter der Erde und kurz vor Büßleben wider aufzutauchen. Das Bachbett ist in diesem Abschnitt zerklüftet und zeugt von den Hochwasserständen des Baches aus den letzen Jahrzehnten. 

Wir erreichen Büßleben, einen Bauerndorf mit riesigen Höfen, zu denen sich in den Jahren seit der Wende viele Einfamilienhäuser gesellt haben. Die Kirche von Obernissa birgt übrigens einen besonderen Schatz. Die Orgel des berühmten Eisenacher Orgelbauers Georg Christoph Stertzing. 1702 wurde die Orgel im Benediktinerkloster St. Petri auf dem Erfurter Petersberg geweiht. Wie sie in die Kirche dieses beschaulichen Ortes gekommen ist könnte Ihr auf der Website des Fördervereins nachlesen, der sich um Erhalt der Orgel und den Konzertbetrieb in der Kirche kümmert.

Es ist eine kleine Fotogalerie entstanden:

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 Hier kann man sich nasse Füße holen:

Am Peterbach
Am Peterbach
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