Mont St. Michel

Eigentlich wollte ich nicht auf diesen Berg

Aufbruch mit Missgeschick

Es wurde doch ein wenig früher mit der Abfahrt und die Befürchtungen von gestern Abend bewahrheiten sich nicht. Gegen 8.00 Uhr konnte ich den Bademeister abfangen, der gerade das ansonsten noch menschenleere Bad betrat. Er war sehr nett und verschaffte uns Zugang zu dem Kassenautomaten. 12,30 Euro waren für die Nacht fällig. Ein stolzer Preise für einen Platz der weder Ver- noch Entsorgungsmöglichkeiten bietet, von Stromanschlüssen oder WLAN ganz zu schweigen. So haben wir doch eine reale Chance heute noch die Bretagne zu erreichen. Den Mont St. Michel in der Normandie wollen wir rechts der Strecke liegen lassen. Unsere Reiseführer berichten von Massenandrang und „Touristenfalle“.

Gegen 8:45 Uhr brechen wir auf und leisten uns gleich das erste Missgeschick. Bei Tanken an der Araltankstelle bliebt meine Brieftasche auf der Tanksäule liegen. 5 Minuten nach der Weiterfahrt bemerken wird den Verlust. Wie wenden nicht ganz vorschriftsgemäß und sind 10 Minuten später wieder an der Tanksäule. Riesiges Glück, das gute Stück liegt noch unberührt am selben Ort. Das gibt es sicher nur in Würselen und am Samstag morgen.

Nun geht es Richtung Belgien, welches man eigentlich in eineinhalb Stunden durchqueren könnte, wenn es dort nicht so etwas wie Baustellen gäbe. Landschaftliche Highlights lässt die Strecke vermissen, es gibt wenig besonderes über diesen Wegeabschnitt zu berichten.

In Frankreich angekommen, lernen mit der Maut

Gegen 11.40 Uhr haben wir die französische Grenze erreicht. Hier grüßt Frankreich seine Gäste mit einer – ich würde sagen Steele – deren inhaltliche Aussage sich uns nicht ganz erschloß. Die erste größere Stadt die wir streifen ist Vallanciennes mit seinem großen Automobilwerk. Wenig später unterbricht die erste Mautstation die Fahrt.

Wir lernen wir das mit der Maut in Frankreich funktioniert: An der Mautstation in die richtige Gasse einordnen und ein Ticket ziehen. In den Gassen für Fahrzeuge über zwei Meter Höhe sind die Schalter am Automaten in zwei Höhen vorhanden. Oben für die Fahrer von PKW, oben für die Fahrer von Transportern, Wohnmobilen u.ä. So spart man sich akrobatische Verrenkungen um zu seinem Ticket zu kommen.
Ganz wichtig: Das Ticket gut aufheben und griffbereit halten, die Zahlstation kommt ganz sicher. Ist diese erreicht, so sind dort die einzelnen Gassen nach Zahlart getrennt. Es wird angezeigt wo man in Bar oder mit Kreditkarte zahlen kann. Also richtig einordnen. Für uns hieß dies eine mit Kreditkartenzahlung anzusteuern. Hat man den Zahlautomaten erreicht, ist zunächst das Ticket in den Schlitz schieben. Danach in den gleichen Schlitz die Kreditkarte. Funktioniert wunderbar. Mann kann sich natürlich auch eine Quittung ziehen.

Die Autobahn von der Belgischen Grenze bis Le Havre bestand aus kostenfreien und kostenpflichtigen Abschnitten. Dabei sind die Umfahrungen der großen Städte meist kostenfrei, die Strecken zwischen den Städten kostenpflichtig.
Von Le Havre bis kurz hinter Caen zahlten wir für einzelne Abschnitte zusammenhängende Mautabschnitte. Dort muß man kein Einfahrtsticket lösen, sondern bezahlt an jeder auf der Strecke kommenden Mautstation. Allerdings nur im einstelligen Eurobereich.
Insgesamt ist das Verfahren im internationalen Vergleich recht umständlich. Vielleicht lernen die französischen Freunde ja mal von den Norwegern. Dort fährt man einfach durch die Mautabschnitte hindurch. Dabei wird das Nummernschild registriert und man bekommt irgendwann eine Rechnung.

Unterwegs in die Normandie

Die Landschaft auf dem Weg von Belgien in die Normandie via A2, A1 und A29 ist unspektakulär. Streckenweise fühlten wir uns an die ländlichen Gegenden von Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern erinnert. Sehr landwirtschaftlich geprägt, riesige Ackerflächen säumen die Strecke.

Spannend wird es erst vor Le Havre. Die Fahrt hinunter in das Tal der Seine hat schon was. Unten angekommen schweift der Blick über das große Hafengelände im Norden, die Pont de Normandie voraus und das Seinetal im Süden.

Leider stockt hier unsere Fahrt wieder für ca. 30 Minuten. Die Mautstation vor der Pont de Normadie ist für dem Ferienverkehr an diesem Samstag in den französischen Schulferien nicht gewachsen.

Nach 6 Mautstationen und um 46,80 € Euro erleichtert verlassen wir das System der französischen Autobahnen bei Avranches und fahren auf der Nationalstraße 175 weiter. Da es nun schon gegen 18.30 Uhr ist beschließen wir den Tag in dieser Gegend zu beenden.

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Mont St. Michel

Und was liegt da näher als nun doch den Mont St. Michel zu besuchen. Gesagt getan. Um 18:41 Uhr ziehen wir unser Ticket für den Stellplatz vor dem Mont St. Michel und beschließen diesem „Wunder des Lichtes“ noch heute einen Besuch abzustatten. Wir nehmen die Fahrräder, müssen jedoch lernen, dass einzig und allein den Shuttlebussen das Privileg gegeben ist, den Damm zum Mont St. Michel zu befahren. Wir beugen uns dieser Regel und nehmen den ca. 1,5 km langen Damm zu Fuß in Angriff.

Über unseren Besuch auf den Mont St. Michel in diesen wundervollen Abendstunden will ich keine weitere Worten verlieren. Nur soviel: es war viel zu kurz. Um sich auf den Weg des Lichtes an diesem einzigartigen Ort einzulassen braucht man Tage, vielleicht sogar Wochen. Nehmt Euch Zeit für diesen Berg und lasst den durch aus vorhanden „Touristennepp“ links liegen. Der Berg, die Architektur und das Licht sind hier das Wesentliche.

Wir beenden unseren Tag gegen 22.00 Uhr und wünschen allen die jetzt noch auf dem Berg sind unvergesslicher Erlebnisse. Der Mont St. Michel hat 24 Stunden am Tag geöffnet.

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Tagesstrecke Würselen - Mont Saint-Michel
Tagesstrecke Würselen – Mont Saint-Michel
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1 Kommentar zu „Eigentlich wollte ich nicht auf diesen Berg“

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