Lekeitio – Bilbao – Somo


Der Höhepunkt unserer heutigen Etappe ist ganz sicher Bilbao. Vorher besuchen wir aber die wilde Küste der Biscaya rund um das Cabo Machichaco. In Bilbao bleibt uns leider nicht viel Zeit, die wir dem Guggenheim Museum und der Altstadt rund um um die Bilboko Donejakue Katedrala schenken. Dann fahren wir die Ribamontan al Mar, wo wir in Somo mit Blick auf Santander den Tag ausklingen lassen.

An der Kantabrischen Küste

Als wir in Lekeitio aufbrechen sind wir bester Laune. Es soll nach Bilbao gehen, dem kulturellen Hotspot im Norden Spaniens. Das Wohnmobil wird versorgt und noch ein kleiner Plausch mit dem Nachbarn gehalten. Sie sind auf dem Weg zurück auf die Britischen Inseln. Ihre letzte Station war Bilbao, die sie uns wärmsten empfehlen. Dann sind wir wieder auf Achse.

Bevor es in die Baskische Hauptstadt geht, wollen wir aber noch ein wenig die Küste erkunden und nehmen zunächst die Straße die uns nach Gernika bringt. Gernika ist die heilige Stadt der Basken. Traurige Berühmtheit erlangte sie durch das monumentale Gemälde „Guernica“ von Paoblo Picasso. Eine von Picasso genehmigte Replik als modernen Wandteppich konnten wie im letzen Jahr in Colmar im Museé unter Linden bewundern

Es schildert die Brutalität und die Sinnlosigkeit der Zerstörung der Stadt durch Deutsche Bombenflugzeuge im Spanischen Bürgerkrieg 1937. Wieder so eine Mahnung an uns Deutsche auf unserer diesjährigen Tour.

Wir fahren weiter und wollen Bermeo besuchen. Mit dem Wohnmobil in Schlagdistanz zum schönen Stadtzentrum am Hafen zu parken, erweist sich als unmöglich. Also fahren wir weiter und halten an den Klippen kurz oberhalb der Stadt. So können wir wenigstens von oben einen Blick, auf den von den Römern gegründeten Ort zu werfen.

Cabo Machichaco

Unser Weg entlang der Küste bringt uns am Abzweig zum Cabo Machichaco. Wir zögern kurz, nehmen dann aber die drei Kilometer auf schmaler Straße in Angriff. Sie führt hinab, durch einen Wald wie wir ihn bisher nicht kannten. Der Geruch, der in der Luft hängt und ein kurzer Stopp, um die Blätter dieser seltsamen Bäume in Augenschein zu nehmen, bestätigt uns, was bis dahin nur eine Vermutung war. Wir fahren durch einen Wald von Eukalyptusbäumen. Eine der großen ökologischen Sünden in Spanien wie wir später erfahren.

Am Cabo Machichaco angekommen, finden wir einen einsamen Ort oberhalb der Klippen. Ein kleiner Leuchtturm und tolle Aussichten nach West und Ost sind hier zu bewundern.

Das Zirpen der Grillen in der Sonne und das ferne Donnern der Brandung weit unten sind die einzigen Geräusche, die die Stille untermalen. Bis plötzlich Rotoren die Ruhe zerschlagen. Ganz nah vor uns steigt ein Hubschrauber von unten her an den Klippen hinauf. Es ist spektakulär anzusehen wie die Maschine kurz vor den Klippen abdreht. Wir sehen noch das es ein Hubschrauber der Polizei ist und fragen uns, welche Verbrecherjagd ihn zu solchen waghalsigen Flugmanövern treibt.

Wir genießen noch eine wenig den Ausblick und machen uns dann auf den Weg hinauf wieder zur Küstenstraße. Nach kurzer Strecke dann doch noch ein Stop am Parkplatz Nuveo San Juan. Vor hieraus hat man einen sehr schönen Blick hinunter auf die Kirche San Juan de Gaztelugatxe die malerisch auf einem Felsen im Meer trohnt.

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Bilbao

Von dort aus nehmen wir den schnellsten Weg zur Autopista del Cantábrico, die uns direkt nach Bilbao bringt. Dort angekommen verläuft die Schnellstraße über die Brücke Salbeko Zubia ganz dicht am Guggenheim Museum vorbei. Das architektonische Hightligth Bilbaos steht imposant über dem Ufer des Rio de Bilbao. Es erinnert an ein Phantasieschiff  und passt sich ganz hervorragend in das umgebende Stadtbild ein.

Wir müssen zunächst eine etwas länge Runde durch das Stadtzentrum drehen, bevor wir einen Parkplatz zu finden. In der Botikazar Erribera, gegenüber vom Fußballstadium, klappt es dann endlich. Wir können den Parkautomaten leider keine längere Parkzeit als eineinhalb Stunden abringen. Dafür sind die aber kostenlos.

Gugenheim-Museum

Wir machen schnell die Räder zurecht und los geht es zum Gugenheim Museum, welches wir nach zehn Minuten erreichen.

Es ist toll, fantastisch, sensationell, großartig, künstlerisch, einmalig …. Superlative lassen hier viele finden. Steffi meint: „Ich möchte es gerne anfassen, aber ich habe Angst das es zerbricht“. Das trifft es irgendwie ganz gut. Bilder und Worte können das hier erlebte aber nur schwer beschreiben. Wenn man es wirklich erfahren will, dieses einmalige Kunstwerk, hilft nur eine Reise hierher.

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Auf der Terrasse vor dem Museum, gleich neben dem mit Blumen bepflanzten großen Hund, haben wir noch eine Begegnung mit einer besonders kreativen Form von Straßenkunst. Einfach köstlich. Aber schaut selbst.

Bilbao Altstadt

Unser zweiter Höhepunkt in Bilbao ist unsere Runde durch die Gassen der Altstadt rund um die Bilboko Donejakue Katedrala. Hier ist es sehr ursprünglich. Die Gassen sind eng, die Fassaden der Häuser mit ihren alten verglasten Veranden sehr sehenswert. Alles ist irgendwie verwinkelt und ein wenig heimlig. Wir fühlen uns wohl hier.

Hinter einen der Schaufenster wird Stockfisch angeboten. Wir erinnern uns bei dieser Spezialität an unseren letzen Besuch auf den Lofoten.

Leider können wir nicht länger bleiben. Die Parkuhr ruft. Genau zum Ablauf der Parkzeit um 14:45 Uhr sind wir wieder am Wohnmobil. Die Räder werden wieder in der Heckgarage verstaut. Eine französische Familie parkt gerade hinter uns ein und kommt mit der Frage auf uns zu, wo man in Bilbao mit dem Wohnmobil für eine Nacht stehen könnte. Mit unserem ADAC-Stellplatzführer geben wir gerne Auskunft.

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Ribamontan al Mar

Nun stellt sich aber auch uns die Frage, wohin es heute noch gehen soll. Auch hier gibt uns unser Stellplatzführer eine guten Tipp.

Der Küstenabschnitt Ribamontan al Mar scheint ein lohnendes Ziel.

Zwischen Suesa und Somo, gleich gegenüber von Santander scheint es eine vielversprechende Adresse zu geben. Also machen wir uns via der Autovía del Cantábrico auf den Weg. Als wir die Autovia an der Auffahrt 202 in Richtung Norden verlassen, tauchen wir in eine Bilderbuchlandschaft ein. Hinter uns die steil ansteigenden Berge des Kantabrischen Gebirges. Vor uns eine von Hügeln und einer Flußaue geprägte Landschaft, die sich bis zum Meer zieht. Zwischen den Hügeln bilden kleine Dörfer in der satt grünen Landschaft immer wieder Farbtupfer von leuchtend roter Farbe.

Unser Stellplatz heute

Schnell ist der Stellplatz direkt an der Straße zwischen Suesa und Somo gefunden. Die anscheinend recht neue Anlage liegt direkt neben den Campingplatz, gehört aber nicht dazu. Als wir ankommen ist die Schranke geschlossen und der oft übliche Kassenautomat, der nach der Zahlung Einfahrt gewährt ist nicht auszumachen. Ganz hinten, am anderen Ende des Platzes ist aber ein Rasentraktor unterwegs. Als er unserer Erscheinen bemerkt, legt der auf seinem Traktor sitzende Herr, so um die siebzig Jahre alt, sofort den schnellen Gang ein und ist prompt bei uns. Irgendwie kommt mir der Bursche verschmitzt vor. Aber nicht unsympathisch.

Und er erweist sich in Gummistiefeln, Latzhose und grauen Arbeitskittel als ein Profi in Sachen Gästebetreuung. Zunächst begibt er sich in eine unangreifbare Position in seinem Pförtnerhäuschen und fertigt uns dann routiniert ab. Wasser hier, Toiletten dort, der Plan Umgebung wird erläutert und ausgehändigt, die nächste Bar und der nächste Supermarkt empfohlen, Wifi-Kennwort für uns notiert und den Prospekt der Werbegemeinschaft der umliegenden Orte gibt es als Zugabe. Wir sind beeindruckt.

 

Nur einen kleinen Makel hat unser zu Hause für eine Nacht. Der Bauer von nebenan ist offenbar ein Anhänger der intensiven Viehhaltung. Die übel riechenden Nebenprodukte werden gerade reichlich auf den Feldern und Wiesen rundum mittels Tankwagen ausgebracht. Schöne Schei…!

Um dem zu entgehen machen wir wieder die Räder flott und fahren zum Strand nach Somo. Hier ist es einfach herrlich. Eine tolle Bucht. Heller Sand, Surfer die auf Ihren Brettern paddelnd weiter draußen auf die Welle des Tages warten. Die Anfänger nutzen die kleinen Wellen in Ufernähe für erste Stehversuche auf dem wackligen Gefährt.

Wir schauen von hier aus direkt auf die vor Santander gelegene Halbinsel La Magadalena mit dem gleichnamigen Schloss.

Links weiter hinten im leichten Dunst die Silhouette von Santander. Toll, wir bleiben eine ganze Zeit hier sitzen und beobachten das Treiben, bevor wir uns auf den Rückweg zum Wohnmobil machen.

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Dort angekommen beenden wir den Tag bei einem Rotwein, ordnen Worte, Bilder und die Reisekoordinaten der letzten Tage. 

181 Kilometer von Lekeitio über Bilbao nach Somo
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