Der reiche Narr

Vulkane und ein Geheimnis der Auvergne

Weiter durch die Auvergne

Wir brechen heute gegen 09:00 Uhr von unserem sehr schönen Stellplatz am Lac Chambon auf, um weiter die Auvergne zu entdecken.

Dabei haben wir ein klares Ziel. Wir wollen auf den Puy de Dome. Der ist mit seine 1.264 Metern bei weitem nicht der höchste Berg in der Auvernge – der Puy Mary gestern brachte es auf 1.723 Meter – aber sicher der markanteste Gipfel in der Auvergne. Von unserem Stellplatz am Lac Chambon liegen bis dahin eigentlich nur 34 Kilometer vor uns.  Wir folgen aber der Empfehlung unseres Baedecker Reiseführers und legen die Route über Orcival, was uns zwar 20 Kilometer Umweg aber hoffentlich auch wieder eine tollen historischen Ort auf unserer Route einbringt. 

Zunächst geht es über Serpentinen hinauf zum Col de la Croix-Morand. Hier oben auf 1.406 Metern liegt die Baugrenze schon unter uns. Die karge Gebirgslandschaft bietet noch üppige Weidematten die für die Rinderzucht genutzt werden. Überhaupt sind die Rinder in der Auvergne irgendwie die Charaktertiere dieser Landschaft.

Über eine der Weiden führt von hieraus ein Wanderweg hinauf zum Puy de la Tache. Den nehmen wir jedoch nicht in Angriff. Das trübe Wetter lockt nicht unbedingt auf den Gipfel und direkt am Beginn des Weges  liegt ein sehr respektabler Bulle mir mürrischen Blick mitten auf dem Weg. Auf eine Diskussion mit diesem Zeitgenossen über die Freigabe des Wegerechtes wollen wir uns nicht einlassen. Paula übt sich noch im Dialog mit anderen Herdenmitgliedern, dann machen wir uns auf den weiteren Weg nach Orcival.

Orchival

Vorbei am Lac de Guéry führt uns der Weg zum Point de vue Roches Tuile`re et Sanadorie. Von dem Aussichtspunkt über dem großzügigen Parkplatz an der D983 hat man einen tollen Blick auf die Felsen von Sanadorie. Wir stehen vor den erkalteten Basaltkernen von drei Vulkanen die schon seit langer Zeit nicht mehr aktiv sind. An zweien hat die Erosion ganze Arbeit geleistet und die Kerne der Vulkane weitgehend freigelegt. 

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Wir erreichen Orchival gegen 11:15 Uhr  und finden einen gesonderten Parkplatz für Busse und Wohnmobile gleich hinter dem Marktplatz. In Orcival scheint sich der das ganze Ort um die berühmte Basilika zu scharren. Laut unserem Reiseführer handelt es sich bei dieser Wallfahrtskirche um eines der schönsten Beispiele der auvergnatischen – welch ein Adjektiv – Romanik. 

Auch wir sind schwer beeindruckt.  

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Neben der vielgliedrigen äußeren Gestalt, mit ihren vielen Apsiden sind es der schlichte romanische Innenraum und besonders die reich gestalteten Säulenkapitelle die uns in ihren Bann ziehen. Das Kapitel der Pelikane und das des reichen Narren erscheinen und besonders lebendig. 

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Wir verlassen die Basilika und entdecken in dem Souvenirsshop gleich gegenüber eines der Geheimnisse Auvergne auf einer Postkarte, die uns schmunzeln lässt.

So ist das mit dem Mineralwasser aus der Auvergne
So ist das mit dem Mineralwasser aus der Auvergne

Puy de Dôme

Nun geht es weiter zum Puy de Dome. Schön, die Wolken reißen auf und wir hoffen auf tolle Aussichten vom Gipfel. Paula steuert das Mobil souverän über die großzügig ausgebauten Straßen. Am Fuß des Puy de Dome angekommen, lernen wir folgendes:

  1. Die Fahrt hinauf auf den Gipfel mit dem Auto ist nicht gestattet.
  2. Es gibt einen großzügigen kostenpflichtigen Parkplatz.
  3. Auf den Berg wird uns eine supermoderne elektrische Zahnradbahn bringen. 

Panoramique des Dômes ist der Name dieses Wunderwerks und  die Aussichten auf dem Weg hinauf auf den Berg sehr vielversprechend. 13,50 € pro Person für die Fahrt hinauf und hinunter erscheinen uns sehr günstig, wenn man an die alpinen Bergbahnen in Deutschland, in Österreich oder in der Schweiz denkt.   

Oben angekommen nehmen wir den Rundweg, der uns um das gesamte Gipfelplateau führt. Die Aussichten sind wirklich spektakulär. Man blickt viele, viele Kilometer in die Ebenen nördlich und östlich das Zentralmassivs. Der Rundblick in die Ferne wird immer wieder von den Vulkangipfeln der Auvergne unterbrochen. 80! erloschene Vulkane bilden hier eine 60 Kilometer lange Perlenkette. Zwischen 95.000 und 8.500 Jahre ist es her, dass sie das letzte Mal aktiv waren. Gleitschirmflieger drehen ihre Runden, Schafe säumen den Blick auf die ehemaligen Vulkane nebenan, die Reste eines römischen Tempels hier oben überraschen uns. 

Wir verbringen zwei tolle Stunden. 

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Puy de Dôme
Puy de Dôme

Weiter durch die Auvergne

Gegen 15:00 Uhr setzt uns der  Panoramique des Dômes wieder an der Talstation ab. Wir sind ein wenig unschlüssig was den Rest des Tages angeht. Steffi studiert den schon oft benannten Reiseführer und macht ein nächstes Ziel aus. Der Mäander von Queuille soll es sein. Gegen 16:30 treffen wir an dem Aussichtspunkt ein, der einen tollen Blick auf eine Flussschleife der Sioule  bietet. Es erinnert ein wenig an die berühmten Moselschleifen ist aber weniger spektakulär. Auch das nähre Umfeld von Queuille verlockt uns nicht zu einem längerem Aufenthalt. Wir konsultieren ein weiteres mal unseren Reiseführer.

Mäander von Queuill

Der empfiehlt nun das Viaduct des Fades. Es handelt sich um die größte, aus einer Stahlkonstruktion bestehende Brücke Frankreichs. Eine Art Eiffelturm der Auvergne. Von diesem Superlativ angespornt, machen wir uns auf den Weg. Am Viadukt angekommen, sind wir allerdings ein wenig enttäuscht.

Viaduct des Fades

Jetzt, gegen 17:00 Uhr ist es an der Zeit einen Stellplatz für die Nacht zu finden. Wir vertrauen nochmal unserem Reiseführer, der uns nach Châteauneuf-les-Bains führt – einem renommierten Kurort wie unser Reiseführer vermeldet. 

Hier nehmen wir das erste Mal auf einen ausgewiesenen Campingplatz Quartier und sind sehr zufrieden. Ein ruhiger Platz mit einer engagierten Wirtin und allem was man so erwartet. Der Platz ist recht klein, Hecken schaffen unter den vielleicht 50 Stellplätzen eine gewisse Intimität. Wir fühlen uns hier sehr wohl und beenden den Abend mit kläglichen Versuchen das Boulespiel der Profis von Bagnéres-de-Luchon nachzuahmen und mit Federballmatches, in denen uns Paula mit ihrer jugendlichen Fitness abkocht. 

Tagestrecke Lac Chambon - Châteauneuf-les-Bains
Tagestrecke Lac Chambon – Châteauneuf-les-Bains
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