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Museé unter Linden, Isenheimer Altar

Museé unter Linden in Colmar

Sichwort: Museé unter Linden, Isenheimer Altar

Den heutigen Vormittag nutzen wir dazu, das Musée Unter Linden in Colmar zu besuchen. Untergebracht im ehemaligen Dominikanerinnenkloster, bietet es den idealen Rahmen für die Präsentation mittelalterlicher sakraler und profaner Kunst. Ein supermoderner Neubau auf der anderen Straßenseite ist durch einen Tunnel zu erreichen, der als Galerie für neuere französische Kunst genutzt wird. Impressionisten, Fotografie aus dem frühen 20. Jahrhundert usw.

Im Neubau beeindruckte uns ein monumentaler Wandteppich nach Pablo Picassos Guernica und die Sonderausstellung mit Werken des russischen Konstruktivisten  Rodtschenko aus der Sammlung Puschkin.

Der Isenheimer Altar

Das unumstrittene Hauptwerk des Museums wird aber der Kirche des ehemaligen Klosters inszeniert. Der Isenheimer Altar, zerlegt in seine einzelnen Bilder füllt das ehemalige Kirchenschiff fast in seiner gesamten Länge aus. Sitzgruppen vor jedem Bild geben die Gelegenheit jede Szene des Altars lange auf sich wirken zu lassen. Der im Eintritt enthaltene Audioguide erklärt (auch in deutsch) das Werk sowie die historischen und gesellschaftlichen Hintergründe hervorragend.

Wir sind von den vielen Details und der grandiosen Gesamtwirkung dieses Werkes sehr beeindruckt, geflasht sozusagen.

Das Antoniterkloster in Isenheim war im Mittelalter die letzte Hoffnung für die am „Antoniusfeuer“ erkrankten Menschen. Die durch den Mutterkornpilz verursachte Erkrankung war für die Betroffenen damals fast immer tödlich und der Krankheitsverlauf schrecklich. Der Orden der Antoniter hatte es sich zu Aufgabe gemacht, genau diesen Menschen zu helfen und Hoffnung zu geben. 

So drehen sich die Motive des Altars um Tod und Auferstehung, um Hoffnung und Verzweiflung. Immer wieder taucht dabei der in den Bildern Antonius der Große auf, der Namenspate des Ordens. 

Wenn ihr in der Gegend von Colmar sein solltet: Das Musée Unter Linden und der Isenheimer Altar sind ein absolutes „Muss“. 

Nach diesem beeindruckenden Erlebnis machen sich Steffi und Paula zu Fuß auf den Rückweg. Ich habe das Fahrrad dabei und kreuze noch ein wenig durch die Innenstadt. Steffi und Paula finden für diese Zeit Asyl im Cafe am Womo-Stellplatz am Hafen.

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Colmar mit dem Rad

Wir finden wieder zueinander. Das Womo bekommt seine übliche Ver- und Entsorgung, was hier hervorragend klappt. Dann machen wir uns auf in Richtung deutscher Grenze die in ca. 20 Kilometern auf uns wartet. Nach vielleicht sieben Kilometern wir es unruhig im Womo. Das zweite mal auf unserer Tour fehlt eine Brieftasche, nicht meine diesmal. Ein Déjà-vu irgendwie.

Kurze Story – glückliches Ende. Seffi ließ Ihr Portmonee in dem kleinen Kaffee an der Rezeption des Womo-Stellplatzes in Colmar liegen. Womo gewendet, ein besorgter Anruf in der Rezeption, 15 Minuten später ist die Börse wieder in unserem Besitz. Nochmals Glück gehabt. 

Rückkehr nach Deutschland

Als nächstes Ziel steuern wir Breisach am Rhein an. Hier soll es einen Stellplatz direkt am Rhein gegen. Toll denken wir uns, am Nachmittag Schiffe gucken und für den Abend dann ein nettes Restaurant an einer Rheinterrasse. 

In Breisach angekommen erweist sich der Ort als sehr nettes Städtchen. Um den Münsterberg mit Kirche und Weinterrasse scharren sich hübsche historische Häuser. Nur das mit den Schiffen und dem Restaurant am Rhein will nicht so richtig klappen. Zwar liegt der Stellplatz direkt am Rhein, aber einerseits ist die erste Reihe am Wasser komplett belegt und anderseits gibt es hier kaum Schiffsverkehr. Der verläuft ab Breisach nämlich über den Rheinseitenkanal außerhalb unserer Sichtweite. Und ein Restaurant direkt am Rhein – Fehlanzeige. Auch den Stellplatz finden wir dann nicht so apart. 

So befragen wir ein letztes Mal auf unserer Reise den Online-Stellplatzführer von Promobil. Der Stellplatz auf dem Weingut Ritter in Kenzigen am Kaiserstuhl scheint uns eine geeignete Alternative.

Die 30 Kilometer Weg dorthin werden jedoch von einem unschönen Erlebnis unterbrochen. Auf der L113 bei Forchheim geraten wir in einen Stau. Polizei, Feuerwehr und Rettungswagen überholen uns auf der zweispurigen Landstraße. Den Unfallort können wir glücklicherweise nicht einsehen. 
Noch während die Rettungsfahrzeuge anrücken wenden die ersten Ungeduldigen aus dem Stau, hinein in die Gegenspur, die die Rettungsfahrzeuge gerade dringend brauchen. Unglaublich verantwortungslos. 

Am Weingut angekommen finden wir uns an einem sehr lauschigen Plätzchen Erde wieder. Wir werden persönlich begrüßt und herzlich willkommen geheißen. Hier fühlen wir uns sofort wohl.
Da das schöne Wetter auch heute wieder die 35°C-Marke geknackt hat, ist es besonders schön, dass sich der Ort in unmittelbarer Nähe unseres Stellplatzes ein öffentliches Kneippbecken leistet. Welch eine Wohltat.

Den Abend verbringen wir dann in der Weinstube, die heute an einem Donnerstag gegen 19.00 Uhr gut gefüllt ist. Hoch geht es her unter den Gästen. Ein Bürgermeister wird sogar begrüßt. Hört hört! Alle Gäste scheinen sehr entspannt und zufrieden zu sein – wir sind es auch.

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Colmar - Kenzingen

 

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