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Cordes sur Ciel und Conques

Stellplatz in Cordes sur Ciel

Cordes sur Ciel

Den Vormittag verbringen wir damit Cordes sur Ciel zu erkunden. Wir nehmen den steilen Weg hinauf zum Place Jeanne Ramel-Cals der uns gestern Abend schon dorthin führte. Von hier aus steigen wir über die Grand Rue de l’Horloge hinauf in eine Welt die pittoresker nicht sein kann. Der Weg durch fünf Stadtmauerringe bietet immer wieder neue Perspektiven aus Ausblicke. Enge Gassen, Mauern, Tore, Portale, Aussichten in die Landschaft lassen den Weg nie langweilig werden. 

Oben angekommen, betritt man durch das letzte Tor, der Porte du Vainqueur,  die Grand Rue Raimond VII. Angekommen in diesem architektonischen Universum sind wir einfach geflasht. Die hauptsächlich durch Stilelemente der Renaissance geprägten Kaufmannspaläste an der Grand Rue Raimond VII fesseln uns. Der überdachte Marktplatz am Place de la Halle regt unsere Fantasie an. Vor uns entsteht mittelalterliche Szenerie in der unter diesem Dach Händler Waren aller Art anbieten, Eselkarren vorbeiziehen, Kinder Leckereien stibitzen … 

Vom Place de la Bride hat man einen tollen Panoramablick nach Norden. Das Restaurant gleich nebenan hat das auch erkannt und nennt sich La Panoramique. Wir können uns nicht satt sehen, schlendern weiter auf der Rue Raimond VII., nun wieder abwärts zum westlichen Tor des inneren Mauerrings. Dann über die Rue Saint-Michel wieder hinauf zur Église Saint-Michel, die nun, um 10:40 Uhr, ihre Pforten für die Besucher geöffnet hat. Wir werfen ein Blick in das Kirchenschiff. Wie erwartet ist dieses reich ausgestattet. Auch hier wird klar – ein armer Ort war das nicht.

Ein besonderer Höhepunkt in Cordes sur Ciel soll das Musée des Arts du Sucre et du Chocolat sein. Wir glauben unserem Baedecker Reiseführer und besuchen auch dieses Haus. Der junge Mann am Empfang ist super drauf und läßt unsere Erwartungen an die Ausstellung noch weiter steigen. Als wir dann die Exponate zu sehen bekommen wissen wir: Hier waren excellente Handwerker am Werk aber keine Künstler. Die Stilistik der hier ausgestellten Werke grenzt oft an Kitsch und überschreitet diese Grenze hin und wieder. Aber die handwerkliche Ausführung nur aus gefärbter Zuckermasse verdient jeden Respekt und ist eines Besuches durchaus Wert. 

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Cordes sur Ciel

Wege finden

Zurück am Womo haben wir uns schon das nächste Ziel gesetzt. Unser Beadecker Reisführer empfiehlt den Ort Conquest.

Was nun folgt ist ein wenig exemplarisch für unsere Tour durch Frankreich. Unser Womo ist mit einen „Multimediawunderwerk“ aus dem Hause Pionieer ausgestattet. Ein Gerät aus der AVIC-Baureihe mit allen Schikanen.

Das Navi in dem Teil scheint Schikanen auch zu mögen. Gerade heute wird das besonders deutlich. Beauftragt mit dem Zielort Conques, führt es uns über eine Route, die nicht immer der Logik eines schnellsten oder kürzesten Weges folgt. Gerade für schmalste Straßen im Nirgendwo scheint es eine besondere Vorliebe zu haben. Dabei gelingt es diesem, aus dem Olymp der modernen Verarbeitung von Bits, Bytes und Geokoordinaten herabgestiegenen „Device“, uns fast kreisrund um einen der vielen kleinen Orte an der Strecke herumzuführen. Nicht auszudenken, wenn wir aus dieser Schleife nicht wieder herausgefunden hätten. 
Auch der Michelin-Atlas 1 : 200 000, in dem Steffi fleißig versucht unsere Route nachzuverfolgen ist nur bedingt eine Hilfe. Die sagenhafte Vielfalt der Departementsstraßen bereitet auch dem geübtesten Vertreter der Navigation via klassischer Karte gewisse Probleme. 

So brauchen wir für die ca. 110 km nach Conques satte dreieinhalb Stunden. Nein, ich will das Stundenmittel jetzt nicht ausrechnen.  Ich könnte nicht vor die Frage gestellt werden, ob eine Radtour durch Frankreich in diesem Fall nicht flotter gewesen wäre.

Conques

Unsere kleine Odyssee über die Straßen der Departements Tran und Aveyron bringt uns nach Conques. Den Namen verdankt der Ort Ludwig dem Frommen (778 – 840). Übersetzt bedeutet Conques soviel wie Muschel. Das Zeichen der Pilger auf dem Jakobsweg. Sie finden die seit Jahrhunderten in der hiesigen Abtei Ruhe und Andacht und in den Häusern rundum gastliche Aufnahme.

Der Ort klebt am Hang über dem Flüßchen Ouche. Im Zentrum die Abtei, umgeben von einem sehr sehenswerten Fachwerkensemble.

Die Kirche der Abtei, die Èglise Sainte-Foy bietet ein ganz anders Bild als die Kathedrale von Albi. Dort überquellenden Pracht, hier ein Ort der durch seine Schlichtheit nicht weniger auf uns wirkt. 

Wir leisten uns noch den nicht ganz günstigen Eintritt in die Schatzkammer und sind schwer beeindruckt. Was hier ausgestellt ist, ist wirklich alt. Viele Stücke aus karolingischer Zeit. Der Reliquienschrein der heiligen Fides ist sicher das Schmuckstück. Aber auch die anderen Exponate atmen Mittelalter pur. Das „A Karls des Großen“ und der Heiligenschrein des Pippin sind z.B. nicht weniger beeindruckend. Leider ist das Fotografieren hier nicht gestattet. Die Website von Conques macht mit einigen Bilder Lust auf einen Besuch dieses wirklich einmaligen Ortes.

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Conques

Schluß für heute

Gegen 16:50 fällt das letzte Mal der Verschluss meiner Kamera vor den nicht enden wollenden Motiven in Conques. Wir machen uns auf den weiteren Weg. Es geht hinunter an den Fluß Lot. Hier  finden wir in Vieillevie einen wunderschönen Stellplatz direkt an den Wiesen, die hinunter zum Lot führen. Der Dorfladen hat noch geöffnet. Wir nutzen gerne dessen Angebot und verbringen anschließend einen sehr schönen Abend zwischen Gärten, dem Fluß Lot und dem mittelalterlichen Dorf oberhalb des Stellplatzes. Schön, dass nun auch Paula mit dabei ist.

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Cordes sur Ciel - Vieillevie

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